1835 / 76 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Werk, das den Bibliographen bisher unbekannt geblieben war, da

ler, Hamberger, Schlichtegroll gedenkt Herr Jacobs mit großer An⸗ erkennung; was er selbst fuͤr die Bibliothek mit rastlosem Eifer und nicht gewoöͤhnlicher Einsicht gethan hat, wird sein Nachfolger der⸗ einst zu ruͤhmen wissen.

Die von Herrn Jacobs beschriebenen xylographischen Werke sind: 1) Ars memorandi notabilis per figuras Evangelistarum; 2) Ars mariendi; 3) das geist⸗ und weltliche Rom; 4) Biblia paupe- rum; 5) defensorium inviolatae virginitatis b. Mariae virginis und

6) der Entkrist. Von diesen ist besonders Nr. 5 ein hoͤchst seltenes

man nur zwei andere Ausgaben kannte. Um so interessanter ist die hier gegebene ausfuͤhrliche und lehrreiche Beschreibung, so wie der Aufschluß uͤber den Ordner des Werks, Franciscus de Retza, so von einer Stadt in Nieder⸗Oesterreich genannt, der im Jahre 1425 als Professor der Theologie starb. Die Auszuͤge aus Handschriften, ebenfalls von Herrn Jacobs bekannt gemacht, sind dreierlei: erstens, ein Auszug aus dem Gedichte: „Herzog Beliand oder Herr Wittig von dem Jordan“, zweitens aus dem Franzoͤsischen Romane: le Jou- vencel, drittens aus dem: Speculum humanae salvationis. Unter der Ueberschrift „Vermischtes“ hat der genannte Gelehrte verschiedene Notizen uͤber wichtigere Handschriften, als den Lotharius de miseria humanae conditionis, den Mammactractus, den Leonardus Aretinus d. eruditione feminarum illustrium, Ficheti Rhetorica, uͤber zwei mit Zueignungen versehene Abschriften von Sterntafeln Tycho Brahe’'s u. A. vereinigt. In allen diesen Abtheilungen finden sich so gedie⸗ ene Bemerkungen aus so verschiedenen Faächern der Literatur, daß elbst die Dilettanten in der Bibliographie bei ihnen gern verweilen

werden.

Fuͤr die folgenden Hefte sind Verzeichnisse der in Gotha auf⸗ ewahrten Drucke der Mainzer Pressen von ihrem Entstehen bis zum Erloͤschen der Schoͤffer'schen Familie, der Aldinischen Drucke und er wichtigen Ausgaben klassischer Schriftsteller bestimmt, wobei aus⸗

druͤcklich (Vorrede S. 15) bemerkt ist, daß es die Absicht der Her⸗

ausgeber keinesweges sey, vollstaͤndige Kataloge der Gothaischen Handschriften und typographischen Denkmaͤler zu geben, sondern

stets das rein Bibliographische mit dem Literarischen zu vereinigen, um, ohne dem Ernste der Wissenschaft etwas zu vergeben, der Er⸗

muͤdung durch Mannigfaltigkeit vorzubeugen.

Dazu werden unter

Anderem die zahlreichen Brief⸗Sammlungen der Bibliothek einen willkommenen Stoff bieten; fuͤr die geschickte Auswahl buͤrgt der

Geschmack der Herausgeber. histori 9 schriften wird Herr Ukert geben; Auszuͤge aus orientalischen skripten hat Herr Secretair Moͤller zugesagt.

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Wolkenzug

Die Ausbeute der historischen Hand⸗ Manu⸗ J.

8 Meteorologische Beobachtung. 2

1835. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 14. Marz. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. 1 Beobachtung.

Luftdruck. 239,3 339, 8 5 1ver,2ss, 1 Udeltwäͤrme 7,0° R. zuftwaͤr A, 3 ° R. ° R. 8 ““ diersee n 82 2,7 0 R. 62 2,5 *.+ 2,4 °R. Flußzwärme 3,5 °R. Dunstsaͤttg. 87 „Ct. 77 pCt. 89 Ct. Bodenwärme 3,s8 °* R. Wetter. .. halbheiter. halbheiter. truͤbe. Wind SSW. SSW. SSW. 4,6 0 R..

Ausbünst. 0,0 3 6 Rh.

Niederschlag 0.

Tagesmittel: 339,0401.. 2,5 °R. 84 pCt.

8 Answürtige Börsen.

Amsterdam, 10. Mäürz. 1161X““

Schuld 55⁄1½. 59 do. 10191. Ausg. Sechuld 1 25 ½6. 4 ½ 8 Amort. 95 . 80. Russ. 99. Oestcrr. Preuss. Prüäm.-Scheine 114 ½. do 43 Anl. —. Span. A8.

99 3½.

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E11““ Antwe rpen, 9. März. Span. 5 48 ½. 39 27 ½. Zinsl. 16 ¾. Cortes 48 ¼. do. Coup. 25 ½. Span. Anl. 67. Belg. 100 ¾. Oesterr. 102. Hamburg, 13. März. IHlope in Cert. 98 ¾. Dän. 74 ⅛. Port. 88 ½. Wien. 10. März. 48 9479. Bank-Actien 1321.

Engl. Russ. 105 ¾. Poln. 140 ½.

Preuss. Präm.-Scheine 129.

Koͤnigliche Schauspiele. Montag, 16. Maͤrz. Im Schauspielhause: Die Bekennt⸗ nisse, Lustspiel in 3 Abth., von Bauernfeld. Hierauf: Der Pol⸗ terabend, komisches Ballet in 1 Akt, von Hoguet.

Dienstag, 17. Maͤrz. Im Opernhause; Die Belagerung von Corinth, lyrisches Drama in 3 Abth., mit Ballets. Musik von Rossini. (Dlle. Sabine Heinefetter: Pamyra; Herr Ver⸗ sing: Mahomet, als Gastrollen.)

Zu dieser Oper werden Billets, mit Dienstag bezeichnet, verkauft.

Im Schauspielhause: Spectacle demandé: 1) La seconde représentation de: Une fille à établir, vaudeville nouveau en 2 actes, par Mr. Bayard. 2) Les vieux péchés, vaudeville en 1 acte, par Mr. Melesville.

Mittwoch, 18. Maͤrz. Im Schauspielhause: Zum ersten⸗ male wiederholt: Die Schwestern, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. Hiekauf: Der reisende Student, mu⸗ sikalisches Quodlibet in 2 Abth. (Hr. Ruͤthling: Tollberg.)

Donnerstag, 19. Im Schauspielhause: Zum erstenmale: Kaiser Friedrich I. (erster Theil), oder: Friedrich und Mailand, historische Tragoͤdie in 5 Abth. und einem Vorspiele, von E. Raupach. Koͤnigstaͤdtisches Theater.

Montag, 16. Maͤrz. Lestocq, oder: Intrigue und Liebe, Oper in 4 Akten. Musik von Auber. b

Mittwoch, 18. Maͤrz. Zum erstenmale: Der Gloͤckner von Notre⸗Dame, romantisches Drama in 6 Tableaux, nach dem Roman des Victor Hugso, frei bearbeitet von Ch. Birch⸗Pfeiffer. Die zur Handlung gehoͤrige Musik ist von Herrn Claͤpius. Die neuen Decorationen sind von Herrn Antonio Sacchetti gemalt. (Mad. Birch⸗Pfeiffer: Gervaise, als Gastrolle.) 1““

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Paris, 9. Maͤrz. Der Koͤnig arbeitete gestern Vormittag mit dem Minister des Innern, der Justiz und der auswaͤrtigen Angelegenheiten. Spaͤterhin hatten der Marschall Soult und der General Sebastiani, jeder fuͤr sich, eine Audienz bei Sr. Majestaͤt. Der heutige Moniteur enthaͤlt noch nicht die Koͤnigl. Verordnungen uͤber die Ernennung der neuen Minister. Mittlerweile fahren die uͤbrigen oͤffentlichen Blaͤtter, mit Aus⸗ nahme des „Journal de Paris“ und des „Journal des Dé⸗ bats“, mit ihren muthmaͤßlichen Angaben uͤber die Zusammen⸗ stellung des Kabinets sort. Der Messager sagt: „Gestern ging im ganzen Schlosse das Geruͤcht, daß das Ministerium re⸗ konstituirt sey, daß aber aus gewissen Ursachen die betreffenden Koͤnigl. Verordnungen erst im Moniteur vom 10ten erscheinen

deckten Karlistischen Verschwoͤrung eingegangen,

g.

Der Graf von Sainte⸗Aulaire wird morgen Ruͤckreise nach Wien antreten; er hatte heute eine Konfer mit dem Sicilianischen Botschafter. Die Abreise des Graf⸗ Sebastiani nach London wird wahrscheinlich erst gegen Ende ser Woche stattfinden. Der diesseitige Gesandte in Rio Janei Graf von Saint⸗Priest, ist vor einigen Tagen uͤber London dn eingetroffen. 8 Nan versichert, Herr Thiers werde eine Reise nach Itali antreten.

Briefen aus Toulon vom FZten zufolge, ist diese Sm mit Fluͤchtlingen uͤberfuͤllt, die der Cholera wegen Marseille he lassen haben. Von den Touloner Aerzten sind dagegen mehtn nach Marseille gegangen, um den Charakter der Seuche in Naͤhe zu beobachten.

Von der Spanischen Graͤnze wird Folgendes berichte „Man versichert, daß der Brigadier, der zu Los Arcos bes ligte und von Zumalacarreguy bei der Einnahme dieses Pun gefangen genommen wurde, erschossen worden ist. Die Garn son von Elisondo hat am 26. und 27. Februar einen Auns gegen die Karlisten unternommen. An beiden Tagen wurha die Christinos in den Platz zuruͤckgeworfen. Zugarramurdi n Kommandant in Elisondo, soll sehr unzufrieden damit seyn, u sich Ocana mit seiner ungefaͤhr 1000 Mann starken Fn beim Anruͤcken der Karlisten in diesen Platz geworfen hat. gei ühhe Zeit macht sich ein Mangel an Lebensmitteln in Nrnxrs

uͤhlbar.

Es sind hier Privat⸗Briefe aus Madrid bis zum 1. M eingegangen. Der General Valdez war, nachdem er langen geduldig erwartet worden, endlich am Morgen des 27. Februe dort eingetroffen. Es hieß, er werde sich mit dem Grafen reno verstaͤndigen, um ein neues Kabinet zu bilden. wittwete Koͤnigin wollte am 10. Maͤrz die Hauptstadt verlasse um ihre Residenz in Aranjuez aufzuschlagen. Sie hatte! zuvor einem glaͤnzenden Balle bei dem Grafen von Toreno gewohnt. Aus Cadix war die Nachricht von einer daselbst e in deren Fäl viele angesehene Personen verhaftet worden waren. 9

Heute schloß 5proc.] Rente pr. compt. 106. 90. cour. 107. 5. oh. d. Coup. 3proc. pr. compt. 79. 60. fin cour.] 80. 5proc. Neap. pr. compt. 96. 20. fin conr. 96. 40. öpif Span. 47 ½. 3proc. 28 ½. Cortes 47. Ausg. Span. Schui 16 ¼. Neue Span. Anl. 7 ¾ PrñJͤmie. 22 proc. Holl. 56. 50.

Frankfurt a. M., 12. Maͤrz. Oesterr. 5proc. Man 1014½. 101 1 ½. 4proc. 95 .. 95 ¼. 2½proc. 56 Br. 1proc. A- G. Bank⸗Actien 1595. 1593. Part.⸗Obl. 139 ½ 139 ½ Loose 100 Gulden —. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 65 64 ½ Anl. 97 ¾. G. Holl. 5proc. Obl.

von 1832 100 „⁄. 991½ Loose 71. 70 7¼. Span

Rente 47. 46 ¾ 3proc.

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Bekannt

Bekanntmachung.

Zur Subhastation des im Guhrauschen Kreise be⸗ legenen, nach der landschaftlichen Taxe auf 7238 Thlr 8 pf. abgeschaͤtzten Gutes Tscheschkowitz ist ein Bie⸗ tungs⸗Termin auf den 15. Mai k. J., Vormittags um 10 Uhr, angesetzt worden. 1 8

Besitz⸗ und zahlungsfaͤhige Kauflustige werden da⸗ her vorgeladen, in diesem Termin vor dem ernann⸗ ten Deputirten, Herrn Kammergerichts⸗Assessor Rib⸗ bentrop, auf dem hiesigen Schloß entweder in Per⸗ son oder durch gehdrig insormirte und gesetzlich legi⸗ timirte Mandatarien sich einzufinden, ihre Gebote abzugeben und demnaͤchst den Zuschlag an den Meist⸗ und Bestbictenden zu gewaͤrtigen. .

Die Tare, der neueste Hypotheken⸗Schein und die besondern Kauf⸗Bedingungen koͤnnen waͤhrend der gewoͤhnlichen Amtsstunden in der hiesigen Registra⸗ tur eingesehen werden.

Zugleich wird der seinem Aufenthalté nach unbekannte Kriegs⸗ und Steuerrath Carl Michael Hoffmann, oder dessen Erben vorgeladen, in dem anstehenden Termin die Rechte wegen des fuͤr ihn auf dem Gute Kul. III. No. 12 haftenden Kapitals per 2000 Thlr. wahr⸗ zunehmen.

Glogau, den 19. September 1834.

Kbnigl. Preuß. Ober⸗Landesgericht von

Nieder⸗Schlesien und der Lausitz. .) Goͤtze.

8 Oeffentliche Vorladung.

Die verordneten Curatoren der Verlassenschaft des

am 1. Mai v. J. zu Clevenow verstorbenen Guts⸗ Besitzers Carl. v. Wakenitz haben dem Koͤnigl. Hof⸗ gericht angezeigt, daß sie, um eine genaue Ueber icht uͤber die Kraͤfte und Lasten des Nachlasses des von Wakenih zu gewinnen, dessen Proclamation von Noth⸗ wendigkeit erachteten und daher mit Zustimmung der Erben desselben, um Erlassung der zweckdienlichen Ladungen gebeten haben wollten.

Wenn nun diesem Gesuche auch geruhet worden, so citiren Kraft tragenden Amtes Wir hiermit alle und jede, welche aus irgend einem Grund Rechtens

Diejenigen Glaͤubiger jedoch, die ihre Forderungen auf einem hieselbst attestirten Postenzettel richtig an⸗ gegeben finden werden, haben deren Anmeldung nicht noͤthig, wenigstens keinen Kostenersatz dafuͤr zu ge⸗ waͤrtigen.

Datum Greifswald, den 14. Februar 1835. Koͤnigl. Preuß. Hofgericht von Pommern. und Ruͤgen.

(L. S.) gez. Odebrecht, Hofgerichts⸗Rath.

Am 5. Maͤrz c. fruͤh wurde der hiesige Landge⸗ richts⸗Salarien⸗ und Deposital⸗Kassen⸗Rendant Zink, ein 35 36jaͤhriger, langer, hagerer Mann von ge beugter Haltung mit dunkelblondem, struppigem Haare, kleinen braunen Augen, stumpfer Nase, gesun⸗ den Zaͤhnen und einem dicken Halse, welchen man schon aus dem Tone seiner Sprache wahrnehmen konnte, im Weidenheeger, zwischen dem Gestuͤte Re⸗ pitz und Dorfe Doebern bei der Elbe, eeschlagen und unbekleidet gefunden.

Er hatte sich am 4. Maͤrz c. fruͤh, mit einem al⸗ ten gruͤnen Oberrocke, grauen Beinkleidern, rindsle⸗ dernen bis an die Knie reichenden Jagd⸗Stiefeln, an deren einem jetzt eine Strippe fehlen muß, einer schwarzen Tuchweste mit Perlmutterknoͤpfen, einem weißem Halstuche mit Binde, weißem einfachen Vor⸗ hemde, gezeichnet 2Z., einer Unterziehjacke von wei⸗ ßem Piquce, einem ledergefuͤtterten Hosentraͤger, auf

iner Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten

befanden, und es ist wahrscheinlich, daß ihm eine Geldsumme von 1470 Thlr. 16 sgr. 11 pf. in Preuß. Kassenanweisungen zu 50 Thlr., 5 Thlr. und 1 Thlr. abgenommen worden sind.

Das Publikum, welches man vor dem Erwerbe der gedachten Gegenstaͤnde hierdurch warnt, und alle resp Behoͤrden des In⸗ und Auslandes werden daher auf⸗ gefordert und ersucht, zur Wiederherbeischaffung des geraubten Gutes und zur Entdeckung des Moͤrders nach allen Kraͤften mitzuwirken, jede auf die gedach⸗ ten Sachen und auf die Person des Thaͤters deu⸗ tende Spur und namentlich auch alle Nachrichten uͤber die etwaige Gesellschaft und den Aufenthalt des beschriebenen Rendanten Zink in der Zeit vom Mittwoch, den A. Maͤrz c. fruͤh bis zum folgenden Morgen schleunigst zur Kenntnißnahme des unter⸗ zeichneten Richters oder resp. der naͤchsten Behoͤrde zu bringen.

Torgau, den 10. Maͤrz 1835. Der Commissarius des Koͤnigl. Landgerichts, Ober⸗

Landesgerichts Assessor Hadelich.

—— —.-—

Bekanntmachung.

Nachdem in Folge getroffener Uecbereinkunft der Erben des allhier verstorbenenen u. med. Christian Gottfried Knackfuß, die zu dessen Nachlasse gehoͤrige, vortheilhaft gelegene, und mit einem sehr guͤnstigen

welchem bunte Quarrés in Canevas gestickt waren, einem leinenen Hemde und einer gruͤnen mit Pelz besetzten Tuchmuͤtze, deren Schirm, weil der Pelz hier abgenutzt war, weiß aussah, bekleidet und mit einer an einem Bande von gruͤner Borde hangenden Buͤchse mit Percussionschloß versehen, aus Torgau auf dem Wege nach Schildau bis in die Scharfrich⸗ terei am großen Teiche begeben und ging fruͤh, zwi⸗ schen 7 und 8 Uhr, von dort aus der Hinterthuͤre wieder weg. Wo er sich von dieser Zeit an, bis zu dem näaͤchsten Morgen aufgehalten hat, ist noch nicht zu ermitteln gewesen.

Der ganze gedachte Anzug und die Buͤchse werden vermißt. Es ist auch moͤglich, daß dem Erschlagenen außer diesen Gegenstaͤnden mehrere Chur⸗ und Neu⸗ maͤrksche Pfandbriefe zum Gesammtbetrage von 4500 Thlr., welche von dem hiesigen Landgerichte außer

an den Nachlaß des am 1. Mai v. J. zu Clevenow verstorbenen Carl v. Wakenitz, namentlich an die zu demselben gehdrigen Allodial⸗Guͤter Clevenow, Passow, Wuͤstenei, Luͤssow, Doͤnnie und Boltenbagen in Neu⸗ Vorpommern, ingleichen Lipsitz und Ramitz auf Ruͤ⸗ gen belegen, Forderungen und Anspruͤche haben, oder zu haben glauben, daß sie solche in einem der folgen⸗ den als: am 20. Maärz, 13. April oder 4. Mai d. J., Morgens 10 Uhr, vor dem Koͤnigl. Hofgericht genau anmelden und nachweisen sub poena vontumaciac. pracclusi et perpetui silentii. als welche, so wie die sonst ordnungsmaͤhig feststehenden Rechts⸗ nachtheile durch den am 2½. Mai d. J., Mefgens 10 Uhr zu publicirenden Praͤclusiv⸗Abschied purificirt und ausgesprochen werden sollen.

Cours gesetzt waren, vielleicht seit dem durch unbe⸗ rechtigte Haͤnde wieder in Cours gesetzt sind, und worunter sich die Nummern:

633, eingetragen auf Sorgenfelde d. d.

1778 uͤber 50 Thlr.,

2,286, eingetragen auf Klockow d. d. 1780 uJ—ber 1000 Thlr.

26,971, eingetragen auf Niepoelzig d. d.

Januar 2. Januar

1. Juli

1818 uͤber 100 Thlr.

36,715, eingetragen auf Wirsickendorf d. d 1. Juli 1828 uͤber 300 Thlr.

34,036 uͤber 1000 Thlr.

34,037 VJber 1000 Thlr

34,038 Jber 1000 Lhlr.

nebst Coupons bis incl. 1838.

allhier zur Einsicht bereit liegenden Privilegio ver⸗ sehene hiesige einzige Apotheke sammt allen dazu gehoͤrigen Gebaͤuden und Gaͤrten, auch allen vor⸗ handenen Vasen, Utensilien und Vorraͤthen, welches zusammen auf 15,025 Thlr. gewuͤrdert worden, naͤchst⸗ kuͤnftigen sieben und zwanzigsten Maͤrz 1835, an hiesiger Stadtgerichtsstelle freiwillig versteigert werden soll, so werden alle diejenigen, welche sothane Apotheke nebst Zubehoͤr zu erstehen gesonnen sind, hierdurch eingeladen, sich gedachten Tages, Vormit⸗ tags 12 Uhr, allhier einzufinden, sich uͤber ihre Zah⸗ lungsfaͤhigkeit auszuweisen, ihre Gebote zu eroͤffnen und gewaͤrtig zu seyn, daß die hiesige Apotheke sammt dazu gehoͤrigen Grundstuͤcken demjenigen werde zugeschlagen werden, welcher bei dem, nach 12 Uhr beginnenden Licitiren das hoͤchste Gebot behaͤlt, den 10ten Theil der Erstehungs⸗Summe sofort baar er⸗ legt, die Haͤlfte des Kaufpreises, bei Verlust des ge⸗ zahlten 10ten Theils, bei der noch vor Ostern 1835 erfolgenden Adjudication zu berichtigen verspricht, die andere Haͤlfte aber gegen Verzinsung zu A pCt. und 4 jaͤhrige Aufkuͤndigung in Qualitaͤt unbezahl⸗ ter Kaufgelder hypothecarisch uͤbernimmt und uͤber⸗ haupt den 0. Knackfußischen Erben, welche sich die Auswahl unter den Licitanten vorbehalten haben, an⸗ nehmlich erscheint.

Uebrigens haͤngt eine naͤhere Beschreibung der zur hiesigen Apotheke gehoͤrigen Grundstuͤcke und der auf denselben haftenden Abgaben am hiesigen Rathhause aus. Rochlitz, den 9. Januar 1835.

Deas Stadtgericht.

R. G. Schroͤder, Staͤdtrichter.

Literarische Anzeigen. Oesterreichisch⸗militairische Zeitschrift 1831 Zwoͤlftes Heft.

Dieses Heft ist so eben erschienen und an al Buchhandlungen versendet worden:

Inhalt: J. Aus dem Feldzuge 1793 in Deutst land. (Schluß) I1. Vertheidigung des Küese Szinay durch den Hauptmann Nielas Freiherrn wm Rauber gegen die Tuͤrken am 28. Maͤrz 1788. Me den Original⸗Berichten III. Nekrolog des K. Feldmarschall⸗Lieutenants Freiherrn von Schuftt Herve. (Schluß.) IV. Etwas uͤber Ruͤstung mf Packung bei dem leichten Fußvolke. V. Literaua Ternay's Taktik. (Schluß.) VI. Fortsetzung Ehrenspiegels der K. K Oesterreichischen Armee. Neueste Militair⸗Veraͤnderungen. VIII. Verzeichg der in den Jahrgaͤngen der Oesterreichischen⸗mil rischen Zeitschrift 1811 1812, 2te Aufl., dann 18 ferner in der 3ten Aufl. von 1811, 1812 u. M. endlich 1818 bis einschließlich 1834, enthalteng Aufsaͤtze. In wissenschaftlicher Ordnung, fuͤnfte M lage. Notizen aus dem Gebiete der militairisch Wissenschaften.

Auch im Jahre 1835 wird diese Zeitschrift ihnn Plane nach unveraͤndert fortgesetzt, und da die F. daction die Staͤrke der Auflage nach den eingegun genen Bestellungen bestimmt, so ersucht der Unte zeichnete die P. T. Herren Abnehmer hiermit hoͤflich ihre Bestellungen so schnell als moͤglich durch

betreffenden Buchhandlungen an ihn gelangen! s

lassen.

Der Preis ist wie bisher acht Thaler Saͤchs., u welchen auch die fruͤhern Jahrgaͤnge von 18182 gefangen noch zu beziehen sind. Wer die gun Reihe von 1818 bis 1834 auf ein Mal abnimn erhaͤlt dieselben um wohlfeiler.

Wien, den 21. Januar 1835.

J. G. Heubner, Buchhaͤndler.

So eben ist in der Enslinschen Buchhandlu (Ferd. Muͤller), Breite Straße Nr. 28, erschie und in Landsberg bei Wilmsen, in Prenzlau Kalbersberg, zu haben:

Familiengebete von William Wilberforeec. dem Englischen uͤbersetzt von Gust. Ad. Luͤdel Mit einer Vorrede von Dr. August Neande brosch. Preis 7 ½ sgr.

Die wohlgelungene Uebersetzung obiger Geh wird gewiß Vielen eine sehr willkommene Ersc nung seyn. Sie eignen sich durchaus dazu, bei de haͤuslichen Erbauungen frommer, christlicher Fa lien zum Grunde gelegt zu werden. Der Hr.“ fessor )r. Negnder macht in der Vorrede zu die Gebeten (es sind ihrer 14) auf die jedem Mensche freunde so wichtige Persoͤnlichkeit Wilberforce's 49 merksam, und es ist gewiß vom hoͤchsten Inter diesem wahren Christen tiefer in das gottinnige 9. blicken zu duͤrfen.

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11.“ 8 3 Amtliche Nachrichten. E“]] Kroni k des Ta g e 8.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Ober⸗Landesgerichts⸗ hraͤsidenten Alsleben zu Cöslin den Rothen Adler⸗Orden 2ter llasee mit Eichenlaub zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Großherzogl. Sachsen⸗ Beimarschen Major und General⸗Adjutanten von Maude⸗ ode den St. Johanniter⸗Orden zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Unteroffizier Friedrich des 11ten Husaren⸗Regiments die Rettungs⸗Medaille mit dem

u Gande zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den bisherigen Land⸗ und Stadtgerichts⸗Direktor und Ober⸗Landesgerichts⸗Rath Kruͤger zu Landsberg a. d. W. zum zweiten Direktor des Stadtgerichts in Breslau zu ernennen geruht.

Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Just ist um Justiz⸗Kommissarius fuͤr den Schlawer Kreis, mit Anwei⸗ fung seines Wohnsitzes in Ruͤgenwalde, bestellt worden. 8

Berichtigung eines Druckfehlers.

In der vorgestrigen Bekanntmachung der am 12ten und zuen d. M. gezogenen Lotterie⸗Gewinne ist die erste Nummer r Gewinne von 2500 Rthlr. verdruckt und soll

ut 45,862 heißen. bi tts

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Zeitungs⸗RNachrichten. 81; dn . A U 8 0 n d. 8 Paris, 9. Maͤrz. Gestern ertheilte der Koͤnig dem Her⸗ age ven Proslin und dem General Bugeaud Privat⸗Audienzen. Heute Nachmittag war hier allgemein das Geruͤcht verbrei⸗ zt, daß das neue Kabinet (in der Weise, wie wir solches in der Mr. 72 der Staats Zeitung angezeigt) definitiv zusammengestellt, nd daß die desfallsige Anzeige bereits durch den Telegraphen

ach Straßburg gemacht worden sey. Indessen enthalten die Fhn oͤffentlichen Blaͤtter noch manche Andeutungen,

woraus man schließen moͤchte, daß auch diese neue Combination

ich wieder zerschlagen hat. So aͤußert sich z. B. der Cour⸗ 5 6n2n,1ns9 Higendermaßen: „Gestern um Mitternacht hiß es, daß von den in den verschiedenen Minister⸗Listen be⸗ ndlichen Namen nur noch zwei uͤbrig waͤren, naͤmlich die der erren Soult und Molé. Herr Persil hat sehr viel dazu bei⸗ getragen, jedes Arrangement unmoͤglich zu machen. Die beiden Wie⸗ derhersteller des Kabinettes waren gezwungen, sich dem Herrn Persil zuzugesellen. Es handelte sich darum, ihm entweder das Portefeuille des Innern oder der Finanzen anzuvertrauen; denn er gehoͤrt zu jenen faͤhigen Koͤpfen, welche sich mit gleicher Leichtigkeit in alle Geschaͤfts⸗Zweige fuͤßen. Was war nun aber der Lohn ihrer Rachgiebigkeit? Der aufgedrungene Herr Persil hielt sich fuͤr den Unentbehrlichen, und zeigte sich nun sehr widerspaͤnstig. Das neue Kabinet hielt die Amnestie fuͤr den Akt, den es nothwen⸗ dig zuerst vollziehen muͤsse; Herr Persil aber widersetzte sich die⸗ er Maßregel und erklaͤrte, daß er sie als Minister im Conseil und als Deputirter in der Kammer bekaäͤmpfen wuͤrde. Man ann sich die Wirkung einer solchen Erklaͤrung denken. Die Doc⸗ trinairs jubeln bereits, und sehen im Geiste die Gewalt vollstaͤn⸗ diger als jemals in ihre Haͤnde fallen.“ Der National sagt: „Das ministerielle Arrangement, durch welches Herr Persil die Neugierde des Herrn von Sade gestillt, und das Herr Gui⸗ zot auf der Rednerbuͤhne nicht in Abrede gestellt hatte, scheint das Schicksal aller seit 14 Tagen versuchten Combinationen zu ttheilen. Herr von Barante, durch einige unbedeutend Schwierigkeiten besorgt gemacht, hat sich zuerst zuruͤck⸗ gezogen; und Herr Mols, welcher fuͤrchtete, zum zweitenmale die traurige Rolle eines Ministers ohne Ministerium spielen zu muͤssen, erklaͤrte, daß, da Herr von Barante nicht bleiben wolle, er auch die ihm zugedachte Ehre ablehnen muͤsse; und so wird die neue Combination unmoͤglich werden.“ Der Impartial sagt in einer Nachschrift: „Wir erfahren in diesem Augenblicke, daß alle Plaͤne zu ministeriellen Arrangements neuerdings ge⸗ cheitert sind, und daß der Marschall Soult dem Koͤnige aber⸗ mals erklaͤrt hat, daß er sich außer Stande sehe, ein neues Ka⸗ binet zusammenzusetzen. Derselben Version zufolge, haͤtte jetzt der Marschall Gérard den fruͤher dem Marschall Soult uͤbertra— genen Auftrag erhalten, und er sey es, der sich nunmehr mit der Zusammensetzung des Ministeriums beschaͤftigen werde. Wenn dem so waͤre, so wuͤrde es kaum moͤglich seyn, mit der Bildung des Kabinets vor Mittwoch zu Stande zu kommen, und dann würden in der Kammer unfehlbar die Interpellationen des Hrn. von Sade stattfinden.“

Das Journal des Doöbats faͤngt nunmehr auch an, sich über die Wirkungen der verlaͤngerten ministeriellen Krisis zu be⸗ unruhigen. Es sagt: „Wir wissen, daß es schwer ist, ein Mi⸗ nisterium zu bilden; es giebt in der Majoritaͤt der Kammer meh⸗ rere Nuͤancen, denen man zu genuͤgen suchen muß, und es er⸗ heischt ungemein viel Klugheit und Gewandtheit, um alle Hin⸗ dernisse zu bestegen. Wir wundern uns daher nicht uͤber die Langsamkeit, mit der das Werk vorschreitet; aber wenn wir uns auch nicht wundern, so sind wir tief betruͤbt bei dem Anblicke einer so seltsamen Lage, und wir glauben, daß die Gefahr sich

in dem Maße vermehrt, als Stunden und Tage erfolglos ver⸗

fließen.“

Der Constitutionnel enthaͤlt Folgendes: „Man wird bemerkt haben, wie angelegen es sich die Englischen Journale seyn lassen, nicht allein den gegenwaͤrtig zwischen Frankreich und der Regierung der Vereinigten Staaten bestehenden finanziellen

Berlin, Dienstag

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Streit noch mehr zu erhitzen, sondern auch die Gefahr eines Krieges zwischen beiden Nationen als unvermeidlich darzustellen. Heute sprechen sie von den in den Haͤfen der Union stattfinden⸗ den Ruͤstungen und morgen von Flotten, die sich in einigen Häͤ⸗ fen Frankreichs versammeln wuͤrden, um die Drohungen der Amerikanischen Regierung zuruͤckzuweisen. Diese Taktik hat ih⸗ ren Zweck. England hat immer die freundschaftlichen Verhaͤlt⸗ nisse zwischen Frankreich und Nord⸗Amerika mit mißtrauischen Augen betrachtet; es sucht dieselben zu stoͤren; das ist in der ienung, weil es wohl weiß, daß die Allianz zwischen jenen beiden Voͤlkern fuͤr die Gewaltstreiche der Britischen Marine eine unuͤbersteigliche Schranke ist. Es ist moͤglich, daß einige Vorkehrungen, einige Vorsichts⸗Maßregeln in den Nord⸗Ame⸗ rikanischen und in den Franzoͤsischen Haͤfen getroffen worden sind. Wenn zwischen zwei Voͤlkern ein Kollidiren der gegensei⸗ tigen Interessen stattfindet, so ist es sehr natuͤrlich, daß jedes der⸗ selben den festen Wunsch an den Tag legt, seine Rechte aufrecht zu halten, und daß es darauf bedacht ist, seiner Re⸗ gierung und seiner Flagge die gebuͤhrende Achtung zu sichern. Um was handelt es sich zwischen uns und den Vereinigten Staaten? Um die von dem einen Theile verlangten und von dem anderen noch einer Eroͤrterung unterworfenen Liquidation einer Schuld. Welche Wege muͤssen in einem solchen Falle be⸗ foligt werden? Einzig und allein die der Gerechtigkeit. Die⸗ jenigen, welche die wirklichen Streitkraͤfte der Union und die ungeheuren Huͤlfsquellen Frankreichs kennen, lachen uͤber den Gedanken, daß die Amerikaner uns wirklich ihren Willen durch Zwangs⸗Maßregeln auferlegen koͤnnten. Wir wollen nicht zu Prahlereien unsere Zuflucht nehmen; aber die Etats der Ma⸗ rine liegen vor, und Jedermann kennt die große Ueberlegenheit unserer See⸗Streitkraͤfte. Wir wollen unsere Matrosen nicht gerade fuͤr die ersten der Welt erklaͤren; aber in der Schlacht wuͤrde sich die dreifarbige Flagge auf eine wuͤrdige Weise mit der Nord⸗ Amerikanischen messen. Es wird nicht dahin kommen; wir haben es mit einem ruhigen und freien Volke zu thun, welches sich nicht leicht zu Ueberei⸗ lungen hinreißen laͤßt. Die Vereinigten Staaten wissen, daß man auf die Majoritaͤt der Kammern sicherer durch eine ruhige Haltung, durch den Augenschein des Rechtes und durch die rich⸗ tige Wuͤrdigung der Interessen einwirkt, als durch Fanfarrona⸗ den, die hoͤchstens dazu dienen koͤnnen, Kinder in Furcht zu ja⸗ gen. Wenn die Vereinigten Staaten die Gerechtigkeit fuͤr sich haben, so ist die Deputirten⸗Kammer aufgeklaͤrt und billig ge⸗ nug, dies einzusehen und einzugestehen. enn dies aber nicht der Fall ist, so wird sich die Franzoͤsische Nation nicht durch einige Fregatten einschuͤchtern lassen.“

Von Herrn Viennet wird naͤchstens eine neue Broschuͤre unter dem Titel: „Ueber die Gebrechlichkeiten unserer Zeit“ er⸗ scheinen.

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 6. Maͤrz. Auf die vom Grafen von Roden be⸗ reits in einer fruͤheren Sitzung angekuͤndigte Frage antwortete heute der Herzog von Wellington, daß es die Absicht der Regierung sey, im Laufe dieser Session eine Erhoͤhung der zur Unterstuͤtzung der National⸗ Schulen in Irland veranschlagten Summen zu fordern, weil an mehreren Orten neue Schulhaͤuser gebaut werden muͤßten. Der Graf von Radnor trug auf die Vorlegung von Abschriften der Eide an, die, wie er sagte, junge Leute von 16 bis 17 Jahren bei ihrer Immatriculation an der Universitaͤt Cambridge schwoͤren, und wodurch sie fuͤr ihr ganzes Leben gewisse Verpflichtungen eingehen muͤßten; er hielt es fuͤr sehr unrecht, daß man Juͤnglinge in diesem Alter, wo sie fast noch Kna⸗ ben zu nennen seyen, an den Universitaͤten Oxford und Cam⸗ bridge Eide ablegen ließe, deren eigentlichen Sinn sie nicht be⸗ greifen koͤnnten, und deren Inhalt sie zum Theil gar nicht ein⸗ mal zu erfuͤllen haͤtten. Der Herzog v. Wellington (Kanzler der Universitaͤt Oxford) beklagte sich daruͤber, daß der edle Graf ihm nicht angezeigt habe, daß er auch die Universitaͤt Oxford in den Kreis seiner Bemerkungen ziehen wuͤrde, damit er (der Her⸗ zog) sich auf eine Erwiederung haͤtte vorbereiten koͤnnen; uͤbri⸗ gens sagte er, daß der Vorlegung der geforderten Dokumente nichts entgegenstehe. Die Bischoͤfe von Llandaff und von Gloucester vertheidigten den an den Universitaͤten uͤbli⸗ chen Gebrauch der Eidleistung und behaupteten, der Eid, den die Zoͤglinge zu schwoͤren haͤtten, sey karz, klar und allgemein verstaͤndlich; uͤberdies wuͤrden die damit verbundenen Zwecke und Verpflichtungen den neuen Ankoͤmm⸗ lingen auf den Universitaͤten in den meisten Faͤllen genau aus⸗ einandergesetzt. Lord Brougham sagte, er wolle die Debatte nicht verlaͤngern, da er vielleicht nicht mehr von der Sache wisse, als der Kanzler der Universitaͤt Oxford (Gelaͤchter). Der jetzige Gebrauch, meinte er, fuͤhre dazu, daß Eide geleistet wuͤrden, ohne daß man wisse, wozu man dadurch verpflichtet werde, und daß die Bedeutung des Eides ganz in Verruf kaͤme; da die alten Universitaͤts⸗Statuten nicht mehr fuͤr das jetzige Zeitalter paßten, so sollten sie abgeschafft und nicht ferner um kleinlicher Bagatellen willen Eide abgefordert werden, zumal da es den Stu⸗ direnden moͤglich sey, gegen Bezahlung von 6 bis 8 Pence das h zu umgehen. Das Haus vertagte sich um 10 Uhr bis Nontag.

Unterhaus. Sitzung vom 6. Mäaͤrz. Bei Eroͤffnung der Sitzung wurden die Zusatz⸗Artikel zu dem Quadrupel⸗Ai⸗ lianz⸗Traktat auf die Tafel des Hauses niedergelegt. Hr. Ward erklaͤrte darauf, daß er in der Irlaͤndischen irchen⸗Frage gern dem Lord John Russell den Vorrang lassen und seinen desfall⸗ sigen Antrag mit Ruͤcksicht auf den von Letzterem angekuͤndigten zuruͤcknehmen wolle; er fuͤgte hinzu, daß er die Motion des ed⸗ len Lords, die derselbe am 23sten d. in dieser Hinsicht zu machen beabsichtige, unterstuͤtzen werde. Der (gestern unter London er⸗ waͤhnte) Antrag des Herrn Sheil wurde nach einigen Debatten uͤber die Orangisten⸗Vereine in Irland, die mitunter in bittere Persoͤnlichkeiten zwischen den beiden Parteien ausarteten, indem

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den 17ten Mäarz

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die Opposition den Ministern wieder, wie in einer fruͤheren Sitzung,“ ihre Vorliebe fuͤr jene Vereine vorwarf, nicht eher angenommen, als bis der Antragsteller sich bereit erklaͤrt hatte, den Theil seiner Motion, der sich auf die Vorlegung von Schreiben des Lord Manners bezog, in denen dieser als Lord⸗Kanzler von Irland sich uͤber die Gesetzwidrigkeit der Orangisten⸗Logen ausgesprochen haben sollte, zuruͤckzunehmen. Sir R. Peel las unter Anderem zu seiner Rechtfertigung eine Stelle aus einer im Jahre 1827 im Unterhause von ihm gehaltenen Rede vor, worin er erklärt hatte, daß er, wenn er in Irland als Privatmann lebte, allen seinen Einfluß aufbieten wuͤrde, um die Orangisten⸗Vereine zu unterdruͤcken; durch ein Gesetz aber, sagte er, ließe sich die Bil⸗ dung solcher Vereine, wenn sie nur keine geheime Eide haͤtten, und die Ausschließung der Katholiken von denselben nicht verbie⸗ ten. Herr O'Connell zeigte jedoch an, daß er am 27sten d. auf die Resolution antragen werde, daß die Vereine der Oran⸗ gisten gesetzwidrig seyen und unterdruͤckt werden muͤßten.

Oberhaus. Sitzung vom 9. Mäaärz. Der Graf von Roden uͤberreichte eine Petition von Dumbartonshire zu Gun⸗ sten der Schottischen Kirche, was zu einer kurzen Debatte uͤber den Theil der Thron⸗Rede Veranlassung gab, worin der Bau neuer Gotteshaͤuser fuͤr diese Kirche versprochen wird. Der Marquis von Bute versicherte, diese Stelle der Thron⸗Rede sey von der Beroͤlkerung Schottlands mit der groͤßten Freude aufgenommen worden; der Graf von Roseberry aber erklaͤrte dies fuͤr ungegruͤndet und behauptete im Gegentheil, daß man in Schottland einem solchen Plan sehr abgeneigt sey; man wolle daselbst, sagte der Redner, daß der Bau neuer Kirchen der frei⸗ willigen Subscription uͤberlassen bleibe oder aus dem Ueber⸗ schuß der zu kirchlichen Zwecken bewilligten Fonds bestritten werde, nicht aber, daß das Parlament besondere Summen dazu bewilligen solle.

Unterhaus. Sitzung vom 9. Maͤrz. Die Bill in Betreff der großen westlichen Eisenbahn wurde, ungeachtet der Opposition des Marquis von Chandos, zum zweitenmal ver⸗ lesen. Godann brachte Herr Handley eine Bill ein, wonach der Viehmarkt von Smithfield an einen Platz außerhalb der Hauptstadt, naͤmlich nach Islington, verlegt werden soll. Unter den verschiedenen Bittschriften, welche darauf uͤberreicht wurden, befand sich auch eine von einem Geistlichen, der den Vorschlag machte, daß ausgediente Pfarrer auf eine Art von Halbsold ge⸗ setzt werden, und daß die dazu noͤthigen Fonds aus den Kirchen⸗ Sinekuren hergenommen werden sollten. Den groͤßten Theil der Sitzung nahm eine Debatte uͤber den Zustand von Kanada hin⸗ weg, veranlaßt durch eine von Herrn Roebuck uͤberreichte Pe⸗ tition von Mitgliedern des Versammlungshauses von Unter⸗Ka⸗ nada, worin dieselbden um Abstellung mehrerer Beschwerden bitten. Der Hauptpunkt dieser Beschwerden war, daß die Ko⸗ lonie genoͤthigt sey, eine Kirche zu unterhalten, zu deren Lehren sich die groͤßere Masse der Bevoͤlkerung nicht bekenne; wenn man, meinte Herr Roebuck, in dieser Beziehung durchaus stockblind gegen die gerechten Beschwerden der Kolonisten bleiben wolle, so wuͤrde es mit Kanada eben dahin kommen, wie mit den Verei⸗ nigten Staaten (hoͤrt, hoͤrt!), besonders da ersteres das Beispiel der letzteren so dicht vor Augen habe und den gluͤcklichen Zu⸗ stand sehe, in welchem sich die Bevoͤlkerung dieser Staaten ge⸗ gen die von Kanada befaͤnde; 1,300,000 entschlossene Geister seyen bereit, sich bei der ersten Gelegenheit gegen ihre Unter⸗ druͤcker zu kehren und mit ihren republikanischen Nachbarn ge⸗ meinschaftliche Sache zu machen; 4 Fuͤnftel der Bevoͤlkerung be⸗ ständen aus Katholiken, denn es kaͤmen in Kanada nur 60,000 Protestanten auf 500,000 Katholiken, und doch habe die Regie⸗ rung sich der den Jesuiten gehoͤrigen Fonds und Anstalten be⸗ maͤchtigt und die ersteren zum Besten der Anglikanischen Kirche verwendet, die letzteren in Kasernen umgewandelt. Herr Spring Rice (der unter dem vorigen Ministerium Staats⸗ Secretai fuͤr die Kolonieen war) tadelte den Ton, in welchem der vorige Redner diesen Gegenstand behandle, und sagte, er verursache dadurch solche Schwierigkeiten und Hindernisse in dem, was zum Besten jener Kolonie geschehen koͤnne, daß er vielleicht in seinem ganzen Leben nicht wieder im Stande sey, das wieder gut zu machen, was er dadurch verdorben. Er rechtfertigte so⸗ dann die von der vorigen Verwaltung in Bezug auf Kanada getrof⸗ fenen Maßregeln und fuͤhrte namentlich an, daß eine Kommission zur Untersuchung der Beschwerden dieser Kolonie ernannt wor⸗ den sey, die aus den rechtlichsten Maͤnnern bestanden und sich die Sache aufs ernstlichste habe angelegen seyn lassen. Auch Lord Stanley, der unter der vorigen Verwaltung ebenfalls eine Zeit lang dem Kolonial⸗Departement vorgestanden hatte, uͤbernahm es, diese Verwaltung und die von ihr ernannte Kom⸗ mission zu rechtfertigen. Sir R. Peel endlich erklaͤrte, daß eine der ersten Angelegenheiten, welche die jetzigen Minister in Berathung gezogen haͤtten, der Zustand von Kanada und die Nothwendigkeit einer Verbesserung desselben gewesen sey, und daß der Koͤnig zu diesem Zweck den Lord Aylmer, einen vorurtheils⸗ freien und mit den Verhaͤltnissen dieser Kolonie vertrauten Mann, dazu ausersehen habe, sich nach Kanada zu begeben, die Be⸗ duͤrfnisse und Wuͤnsche der Einwohner zu untersuchen und der Re⸗ gierung seine Ansichten daruͤber mitzutheilen. Nach Beendigung dieser Debatte kuͤndigte Herr Hume an, daß er am Freitage darauf antragen werde, die Subsidien nur auf 3 Monate zu bewilligen. Am Schluß der Sitzung machte Herr Bagshaw auf die Angriffe der Kaffern gegen die Kolonisten des Cap auf⸗ merksam, worauf Sir G. Clerk, Unter⸗Secretair der Kolonieen, erkläͤrte, daß die Regierung dem Parlament daruͤber naͤhere Auf⸗ schluͤsse ertheilen werde, sobald sie erst dergleichen werde erhal⸗ ten haben; bis jetzt aber koͤnne er nur so viel sagen, daß die Kaffern durch das ungerechte Benehmen einiger Kolonisten ge⸗ gen sie gereizt worden seeen. nah

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London, 10. Maͤrz. Ihre Maj. die Koͤnigin nigen Tagen wegen Unpaͤßlichkeit das Zimmer huͤten.

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1 s heißt, re Majestaͤten wuͤrden uͤbermorgen, nach dem fuͤr diesen Tag