1835 / 42 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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der Landgraͤfin von Hessen Homburg ausgefahren,

öe hatte wieder einen Spaziergang auf dem Kettendamm ge⸗

macht.

Die gestrige Hof⸗Zeitung meldet: „Der Koͤnig hat

Se. Gnaden den Erzbischof von Canterdury, den Lord⸗Kanzler

Lundhurst, Se. Gnaden den Erzbischof von York, den Grafen

ven Harrowby, den Lord⸗Bischof von London, den Lord⸗Bi⸗

schof von Lincoln, den Lord⸗Bischof von Gloucester, den sehr ehrenwerthen Baronet Sir Robert Peel, Herrn Henry Goul⸗ burn, Herrn Charles Watkin Williams Whnn, Herrn Henry

Hobhouse und Sir Herbert Jenner zu Koͤniglichen Kommissa⸗

ren ernannt, um den Zustand der verschiedenen Dioͤcesen von

England und Wales mit Hinsicht auf den Betrag ihrer Ein⸗

tuͤnfte, auf die gleichmaͤhigere Vertheilung der bischoͤflich en Func⸗ tionen und auf die Beseitigung der Nothwendigkeit, den Bis⸗ thuͤmeen noch Pfruͤnden nebst der damit verbundenen Seelsorge als Kommenden hinzuzufuͤgen, so wie den Zustand der verschie⸗ denen Kachedralen und Kollegiat⸗Kirchen in diesen Dioͤcesen mit

Hmnsicht auf die Angabe derjenigen Maßregeln, woduuch diesel⸗

ben in den Stand gesetzt werden koͤnnten, fuͤr die Wehlfahrt der herrschenden Kirche am besten foͤrderlich zu seyn, in Betracht zu ziehen und die ersprießlichste Art und Weise der Seelsorge, mit besonderer Ruͤcksicht auf die Anwesenheit der Geistlichen auf ihren betreffenden Pfarren, ausfindig zu machen.“ Die Times findet sich durch diese Anzeige zu feolgender Betrachtunz veran⸗ laßt: „Alle Freunde der Anglikanischen Kirche und der religioͤsen

Interessen dieses großen christlichen Volks, worin die wichtigsten anderen Interessen eingeschlossen sind, werden hoͤchlichst daruͤber erfreut seyn, daß der Souverain der Kommission zur Legung des Grundsteins fuͤr eine umfassende und wirksame Reform der Kirche von England, in zeitlicher sowohl als geistli⸗ cher Hinsicht, sein Exeguatur ertheilt hat. Die Haͤupter der Kirche, der Rechtspflege und der Staats⸗Verwaltung befinden sich unter den zu diesem wichtigen Zweck ernannten Kommissarien. Die beiden Erzbischoͤfe, der Bischof von London, Dr. Kaye (der Bischof von Lincoln) und der Bischof von Gloucester sind die Mitglieder der National⸗Priesterschaft, denen die Aufgabe uͤber⸗ tragen worden ist. Sir Robert Peel (der Premier⸗Minister), der Lord⸗Kanzler, Lord Harrowby, Herr Goulburn (als Secre⸗ tair fuͤr das Innere) und Sir Herbert Jenner (LEin ausgezeich⸗ neter Kenner des Civilrechts) nebst den Herren Wynn und H. Hobhouse belden den Laien⸗Bestandtheil der Kommission. Die Gegenstaͤnde, auf welche die Kommisston ihre Aufmerksamkeit richten soll, sind von so allgemeinem Interesse, und die Kom⸗ missarien ihrem Auftrage so gewachsen, als moͤglich. Die Ein⸗ kuͤnfte der Bischoͤfe, die gleichmaͤßigere Vertheilung der bischoͤf⸗ lichen Functionen, die Abschaffang der Kommenden, die bessere Verwendung der Dechanats⸗ und Kapitel⸗Einnahmen, eine ge⸗ b ihrende Beruͤcksichtigung des Zustandes der Kathedral⸗ und Kol⸗ legiat⸗Kirchen und die Noͤthigung der Geistlichkeit, sich in ihren Kirchspielen aufzuhalten, bilden die großen Zroecke dieser beabsichtig⸗ ten Untersuchung. Wer nehmen es fuͤr ausgemacht an, daß in Folge derselben einige Einschraäͤnkungen in dem Privilegtum und Gebrauch der Bischoͤfe, ihre Functionen auf Andere zu uͤbertragen, ersol⸗ gen werden. Insofern diese wichtige Maßregel jedenfalls mit dem festen Entschluß ergriffen worden ist, daß sie dem Englischen Volke zum Nutzen und zur Zufriedenheit gereichen solle, koͤnnen wir nicht umhin, der Geistlichkeit, der Regierung und dem Lande zu der Ankuͤndigung in der gestrigen Hof⸗Zeitung Gluͤck zu wuͤnschen. Aber, sagt das Spruͤchwort, „wer schnell giebt, giebt doppelt“, und ves Fet sele daher nicht, daß die Kommis⸗ sion ihren Bericht so bals als moͤglich erstatten wird.“

Herr William Pitt Adams ist zum Bretischen Legations⸗ Secretair in Bogota ernannt worden.

Die Times sagt: „Am Montag Abend und gestern ging das Geruͤcht, daß gar kein Kamof um den Sprecherkuhl im Unterhause statefinden werde, indem die Minister sich en schlos⸗ sen haͤtten, alle Hoffnung auf die Moͤglichkeit, daß Sir C. M. Sutton gewählt werden duͤrfte, aufzugeben. Dieses hinterlisti⸗ gen und abgeschmackten Geruͤchts erwaͤhnen wir nur, um es sogleich als eine reine Erdichtung zu bezeichnen. Sir C. M. Sutton wird sich zu dem Kampfe stellen. Und ohne Anma⸗ ßung glauben wir hinzufuͤzen zu duͤrfen, daß er mit einer sehr großen Majoritäͤt siegen wird. Es moͤchte freilich der Opposition sehr angenehm seyn, wenn ihre Behauptung wahr waͤre. Sie hat vielleicht mit dieser politischen Erfindung einige gedankenlose Stimmen erhaschen wollen. Aber sie verschwendet ihre List und Muͤhe; der Bereug ist entdeckt. Beilaͤufig, wer ermaͤchtigte denn den Lord John Russell, im Namen und als Fuͤhrer der Whigs und Radikalen zu sprechen? Wer kam auf den Einfall, die An⸗ spruͤche des Herrn Spring Rice ganz beiseitzusetzen?“ Die Times empfiehlt sodann den Gegnern Sir C. Manners Sut⸗ ion's an, die Rede durchzulesen, welche Lord Althorp am 29. Januar 1833 im Unterhause hiest, und worin dieser die Mei⸗ nung aussprach, daß die Befaͤhigungen des Ersteren zu dem Sprecher Amt groͤßer seyen, als sie irgend ein anderes Indivi⸗ „duum besitze. 1

Der Marquis von Chandos wird, wie die Times glaubt, in seinem Kampf gegen die Malz⸗Taxe Mitstreiter finden. Herr H. Handley, das Parlaments⸗Mitglied fuͤr die suͤdliche Abthei⸗ lung von Lincolnshire, soll von seinen Konstituenten, nun Sir William Ingilby nicht mehr im Parlamente ist, dringend ersucht worden seyn, die Frage hinsichtlich der Malz⸗Steuer im Anfange der bevorstehenden Session zur Sprache zu bringen. Herr Handley nimme jedoch, dem Vernehmen nach, noch Anstand, dies zu thun, weil er glaubt, daß der Marquis von Chandos, der bloß in Folge der Weigerung Sir Robert Peel's, in die Ab⸗ schaffung dieser Steuer nicht zu willigen, nicht in das Ministe⸗ rium eintreten wollte, mit einem aͤhnlichen Antrage hervorzutre⸗ ten beabsichtigt.

Die praͤchtige Bibliothek des Grafen Spencer zu Althorp, von der die hiesigen Zeitungen glauben, daß sie uͤber 200,000 Pfund gekostet haben muͤsse, wurde von dem verstorbenen Grafen in einem Zeitraum von 45 Jahren gesammelt. Sie enthaͤlt be⸗ sonders sehr viele Buͤcher aus dem 15ten und 16ten Jahrhun⸗ dert. Diese Buͤcher⸗Sammlung nimmt eine 220 Fuß lange Reihe von Zimmern ein, die bis an das Gesimse angefuͤllt sind, und soll gegen 60,000 Bände enthalten. In dem Testament des verstorbenen Grafen ist dieser Bibliothek gar nicht gedacht, der jetzige Graf aber, der mit großer Innigkeit an seinem Va⸗ ter hng, will sich von derselben nicht trennen, obgleich er sich nicht so viel, wie Jener, mit dem Studium der Bibliographie be⸗

schaͤftigt hat.

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Die Times enthaͤlt Privat⸗Nachrichten aus Konstanti⸗

opel vom 7. Jan., denen zufolge einige Tage vorher der Grie⸗ chische, Armenische und katholische Patriarch zum Sultan einge⸗ laden und von diesem mit den Decorationen der Grogwuͤrden⸗ traͤger de Reichs bekleidet worden seyn sollen. Das Geruͤcht von der Ruͤckkehr der Englischen Flotte nach Malta fand unter den in Konstanctinopel lebenden Englaͤndern wenig Glauben; man

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hatte eher eine Verstaͤrkung derselben erwartet.) Ramazan hatte so eben in der Tuͤrkischen Hauptstadt begonnen.

An der gestrigen Boͤrse wurden nicht viel Geschaͤfte gemacht, und die Consols waren am Morgen sogar etwas gedruͤckt, spaͤ⸗ ter aber stellten sich die Preise besser. Es waren einige Geruͤchte uͤber Uneinigkeiten im Ministerium im Umlauf, die jedoch kei⸗ nen Glauben fanden. Die Nachfrage nach Suͤd⸗Amerikanischen Obligationen hat sehr abgenoinmen. An Geld ist noch immer Ueberfluß, und es zeigt sich daher Lust zu Speculationen in Ac⸗ tien der neuen Actien Compagnieen und in anteren gewagten Unternehmungen, vor welchen die Times das Publikum ein⸗ mal uͤber das andere warnt. „In diesem Augenblick“, sagt die⸗ ses Blatt, „giebt es solcher Unternehmungen noch nicht so sehr viele, aber der Eifer, womit man sich, sobald nur eine angekuͤn⸗ digt wird, um die Theilnahme daran bewirbt, ohne sich vorher

gehoͤrig nach der Art und Weise des Unternehmens und nach

den Namen der dafuͤr Verantwortlichen zu erkundigen, ist sehr auffallend.“ ; 8 1“

Warschau, 5. Februar. Se. Majestaͤt der Kaiser haben unterm 13. Dezember in St. Petersburg folgende Verordnung erlassen: „Mit Ruͤcksicht auf den 20sten Artikel des am 26. Fe⸗ bruar 1832 dem Koͤnigreich Polen von Uns verliehenen organi⸗

schen Statuts, wodurch Wir uns vorbehielten, durch eine be⸗

sondere Verordnung das Naͤhere daruͤber zu bestimmen, in welchem Verhaͤltniß und nach welchem Grundsatz das Koͤnigreich Polen an dem Bestand Unserer Armee Theil nehmen sollte, so wie in Gemaͤßheit Unseres Manifestes vom 13. August d. J. in Be⸗ treff der jaͤhrlichen Aushebungen fuͤr die Armee im Kaiserreich in Friedenszeiten, haben Wir verordnet und verordnen, wie folgt: Art. 1. Im Koͤnigreich Polen soll waͤhrend des Friedens eine jährliche Rekrutirung im Verhaͤltniß von 2 ½ unter je 1000 Ein⸗ wohnern maͤnnlichen Geschlechts, jedoch mit Ausnahme der Israeliten, vorgenommen werden. Art. 2. Obige Rekruten⸗ zahl soll jedes Jahr aus der Klasse der Enrollirten, nach den jetzt bestehenden oder in Zukunft von Uns zu erlassenden Be⸗ stimmungen, ausgehoben werden.“

Die hiesigen Zeitungen enthalten eine Menge von Ordens⸗ verleihungen, wodurch Se. Maj. der Kaiser verschiedene Beam⸗ ten des Königreichs Polen ausgezeichnet haben; unter Anderen erhielten die Staatsraͤthe Woyde und Lubowidzki den St. An⸗ nen⸗Orden 1ster Klasse.

Dem ehemaligen Senator Kastellan und Staatsrath Tho⸗ mas Grabowski, welcher General⸗Direktor der ehemaligen Re⸗ gierungs Kommission der geistlichen und Unterrichts⸗Angelegen⸗ heiten war, ist mit Ruͤcksicht auf seine zwanzigjaͤhrigen Dienste und auf seine waͤhrend der letzten Revolution bewiesene Treue von Sr. Majestaͤt aus eigenen Fonds eine jaͤhrliche Pension von 6250 Gulden bewilligt worden.

Da die Einwohner des Koͤnigreichs Polen, welche in den Reihen der Kaiserlich Russischen Armee dienen, von dem im Jahre 1816 in Rußland gebildeten Invalrden⸗Fonds ebenfalls Nutzen ziehen, so haben Se. Majestaͤt beschlessen, daß die Be⸗ stimmungen, welche in Bezug auf diesen Fonds im Kaiserreich bestehen, auch im Koͤnigreich Polen eingefuͤhrt werden sollen, und man wird demnach von jetzt an zum Besten dieses Fonds von allen Schenkungen, Belohnungen, Anleihebewilligungen und dergleichen, welche den Einwohnern des Koͤnigreichs von Seiten der Regierungen zu Theil Pedee sesse Prozente erheben.

Gestern hielten die Behoͤrdel des landschaftlichen Kredit⸗ Vereins eine Sitzung, welche in Abwesenheit des General⸗Di⸗ rektors der Regierungs⸗Kommission der Finanzen der Praͤsident der Bank, Staatsrath Lubowidzki, eroͤffnete.

Der Admnmnistrationsrath des Koͤnigreichs hat die Einrich⸗ tung einer Feuerwache in der hiesigen Hauptstadt angeordnet und zu diesem Zweck 150,000 Fl. aus der Feuerkasse angewiesen.

Die Herren Ludwig Gall und Robert Philipp haben von dem Administrations⸗Rath ein 5 Jahre guͤltiges Patent auf ei⸗ nen neu erfundenen Dampf-Apparat zum Branntweinbrennen erhalten; eben diese Behoͤrde hat Herrn Wilhelm Warnke ein 3 Jahre guͤltiges Patent auf die Erfindung eines auf Reisen zu brauchenden Apparats zum Kaffeekochen und eines anderen Ap⸗ parats zur beliebigen Vereitung von Kaffee oder Thee ertheilt.

Deutschland.

Hannover, 2. Febr. (Hannov. Ztg.) Durch das Er⸗ kenntniß des Herzoglich Braunschweigschen Landesgerichts vom 2. Jult 1833 und die in letzter Instanz vom gemeinschaftlichen Ober⸗Appellationsgerichte zu Worfenbuͤttel unter dem 2, 9., 19. und 23. September v. J. abgegebenen Erkenntnisse wurden, we⸗ gen Hochverraths (in der bekannten Verschwoͤrung zu Gunsten des Herzogs Karl): 1) der Oberst⸗Lieutenant a. D. Franz Georg von Kalm aus Braunschweig zu einer Sjaͤhrigen Gefaͤngniß⸗ strafe, 2) der Bediente Gottfried Adam Erhard aus Goͤttingen zu einer Gjaͤhrigen Zuchthausstrafe, 3) der Bediente Karl Lud⸗ wig Josepb Wilhelm Duͤbien aus Praunschweig zu einer 4Ajaͤh⸗ rigen Zuchthausstrafe, 4) der Kandidat der Rechte Hirsch Sil⸗ berschmidt aus Braunschweig zu einer 12jaͤhrigen Zuchthaus⸗ strafe, 5) der Buchhaͤndler Gottfried Christtan Ernst Meper sen. aus Braunschweig zu einer 2jaͤhrigen Gefaͤngnißstrafe, und we⸗ gen kalumnioͤser Unschuldigung: 6) der Tagloͤhner Karl August Hage aus Braunschweig zu einer 5jäͤhrigen Zwangs⸗Arbeitsstrafe verurtheilt, und werden die anerkannten Strafen an saͤmmtlichen Verurtheilten gegenwaͤrtig vollzogen.

Kassel, 5. Febr. In der gestrigen Sitzung der Staͤnde⸗ Versammlung zeigtf der Vice⸗Praͤsident an, daß der Bericht des Ausschusses uͤber den in letzter Sitzung von dem Minister des Innern vorgelegten neuen Gesetz⸗Entwurf, die fernere Wirksam⸗ keit der bisherigen Gemeinde Beamten betreffend, abgefaßt sey und verlesen werden koͤnne. Der Landtags⸗Kommissar hatte ge⸗ gen die Verlesung nichts einzuwenden, widersprach aber der so⸗ fortigen Diskussion. Es wurde beschlossen, statt der Verlesung den Pericht drucken und vertheilen zu lassen; worauf die oͤffent⸗ liche Sitzung in eine vertrauliche uͤberging.

Dr. W. H. Puchta, Professor zu Muͤnchen, hat den schon vor geraumer Zeit an ihn ergangenen Ruf zum oͤffentlichen Leh⸗ rer der Jurisprudenz in Marburg endl’ch angenommen. Puchia ist ein geseierter Name im Fache der Rechtsgelehrtheit, und der nach Marbukg berufene Sohn ist als Schriftsteller in demselben Maße ausgezeichnet wie der Vater. Der ihm zugesicherte Jah⸗ res⸗Gehalt beträgt, wie man hoͤrt, 2000 Thaler, eine in Mar⸗ burg bisher fast unerhoͤrt hohe Besoldung.

Gotha, 6. Febr. In der verwichenen Nacht erlebten wir hier ein in dieser Jahreszeit seltenes Natkur⸗Ereigniß. Nachdem der gestrige Tag durch eine wilde Temperatur sich ausgezeichnet, und das Thermometer nach Réaumur gegen Mittag eine Waͤrme von zehn Graden angedeutet hatte, erhob sich gegen Abend ein von Stunde zu Stunde zunehmender S Nordwesten

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Die Feier des

sind Straßen und Felder theilweise mit Schnee bedeckt.

besonders auf dem Thuͤringer Walde heftig gewesen. Dresden, 6. Febr. Das erste Stuͤck des neuen

nothpeinliche Halsgericht, welches der Vollstreckung des Urthfegg vorausging, aufgehoben und bei Begleitung des Verbrechers dung Geistliche zum Richtplatz fuͤr unzulaͤssig erklaͤrt; och soll. sich a

dem letztern ein Geistlicher befinden, um noͤthigenfalls dem Pa⸗ brecher geistlichen Zuspruch zu gewaͤhren.

Zufolge der im vorigen Monat erschienenen Listen sind in Jahre 1834 in Dresden 486 Paar getraut und 2026 Kinhe

geboren worden, naͤmlich 1030 maͤnnlichen und 996 weivlicha

Geschlechts, mit Einschluß von 378 Unehelichen; gestorben sig 2105, darunter 1051 mannnlichen und 1054 weiblichen Geschlacg incl. 85 todtgeborenen (51 Knaben und 34 Maͤdchen). Im Pa gleich mit dem Jahre 1833 sind 101 weniger geboren, 8 pgf ger gestorben und 24 Paare mehr getraut worden.

In Bauzen sind 80 Paare getraut, 411 Kinder geihna und 444 Menschen gestorben, darunter 14 todtgeborne, 7m Blattern und 12 Verungluͤckte; unteer den Gebornen sim ge maͤnnlichen und 216 weiblichen Geschlechts, incl. 4 Paar h linge und 50 Uneheliche. In Chemnitz sind 237 Paupe traut, 1132 Kinder geboren und 887 Personen gestorben.

Muͤnchen, 4. Febr. Hiesige Blaͤtter melden: „De

gestrige Maskenball war unstreitig die glaͤnzendste Reunion, nc

seit langen Jahren in Muͤnchen stattfand. 4 —5000 Menste wogten in den weiten Raͤumen des Koͤnigl. Hof⸗Theaters, un ein reicher Blumenflor geschmuͤckter Frauen und Jungfreane zierte die Bruͤstungen, die Logen und Gallerien, ja man su annehmen, daß fast Alles, was unsere Residenzstadt unter alg Staͤnden Schoͤnes, Anmuthiges und Bluͤhendes besitzt, hier; wesend war. Doch uͤber alle Beschreibung herrlich und die steigerte Erwartung uͤbertreffend, war der Maskenzug der Ae hoͤchsten und hohen Herrschaften, die, bevor sie sich in dem nigl. Salon zu ihren Quadrillen versammelten, einen dreimalz Umzug hielten, und so dem Publikum die Freude goͤnnten, anzusehen. b

In dem eben erwaͤhnten Maskenzuge wurden, dem 9 gramme zufolge, welches die hiesige politische Zeitung theilt, die vier Welttheile Europa, Asien, Afrika und Amm dargestellt. Jeder Welttheil wurde von einer Dame reyrit tert, der sodann paarweise die verschiedenen Nationen (m National⸗Trachten einer Dame und eines Herrn) feolgt 24 Trompeter eroͤffneten den Zug; ihnen folgten 14 Paniermh mit den Waffen und Farben Europa's; dann 6 Herolde Insignien. Der erste Welttheil, Europa, erschien, repraͤsen von der Frau Baronin von Gise; hierauf die Laͤnder Deus land, Ungarn, Schweden, Rußland, Tuͤrkei, Polen, Franke England, Schottland, Spanten, Portugal, Italten, Griechenlu Schweiz; der zweite Welttheil, Asien, repraͤsentirt von Frau Herzogin Max in Bayern, von Sklaven unter einemt chen Baldachin getragen, und von den Panieren Asiens gestt ihr nach die Laͤnder Persien, Syrien, Tartarei, Indien, Ch Armenien. Der dritte Welttheil, Afrika, war reyret tirt von der Frau Baronin von Aretin, begleitet von 6l ven und paniertragenden Negern, und gefolgt von den Läme Aegypten, Marokko, Tunis, Nubien, Algier, Abyssinien. 89 4ten Welttheil, Amerika, stellte die junge Herzdgin Thet linde von Leuchtenberg dar, ebenfalls von Sklaven gefolgt, ve Waffen und das Bild der Sonne trugen; hinter ihr die An Mexiko, Peru, Brasilien, Chili, Paraguay, Canada. Unm bar an diesen Zug schloß sich die große Quadrtlle an, aus Hauptpersonen in Walter Scott’'s „Quentin Durward'*! hend. Besondere Aufmerksamkeit erregte Lord Crawford, fuͤhrer der Bogenschuͤtzen der Schottischen Garde; Ludwig! Koͤnig von Frankreich, Johanne, seine Tochter; der Herzog Orleans; Karl der Kuͤhne, Herzog von Burgund; Graf . laume de la Marc, genannt „der Eber der Ardennen.“ beiden Zuͤge durchschritten zweimal den Saal.

Am 31. Januar starb nach einem kurzen Krankenlagg Eichstaͤtt der Bischof Johann Friedrich Oesterreicher im . Lebensjahr.

Augsburg, 2. Febr. Im gegenwaͤrtigen Augenblick in Bayern die Aufmerksamkeit so allgemein auf Befoͤrderulg Agrikultur, und Fabrik⸗Industrie gerichtet ist, verdient eine wichtige Erfindung des Gutsbesitzers Herrn Andreas n in der Mehringer Au bei Augsburg, besondere Erwaͤhee Herr Krieg hat es naͤmlich nach vieljaͤhrigen Versuchen ie gebracht, bloß aus Kartoffeln 1) verschiedene Sorten sehr! nehmer Weine, so wie Essig, 2²) ein gutes haltbares Bfek einen reinen Branntwein, aus welchem Rum, Cognac ung queure verfertigt werden koͤnnen, endlich 4) Zucker in feste fluͤssiger Form, auf eine so einfache als wohlfeile Art zug ten. Herr Krieg, welcher die Fabrication dieser Gegennt jetzt im Großen betreibt und dabei die Abgänge mit Von fuͤr seinen Viehstand benutzt, hat daruͤber nicht nur von ven denen Seiten die guͤnstigsten Zeugnisse, sondern auch von landwirthschaftlichen Vereine des Ober⸗Donaukreises im . 1833 eine Praͤmie und Denkmuͤnze erhalten. Er gestatte dermonn, die Einrichtung zu seiner Fabrication in Augense zu nehmen, und ist entschlossen, das Ganze seiner Erfindet durch den Druck bekannt zu machen, wozu er eine Subscii eroͤffnet hat.

Aschaffenburg, 3. Febr. (Nuͤrnb. Korr,) Staͤdtchen Orb hat in neuester Zeit Ereignisse der traurg Publtzitaͤt aufgewiesen. Nachdem vor mehreren Monata Mordversuch mittelst der Hoͤllenmaschine schreckliche Vermwi gen angerichtet, und einem verdienten Beamten beinahe Leben gekostet haͤtte, wurde (wie bereits erwuͤhnt) der als bekannte K. Landgerichts⸗Aktuar Roͤsch von Orb am 31. J. Abens 6 ½ Uhr, als derselbe sich vom. Landgerichts⸗Gebäul seine gleich daran stoßende Privatwohnung begeben wollte, einem Schusse meuchlings getroffen, und auf der Stelle geth Der Abend war dunkel und ohne Mond, und da der Schu ein er Kugel geschah, so ist zu vermuthen, daß das Mord⸗Insttun ein Pistol gewesen, weil außerdem viel wahrscheinlicher geg Blei gebraucht worden wäͤre, und daß der Moͤrder in unmilzn B ruͤhrung mit dem Getoͤdteten kam. Von einer Spur des I

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welcher nach 11 Uhr zum heftigen, vom Leuchten der Blite Donner, Schnee und Hagel begleiteten Gewitter wurde. Dan selbe hielt bis nach Mitternacht ununterbrochen an und heut⸗ Die Werbindung. Temperatur der Luft hat sich zwar veraͤndert, indessen zeigt das Thermometer gegen Mittag noch zwei Grade uͤber Null. Das Gewitter der vergangenen Nacht ist uͤbrigens, wie wir heuts vernehmen, uͤber einen großen Theil des Landes verbreitet und

Gesetz, und Verordnungs⸗Blattes fuͤr das Koͤnigreich Sachsen ist 88 mehr erschienen, und enthaͤlt solches unter andern wichtigen Ge⸗ setzen auch eine Verordnung uͤber die veraͤnderte Einrichtung zes Vollziehung der Todesstraͤfen. Hiernach ist das sogenannte doch⸗

dasselbe nicht

z jetzt noch nichts bekannt geworden. ie Geruͤchte sin Wüccta. und setzen, jedoch noch ohne naͤhere Begruͤndung, That mit dem Mord⸗Versuche durch die Hoͤllenmaschine Diese an einem Beamten veruͤbte Gewaltthat wan so auffallender, als, wie man erfaͤhrt, schon an dem vo⸗ . Landgerichts⸗Aktuar ein aͤhnlicher Mordanschlag veruͤbt den ist, indem auf denselben, als er im Bette lag, jedoch ohne vig, durch das Fenster gefeuert wurde. Wir wollen uͤber den der Moralttaͤt einer ganzen Gemeinde nicht absprechen, da dich die Gemeinheit nicht jederzeit fuͤr Einzelne einstehen Indessen verdient doch Folgendes bemerkt zu werden: In um Orb berrscht große Armuth, welche seit der nun groͤßtentheils abenen Schmuggelei, die notorisch aller Orten die Unmoralitaͤt zu an unerhoͤrten Grade erhob, leider erhoͤht worden ist. Eine außer⸗ emilich vermehrte Lust zum Wildschießen und Waldfrevel, was sich organisirt zu seyn scheint, ist in diesen Gegenden einge⸗ Vor etlichen Jahren wurden drei Juden wahrscheinlich derlei Individuen auf eine schauderhafte Art halb todt ge⸗ igen, und dann noch halb lebendig verbrannt. Diese That⸗ je scheint kaum glaublich. Indessen wird sie durch eine noch slaublichere uͤbertroffen, die darin besteht, daß die Thaͤter un⸗ unnt geblieben sind, obgleich diese schreckliche Execution mehrere nden in Anspruch nehmen mußte. All diesem und so vielem dern Uebel kann nur durch die Polizei⸗Behoͤrden gesteuert werden, sferilich in solchen Faͤllen alle Energie und Consequenz erheischt. er neueste Mord ist bereits zur Untersuchung gezogen worden, und se dem ausgezeichneten Koͤniglichen Kreis⸗ und Stadtgerichts⸗ ath Herrn Iberl hier uͤbergeben worden, da die Stadt Orb Kriminalfaͤllen dem hiesigen Kriminalgerichte unterworfen ist. ch sind von den Koͤniglichen Stellen bereits die gehoͤrigen grraͤge auf schleunige Wiederbesetzung dieser erledigten Stelle allerhoͤchsten Maßnahme, dem Vernehmen nach, eingeschickt den. Es bleibt gewiß, daß solche Banditenstreiche in Deutsch⸗ allgemeine Entruͤstung hervoröringen muͤssen.

Hechingen, 27. Jan. Dem schon laͤngst gefuͤhlten Be⸗ efnisse einer Abaͤnderung unserer Gemeinde⸗Verfassung wurde nch die am 26sten d. erfolgte Publication einer neuen Stadt⸗ gnung abgeholfen. Sie ist den Beduͤrfnissen, den Orts⸗ und it⸗Verhaͤltnissen entsprechend, und schafft die Lebenslaͤnglichkeit

Gemeinde⸗Vorstaͤnde ab. Es werden nun die Wahlen des meinde⸗Vorstandes nach der neuen Stadtordnung ungesaͤumt rgenommen. Ein Wahlgesetz fuͤr die neue Landes⸗Deputa⸗ nhaben wir demnaͤchst zu erwarten, und wenn, wie auch bis⸗ der Fall war, Fuͤrst und Volk Hand in Hand gehen, wer⸗ wir bald aller zeitgemaͤßen Verbesserungen uns zu erfreuen ben.

Stuttgart, 7. Febr. Die Einwohnerzahl der hiesigen

auptstadt und ihrer nächsten Umgebungen, belaͤuft sich, der neue⸗

n Zaͤhlung zufolge, auf 28,439. Hiervon kommen auf die ei⸗ ntliche Stadt selbst 25,466, doch sind hierunter weder das Mi⸗ air, noch die fremden Handwerks; Gehuͤlfen, Dienstboten ꝛc. tbegriffen, die sich zusammen ebenfalls auf 5 6000 Menschen laufen moͤgen.

Hiesige Blaͤtter theilen nachstehende Aktenstuͤcke mit: gdresse des engern staäͤndischen Ausschusses an den

Kdoͤnigl. Geheimen⸗Nath.

„Ew. Koͤnigl. Mazestät hatten die Gnade, durch den Allerhoͤch⸗

Erlaß vom 11. November d. J. dem staͤndischen Ausschuß den sschluß mitzutheilen, welcher in der Plenar⸗Sitzung der Bundes⸗ ersammlung vomn 30. Okt. 1834 uͤber die Bestellung von Schieds⸗ erichten Behufs der Beseitigung von Irrungen zwischen Regie⸗ igen und Ständen in allen den Faͤllen, wo nicht durch Gesetz d Landes⸗Verfassung fuͤr diesen Zweck bereits Vorkehrungen ge⸗ offen sind, gefaßt worden ist. Zugleich haben Ew. Koͤnigl. Ma⸗ stät diese Mittheilunz mit der Bemerkung zu begleiten geruht, die Bestimmungen dieses Bundes⸗Beschlusses die Wahrung der rfasungsmaͤßigen Rechte der Staͤnde in gleichem Maße wie der⸗ nigen der Regierung beabsichtigen, wie denn Allerhoͤchstdiesel⸗ n auch die Befugniß der Staͤnde, eine Vereinbarung uͤber Betre⸗ ug des schiedsrichterlichen Wegs zu veranlassen, gleichmaͤßig an⸗ kennen. Dem nie erschuͤtterten Vertrauen auf die wohlwollenden bsichten und verfassungstreuen Gesinnungen Ew. Koͤnigl. Majestaͤt auben wir es schuldig zu seyn, in der kaum beruͤhrten Allerhoͤch⸗ in Aeußerung dankbar die Zusicherung zu erblicken, daß der Be⸗ etung des schiedsrichterlichen Wegs, werde er von der Staats⸗Re⸗ crung oder von den Staͤnden veranlaßt, immer eine freiwillige gereinbarung vorangehen werde. So ferne jedoch diese Zusiche⸗ ung von uns weniger aus dem Wortlaute des Allerhoͤchsten Re⸗ tipts erschlossen, als vielmehr auf den von Ew. Koͤnigl. Majestaͤt ts mit Liebe gehegten Sinn und Geist unserer Landes⸗Verfassung

ebaut wird, erlauben wir uns die ehrfurchtsvollste Bitte, uns dar⸗

ber zu beruhigen und zu belehren, ob wir wirklich durch die Vor⸗ ussehung, „daß das Schieds⸗Gericht stets nur unter Einverstaͤnd⸗ h unserer Regierung und ihrer Staͤnde werde angegangen werden“ e Allerhoͤchsten Absichten treu und richtig erfaßt haben. In glertiefster Ehrfurcht ꝛc ꝛc. Ew. Koͤnigl. Maj. allerunterthaͤnigst reu⸗gehorsamster staͤndischer Ausschuß.

Stuttgart, 16. Det 1834.

Der Praͤstdent der Kammer der Standesherren. Unterz.) August, Fuͤrst zu Hohenlohe⸗Oehringen.“

L Reskript des K. Geh ih,ne agebes an den staͤndischen usschuß.

„Wilhelm, von Gottes Gnaden ꝛc. Liebe Getreue! Wir saben Eure allerunterthaͤnigste Bitte vom 16. Dezember 1834 um Beruhigung und Belehrung uͤber den Sinn des in Beziehung auf sen Bundesbeschluß uͤber Bildung von Schieds⸗Gerichten zu Beseiti⸗ ung vorkommender Irrungen zwischen Regierungen und Staͤnden i II. November des vorigen Jahres an Euch erlassenen Reskripts thalten. Da jedoch dieses Reskript nach seinem ganz klaren In⸗

halte nicht anders verstanden werden kann, als daß der Betretung

es schiedsrichterlichen Weges eine Vereinbarung, die ihrem Begriffe gach den Zwang ausschließt, stets vorangehen werde, so wollen Wir uch lediglich auf jene fruͤhere Eroͤffnung verwiesen haben. Wir berbleiben Euch ꝛc. ꝛc. Stuttgart, im K. Geheimen⸗Rathe den F7. Januar 1835. (Unterz.) Maucler.“

Frankfurt a. M., 6. Febr. In der verflossenen Nacht gegen 12 Uhr zog ein starkes Gewitter uͤber unsere Stadt, wel⸗ ches 2₰q nicht lange anhielt, aber von vielfachem Wetterleuch⸗ en, furchtbarem Sturme und Hagelregen begleitet war, jedoch keinen wesentlichen Schaden, so viel man bis zetzt vernimmt, an Gebaͤulichkeiten ꝛc. anrichtete. Schon am gestrigen Tage hatten vir sehr stuͤrmisches Wetter und auch heute Morgen haͤlt das⸗ selbe bei mehrfach dunkelm und bewegtem Wolkenhimmel an. ,. Frankfurt a. M., 7. Febr. Die erste Februar⸗Woche ber in Bezug auf den Handel in Staats⸗Effekten sehr lebhaft. Die Rotirung der Haupt⸗Fonds ging taͤglich hoͤher und das Gesuch auerte dennoch fort. Die 5proc. Metalliques stiegen vom 2. bis 6. kbruar um ½ pCt., die Aproc. um „Ct., Actien um à Fl. pr. 1 kuͤck, Integrale um 1 ½ vCt. Die ansehnlichen Einkaͤufe, welche n diesen Papieren effektuirt wurden, geschahen seigtenezfit⸗ gegen fütcer⸗ wodurch die comptanten Stuͤcke immer seltener wurden. Am 8 barsten war der Mangel in Aproc. Metalliques, indem gestern on einem großen Spekulanten ein bedeutender Posten dieses Effekts ngethan wurde. In Prolongation fuͤr die laufenden Zinsen war zu haben; nur mit Exrtra⸗Verguͤtung der halben Zin⸗

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sen war das Geschaft darin auf ultimo

Geld⸗Verhaͤltnisse des Platzes haben sich sehr günitg gestellt; viele bisher muͤssig gelegene Kapitalien wenden sich, bei dem ungemein niedrigen Zinsfuß, dem Papier⸗Handel zu. Viele Privaten haben im Laufe dieser Woche nicht nur in den couranten Fonds Me⸗ talliques, Actien und Integralen starke Ankaͤufe gemacht, sondern auch in 500 Fl. Loosen, Preußischen Praͤmien⸗Scheinen und Hol⸗ laͤndischen Syndikats⸗Obligationen ansehnliche Summen placirt. Selbst in Spanischen Fonds war der Handel wieder etwas lebhafter ge⸗ worden; auch hoben sich die dproc. fast um ein ganzes Procent, die 3proc. um Ct. Darmstaͤdtische 25 Fl. Loose hielten sich begehrt, man zahlte sie schon mit 104 (26 Fl. pr. Stuͤck). In Polnischen Loosen blieb es still. Eben so im Geschaͤft mit fremden Wechseln. Die meisten Devisen sind offerirt; Augsburg, Sicht, waren noch am meisten begehrt. Der Diskonto steht 2 ½ à 3 vCt. Nachschrift. Heute, am Sonnabend, hielten sich die Oesterreichischen und Hollaͤndischen Fonds, ungeachtet flauere Noti⸗ rung von Amsterdam gekommen war, zu steigenden Coursen begehrt.

Oesterreich. Wien, 31. Jan. Die Stoͤrungen in Serbien sind von

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keiner Bedeutung gewesen, und schon beigelegt; Milbosch soll

sich mit seinen Gegnern durch vernuͤnftiges Nachgeben verstän⸗ digt haben. Daß uͤbrigens die eingetretenen Ereignisse von kei⸗ ner Bedeutung gewesen seyn muͤssen, erhellt daraus, daß, dem Vernehmen nach, bis zu diesem Augenblicke der hiesigen Regie⸗ rung nichts daruͤber zugekommen ist. Der Daͤnische Gesandte, Graf von Bernstorf, welcher einige Zeit auf Urlaub von hier abwesend war, ist gestern zuruͤckgekommen. Der Graf Revent⸗ low, welcher indeß die Geschaͤfte der Daͤnischen Gesandtschaft hier versah, wird nun als Geschaͤftstraͤger Daͤnemarks nach Lis⸗ sabon gehen.

Wien, 30. Jan. (Allg. Ztg.) Die Post aus Kon⸗ stantinopel ist eingetroffen, bringt aber nichts von Bedeu⸗ tung. Unter dem hiesigen Handelsstande ist das Geruͤcht ver⸗ breitet, daß in Serbien Unruhen ausgebrochen seyen, wolche die Entsetzung des Fuͤrsten Milosch und die Berufung seines Sohnes zur Uebernahme der Regierung zum Zweck gehabt haͤt⸗ ten. Der Regierung soll jedoch daruͤber nichts zugekommen seyn, was denn diese Nachricht, wo nicht bezweifeln, doch we⸗ nigstens als uͤbertrieben betrachten laͤßt, denn es wird von vie⸗ lem Blutvergießen und von einer voͤlligen Desorganisation Ser⸗ biens gesprochen. Man konnte uͤbrigens schon lange auf un⸗ ruhige Auftritte in Serbien gefaßt seyn, und ich habe zu ver⸗ schiedenenmalen auf die mißliche Lage dieses Landes und den dort vorhandenen Gaͤhrungsstoff aufmerksam zu machen gesucht, was aber von den Freunden des Fuͤrsten Milosch mit Heftig⸗ keit in Abrede gestellt wurde. Viel waͤre uͤbrigens durch den Wechsel der Personen nicht gewonnen, denn der aͤlteste Sohn Mllosch's soll ruͤcksichtlich des Charakters das ganze Ebenbild seines Vaters, eben so gebieterisch und zum Despotismus ge⸗ neigt, als er seyn, ohne dessen Verdienste um das Land zu ha⸗ ben. Fuͤr die Unabhaͤngigkeit Serbiens hat der Fuͤrst Milosch gewiß viel geleistet, und er verdient insofern den Ruhm eines echten Patrioten; allein seitdem er mit der hoͤchsten Gewalt be⸗ kleidet ist, hat er oft seinen Willen uͤber das Gesetz gestellt, wo⸗ durch denn manches Recht verletzt, und die Unzufriedenheit ge⸗ naͤhrt wurde. Zu des Fuͤrsten Ehre sey es jedoch gesagt, daß, wenn man ihm auf gemaͤßigte Art und mit Gruͤnden das ver⸗ uͤbte Unrecht zu beweisen wußte, er unverzuͤglich seinen Fehler und den etwa verursachten Schaden, selb mit Hintansetzung des eigenen Interesses, wieder gut zu machen suchte. Da je⸗ doch die Serbier sich uͤberhaupt duech Hartnaͤckigkeit auszeich⸗ nen, und meistens mit Gewalt auszutragen suchen, was sich leichter auf dem Wege der Verstaͤndigung erreichen laͤßt, so mag es denn zu einem Ausbruche der vorhandenen gegenseitigen Auf⸗ reizung gekommen seyn. Daß dabei, wie es gewoͤhnlich ge⸗ schieht, der Fuͤrst aus Besorgniß, der Schwaͤche beschuldigt zu werden, sich zu keiner Nachgiebigkeit hat verstehen wollen, ist begreiflich.

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Der Schwaͤbische Merkur berichtet von der Ita⸗ liaͤnischen Graͤnze vom 29. Januar: „Glaubwuͤrdigem Ver⸗ nehmen nach, werden die Kaiserl. Oesterreichischen Truppen die von ihnen seither noch in den Roͤmischen Staaten besetzten Punkte bis zum Mai raͤumen, zu welcher Zeit die Franzosen ebenfalls von Ankona abziehen duͤrften. In der That scheint die fernere Anwesenheit fremden Militairs im Kirchenstaate, in⸗ sofern dadurch die Aufrechthaltung der oͤffentlichen Ruhe be⸗ zweckt ward, fortan vollkommen unnoͤthig zu seyn, weil, ist man dort vielleicht auch nicht durchgehends mit der Regierung zufrie⸗ den, den etwanigen Revolutionnairs aller Muth gesunken ist, seitdem sie sich haben uͤberzeugen koͤnnen, daß sie auf keinerlei auswaͤrtigen Beistand rechnen duͤrfen. Ueberhaupt gewinnt jetzt Alles in Ober⸗Italien ein ungemein friedliches Ansehen. In den Sardinischen Staaten ist der Bestand aller Regimenter, mit Ausnahme der Garde, um ein Namhaftes verringert

worden, die diesjaͤhrige Remonte aber, die groͤßtentheils Deutsch⸗

land liefert, faͤllt bedeutend geringer, als die der vorhergehenden Jahre aus. Endlich senden auch die, die Oesterreichische Armee im Lombardisch⸗Venetianischen Koͤnigreiche bildenden Regimenter, die seither auf dem Feld⸗Etat standen, ihre ausgedienten Leute nach Hause, ohne daß bis jetzt von deren Ersetzung durch neue Mannschaften die Rede waͤre.“

Ueber die gegenwaͤrtigen Arbeiten Thorwaldsen's meldet ein in Deutschen Blaͤttern enthaltenes aͤlteres Schreiben aus Rom folgendes Naͤhere: „Thorwaldsen arbeitet an einem Ja⸗ son in Marmor, man sagt, auf Bestellung von der Heimath. Gleichfalls ist er mit einigen Stuͤcken des Alexanderzuges und mit einer fahrenden Victoria beschaͤftigt. Das Pferd fuͤr die Maximilians⸗Statue, welche in Muͤnchen auf dem Wittelsba⸗ cher Platze aufgestellt werden soll, ist in diesen Tagen in Gyps abgegossen, und macht alle seine fruͤheren Pferde zu Schanden. Man sieht ein starkes Vollblutroß in kurzem Galopp, von leich⸗ ter Bewegung, und so groß als das der Poniatowski⸗Statue. Nichts Weiches oder Fettes, sondern eine leichte und kraͤftige Natur. Es gehoͤrt zu dem Grazioͤsesten und Kraͤftigsten, was die Kunst in diesem Venre jemals hervorgebracht hat. Die Po⸗ niatowski⸗Statue, welche von den Einwohnern Warschau's bestellt wurde, als Thorwaldsen in den Jahren 1819 und 1820 den Norden bereiste, steht noch in seinem Atelier. Aber die schoͤnste Arbeit des Meisters ist ein Basrelief, welches gleichfalls in diesen Tagen abgegossen ward. Es ist von dersel⸗ ben Hoͤhe wie der Alexander⸗Zug, aber etwas flacher, und stellt einen Jaͤger zu Pferde vor, mit einer Lanze in der Hand, ei⸗ nem Hasen auf dem Ruͤcken und in eine Loͤwenhaut gekleidet. Das Roß ist in einem starken, aber angehaltenen Trabe. Das Parthenon hat nichts Schoͤneres aufzuweisen. In diesen Ta⸗ gen hat Blunck ein huͤbsches Portrait Thorwaldsen’'s vollendet: ganze Figur in halber Lebensgroͤße. Man sieht ihn in seiner Werkstatt stehen, in seinen taͤglichen Kleidern, Meißel und Ham⸗

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machen. Die

London, Hamburg, kurze

kuradoren⸗Kammer chen,

sellschaft,

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die drei Gra⸗

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mer in der Hand, eine seiner Arbeiten

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zien); hinter ihm steht der Jason, und im Hintergrunde sseht Das Ganze ist sehr inter⸗

man den Triumphzug Alexanders. essant. ““ G 1“ S p an i e 82¶

Die Times enthaͤlt nachstehendes Schreiben aus Madrid

25. Januar: „Die Ereignisse der letzten acht Tage sind fuͤr Spanien von der hoͤchsten Wichtigkeit gewesen; die Meuterei des ?ten leichten Infanterie⸗Regiments, die Ermordung des hoͤchsten Militair Beamten der Hauptstadt durch dasselbe, die Capitulation der Regierung mit diesem Regiment, die Furchc der Karlisten, von dem Poͤbel ermordet zu werden, die Debaiten in der Pro⸗- uͤber den Aufstand und dessen Ursa⸗ der Beschluz der Proceres, Aufklaͤrungen von den Ministern zu verlangen, die Umtriebe der geheimen Ge⸗ welche nicht nur in Madrid, sondern auch in mehreren bedeutenden Staͤdten des Landes von Erfolg ge⸗ wesen sind, dies Alles hat dazu beigetragen, dem Volke die Augen zu oͤffnen und ihm zu zeigen, wie nahe ihm eine Revolution bevorsteht. Die Elemente zu einer solchen sind vielfach vorhanden. Ueberall herrscht Armuth und Mißvergnuͤgen; man gesteht die Nothwendigkeit einer Reform zu, aber dennoch fuͤrchtet sich Je⸗ der, die Wunden nur zu beruͤhren, und viel mehr noch, sie zu untersuchen, um den Leidenden nicht zur Verzweiflung zu brin⸗ gen. Waͤhrend dreier Jahrhunderte, als die Kolonieen allen Ar⸗ ten von Gluͤcksjaͤgern die Mittel, sich zu bereichern, darboten, bestand Spanien nur aus Beamten und Moͤnchen. Jetzt haben die Gluͤcksjaͤger indeß nur geringe Aussichten, und da das ganze Land⸗Eigenthum unter etwa 320,000 Personen vertheilt ist, die mit ihren Familien sitsama. noch nicht 2 Millionen Seelen betragen, so sehnen sich von 12 Millionen (der ganzen Bervoͤl⸗ 8 kerung Spaniens) 10 Millionen nach solchen Veraͤnderun- gen, durch die sie in den Stand gesetzt werden, nach ihrem Gefallen ihr Leben in Muͤßiggang hinzubringen. Das Land kann daher nur durch die Faͤhigkeit der jetzigen Mini⸗ ster, die Kammern gehoͤrig zu leiten, vor einer Revolution be⸗ wahrt werden, wenn sie nicht immer durch die Agenten der ge⸗ heimen Gesellschaft und durch den Krieg in Navarra und in den Baskischen Provinzen in ihren Handlungen gehemmt wuͤrden-. Dieser Krieg kann den Karlisten nichts Gutes bringen; denn wenn Don Carlos und Zumalacarreguy in Alt⸗Kastilien eindrin⸗ gen, so ist sehr zu befuͤrchten, daß alle Personen, die im Ver⸗ dacht stehen, zu dieser Partei zu gehoͤren, nicht nur in Madrid,

sondern in allen groͤßeren und kleineren Staͤdten werden versolgtut,

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ihre Wohnungen gevpluͤndert und sie selbst ermordet werden. Der geringe Erfolg auf dem Kriegs⸗Schauplatze wird von allen Freunden der Ordnung sehr beklagt. Doch ist der end⸗ liche Erfolg noch sehr fern, denn abgesehen von Mi⸗ na's mißlichem Gesundheits⸗Zustande, sind seine Truppen nicht gewohnt, zu fechten, und seine Offiziere unwissend, so daß seine Verluste in den verschiedenen Gefechten groͤßer sind, als man hier zugestehen will. Daher das bestaͤndige Bitten um Verstaͤrkung. Die Regierung thut alles Moͤgliche in dieser Be⸗ ziehung, und sendet auch große Summen dorthin, aber dennoch waͤhrt der Krieg fort, denn Wenige sind im Stande, einem solchen Guerilla⸗Krieg ein Ende zu machen, von dessen Fuͤhrung Mina selbst waͤhrend des Unabhaͤngigkeits⸗Krieges ein so glaͤn⸗ zendes Beispiel gab. Außer den Schwierigkeiten, welche fuͤr das jetzige Ministerium aus der Verlaͤngerung des Kampfes im Norden erwachsen, waͤre es vor Kurzem durch die Pafast⸗In⸗ triguen fast gestuͤrzt worden. Die Ernennung Llauder’s zum Kriegs⸗Minister war das Resultat einer Intrigue von Perso⸗ nen, die waͤhrend der letzten Jahre von Ferdinand's Regierung auf verschiedene Weise große Reichthuͤmer erlangt hatten und nun glaubten, Llauder wuͤrde, da er auch ein Catalonier sey, nicht nur das jetzige Ministerium stuͤrzen, sondern auch eine An⸗ zahl seiner Kreaturen an die Spitze der Regierung stellen koͤn⸗ nen. Durch den Einfluß auf mehrere Personen in der Umge⸗ bung der Koͤnigin hatten die Intriganten ihm große Vortheile verschafft; im Geheimen Rathe wagte er es, seine Kollegen an⸗ zufahren und sie sogar der Unfaͤhigkeit zu beschuldigen. Das Volk wurde durch Leute bearbeitet, welche die Welt zu uͤberre⸗ den suchten, daß Mina von dem Kommando der Armee entfernt und Llauder, nicht nur als kommandirender General, sondern als Kriegs⸗Minister, nach dem Kriegs⸗Schauplatze gesendet werden muͤsse. In Paris wurden sogar die Namen der von Llauder neu ernannten Minister 1,gana⸗ gemacht. Die Leiter der im letzten April gebildeten „Gesellschaft zur Bewahrung der Unschuld Isabella's II.“ begannen indeß, die Entwuͤrfe Llauders zu fuͤrch⸗ ten, deren einer nichts Geringeres bezweckte, als so schnell wie moͤglich beide Kammern aufzuloͤsen, und den General Llauder selbst an der Spitze der Armee zum Diktator zu proklamiren. Es wurde daher der Plan entworfen, am 18. Jan. durch einen gleichzeitigen Aufstand der Garnison und der Stadt⸗Miliz von Madrid das ganze Ministerium zu stuͤrzen. Llauder und seine Anhaͤnger erhielten Kunde von dieser Verschwoͤrung und beschlossen, sie zu ihren eigenen Zwecken zu benutzen Das 2te leichte Infanterie⸗Regiment empoͤrte sich und bemaͤchtigte sich des festesten Gebaͤudes in der Stadt, des Post⸗ hauses; der Tod des General⸗Capitains setzte die Verschwerenen in Schrecken. Llauder kam mit Artillerie, um Bresche zu schießen aber nicht bekannt mit der Art und Weise, ein solches Gebaͤude anzugreifen, mißlang es ihm, und er ließ sich endlich mit den Empoͤrern in Unterhandlungen ein und gestattete ihnen zuletzt, unter Trommelschlag abzuziehen. In der Sitzung der Prokura⸗ doren⸗Kammer am 19ten war er anfangs voll Vertrauen, allein seine Unfaͤhigkeit als Redner zeigte sich bald so offenbar, und seine Aufschluͤsse waren alle so ungenuͤgend, daß selbst seine Anhaͤnger eingestanden, er sey untauglich zum Minister, und er selbst erklaͤrte sich spaͤter bereit, zu resigniren. Seine Entlassung ist gestern angenommen, und er, der noch vor einer Woche sich fuͤr einen Caͤsar hielt, hat, um seine Entlassung etwas zu versuͤßen, den goldenen Schluͤssel als Kammerherr der Koͤnigin und zugleich den Befehl, in Madrid zu bleiben, erhalten, um der Proceres⸗Kammer in der morgenden Sitzung noch fernere Aufschluͤsse zu gebhen. Da Fortbestehen, ja zum groͤßten Theile die Sicherheit des Ministe⸗ riums ist allein den Talenten der Minister Martinez de la Rosa und Toreno zuzuschreiben, denn waͤhrend der viertägigen Debatte entwickelten sie, nicht nur als Minister, sondern auch als Redner eine Kraft, die viel aufgeklärteren gesetzgebenden Versammlungen Ehre machen wuͤrde. Der Minister des Innern Altamira de Moscoso, erschien nicht in der Kammer, obgleich e eben sowohl als der Kriegs⸗Minister bei den Debatten haͤtte zugegen seyn muͤssen. In der naͤchsten Woche beginnt die Diskussion des Budgets des Ministers des Innern, und er wird, da er keinesweges in der Prokuradoren⸗Kammer populair ist, wahr⸗ scheinlich so mitgenommen werden, daß er auch seine Entlassung wird nehmen muͤssen, wodurch die beiden Fuͤhrer in den Stand gesetzt wuͤrden, eine uͤbereinstimmende Verwaltung zu bilden.