g-eöss Kabinetsrath, sich auf einige Zeit nach Windsor be⸗ geben. Die Oppositions⸗Blaͤtter bleiben bei ihrer Behauptung, daß die Stellung des Ministeriums immer kritischer werde, und weisen zur Begruͤndung ihrer Ansicht besonders auf zwei nahe bevorstehen de Antraͤge im Parlamente hin, von denen, wie sie meinen, die eine oder die andere, wenn nicht den Umsturz, so doch wenigstens eine Modification des Kabinets herbeifuͤhren muͤsse. Der erste ist der in der gestrigen Sitzung des Unter⸗ hauses von F Hume zum 13ten d. M. angekuͤndigte Antrag, daß die Subsidien nicht einmal, wie er in der Sitzung vom 6ten d. wollte (s. das gestrige Blatt der Staats⸗Zeituna), auf 6, sondern nur auf 3 Monate bewilligt werden sollten. Der Cou⸗ rier behauptet, dieser Antrag mache dem Premier⸗Minister sehr viel Sorge und habe den Koͤnig sogar veranlaßt, seine am Don⸗ nerstag beabsichtigte Abreise nach Windsor noch bis nach der Erledigung dieser Angelegenheit auszusetzen. Der andere An⸗ trag, von dem die Oppositions⸗Blaͤtter meinen, daß er eine Lebensfrage fuͤr das Ministerium sey, ist der des Lord John Russell in Betreff der Irlaͤndischen Kirchen⸗Guͤter, der am 2sten d. M. zur Sprache kommen und von Herrn Ward, der seine eigene auf denselben Gegenstand bezuͤgliche Motion deshalb zu⸗ ruͤckgenommen hat, unterstuͤtzt werden wird. Als die wichtigste Angelegenheit fuͤr das Ministerium naͤchst jenen beiden Antraͤgen bezeichnen diese Blaͤtter die von Lord Chandos im Interesse der ackerbautreibenden Klasse der Bevoͤlkerung vorgeschlagene Aufhe⸗ bung der Malz⸗Steuer, welche heute Abend im Unterhause auf der Tages⸗ „Ordnung steht. „Die Aufhebung dieser Steuer“, sagt der Courier, „welche natuͤrlich von den großen Grund⸗ bentzern sehr gewuͤnscht wird, wuͤrde das Land auf einmal einer jaͤhrlichen Einnahme von 5 bis 6 Millionen berauben, und schon aus diesem Grunde muß Sir R. Peel sich dieser Aufhebung widersetzen; indeß wird der Sieg des Ministeriums in dieser Sache ein seltsamer seyn, und Six R. Peel wird ein⸗ sehen muͤssen, woruͤber sich Niemand taͤuschen kann, daß er im Anterhause auch da, wo er zu siegen scheint, sich wesentlich in der Minoritaͤt befindet, denn die Hoch⸗Tories im Kabinet und in der Verwaltung, Sir Edward Knatchbull, Derr A. Baring, Lord Lowther, Lord Stormont, Graf von Lincoln, Graf von Darlington, Oberst Perceval, Sir R. Ger⸗ don, Sir Ph. Durham und Andere, welche persoͤnlich bei jener Aufhebung aufs staͤrkste interessirt sind und von jeher den fruͤ⸗ heren desfallsigen Antraͤgen des Marquis von Chandos beitraten, warden nun in ein hoͤchst unangenehmes Dilemma versetzt werden, und gegen ihren eigenen Vortheil, gegen ihre hartnaäͤckigsten Grundsaͤtze stimmen muͤssen, weil die Regierung diese Einnahme jetzt nicht fuͤglich aufgeben kann.“ Uebrigens wird in den heu⸗ tigen Boͤrsen⸗Berichten des Courier und des Globe mit ziem⸗ licher Bestimmtheit die Exwartung ausgesprochen, daß das Un⸗ rerhaus den Antrag des Marquis von Chandos verwerfen werde, welche Ueberzeugung auch auf den Stand der Fonds guͤnstig wirkte.
Der Fuͤrst Esterhazy hatte gestern, nachdem er die Nachricht vom Tode des Kaiser Franz erhalten, eine Unterredung mit dem Herzog von Wellington im auswaͤrtigen Amte. Auch der Bayeri⸗ sche Gesandte, Graf Jenison, stattete Sr. Gnaden einen Besuch ab.
Der Graf von Haddington, Lord⸗Lieutenant von Irland, ist nach Dublin zuruͤckgekehrt.
Lord John Russell ist dem Grafen Grey, der mit Lord FA. morgen hier erwartet wird, nach Woburn entgegen⸗ gereist.
Am Donnerstag Abend oder am Freitag Morgen sind der Herzogin von Gordon fuͤr 60,000 Pfd. Juwelen gestohlen wor⸗ den. Sie war am Donnerstage, bei Gelegenheit des Cercle bei Hofe, aufs glaͤnzendste mit Juwelen von unermeßlichem Werthe
eschmuͤckt, die sie bei ihrer Nachhausekunft in ihrem Ankleide⸗ Zimmer ablegte. Am naͤchsten Morgen zwischen 10 und 11 Uhr entdeckte man den Diebstahl. Die Untersuchung ergab durchaus keine Spur eines gewaltsamen Einbruchs; es ist daher kein Zweifel, daß die Entwendung durch Jemand geschehen ist, der mit der Einrichtung des Hauses bekannt war. Als Ihre Ma⸗ jestaͤt die Koͤnigin von diesem Verluste der Herzogin von Gor⸗ don hoͤrte, ließ sie ihr sogleich durch Lady Howe von ihren Juw⸗ en so viel anbieten, als sie einstweilen beduͤrfe. Lord Cowley hat seine Reise nach ˖Paris noch nicht ange⸗ treten, auch ist sein Gepaͤck noch nicht eingeschifft worden.
Herr Magennis, ein Neffe des Grafen De Grey, soll den Befehl erhalten haben, unverzuͤglich mit einer Mission nach St. Petersburg abzugehen.
Am Sonnabend hat Namik Pascha den Themse⸗Tunnel besucht.
Herr Henry Lytton Bulwer hat auf das von einer De⸗ putation des Kirchspiels Marylebone an die Revpraͤsentanten des⸗ selben, Sir S. Whalley und H. L. Bulwer, in Betreff der Subsidien⸗Bewilligung gerichtete Schreiben (s. Nr. 73 der St. Ztg.) Folgendes geantwortet:
„Meine Herren! Ich zeige Ihnen den Empfang des Briefes an, womit Sie mich beehrten, und der, wie ich sehe, auch den Ta⸗ gezblaͤttern mitgetheilt worden ist. Was Ihr Erstaunen uͤber die so schnell erfolgte Geldbewilligung betrifft, so wird dasselbe verschwin⸗ den, wenn Sie erfahren, daß noch gar keine Bewilligung der Art stattgefunden hat. Wenn irgend eine Frage in Betreff der Subsi⸗ dien dem Hause vorgelegt wird, so werde ich mich, wie ich dies bis jetzt bei andern Fragen gethan, stets durch Beruͤcksichtigung des allgemeinen Interesses leiten lassen, und bin ich immer bereit, uͤber die Gruͤnde meines Benehmens Rechenschaft zu geben. Der Be⸗ schluß, auf den ich jetzt antworte und den ich mit Achtung empfan⸗
en habe, hat (ich muß es frei gestehen) zugleich großen Unwillen in mir erregt. Die Gesinnung, in der er abgefaßt ist, entspricht vollkommen der meinigen. Er wurde auch, wie ich versichert bin, von patriotischem Eiser und von schwer zu unterdruͤckenden Wuͤn⸗ schen, sowohl fuͤr die Ehre der Koͤrperschaft, welcher Sie angehdoͤ⸗ die Ehre derer, welche diese Koͤrperschaft repraͤsentiren, eingegeben. Dennoch muß ich bemerken, daß es kein Verfahren giebt, das so wohl berechnet waͤre, meine Nuͤtzlichkeit zu vermin⸗ dern und Ihren Charakter herabzusetzen, als das von Ihnen be⸗ folgte. In Zeiten, wie die jetzigen, ist es natuͤrlich, daß Sie auf daz Benchmen Ihrer Revpraͤsentanten boͤchst aufmerksam sind; aber in solchen Zeiten sollten Sie auch hoͤchst vorsichtig seyn in der Wahl Ihrer Repraͤsentanten. Ich bin entweder ein ehrlicher Mann, und dann muß man mir trauen, oder ich bin es nicht, und dann haͤtten Sie mich nicht waͤhlen sollen. Im Laufe meiner Wahl babe ich haͤufig meine Grundsaͤtze, und den
Gang, den ich zu befolgen gedachte, dargelegt; wenn Sie irgend
etwas in meinem Benehmen finden, das damit im Widerspruche steht, so haben Sie nicht nur das Recht, sondern auch die Verpflichtung, es mir anzuzeigen. Ich fuͤhle mich indeß veranlaßt, zu sagen, daß, da die Ansichten, welche mich ins Parlament gebracht haben, das Resultat meiner eigenen ruhigen Ueberlegung sind, die Weise, in der ich, jenen Ansichten zufolge, im Parlamente handeln werde, auch das Resultar meines eigenen unabhängigen Urtheils seyn wird. Ich habe nur noch zu bemerken, daß die Ehre, welche Sie mir uͤbertragen ha⸗ ben und die ich tief empfinde, mich wo moͤglich noch begieriger als fruͤher machen wird, meine Enrscheidungen durch keine andere Ge⸗ sinnungen leiten zu lassen, als durch solche, die unmittelbar aus dem
306 gewissenhaften Wunsche, die Wohlfahrt des Landes zu befoͤrdern,
entspringen. Ich habe die Ehre u. s. w. Henry Lytton Bulwer.“
Der Courier ist uͤber obigen Brief des Herrn Henry Lyt⸗
ton Bulwer sehr aufgebracht und sagt, derselbe sey kein Sir Francis Burdett, um eine solche Sprache fuͤhren zu koͤnnen. Dies Blatt macht uͤbrigens darauf aufmerksam, daß Sir H. L. Bulwer mit Herrn Richards, Mitglied fuͤr Knaresborough, bei Sir R. Peel zu Mittag gespeist habe. Herr Richards, dem auch vorgeworfen wird, daß er seine Meinung geaͤndert habe, hat folgenden Brief an den Herausgeber der Morning Chro⸗ nicle geschrieben: „Mein Herr! Ich wuͤrde es nicht der Muͤhe werth gehalten haben, auf den gemeinen und boshaften Artikel in Ihrem heutigen Blatte zu antworten, wenn Sie es nicht fuͤr gut gefunden haͤtten, ein anonymes, angeblich von meinen Konstituenten an mich erlassenes Gesuch zu publiziren. Ich weiß sehr wohl, daß zu Knaresborough Alles angewendet worden ist, um ein Gesuch, worin ich zur Aufgebung meines Parlaments⸗Sitzes aufgefordert werden sollte, aufzubrin⸗ gen. Allein ich habe erfahren, daß man nur wenige Unterzeich⸗ nungen hat erhalten koͤnnen, und bis sn dieser Stunde ist mir kein Gesuch der Art zugegangen. Sollte ich ein solches erhal⸗ ten, so hoffe ich, daß meine Antwort so seyn wird, wie es ei⸗ nem unabhaͤngigen Mitglied des Unterhauses gebuͤhrt. Ich habe die Ehre u. s. w. J. Richards.“
Die Direktoren der Ostindischen Compagnie gaben am Sonnabend dem neuernannten General⸗Gouverneur von Ost⸗ indien, Lord Heytesbury, und dem Befehlshaber der Britischen Streitkraͤfte in Indien, Sir Henry Fane, ein großes Diner, wozu auch saͤmmtliche Minister eingeladen waren. Sir Robert Peel sprach in hoͤchst lobenden Ausdruͤcken von Lord Heytesbury und bemerkte in Betreff der Ernennung des Sir H. FanNe, daß es wohl keinen Eingeborenen von Indien gebe, der, moͤge er auch noch so unbekannt mit der Europäͤischen Geschichte seyn, daran zweifte, daß demjenigen Mann, welcher das Vertrauen des Herzogs von Wellington besitze, das Kommando der Armee in jenem Lande uͤbertragen werden muͤsse, wo der Herzog seine ersten Lorbeern gewonnen habe. (Großer Beifall.)
Der Hampfhire Telegraph vom 7ten d. meldet, daß die Englische Flotte unter Sir Josias Rowley durch eine De⸗ pesche des Britischen Gesandten in Konstantinopel, Lord Pon⸗ sonby, von Malta wieder abberufen sey, und fuͤgt hinzu, dieselbe sey am 7. Februar ploͤtzlich in See gegangen. Die abgesegelte Flotte bestand aus 6 Linienschiffen, 3 Fregatten und mehreren kleineren Fahrzeugen, und ihr war eine Fregatte mit versiegelten Depeschen vorangegangen, welche man direkt nach den Darda⸗ nellen bestimmt glaubte.
Briefe aus Tripolis vom 25. Januar melden, daß der Britische Konsul, Oberst Warrington, und der Capitain Mundy, Befehlshaber der „Favoreie“, den dortigen Kaufleuten angezeigt haben, daß das Englische Ministerium das von ihnen in Be⸗ treff der Blokade der Kuͤste durch den Pascha Ali befolgte Ver⸗ fahren billigt. Es ist daher beschlossen, daß, obgleich die drei bewaffneten Fahrzeuge des Pascha's fuͤc den Winter abgetakelt sind, die Blokade dennoch als fortbestehend betrachtet wird, in⸗ dem die Batterieen des Kastells und der Stadt den Eingang in den Hafen von Mescia einigermaßen beherrschen. Der Bri⸗ tische Handel unter Britischer Flagge wird jedoch an jedem Punkte der Kuͤste außer dem Bereiche der genannten Batterieen gesetz⸗ lichen Schutz finden. Der Franzoͤsische General⸗Konsul hat sich nach Malta eingeschifft.
Die Zeitungen vom Cap reichen bis zum 3. Januar und sind voll von Berichten uͤber die Aufregung, welche in dieser Kolonie herrscht, da die Verwuͤstungen der Kaffern an den Graͤnzen derselben noch immer fortdauern. Fast alle Personen, die mit diesem Volksstamm Handel trieben, waren ermordet wor⸗ den, und die Missions⸗Stationen standen leer. Indeß schienen die Einwohner von Graham'stown doch die zuversichtliche Hoff⸗ nung zu hegen, daß sie jeden Angriff wuͤrden abschlagen koͤnnen. Die Einwohner der Kapstadt hatten sich zum freiwilligen Miliz⸗ dienst erboten, falls der Gouverneur die regulairen Truppen alle aussenden wolle. Dieser hatte jedoch ein Regiment zur Ver⸗ staͤrkung der Graͤnz⸗Truppen fuͤr hinreichend erklaͤrt; er selbst wollte nach der Algoa⸗Bai abgehen.
Berichte aus Canton vom 25. Oktober stellen es außer Zweifel, daß an dem Tode des Lord Napier nur das Verfahren der Chinesischen Behoͤrden die Schuld traͤgt. Der Theehandel ging uͤbrigens seinen ungestoͤrten Gang fort, „aber“, fuͤgt die Times dieser Nachricht hinzu, „die unserem Repraͤsentanten angethane Schmach war noch ungeraͤcht.“
Die neuesten Berichte aus New⸗York reichen zwar bis zum 14. Februar, also weiter, als die zuletzt gegebenen, melden aber nichts Neueres uͤber die Entschluͤsse des Revpraͤsentanten⸗ Hauses in Bezug auf die Franzoͤsische Frage. Dem Praͤsidenten stand ein persoͤnlicher Streit mit Herrn Poindexter, Mitglied des Senats, bevor; jener soll den Verdacht geaͤußert haben, daß der Letztere bei dem auf den Praͤsidenten gemachten Mordversuch die Hand im Spiele gehabt habe; Herr Poindexter ließ den Ge⸗ neral Jackson daruͤber befragen. Die Antwort des Praͤsidenten ist nicht bekannt geworden; doch sagt der Telegraph, „er habe der Beleidigung noch Beschimpfungen hinzugefuͤgt“, und ein an⸗ beshs New⸗Yorker Blatt meint, die Sache koͤnne dabei nicht bleiben.
Aus Mexiko sind wieder Nachrichten von dem Ausbruche eines Zwistes zwischen Santana und Bustamente eingegangen.
— — London, 10. Maͤrz. Die Minister befinden sich dermalen in keiner sehr angenehmen Lage. Der Sturm, welcher ihnen aus dem Vorschlage des Lord Chandos, die Abschaffung der Malzsteuer betreffend, drohte, scheint zwar beseitigt zu seyn; denn als Sir Robert Peel den Vertretern der Grafschaften in einer Privat⸗Konferenz die Unmoͤglichkeit vorstellte, jetzt eine Summe von 5 Millionen aus den jaͤhrlichen Steuern zu ent⸗ behren, oder eine andere Steuer an ihrer Stelle zu erhal⸗ ten, erklaͤrten sich nicht nur viele Tories, sondern auch fast alle Whigs bereit, das Ministerium zu unterstuͤtzen, falls Lord Chandos darauf bestehen sollte, diesen Abend den angekuͤndigten Vorschlag zu machen. Das wird er aber, um den Paͤchtern Wort zu halten, und alle die, welche von die⸗ sen als Spezialfreunde ihrer Sache, oft mit der Ausschließung eines Whigs, gewaͤhlt worden, koͤnnen es mit ihm, ohne Gefahr, einen Staatsbankerott zu verursachen. Aber anders ist es mit einer Ankuͤndigung des Herrn Hume, daß er darauf antragen wuͤrde, die Subsidien nur auf 3 Monate zu bewilligen; weil, wie er meint, auf diese Weise der Gang der Regierung nicht unter⸗ brochen, das Ministerium aber, dessen Versprechungen allein man nun einmal nicht trauen koͤnne, Zeit haben werde, burch die Vorschlagung befriedigender Reformen, das Zutrauen des Parlamenis zu er⸗ werben, welches sodann keinen Anstand nehmen wuͤrde, auch die Subsidien fuͤr die uͤbrigen drei Vierteljahre zu gestatten.
— 2
die
zwischen hat die Opposition im Laufe der vorigen Woche elbuldig war. Die Bank hatte sich bestaͤndig geweigert zu be⸗ Moͤglichstes gethan, um ihr Mißtrauen als gegruͤndet zu 88 aln Sie sagte: „„Ich setze den Fall, daß keine Ausgleichung sen. Unter den vielen dem Koͤnige uüͤberreichten Dank⸗Adrese ir andere fruͤher gemachte Vorschuͤsse stattfinden soll, und daß fuͤr die Entlassung der Whigs und Zuruͤckberufung der Toriaslit die 13 Mill. Franken, die mir in Kasse blieben, und von befanden sich auch eine große Menge von Irlaͤndischen Orangalurch den Staat einkassirten Fonds im Augenblick des Aus⸗ Logen. Nun ist es schon laͤngst von allen Whigs als Zpict uchs der Revolution von 1830 herruͤhrten, schuldig bin, so aufgestellt, daß diese Logen nicht nur die Ruhe des Landes gemn ich doch rechtsguͤltig erst nach der Liquidation zahlen, faͤhrden, sondern auch wegen des bei der Aufnahme zu leisteyte zwischen Holland und Belgien dem Inhalte des Traktats den geheimen Eides, und der Zeichen, woran die dangnen um 15. November 1831 gemaͤß stattfinden soll. Die als⸗ ten einander erkennen, gesetzwidrig sind. Die Mitglieder derselann gemachte Liquidation muß das Aktivum, wenn eines vor⸗ ben sind alle Protestanten, und ihr Streben geht dahin, die Kielanden ist, sowohl fuͤr obige Rechnung, als fuͤr alle andern che aufrecht zu erhalten, so wie die Verbindung mit Englan bummen bestimmen, und wenn ein Aktivum vorhanden ist, so welches fuͤr sie das Mutterland ist, waͤhrend die Katholiken nur ibied nicht Belgien allein den Genuß davon haben. Belgien lange guten Grund gehabt, es als eine Stiefmuttter zu betracind Holland werden es in dem Verhaͤltnisse der von jedem ten. Natuͤrlich mußten diese Orangisten mit ihren uitra⸗protz iier beiden Laͤnder waͤhrend der Vereinigung entrichteten Auf⸗ stantischen Gesinnungen sich auch vorzuͤglich zu den Torics huigen theilen (Art. 13. §. 5. des Traktats vom 15. November). ten; und obgleich sie etwas mit dem Herzog von Wellington unbis dahin kann ich diese Fonds nicht aus den Haͤnden geben, dessen Mitarbeiter bei der Emancipation schmollten, so kame senn Belgien ist nur ein Theil des alten Koͤnigreichs der Nieder⸗ sie doch bald durch die Ueberzeugung, daß deren Nachgiebigkez ande, dem ich schuldig bin, und wenn ich bezahlte, so wuͤrde nicht das Werk der Wahl, sondern der Nothwendigkeit wersch dadurch meiner Verpflichtung nicht entledigt.“ So er⸗ wieder zu ihnen zuruͤck, und zwar um so fruͤher, als sie an da lärte sich die Bank, als 9 dem vorigen Ministerium ein, Whigs, welche großentheils wenigstens die Kirche eher als an einer Ansicht nach, fuͤr das Land sehr vortheilhafter Vergleich
Hinderniß wie als Bindemittel zum dauerhaften Verein anseßen aswischen kam, der, indem er die Sachen in statu guo ließ, b — 1 h; oben bemerkten 13 Millionen zur Verfuͤgung der Belgischen
und im Ernste geneigt schienen, die Katholiken den Protestantz 1 gleich zu stellen, keinen Haltpunkt finden konnten. Da nun au siegierung stellte, die alsdann zu ihrem Vortheil zum Ankauf die Tories von ihrer Seite in Irland keine andere Stuͤtz sa. Fon Renten verwendet wurden. Nur in dem Falle, wo diese
ber das Kapital verfuͤgen wuͤrde, muͤßte sie es ersetzen, und
ben, als diese heftige Partei, so mußten sie natmit wurd⸗ — 71 Moͤglichstes bun he a üich zu fesseln. Daher den er Bank Tresorscheine mit bestimmter Verfallzeit, die bei der Perfallzeit immer wieder durch neue ersetzt wuͤrden, abliefern.
Anstellung eines Perceval und die Erhebung eines Shaw, Gi⸗
gorie u. A. in den Irlaͤndischen Geheimen⸗Rath, und auch nꝗDie Kammern kamen aber nicht dazu, diesen Vergleich zu sanc⸗
gnaͤdige Aufnahme der Adressen ihrer derschiedenen Logen. De ioniren; eine seit laͤnger als einem Jahre zur Pruͤfung aller ieser Fragen niedergesetzte Kommission hat ihren Bericht noch
ses Letztere erklaͤren die ministeriellen Blaͤtter nun damit, daß 8- 1 bloß Sache der Form sey, da der Koͤnig gern von Jedem Litphicht erstattet. Hierin lag sonach der Grund der gegenwaͤrtigen ovschwierigen Lage nicht, aber der traurige Verdacht, den immer
schriften und Adressen annehme, und, wenn sich nichts gegen qg age 8 halt und Form einwenden ließe, allzeit gnaͤdig; demnaͤchst soy e Hartnaͤckigkeit der alten Bank bei Entrichtung der genann⸗ n Summe in den Gemuͤthern zuruͤckließ, und die Benutzung,
auch das Gesetzwidrige der Orangisten⸗Logen noch von keina b 1 Gerichtshofe ausgesprochen worden, und die Antwort des Ministezt hie sie davon in großen Operationen zu ihrem alleinigen Nuz⸗ en machte, dieser Verdacht ließ sich bei Pruͤfung einer andern
auf ihre Adressen entscheide nichts daruͤber. Natuͤrlich ist e 8 1 1 1 Opposition nicht damit zufrieden, besonders der Irlaͤndische Tjel ussteigenden Ruͤcksicht nicht tilgen. Die alte Bank kassirte bis⸗ derselben. Sie besteht darauf, daß die Minister Abschriften ser alle Staats⸗Einnahmen ein. Der Kontrakt ging im letzten ner Adressen und der gegebenen Antworten produziren; aber au Peember zu Ende. Sie verlangte nun eine Erneuerung fuͤr des Kontrastes willen, Antworten, welche vor der Abdankung weüpenigstens fuͤnf Jahre statt eines, und ließ keine anderen Herzogs von Wellington im J. 1830 auf Adressen von politische! bedingungen als diejenigen des Kontraktes zu, den sie Vereinen gegeben worden. Ferner hat die Irlaͤndische Oppesteit dem Koͤnige Wilhelm geschlossen hatte, und der bisher von Fahr zu Jahr erneuert worden war. Der Minister antwortete,
tion 4 verschiedene Motionen hinsichtlich der Orangisten⸗Loga — Der
1ö“ um das T1ö“ in ihrer Vrnt wwolle ferner der Bank fuͤr ein Jahr die Einkassirung der Fonds
sung, so wie ihre blutduͤrstigen Absichten gegen ihre invertrauen, diese muͤsse sich aber der Kontrolle des Rechnungs⸗
tholischen Mitbuͤrger darzuthun. In der Debatte, weltzl hofes unterwersen. Die Bank wollte nicht, und weigerte sich,
daruͤber stattgefunden, sind die Minister hart bedrengich andern Verpflichtungen, als denen eines gewoͤhnlichen Kas⸗ ers gegen seinen Kommittenten zu unterwerfen. Die Re⸗
worden, indem es einigen Mitgliedern des Kabinet chertd auf ihrer Horderung. Darauf esfolgte nachgewiesen wurde, daß sie mit jenen Vereinen in genauer Palhierung beharr 1 — erung. fol 8 s 78e5g 8 ije gewaltsame Maßregel von Seiten der Bank, daß sie
bindung stehen und sie immer in ihrer Heftigkeit unterstuͤtzt he
ben. Am schlimmsten aber ging es dem Herrn Shaw, welche 8 e da. 19 da. Faren en deas gorgg. Gb isten, ganz schonungslos g u dieser Maßrege ꝛch de ge⸗
vs gIg ghssshe güns shanangehhes gegen das neue gbigt, die sie ihrer Agenten beraube. Sie hoffte dadurch die
richts⸗System in Irland aufzutreten pflegte, und jetzt mit . ie he ieru oͤrt, welche dieses W1 hegierung zu depopularisiren, und ein Geschrei zu veranlassen. der Regierung gehoͤrt, welche dieses System noch weiter aus . Miüsister nes sich - eE1““
dehnen verspricht! — Gestern Abend ward von dem Erz⸗Deme ittschri rreich der Unterdruͤckung der Sparkassen durch seine Mittel abzuhelfen. gogen Roebuck eine Bittschrift von Unter⸗Kanada eingereicht mwischen kam es zu keiner Ausgleichung. Die Bank gab sich
welche zu sehr interessanten Debatten Anlaß gab. Es wurde se 1 8 1, d swar das Ansehen, als liege ihr nichts an der Staatskasse; im 1got. o. dnne. Hegelhr gl nd Heren. ess, se Grunde lag ihr aber doch sehr viel daran, weil ihr dies
Whigs Kolonial⸗Secretaire gewesen, als von Sir Robert Peche 8 4 — anerkannt, daß die Lage jener Kolonie hoͤchst kritisch sey, und die Ablenen Zauber in der oͤffentlichen Meinung und die Be⸗
stellung mehrerer gerechten Beschwerden nicht laͤnger verzoͤgertwerde duͤrfe. Sir Robert machte zugleich bekannt, daß die Regierun ohne Verzug einen Bevollmaͤchtigten dahin abschicken werde, we cher nach Befinden jede billige Forderung sogleich und ohne wel tere Anfrage bewilligen und alles Druͤckende abstellen solle. Rec buck hatte die Frechheit, im Fall den Kanadiern nicht unverzih lich ihr Recht widerfuͤhre, mit einem Aufstande zu drohen, unf meinte, die Vereinigten Staaten wuͤrden ihnen dabei behuͤlflt seyn. Aber von allen Seiten des Hauses mit Verachtung und willen zuruͤckgewiesen, schloß er am Ende mit einer hoͤchst demuͤthig Rede und versprach, sein Moͤglichstes zu thun, um die Gemüͤl beruhigen zu helfen. Es ist diesen Abend Alles in der gespam testen Erwartung uͤber das Resultat der Abstimmung uͤber Malzsteuer. Denn waͤhrend der „Courier“ fuͤr gewiß annimn daß mit Huͤlfe der Whigs die Minister die Mehrheit hab werden, thut der „Standard“, als waͤre den Whigs nicht trauen, und droht den Tories, daß, wenn die Minister gesch gen wuͤrden, dieselben nicht am Ruder bleiben koͤnnten. 8
Niederlande.
Aus dem Haag, 11. Maͤrz. Der Koͤnigl. Hof hat geste Trauer fuͤr Se. Majestaͤt den Kaiser Franz von Oesterrm
it den Rimessen bezahlte, die sie fuͤr ihre Einkassirung gewann und welche ihr die Papiere zur Diskontirung einschickten. Hie schrieb unmittelbar an den Koͤnig, und kuͤndigte ihm an, gaß sie mit allen ihren Diskontirungen aufhore. Der Koͤnig chickte das Schreiben seinem Minister. Dieser sah wohl ein, haß das beste Mittel seyn wuͤrde, eine Konkurrenz zu eroͤffnen, und da er mit einem Vorschlage zu Errichtung einer neuen pank versehen war, so beschaͤftigte er sich unaufhoͤrlich mit Pruͤ⸗ ung ihrer Statuten. Auf einmal machte sie der Moniteur, als on Seiten der Regierung bewilligt, bekannt. In zwei Tagen baren die fuͤr ihr Kapital erforderlichen 20 Millionen gedeckt, id man mußte alle weiteren Subscriptionen zuruͤckweisen. Der Verfasser des Projekts, Hr. C. v. Brouckère, hatte bei Empfang der Noͤniglichen Bewilligung an Herrn Rothschild nach Paris einen Courier geschickt, um ihm Actien zu der neuen Unternehmung nzubieten. Er wartete auf dessen Antwort, als auf Einmal Herr James Rothschild selbst ankam, und sogleich fuͤr drei Mil⸗ sionen Actien unterschrieb. Zu gleicher Zeit traf ein Agent der Haupt⸗Banquierhaͤuser von Paris, André et Cottier, Fould, Pac⸗ ard, Hagermann u. s. w. ein, der Befehl hatte, Alles, was übrig sey, 1 1 die Eünit Fn Pih⸗ 18 -ae be⸗ 7. agen, zu uͤbernehmen. Es war aber schon zu spaͤt. aum 8 sechs. Wochen ngelege 188“* das Kapital der neuen Bank gesichert, als die alte sich al— Hrus “ 8 t ensen S die ö 5
ruͤssel, 11. Maͤrz. Hiesige ge, † Sie gestand nun die Kontrolle des Rechnungshofes zu, und er⸗
8. Shagee W“ ewesis .Mlcetr. ösosg „8 ichtete eine Handels⸗Gesellschaft, die an dem zum Empfange neuen außerordentlichen Kredit zur Anlegung von Festungem 1 seripelonen bestimmten Tage Unterzeichnungen fuͤr 128 ken an unserer Nord⸗Graͤnze zu verlangen. Unter Anderm aemonen Fr. erhielt, obgleich sie nur 10 brauchte! Jetzt wird in der Kampine bei Zammel ein neuer befestigter Ort unter da dem Unterzeichner v zwanzigste Theil der unterschriebe⸗ Namen „Leopoldstadt“ angelegt werden. Man weiß jedoch nich 88 Summe zugetheilt. Diese EE“ 8 Anerbietun⸗ ob diese Plaͤne wieder aufgegeben oder bloß ausgesetzt worden fid hcn in dem streng festgesetzten Termine 5-. sechs Seun⸗ Der Franzoͤsische Gesandte in Hamburg, Baron von N 89 eisammen. Diese Resultate fuͤhrte die rrichtung 11 rennes, ist, aus dem Haag kommend, hier eingetroffen. Dah ane, Und Fre “ 1SI. selbe begiebt sich nach Paris. alte reduzirte ihren Diskonto von 4 auf 3; ½ pCt. jaͤhrlich, Der bekannte Abenteurer, Herr von Pontécoulant, icstad da sie in den Statuten der neuen die Moͤglichkeit sah, daß
bei der Repraͤsentanten⸗Kammer eine Bittschrift eingereicht, b in Handels⸗Unternehmungen einlassen werde, so errich⸗ welcher er um Restituirung in den Militair⸗Rang nachsu h losleich eine Handels⸗Gesellschaft, die bestimmt ist, den welchen er im Januar 1831 bekleidet hat. 1 ukten des Landes vielfachen Absatz zu verschaffen, und aus⸗ Im „Politique“ liest man: „Ein Guts⸗Besitzer,d 8 Einfuhr zu befoͤrdern. Ich schrieb Ihnen uͤber diesen
in der Gemeinde Ampsin, unterhalb Huy, ein schlechtes Stlh and etwas umstaͤndlicher, weil er wahrscheinlich im Aus⸗ Land umarbeiten ließ, hat dort wenigstens 60 Graͤber entdeckt hhacelfach inr Sprache 1 Koͤnig Wilhelm 9. in mehreren derselben fanden sich sehr gut erhaltene Skeleus ich bei der alten Bank fuͤr 1v½ Actien, das heißt fast fuͤr
1 1 2 Ringe, Halsketten und kleine viereckige Medaillen, die aus de 8 Ganze kecsereslich. aͤltesten Zeiten herruͤhren muͤssen, weil man nie das Dasein dohxh Deutschland.
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selben geahnt hatte. . Ka 8 “
28 1b ; in- assel, 11. März. Ihre Koͤnigl. Hoh. die Kurfuͤrstin der All 1ee 1b EIWT v1 bn Ihre Hoh. die Beh. esn Karoline icd d.ern Abese 18 sel folgende naͤhere Auskunft: „Die im Laufe des letzten Messten Wohlseyn von Meiningen zuruͤck wieder hier eingetroffen.
nats errichteten Banken beweisen die fortwaͤhrende Bemuͤhunsge b Fre 1
unseres Landes, seine gaͤnzliche Befestigung in seiner Unabhaͤng 8 CCö Staͤnde⸗Versammlung be⸗ keit zu erhalten. Die eine dieser Banken, die Belgische, en ggruͤndete Hr. seinen Antrag, die Staats,Regierung um sprang in Folge von Zwistigkeiten, die sich im Laufe des Jahn öffizielle Mittheilung der im Februar dieses Jahres zwischen dem zwischen der Regierung und der alten im Jahre 1821 errichefin Bockenheim liegenden Koͤnigl. Preußischen Militair und dor⸗ ten Bruͤsseler Bank ergaben. Diese Zwistigkeiten betrafen haun tigen Einwohnern stattgehabten Vorfaͤlle so wie darum zu er⸗ saͤchlich die Summen, welche diese Bank, sowohl als Staaasluchen, bei dem hohen Bundestage oder der Koͤnigl. Preußischen nigreiche der Niederlande hervorgehenden Verpflichtungen n 2
8
C. 1 1 :,7 . hre Hoh. die Frau Zergogin von Meiningen ist, wie wir ver⸗
ugniß gab, in den Provinzen Agenten zu haben, die sie
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Koͤnigl. Preußische Militair durch Kurhessisches ersetzt werde, welches dann ebenfalls unter die Befehle des Kommandanten der in der Naͤhe von Frankfurt liegenden Bundestruppen gestellt werden koͤnnte. Nach einer aͤußerst lebhaften Diskussion erhiel⸗ ten diese Antraͤge, ohne vorherige Verweisung an einen Aus⸗ schuß, die Genehmigung der Versammlung.
Leipzig, 12. Maͤrz. Gestern uͤberbrachte dem dermaligen Regierungs⸗Kommissar zu Leipzig, Herrn Geheimen Rath Frie⸗ drich Albert von Langenn, eine Deputation des hiesigen Stadt⸗ Raths das Ehren⸗Buͤrgerrecht, welches ihm der Stadt⸗Rath, in Uebereinstimmung mit den Stadtverordneten, dekretirt hat.
Muͤnchen, 11. Maͤrz. Der Koͤnigl. Bayersche Minister und außerordentliche Gesandte am Oesterreichischen Hofe, Frei⸗ herr von Lerchenfeld, hat gestern die Reise nach Wien angetreten.
Aus Veranlassung des kuͤrzlich erfolgten Todes des Kaisers Franz erinnern oͤffentliche Blaͤtter an die originelle Art, in wel⸗ cher seine Geburt den Wienern verkuͤndigt wurde: Maria The⸗ resia war seit dem Tode ihres Gemahls (18. August 1765) we⸗ der bei den Lustbarkeiten des Hofes noch im Theater erschienen. Es war am 19. Februar 1768, als sie Abends, in ihrem Kabi⸗ nette arbeitend, durch einen Courier aus Florenz die Nachricht von der Geburt ihres Enkels Franz (des jetzt verstorbenen Kai⸗ sers Franz IJ.) erhielt. Ohne alle Begleitung stuͤrzt sie durch die Vorzimmer und die daran stoßenden Gaͤnge in das Theater naͤchst der Burg, reißt die Hof⸗Loge auf, draͤngt sich durch die Kammerherren, Erzherzoge und Erzherzoginnen unverhofft und unerkannt bis an den Rand der Loge hindurch, und ruft mit entzuͤckter Stimme in der ungekuͤnstelten Sprache ihres Volkes in das Parterre hinab: „Der Leopold hat a'n Bueb'n!“
Wiesbaden, 11. Maͤrz. Se. Herzogl. Durchlaucht haben wegen des Ablebens Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz I. von Oesterreich, als ehemaligen Reichs⸗Oberhauptes, die gewoͤhnliche allgemeine Landes⸗Trauer fuͤr die Dauer von 3 Monaten in der Weise verfuͤgt, daß saͤmmtliche Herzogl. Behoͤrden sich der schwarzen Dienst⸗Siegel bedienen sollen.
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Wien, 11. Maͤrz. Se. Majestaͤt der Kaiser Ferdinand I. haben, in Erfuͤllung des letzten Willens Allerhoͤchstdero hoͤchstse⸗ ligen innigst geliebten Vaters, wodurch Hoͤchstihrem Geheimen Kabinets⸗Direktor Martin das Klein⸗Kreuz des Oesterreichischen Kaiserlichen Leopold⸗Ordens verliehen worden ist, aber auch in eigener Anerkennung der erworbenen Verdienste des von Sr. jetzt regierenden Majestaͤt in seiner Bestimmung beibehaltenen genannten Kabinets⸗Direktors, demselben das Commandeur⸗Kreuz dieses Ordens tarfrei verliehen.
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Rom, 28. Febr. (Allg. Ztg.) Sicherem Vernehmen nach hat der Papst nicht sowohl eine Note an die Maͤchte ge⸗ richtet, um sie einzuladen, den Graͤueln des Buͤrgerkrieges in Spanien ein Ziel zu setzen, sondern er hat diesen Wunsch nur bei einigen Gelegenheiten muͤndlich verschiedenen Diplomaten ausgedruͤckt. Vorher war ihm allerdings auf diplomatischem Wege der Vorschlag zu einer schriftlichen Verwendung gemacht worden; er hatte ihn aber abgelehnt. Ohne näͤher die hiesigen Ansichten uͤber die Spanischen Angelegenheiten zu beleuchten, so betrachtet man doch hier allgemein als Haupt⸗Ursache der dort vorfallenden Grausamkeiten den General Rodil, der zuerst das Schreckens⸗System einfuͤhrte, welches dann von den Anfuͤhrern des Praͤtendenten nur als Repressalie retorquirt wurde. Daß von Seiten des Roͤmischen Hofs bei dem zweifelhaften Ausgange dieses Krieges das Interesse der Kirche nie aus den Augen ge⸗ lassen wird, ist natuͤrlich, und liegt in den Pflichten des Pap⸗ stes; daß er aber mit wehmuͤthigen Blicken jenen blutigen Buͤr⸗ gerkrieg ansieht und dessen Beendigung wuͤnscht, ehrt seinen be⸗ kannten frommen Sinn.
Es sind abermals mehrere Verordnungen erschienen, die auf Verbesserung der Verwaltung Bezug haben. Nach einer Be⸗ kanntmachung soll in allen Seestaͤdten des Paͤpstlichen Staates eine Camera di Commercio errichtet werden, aus deren Mit⸗ gliedern dann ein Handelsgericht unter Oberaufsicht des Gouver⸗ neurs der Provinz gewaͤhlt wird. Hier in Rom besteht diese Einrichtung schon seit geraumer Zeit, auch in mehreren Staͤdten der Provinzen hatte das Beduͤrfniß dieselbe ins Leben gerufen; Ni erhalten sie alle ein organisches Statut, woran es bis⸗
er fehlte.
Der Karneval ist dieses Jahr so lebhaft als je; der Gio⸗ vedi grasso, als der Haupttag des Festes, konnte sich an Glanz mit allen fruͤhern messen. Masken aller Arten bedeckten den Corso; die Zahl der Kutschen war so groß, daß sie oft nicht von der Stelle konnten. Die Roͤmer zeigten sich in ihrer gan⸗ zen froͤhlichen Laune, das Wetter beguͤnstigte das Volksfest, und verschaffte den sich hier aufhaltenden Fremden den Genuß des Roͤmischen Faschings in seiner ganzen ehemaligen Herrlichkeit. Einige Geruͤchte von Unruhen, welche ausbrechen sollten, hatten so wenig Grund als in den fruͤheren Jahren. Indessen waren von der Regierung alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Einige Ungluͤcksfaͤlle trugen sich auch diesmal bei den Pferderennen zu.
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Die Times meldet Folgendes aus Lissabon vom 20sten Februar: „Es hat eine Veraͤnderung des Ministeriums statt⸗ gefunden. An die Stelle des Bischofs von Coimbra, der zum Pair ernannt worden ist, hat Freire des Departement des In⸗ nern erhalten. Dem Grafen Villa Real ist das Departement der Marine und dem Herzog von Palmella das der auswaͤrti⸗ gen Angelegenheiten uͤbertragen. Die Reduction des Ministe⸗ riums auf die durch die Constitution festgesetzte Zahl von sechs Mitgliedern wird unstreitig große Zufriedenheit im ganzen Lande erregen, und es ist, wie ich hoͤre, jetzt nicht davon die Rede, den Grafen von Villa Real nach London zu senden, da die Regierung mit Sarmento's Benehmen am Britischen Hofe sehr zufrieden ist. — Die Debatten in den Cortes⸗Versammlungen werden mit großer Maͤßigung gefuͤhrt. Etwa zwanzig Deputirte tru⸗ gen darauf an, dem Vice⸗Admiral Sartorius einen Dank zu votiren. Das ganze Haus stimmte diesem bei, und der Marine⸗ Minister versicherte, daß auch die Mitglieder der Regierung mit Freuden ihre Zustimmung geben wuͤrden. Miranda, der vorige Praͤfekt des Dourv, bestaͤtigte den außerordentlichen Eifer des tapfern Admirals fuͤr die gute Sache und die wichtigen Dienste, welche er derselben geleistet. Mehrere Deputirte, worunter der Marschall Saldanha, schlugen vor, auch den Herren Mallo und Perez in Duͤnkirchen einen Dank abzustatten fuͤr die Unterstuͤz⸗ zung der Portugiesischen Emigranten und Dom Pedro's. Herr Miranda trug endlich noch darauf an, dem Herrn Mendizabal in London den besonderen Dank der Cortes auszudruͤcken, fuͤr die großen Dienste, welche er der guten Sache namentlich durch
Potsdam, 15. März. Heute, Morgens um 11 Uhr, hat
seine Ausdauer zu einer annehmen wollte.“
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
Washington, 7. Febr. In der Senats⸗Sitzung vom 2. Febr. ersuchte Herr Calhoun den Vice⸗Praͤsidenten um di r
sich bezie daß der
Cromwell geschildert, und der Re⸗ glu und eine Revolution mit allen ihren Folgen als unvermeidlich
Herr
geeignet gewesen, dergleichen Vorsaͤtze zu rechtfertigen. Calhoun fuͤgte hinzu,
derer Beziehung sey er von der groͤßten Wichtigkeit. „Es is naͤmlich bekannt“, fuhr er fort, „daß der Globe das Organ de exekutiven Gewalt ist, und daß ein Artikel, wie der gegenwaͤr tige, gebilligt worden, so wie das Blatt zu seiner Aufnahme au⸗ torisirt ist. Abgesehen aber von den Persoͤnlichkeiten, welche e enthaͤlt, geht auch daraus hervor, daß jeder, der di Mißbraͤuche der Regierung tadelt, von jetzt an als Anstifter von Meuchelmord betrachtet werde, 1 der Leser hieruͤber nicht in Ungewißheit bleibe, so wird ausdruͤcklich eine besondere Debatte angefuͤhrt, naͤmlich die uͤbe das Postwesen, worin ich uͤber die bekannten Mißbraͤuche sprach, welche sich hier eingeschlichen, und diese nicht sowohl einer man⸗ gelhaften Einrichtung des Postwesens, als vielmehr der Verwal tung zuschrieb. Und wegen dieser Aeußerung werde ich an klagt, zum Meuchelmord 8; zu haben! Was ist aus den Senat geworden, oder was will man aus ihm machen? Der Senat wird also, nach der hier aufgestellten neuen Lehre, kuͤnf
Zeit geleistet, als Niemand sich ihrer
er wolle das, was uͤber ihn selbst
eines auf das Attentat auf den Praͤsidenten Jacksoen enden Artikels im Washingtoner Globe, worin es heißt, Moͤrder Lawrence, bei seiner haͤufigen Anwesenheir imm Kapitol, durch die daselbst gehaltenen heftigen Reden gegen den Praͤsidenten, worin dieser als ein Verruͤckter, ein Tiberius, ein Republik das furchtbarste Ungluͤck t prophezeiht wurde, auf den Gedanken gerathen sey, er muͤsse der Raͤcher seines Vaterlandes werden; und namentlich waͤre auch
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die vor kurzem von Herrn Calhoun gehaltene Rede ganz
in diesem Artikel gesagt sey, nicht weiter beruͤhren, allein in an⸗-
und damit 8
tig zu allen Mißbraͤuchen schweigen muͤssen, und kein Senator
wird mehr ein Urtheil uͤber eine einzelne Person auszusprechern
wagen, um nicht fuͤr einen Aufreizer zum Meuchelmord gehal⸗
ten zu werden. Der Zweck hiervon ist leicht einzusehen, vn das Streben nach einer unverantwortlichen Macht ist wie das Licht der Sonne. Drohungen, woher sie auch kommen moͤgen, dennoch stets mein
Pflicht als Senator erfuͤllen.“ Inland.
hier in der Hof⸗ und Garnisonkirche eine Gedaͤchtniß⸗Feier zu Ehren des Kaisers Franz I. stattgefunden, welcher Se. Majestaͤt der Koͤnig, die Koͤniglichen Prinzen und Prinzessinnen und eine große Anzahl Generale und Offiziere aller Grade, so wie das den Namen des verewigten Kaisers fuͤhrende Grenadier⸗Reg ment beiwohnten. Unter den Anwesenden befanden sich auch der Kaiserl. Oesterreichische Gesandte, Herr Graf von Trautmanns dorff⸗Weinsberg, und die Mitglieder der Kaiserl. Gesandtschaft
Das gedachte Regiment hatte unmittelbar nach dem Eintr fen der Trauer⸗Botschaft Sr. Majestaͤt dem Koͤnige den ehrer bietigen Wunsch vorgelegt, jene Feier zu Ehren seines verew ten Chefs veranstalten zu koͤnnen, und Se. Majestaͤt genehm ten dies um so lieber, als es mit den Gefuͤhlen Ihres eigen Herzens in voͤlliger Uebereinstimmung war.
Aber ich werde, ungeachtet aller
Hehieh meiertmnn mn. Srg dese herS .
Gestern ruͤckte das Regiment von Berlin hier ein und stellte sich heute fruͤh um halb 11 Uhr im Lustgarten auf. Fahnen und
Trommeln waren mit Flor umhangen. Nachdem die militairi schen Honneurs gemacht waren, marschirte das Regiment ohne Musik bei Sr. Majestaͤt vorbei und begab sich dann in die Kirche. Die Fahnen stellten sich zur Rechten des schwarz beklei deten Altars. Nach Abhaltung der fuͤr die Todtenfeier bestimm ten Liturgie hielt der Bischof Dr. Eylert die Gedaͤchtniß⸗Rede Er stellte den Tod des verewigten Kaisers von Oesterreich, nach
Anleitung des biblischen Ausspruchs Jesaias 57 V. 2, in einen
christlich religioͤsen Gesichtspunkt und entwickelte in ihm die G
fuͤhle der Verehrung und Dankbarkeit, die dem hohen Vollen deten gebuͤhren. Er erinnerte dabei an die vor nun bald 10 Jah ren begangene aͤhnliche, dem Gedaͤchtniß des verewigten Kaisers von Rußland Alexander J. gewidmete Feier; und, der großen Verdienste gedenkend, die beide nun in Gott ruhende Kaiser, in Verbindung mit unserm Koͤnige und Herrn, sich um die Wel erworben, knuͤpfte er daran Bemerkungen „uͤber die Groͤße der damaligen und das Beduͤrfniß der jetzigen Zeit.“
Berlin, 16. März. Die Stadt Duisburg im Regie rungs⸗Bezirk Duͤsseldorf feierte am 3Zten d. M. das Doktor⸗ Jubilaͤum des Professors der Medizin an der ehemaligen dor tigen Universität, Dr. J. C. Carstanjen, eines Mannes (so schreibt man von dort), der sich nicht allein durch gediegen Gelehrsamkeit, vornehmlich in den medizinischen und Natur Wissenschaften, verdient gemacht hat, sondern insbesondere seine Vaterstadt durch seine aͤrztlichen Leistungen und durch die Lie benswuͤrdigkeit seines edlen Charakters zum Schmuck und Stolz gereicht. Die huldreiche und wuͤrdige Anerkennung seiner V dienste bezeugten dem Jubilar sowohl der von Sr. Majestaͤt den Koͤnige ihm Allergnaͤdigst verliehene Rothe Adler⸗Orden dritter Klasse, als auch die Gluͤckwuͤnsche des Koͤnigl. Medtzinal⸗Kolle⸗ giums zu Koblenz und der Koͤnigl. Regierung zu Duͤsseldo durch den in Duisburg eingetroffenen Koͤnigl. Kommissarius, Regierungs⸗Rath Krauß; ferner die Gluͤckwuͤnsche der Behoͤrde des Kreises und der Stadt, der dortigen Aerzte, so wie seiner ehemaligen Zuhoͤrer und befreundeten auswaͤrtigen Kollegen, der Geistlichkeit der verschiedenen Konfessionen, der Deputationen der Koͤnigl. Beamten, der Koͤnigl. Handels⸗Kammer und der Kaufmannschaft.
— Man meldet aus Koblenz unterm 10ten d. M.: „Gestern kam der Schiffer Pisbach die Mosel mit zwei mit Weintrestern beladenen Schiffen herunter, von denen das erste
die Durchfahrt (den dritten gewoͤhnlich befahrenen Bogen) pas⸗ sirte, das zweite aber, von einem ploͤtzlich eingetretenen heftgen
Sturm ergriffen, bis vor den eilften Bogen geschleudert ward und scheiterte. Die darauf befindlichen Personen retteten sich in einen angebundenen, zum Gluͤcke unversehrt gebliebenen Kahn. Ein aͤhnliches Schicksal traf heute den Schiffer Matthias Schnei⸗ der von Niederfell, der mit einer Schiffsladung Holz durch die bei hohem Wasserstande so gefahrvolle Bruͤcke fahren wollte, aber in schiefer Richtung vor dieselbe trieb und umschlug. Die drei Personen, welche auf dem Schiffe waren, naͤmlich der Schiffer, ein 70jaͤhriger Greis und der Schwiegersohn desselben, ergriffen sogleich Holzstuͤcke und kaͤmpften, an denselben angeklammert, mit den tobenden Wellen. Schon fingen des Alten Kraͤfte an zu sinken, er ließ das rettende Holz fahren und sank unter, als ploͤtz⸗