1835 / 53 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

hin bringen wuͤrde, dem Volk Genuüͤge zu leisten. Folgendes ist ein Auezug aus diesem in dem gewoͤhnlichen Cobbetschen Stil abgefaßten Schreiben: Kings Norton, 1. Februar. „Mein Herr! Ich habe viel uͤber die Freundschaft gelacht, welche Sic vor einigee Zeit fuͤr das gemeine Blatt hegten, das ich, vor mehr als zwanzig Jahren, die „blutduͤrstige alte Times” ge⸗ nannt habe. Es ist unmoͤglich, daß Sie, bei Betrachtung des Be⸗ nehmens dieses Blattes von dem Umsturz des Ministeriums bis zur Beendigung der Wahl in Berkshire, nicht einsehen sollten, daß die Annaherung dieser Wahl mit dem, was Sie mit so großem Ge⸗ praͤnge in der Blutduͤrstigen lesen, im Zusammenhange gestanden habe. Dieses Blatt hatte in den vier und dreißig Jahren, wo ich es kenne, stets den Grundsatz, Geld zu schneiden; dazu bedarf es aber der Leser. Es hat wahrend der Zeit, von der ich ge⸗ sprochen habe, offenbar an Lesern verloren; aber es erhielt füͤr seinen Herausgeber einen Parlaments⸗Sitz, und das war schon viel werth. Nun werden Sie sehen, wie Blatt das Schiff allmaͤlig umwenden wird, wodurch man ohne das Getbse, welches das plötzliche Wenden verursacht, ganz herum zur See war, weiß nicht, daß eine Aenderung im Cours stattfindet, vbgleich, nach Beendigung dieser Operation, der Cours von einem Khmpaß⸗Striche in den gerade enrgegengesetzten veraͤndert worden s. Maͤnner von Talent haben nicht immer ein so scharfes Ge⸗ sicht, um die Achseltraͤgeret Anderer wahrzunehmen. Aber lassen Sie mich jetzt Ihre Aufmerksamkeit auf gewisse Stellen dieses blut⸗ durstigen aiten Wesens vom 29. und 30. Januar lenken. Sie wis⸗ sen, daß es eine unerschuͤtterliche Anhaͤnglichkeit an die Kirche be⸗ ktennt und alle diejenigen, welche es beschuldigt, die Kirche zerstoͤren zu wellen, „Destruktive“, „Republikaner“ und „Rebellen“ nennt. Wenn die Blutgierige wenden will, so beginnt sie mit Briefen von Koerespondenten, die das Eis brechen muͤssen. Dann faͤngt sie an, die ihe dergestalt eingesandten Briefe zu kommentiren und tastet mit itren Fuͤhlhoͤrnern so lange herum, bis sie wieder in den alten

Ton ihres demagogischen Geschreis verfählt. An den beiden vorhin er⸗

wähnten Stellen heißt es: „Ein „Korrespondent” schlaͤgt vor, aus den

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Pfeunden, welche in den verschiedenen Kirchspielen im Besitz von Lajen

dies

Y

Bei ersterem bleiben alle Segel, und Einer, der noch nie

snd, das Einkommen der Pfarren zu vermehren!“ Bei diesem Vor⸗ chlage handelt es sich darum, den Laien ihr Eigenthum zu nehmen

und es den (Zeistlichen zu uͤbergeben.

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Man sollte glauben, daß eine

wäthende Amazone, die bereit ist, mit ihren Naͤgeln Ihnen die Au⸗

gen guszukrazen, wenn Sie auf eine Verletzung der Nationaltreune (indeuten wollen; der be en, r Sie irgend etwas von dem, was er eine Verletzung der Heilig keit des Eigenthums nennt, beruͤhren wollten, man sollte glauben, daß ein solcher Cerberus uͤber diesen Korrespondenten“ wuͤrde hergefal⸗ len seyn und ihn in Stuͤcke zerrissen haben.

schah nichts. Sie bemerkt im Gegentheil uͤber schlag, daß, obgleich wir, da dies Eigenthum kauft und verkauft worden ist,

so oft

ein solcher Teufel, der bereit ist, zu beißen, wenn

Allein davon ge⸗ diesen Voͤr⸗ ge⸗ nicht zuruͤckgehen und unsere

Krallen „in toto“ darauf legen koͤnnen, wir doch die Bedingungen,

ünter denen es fruͤher heebb Distrikten mit den Handels⸗Verhaͤltnissen zwischen England und na iner lags, der Tuͤrkei in Verbindung und haͤlt dieselbe fuͤr sehr wichtig,

koͤnnten. Ist das nicht gut? S 1 weiter ginge? Dies ist eine voͤllige Rechtfertigung eines Vorschlags⸗

iuf Discretion der Regierung das Eigenthum der Laien, welche 9os g. 1 1. vnt. Höer t0 e deute, in freundschaftlichen Verkehr mit England zu treten, fuͤr

Pfruͤnden im Besitz haben, zu konsisziren. An derselben Stelle be⸗ klagt sich ein „Korrespondent“, daß es zu viel sey hie Times fuͤr die Bischoͤfe vorgeschlagen habe; er veschwert sich, daß die Times ihnen 5000 Pfund jährlich bewilligen wolle, und dieser „Korrespondent“ glaubt, daß 2500 Pfund jaͤhrlich voͤllig hikreichend sey. Ein anderer „Korrespondent“

was

zeigt an, daß ein Praͤvendar von Westminster gestorben sey, und

schlaͤgt vor, mit dem Einkommen desselben (1200 Pfund jaͤhrlich)

die Ei e von sechs armen Pfarrern zu vermehren, und fugt G“ - die ingahm sech res Natlonal⸗Kredits ausfallen wird.

hinzu, daß dies uns eine Probe von Sir Robert Peei's Aufrichtig⸗ keit geben werbe! Nun demerken Sie diese Treulosigkeit!

„F ;24 ; vn Eyxr ¹ ber der Tinmnes Betreff der hoͤchst wahrscheinlich, daß der Herausgeber der Times in Betreff der meisten Dinge so dumm ist, wie ein Pferd, abec er sollte doch wis⸗

sen, daß Sir Robert Peel eben so wenig ein Recht hat, üͤder die 1200 Pfund jaͤhrlich zu verfuͤgen, als er Ihnen das Geld aus dem

Kasten nehmen und eine Kugel durch den Kopf jagen darf; er sollte gleichem Verhaͤltniß muͤßte das Vereinigte Koͤnigreich von Groß⸗ britanien und Irland nicht mehr als 120,000 Waͤhler zaͤhlen, wesches nicht einmal die doppelte Zahl derjenigen waͤre, die jetzt Parlaments⸗Akte verzuͤgt werden darf. In dem genannten Blatt alletn in London und den dazu gehoͤrigen Distrikten das Wahl⸗ worin es laͤcherlich gefuüunden wird, daß

wissen, daß ein anderer Praͤbendar die Stelle erhalten muß, wenn man nicht gegen die Kirchen Gesetze handeln will, und er sollte wis⸗

sen, daß uͤber die Einkuͤnfte eines Praͤbendars nicht ohne eine

findet sich ein Artikel,

mer in Bezug auf das Wahl⸗System stattfanden:

Lord Stanley aus dem Ministerium getreten sey, weil er es fuͤr ver⸗ fassungswidrig hielt, das Eigenthum der Kirche zu veraͤußern, da eine solche Veraͤußerung doch taͤglich auf dem Kontinente, da sie in

Frankreich, Deutschland, Belgien, Spanien stattfinde, und Portugal . 8 b 548 1 National⸗Schuld durch Konftszirung der Kirchen⸗Guter be⸗ lech auf voruͤbergehende Gruͤnde, zum Beispiel,

seine Nat

zahle! Und dies, mein Herr, ist Ihr Verbuͤndeter, Ihr Gefaͤhrte

in der Vertheidigung der Institurionen des Landes? Sie werden mir ö 8. c der letzte Artikel bloß aus dem ledonian Mercury“ entlehnt ist, und daß die anderen Artikel uͤber die Praͤbendare,

denten berruͤhren, Das ist Alles wahr; aber die ernste Frage, welche Sie sich selbst zu thun haben, ist: „„Wuͤrde ich diese Korre⸗ spondenzen und diesen Caledonischen Artitel in den „Standard“ aufgenommen haben?““ Die Antwort, welche Sie darauf zu ge⸗ ben haben, wird Ihnen sogleich die Achseltraͤgerei und Treulosigkeit

jenes Blattes zeigen.

„Ca⸗ uͤber die Bischoͤfe u. s. w. von „Korresvon⸗

daß es erst auf der Leiter der

tode verurtheilt“ umh

cester und Clonmel 10 Stimmen, in Tewkesbury 9, in Hereford

8, in Yeughal und Hertsord 7, in Belfast und Honiton 6, in Kensalt, Ludlow und Cambridge 5, in Tralee, Newport, Mon⸗

mouth und Cankerbury 4, in Tewkesbury, Horsham und Droit⸗

wich 3, und in Longford, Coleraine, Rochester und Halifax gar nur eine Stimme den Ausschlag. 1

Herr D. C. Brady, das neue Parlaments⸗Mitglied fuͤr Newry, ist der erste Katholik, der seit der Annahme der Eman⸗ cipations⸗Bill in der Provinz Ulster gewaͤhlt worden.

Als Sir R. Nagle, emer der heftigsten Repealer, nach seiner Wiedererwaͤhlung fuͤr Westmeath seine Konstituenten ha⸗ ranguirte, sagte er unter Anderem, sein Mißtrauen gegen das Tory⸗Ministerium sey so groß, daß er, selbit wenn es eine Bill zur Aufhebung der Union einbringen sollte, schwerlich mit dem⸗ selben stimmen wuͤrde.

Zu Coventry haben die Weber alle Arbeit eingestellt; sie versammelten sich am Montag Morgens und beschlossen fast ein⸗ stimmig, nicht eher wieder zu arbeiten, bis die Meister von ih⸗ rem Vorsatz, das Arbeitslohn herunter zu setzen, abgegangen waͤren, da dieselben noch niemals bessere Aussichten auf gute Geschaͤfte gehabt haͤtten, als gerade jetzt, und ihre Absicht olso um so unbilliger sey. Am Mirtwoch und Donnerstag hielten die aufsaͤssigen Arbeiter Umzuͤge in der Stadt und trugen Fah— nen mit der Inschrift: „Zur Arbeit willig, aber zum Hunger⸗

her, doch kamen keine Ruhestoͤrungen da⸗ bei vor. 1 Der Dubliner Pilot berichtet: „Vor etwa einem Jahre

begann ein hiesiges konservatives Blatt einen passiven Wider⸗ lequc 1 haben neulich unrichtig gemeldet, daß die Einkuͤnfte dieseg,

kand gegen die Anzeige⸗Gebuͤhren und beharrte dabei bis auf diesen Augenblick mit dem besten Erfolg. Das Blatt hoͤrte naͤm⸗ lich im Marz oder April vorigen Jahres auf, seine Abgaben zu zahlen; es hat seitdem nicht einen Heller bezahlt und erscheint doch immerfort so regelmaͤßig, wie die andern Zeitungen, obgleich das Stempel⸗ noͤthigen, entweder die Gebuͤhren zu entrichten, oder den Druck einzustellen.“

Bei Liverpoel war die See in den letzten vierzehn Tagen aͤußerst stuͤrmisch; der Wind kam meistentheils aus Nordwest. Die Brigg „Endeavour“ aus Drogheda fand dabei ihren Un⸗ tergang, und die gange Mannschaft derselben, aus 10 Personen bestehend, ertrank. Die Stelle, wo dies Fahrzeug zu Grunde ging, war kaum eine Viertelmeile von der Kuͤste entfernt, so daß alle am Ufer befindliche Personen das traurige Schauspiel sehen mußten, ohne daß sie im Stande waren, die Ungluͤcklichen zu retten.

Der Morning Herald bringt die Reise des Tuͤrkischen Botschafters, Namik Pascha, nach den Englischen Manufaktur⸗

indem Alles, was auf dee Absicht der Tuͤrkischen Nation hin⸗

leßzteres Land von großem Interesse seyn muͤsse. „Die Tuͤrkei“, sagt dieses Blatt, „bietet innere Huͤlfsquellen dar, die besonders fuͤr die Englischen Fabriken von außerordentlichem Nutzen seyn koͤnnen, und auf welche die Politik unserer Regierung daher auf⸗ nerksam seyn muß. Wir hoffen zuversichtlich, daß das Resultat jener Reise den Herzog von Wellington in seiner kuͤnftigen Po⸗ litik gegen die Tuͤrken bestimmen und daß es im Interesse unse⸗ zog die Fehler seines Vorgängers in Vergessenheit bringen.“ .

Der Srandard enthaͤlt folgende Vetrachtungen uͤber die Debatten, welche kuͤrzlich in der Franzoͤsischen Deputirten⸗Kam⸗ „Die Zahl

der Waͤhler bejaͤuft sich in Frankreich nur auf 180,000. Nach

recht genießen. Unter solchen Umstaͤnden kann der Wunsch nach einer Reform, besonders nachdem in England eine aͤhnliche Maß⸗ regel gegluckt ist, in Frankreich nicht auffallen. Die ministertel⸗ len Gegner der eingereichten Petitionen stuͤtzten sich hauptsaͤch⸗ daß erst eine zu sey, daß

kurze Zett seit der Juli⸗Revolution verslosser

die Macht der Opposition gegen die jetzige Regierung dadurch

zunehmen wuͤrde, und dergleichen mehr. Ein schlagenderes Ar⸗

gument aber brachte Herr Duvergier de Hauranne vor, der sich,

um seine Position zu behaupten, einzugestehen genoͤthigt sah, daß es Frankreich noch an materiellen Verbesserungen fehle, und Civilisation noch hoͤher steigen

muͤsse, ehe ihm derselbe Grad von polttischer Freiheit, wie den Englaͤn⸗

Sie haben den Kampf auszufechten, und es

ist bloßes Mitleid mit Ihnen, wenn ich Ihnen sage, daß Sie dieses

abscheuliche und schurkische alte vevs unter Ihre he gen Femnde rechnen moͤgen, dessen Feindschaft immer giftiger und unversoͤhnli⸗ cher wird, je mehr die Gefahr Ihrer Sache waͤchst. Wie Sie mit mir zu verfahren haben, wissen Sie; so arg wie nur moͤglich; aber mit jenem Teufel sind Sie gar niemals sicher, es sey denn, daß Sie ihn unter Ihre gefaͤhrlichsten Feinde rechnen und demgemaͤß ver⸗

fahren.“

Der Globe sagt: „Die Reformer des Bezirks der Tower

Hamlets haben einen Plan angenommen, den wir von allen Distrikten der Hauptstadt befolat zu sehen wuͤnschten. Sie ha⸗ hen naͤmlich unter sich einen „Wachsamkeits⸗Verein“ gebildet, um noͤthigenfalls ihre Streitkraͤfte konzentrirt zu haben und sters zur Sicherung der Wahl von Reform, Kandidaten bereit zu seyn. Sie kommen alle Woche einmal zusammen, und ihre Bemuͤhun⸗ gen werden sich, außer obigem Zweck, auch auf die Befoͤrderung dreijaͤhriger Parlamente, geheimer Abstimmung und gehoͤriger Registrirung der Burgflecken⸗ und Grafschafts⸗Waͤhler erstrecken.“ 8 Dasselbe Blatt bezweifelt es sehr, daß Herr Lushington mit seiner angedrohten Petition gegen die Wahl des Reformers Herrn Villiers fuͤr Canterbury vorschreiten wuͤrde, obgleich die

in Ruhe zu wirken.

dern, gestattet werden koͤnne. Dieses demuͤthigende Gestaͤndniß mochte wohl einem Franzosen sehr schwer ankommen, aber wir halten es fuͤr vollkommen wahr. Kein Land hat so viel Laͤrm um die Freiheit gemacht, als Frankreich, und keines hat sie in der Wirklichkeit weniger genossen. Es lassen sich dafuͤr zwar viele Gruͤnde anfuͤhren, aber keiner ist so wesentlich, wie das Centrali⸗ sations⸗ und Codifications⸗System, welches von einigen Pseudo⸗Phi⸗ losophen uns zur Nachahmung vorgehalten wird. Paris wurde Alles, und die Provinzen Frankreichs verschwanden in Nichts. In ganz Frankreich giebt es nichts dem Aehnliches oder Entsprechen⸗ des, wie in unserem Lande die treffliche Klasse der Land⸗Edel⸗ leute. Die Buͤreaukratie hat bei unseren Nachbarn das ihrige gethan, und hoffentlich wird dies Beispiel fuͤr uns nicht verloren

seyn. Wir hoffen, daß, alles Spotts ungeachtet, der unbesoldete

Friedensrichter und der anstaͤndig versorgte Geigliche in unseren Kirchspielen bleiben werden, um daselbst, unabhaͤngig von der Stimme der Marktschreier und des Poͤbels der Hauptstadt, die in Frankreich fast immer die regierenden Gewalten waren, Wir hoffen auch, daß man den Beweis, welchen diese Debatte von der Abnahme des inneren Wohlstan⸗ des der Franzosen in Folge der verminderten Zahl der Abgaben⸗ zahlenden geleefert hat, nicht vergessen wird, wenn eine After⸗ Philosophie bei uns sich einkommen ließe, die Abschaffung der

Am: wohl die Mittel haͤtte, die Eigenthuͤmer zu

Hoffentlich wird der Her⸗

Nachrichten aus Batavia vom 10. Okzober zusolge, dort ein heftiges Erdbeben statrgefunden, welches im Innern h Insel Java großen Schaden anrichtete. Der Gouverneur u- seine Familie waͤren fast unter den Ruinen des Palaftes ue vizag begraben worden, von dem ein Theil einstuͤrzte. Etwa Englische Meilen von Batavia sank ein Huͤgel ganz ein, und dabei liegendes Dorf wurde verschuͤttet.

Ueber Jamaika sind Briefe aus Bogota vom 5. Dem ber hier eingetroffen. Die Kommissarien von Neu⸗Grang und Venezuela waren in Betreff der Vertheilung der Colum schen Staatsschuld dahin uͤbereingekommen, daß auf Neu, F. nada 50 pCt., auf Venezuela 28 ½ pCt. und auf Acquator 21½ kommen sollten, wobei man, wie es hieß, das Verhaͤltniß respektiven Volkszahl zu Grunde gelegt hatte. Es fehlte m noch die Ratification der drei Staaten. Aus Cartagena v’

gemeldet, daß der wegen Beraubung der Post verhaftete Ga⸗ ral Luque nach St. Domingo transportirt worden sey. In

Times liest man: „Da in Betreff einer Uebereinkunft mit Glaͤubigern Columbiens guͤnstige Hoffnungen rege geworden su so duͤrfte es zweckmaͤßig seyn, den Belauf der Verpflichtung welche jener Theil von Suüd⸗Amerika gegen England zu ü len hat, anzugeben. Das Haupt⸗Kapital der Schuld ben⸗ 6,650,000 Pfund, der Zinsen⸗Ruͤckstand bis zum letzten; nuar 3,331,000 Pfund, macht zusammen 9,981,000 Pfn Nach dem Vergleich, der angeblich in Bezug auf Vertheilung der Schuld stattgefunden hat, wuͤrden 4,90hg Pf. von dieser Summe auf Neu⸗Granada, 2,844,585 Pf r Venezuela und 2,145,915 Pf. auf den Aequator kommen P

der zugenommen haͤtten; ihre Ausgaben haben sich jedoch ste Aufloͤsung ihrer Heere vermindert, und so kommt die Satzt auf dasselbe hinaus. Die großen Hindernisse, welche einerh mehrung der Einkuͤnfte in jenen Laͤndern entgegenstehen, sa in dem hohen Zoll-Tarif liegen, der bloß den Schleichhandet guͤnstigt, und in der Aufrechterhaltung des unpolitischen Tales Moneopols.“

Aus Chili sind hier folgende Nachrichten vom Ende bers eingegangen: „Die Vorschriften in Bezug auf die Hg. Zoͤlle, welche bei der Einfuhr von Waaren zu entrichten scheinen ernstliche Zerwuͤrfnisse zwischen den Orts⸗Behoͤrden dem Franzoͤsischen Konsular⸗Agenten veranlaßt zu haben; di genseitige Bitterkeit zeigte sich bei mehreren oͤffentlichen 6 genheiten sehr deutlich; so salutirte zum Beispiel am Jahres der Juli⸗Revolution das Fort von Valparaiso nicht Franzoͤsische Flagge; die Franzoͤsische Kriegs⸗Brigg, welc diesem Hafen vor Anker liegt, unterließ es daher auch, am September, dem Jahrestage der Unabhaͤngigkeit Chilr's, Chilische Flagge zu salutiren. Die wechselseitige Unzufrieden beider Theile mit einander und ihre zunehmende Erbittm wurden dem Franzoͤsischen Konsul gemelder, der sogleich Sache bei der Regierung von Chili zur Sprache brachte. Seiden⸗Waaren sfielen auf den Maͤrkten von Valparaiso

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Aus dem Haag, 16. Febr. Am gestrigen Sonntage n Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Oranien zum erstenmale! der dem Gottesdienst in der Klosterkirche beiwohnen; das ein tretene schlechte Wetter verhinderte ihn jedoch daran. 8 Der Sardinische Geschaͤftstraͤger, Graf von Rosst, der kanntlich von seinem Hofe eine andere Bestimmung (nach dri furt a. M.) erhalten hat, bleibt, dem Vernehmen nach, in s eines ihm von der Sardinischen Regierung ertheilten Urla auch noch den Winter uͤber hier und wird erst im Monat d. J. die hiesige Residenz verlassen. b

Belgien.

Bruͤssel, 16. Febr. In der Sitzung der Repris tanten⸗Kammer vom 13. Februar legte Herr Hye⸗9 eine Bittschrift einer großen Anzahl Rheder aus Antwerpen Bruͤssel vor, worin dieselben sagen, daß der allmaͤlige Ve der Belgischen Handels⸗Marine ihnen die lebhaftesten Bl nisse einfloͤße und daß dieselbe mit einem gaͤnzlichen Unterg bedroht sey, wenn nicht schnelle Huͤlfe geleistet werde. Sit sichern, daß vor dem Jahre 1830 der Hafen von Antwe 120 eigene Schiffe hatte, wovon jetzt nur noch etwa 391 sind, und daß von den 78 Schiffen, welche im J. 1833 daselbst h fen, nur 8die Belgische Flaage trugen. Sie messen diesen Verfc Zoll⸗Tarif bei, der, im Vergleich mit dem Englischen, Ab nischen, Russischen u. s. w., der National⸗Schifffahrt zu Vortheile gewaͤhre. Sie fordern daher, als ein Mittel die angegebenen Uebel, daß, nach dem Beispiele England Frankreichs, 1) Holz aller Art, trockene Fische, Fruͤchte, e Pech und Wein fuͤr den Verbrauch nur durch Belgische d eingefuͤhrt werden duͤrfen, waͤhrend alle diese Artikel fit Transito⸗Handel oder fuͤr die Wieder⸗Ausfuhr frei zugn werden sollen; 2) daß alle andere auslaͤndische, von fremden? fen eingefuͤhrte Erzeugnisse einer hinreichend hohen Verbtan Steuer unterworsen wuͤrden, damit der Belgische Rheder w stens dieselbe Hoffnung auf Gewinn häͤtte, wie die anderer Nan⸗ wenn er in fremden Laͤndern die Erzeugnisse Belgischer dustrie gegen andere umtauscht, die wir zu unserem eigg Verbrauche beduͤrsen. Es wurde beschlossen, die Bittschris Gewerbe⸗Kommission und den Ministern des Innern umn Finanzen vorzulegen. Bei Gelegenheit einer Bittschrift Entschaͤdigung wegen der im Kriege mit Holland erlittenen! luste aͤußerte sich Herr Gendebien folgendermaßen: „0 wirklich Zeit, fuͤr die ungluͤcklichen Bewohner Flanderns! zu thun. Seit vier Jahren sind sie unter einem wahren dikt. Sie befinden sich in einer so ungluͤcklichen Lage, daß! wohl kaum eine aͤhnliche wuͤrde auffinden koͤnnen. Seut Waffenstillstand im November 1830 und dem Vertrage de Artikel sind sie zwischen zwei Scheidelinien eingeschlossen; sie wahrhaft isolirt. Sie koͤnnen ihre Erzeugnisse nicht nach Hel

belleute und Gutsbesitzer sich

Buchhandlung aus.

gene, Februar in Koͤniglichen Hause geweihten Trinkspruch folgten die der

8 8 in dieser Versammlung lang und breit uͤber eine von Ant⸗ rpen nach Ostende anzulegende Eisenbahn diskutirt, die ganz nuͤtz ist, da Flandern Kanaͤle besitzt, auf denen keine Zoͤlle er⸗ ben werden. Es ist Zeit, daß die Regierung die Augen oͤffnet, d endlich diesem guten Flandrischen Volke diejenige Gerechtig⸗ t widerfahren laͤßt, auf die es Anspruͤche hat.“”“)

Deutschland.

Luͤbeck, 16. Febr. Unsere Mecklenburger Nachbarn bestre⸗

sich, zwei Chausseen zu Stande zu bringen, welche beide beck zu ihrem Endpunkte haben sollen und folglich beide von ößter Wichtigkeit fuͤr unseren Handel seyn werden. Die eine, er Schoͤnberg, Rehna, Gadebusch und Schwerin intendirt, waͤhrt uns eine direkte Verbindung mit der Berliner Straße er Ludwigslust; die andere, von Luͤbeck auf Dassow, Grevis⸗ hlen und Wismar bestimmt, setzt uns mit einem der pro⸗ ktivsten Theile Mecklenburgs in rasche Verbindung und bil⸗ t den Anfang der großen Straße nach den Preußischen d Russischen Haͤfen. Durch den auf dem letzten Landtage zu halchin gefaßten und landesherrlich genehmigten Entschluß ist eLandeshuͤlfe zu den Mecklenburger Chausseen auf 15,000 ihlr. pro Meile erhoͤht, und durch ein spaͤteres Reskript sind vssichten vorhanden, daß die Regierung die Wegebauten gaͤnz⸗ huͤbernehmen wird, wenn von den Anwohnern der Chaussee⸗ zien und sonstigen Interessenten des Unternehmens das Stein⸗ aterial an die Linien geliefert, die Entschädigung fuͤr Ge⸗ ets⸗Abtretungen uͤbernommen und der vierte Theil der so⸗ un anschlagsmaͤßig noch erforderlichen baaren Kosten zusam⸗ ngebracht wird. Diese Aufgabe scheint keinen so großen chwierigkeiten zu unterliegen, wenigstens was die Dassow⸗ evismuͤhlener Straße anbelangt, wo fast alle angesehenen bereit erklaͤrt haben, die Stein— hren zu uͤbernehmen und das Unternehmen kraͤftig zu foͤrdern. ßer den obigen als Landeshuͤlfe bewilligten 15,000 Rthlr pr. eile, ist auch auf einen Beitrag von circa 2000 Rthlr. pr. eile von Seiten der Domainen Sr. K. H. des Großherzogs hoffen; es blieben also, bei einem Anschlage von circa 30,000 hlr. opr. Meile (nach M. Adam), noch circa 13,000 Rthlr. decken, welche man durch zinseragende Actien zu erreichen net, die jedenfalls, den bestehenden Gesetzen gemaͤß, in der rviorität vor den 15,000 Rthlr. seyn werden. Wie wir hoͤren, ist an hoͤheren Ortes geneigt, an der Schoͤnberger Chaussee ein mhaftes Interesse zu nehmen, und indem wir hoffen, daß die achten oder zu machenden Vorschlaͤge bei Allen, welche dar⸗ er zu bestimmen haben, Anklang finden, erwarten wir, daß ein eiches bei der zweiten Wegelinie uͤber Dassow der Fall seyn rde, indem gerade diese Gegend fuͤr den direkten Waarenver⸗ hr mit Luͤbeck die allerwichtigste der ganzen Umgebung ist, wes⸗ b wir nicht genug auf den Nutzen, ja wir moͤchten sagen, auf Nothwendigkeit einer solchen Verbindung fuͤr uns aufmerk⸗ machen koͤnnen.

Goͤttingen, 14. Febr. (Hann. Ztg.) Schon vor der 17. Sept. 1737 erfolgten Inauguration unserer Universitaͤt te die Thaͤtigkeit der Professoren, so wie sie einzeln hier an⸗ nen, begonnen. Bereits am 14. Okt. 1734 hielt der Professor Umann seine erste Vorlesung, und am 31. Okt. dess. J. er⸗ nete der Hofrath Gebauer die Inscription, zu welcher sich in auch schon in den ersten Tagen 146 Studirende meldeten. er den vielen Beduͤrfnissen, welchen noch abzuhelfen war, igte sich bereits im ersten Jahre das einer fuͤr den Bedarf der versitat ausreichenden Buchdruckerei und Buchhandel. Der stlosen Fuͤrsorge des unsterblichen Muͤnchhausen gelang es

hier Abhuͤlfe zu schaffen, indem er den zu Hamburg it einer vollstaͤndigeren und den besten Leitern versehenen uchdruckerei etablirten van den Hoek veranlaßte, sich

der Universität angehoͤrend hier niederzulassen, welches der Universitaͤt am 13. Febr. 1735 eröffnete. So groß auch Schwierigkeiten waren, mit welchen van den Hoek zu kaͤm⸗ n hatte, so gelang es doch seiner Thaͤtigkeit und Ausdauer, unter dem Schutze und der Beihuͤlfe der Regierung zu besie⸗ n. Bald uͤbernahm er den Verlag der zu druckenden Werke, verband damit eine Sortiments⸗Handlung, die allen dama⸗ en Beduͤrfnissen abhalf. Nach seinem im Jahre 1750 erfolg⸗ Tode setzte die Wittwe den Buchhandel unter der Leitung es Geschaͤftsfuͤhrers Rupreche fort, dessen unermuͤdetem Eifer Pflichttreue es gelang, die Buchhandlung so zu heben, daß bald zu den groͤßten und angesehensten gerechnet wurde. Die Jahre 1787 verstorbene Wittwe hatte einen großen eil ihres bedeutenden Vermoͤgens fuͤr milde Stiftungen, d namentlich der hiesigen Professoren⸗Wittwen⸗Kasse be⸗ mmt, die ganze Buchhandlung aber unter Bestimmung

jetzzt noch stattfindenden Firma, ihrem genannten Ge⸗ istsführer, in dankbarer Anerkennung seiner treuen Dienste, terlassen. Von ihm kam sie auf die jetzigen Inhaber, seinen ohn und dessen Schwager Dankwerts, welche die Geschaͤfte meinschaftlich fortfuͤhren. Es war den Gefuͤhlen der Pietaͤt d Dankbarkeit entsprechend, daß der gestrige Tag, der Tag der innerung an die Errichtung dieser akademischen Buchhandlung in ihnen nicht ungefeiert blieb. In der That war es ein merk⸗ Uthiges und erfreuendes Ereigniß, das dieses Institut, welches testt den literarischen Verkehr in Goͤttingen belebte, 100 Jahre g unter so manchen Stuͤrmen der Vergangenheit unerschuͤttert stand, und sich das wohlerworbene achtungsvolle Vertrauen er⸗ lt. Die herzliche Theilnahme an dieser Jubelfeier, die Verkuͤnde⸗ es herannahenden Jubilaͤums der Universitaͤt, sprach sich daher

luͤckwuͤnschen von Seiten des akademischen Senats, den tadt⸗Behoͤrden und der vielen Freunde der jetzigen Inhaber Am Abend hatte letztere eine große hl ihrer Goͤnner und Freunde zu einem festlichen Mahle ein⸗ aden. In dem Saale fanden sich die bekraͤnzten Bildnisse er Vorfahren und das von dem verewigten Muͤnchhausen voll⸗ Berufungs⸗Reskript vom

an van den Hoek ergangene 1735. Auf den ersten, dem allgeliebten Koͤnige und

man einen Landrichter zum Ober⸗Gerichtsrath befoͤrdert habe, ohne ihn der vorgeschriebenen Pruͤfung zu unterwerfen, daß ein Lieutenant Frucht⸗Magazins⸗Verwalter geworden sey, ohne von der vorgesetzten Finanz⸗Kammer zu dieser Stelle vorgeschla⸗ gen worden zu seyn. Gluͤckliches Land, in dem man keine an⸗ dern Klagen hat, als diese! Daß sie uͤberdies ungegruͤndet sind, weiß Jeder, der unsere Verfassung und Gesetzgebung kennt, denn weder jene Pruͤfung noch dieser Vorschlag sind durch Ge⸗ setz oder Verfassung vorgeschrieben. Es ist dies eine alte Ima⸗ gination, auf die man immer wieder zuruͤckkommt, weil man sich immer noch nicht darein finden kann, daß etwas in der Ver⸗ fassung nicht steht, was man im Jahre 1830 vielleicht hinein⸗ schreiben wollte, aber nicht wirklich hineingeschrieben hat. Wir koͤnnen hier nicht in eine Diskussion uͤber die betreffenden Pa⸗ ragraphen eingehen, wohl aber duͤrfen wir uns auf das Fak⸗ tum berufen, daß, so oft auch seit 1831 vöͤllig gleiche Befoͤrde⸗ rungen und Dienstversetzungen stattgefunden haben, doch nie eine Minister; Anklage darauf gegruͤndet worden ist, ein sicherer Be⸗ weis, daß man diesen Beschwerdepunkt fuͤr sehr schwach gehalten haben muß, da man sparsam war. Die einfachste Klugheit sollte indeß an Hand ge⸗ ben, wie wenig es jetzt an der Zeit ist, mit ungegruͤndeten Be⸗ schwerden hervorzutreten, denn die große Mehrzahl unserer Staͤnde will keine Opposition als System. In den ersten Jahren ver⸗ traute diese Mehrzahl denen, bei welchen sie die ihr abgehende Kenntniß uͤber Gesetzgebung und Landes⸗Verwaltung voraussez⸗ zen durfte; dieses Vertrauen kann aber natuͤrlich keinen Bestand finden, wenn die Rechtskundigen nicht bemer— ken, daß die Mehrzahl und die ihr entsprechende Gesin⸗ nung des Landes diese Opposition gegen die Regierung nicht will, die nur die Landtage vertaͤngert, die Landtags⸗Kosten zu enormen Summen vermehrt, und dennoch zu nichts fuͤhrt, da die Regierung ihre Interessen viel zu gut kennt, und zu gut weiß, welch ein mäaͤchtiger Hebel durch die freie Besetzung aller Stellen in ihren Haͤnden liegt (und liegen muß, wenn bei so vielen andern Beschraͤnkungen eine Regierung moͤglich seyn soll), um Anspruͤchen nachzugeben, die in den positiven Bestimmun⸗ gen der Verfassung nicht begründet sind, also dem weiten Ge⸗ biete der spekulativen Staatswissenschaften angehoͤren.“

Kassel, 16. Febr. (Kass. Ztg.) Der Vicomte Léon de Laborde ist von einer Reise nach Daͤnemark und dem noͤrdlichen Deutschland, welche zum Zweck hatte, unsere vorzuͤglichsten Ge⸗ lehrten und Schriftsteller kennen zu lernen, dieser Tage wieder in Kassel angekommen. Er hat auf dieser Reise auch mehrere Bibliotheken und Sammlungen besucht, und unter anderm zu Breslau zwei Manuscripte aus dem funfzehnten Jahr⸗ hundert (einen Froissart und einen Valerius Mayximus) zum Gegenstande seiner Forschungen gemacht; er hat zu⸗ gleich die zahlreichen und zum Theil kostbaren Denkmaͤler altdeutscher Skulptur und Schnitz⸗Arbeiten, welche sich im noͤrd⸗ lichen und oͤstlichen Theile unseres Vaterlandes finden, mit Vor⸗ liebe untersucht; dabei hat er sich in landwirthschaftlicher Hin⸗ sicht, besonders in Betreff der Pferdezucht, umgesehen; wir wis⸗ sen jedoch bestimmt, daß seine Zeichnungen und Noten nur auf seine Selbstbelehrung abgesehen sind, und er sich gegenwaͤrtig zum Behuf der Herausgabe nur mit seinen Arbeiten uͤber den Orient beschaͤftigt.

Frankfurt a. M., 12. Febr. Wir lesen in einer Nach⸗ schrift des heutigen Journal de Francfort folgende Nach⸗ richt aus Spanien, die diesem Blatte auf außerordentlichem Wege zugekommen seyn soll: „Zumalacarregup hat einen großen Vortheil uͤber el Pastor (Jauregup) davongetragen. Der Kampf hat bei Bergara stattgefunden und zwei Tage lang gewaͤhrt. El Pastor ist genoͤthigt worden, sich nach Villafranca zuruͤckzuziehen. Ein von seinen Truppen escortirtes Convoi ist in die Gewalsz der Karlisten gefallen.“

China.

In Bezug auf die vor kurzem erwaͤhnten Streitigkeiten der Englaͤnder in China aͤußert sich ein Schreiben aus London: „Die Nachrichten von der Streitigkeit des Lords 8 Lapier, des Englischen Commissairs in Canton, haben hier in den ersten Ta— gen nicht den Grad von Aufmerksamkeit erregt, den sie verdienen. Das Publikum hier ist im Allgemeinen eben so schlecht unter⸗ richtet als gleichguͤltig uͤber Alles, was den Orient betrifft, und man war seit langen Jahren gewoͤhnt, von Streitigkeiten zwi⸗ schen der Ostindischen zu hoͤren, ohne daß sie den Preis des Thees erhoͤht haͤtten, was das einzige Resultat ist, welches dem guten Volke die Augen oͤffnen wuͤrde. Allein die gegenwaͤrtigen Umstaͤnde sind sehr verschieden von denen der fruͤhern Jahre. Die Compagnie hatte immer Thee auf zwei Jahre vorraͤthig, so daß sie sich nie sehr gedraͤngt sah, ihren Handel, wenn er durch die Streitigkeiten mit den Chinesen un⸗ terbrochen war, wieder zu eroͤffnen; sie konnte mit aller Sicher⸗ heit den unfehlbaren Erfolg abwarten, den die Unterbrechung ihrer Einkaͤufe in Peking machen mußte, wo das daraus erfol⸗ gende Desicit in den Zoͤllen, das sich bis auf 800,000 Pf. St. jaͤhrlich belaufen konnte, nothwendig einen dem Gouverneur von Canton unguͤnstigen Eindruck hervorbringen mußte. Sie hatte daneben hundert Mittel, die Beilegung der Streitigkei⸗ ten zu beschleunigen, denn theils waren alle Hong⸗Kaufleute (die von der Chinesischen Regierung anerkannte Gesellschaft fuͤr den fremden Handel) von den Vorschuͤssen der Compagnie ab, haͤngig, und keiner derselben harte Kapital oder Kredit genug, um mit ihr auf lange Zeit brechen zu koͤnnen, daher die Com⸗ pagnie immer auf ihre ernstlichste Mitwirkung rechnen konnte, theils hatte die Compagnie nicht dasselbe point d'honneur auf⸗ recht zu halten, wie ein Koͤniglicher Lord⸗Commissair, und konnte sich einer Menge Mittel bedienen, welche der diplomatischen Wuͤrde der Krone nicht offen stehen. Dies haben alle Gegner der Abschaffung des Monopols der Compagnie vorausgesehen, und der Erfolg hat ihre Ansichten weit schneller gerechtfertigt, als sie selbst geglaubt hatten. Man muß noch sagen, daß das Ministerium, das einen Mann wie Napier dahin schickte, sei⸗

sonst mit Minister⸗Anklagen bekanntlich nicht

Compagnie und den Behoͤrden in Canton

sagen, unmoͤgliche Eroberung zu unternehmen?

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Chinesische Pamphlete, die sie in ihren Druckereien drucken und in

hae 8* 1 China handeln wie Japan, und seinen fremden Handel einer privilegirten und durch strenge Regeln beschraͤnkten Nation üͤber⸗ lassen? Die Amerikaner sind bereit, sich allen denkbaren Be⸗ dingungen zu unterwerfen, um das Monopol des Chinesischen Handels zu erhalten, wie die Hollaͤnder in Japan gethan ha⸗ ben, und will dann England etwa China erobern, sindet es die Regterung seiner hundert Millionen Indtscher Unterthanen so leicht, um eine noch groͤßere, schwerere, und man kann wohl b Eine solche Chimaͤre ist oft hier und in Canton gepredigt worden. Die Europaͤer in Canton, erbittert uͤber die veräͤchtliche Behand⸗ lung, die sie von den Chinesen erfahren, haben oft gedroht durch den Preovinzen vertheilen wollten, die Tartarische Dynastie zu stuͤrzen, und Lord Amherst schlug bei seiner Ruͤckeehr von seiner erfolgiosen Gesandschaft vor, mit 20,000 Mann nach Pering zu marschiren. Dos sind wilde Traͤume, und gewaltige Mit⸗ tel, um den Theehandel zu befoͤrdern. Das Wahrscheinlichere ist, daß Lord Napier zuruͤckgerufen wird, und Maßregein ge⸗ nommen werden, um die Srreitigkeiten friedlich zu schlichten; allein der reelle Grund des Streites, das Bestehen einer frem⸗ den Autoritaͤt in China, wird immer bleiben, und kann nicht anders als verderblich auf den Englischen Handel wirken. Die Grundsaͤtze des Chinesischen Staatsrechts daruͤber sind, ganz ein⸗ fach, die der absoluten Suverainetaͤt sedes Staats innerhalb seiner Graͤnzen. Die Chinesische Regierung sucht daher auf keine Art die Chinesischen Auswanderer oder Kaufleute und Schiffer

in fremden Laͤndern zu beschuͤtzen, und uͤberlaͤßt sie durchaus der Gesetzgebung des Landes, in das sie ich begeben; allein auf der

andern Seite erlaubt sie auch keine Art von Jurisdiction einer fremden Nation im Chinesischen Gebiete. Der Englische Com⸗ missair hat zugleich eine gerichtliche Gewalt, er kann nach dem Seerecht ein Martialgericht versammeln, und Englaͤnder, die in China ein Verbrechen begehen, richten. So lange das Verbre⸗ chen von einem Englaͤnder gegen einen andern begangen wire, werden sich die Chinesen nicht barein mischen, obgleich sie das Recht dazu ansprechen; allein wenn es von einem Eng⸗ laͤnder gegen einen Chinesen begangen wird, so entsteht ein Kampf, der unaufloͤsliche Schwierigkeiten mit sich fuͤhrt, da die Englaͤnder nicht zugeben wollen, daß ihre Unterthanen nach Chi⸗ nesischem Rechte und von Chinestschen Richtern gsrichtet werden. Die Compagnie hatte auch hierin einen großen Vortheil uͤb einen Koͤniglichen Commissair; sie widersetzte sich, schiffte der Verbrecher ein, ließ sich harte Worte gefallen, unterdrach den Handel, und zog die Sache in die Laͤnge, bis sie abstarb, waͤh rend der Commissair nach deklarirten Prinzipien, mit offizieller Weigerung und Bestreitung des Rechts der Chinesen, verfah⸗ ren wird. So viel ist gewiß, daß die neue Organisation des Handels von Canton die Eifersucht und Wachsainkeit der Chi⸗ nesen vermehren, und dem Handel in demselben Maße scha den muß, und daß ein leidenschaftlicher Vice⸗Koͤnig von Canton, oder Englischer Commissair, die Sache leicht bis zum außer⸗ sten Bruch, und zu großem Unheil fuͤr beide Nationen treiben koͤnnen.“ 1b

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika,

Washington, 16. Jan. Bei Gelegenheit der Verhand⸗ lungen des Repraͤsentanten⸗Hauses uͤber die Besoldung der See⸗Offiziere, am 17. Dez., sagte Herr Ward, er wolle zuvoͤrderst die Aufmerksamkeit des Hauses nur auf den Umstand hinlenken, daß, von der Zeit der ersten Errichtung der Flotte an bis jetzt, durchaus keine Erhoͤhung der Besoldung stattgefunden habe, waͤhrend diejenige der Armee nach und nach und auf eine freigebige Weise vermehrt worden sey.

„Die Flotte“, sagte er, „ist aufs aͤußerste vernachlaͤssigt, und von allen üunseren oͤffentlichen Instituten am aärmlichsten bedacht. Wegen Zunahme der Bevoͤlkerung und des Reichthums und der dar⸗ aus folgenden Vertheuerung der Lebensbeduͤrfnisse hat man eine Ge⸗ halts⸗Erhoͤhung der Civil⸗Beamten fuͤr nothwendig gehalten, allein an die See⸗Offiziere hat Riemand gedacht. Es heißt immer, die Ausgaben der Civil⸗Beamten staͤnden in keinem Verhaͤltniß zu ibren Einnahmen; sind denn die Ausgaben der See⸗Offiziere etwa so viel geringer, daß sie keiner Gehalts⸗Erhoöͤhung beduͤrsten? Ist es nicht allgemein bekannt, daß die Ausgaben derselben sich seit einigen ren bedeutend vermehrt haben? Gegen die Gehalte der See⸗Bfft⸗ ziere fremder Nationen ist die Besoldung der unsrigen eine wahre Kleinigkeit. Die Ausgaben der See⸗Offiziere sind oft von ganz be sonderer Art. Sie revpraͤfentiren ihr Vaterland in fremden Laͤn⸗ dern und selbst der geringste Amerikanische Buͤrger muß sich gekraͤnkt und herabgewuͤrdigt fuͤhlen, wenn er hoͤrt, daß üunsere tapferen Offiziere, die in fremden Haͤfen stationirt sind, den Offizieren oder Behoͤrden fremder Nationen die ge⸗ braͤuchlichen Hoͤflichkeits⸗Bezeigungen nicht erwiedern koͤnnen, wozu sie doch sowohl durch die Hoͤflichkeit, als ganz vorzuͤglich durch die National⸗Ehre verpflichtet sind, indem dergleichen Ehren⸗Bezeu⸗ gungen gleich den Salut⸗Schuͤssen nicht der Person des Offiziers, sondern der Flagge, unter der er segelt, und der Nation, welche er repraͤsentirt, gelten. Diese Ruͤcksichten machen es noͤthig, unsere Offiziere in Betreff der Besoldung mit denjenigen fremder Narionen auf gleichen Fuß zu setzen. Ich muß noch einen andern Punkt be⸗ ruͤhren. Die See⸗Offiziere sednen sich gleich anderen Menschen nach der Ruhe und dem Gluͤck des häusliches Lebens und fuͤhlen eben so⸗ die Macht der haͤuslichen Bande und Pflichten Ich bin daher der Meinung, daß sie, zu einem gewissen Range und Alter gelangt, An⸗ spruͤche auf eine solche Besoldung hbaben, die sie in den Stand setzt, sich zu verheirathen, ohne dabei die Aussicht zu haben, vor Hunger sterben zu muͤssen. Sie werden dann mit dem tröͤstenden Bewußt⸗ seyn in die Schlacht ziehen oder die entferntesten Theile des Mee⸗ res besuchen, daß ihre Familie daheim im Besitz der gewoͤhnlichen Bequemlichkeiten des Lebens ist, und sie werden, auf die Gerechtig⸗ keit und Liberalitaͤt des Landes vertrauend, bessere Offiztere und auch bessere Buͤrger seyn. Dadurch, daß man die Menschen zur Verzweiftung bringt, schafft man keine Helden die Liebe zum Va⸗ terlande ist die beste Grundlage fuͤr den Charakter eines wahren Soldaten. Diejenigen, welche etwa dle angefuͤhrten Gruünde nicht

fuͤr hinreichend anerkennen wollen, verweise ich an die oͤffentliche

Gerechrigkeit, jene Gerechtigkeit, ohne die weder Regierungen noch Gesellschaften in irgend einer Form bestehen koͤnnen. Giebt es, frage ich endlich, einen einzigen Grund, die Marine nicht auf glei⸗

chen Fuß mit der Armee zu setzen? Sind ihre Dienste etwa gerin⸗

Tory⸗Edelleute aus der Umgegend und die Geistlichen der doeti⸗ gen Kathedrale einen Fonds zur Bestreitung der Kosten zusam⸗ mengebracht zu haben schienen. „Die Reformer,“ sagt das ge⸗ nannte Blatt, „sind gutes Muths, da sie nach sorgfaͤltiger Durch⸗ sicht des Stimm⸗Buches gefunden haben, daß viele von denen, welche fuͤr den Tory⸗Kandidaten stimmten, ganz arme Leute find, die erst seit der Registrirung der Waͤhler von den Tories Unter⸗ stuͤtzungen empfangen haben, und deren Stimmen also, wenn eine Untersuchung angestellt wuͤrde, fuͤr unguͤltig erklaͤrt werden müͤßten. Der Aerger der Konservativen zu Canterbury ist un⸗ veschreiblich.“ Die Stadt Canterbury wurde uͤbrigens auch im vorigen Parlament durch zwei Reformer, Herrn Watson und vord Fordwich, repraͤsentirt. Ihr zweiter Repraͤsentant ist dies⸗ nal Lord Conyngham, ebenfalls ein Reformer. M Die Morning Chroniele fuͤhrt mehrere Orte an, wo die Wahlen diesmal sehr schwankend standen und nur mit einer hoͤchst geringen Majoritaͤt entschieden wurden; so gaben in Wor⸗

senden, denn die Ueberschwemmungen verhindern es, aber Rearen Erinnerung an die Stifter und Vorfahren der Buch⸗ in Belgien werden sie nicht zugelassen, und selbst unter den to ung, auf den ferneren Flor derselben und das Wohl der nonen unserer Batterieen erpressen die Hollaͤnder Contributicfigen Inhaber. Allgemeine Heiterkeit und Frohsinn kroͤnten von ihnen. Ich frage, ob es eine unertraͤglichere Lage 2 dest.

kann? Das ist das Werk unserer großen Politiker. Es ist Resultat jenes famoͤsen status quo, das Belgien zu einem h rado umschaffen sollte. Der Einfluß desselben erstreckt sich alle Bewohner dieses Graͤnz⸗Gebiets, auf Kaufleute wie Gewerbtreibende. Es ist hier nicht die von dem Belgischen den abhaͤngige Industrie gemeint, diese nimmt 14 zu; ich spreche von der Industrie, welche der Sl

Rechte der Erstgeburt verzuschlagen. Die Aufhebung der Ma⸗ jorate wird geradesweges zur Verarmung Frankreichs fuͤhren, und es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, daß, allem An⸗ schein nach, die Mehrheit der Deputirten es schon sehr bereut haben duͤrfte, den erblichen Charakter ihrer Pairie vernichtet zu haben.“

Von einer Gesellschaft, die sich im Jahre 1830 nach dem Schwanenflusse begab, ist ein Schreiben hier eingegangen, wo⸗ rin es heißt, daß die meisten dieser Ansiedler in die beklagens⸗ wertheste Armuth herabgesunken seyen, und daß mehrere dersel⸗ ben, die ehemals Offiziere in der Armee waren, jetzt als Tage⸗ loͤhner dienen muͤßten, um sich und ihre Familien vom Hunger⸗ tode zu retten. Der Morning Herald meint, wenn man jene Gegend erst gehoͤrig untersucht haͤtte, ehe man Auswande⸗ rer aufgemuntert, sich dorthin zu begeben, so wuͤrde man sie nie fuͤr ein zur Ansiedelung geeignetes Land ausgegeben haben.

ger und unwichtiger fuͤr die Nation? Laͤßt sich in der Vergangen⸗ heit, Gegenwart oder Zukunft irgend ein Grund auffinden, der die⸗ sen unbegreiflichen Vorzug der Armee vor der Flotte auch nur im Entferntesten rechtfertigt' Nein! Gleich im Tharakter und im Dienst, haben beide gleiche Anspruͤche auf die Gerechtigkeit und Großmuth des Landes.“ 8 88

nen Gegnern dabet sehr in die Haͤnde gearbeitet hat, denn Niemand kann untauglicher seyn, mit einer Administration, wie die Chinesische, zu thun zu haben, wo es Geduld, Festigkeit in gewissen Punkten und Nachgiebigkeit in allen Nebensachen, und in allen Vorurtheilen der Gegen⸗Partei braucht. Lord Napier hat dem Admiral der Englischen Station im Indischen Meere befohlen, einige Kriegsschiffe nach der Bocca Tigris zu schicken. Er wird keine Schwierigkeit finden, die Forts, welche den Ein⸗ fluß vertheidigen, zu zerstoͤren, und im Nothfall Canton zu verbrennen, die Chinesische Kuͤsten⸗Schifffahrt zu verhindern, und, wenn er will, die ganze Kuͤste bis an den großen Kanal zu ver⸗ heeren. Die Chinesen haben keine Seemacht, die einem Engli⸗ schen Kriegsschiffe widerstehen koͤnnte. Allein wird dieses zur Erleichterung des Theehandels fuͤhren, wird es die Vorurtheile] und die gerechte Eifersucht der Chinesen mildern? Wird nicht

Kassel, 12. Febr. Die Allg. Zta. enthaͤlt Nachstehendes einem Artikel aus Kurhessen: „Die Wiedereroͤffnung un⸗ er Staͤnde begann bekanntlich mit Vorlesung eines Berichts des nanenten Ausschusses eines Nachklanges seiner Vorgaͤnger, üch in etwas herabgestimmtem Tone. Nicht leicht moͤchte hac einem Jean Paul gelingen, fuͤr den Stanse, Iescha 11ans wel enfingen oder Haar S in se res Klage⸗ heit im Innern und des Schutzes nach Außen bedarf. 8 aufzuftnden, als n⸗ öue- E ist im Verfall und scheint sich nicht sobald erheben zu d nun gar „einen Auslaͤnder“ ur Landes⸗Universität Der Distrikt von Eccloo scheint von Parias bewohnt zu gpufe abe, der nicht zuvor Fee; und tuͤchtig befunden Die ungluͤcklichen Einwohner werden durch Abgaben aller Sonst beklagte sch der Ausschuß noch daruͤber daß erdruͤckt, sie haben keinen Ausweg fuͤr ihre Erzeugnisse. b 7

ö1“

Inland.

Berlin, 21. Febr. Nachdem in Folge der Allerhoͤchsten Verordnung wegen des Judenwesens im Großherzoathum Po⸗ sen vom 1. Juni 1833 die Abgraͤnzung der neuen Israelitischen Corporations⸗Bezirke und die Aufnahme der stimmfaͤhigen Cor⸗ porations⸗Glieder vorgenommen worden, haben sich folgende Re⸗ sultate ergeben. Es befinden sich ““ 88

A. im Pos Regierungs⸗Bezirk: 77 Israel