“ 2.
en gewesen, mitnehmen und durch seinen Bedienten besorgen
assen zu wollen, und daß er unmoͤglich haͤtte so unhoͤflich seyn oͤnnen, diese Bitte abzuschlagen, ergriff Lvord Brougham das Wort und hielt eine sehr lange Rede gegen das jetzige und zur Vertheidigung des vorigen Ministeriums. Ihm erwiederte der ord⸗Kanzler. Dann sprachen noch der Graf von Ri⸗ on, der Herzog von Richmond und der Graf von Mulgrave; die beiden Ersteren erklaͤrten zwar, daß sie icht fuͤr das Amendement stimmen koͤnnten, fuͤgten aber hinzu, aß sie doch deshalb der jetzigen Verwaltung kein Vertrauen zu chenken geneigt sepen; der Letztere sprach sich zu Gunsten des Amendements aus. Dies wurde aber am Schiuß der Sitzung ohne Abstimmung verworfen und der urspruͤngliche Adreß⸗ Entwurf angenommen. 1“ ““ 1I11“ “ Unterhaus. Sitzung vom 24. Februar. Um halb
uͤnf Uhr nahm bereits der Sprecher seinen Sitz auf dem Praͤstdentenstuhle ein. Im Namen des Sir Rob. Peel wur⸗ den zwei Bills in Bezug auf die Abloͤsung des Zehnten fuͤr den 17. und 24. März angekuͤndigt. Nachdem der Spre⸗ cher eine Abschrift der Koͤnigl. Thron⸗Rede verlesen hatte, erhob sich Lord Sandon, um auf die gewoͤhnliche Adresse als Antwort auf die Thron⸗Rede anzutragen. Er habe, sagte er, die Reformbill foͤrdern hel⸗ en, sey aber darum immer doch auch ein Vertheidiger der Koͤnigl. Praͤrogative geblieben, die eben so wesentlich fuͤr die Freiheit es Volkes, als fuͤr die Wuͤrde der Krone sey. Er bekenne, daß er zu der Melbourne'schen Verwaltung kein Vertrauen gehabt und daß er darum eine Untersuchung der Gruͤnde, weshalb die⸗ selbe entlassen worden, fuͤr uͤberfluͤssig halte. Was die Grund⸗ sätze der Grey'schen Verwaltung, naͤmlich „Frieden, Sparsam⸗ keit und Reform“ betreffe, so seyen dies auch die Grundsaͤtze des jetzigen Ministeriums, das sogar das Vertrauen der großen Maͤchte Europaͤ's in einem weit hoͤhern Matze besitze (Beifall ven der Opposition). Es scheine dies, den Herren gegenuͤber, wie sich aus ihrem ironischen Beifall schließen lasse, nicht zuzu⸗ sagen; so haͤtten jedoch die alten Whigs nicht gedacht; solche Ge⸗ sinnung habe der beruͤhmte Foy nicht getheilt, der vielmehr der Ansicht gewesen, daß das Vertrauen der mäaͤchtigen Staaten Eu⸗ ropa's eine Sache von großer Wichtigkeit fuͤr das Land sey. In Bezug auf die große Frage der Reform werde die gegenwaͤrtige Verwaltung gewiß eben so handeln, wie die des Lord Grey;: denn die letztere habe keine groͤßere Zugestaͤndnisse machen wol⸗ , und die gegenwaͤrtige werde das, was einmal zugestanden vorden, nicht allein nicht zu schmaͤlern suchen (hoͤrt, hoͤrt!), son⸗
en auch so weit, als es nur irgend moͤglich sey, mit der Ver⸗ esserung der Institutionen des Landes fortfahren. Unrecht wuͤrde es indessen seyn, die gegenwaͤrtigen Minister darum als Apostaten zu bezeichnen; denn wenn sie auch verstaͤndige und constitutionnelle Reformen beabsichtigten, so seyen sie doch weit avon entfernt, mit jenen Ideologen, die fuͤr ihre sogenann⸗ Verbesserungen weder Maß noch Ziel kennen, gemein⸗ aftliche Sache zu machen. Herr Bramston unter⸗ füͤtzte den Antrag des vorigen Redners, und nachdem ie von Beiden beantragte Adresse, welche ein bloßer Widerhall der Thron⸗Rede war, vom Sprecher verlesen wor⸗ en, erhob sich Lord Morpeth mit dem Gegen⸗Antrage, fol⸗ gendes Amendement der Adresse einzuverleiben: „Ew. Majestaͤt etreue Unterthanen erkennen dankbar an, daß die Akte zur Ver⸗ esserung der Volks⸗Repraͤsentation, mit Bewilligung Ew. Ma⸗ zt, dem Parlamente vorgelegt und durch Ew. Majestaͤt Ge⸗ hmigung zum Gesetz erhoben wurde. Sie erwarten vertrauens⸗ voll fernere Vortheile von jenen weisen und nothwendigen Maß⸗ regeln, und hoffen, daß in dem Rathe Ew. Majestaͤt auch fer⸗ ner ein Geist wohlbedachter und wirksamer Reformen vorherr⸗ schen wird, und daß die liberale und umfassende Politik, welche em Volke das Recht, seine Repraͤsentanten zu waͤhlen, zuruͤck⸗
b und die Emancipation aller Sklaven in den auswaͤrtigen Kolonieen und Besitzungen Ew. Majestaͤt bewirkte, ohne Verzug n demselben ausgedehnten Sinne unsere Municipal⸗Corpora⸗ ionen unter die wachsame Kontrolle des Volks stellen, allen vohlbegruͤndeten Beschwerden der protestantischen Dissen⸗ ers abhelfen und diejenigen Mißbraͤuche in der Kirche verbessern wird, welche ihre Wirksamkeit verringern, den Frieden n Irland stoͤren und den Charakter dieses Instituts in beiden Laͤndern herabwuͤrdigen. Ew. Majestaͤt getreue Unterthanen bit⸗ en ergebenst, hinzufuͤgen zu duͤrfen, daß sie bedauern muͤssen, die Fortschritte jener Reformen durch die Aufioͤsung eines Parla⸗ nents, das sich ernstlich mit der kraͤftigen Ausfuͤhrung von Maß⸗ regeln beschaͤftigte, welche den eben so eifrigen als gerechten Wuͤn⸗ chen des Volkes entsprachen, unterbrochen und gefaͤhrdet zu sehen.“ — Indem, er, bemerkte der Redner, in Antrag bringe, diese Worte zu dem vaͤterlichen Throne Sr. Majestaͤt (Beifall) gelangen zu lassen, wolle er damit nicht ge⸗ sagt haben, daß die Thron⸗Rede nicht auch Manches enthalte, was uͤberaus erfreulich sey; ja, er werde die angekuͤndigten Kirchen⸗Verbesserungen gewiß unterstützen, der Vorschlag dazu moͤge nun von dieser oder von jener Seite kom⸗ nen (Beifall von den ministeriellen Baͤnken); inzwischen haͤtte er doch zunaͤchst auch einige positivere Aeußerungen in Bezug zf die Kirche des so arg gequaͤlten Irland erwartet. Eben so venig wie der edle Lord, der die Adresse in Antrag gebracht, sey auch er (Lord M.) geneigt, die Praͤrogative der Krone hin⸗ sichtlich der Ernennung der Minister irgendwie in Frage zu stel⸗ ien; inzwischen bleibe es dech immer gestattet, zu fragen, wel⸗ ches der Bewegungsgrund gewesen sey, Maßregeln und Maͤnner n beseitigen, die sich des Vertrauens eben so wohl Sr. Maje⸗ staͤt, als des Volkes, zu erfreuen gehabt haͤtten. Nicht erst die Reform⸗Bill habe dem Hause die Macht verliehen, solche Fragen zu thun, diese Macht habe demselben vielmehr immer beige⸗ wohnt. Das Haus uüͤsse wissen, wer die Verantwortlichkeit davon zu tragen habe, daß ein so allgemein geachtetes Ministerium entlassen und mithin seine ganze Wirksam⸗ keit in Frage gestellt worden sey. Die Gruͤnde dazu muͤßten sehr ernst und dringend gewesen seyn, sonst wuͤrde man ja wohl, wie es uͤblich sey, die Portefeuilles denjenigen Maͤnnern, die damit bekleidet gewesen, so lange gelassen haben, bis ihre Machsolger ernannt worden; statt dessen habe man aber mehrere Ministerien auf ganz ungewoͤhnliche Weise einem einzigen Mann, dem Herzoge von Wellington, auf laͤngere Zeit anvertraut. So sehr er (der Redner) nun auch die militatrischen Talente des Herzuas bewundere, so muͤsse er doch seine Faͤhigkeit bezweifeln, drei Eivil⸗Chargen auf einmal zu bekleiden. Er wolle nicht etwa sagen, daß dem Lande durch diese interimistische Verwal⸗ tung ein wirklicher Schaden erwachsen sey, aber man muͤsse sich doch dagegen, als gegen einen Praͤcedenz⸗Fall, verwahren, auf den man sich vielleicht noch kuͤnftig einmal berufen koͤnnte. (Un⸗ n lauter Beifall.) Große Unordnungen haͤtten allerdings
nicht vorfallen koͤnnen, denn das vorige Ministerium habe Alles in so vortrefflicher Ordnung zuruͤckgelassen, daß es
nur noͤthig gewesen sey, den bisherigen Gang nicht zu stoͤren.
Angenommen aber, es waͤre in jenem Interregnum des Her⸗ zogs irgend ein auswaͤrtiger Krieg, irgend eine Neger⸗Revolu⸗ tion in den Kolonieen und irgend ein Kampf in Irland ausge⸗ brochen — haͤtten dann die Schultern des einzigen Ministers alles dies ertragen koͤnnen? Endlich indessen sey der Kanzler der Schatzkammer (Sir R. Peel) eingetroffen, von welchem er (der Redner) nur mit der groͤßten Hochachtung sprechen koͤnne. Nur in den Verwaltungs⸗Grundsaͤtzen sey er mit demselben nicht ein⸗ verstanden, und daß sich der sehr ehrenwerthe Baronet in Be⸗
zug auf diese Grundsaͤtze nicht geaͤndert habe, koͤnne man schon
aus den Freunden abnehmen, mit denen er sich umgeben. (Bei⸗ fall.) Der sehr ehrenwerthe Baronet stehe in direkter Opposi⸗ tion zuͤ den Gesinnungen des Landes. Seine erste Maßregel sey eine Aufloͤsung des Parlaments gewesen, und daß diese Handlung den Wuͤnschen des Volkes entgegen gewesen, solle dem Throne jetzt erklaͤrt werden. — Herr Bannerman unter⸗ stuͤtzte das von Lord Morpeth vorgeschlagene Amendement. — Nachdem hierauf noch mehrere Mitglieder zum Theil fuͤr und zum Theil gegen die urspruͤngliche Adresse gesprochen hatten (unter den Letztern befand sich auch das neugewaͤhlte Mitglied Dr. Bowring), trat endlich Sir Robert Peel selbst auf und redete von seinem Platze das Haus an. „Ich stehe hier“, sagte er, „als erster Minister der Krone, in welcher Eigenschaft ich, obwohl weit davon entfernt, mir irgend etwas anzumaßen, doch meine Ehre als Staatsmann dafuͤr verbuͤrgt habe, mich nur durch solche Motive leiten zu lassen, welche die Pflicht gegen meinen Souverain und gegen das Land mir eingiebt. Ich verkenne meine Verantwortlichkeit durchaus nicht und will sogar, wenn es verlangt wird, fuͤr die Entlassung des vorigen Ministeriums verantwortlich seyn. (Hoͤrt, hoͤrt!) Doch muß ich, um der Wahrheit und meinem Charakter nicht zu nahe zu treten, aus⸗ drüͤcklich bemerken, daß ich persoͤnlich nicht im allerentfernte⸗ sten bei jener Entlassung betheiligt war. Nie habe ich an einer Intrigue Theil genommen; ich bin bloß dem Rufe gefolgt, der mir von der hoͤchsten Autoritaͤt des Landes zugekommen ist.“ Der Minister ging nun mehr in eine Recapitulation aller Maßregeln ein, die seit dem Jahre 1830 im Parlamente vorgekommen. Er erinnerte daran, daß, als die Reform⸗Bill erst zum Gesetze geworden, er der Erste gewesen sey, der Einigkeit empfohlen und Gehorsam dem Gesetze gelobt, um es in allen seinen Theilen zur Ausfuͤhrung bringen zu helfen. Keine factioͤse Opposition habe er gegen das Grey'sche Ministerium gemacht, obgleich ihm dazu oft genug die Gelegenheit geboten worden sey. Als Graf Grey im Juni 1834 auszutreten gewuͤnscht, seyen Lord Melbourne, der Herzog von Wellington und er (Sir Robert) um ihre Meinung uͤber ein gemischtes Ministerium befragt worden. Lord Melbourne sey jedoch derjenige gewesen, der sich zuerst gegen eine solche Vereinigung ausgesprochen, und der der Meinung gewesen, daß so verschiedenartige Elemente niemals in Uebereinstimmung zu bringen seyen. In der Schwierigkeit, in der die Krone sich da⸗ mals befunden, haͤtte der Koͤnig sich endlich veranlaßt gefunden, das Ministerium unter die Auspizien des Lords Melbourne zu stellen, doch mußte vorher noch Lord Althorp seine Einwilli⸗ gung dazu geben, daß er als Kanzler der Schatz⸗Kammer bleiben wolle, weil ohne ihn die ganze Combination nicht moͤglich gewe⸗ sen waͤre. Lord Althorp sey also der Eckstein der Melbourne⸗ schen Verwaltung gewesen, und koͤnne man sich also noch dar⸗ uͤber wundern, daß, nachdem dieser Eckstein des Gebaͤudes ausge⸗ fallen, Se. Maj. sich veranlaßt gesehen, die Staats⸗Angelegen⸗ heiten einer Revision zu unterwerfen, und ein neues Ministe⸗ rium zu bilden? — (Wir behalten uns vor, auf den ferneren Inhalt der Rede des Ministers morgen zuruͤckzukommen, und be⸗ merken nur noch, daß Sir Robert Peel auf eine Frage des Lord John Russell antwortete, es seyen bereits mehrere Reform⸗Maß⸗ regeln so weit vorbereitet, um dem Hause ehestens vorgelegt zu werden.) Das Haus vertagte sich sodann um 1 ¼ Uhr.
Unterhaus. Sitzung vom 25sten. Die Debatte uͤber die Adresse wurde wieder aufgenommen. Herr Robinson er⸗ klaͤrte, er wolle den Ministern eine offene Erprobung zugestehen. Er fuͤhrte zahlreiche Gruͤnde an, weshalb er in ein anti⸗refor⸗ mistisches Ministerium kein Vertrauen setzen koͤnne, doch werde er fuͤr die Adresse und gegen das Amendement stimmen. Herr Ward sprach fuͤr das Amendement und machte auf den gro⸗ ßen Unterschied zwischen beiden Patteien aufmerksam, indem die eine den Dissenters feindlich, die andere dagegen bereit sey, ih⸗ nen aleiche Rechte zu gestatten; die eine sey den Corporations⸗ Mißbraͤuchen guͤnstig, die andere wolle dieselben abschaffen; die eine nenne eine etwas groͤßere Gleichstellung der Kirchen⸗Ein⸗ kuͤnfte eine Kirchen⸗Reform, waͤhrend die andere die ungeheuren Einkuͤnfte der Kirche in Irland, die nur den Haß gegen die protestant ische Religion näaͤhrten, zu nuͤtzlichen Zwecken ver⸗ wendet wissen wolle. Er sprach am Schlusse seiner Rede die Hoff⸗ nung aus, daß das Oberhaus, anstatt dem Lande Gebote vorzu⸗ schreiben, mit den allgemein verbreiteten Gesinnungen uͤberein⸗ stimmen werde. Lord Stanley hielt eine lange Rede zu Gun⸗ sten der Adresse, tadelte jedoch den Herzog von Wellington des⸗ halb, daß er drei oder vier Aemter zugieich inne gehabt habe, und zeigte, daß das von Sir Robert Peel aus den Zeiten der Köoͤnigin Anna angefuͤhrte Beispiel des Herzogs von Shrews⸗ bury hierauf nicht anzuwenden sey. Herr Praed vertheidigte die Minister und suchte die Aufloͤsung des Parlaments durch den Erfolg derselben zu rechifertigen. Die Rede des Herrn Sheil, der zunaͤchst das Wort nahm, ver⸗ aniaßte Sir Robert Peel mehrmals zu Widerlegungen. Lord John Russell erhob sich sodann und behauptete in sei⸗ nem Vortrage, es sey ein großer Unterschied zwischen dem bloßen Praͤhlen mit Grundsaͤtzen und dem wirklichen Ausfuͤhren von Maßregeln. Die Minister koͤnnten das erstere thun, ohne die Be⸗ richte der zur Untersuchung des Zustandes der Irlaͤndischen Kir⸗ che und der Corporationen ernannten Kommissionen zu haben, aber nicht das letztere. Herr Harvey sprach noch fuͤr das Amendement, worauf das Haus sich vertagte.
Oberhaus. Sitzungvom 26sten. Lord Ellenborough zeigte an, daß er einen Antrag zur Entschaͤdigung gewisser Be⸗ amten in Indien und zur Feststellung der Gesetze dieses Landes einbringen werde. Auf den Antrag Lord Broughams wur, den Abschriften aller in den Jahren 1828 — 1833 vorgenomme⸗ nen Ernennungen von Kommissionen verfuͤgt. Dieser Antrag gab zu einer interessanten Debatte Veranlassung, woran der Lordkanzler, der Graf von Radnor, der Herzog von Welling⸗ ton, Lord Ellenborough und Lord Brougham Theil nahmen. Der Lord⸗Kanzler behauptete in der Rede, welche er bei dieser Gelegenheit hielt, daß die zur Untersuchung der Corporationen ernannten Kommissionen in einigen ihrer Theile ungesetzlich ge⸗ wesen seyen. Lord Brougham legte darauf eine Bill zur Verhinderung der Bestechungen bei den Wahlen auf die Tafel, nahm sie aber zuruͤck, auf die Bemerkung, daß eine Maßregel
der Art nicht vom Oberhause ausge en duͤrfe.
fend. Das Haus vertagte sich um 6 ¼ Uhr. Unterhaus. Sitzung vom 26sten.
nach Mitternacht zur Abstimmung geschritten ben sich: gegen das Amendement 302 8 fuͤr dasselbe 1e“
also eine Majorität von
position aufgenommen.
wolle, heute wieder auf ihren Pläͤtzen zu seyn.
er wolle dern
denselben Rath denjenigen
ertheilen, welche die urspruͤngliche Adresse
joritaät von heute Nacht inne habe.
London, 27. Febr.
eine huldreiche Antwort darauf.
deren der — Pair erhobene Lord Fitzgerald,
Advokat f
meister des Feldzeug⸗Amtes, Oberst Perceval.
Se. Majestaͤt mehreren Mitgliedern der Verwaltung Audienz. Der heutige Globe meldet: „Die Angelegenheit der Fran⸗
zoͤsischen Ministerial⸗Krisis hat ein neues Interesse dadurch er⸗ halten, daß der Graf Sebastiani die Aufforderung erhalten hat, unverzuͤglich nach Paris zuruͤckzukehren, wohin derselbe auch be⸗
reits aufgebrochen ist.“ Das Resultat der
maßen:
praͤsentanten auf dem Pfade der Pflicht zu erhalten. den sich noch mehr Abtruͤnnige finden, wenn nicht die Augen be⸗ stäͤndig auf sie gerichtet wuͤrden. Unserer Meinung vach, wird es heute Abend nicht erst zu einer Abstimmung daruͤber kommen, ob uͤber die dresse Bericht tet werden soll; wenn es aber dazu kaͤme,
wir, daß das Resultat keinem Zweifel unterworfen ist.
Das Haus wird eben so gegen die Minister entscheiden, wie bei dem Amendement zur Adresse. Um diesen Erfolg jedoch zu ie
ie Morning Chroniele beginnt ihr heutiges Blatt mit folgen⸗ den groß gedruckten Worten unter der Ueberschrift „Tages⸗Ord⸗ nung“: „Es wird heute ganz gewiß noch eine Abstimmung dar⸗ uͤber stattfinden, ob der Bericht uͤber die amendirte Adresse ab⸗ gestattet werden soll, und jedes Reform⸗Mitglied wird die Noth⸗
muͤssen die Mitglieder sich an ihren Plaͤtzen einfinden.“
wendigkeit einsehen, heute um 5 Uhr ohne Saͤumniß auf seinem
Platz zu seyn, damit die Minister das Haus nicht uͤberrum⸗
peln und so die Opposition der Fruͤchte des gestrigen Sieges berauben.“ Der Globe nimmt eine ruhigere Miene an und meint, die Abstimmung von heute Morgen (wie sie eigentlich zu nennen ist, da sie erst gegen 2 Uhr in der Nacht erfolgte), durch welche das Amendement mit einer Majoritat von 309 gegen 302 Stimmen durchgegangen, zeige unverkenn⸗ bar, daß das zweite reformirte Parlament auf die Ansichten und Intentionen des ersten eingehe. „Das Ministerium“, sagt die⸗ ses Blatt, „hat nun seine „offene Erprobung“ erhalten. Es wurde die Gewalt in seine Haͤnde gelegt, es bediente sich der⸗ selben aus allen Kraͤften, um ein Tory⸗Parlament zu erhalten, und seine Bemuͤhungen sind ihm fehlgeschlagen. Die Erprobung, da Versuch ist zu Ende.“ Was die Unterstuͤtzung anbetrifft, welt Lord Stanley und sein Anhang dem Ministerium bei den beite ersten Abstimmungen gewaͤhrt haben, so meint der Globe, diese muͤßten die Minister auch verlieren, wenn es zu der ersten gro⸗ ßen Reform⸗Frage, zu der uͤber das Corporations⸗Wesen, kom⸗ men wuͤrde, da in den Ansichten uͤber diesen Gegenstand Lotd Stanley und ein Jeder, der sich vor den Idus des November noch einen Reformer genannt habe, jedenfalls von denen des jetzigen Ministeriums abweichen wuͤrden.
Am Mittwoch hatten Lord Stanley und seine politischen Freunde eine Zusammenkunft. Die Morning Post versichert, es haͤtten 53 Mitglieder des Unterhauses daran Theil genommen und einstimmig beschlossen, die Adresse zu unterstuͤtzen; darunter seyen 13 gewesen, die bei der Sprecher⸗Wahl gegen das Mini⸗ sterium gestimmt haͤtten.
Sir Francis Burdett hat an der Abstimmung uͤüber das Amendement zur Adresse im Unterhause eben so wenig Theil ge⸗ nommen, wie an der uͤber die Sprecher⸗Wahl. Er entfernte sich gestern Abend aus dem Hause, ehe es zur Abstimmung kam. Lord Stanley und Sir James Graham haben, Sir C. Sutton stimmten, stimmt. 1
An der Boͤrse hat die Annahme des von der Opposition im Unterhause vorgeschlagenen Amendements zur Adresse keine sehr große Wirkung hervorgebracht; die Consols, welche gestern zu 913 schlossen, standen heute um 2 Uhr 91.
Der Courier zaͤhlt 10 Mitglieder auf, welche bei delr Sprecher⸗Wahl fuͤr Herrn Abercromby gestimmt hatten, und ge⸗ stern gegen das Amendement zur Adresse stimmten; 8 Mitglie⸗ der, welche fuͤr Sir C. Sutton gestimmt hatten und doch fuͤr das Amendement stimmten; 3 Mitglieder, welche fuͤr das Amen⸗ dement stimmten, und die bei der Sprecher⸗Wahl nicht zugegen gewesen, und 6 Mitglieder, welche hei der Sprecher⸗Wahl eben⸗
so auch gegen das Amendement ge⸗
. Er brachte dar⸗ auf noch eine andere Bill ein, die Verhinderung der Pluralitaͤ⸗
ten und den Aufenthalt der Geistlichen auf ihren Pfarren betref⸗
n. Nachdem noch mehrere Mitglieder fuͤr und wider das Amendement gespro⸗ chen hatten, unter den Ersteren Lord Dudley Stuart und Herr O'Connell, unter den Letzteren Herr Goulburn, Sir James Graham und Herr Shaw, wurde endlich gegen 2 Uhr
7 Stimmen zu Gunsten desselben. Die Verkuͤndigung der Annahme des Amendements wurde mit lautem und lange anhaltendem Beifall von Seiten der Op⸗ Lord J. Russell fragte darauf, oh es die Absicht des sehr ehrenwerthen Baronets sey, daß noch an diesem Tage der Bericht uͤber die Adresse mit dem Antrage auf Ausstreichung des Amendements abgestattet und zur Abstimmung gebracht werde, weil er in diesem Falle allen denen, welche heute Nacht zu Gunsten des Amendements gestimmt haͤtten, rathe Sir R. Pea wollte fuͤr jetzt diese Frage nicht beantworten, sagte aber, ehrenwerthen Mitglie⸗ unterstuͤtzt haͤtten, und er baͤte sie, auf ihrem Posten zu seyn, um mor⸗ gen die Stellung einzunehmen, welche jetzt die Ma⸗ Hierauf wuͤnschte ein Mitglied zu wissen, ob der sehr ehrenwerthe Baronet damit meine, daß er sich und seine Freunde morgen auf den Opposts⸗ tions⸗Baͤnken zu sehen wuͤnsche, eine Bemerkung, die lautes Ge⸗ laͤchter erregte, die aber der Premier⸗Minister keiner Antwort wuͤrdigte. Das Haus vertagte sich darauf um halb 3 Uhr Morgenes.
Der Koͤnig nahm vorgestern im St. James Palast die Adresse des Oberhauses entgegen und ertheilte Dann hielten Se. Majestaͤt ein Lever, bei welchem mehrere zu neuen Aemtern und Wuͤrden befoͤrderte Personen dem Koͤnige vorgestellt wurden, unter An⸗ 1 der neue Lord⸗ r Schottland, Sir William Rae, und der neue Schat⸗ Spaͤter ertheilten
1 gestrigen Abstimmung im Unterhause scheint den Oppositions⸗Blaͤttern doch einige Besorgnisse zu er⸗ regen, so sehr sie sich auch bemuͤhen, dieselben zu verbergen und sich durch erneuerte Aufforderungen an ihre Partei, heute bei der Abstimmung uͤber die Adresse selbst auf ihrem Posten zu seyn, Muth einzusprechen. Der Courier aͤußert sich folgender⸗ „Die gestrige Abstimmung zeigt den Waͤhlerschaften, daß alle ihre Wachsamkeit noͤthig ist, um ihre saͤmmtlichen Re⸗ Es wuͤr⸗
erstat⸗ so glauben
so wie sie fuͤr o
schlten, und die gegen das Amendement stimmten; von snigen Mitgliedern, welche fuͤr Sir C. Sutton gestimmt n, fehlten bei der gestrigen Abstimmung 11 und von denen, 98 fuͤr Herrn Abercromby gestimmt hatten, 9. Anwesend em der gestrigen Sitzung, als es zur Abstimmung kam, 6l9 Mitglieder; 3 von beiden Seiten aber verließen nach gseitigem Uebereinkommen noch vorher das Haus, und zwei gahmen das Geschaͤft der Stimmenzäͤhlung, so daß im Gan⸗ 611 Mitglieder mitstimmten, folglich 11 weniger, als bei der
Wahl. ucer Ealedonian Mercury meldet, daß die Nachricht der Erwaͤhlung des Herrn Abercromby zum Sprecher allge⸗ ne Freude in Edinburg erregt habe, und daß auf Befehl der hörden zwei Stunden lang mit allen Glocken gelaͤutet wurde. Der Bischof von Chichester ist von der hohen Geistlichkeit Inglikanischen Kirche auch fuͤr diese Parlaments⸗Session doer zu ihrem Wortsuͤhrer im Oberhause gewaͤhlt worden. der Courier glaubt, daß Lord Palmerston naͤchstens doch hzu einem Sitz im Unterhause gelangen werde.
er Lord⸗Lieutenant von Irland, Graf Haddington, ist vangekommen. w Gestern begab sich eine Deputation der Kirchspiele von tminster⸗ hauptsaͤchlich aus Kirchspiel⸗Beamten bestehend, zu Robert Peel, um sich uͤber die Absichten der Regierung Betreff der Fenster⸗Taxe zu unterrichten. Sir Robert Peel ete die Deputirten aufmerksam an, richtete mehrere Fragen sie, lehnte es aber ab, sich bestimmt uͤber die Absichten der ferung in dieser Beziehung zu aͤußern. Es wuͤrde, sagte er, Laufe dieses Jahres eine Untersuchung der Einkuͤnfte und aben des Landes stattfinden, und er werde dann zur Ermaͤ⸗ ung der letzteren thun, was in seinen Kraͤften stehe.
Der Graf Scarborough ist am 24sten d. M., in Folge ei⸗
FSturzes mit dem Pferde auf der Jagd, zu Marcome Moor
Doncaster gestorben. Durch seinen Tod wird der Parla⸗ utzsitz fuͤr die noͤrdliche Abtheilung von Nottinghamshire er⸗ gigt, da ihm sein aͤltester Sohn, Lord Lumley, der seit 1826 spräsentant derselben ist, in der Pairswuͤrde folgt.
In Bristol hat sich eine Gesellschaft fuͤr den direkten Han⸗
nit China mit einem Kapital von einer halben Million so nd Actien zu 100 Pfd. gebildet.
hach Berichten vom Cap, die bis zum 11. Dezember rei⸗ ], war dort Alles ruhig, und die Arbeitsamkeit der Sklaven e nach ihrer Emancipation nicht abgenommen.
Aus Athen hat man hier Nachrichten bis zum 24. Januar ilten, die jedoch von keinem besonderen Interesse sind. Dem un zufolge, sollen die bekanntgemachten Namen der Richter Praͤsidenten der neuen Gerichtshoͤfe, welche am 6. d. eroͤff⸗ twerden sollten, große Unzufriedenheit unter der Bevoͤlkerung igt haben. „Viele von diesen Richtern“, heißt es in diesem satte, „sind junge Leute, die kaum ihre Majorennitaͤt erreicht id also weder die geziemende Wuͤrde noch die zu einer wirksa⸗ n Handhabung der Rechtspflege unter einem nur halb civili⸗ ten Volke noͤthige Erfahrung besitzen. Auch sind ihre Gehalte cistgering, von 86 — 130 Pfund jaͤhrlich, so daß sie jeder Art von Be⸗ chung zugaͤnglich seyn muͤssen. Dies ist ein großes Ungluͤck; aber noch el schlimmer ist es, daß das Gesetzbuch, welchem diese Richter gen sollen, fuͤr den Charakter des Volkes nicht paßt. Diese ebel werden nicht etwa durch Vertrauen zu dem Ministerium fgewogen; im Gegentheil, man betrachtet dasselbe mit argwoͤh⸗ schen Blicken. Koͤnig Otto selbst aber wird sehr verehrt und
üroe es noch mehr werden, wenn er die Dienste seiner Grie⸗ schen Unterthanen den Diensten seiner Bayerischen Landsleute eziehen wollte.“
Die hiesigen Zeitungen entlehnen dem Canton Register sgendes Naͤhere uͤber die Behandlung, welche dem Lord Na⸗ ir von Seiten der Chinesen widerfahren seyn soll: „Als Se. herrlichkeit sich, weil er am Fieber erkrankt war, der verraͤthe⸗ scen Regierung anvertraute, die ihn schleunigst nach Macao pollte zuruͤckbringen lassen, indem sie zugleich den offenen Befehl in ihm forderte, daß die Englischen Fregatten sich nach Lintin ffernen sollten, ließ man ihn und seine Begleiter am ersten bend nicht uͤber das Fort hinaus, welches ungefoaͤhr 3 Engli⸗ he Meilen von den fremden Faktoreien entfernt ist. Dort wurde eankert und die Nacht zugebracht, waͤhrend das Fahrzeug, auf belchem sich Lord Napier befand, von Mandarinen⸗Boͤten um⸗ eben war, die eine Eskorte von ungefaͤhr 300 Mann an Bord atten. Die abscheuliche laͤrmende Musik, welche die Chinesen fort⸗ waͤhrend machten, ließ den Kranken kein Auge zuthun. Durch ndere Verzoͤgerungen wurde die Ankunft zu Heangshan von Montag bis Dienstag um Mitternacht hingezogen, und dort ußte die Gesellschaft, unter dem Laͤrm dieses großen Handels⸗ Patzes, bis Donnerstag Nachmittags, gegen 40 Stunden, vor inker bleiben, unter dem bestaͤndigen Spektakel der Chinesischen Musik, trotz aller Bitten des Arztes Sr. Herrlichkeit, daß man sh etwas ruhig verhalten moͤchte, da der Kranke sehr leide. ine grausamere und qualvollere Behandlung laͤßt sich gar nicht denken. Erst am Freitag Morgen erreichte das Schiff Macao, „s. man bei dem Stande des Windes schon am Dienstag
h haͤtte dort seyn koͤnnen. Wir hoffen ernstlich, daß die Bri⸗ sche Regierung diese ihrem Repraͤsentanten zugefuͤgte Schmach
ügeziemend rächen und dem Kaiser von China eine Vorstellung
deshalb machen wird, dam rende Strafe treffe.“”“) “ Bruͤssel, 26. Febr. Die Revpraͤsentanten⸗Kammer hat ge⸗ een die allgemeine Diskussion uͤber das Finanz⸗Budget geschlos⸗ sen. Man sprach hauptsaͤchlich uͤber die beiden nunmehr in
Schuldigen gebuͤh⸗
Wrüssel bestehenden Bank⸗Institute, die beide von dem Abbé de
Foere stark getadelt wurden. Auf eine von Herrn Demanet aufgeworfene Frage, erklaͤrte der Finanz⸗Minister, daß die Umstaͤnde es vorläaͤufig nicht gestatteten, die Erhebung der bewil⸗ ligten 10 Zusatz⸗Centimen einzustellen.
Folgendes ist ein Auszug aus den der Repraͤsentanten⸗Kam⸗ mer in ihrer jetzigen Sitzung vorgelegten und oͤffentlich bekannt gemachten offiziellen Urkunden, hinsichtlich der in den letzten 30 ben vorgekommenen Hinrichtungen und angeklagten Mord⸗
aten: b Hinrichtungen we- Anklagen wegen
Belgien gen verschiedener vorsaͤtzlicher Zeitraum. Verbrechen. Mordthaten. Jahre, endigend mit 180 235 145
„ 5 1809 — 76
12
1“
. Schweden und Nor gen. Stockholm, 21. Febr. Durch eine Koͤnigl. Verordnung vom 7ten d. M. sind die Hamburgischen und Bremischen Schiffe, hinsichtlich der Entrichtung von Abgaben, den Schwedischen Schiffen gleichgestellt worden. Im Buͤrgerstande des Reichstages ist unter Anderm der Antrag gemacht worden, das Verbot zu erneuern, wodurch den
Juden der freie Verkehr auf den Schwedischen Jahrmaͤrkten un⸗
tersagt wird. Nachdem das Gutachten des Kommerz⸗Kollegiums hieruͤber eingegangen, haben Se. Maj. darauf erwiedert, daß es der Erneuerung eines Verbotes, welches nicht zuruͤckgenommen sey und wonach es also den Betheiligten freistehe, gegen die Kontravenienten klagbar zu werden, nicht beduͤrfe, und wuͤrde es vielmehr angemessener scheinen, wenn ein den gegenwaͤrtigen Zeit⸗Umstaäͤnden mehr entsprechendes neues Reglement uͤber die in Schweden ansaͤssigen Juden in Vorschlag gebracht wuͤrde.
Die bekannte Anklage⸗Motion des Herrn Crusenstolpe wei⸗ gerte der Landmarschall im Pleno des Adelstandes am 16ten d. zur Verhandlung zu bringen, weil sie bloß bezwecke, einen schon gefaßten Beschluß wieder ruͤckgaͤngig zu machen. Der Antrag⸗ steller selbst war nicht da, und Niemand machte irgend einze Ein⸗ wendung.
Das nya Aftonblad meldet, daß mit erstem offenen Wasser eine regelmaͤßige Dampfschifffahrt zwischen Stockholm ”cn Luͤbeck durch ein Holländisches Schiff in Gang kommen werde.
In Finnland ist eine Unterzeichnung zum Ankaufe eines Dampfschiffes eroͤffnet, wozu sich in Abo allein 600 Actionaire fuͤr 120,000 Rubel gefunden haben, so daß eine Dampfschifffahrt zwischen dort und Stockholm in Gang kommen duͤrfte.
8 Deutschland.
8 “ .
Hamburg, 2. Maͤrz. An die Stelle des verstorbenen Hrn. Martin Garlieb Sillem, ist heute Herr Senator Christian Daniel Benecke zum Buͤrgermeister dieser Stadt erwaͤhlt worden.
Gedern, 20. Fevruar. Heute wurde hier die Gemahlin des Erbgrafen zu Stoüberg⸗Wernigerode, geborne Graͤfin zu Er⸗ bach⸗Fuͤrstenau, von einer Tochter gluͤcklich entbunden, welche in der heiligen Tause den Namen Eleonore erhalten wird.
— — Frankfurt a. M., 28. Febr. Unsere Boͤrse war im Laufe der letzten Februarwoche ungewoͤhnlich belebt. Die von aus⸗ waͤrts gekommenen Nachrichten brachten ein starkes Schwanken der Notirungen hervor. Anfangs wur die Kauflust in Oesterreichischen und Hollaͤndischen Fonds sehr merklich, wodurch die Course einen Punkt erreichten, worauf man sie seit mehreren Jahren nicht gese⸗ hen hatte. Man bezahlte Aproc. Met. 95 11, Hollaͤndische Integrale 55 ¼½ und 5proc. Hollaͤndische Obligationen 99 ⁄. Schon an der Montag⸗ Boͤrse war indessen die guͤnstige Konjunktur unterbrochen; es zeigten sich viele Abgeber und saͤmmtliche Notirungen erlitten einen Stoß. Man hatte gesunkene Renten⸗Course von Paris, so wie auch von Lon⸗ don die Nachricht von der auf Abercromby gefallenen Wahl. Am Dienstag (24. Febr.) traten noch mehr Verkaͤufer auf und wurden starke Posten Integrale zu weichenden Preisen abgegeben Doch wuͤrde der Markt sich bei allem dem gut gehalten haben, waͤre nicht die ministerielle Krisis zu Paris kund geworden; viele Speku⸗ lanten aufs Steigen geriethen in Besorgniß, um so mehr, als man am Mittwoch die gefallene Londoner Notirung vom 20. Febr. er⸗ hielt. In den Nachmittagstunden des 25. Febr. war alles ausgebo⸗ ten, und man konnte Integrale zu 5422, Aproc. Metalliques zu 94 ½ und Actien zu 1565 haben. Am Lösten erholte man sich etwas von dem panischen Schrecken, weil es sich zeigte, daß trotz des Ruͤckfalls der Course die effektiven Stuͤcke fehlten und das baare Geld abon⸗ dant blieb. Unter solchen Umstäaͤnden siel auch die Liquidation fuͤr den Monat, welche gestern stattfand, ganz befriedigend aus. Saͤmmt⸗ liche Ausgleichungen gingen ohne Schwierigkeit vor sich. Depot⸗ Geschaͤfte waren willig zu 3½ pCt. zu machen. Uebrigens standen die Fonds, trotz des Weichens in den letzten Tagen, am Schlusse des Monats dennoch hoͤher, als beim Anfang desselben. — Die 5proc. Metalliques stiegen im Ganzen um ½ pCt., Aproc. Metalliques um 1 pCt., Bank⸗Actien 1à4 Fl. pro Stuͤck, Integrale p Ct. — Saͤmmt⸗ liche Partial⸗Loose gingen im Laufe des Monats bedeutend besser: Preußische Praͤmien⸗Scheine von 62 ¾ auf 63 ⅛, Polnische Loose von 70 ⅛ auf 70 ¼, Darmstaͤdtsche Loose von 23 ¾ auf 26 ½ Fl. pro Stuͤck, Badesche Loose von 90 ¾ auf 91 ½. — Im Wechsel⸗Geschaͤft blieb es stille; nur fuͤr kleine Posten Amsterdam, Augsburg, London und Paris war Frage. Diskonto⸗Pavier konnte man zu 23 à 2 ½ pCt. gern placiren. — Nachschrift. Hente, am Sonnabend, erfuhren die Fonds bei wenigen Umsaͤtzen nur geringe Veraͤnderung. Inte⸗ grale und Metalliques blieben etwas flauer im Cours; Aectien wa⸗ ren gesucht: in Spanischen ging nichts um.
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Oesterreich. Wien, 27. Febr. Unsere Hauptstadt ist durch eine ploͤtz⸗
liche Erkrankung Sr. Majestaͤt des Kaisers in große Betruͤbniß
versetzt worden. Die hiesigen Zeitungen vom gestrigen Tage publizirten daruͤber das nachstehende Bulletin:
„Wien, 25. Febr. Se. Majestaͤt der Kaiser sind gestern gegen Mittag von einem entzuͤndlichen Fieber befallen worden. Der Verlauf der Krankheit ist regelmaͤßig und laͤßt sonach mit Grund die baldige Genesung Sr. Majestaͤt erwarten.“
Heute fruͤh enthielten unsere Zeitungen folgendes Bulletin:
„Wien, 26. Febr. Nachdem heute bald nach Mitternacht in dem Krankheits⸗Zustande Sr. Majestaͤt durch Steigerung des Fiebers einige Verschlimmerung eingetreten war, fuͤhlten sich Allerhoͤchstdieselben bereits um 5 Uhr Morgens wieder bedeutend erleichtert. Diese Erleichterung dauerte bis Mittag an. In den Nachmittagsstunden steigerte sich das Fieber wieder, jedoch nicht in dem Grade, daß man nicht hoffen duͤrfte, daß Se. Majestaͤt eine ruhigere Nacht, als die vorhergehende, zubringen werden. — Auf Allerhoͤchsteigenes Verlangen wurde Sr. Majestaͤt heute ins um 8 Uhr das Sakrament des heiligen Abendmahles ge⸗ reicht.“
Im Verlaufe des heutigen Tages haben sich, wie man ver⸗ nimmt, die Krankheits⸗Symptome nicht verschlimmert. Inzwi⸗ schen sind in allen Kirchen Gebete fuͤr die baldige Wiederher⸗ stellung Sr. Majestaͤt des Kaisers angeordnet worden.
Der Oesterreichische Beobachter versichert, daß die Herzogin von Berry, welche, nach den Meldungen zweier Kor⸗ respondenten der Allgemeinen Zeitung, incognito in Frank⸗ furt a. M. angekommen seyn sollte, die Stadt Brandeis in der Naͤhe von Prag, wo sie seit laͤngerer Zeit verweilt, nicht ver⸗ lassen habe.
Fnland.
Berlin, 4. Maͤrz. Es ist bereits in der Nummer 269 der Staats⸗Ztg. vom vorigen Jahre berichtet worden, daß des Koͤnigs Majestaͤt die Trennung des Gymnasiums zu Pojen in zwei Gymnasien zu genehmigen geruht haben. Das eine dieser Gymnasien hat den Namen des Koͤnigl. Friedrich⸗Wilhelms⸗ Gymnasiums, das andere den des Koͤnigl. Marien ⸗Gymnasiums erhalten. Zur Beschaffung eines Gebzudes fuͤr das erstere ha⸗
ben Se. Maj. eine Summe von 20,000 Rthlr. allergnaͤdigst be⸗
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2 willigt, wogegen das letztere in dem bisherigen Gymnasial⸗Ge⸗ baͤude bleibt. Die Unterrichtssprache soll in dem Friedrich⸗Wil⸗ helms⸗Gymnastum alle Klassen hindurch die Deutsche seyn; in dem Marien⸗Gymnasium ist sie es nur fuͤr die vier obern Klas⸗ sen, in den beiden untern ist es die Polnische. Um jedoch die Schuͤler dieser beiden unteren Klassen soweit mit der Deutschen Sprache vertraut zu machen, daß sie dem Deutschen Vortrage in den vier oberen Klassen mit Leichtigkeit folgen und sich der Deutschen Sprache in ihrem eigenen muͤndlichen und schriftlichen Ausdrucke mit Fertigkeit und Richtigkeit bedienen koͤnnen, sind diejenigen Anordnungen fuͤr die Ertheilung des Unterrichts in den unteren Klassen getroffen, welche die Erreichung dieses Ziels sichern. Dagegen ist die Polnische Sprache in dem Friedrich⸗ Wilhelms⸗Gymnasium fuͤr alle Schuͤler oͤffentlicher Lehrgegenstand Da die Trennung des Gymnasiums zu Posen besonders auch deshalb fuͤr noͤthig erachtet worden ist, weil es sich in seiner bis⸗ herigen Gestalt nicht wohl dazu eignete, junge Leute katholischer Koͤnfession fuͤr den geistlichen Stand zu gewinnen und auszubil⸗ den, so soll mit dem Marien⸗Gymnasium zu diesem Zwecke ein Alumnat fuͤr 50 bis 60 junge Leute katholischer Konfession, die sich dem geistlichen Stande widmen wollen, verbunden werden, welchen, se nach ihrem Beduͤrfnisse, eine Unterstuͤtzung gewaͤhrt werden soll. Durch die Verbindung dieses Alumnats mit dem Marien⸗Gomnasium wird dieses jedoch nicht so ausschließlich den Charakter einer katholischen Unterrichts⸗Anstalt erhalten, daß in dasselbe nicht auch evangelische Schuͤter sollten aufgenommen wer⸗ den koͤnnen. Es soll vielmehr als Grundsatz angenommen und festgehalten werden, daß die Konfessions⸗Verschiedenheit hei den beiden Gymnasien nur soweit es zur Erreichung der eben aus⸗ gesprochenen besonderen Bestimmung des Marien⸗Gymnasiums nothwendig ist, beruͤcksichtigt werden, und daß den Aeltern die Wahl eines der beiden Gymnasien fuͤr den Unterricht ihrer Kin⸗ der ohne aile Ruͤcksicht auf Konfession freigestellt seyn soll.
— Im Jahre 1834 sind in der Provinz Schlesien bei den Koͤniglichen Regierungen 47 Dispensations⸗Fälle vorgekom⸗ men, wo die Erlaubniß zum Aufgebot und zur Trauung in evan⸗ gelischen Kirchen von Katholiken nachgesucht wurde, deren fruͤher eingeschrittene Ehe getrennt worden war, und deren zweite Ehe von der Geistlichkeit ihrer Konfession des entgegenstehenden Dogma wegen nicht eingesegnet werden konnte. Es wurden daher 2 katholische Wittwer mit katholischen Frauen, 1 katholischer un⸗ verheiratheter Mann mit einer katholischen Frau, 5 katholische bisher unverheirathete Frauen mit katholischen Maͤnnern, 11 katholische Maͤnner mit evangelischen Frauen, 10 katholische Frauen mit evangelischen Maͤnnern, 5 unverehelichte Katholiken mit evan⸗ gelischen Frauen, 10 unverheirathete Frauen mit evangelischen Maͤnnern und 3 katholische Wittwen mit evangelischen Maͤnnern in evangelischen Kirchen verbunden.
— Die gemeinnuͤtzigen Anstalten in Naumburg gedeihen fortwaͤhrend auf eine sehr erfreuliche Weise. Der so eben be⸗ kannt gemachte Bericht uͤber die dortige staͤdtische Waisen⸗Ver⸗ sorgungs⸗Anstalt zeigt fuͤr das Jahr 1834 einen Bestand von 37 Knaben und 38 Maͤdchen, die von Naumburgischen Buͤrgern und Buͤrgerinnen beaufsichtigt werden. Die Ausgaben betrugen im verwichenen Jahre 1647 Rthlr., die mit Ausnahme eines Zuschusses von 150 Rthirn. aus der Armenschul⸗Kasse, aus Privatmitteln auf⸗ gebracht worden sind. — Eben so erweitert sich das wohlthaͤtige Institut der staͤdtischen Sparkasse fortwaͤhrend. Im Jahre 1834 wurden 459 Einlage⸗Buͤcher ausgegeben. Die Einlage⸗Kapita⸗ lien beliefen sich auf 245,651 Rthlr., die aufgesparten Zinsen auf 3109 Rthlr., die abgehobenen Zinsen auf 2539 Rthlr., die Ka⸗ pitals⸗Ruͤckzahlung auf 57,634 Rthlr., der verzinsliche Kassen⸗ Bestand auf 191,127 Rthlr.
— Aus einer Nachweisung der im vorigen Jahre in den Gemeinde⸗Waldungen des Regierungs⸗Bezirks Minden aus⸗ gefuͤhrten Forst⸗Kulturen ergiebt sich, daß in den landraͤthlichen Kreisen Minden, Herford, Wiedenbruͤck, Paderborn, Duͤren, Warburg und Hoͤxter 820 Morgen durch Saaten und 121 Mor⸗ gen durch Pflanzungen mit verschiedenen Hoͤlzern kultivirt, außer⸗ dem aber in den Kreisen Minden und Herford 53,400 Pflaänz⸗ linge zur Ausbesserung von Waldbloͤßen verwendet worden sind.
— Ueber die Verwaltung der Straf⸗Anstalt zu Goͤrlitz fuͤr das Jahr 1834 erhaäͤlt man folgende Notizen: Am 1. Jan 1834 befanden sich in der Anstalt 409 Gefangene; im Laufe des Jahres wurden 304 eingeliefert, und eben so viel entlassen, so daß am 1. Jan. 1835 wieder 409 Personen detinirt waren, naͤmlich 338 maͤnnlichen und 71 weiblichen Geschlechts. Unter den Detinirten befanden sich 130 Ruͤckfaͤllige und zwar 74 zum erstenmale, 23 zum zweiten, 14 zum dritten, 8 zum vierten, 4 zum fuͤnften, 2 zum sechsten, 3 zum siebenten, und 2 zum zehn⸗ ten Male. Nach der Sitzzeit berechnet, waren am Ende des Jahres 1834 in der Straf⸗Anstalt: 21 auf Lebenszeit, 3 uͤber 30 Jahre, 11 von 20 bis 30 Jahren, 65 von 10 bis 20 Jah⸗ ren, 57 von 5 bis 10 Jahren, 65 von 3 bis 5 Jahren, 186866lZZö“ ter 6 Monaten, 6 vor Abfassung des Urtels eingeliefert. Verdient haben die Gefangenen im Jahreslaufe 6380 Rthlr.
— Berichtiqgung. Im gestrigen Blatte der Staats Zeitg., S. 252, Sp. 1, Z. 36 v. o. lies: zulaͤßt, statt: erheischt.
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des Landtags⸗Abschiedes fuͤr die zum üten Provinzial⸗Landtage versammelt gewesenen Staͤnde der Provinz Westphalen.
Heksh(s1 8 die Antraͤge der Westphaͤlischen und der Rheinischen Provinzial⸗Staͤnde auf Ermaͤßigung des von den Provinzen bisher entrichteten Grund⸗Steuer⸗; Kontingents betreffend. 2 Die Staͤnde der Provinz Westphalen und der Rhein Provinz haben bereits auf den in den Jahren 18 ½8½ und 18 ¾2 fuͤr Westpha⸗ len, so wie in den Jahren 1828 und 1830 fuͤr die Rhein⸗Provinz ab⸗ gehaltenen Landtagen die Ausdehnung der Grund⸗Steuer⸗Revision auf die anderen Provinzen der Monarchie, und, in der Voraussez⸗ zung, daß jene letzteren Provinzen mit einer nach Maßgabe ihres Boden⸗Ertrags weit geringeren Grund⸗Steuer belegt seyen, die Ausgleichung der Grund⸗Steuer⸗Leistung unter saͤmmtlichen Provin⸗ zen der Monarchie, somit eine Heruntersetzung der vermeintlich zu ho⸗ hen Grund⸗Steuer jener beiden westlichen Provinzen in Antrag gebracht. Die Regierung hat nicht gesaͤumt, sobald ihr diese Wuͤnsche und insbesondere aus den Antraͤgen auf dem zweiten Westphaͤlischen Land⸗ tage die Begruͤndung dieses Anspruchs auf eine vermeintliche Be⸗ guͤnstigung der oͤstlichen Provinzen bekannt wurden, deren gruͤndliche Fehrtenuns zu veranlassen, und die Resultate der letzteren den Staän⸗ den der reklämirenden Provinzen mit derjenigen Offenheit mitzuthei⸗ len, durch welche allein das Vertrauen zwischen den Vertretern der einzelnen Provinzen und einer die Gesammtheit der letzteren mit hüesches Sorgfalt umfassenden Verwaltung aufrecht erhalten werden ann. Die Denkschrift vom 18. Mai 1830, welche auf Befehl Seiner Majestaͤt dem Abschiede fuͤr den zweiten Wesipgälschen sn und