1835 / 59 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

haltung der

5

8 Hauses sar Vereidigung der anwesenden

HOberhaus. Sitzung vom 20. Febr. Der Lord⸗Kanz⸗ ler nahm um 2 Uhr den Wollsack ein. Eine große Anzahl . Pairs leistete den Eid, darunter folgende neue Mitglieder de

Oberhauses: Lord Camden, Sohn des Marquis von Lord Fitzgerald und Vesey, Lord Abinger und Lord De Lisle un

Dudlev. Um 3 Uhr nahmen die Koͤniglichen Kommissarien wie⸗ der thre Sitze auf einer Platform zwischen dem Thron und dem Wollsack ein, und die Mitglieder des Unterhauses wurden die Schranken beschieden. Herr Abercromby erschien 8 . darauf in Begleitung einer zahlreichen Versammlung von 8 meinen und sagte: „Mylords, ich habe Ew. E“ zuzeigen, daß die getreuen Gemeinen Sr. Majestaͤt auf den „. fehl des Koͤnigs ihr unbezweifeltes Recht und Privilegium er Sprecher⸗Wahl ausgeuͤbt haben, und daß ihre Wahl termaßen auf mich gefallen ist. Ich unterwerfe mich daher in 4 muth dem Koͤniglichen Willen und Belieben Sr. Majestaͤt.“ Hierau erwiederte der Lord⸗Kanzler: „Herr Abercromby, der Koͤnig hat uns befohlen, Ihnen zu versichern, daß Se. Mazestaͤt von Ihrem Eifer fuͤr den Staatsdienst vollkommen uͤberzeugt sind, und daß derselbe zu der Erfuͤllung der Ihnen auferlegten wich⸗ tigen Pflichten ganz hinreichend ist. Der Koͤnig genehmigt da⸗

her aufs bereitwilligste und vollkommenste die Wahl seiner ge⸗

8 einen und bestaͤtigt Sie als deren Sprecher.“ Der S. entgegnete: „Mrylorde, mit aller Unterthaͤnigkeit und Damkbarkeit unterwerfe ich mich dem Koͤniglichen Willen und Belieben Sr. Majestaͤt; und nun ist es meine Pflicht, im Na⸗ men und zu Gunsten der Gemeinen des Vereinigten Koͤnigreichs mit gehorsamster Bitte die freie Ausuͤbung aller ihrer alten und unbezweifelten Rechte und Privilegien fuͤr sie in Anspruch zu neh⸗ men; namentlich diejenigen der Redefreiheit, der Befreiung ih⸗ rer Personen und Diener von Verhaftung, des freien Zutritts zu Sr. Maäjestaͤt, wenn die Umstaͤnde es erheischen sollten, so wie, daß Se. Majestaͤt huldreichst geruhen moͤchten, alle ihre Verhandlungen aufs guͤnstigste auszulegen; und was mich anbe⸗ trifft, so wuͤnsche ich sehr und bitte ernstlich darum, daß, wenn ich einen Irrthum begehen sollte, die Schuld mir und nicht den getreuen Gemeinen Sr. Majestaͤt angerechnet werden moͤge. Der Lord⸗Kanzler antwortete darauf: „Herr Sprecher, es ist uns ferner aufgetragen, Ihnen anzuzeigen, daß der Koͤnig aufs bereitwilligste alle die Rechte und Privilegien bestätigt, welche jemals von irgend Einem seiner Koͤniglichen Vorgaͤnger den Gemeinen bewilligt oder verliehen worden sind. Was Sie selbst anbelangt, Sir, so werden Se. Majestaͤt, obwohl uͤberzeugt, daß Sie einer solchen Versicherung nicht beduͤrfen, Ihre Worte und Hand⸗ lungen stets aufs guͤnstigste auslegen.“ Der Sprecher und die ihn begleitenden Mitglieder des Unterhauses zogen sich sydann zuruͤck, und nachdem noch eine betraͤchtliche Anzahl von Pairs vereidigt worden war, vertagte sich das Haus um 4 Uhr bis Montag um 2 Uhr. . vrin

Unterhaus. Sitzung vom 20. Februar. Wenige Minuten 75 3 Uhr fand Herr Abercromby sich im Hause ein. Derselbe trug eine einfache Hofkleidung, aber ohne die amtliche Robe, da die Koͤnigliche Genehmigung seiner Wahl noch nicht angezeigt war. Nachdem er kaum seinen Sitz an der Tafel eingenommen hatte, langte die Einladung an, daß die Gemeinen im Oberhause erscheinen moͤchten, wohin sich nun Herr Abercromby, in Begleitung der beiden Herren, die ihn vorgeschlagen und un⸗ terstuͤtzt hatten, und einer großen Menge seiner politischen Freunde begab. Als der Sprecher zuruͤckkehrte, bestieg er seinen Stuhl, benachrichtigte das Haus von dem, was im Oberhause vorgegan⸗ gen war (s. oben), und fuͤgte hinzu, daß er dem Hause noch einmal seinen ungeheuchelten Dank fuͤr die ihm verliehene ausgezeich⸗ nete Ehre und fuͤr den ihm gegebenen großen Beweis von seinem Vertrauen auszusprechen habe; er wisse sehr wohl, daß, wenn er nicht das volle Vertrauen des Hauses besaͤße, es umsonst seyn wuͤrde, zu hoffen, daß er die wichtigen Pflichten seines Amtes gehoͤrig erfuͤllen koͤnnte; doch wolle er sich unablaͤssig bemuͤhen, durch Gewissenhaftigkeit und Eifer, so wie durch Befolgung ei⸗ nes gerechten und unparteiischen Verfahrens in der Aufrechter⸗ Rechte und Privilegien dieses Hauses, dies Ver⸗ trauen zu FePsfen, 9 derr 2 sc segr ebreMpFer. Serr

iste n Eid, und demn 1

leistete darauf de , Däggede nns 8

abetischen Ordnung der Grafschaften oder Orte, fuͤr welche waren. Um 4 Uhr, als das Haus sich bis auf mor⸗ gen um 12 Uhr vertagte, hatten ungefaͤhr 70 Mitglieder den

Eid geleistet.

London, 21. Februar. Der Koͤnig ertheilte gestern im St. James⸗Palaste dem Controlleur seines Haushalts, Herrn L. Corry, eine Audienz. 1 Sir Robert Peel gab gestern Abend in Privy⸗Gardens

dem Russischen Botschafter ein glaͤnzendes Diner. Der Spanische Gesandte machte gestern dem Befehlshaber der Britischen Landmacht, Lord Hill, einen Besuch.

Zum Statthalter der Insel Dominica ist der General⸗Lieu⸗

enant J. H. Mair ernannt. . 8 88 Ft Peltueng enthaͤlt die Anzeige, daß wegen des be⸗ schraͤnkteren Raumes, den das zu den Sitzungen des Oberhau⸗ ses vorlaͤufig eingerichtete gemalte Zimmer im Vergleich gegen das zruͤhere Lokal des Oberhauses darbiete, am Dienstag den 24sten d. M., wo Se. Majestaͤt im Parlament erscheinen wollen, um die Thron⸗Rede 9 halten, nicht so viel Personen, als sonst, zu⸗ ge werden koͤnnten. 8 61 der vorgestrigen Debatte fragte Sir Robert Peel den Lord John Russeli, ob nicht der ausdruͤckliche Grund, weshalb er oͤffentlich die Meinung ausgesprochen habe, das Sir Ch. M.

Gutrron zum Sprecher nicht mehr tauge, dessen vermeintliche

Mitwirkung zu dem Beschluß der Parlaments⸗Aufloͤsung sey. Lord John Russell verneinte dies und erwiederte, er glaube nicht, daß der vorige Sprecher so weit gegangen sey, an der

Bildung des neuen Kabinets, welches das Parlament habe auf⸗

soͤsen muͤssen, thaͤtigen Anthe.l zu nehmen, und eben so wenig

glaube er, jemals der Meinung gewesen zu seyn, daß der sehr ehren⸗

werthe Herr mit zur Auftoͤsung gerathen haͤtte. Die Times erklaͤrt

nun aber, es sey ihr aufs Bestimmteste versichert worden, doch muͤsse sie nach Iecchn glauben, daß ihr Benachrichtiger sich geirrt haͤtte. Lord John Russel habe in einem an mehrere Parla⸗ zents⸗Mitglieder gerichteten Umlaufsschreiben unter Anderem ge⸗ Figt: „Ich will die Ueberzeugung nicht verhehlen, daß Sir C. „N. Sutton sich durch seine Theilnahme an der Geheime⸗Raths⸗ Zersammlung, in welcher die Aufloͤsung des Parlaments in Vorschlag gebracht wurde, seine Anspruͤche auf die Wieder⸗Er⸗ waͤhlung zum Sprecher verscherzt hat.“ Da diese Worte in di⸗ reztem Widerspruch mit der Antwort stehen, welche Lord Jeohn auf Sir Robert Peel's Frage gab, so meint die Times, es muͤsse hier irgendwo ein grober erthum vorwalten. 8 Im gestrigen Boͤrsen⸗Bericht der Times heißt es: „Das Resultat der Abstimmung uͤber die Sprecher⸗Wahl hat einiges Mißtrauen zur Folge gehabt, und die Preise der oͤffentlichen

1

Fonds sind etwas gesunken, doch nicht sehr bedeutend, da man allgemein glaubt, daß jene Abstimmung nichts weiter statuirt, als die feindselige Erbitterung der Opposition gegen das Mini⸗ sterium, die Jedermann auch vorher schon kannte; es bleibt nun immer noch zu ermitteln, welches ihr weiteres politisches Verfah⸗ ren seyn wird, denn danach allein muß sich das Vertrauen auf den oͤffentlichen Kredit richten. Haͤtte man das Ereigniß als gleichbedeutend mit einer Niederlage des Ministeriums und als den Vorboten einer Veraͤnderung, deren Beschaffenheit Niemand wuͤrde vorhersehen koͤnnen, betrachtet, so wuͤrden die Sachen ohne Zweifel eine ganz andere Wendung genommen haben.“ Briefe aus Rio Janeiro melden, daß der Chef der dor⸗ tigen National⸗Garde es an dem Tage, wo die Garnison den Geburtstag des jungen Kaisers feierte, versucht habe, die Mit⸗ glieder jener Garde gegen die Regierung 9 empoͤren. Dieser Versuch war aber voͤllig gescheitert; die National⸗Garde hatte ihren Chef verhaftet und ihn den Gerichten uͤberantwortet.

Dänemark.

Kopenhagen, 17. Febr. Unterm 13ten haben Se. Ma⸗ jestaͤt beschlossen, „daß es den Rhedern und Schiffern der durch den Sund gehenden Schiffe, so wie den Eigenthuͤmern der La⸗ dung frei stehen solle, die Klarirung bei Oeresunds Zoll⸗Kammer von einem jeden vollziehen zu lassen, mit dem sie uͤber die Aus⸗ fuͤhrung solcher Kommission einig werden koͤnnen und ihm die Bezahlung dafuͤr zu geben, woruͤber sie sich verständigt haben, ohne daß es noͤrhig ist, daß der Commissionair ein Koͤnigl. Un⸗ terthan sey oder eine besondere Buͤrgerschaft oder Bewilligung erhalten habe, oder fuͤr eine solche Kommission einen Nahrungs⸗ schatz zu erlegen brauche; daß jedoch der Zoll von solchen Com⸗ missairen bei Empfang des Oeresund⸗Passes baar bezahlt wer⸗ den muͤsse.“ 3

Deutschland. 8

Kassel, 22. Febr. In der heutigen Sitzung der Staͤnde⸗ Versammlung uͤbergab der Landtags⸗Kommissar, Hr. Regierungs⸗ rath Koch, folgende Erklärung: „Es sey der Staͤnde⸗Versamm⸗ lung ohne Zweifel bekannt, daß bereits seit dem Jahre 1819 eine von dem Freiherrn v. Stein gestiftete Gesellschaft sich zu dem schaͤtzbaren Unternehmen vereinigt habe, die Denkmaͤler der aͤl⸗ tern Deutschen Geschichte vollstaͤndiger, als bisher geschehen, zu sammeln und in wuͤrdiger Gestalt herauszugeben. Der Bericht und die Denkschrift, welche er hier, jedoch mit der Bitte um demnaͤchstige Ruͤckgabe, mittheile, zeigen, welchen Fortgang das Unternehmen gewonnen, und auf welchem Stande sich dasselbe befinde. Wenn die Bundes⸗Versammlung eine Unter⸗ stuͤtzung dazu aus der Bundes⸗Kasse abgelehnt habe, so sey die⸗ ses aus keinem andern Grunde geschehen, als weil diese Ange⸗ legenheit der verfassungsmaͤßigen Bestimmung dieser Kasse fremd sey. Sie habe jedoch das Unternehmen allen Deutschen Regie⸗ rungen empfohlen. Die unsrige uͤberzeugt, daß ein sol⸗ ches vaterlaͤndisches Nationalwerk der wirksamsten Foͤrderungen jeder Staats⸗Regierung wuͤrdig sey halte dafuͤr, daß ein jaͤhrlicher Beitrag von 400 Thalern auf eine Reihe von 10 Jahren nicht zu groß, aber doch anstaͤndig genug sey, um von Kurhessen angeboten zu werden, und beabsichtige, sich in diesem Sinne zu erklaͤren, wenn die Staͤnde⸗Versammlung ihre Zustimmung, um welche er hierdurch ersuche, dazu ertheile. An dieser Zustimmung duͤrfe er wohl um so weniger zweifeln, als die hohe Versammlung nicht verkennen werde, daß sie die Staͤnde⸗Versammlung eines Landes sey, welches an glorreichen Er⸗ innerungen aus der Vorzeit selbst nicht arm sey.“ Der Praͤ⸗ sident bemerkte: Wiewohl diese Proposition sich wohl zu einer sofortigen Beschlußnahme eignen duͤrfte, so glaube er doch, da es sich um eine bestimmte Summe handele, und um dem ge⸗ woͤhnlichen Geschaͤftsgange zu genuͤgen, den Antrag stellen zu muͤssen, diese Sache zuvor an den Budget⸗Ausschuß zur Be⸗ richt⸗Erstattung zu verweisen. Dies wurde genehmigt. Es wurde dann in der Diskussion des Grundsteuergesetzes fortgefahren. Die oͤffentliche Sitzung ging darauf in eine vertrauliche uͤber, in der, dem Vernehmen nach, die HH. Schomburg, Wipper⸗ mann, v. Bodenhausen und v. Heidwolf sogleich bei der ersten Abstimmung mit absoluter Stimmen⸗Mehrheit zu Mitgliedern des kuͤnftigen permanenten Ausschusses gewaͤhlt worden sind; wogegen in Bezug auf das fuͤnfte Mitglied dieses Ausschusses die abfolute Stimmen⸗Mehrheit zwischen den HH. v. Goeddaͤus und Schwarzenberg anfangs geschwankt, und erst eine zweite Abstimmung sie fuͤr den zuletzt genannten Deputirten herbeige⸗

fuͤhrt haben soll.

Muͤnchen, 20. Februar. Von dem nach Griechenland kommandirten ersten Bataillon des 12. Infanterie⸗Regiments trafen heute Mittags 94 Mann, die in den Schlachten mit den Mainotten und Raͤubern dienstuntauglich geworden sind, auf Triester Wagen hier ein. Sie erhalten lebenslaͤnglich eine Koͤniglich Griechische Pension von 5 Fl. monatlich, und außer⸗ dem soll noch von Seiten des Koͤnigs von Bayern fuͤr ihr Fort⸗ kommen gesorgt werden. Sie begeben sich uͤbermorgen in ihre Garnison Wuͤrzburg. .

An den Statuten der neu zu errichtenden Hypotheken⸗ und Wechsel⸗Bank wird mit der groͤßten Thaͤtigkeit gearbeitet. Was man fruͤher von hoͤchst wichtigen Differenzen zwischen der Staats⸗ Regierung und dem Ausschusse, in Beztehung auf die Statuten, mit Ruͤcksicht auf das durch den letzten Landtag zu Stande ge⸗ brachte Gesetz sprach, scheint sich durchaus nicht zu bestaͤtigen. Sowohl von Seiten der Regierung, als des Ausschusses zeigt sich der beste Wille, alle Differenzen so auszugleichen, daß die un⸗ verzuͤgliche Belebung dieses hoͤchst nuͤtzlichen Instituts in der kuͤrzesten Zeit erwartet werden kann. Einige aͤußern die Ansicht, es waͤre wuͤnschenswerth gewesen, daß die grozen Wechselhaͤuser in Augsburg, welche hoͤchst bedeutende Summen zur Bank sub⸗ stribirten, auch in dem Ausschusse vertreten worden waͤren, da doch Augsburg der bedeutendste Wechselplatz fuͤr ganz Bayern ist. Daß der Sitz der Bank in Muͤnchen bleibe, scheint entschieden zu seyn; jedoch werden in andern großen Staͤd⸗ ten Filial⸗Banken errichtet werden.

Speyer, 22. Febr. Die hiesige Zeitung meldet aus Kaiserslautern unterm 17. Febr.: „Dr. Wirth, im hiesigen Cen⸗ tral⸗Gefaͤngnisse inhaftirt, beschaͤftigt sich gegenwaͤrtig mit einem Werke uͤber die Kultur⸗Geschichte, das bei J. J. Tascher hier erscheint; der erste Band befindet sich bereits unter der Presse und wird zu Ostern d. J. ausgegeben. Dieses Werk ist aller Politik fremd. Dasselbe enthält neue Ansichten, namentlich im Bereiche der Naturwissenschaften, und in Ansehung des Gesetzes des Sonnen⸗Spystemes, vor allem die wichtige Nachweisung, daß die großen Revolutionen des Erdkoͤrpers (wie z. B. die soge⸗ nannte Suͤndfluth) periodische Ereignisse sind, die in Folge des Sonnenlaufes (7) von den gröͤßeren Bewegungs⸗Perioden der Erde abhangen, daher in regelmäaͤßigen Zeitraͤumen zuruͤck⸗

kehren und folglich berechnet werden koͤnnen.“

Madrid, 12. Febr.

(Franzoͤs. Blaͤtter.) strigen Sitzung der Prokuradoren⸗

Kammer wurde die

Beim Kapitel der fuͤr die Unterhaltung der Censur beantragten Preßfreiheit. Er bekaͤmpfte das von dem Ministerium aufgestell Princip, daß die gegenwaͤrtige Zeit der Einfuͤhrung der Preßfreihen nicht guͤnstig waͤre, und behauptete, es sey dieselbe im Gegentheile sett nothwendig, damit die Regserung den Stand der oͤffentlichen Mar nung kennen lernen koͤnne. Er wies darauf hin, die Censoren seyen ungeachtet aller ihrer Einsicht, der Nation gegenuͤber in einen

Summe erhob sich Herr Arguelles und sprach zu Gunsten de

Zustande von Verdacht; das Uebel beruhe mehr im Institun selbst, als in den Personen, weil jeder Censor die Angelegenhes⸗ ten in letzter Instanz, nach seiner eigenen Privat⸗Ansicht, ohne seine Kollegen zu befragen, entscheide. Er erklärte, er wure gegen die verlangte Allocation stimmen, weil sie der Freihe entgegen sey. Der Justiz⸗Minister bemerkte, offenbar sey tn daß, wenn eine repraͤsentative Regierung fest und sicher da stehe, die Preßfreiheit vollstaͤndig seyn muͤsse; allein unsere Ne gierung bestehe erst seit sieben Monaten und werde von einen Buͤrgerkriege bedroht. Uebrigens habe die Censur, so wie see ce bestehe, keinen Charakter von Unterdruͤckung. Man lese die Jaur⸗ nale und man werde sehen, mit welcher Freiheit sie die wichtig⸗ sten Angelegenheiten der innern und aͤußern Politik beh andelte, Man werde zugeben muͤssen, daß die gestattete Freiheit i aa⸗ genblick, wo ein Buͤrgerkrieg wuͤthe, wirklich außerordentlüth g Der Praͤsident erklaͤrte hierauf die Diskussion fuͤr beendigt Ne Kammer nahm die von der Kommission beantragte Redutin von 200,000 Realen an und bewilligte eine gleiche Summe sie die Censoren. Die Ernennung des Generals Valdes stn Kriegs⸗Minister ist nicht mehr zweifelhaft. Nur weiß va noch nicht, wie seine Annahme lauten, und ob er mit the ohne Bedingungen das Kriegs⸗Portefeuille uͤbernehmen witz.⸗ Den Pactfications⸗Projekten, uͤber die, wie es hieß, die Kahr nette von Paris und London uͤbereingekommen waͤren, legt nah hier nur geringe Wichtigkeit bei. Diese Geruͤchte scheinen denfalls nur wenig Eindruck auf die froͤhliche Stimmung w Hofes zu machen. Es giebt sich der Hof allen Freuden des za nevals ohne Einschraͤnkung hin; Maskenbaͤlle und Bals paß folgen auf einander. Nach dem Englischen Botschafter hat! Graf von Altamira in seinen Salons einen prachtvollen N gegeben, bei dem die Koͤnigin zugegen war. Man spricht von dem Balle, den Hr. Toreno in kurzem geben wird.

Griechenland.

Athen, 18. Jan. (Allg. Ztg.) Die großen Schwiet keiten, auf welche die Regierung bei ihrer Niederlassung in h ser Stadt Anfangs stieß, beginnen nach und nach sich zu ebm und auszugleichen. Alle Behoͤrden und Beamten haben s mehr oder weniger passende Lokale gefunden, und sich darin it gerichtet, und so beginnt die Regierungsmaschine wieder in l haftern Umschwung zu kommen. Ein erfreuliches Zeichen dam ist die so langersehnte und so hoch nothwendige Organiset der Gerichtshoͤfe und die Ernennung ihres Personals, die einigen Tagen erfolgt ist. Praͤsident des Areios Pagos ( Cassationshofes) ist Klonaris; Staats⸗Prokurator an demstle obersten Gerichtshofe Paikos (bisher in Syra); Praͤsident Appellationshofes in Athen D. Sutzos, Staats⸗Prokurator demselben Rhallis; Vice⸗Praͤsident des Appellationshofes in I. poliza, Pitzizios, Staats⸗Prokurator E. Masson. Dr. Feder Areopagit geworden, Dr. Hahn kommt an den Appellationes nach Tripoltza, Tattenbach an das Bezirksgericht nach Sperl Zugleich ist eine Gesetzgebungs-Kommission zur Ausagrbeitm eines Civilrechts ernannt worden, bestehend aus den HH. K naris, Sutzos, Rhallis, Feder, Athanasiu, Wellhof, Privilegit Berg, Polizoides (der Areopagit geworden ist) und einigen 9 dern. Diese Ernennungen wurden im Ganzen mit Vesst und Zufriedenheit aufgenommen, und die Regierung hat dh der einen großen Schritt vorwaͤrts gethan. Nicht allein sst h nem dringenden Beduͤrfnisse des Landes dadurch abgeholsg das beispielloser Weise uͤber drei Jahre ohne Civil⸗Gerichtiht zur Schlichtung buͤrgerlicher Streitigkeiten war, nicht allans dadurch der Bevoͤlkerung der Provinzen eine Schutzwaffe in te Hand gegeben worden gegen die Koͤniglichen Beamten, die sh nur zu haͤufig Bedruͤckungen und Mißbraͤuche erlauben, sonr die Regierung und das Land aͤrndten von der endlichen A fuͤhrung dieser Maßregel noch andere nicht unbedeutende lo theile. Die oͤffentliche Meinung, indem sie ein Result ne sich sieht, das sie durch ihre Anforderungen errungen org uh beschleunigt zu haben sich schmeichelt, ist auf eine Wäle ie schwichtigt, und faßt, waͤhrend sie sich mit diesem Resuluue be schaͤftigt, Zütrauen und Geduld, auch andere wuͤnschenswelte Maßregeln abzuwarten; und die Regierung gewinnt Zeit un Muße, sich mit andern Gegenstaͤnden zu beschaͤftigen. Zuglic gewinnt sie an Festigkeit, indem sie hinfuͤro an den Gerichen eine neue und kraͤftige Stuͤtze findet, und sie giebt der fortschetg⸗ tenden Bildung des Landes einen starken Anstoß, indem mit Einemmale (die Advokaten mit eingerechnet) mehr als! gebildete Maͤnner mit ihren Familien durch die Hauptstaͤdte de⸗ Kreise vertheilt. Gott gebe nur, daß sich jetzt nicht im Volke den selbe prozeßsuͤchtige Charakter entwickle, der seinen Vorvaäͤtern 1 gen war! Ein anderes Ereigniß, das beim Publikum eine sch freudige Aufnahme gefunden, ist, daß Se. M. der Koͤnig seit der neuen Jahre an den Sitzungen und Berathungen der Regentse p Theil nimmt, die gegenwaͤrtig im Schlosse gehalten werden.” sieht darin nicht bloß einen Wunsch des jungen Koͤnigs, sich von 2 Lage und den Beduͤrfnissen seines Landes selbst genau zu n terrichten, sondern man erkennt darin auch einen Beweis k Vertrauens, das derselbe zu seinen Raͤthen hegt. So faͤngt 4 gewisse Mißstimmung, die waͤhrend des verflossenen Monatz ba⸗ Publikum bemerklich war, mehr und mehr an sich v verliem und es bedarf nur noch einiger großen und durchgreifenden 2-. regeln, um dieselbe in dankbare Zufriedenheit zu verwandes Das Schul⸗ und Erziehungswesen duͤrfte zunaͤchst die Aufana samkeit der Regierung erheischen. Im Volksschulwesen ist a dings Einiges geschehen, seitdem der thaͤtige Dr. Kork aus men die Leitung desselben uͤbernommen hat. Es einige und sechzig Volksschulen im Gange, d. h. zehn mehr, als unter der Regierung des Grafen strias, und so wie von Zeit zu Zeit aus dem - in Nauͤplia gereifte Lehrer hervorgehen, werden sie sogleich do. gestellt. Desto aͤrger liegt das gelehrte Erziehungemesa 16 nieder. Wie sehr das hiesige Gymnasium mit t achtungswerthen Lehrern vom Ministerium vernachlaͤssig daruͤber haben die Zeitungen neulich berichtet; und von vng Gymnasium in Nauplia hoͤrt man vollends weder Gutes Boͤses.

kroͤnkelt fortwaͤhrend, und hat uͤberdies das zeitraubende per

In 88b ge⸗ isk sion uͤber das Budget des Ministeriums des Innern fortgesen

Brua

2 Wenden wir dies Alles auf die am 26sten d. M.

8 Der wackere jetzige Minister, Herr Rhizos Neruloi⸗

.

des Aus waͤrtigen mit den zeittoͤdtenden diplomatischen 2 und Gegenvisiten. Ob aber der Ministerial⸗Rath, der peziell in dem Zweige des gelehrten Erziehungswesens arbei⸗ t, bei seinen vielen schaͤtzungswerthen persoͤnlichen Eigenschaf⸗ en, die fuͤr so umfassende Organisationen, wie eine Univer⸗ lar mit ihren Vorbereitungs⸗Anstalten ist, erforderliche gelehrte Bildung und Erfahrung besitzt, wird sehr bezweifelt. Doch rich⸗ en sich auch hier die Blicke mit Vertrauen auf die hoͤchste Be⸗ zede, die gewiß, was in den Entwuͤrfen mangelhaft oder un⸗ sweckmaͤßig seyn duͤrfte, mit Einsicht verbessern wird. Im In⸗ gern des Landes herrscht vollkommene Ruhe. Die Geruͤchte, die man neuerdings hier zu verbreiten suchte, als haͤtten sich in Messenien neue Bewegungen gezeigt, haben sich gluͤcklicher Weise nicht bewaͤhrt. Eine zweckmaͤßige Maßregel wird es seyn, wenn, wie es im Werke zu seyn scheint, Tripoliza, als der centralste hunkt im Peloponnes, eine staͤrkere Besatzung und einen eige⸗ en Militair⸗Gouverneur erhaͤlt, der erforderlichen Falls gleich

kraͤftig ein - kann. Inland.

Berlin, 27. Febr. Das heute ausgegebene 9te Stuͤck des Amtsblattes der Koͤnigl. Regierung zu Potsdam enthaͤlt einen Bericht uͤber die Waisen⸗Versorgungs⸗Anstalt zu Klein⸗Glienicke am Schlusse des Jahres 1834, wie solcher in der am 29. Dez. v. J. stattgehabten Haupt⸗Versammlung der Mitglieder des Stffungs⸗Vereins, von dem Vorsteher, Regierungsrath von Türk, abgestattet worden ist. naͤchst, daß Se. K. . schr gnaͤdige Handschreiben das Protectorat uͤber die Anstalt übernommen hat: ““

„Auf die Mir unterm 23. August gemachte Anzeige von dem gedeihlichen Zustande der Waisen, Versorgungs⸗Anstalt fuͤr die Provinz Brandenburg zu Klein⸗Glienicke uͤbernehme Ich nunmehr nach der Mir vorgetragenen Bitte das Protectorat der Anstalt, und werde Mich freuen, in dieser Stellung dem ruͤhmlichen Unternehmen ferner nuͤtzlich und foͤrderlich seyn zu

nen. Eg Berlin, den 8. Nov. 1834. (Gez.) Friedrich Wilhelm, Kronprinz.“ Es sind im Laufe des verflossenen Jahres 3 Zoͤglinge aus der Anstalt entlassen worden; 2 derselben sind in die Civil⸗Waisen⸗ Versoraungs⸗Anstalt zu Potsdam und der dritte ist in das Schull hrer⸗Seminar zu Neu⸗Zelle eingetreten. Dagegen wur⸗ den 6 neue Zoͤglinge aufgenommen. Krankheiten sind im Laufe des Jahres nicht vorgekommen. Das sittliche Verhalten und der Fleiß der Zoͤglinge waren vollkommen befriedigend. Ueber den Zustand des Stiftungs⸗Vermoͤgens ist Folgendes zu bemerken: die vorjaͤhrige Rechnung schloß mit einer Schuld von 5000 Tha⸗ lern und einer Rest⸗Zahlung von 51 Thaler 10 Sgr. Hierzu treten an Kosten der Erziehung und Unterhaltung der Waisen im Jahre 1834, an Bau⸗Revparaturen und fuͤr ver⸗ schidene außerordentliche Ausgaben 748 Thaler 20 Sgr.; in Summa 5800 Thaler. Dagegen wurden zur Gruͤndung von Stipendien eingenommen: a) von der Koͤniglichen Re⸗ gierung zu Potsdam 4000 Thaler, und b) von des Herrn General⸗Postmeisters Excellenz 2000 Rthlr.; es kamen ferner ein; fuͤr eine verkaufte Wiese 700 Rthlr., an Pacht 600 Rthlr., an Beitrͤgen und Zinsen 540 Rthlr. zusammen also 7840 Rthlr, so daß ein Bestand von 2040 Rthlr. bleibt, wovon 2000 Rthlr. in Staats⸗Schuldscheinen angelegt sind. Was die in Rechnung gestelte Summe von 4000 Rthlrn. von der Koͤnigl. Regierung fa Potsdam betrifft, so ist dieselbe von Sr. Excellenz dem wirk⸗ ichen Geheimen Rath und Ober⸗Praͤsidenten Herrn von Basse⸗ wit, aus einem ihm zur Disposition gestellten wohlthaͤtigen Fonds, mit der Bestimmung hergegeben worden, daß dafuͤr immer zwei hs Aufnahme qualifizirte Knaben aus der Provinz Branden⸗ urg in der Anstalt Pflege, Kleidung und Unterricht, bis zu ih⸗ rem reglementsmaͤßigen Ausscheiden, erhalten sollen, und daß, so lange noch Kinder von Vaͤtern, die den Befreiungs⸗Krieg mitge⸗ macht, im Potsdamer Regierungs⸗Bezirk vorhanden seyn wer⸗ den, nur solche von der Koͤniglichen Regierung gewaͤhlt werden düfen. Die jaͤhrliche Haupt⸗Versammlung der Mitglieder des Vrreins soll kuͤnftig jedesmal gleich nach Ostern stattfinden.

zu Stockholm besteht seit mehreren Jahren ein Institut, worin man verwachsenen und buckligen Personen, besonders Kin⸗ dern, durch ein eigenthuͤmliches, medizinische Gymnastik ge⸗ nanntes Verfahren zu einer geraden Haltung nebst Ausbildung ihres Koͤrders und dem gehoͤrigen Gebrauche ihrer Gliedmaßen bnitheffen sucht. Hier in Berlin hat, unter der speziellen ufsscht des Herrn Geheimen Medizinal⸗Raths, Professors und Stadt⸗Physikus Dr. Wagner, der schon seit laͤngerer Zeit in der uptstadt anwesende Herr Direktor Franz Berwald aus Stock⸗ hom bereits seit dem Monat Oktober 1832 jenes Verfahren (je⸗ doch nach eigner Ansicht uͤber die Anwendung der Gymnastik) neinem verwachsenen, buckligen und an Muskel⸗Erschlaffung secenhen Knaben mit dem gluͤcklichsten, alle Erwartung Uber⸗ nfinden Erfolge angewandt. 8

8 8 KXoͤnigsstaͤdtisches Theater. 8 Die Buͤhne der Koͤnigsstadt hat durch die Auffuͤhrung eines b en dramatischen Musikwerks, der Oper „Fausta“ von Donizetti, s von ihr eingeschlagene Richtung verfolgt, mit lebensfrischer Be⸗ gglichkeit jedes neue Werk, das sich an anderen Orten Beifall und würkennung erworben, dem Urtheile der hiesigen Kunstfreunde zu⸗ bnglich zu machen. Gewiß dankt Berlin gar Vieles diesem lobens⸗ lünhen Streben, namentlich die naͤhere Kenntniß der neueren Ita⸗ nnischen Komponisten, deren Werke sonst wohl nur in Partituren nclavier⸗Auszuͤgen hier bekannt seyn wuͤrden. Mag nun das f eil uͤber dieselben, besonders in Bezug auf Deutsche Composition 9 fistgestellt haben, wie es wolle, immer wird man zugeben muͤssen, 8 seibst den strengsten Anhaͤngern der aͤlteren Musik viele ange⸗ ng; Abende durch jene neueren Werke bereitet wurden, waͤre es 2ug nur dadurch, daß sie manchem ausgezeichneten Talente des uandes die Gelegenheit verschafften, sich hier hoͤren zu lassen. hneng gleich der unbefangene Beurtheiler dieser Musik des Suͤdens hsts zugeben muß, daß ein falscher Pathos im Seridsen, eine halnde Sentimentalitaͤt, ein Mangel an Charakteristik und eine monsequenz in der Durchfuͤhrung den Werken dieser Gattung eigen kann er ihnen andererseits unmoͤglich ihr eigenthuͤmliches streitig machen. Niemand wird ihnen Gefaͤlligkeit, Sang⸗ 8 leichte gewandte Schreibart und Grazie der Instrumenti⸗ fnt nabsorechen, und in welchem Grade diese Vorzuͤge vorhanden 1 eweist jedenfalls der allgemeine Beifall, den sie sich in allen oten des Auslandes, trotz jener geruͤgten Schwaͤchen, erwerben.

1 aufgefuͤhrte

4 Fan sta an, so leidet sie gewiß an allen jenen Mngeuse 818 begehe urch alle hier erwaͤhnte Verdienste. In Einzelnes ein⸗ n, gestattet der ung Raum nicht. Fuͤr diejeni⸗

v11XAX“

namentlich der Regierung

Es ergiebt sich aus demselben zu⸗ H. der Kronprinz durch das nachstehende

wuͤrfe: a) uͤber die den Grundbesitz betreffenden

1: Constantin's des Großen entnommen ist, dessen zweite Gemahlin Fausta aus verschmabren lere⸗ zu ihrem Stiefsohn Crispus, der sein Herz bereits Beroen, einer jungen Gal⸗ lierin zugewendet hat, verleitet wird, ihn faͤlschlich anzuklagen, als habe er ihr eine strafbare Neigung eingestanden, worauf Crispus, gegen den sich auch noch der eben so ungegruͤndete Verdacht erhebt, daß er seinem Bater nach dem Leben getrachtet, nach dem Ausspruche des Senats unter dem Beile der Lictoren faͤllt, Fausta aber ihrem Leben durch Gift ein Ende macht. Man ersieht hieraus, daß das Sujet der neuen Oper ganz dasselbe ist, das Raecine fuͤr seine Phaͤdra gewaͤhlt hatte. Die Auffuͤhrung war treu der Italiaͤnischen nach⸗ gebildet und hatte sich im versammelten Publikums zu erfreuen.

1— Auch die Ausstattung der Oper verdient lobende Erwaͤhnung.

Landtags⸗Abschied

gewesenen Staͤnde der Provinz Westphalen.

Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von Preu⸗ ßen ꝛc., entbieten Unseren zum Provinzial⸗Landtage versammelt ge⸗ wesenen getreuen Staͤnden der Provinz Westphalen Unseren gnäaͤdi⸗ gen Gruß. Mit Wohlgefallen haben

ihren Berathungen an den Tag gelegt, und ertheilen ihnen auf die Uns vorgelegten Erklaͤrungen und Antraͤge nachfolgenden Bescheid:

1. Auf die Erklaͤrungen der Staͤnde uͤber die ihnen vor⸗

8 gelegten Propositionen.

1) In Betreff der Einfuͤhrung einer Ordnung fuͤr die laͤndli⸗ chen Gemeinden behalten Wir Uns weitere Bescheidung nach vor⸗ E1““ Pruͤfung dieser ganzen Angelegenheit, und der dar⸗ die Einfuͤhrung der revidirten Stadte⸗Ordnung auch in der Pro⸗ vinz Westphalen angeordnet, und werden wegen ihrer Anwendung

gegenstehen moͤchten, Unseren Ober⸗ Unserer Entscheidung mit Instruction versehen lassen.

Die staͤndischen Stimm⸗Rechte der Staͤdte sollen indeß bis auf Weiteres so fortbestehen, wie Wir sie in Unserer Verordnung vom 13. Juni 1827 festgesetzt haben. „2) Die gewaͤhlten Deputirten und Stellvertreter zu dem Zweck, um die zu der ihnen vorzulegenden allgemeinen Wege⸗ Ordnung nach den besonderen Verhaͤltnissen und Beduͤrfnissen der Provinz Westphalen etwa erforderlichen Modificationen, Ergaͤnzun⸗ gen und Zusaͤtze unter Leitung Unseres Ober⸗Präsidenten zu bera⸗ then, und in einem Entwurfe eine besondere Provinzial⸗Verordnung zusammenzustellen, bestaͤtigen Wir hiermit, und werden Wir den auszuarbeitenden Gesetz⸗Entwurf demnaͤchst noch dem Pleno des Landtages vorlegen lassen.

3) Das nachtraͤgliche Gutachten in Betreff des neuen Provin⸗ zial⸗Feuer⸗Societaͤts⸗Reglements fuͤr die Provinz Westphalen wird in der nun unmittelbar bevorstehenden letzten Berathung im Staats⸗ Ministerium in gehoͤrige Erwaͤgung gezogen und gebuͤhrend beruͤck⸗ sichtigt, auch die Emaͤnirung des gedachten Reglements selbst nach Moͤglichkeit beschleunigt werden. Die Uns angezeigte Wahl von Abgeordneten zum staͤndischen Ausschuß Behufs Bearbeitung dieses Gegenstandes genehmigen Wir.

4) Wir haͤben Unser Staats⸗Ministerium zur moͤglichsten Be⸗ schleunigung der Gesetze uͤber die Verpflichtung der Gemeinden, neu anziehende Personen aufzunehmen, und das Recht, sie zuruͤckzuwei⸗ sen, und uͤber die Verpflichtung zur Armenpflege, deren nochmalige genaue Pruͤfung nach Eingang aller Landtags⸗Gutachten gegenwaͤr⸗ tig stattfindet, angewiesen.

5) Zu den vorgenommenen Wahlen von Abgeordneten zur Mit⸗ wirkung bei ten und Statuten ertheilen Wir Unsere Genehmigung und haben Wir Unsern Justiz⸗Minister fuͤr die Gesetz⸗Revision beauftragt, das weiter Erforderliche einzuleiten. Dem Antrage Unserer getreuen Stoaͤnde, den unter Zuziehung der gewaͤhlten Deputirten von der landesherrlichen Kommission demnaͤchst ausgearbeiteten Entwurf des

rathung vorlegen zu lassen, werden Wir zu seiner Zeit gern ent⸗ sprechen.

6) Die in Betreff der dem Landtage vorgelegten Gesetz⸗Ent⸗ 1 Rechts⸗Verhaͤltnisse, ingleichen wegen Abloͤsung der Real⸗Lasten im Herzogthum West⸗ phalen; b) wegen der den Grundbesitz nisse und deren Abloͤsung im Fuͤrstenthum Siegen; c)

Lasten in den Grafschaften Wittgenstein⸗Berleburg und Wittgen⸗ stein⸗Hohenstein, gemachten Bemerkungen werden bei der destnitiven Redaction dieser Gesetze sorgfaͤltig in Erwaͤgung gezogen werden.

fuͤr die zum 4ten Provinzial⸗Landtage versammelt

Allgemeinen des Beifalls des zahlreich

Wir den Eifer und die Ein⸗ sichten anerkannt, welche Unsere getreuen Staͤnde auch diesmal bei

habenden staͤndischen Antraͤge vor. Dagegen haben Wir

auf die einzelnen Ortschaften, ruͤcksichtlich welcher Bedenken ent- Praͤsidenten unter Vorbehalt

7) Gegen die getroffenen Wahlen von Abgeordneten zu Bera⸗ thung einer Tax⸗Ordnung fuͤr di inz We nizts i cumnenn g fuͤr die Provinz Westphalen sinden Wir

8) In gleicher Art genehmigen Wir die Uns angezeigten Wah⸗ len von Abgeordneten zur vorlaͤufigen Berathung 819 ben 8288s Provinzial⸗Landtage vorzulegenden Entwurfs einer Jagd⸗Gemein⸗ beitstheilung. Die Ausarbeitung dieses Entwurfs haben Wir an⸗ befohlen, und wird dabei das Gutachten Unserer getreuen Staͤnde uͤber verschijedene dahin einschlagende Vorfragen benutzt werden.

9) Der Entwurf eines Anhanges zu der Gemeinheitstheilungs⸗ Ordnung vom 7. Juni 1821 soll ehestens dem staͤndischen Ausschusse zur Berathung vorgelegt werden, und bestaͤtigen Wir die vorge⸗ nommenen Wahlen von Abgeordneten zu diesem Ausschusse.

10) Dem Antrage Unserer getreuen Staͤnde, den Entwurf eines Grundsteuer⸗Gesehes fuͤr die dortige Provinz nach erfolgter vorläͤu⸗ ger Berathung mit dem staͤndischen Ausschusse, desee Wahl Wir hierdurch bestatigen, nochmals dem Pleno des Landtags vorlegen zu lassen, werden Wir gern entsprechen. 8

11) Die Angelegenheit wegen der in Unserem Propositions⸗ Dekret vom 23. Oktober v. J., bei Mittheilung der Bestimmungen Unserer Ordre vom 13. Jannar 1831 wegen kuͤnftiger Verleihungen von Viril⸗Stimmen im Stande der Fuͤrsten und Herren, zur Be⸗ rathung Unserer getreuen Staände von der Ritterschaft gebrachten Verleihung einer Viril⸗Stimme fuͤr ein von dem Freiherrn von Landsberg⸗Vehlen aus den Herrschaften Vehlen und Gehmen und den Guͤtern Raesfeld und Botzelaer zu stiftendes Majorat, kann, bei der von dem ꝛc. von Landsberg desfalls abgegebenen Erklaͤrung, auf sich beruhen.

12) Die uns von Unsern getreuen Staͤnden von der Ritterschaft vorgelegten Statuten fuͤr das zu Soest zu errichtende Fraͤulein⸗Stift baben Wir mit einigen Modificationen im Allgemeinen bereits ge⸗ nehmigt, jedoch die foͤrmliche Vollziehung derselben, so wie die Er⸗ theilung der Autorisation zur Ueberweisung der Gebaͤude des ehe⸗

maligen Walpurgis⸗Stifts und der bewilligten Dotation von 1200

Rthlr. jaͤhrlich, einstweilen noch und zwar bis dahin ausgesetzt, daß die Ausstellung der Stiftungs⸗Urkunden uͤber 18 Stiftsstellen in der in den Statuten vorgeschriebenen Form bewirkt seyn wird. 13) Da Unserer dem Landtage durch das Propositions⸗Dekrer vom 24. Oktober pr. eroͤffneten Anordnung, wonach eine Grund⸗ Steuer⸗Ausgleichung zwischen der Provinz Westphalen und der Rhein⸗Provinz nicht stattfinden, vielmehr die Steuer⸗Vertheilung nach dem Kataster auf die Graͤnzen jeder Provinz beschraͤnkt bleiben sollte, allein die landesvaͤterliche Absicht zum Grunde lag, Besorg⸗ nisse einer Steuer⸗Ueberbuͤrdung zu beseitigen, so haben Wir auf den Uns desfalls ausdruͤcklich erklaͤrten Wunsch Unserer getreuen nicht Bedenken getragen, derselben keine weitere Folge zu geben.

14) Die uͤber den vorgelegten Entwurf einer Erbfolge⸗Ord⸗ nung fuͤr die laͤndlichen Besitzungen abgegebenen Erklaͤrungen, so wie der eingereichte anderweitige Entwurf, werden einer sorgfalti⸗ gen, der Wichtigkeit des Gegenstandes angemessenen Pruͤfung un⸗ terworfen und im legislativen Wege mit moͤglichster Beschleu⸗ nigung bearbeitet werden. Aus den sehr begruͤndeten Bemer⸗ kungen des Abgeordneten der Landgemeinden der Kreise Hamm und Soest, Schulzen Delwig, welche dem staͤndischen Gutachten uͤber jenen Gegenstand beigefuͤgt worden, haben Wir uͤbri⸗ gens ersehen, daß diese so sehr im Interesse des Standes der Landgemeinden liegenden Anordnungen auf den Widerspruch ei⸗ ner nicht geringen Zahl selbst dieses Standes gestoßen sind. Wir sind dadurch darauf aufmerksam geworden, daß ein Theil der Abgeordneten des Standes der Land⸗Gemeinden auf dem letzten Landtage aus Personen bestanden hat, die, seinen Interessen fremd, eigentlich andern Staͤnden angehoͤren, und daß dieser Mißstand sein Erklaͤrung hauptsaͤchlich darin findet, daß die in allen Unsern Ge⸗

Zusammenstellung der Provinzial⸗Gesetze, Gewohnhei⸗

setzen uͤber die Anordnung der Provinzial⸗Staͤnde ausgesprochene, und der von Uns beabsichtigten Gliederung der Staͤnde als wesent⸗ licher Grundsatz dienende Bestimmung, daß die Waͤhlbarkeit im

Stande der Land⸗Gemeinden einen als Hauptgewerbe selbst bewirthschaf⸗

teten Grundbesitz erfordere, Unsern Absichten entgegen, in dem fuͤr die Provinz Westphalen erlassenen Gesetz vom 27. Maͤrz 1824 fehlt. Da

.“ lediglich auf einem Versehen beruht, und she w des Festhaltung der Unseren Anordnungen uͤber die Provinzial⸗Staͤnde Provinzial⸗Gesetzbuches dem Pleno des Landtags zur weitern Be⸗

Uns zur

zum Grunde liegenden Absichten wesentlich daran liegen muß, daß die einzelnen Staͤnde, ihren eigenthuͤmlichen Interessen gemäͤß, auf den Landtagen vertreten werden, dies aber ohne schuͤtzende Anord⸗ nungen, wie die Erfahrung gelehrt hat, nicht zu erreichen ist, so ist es Unser Wille, daß jene Bedingung der Waͤhlbarkeit auch fuͤr die

betreffenden Rechts⸗Verhaͤlt⸗ und ü uͤber die Rechts⸗Verhaͤltnisse der Grundbesitzer und die Abloͤsung der Real⸗

V

Provinz Westphalen Geltung erhalte. Wir werden daher die erfor⸗ derlichen Eroͤffnungen zu einer Declaration des §. 12 des oben ge⸗ dachten Gesetzes an den naͤchsten Provinzial⸗Landtag ergehen lassen, haben es aber fuͤr noͤthig erachtet, Unsere getreuen Staͤnde schon jetzt von dieser Unserer Absicht und den Uns veranlassenden Gruͤn⸗ den in Kenntniß zu setzen.

(Fortsetzung folgt).

Preise der vier Haupt⸗-Getraide⸗Arten in den fuͤr die Preußische Monarchie bedeutendsten Marktstaͤdten im Monat Januar 1835, nach einem monatlichen Durchschnitte in Preußischen Silbergroschen und Scheffeln angegeben.

Roggen Gerste Hafer

HAsGmrmmEmnmaen 28 72

19 8 30 1

2121 8 2112 25 ½ ß18 ,

v0oöI1 40 8, 25 9, 20 48 18

Namen der Staͤdte. ehen

Koͤnigsberg Memel Tilsit Insterburg Rastenburg

4 172½ 50 461:,

40

19722

18 ⁸⁷6

8

. en to b —— *8S

'

12

üeee

IF

2 l 10 1 5—-58*

q— =-S——”S —0 828,

40

n9n Senssss

84—12

Brandenburg Kottbus.....

vanksurt a. d. O.... Landsberg a. d. W. . . . . Stettin

12 2

8*½

—,

—+△ 28

=S

25 —.— 889818

8

2ö5—

borcohnge

—8

.— „242 ..—

2

200 0Sg 89 9 9

10 8

Leobschuͤtz

zen, die der gestrigen Vorstellun 8 . 8 g nicht beiwohnten, bemerken wir t noch, daß das Sujet der Oper der Roͤmischen Geschichte und

Ratibor..

27

Namen der Staͤdte. wenen Noggen

ann⸗

nnemErTnaAaim Gerste Haser

mcasfgrrrreee g

19 ur

Magdeburg Stendal Halberstadt Nordhausen Muͤhlhausen Erfurt Halle Torgau Muͤnster Minden Paderborn Dortmund Koͤln Elberfeld. Duͤsseldorf

36 92 40 v2 3 5 12

5. 9

42322

☛H + SD=”

—,— 02 5—n

.0hhb⸗ 28 22

—,

2

—. ₰—.—ö— ,.

4ℳ

2ꝙ1 +

20 88

590 2

—â1x 8 8

+Vn G8 80⸗ 22I.lo. „„,9 ,4,91 2 89)

+ 8 2 2*

.n —2 4ꝗ2n5— —— —9.0bG —,——,— 852052298,

2₰₰ 82

2*u—2,

Achen Malmedy Trier Saarbruͤck Kreuznach Simmern

2m —,— —— 2 2 23

‿8 μ 0☚.— S 9Nb,

2₰

2OS

0.

50”AEGA

3 85

ö

Durchschnitts⸗Preise der 10 Preußischen Staͤdte 5 Posenschen Staͤdte

9 Brandenb. u. Pom⸗ merschen Staͤdte..

11 Schlesischen Staͤdte -8 Sächsischen Städte 3 Westfaͤl. Staͤdte .. r 14 Rheinischen Staͤdte