1835 / 78 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

.

Malland, historische Tragoͤdie in 5 Abth. und einem Vorspiele,

von E. Raupach. (Dlle. B. Stich: Agnola, als Gastrolle.) Sonnabend, 21. Maͤrz. Im Schauspielhause: Der stand⸗

hafte Prinz Don Fernando von Portugal, Trauerspiel in 5 Abth.

Meteorologische Beobachtung.

1835. Morgens Nachmitt. Abends a 16. Marz. 6 Üühr. 2 Uhr. 10 Uhr. nace bmma

Luftdruck.. 333,02“ Par. 334, 989 Par. 335, 1 Par [uelwärme 6, Luftwaͤrme †½2. 4,s °R.+. 6,1 °R. + 2,9 ⸗R. 8 Thaupunkt + 4,1 °%R.]+‿ 0, °R. + 0,6 °R. Flußwärme 4,1% Dunstsaͤttg. 95 pCt. 60 „Ct. 82 vCt. Bodenwärme 4,2* Wetter.... heiter. heiter. hhgb. 1

V usdünst. 0,033,

NW. NW. Wolkenzug RW. Riederschlag ,01,

Berliner Börse. 11“ Den 17. März 1834. Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preuss. Cour.) ZWPrief Geld. ZI. 100 ¾ 100 ¼ [Ostpr. Pfandbr. 98 ½ 98 ¾ Pomm. do. 65 ½ 65 Kur- u. Neum. do.]

100 ½¼ 99 ¾ Schlesische do. Rkst. C. u. Z.-Sch.

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eußische Staats

6 Koͤnigstädtisches Theater. MMiittwoch, 18. Maͤrz. Zum erstenmale: Der Gloͤckner von Notre⸗Dame, romantisches Drama in 6 Tableaur, nach dem Roman des Bictor Hugo, frei bearbeitet von Ch. Birch⸗Pfeiffer. Die zur Handlung gehoͤrige Musik ist von Herrn Claͤpius. Die

2*⁵2 102 106 ¾ 106 ¾

e.

St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Prm. Sch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do.

8

neuen Decorationen sind von (Mad. Birch⸗Pfeiffer: Gervaise, als Gastrolle.) B Donnerstag, 19. Maͤrz. rende Posse mit Gesang in 2 A von Strauß und von Lanner.

5 5*

errn Antonio Sacchetti gemalt.

Julerl, die Putzmacherin, parodi⸗ kten. Im Zwischenakt: Walzer

100 ½ 99 100 ¾ 100¾ 98 ½ 99 ½

Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.

99 ½ 38 ½ 102 ¾

102 102 ¾

*2ög

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 12. Mürz.

8 Niederl. wirkl. Schuld 55 ¼ 6. 58 do. 101 ½. Ausg. Schuld 172r. 4 1 3 Amort. 95 ½. 3 ¼ 8 79 ¾. Russ. 99. Oesterr.

Kanz-Bill. 25 ¼. Preuss. Präm.-Scheine 114 ½. do 4 % Anl. —.

Antwerpen, 11. März. Span. 5 %8 48 ¼. 3 % 27 ½. Zinsl. 17 ½.

Paris, 11. März.

58% Rente pr. compt. 106. 80. fin cour. 106. 95. 3 pr compt. 58 Neap. pr. compt. 96. 50. fin cour. Cortes 48.

79. 55. fin cour. 79. 75. . 70. 58 Span. Rente 48. 39 do. 28 . Span. Schuld 16 ½. 2 8 Holl. 56. 25.

Darmst. 27 ½.

Wechsel-Co

d. K.- u. N.

Tagesmittel: 224,3 4800.ü *„°) R. 1,80 R.. 79 pg

Gold al marco Neue Duk. Friedrichsd'or .. Disconto

216 18¾ 13177

8 8 139, 4

Zu 6 Sgr. Hafer 28 Sgr. 6

Preuss. Cour

ur s. Rrist. Geld. —————

Amsterdam dito Span. 5 8 482„ Hamburg dito

u“

Augsbur.

Bretan 8

Leipzi

Frankfurt a. M. WzZ. Petersburg

Ausg. Warschau

—. 250 Fl. 250 Fl.

Pf. 11I b 141 ¾

3 22 Sg 6 Pf., 1 Rt

152 152 ½ 6 25 ¾ 81 ½ 104½

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r. 6 14 auch 6 25 ¾

ner Heu 1 Rth

103 ½

103 ½ 103¾

Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 25 Sgr., au Pf. und 1 Rthlr. 15 Sgr.; Roggen 1 Rthlr 1 Rthlr. 10 Sar.; große Gerste

Das Schock Stroh 8 Rthlr., auch

Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 16. Maͤrz 18385353.

Lande: Weizen 1 Rthlr. 20 Sgr.; große Ger 3 g. kleine Gerste 1 Rthlr. 10 Sgr., Luch 1 Rrfte 1n gr.

2 Pf, auch 23 Sgr. 9 Pf; Erbsen 1 Rns

ch 1n 2

1 Rthlr. 2 r. 11 Pf. Rehle. 8 Es,

Sonnabend, den 14. Maͤrz 1835. 6 Rthlr. 10 Sgr.;

lr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr. 2

Redacteur Cottel. ——

Gedruckt bei

S 1

Vorlaͤufige Aussetzung des Termins zum Verkauf der Braunschen Apotheke zu Marienburg.

Der zum 17. Maͤrz d. J. anberaumte Termin zum Verkauf der Braunschen Apotheke zu Marienburg wird eingetretener Umstaͤnde wegen hierdurch aufge⸗ hoben, und wird der anderweitige Versteigerungs⸗ STermin seiner Zeit in diesen Blaͤttern bekannt ge⸗ macht werden.

Anzeige fuͤr Liebhaber der schoͤnen Kuͤnste. Die kosthare Gemaͤlde⸗Sammlung des verstorbenen Herrn van Rotterdam, Professor emeritus der medi⸗ zinischen Facultaͤt an der hohben Schule zu Gent, eines ausgezeichneten Kunstfreundes, wird im Monat Juli dieses Jahres oͤffentlich versteigert werden, und b n dazu der 6. Juli und die folgenden Tage defini⸗ iiv festgesetzt. ÜUnter einer reichen Anzahl der selten⸗ sten und gesuchtesten Gemaͤlde der flamaͤndischen, bollaͤndischen und italienischen Schule, befindet sich n dieser Sammlung ein vortrefflicher Fohann van Eyck: dieses Gemaͤlde ist niemals in den Kunsthan⸗ del gekommen, und erregte die Bewunderung aller bunstfreunde, welche das Kabinet des Herrn van Rotterdam Es vereinigt mit einer voll⸗ kommenen Erhaltung den seltenen Vortheil fuͤr die Kunstwerke dieses Meisters, daß es seiner Groͤße we⸗ en sich eben so wohl fuͤr ein Museum, als fuͤr das Pabinet des Kunstliebhabers eignet; daran reihen sich vorzuͤgliche Bilder von Tensers, Wouwermans, Metzu, Johann Steen Brauwer, Martin Zorg, Ostade, van de Velde, Berchem, Ruisdael und vieler anderer beruͤhmter Kuͤnstler, welche Kunstliebhabern die Ge⸗ legenheit darbieten, ihre Sammlungen mit Vorzuͤg⸗ lichem zu bereichern. Seit einer Reihe von Jahren ist in Belgien keine so kostbare Sammlung irn Verkauf gebracht worden. Liebhaber in den Koͤnigl. Preuß. Staaten belie ben sich zur Empfangnahme der ggg an den Kaufmann Herrn E. E. Mezuer in Berlin zu wen⸗ den, welcher den Debit derselben uͤbernommen und gern bereit ist, jede anderweitige Auskunft zu geben.

Diejenigen Eltern, welche beabsichtigen, ihre Soͤbne einem Berufe zu widmen, zu welchem zwar wissen⸗ schaftliche Kenntnisse, aber keine akademischen Stu⸗ dien erforderlich sind, und sie zur geeigneten Vor⸗ bildung der hiesigen staͤdtischen Gewerbschule anver⸗ trauen wollen, ersuche ich, insofern sie sich noch nicht gemeldet haben, die Meldungen bis gegen Ende die⸗ ses Monats, Mittags zwischen 12 und 1 Uhr, gefaͤl⸗ ligst zu machen. Bedingung aber ist, daß der Schuͤ⸗ ler fuͤr Tertia eines Gymnasiums reif sei, und ein

s Zeugniß habe. Nieder⸗Wallstraße Nr. 12.

Oeffentliche Handels-Lehr-Anstalt

in Leipzig.

Da zu Osltern in der öffentlichen Handels-Lehr- Anstalt ein neues Schuljahr anfängt, so wird hier- mit zur allgemeinen Kenntniss gebracht, dass die Anmeldungen zur Aufnahme von Zöglingen bei dem unterzeichneten Director der Anstalt Statt haben können. 3 5

Um ausfgenommen zu werden, ist wesentlich er- forderlich, dass der Zögling die Blattern gehabt oder geimpst, dafs er durch einen tüchtigen Schul- Untercicht hinlänglieh vorbereitet, und mit einem dieslallsigen guten Zeugnisse versehen sey. sowie. dals er das vierzehnte Lebensjahr erreicht, und (wenigstens der Regel nach) das sechszehnte nicht überschritten habe. - 8

Auswürtige Zöglinge werden bei Lehrern oder in andere gute Familien durch die Fürsorge des Vor- standes oder mit dessen Einwilligung untergebraeht und noch unter besondere Aufsicht eines eigends dazu ernannten Lehrers gestellt.

Der Director der öffentlichen Handels- Lehr-Anstalt in Leiprig

Literarische Anzeigen. Ihn der Hartmann ’˙schen Buchhandlung zu El⸗ ding ist erschienen und in der Stuhrschen Buch⸗ bhandlung zu Berlin (Schloßplatz Nr. 2), zu haben:

Chronologischer Abriß der Weltgeschichte zum Schulgebrauch. 3

Goethe's saͤmmtliche Werke, in 55 Bñanden. (Stuttgart, Cotta sche Buchhandlung.) Taschen⸗Ausgabe: roh 17 Thlr.; Hlbfrzbd. 22 Thlr. 15 sgr.:; Prachtband 24 Thlr. 20 sgr. Oktav⸗Ausgabe: roh 34 Thlr.; Hlöfrzbd. 40 Thlr. 20 sgr. ; Prachtband 44 Thlr. 25 sgr. Goethe uͤber Kunst und Alterthum, in 6 Baͤnden. (Ebendaselbst.) Roh 7 Thlr.; Hlbfrzbd. 8 Thlr. 10 sgr.; Prachtband 9 Thlr. 15 sgr., sind stets vorraͤthig in der Buchhandlung J. A. List, in Berlin, Burgstr. Nr. 9.

In der Dieterich'schen Buchhandlung in Göt⸗ tingen ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Berlin bei F. Duͤmmler, Linden Nr. 19: Kraus, L. A., allgemein umfassendes medicini- sches Handlexicon für Aerzte, Wundärzte, Apo- theker und Gebildete jeden Standes. Erste Lfrg. à 10 sgr.

Der Name des ruͤhmlichst bekannten Verfassers

buͤrgt fuͤr dessen Werth. Die folgenden Hefte wer⸗ den rasch folgen, da der groͤßte Theil des Manuscripts bereits ausgearbeitet ist.

Im Verlage von Leopold Voss in Leipzig wird unter dem Titel:

Polytechnisches Centralblatt

die Herausgabe eines Journals beginnen, welches, in ausserer Ausstattung und Einrichtung dem phar- maceutischen Centralbsatte völlig gleich, die Stelle, welche das genannte Journal seit 5 Jahren für die Pharmacie auszufüllen sich bestrebt hat, für alle übrigen Gewerbe, jedoch mit Ausschluss der Land- wirthschaft, einzunehmen versuchen wird.

Es wird daher Allen, welchen es zu Benutzung der Originalquellen, namentlich der Ausserdeutschen, an Gelegenheit, Zeit oder Mitteln fehlt, eine mög-

lichst vollständige, wo nöthig durch Holzschnitte und Kupfertafeln erläuterte, Zusammenstellung alles dessen geben, was die neuere in- und ausländische, namentlich periodische, Literatur wahrhaft prakti- sches producirt. Seiner Bestimmung nach muss das Blatt vorzugsweise das auch im Kleinen Ausführ- bare, ohne grossen Aufwand von Mitteln Herzu- stellende berücksichtigen, doch wird die Redaction auch das Maschinenwesen im Grossen und andere für weitläufigere, bedeutendere Mittel in Anspruch nehmende Etablissements berechnete Erfindungen keinesweges ganz vernachlüssigen, sondern auch in diesem Punkte, wenn auch in weniger wichtigen Fällen nur kurz und durch Nachweisung der Quel- len, seine Leser auf dem neuesten Standpunkte der Forschungen festzuhalten suchen. Kurze, fassliche, populäre Perstelingg, jedoch ohne ängstliches Ver- moiden der theoretischen Auseinandersetzung, wenn sie nothwendig ist, wird sich die Redaction zur Pflicht machen. Ueberflüssige theoretische Specu- lation, vorzüglich aber Polemik, bleiben ausgeschlos- sen; der Charakter des Blattes soll ein rein referi- render seyn.

Wir glauben so die Gränzen, welche wir uns vorgezeichnet, genugsam angedeutet zu haben. Ken- ner werden begreifen, dass sie schwer zu halten sind, dass bei aller Kürze und Auswahl die noth- wendig engen Grünzen des Blattes irgend eine Voll- stündigkeit sehr erschweren; sie werden daher nicht sllzruhohe Anforderungen machen. Ueber die Be- dingungen, unter welchen wir auch Original-Mit- theilungen aufzunehmen gern bereit sind, und über das Verhältniss, in welches wir uns zu den verehr- lichen Gewerb-Vereinen zu stellen wünschen, bit- ten wir angelegentlich unser Vorwort in der ersten Nummer des Blattes nachzulesen und zu berüch- sichtigen. Möge unsere Hoffnung, dass wir mit die- ser Unternehmung vielleicht einen in unserer po- lytechnischen Literatur noch leeren Platz ausfüllen, und dem Wunsche manches Gewerbtreibenden ent- gegenkommen möchten, keine vergebliche gewesen zexgh. Die Redaction. on dem Polytechnischen Centralblatte wird wö-

und Kupfertafeln erscheinen, so wie dem Jahrgange ausführliche ve g sollen. Der Prä- numerations-Preis ist für den Jahrgang 3 Thlr. 12 gr. (3 Thlr. 15 sgr.). 8s 25* Als Verleger des pharmaceutischen Centralblattes darf ich wohl versichern, dass ich bei günstiger Aufnahme der neuen Unternehmung, eben so wie es bei der dem genannten Blatte zu Theil gewor- denen gescheben ist, mehr geben werde, als ich verspreche. Leipzig, den 26. Januar 1835. Leopold Voss. Aofträge übernehmen W. Graff in Petersburg, so wie Ludwig Oehmigke in Berlin, Burg Strasse No. 8.

In unserm Verlage ist so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu erhalten:

Archiv für Naturgeschichte,

in Verbindung mit mehreren Gelehrten, herausgegeben von Dr. A. F. L Wiegmann, Prof. a. d. Friedr.-Wilh.-Univ. zu Berlin. ls Heft, mit 1 colorirten und 1 schwarzen Kuplertasel.

Inhalt desselben: 1) Bericht über lie Fort- schritte der Zoologie im Jahre 1834 (Zoophyten), vom Herausgeber. 2) Helminthologische Beiträge von Dr. C. T. v. Siebold. 3) Eschscholtz, Anchinia Savigniana. 4) Poeppig, Psittacus cya- nolyseos.é 5) Ueber Lutra maculicollis, aus dem Kaffeclande, vom Geh. Medicinalrath und Professor Dr. Lichtenstein. 6) Beschreibung der vom Herrn A. von Humboldt nach Europa gebrachten und dem National- Museum zu Paris geschenkten Amerikaner-Schädel, von J. F. Meckel (mitgetheilt von Herrn Alex. von Humboldt.) 7) Blume, Einige Bemerkungen über den Culilawan-Baum des Rumphius. 8) Sickler, Thierfährten im bunten Sandsteine. 9) Meyen, Essbare Tange.

Von obiger Zeitschrift erscheint regelmässig alle 2 Monate ein Heft von 8 Bogen Text mit 1 oder 2 Kupfertafeln, der Preis eines vollständigen Jahrgan- ges von 6 Heften, welche nicht getrennt werden, beträgt 6 Thlr. Pr. Cour.

Ein ausführlicher Prospectus ist durch alle Buch- handlungen unentgeltlich zu erhalten, und werden dieselben das so eben erschienene I1ste Heft gern zur Ansicht liefern.

Nicolaische Buchh. in Berlin

An e i 1

Bei Duncker und Humblot in Berlin ist so ch. und in allen Buchhandlungen zu haben: Die drei Perioden der Koͤniglich h schen Akademie den Wissenschaften un hichtsschreiber.

Koͤnig Friedrich II. als Gesch Zwei akademische Reden

Friedrich Wilken.

Neues, interessantes Werk

fuͤr die gebildete Lesewelt.

Bei G. Basse in Quedlinburg verlaͤßt binnen

penigen Tagen nachstehendes interessante Werk die e:

Pre Zehn Jahre in Brasilien waͤhrend der Regierung Dom Pedro's und nach des⸗ 3 sen Entthronung Mit besonderer Hinsicht auf das Schicksal der aus⸗ laͤndischen Truppen und der deutschen Colonisten. Von Carl Seidler, vormaligem Offizier in Kaiserlich Brasilianischen Diensten. 2 Baͤnde. 8vo. Preis 2 Thlr. 20 sgr. Brasilien, das neue, constitutionelle Kaiserreich des Columbuslandes trat in die Reihe der civilisirten Staaten und verlangte Sitz und Stimme sowohl in der Statistik, wie in der Weltgeschichte. Der Traum war zu einer ereignißvollen Wirklichkeit geworden; Diamanten und edle Metalle wurden von Kupfer und Papier besiegt; Cultur, Ackerbau und Betrieb⸗ samkeit sollten das Paradies der Natur in ein euro⸗

chentlich ein Bogen (da diesmal die erste Nummer erst im Februar erscheint, im jetzigen Jahre doch jedenfalls 52 Bogen) mit den nöthigen Holzschnitten

paͤisches Kunstwerk umwandeln; der Ruf erscholl durch Deutschland, und die Krise der Auswande⸗

Dom Pedro starb ploͤtzlich als Herzog von Brne und die Muse der Geschichte wagt noch nicht als rin den Griffel zu ergreifen; nur Memoiren koͤnne staunenden Mitwelt diese bedeutungsschwere ergaͤnzen. Die Wichtigkeit des biermit angetn ten Werkes leuchtet also ein, um so mehr, i Verfasser, der uͤberall als Augenzeuge auftritt, nem bluͤhenden Style vorurtheilsfrei nicht m topographischer, statistischer, politischer und emn tioneller Hinsicht uns das ganze, fast noch gar beschriebene Kaiserreich deutlich abmalt, sonden als Mitspielender in dem großen Drama: „— Pedro's Stolz und Sturz“ den geheimm len Vorhang zur Seite zieht, so daß wir mit Coulissen und handelnden Personen auch zul- das geheime Raͤderwerk des unbekannten Schean les erblicken. Ein so interessantes und belehma Werk ist lange nicht erschienen, und wir durfe dreist, aus den oben angefuͤhrten Gruͤnden, den bildeten Publikum Deutschlands ganz besonden empfehlen. Bestellungen darauf nimmt an: E. S. Mittler, Stechbahn M

Bei Joh. Ambr. Barth in Leipzig sind erst nen und in allen Buchhandlungen zu haben, Berlin bei C. F. Plahn, Jaͤgerstraße Nr. 37:

Zerrenner, Dr. E. Ch. G., Huͤlfsbuch fuͤr

rer und Erzieher bei den Denkuͤbungen der gend. 3r Theil. Vierte durchaus verb. u. Aufl. nebst einem vollstaͤndigen Register uͤber drei Theile. Svo. 1z

Desselben Werkes àr Theil; auch unter dem N

Verstandesuͤbungen in Beispielen, die Jugend ꝛc. Dritte verb. Aufl. 8vo. 19

(Fhethesühe s fuͤr 25 Exemplare 16 Thlr. baat

Die wieder noͤthig gewordenen neuen Auf der hier angezeigten zwei Abtheilungen eines . als trefflich anerkannten Lehrbuchs aus der eines der ausgezeichnetsten Schulmaͤnner Deutsche machen jede weitere Empfehlung uͤberfluͤssig, u enuͤge nur die Bemerkung, daß der Preis dee heiles dem der vorigen Auflage gleichgehle der des Aten Theiles aber um 5 sgr. vermine worden ist, um die immer weitere Einfuͤhrun Schulanstalten nach Kraͤften zu foͤrdern.

In der Verlagshandlung von Carl Heyme in Glogau ist erschienen und in allen guten

handlungen des Preuß. Staats, in Berlin beib

Schroͤder (vormals Luͤderitzsche Buchhandla Koͤnigsstraße Nr. 37, zu haben: Das Hypothekenwesen des Großherz thums Posen in seinen Eigentt lichkeiten dargestellt von dem Land⸗t Stadtgerichts⸗Direktor, Grafen von 9 dowsky. gr. 8vo. Preis 1 ¾ Thlr. Die obengenannte Verlagshandlung glaubt! stehendes Werk allen praktischen Juristen im En besonders aber denen bei der neuen Justiz⸗Eint tung im Großherzogthum Posen in Wirksamteit! tenden oder bleibenden, mit vollem Recht emfe

llen zu koͤnnen. Auch allen Hypotheken⸗Bel

ten und Grundbesitzern dieser Provinz win von dem groͤßten Nutzen seyn. 1 Es enthält dasselbe nicht nur eine genaue De lung des Rechts⸗Zustandes, wie er sich geschicht in der Provinz ausgebildet hat, ausfuͤhrliche Min lungen uͤber Berichtigung des Besitztitels, Enn gung in die verschiedenen Rubriken, das Kaseem sen, die eheliche Guͤtergemeinschaft in dieser Provimn⸗ sondern als Beilagen auch das Hypothekenpate nebst Instruktion vom 4. und 27. April 10 die erlaͤuternden Ministerial⸗Verfuͤgungen! Neee hg des Ober⸗Apellationzgt richts ꝛc.

In unserem Verlage erschienen so eben:

Fr. Kuͤcken, Tra sole, Gedicht in drei Aöbte

lungen von H. Heine. Fuͤr eine Singfting

mit Begleitung des Pianoforte. Preis 15 sgt. 1

—, Drei Duette, fuͤr zwei Sopranstimm

mit Begltg. d. Ptanofte. Preis 15 sgr. 1

Hochzeitswalzer mit Introduction, fuͤr das pit

forte. sehs 10 sgr.

Nicht so

kennern koͤnnen wir namentlich die beiden ersch

Compositionen mit Recht angelegentlichst emp 12 Bechtold und Hartie in Be

1112

rungssucht uͤberwand Vaterlandsliebe und Heimweh

(Jaͤgerstraße Nr. 40.)

wohl Dilettanten als vielmehr allen Kun

412 19 11“] 7 .*

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Landgerichts⸗Assessor Frie⸗ em zu Koblenz zum Landgerichts⸗Rath Allergnaͤdigst zu ernen⸗

en geruht. 3 8

8

aannew ur Bequemlichkeit des Publikums soll die seit dem 1. April . 9. zwischen Berlin und Magdeburg bestehende taͤgliche Lokal⸗ Schnelpost, welche gegenwaͤrtig aus beiden Orten um 5 Uhr Morgens abgefertigt wird, vom 1sten k. M. ab aus Berlin taͤglich um 6 Uhr Morgens abgehen, bei welchem Abgange sie um 9 Uhr 20 Minuten Abends

in Magdeburg eintrifft, und aus Magdeburg taͤglich um 5 Uhr 30 Minuten abge⸗ fertiget und um 6 Uhr 30 Minuten Abends aus Pots⸗ dam nach Berlin weiter gesandt werden, so daß sie um 9 Uhr 10 Minuten Abends in Berlin ankommt. 8 Diese Veraͤnderung wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß

bracht.

Berlin, den 11. Maͤrz 1835. General⸗Post⸗Amt.

1“

In der naͤchsten Woche, vom 23sten bis 28sten d. M., fin⸗

t, dem §. XIV. des gedruckten Auszugs aus dem Reglement maͤß, die allgemeine Zuruͤcklieferung aller entliehenen Buͤcher die Koͤnigl. Bibliothek statt. Es werden daher alle diejeni⸗ mI, welche noch Buͤcher der Koͤnigl. Bibliothek in Haͤnden ha⸗ en, hierdurch aufgefordert, dieselben an einem der genannten age, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, zuruͤckzuliefern.

S

Angekommen: Se. Excellenz der Kaiserl. Russische Ge⸗ eral⸗Lieutenant von Bazaine, von St. Petersburg.

8

88

1 8

1111“4“ Zeitungs⸗R. Rufland.

Odessa, 24. Febr. Man schreibt aus Konstantinopel, as, Briefen aus Alexandrien vom 12. Jan. zufolge, Mehmed i dem Sultan die ihm schuldige Summe in Wechselbriefen zahlen wolle, die man taͤglich in der Tuͤrkischen Hauptstadt er⸗ artete.

Die Pest macht zwar in Alexandrien keine weitere Fort⸗ hritte, doch hat sie auch noch immer nicht nachgelassen.

Am 13. Februar ward in der Stadt Pawlowsk, dem ehe⸗ aligen Sommer⸗Aufenthalte der hochseligen Kaiserin Maria keodorowna, die noch von Allerhoͤchst derselben gestiftete Alexan⸗ owsk⸗Pawlowskische Lehr⸗Anstalt feierlich eroͤffnet. Der Zweck eser Lehr⸗Anstalt ist, den in genannter Stadt befindlichen Be⸗

ten und anderen Bewohnern freier Staͤnde Gelegenheit zu erschafen, ihren Kindern beiderlei Geschlechts einen guten Ele⸗ entar⸗Unterricht angedeihen zu lassen; die derzeitige Beschuͤtze⸗ lbben ist die Großfuͤrstin Helena Pawlowna Kaiserliche Hoheit.

Odessa ist jetzt, vermoͤge seiner Einwohnerzahl, die sich auf 5,000 Seelen belaͤuft, als die dritte Stadt des Russischen Rei⸗ es anzusehen.

Aus Ismail wird berichtet, daß die Donau dort, so wie Bla tuf bis nach Issaktscha, seit dem 5ten d. M. frei von is ist.

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1 111 1 FZFrerankerech.

Paris, 11. Maͤrz. Der Neapolitanische Oberst Veranti mit Depeschen fuͤr den Minister der auswaͤrtigen Angelegen⸗ eiten in Paris eingetroffen.

Die kurze Anrede des Koͤnigs an das Bureau der Depu⸗ rten⸗Kammer (s. das vorgestrige Blatt der Staats⸗Zeitang) tbt dem Courrier frangais zu folgenden Bemerkungen nlaß: „In den Repraͤsentativ⸗Regierungen ist es gebraͤuchlich, alle offiziellen Worte des Koͤnigs durch die Minister diktirt erden; aber jetzt, wo wir nur der Form nach ein Ministerium aben, sind wir gezwungen, die obigen Aeußerungen des Koͤnigs s von ihm persoͤnlich ausgehend zu betrachten; es ist dies ein brund mehr, ihnen eine ernste oee schenken. Die bchwierigkeiten sind groß, sagt der Koͤnig! ußte das; aber es verdient Beruͤcksichtigung, daß man dieses Ge⸗ änoniß aus einem Munde vernimmt, (llte, dasselbe so viel als moͤglich zu verheimlichen. Noch wichtiger ber wuͤrde es gewesen seyn, wenn man uͤber die wahren Ursa⸗ hen jener Schwierigkeiten etwas erfahren haͤtte; indessen muß kan billig seyn; gerade weil einige jener Schwierigkeiten vom chlosse ausgehen, kann man deren Mittheilung nicht vom chlosse erwarten. Der Koͤnig hat indeß doch zwei derselben zeichnet: die persoͤnlichen Weigerungen einiger Maͤnner, welche se Last eines Ministeriums scheuen, ir die Krone, politischen Leidenschaften zu widerstehen. Die Maͤn⸗ sr, welche die Last der oͤffentlichen Angelegenheiten fuͤrchten, sind jenigen, denen man seit drei Monaten vergebens Portefeuilles an⸗ oten hat; das ist ziemlich deutlich. Welches sind aber die aͤnner mit politischen Leidenschaften, denen die Krone wider⸗ then muß? Diese Worte koͤnnen sich durchaus nicht auf ir⸗ nd eine Nuͤance der Opposition beziehen; denn die Opposition t sich von allen Intriguen entfernt gehalten, und ist bloße

voraussehen koͤnnen,

fremden Maͤchten großes Vertrauen einfloͤße? von jenem sortwaͤhrenden Hin⸗ und Herschwanken zwischen ver⸗ schiedenen Maͤnnern und Systemen denken? was von einer Krone sa⸗

Alle Welt

in dessen Interesse es liegen

mich betrifft, so erbiete ich mich, der Erste

schauerin der beklagenswerthen Krisis geblieben; man hat sich 1 1““ 8

““

ihr nicht zu widersetzen, da sie also steht der Krone als ein Hinderniß gegenuͤber? Wer dringt

mit unannehmbaren Bedingungen, mit leidenschaftlichen Anspruͤ⸗

chen auf sie ein, wenn es nicht die Doctrinairs sind?“

Der Impartial, ein Journal des tiers-parti, enthaͤlt Folgendes: „Nichts ist gefaͤhrlicher fuͤr eine Regierung, als der Verlust der eigenen Wuͤrde: er muß sie nothwendig dem Ab⸗ grunde zufuͤhren. Will eine Regierung dem Lande wahrhaft nutzen, so muß sie sich vor Allem mit jenem Nimbus von Ach⸗ tung umgeben, der noch maͤchtiger wirkt, als die Gewalt der Bayonnette. Wir fragen nun aber: hat unsere Regierung sich wohl ihre Wuͤrde waͤhrend der langen ministeriellen Krise, die uns gegenwaͤrtig betruͤbt, unversehrt zu erhalten gewußt; hat sie nicht vielmehr einen guten Theil ihrer Achtung um elender In⸗ triguen willen verscherzt? Man muͤßte blind seyn, wenn man nicht den moralischen Nachtheil erkennen wollte, den sie sich durch ihre anhaltende Unschluͤssigkeit selbst zufuͤgt. Ihre Achtung, und mithin ihre Kraft, hat dadurch einen argen Stoß erlitten, und es wird eine lange Zeit daruͤber hingehen, bevor die Wunde, die sie sich selbst geschlagen, wieder vernarbt. Giebt es in der That wohl einen traurigeren Anblick als den einer Regierung, welche eingesteht, daß es ihr unmoͤglich sey, Minister zu finden, vielleicht bloß deshalb, weil sie solche nicht da nehmen will, wo sie wirklich sind; einer Regierung, die unab⸗ laͤssig zwischen diesem oder jenem Ehrgeizigen hin und her schwankt, und uͤberall, wohin sie sich wendet, an persoͤnlichen Bedenklichkei⸗ ten scheitert. Es ist dies in Wahrheit ein Schauspiel, das auch die aufrichtigsten Freunde unseres Repraͤsentativ⸗Systems betruͤ⸗ ben muß. Wer haͤtte es sich wohl traͤumen lassen, daß 4 Jahre nach unserer Juli⸗Revolution die Monarchie schon um Minister verlegen seyn wuͤrde? Wer haͤtte jene traurige Abgeschiedenheit in welche die Monarchie durch die Fehler und Umtriebe der Doctrinairs versetzt worden ist? Und glaubt man etwa, daß der Abweg, in den unsere Regierung gerathen ist, ihr im Auslande besondere Achtung erwerbe, daß er den

gen, die keine Rathgeber mehr zu finden weiß? Wir erklaͤren es mit der schmerzlichsten Ueberzeugung: Unsere gegenwaͤrtige Lage ist von der Art, daß sie uns in den Augen von ganz Europa herabwuͤrdigen muß. Die Regierung und das Land werden die Wirkungen dieser Krisis lange verspuͤren; gebe der Himmel, daß sie keine verderblichen Folgen habe.“

Die Gazette des Tribunaug berichtet uͤber folgende kleine Scene, die sich vorgestern vor dem hiesigen Tribunal er⸗ ster Instanz zutrug. Ein Advokat verlangte die Verlegung ei⸗ nes Prozesses aus dem Grunde, weil die Debatten noch von einer Entscheidung des Ministers des Innern uͤber eine Maß⸗ regel der Verwaltung abhingen. Der Praͤsident Portalis: „Also uͤber 8 Tage!“ Der Advokat: „Dies scheint mir eine sehr kurze Frist; nach 8 Tagen haben wir vielleicht noch gar keinen Mi⸗ nister des Innern.“ Der Praͤsident: „Ganz recht; also nach 14 Tagen!“ Der Advokat: „Es moͤchte vielleicht sicherer seyn, den Prozeß um einen Monat zu verlegen.“ Der Praͤsident: „Ohne Zweifel, indessen wollen wir hoffen, daß 14 Tage hinrei⸗ chen werden.“ Man kann sich leicht denken, daß dieses Ge⸗ ppraͤch von dem Auditorium mit großem Gelaͤchter begleitet wurde.

Herr Dumon wird in acht bis zehn Tagen uͤber den Ame⸗ rikanischen Entschaͤdigungs⸗Vertrag Bericht abstatten.

Der bekannte Dichter Barthelemy, der bisher in der lite⸗ rarischen Welt nur durch seine politischen Dichtungen bekannt war, hat eine neue metrische Uebersetzung von Virgil's Aeneide vollendet, der das Journal des Débats großes Lob spendet.

Der Franzoͤsische Arzt Chervin, der zu denen gehoͤrt, welche glauben, daß die Pest nicht durch Stoffe nach anderen Gegen⸗ den uͤbertragen werde, hat ein Schreiben an den Handels⸗Mini⸗ ster gerichtet, worin er wuͤnscht, daß man in dem Lazarethe von Marseille Versuche anstellen moͤge, um uͤber den obigen Gegen⸗ stand aufs Reine zu kommen. Er selbst erbietet sich zu diesen Versuchen. „Die Pest“, sagt er in seinem Schreiben, „ist in Aegypten ausgebrochen, und Alles laͤßt vermuthen, daß sie eine große Ausdehnung erhalten wird. Da unsere Verbindungen mit jenem Lande zahlreich und rasch sind, so wird es leicht seyn, sich Gegenstaͤnde zu verschaffen, die zu den Experimenten dienen koͤnnen, deren Ausfuͤhrung ich anspreche. Diese Gegenstaͤnde sollen aber nicht etwa bloß Baumwollen⸗Ballen seyn, die, wenn sie auch von einem inficirten Orte kommen, doch von keinem Pestkranken beruͤhrt seyn koͤnnten; sondern es sollen Kleidungs⸗ stuͤcke seyn, deren sich pestkranke Personen unmittelbar bedient haben, als Hemden, Beinkleider, Turbane, Pelze u. s. w., kurz Alles, von dem man annehmen kann, daß es den Pest⸗Stoff durch und durch in sich ansgenommen habe. Diese Gegenstaͤnde muͤssen unmittelbar nach dem Tode des Pestkran⸗ ken, ohne irgend einer Reinigung unterworfen zu werden, in Kisten, welche man hermetisch verschließt, verpackt und nach dem Lazareth von Marseille gesandt werden. Auf diese Weise kann kein Zweifel daruͤber obwalten, daß die Kleidungsstuͤcke im hoͤch,⸗ sten Grade zu den beabsichtigten Versuchen geeignet sind. Um die Resultate so schlagend als moͤglich zu machen, muͤßte man die Versuche im Großen vornehmen, was der Regierung um so

leichter werden wuͤrde, als es ihr weder an bereitwilligen Per⸗

sonen noch an verpesteten Kleidungsstuͤcken fehlen wuͤrde. und die Nothwendigkeit

Ich

zweifle nicht, daß viele Aerzte und Gelehrte bereit seyn wuͤrden,

persoͤnlich an diesem philantropischen Werke mitzuarbeiten. Was

zu seyn, der sich al⸗ die die Akademie der Wissenschaften fuͤr noͤthig halten sollte, um eine Ueberzeugung darauf zu gruͤn⸗ den; und damit man nich: glaube, daß ich nach einer vorgefaß⸗ ten Iee handle, so erklaͤre ich, daß ich uͤber die Contagiositaͤt oder Nicht⸗Contagiositaͤt der Pest keine bestimmte Meinung habe, sondern daß ich nur, in Folge der angestellten Nachforschungen, genetgt bin zu glauben, daß die Pest weit weniger uͤbertragbar

len Versuchen unterwirft,

sich im Hintergrunde haͤlt. Wer

Berlin, Donnerstag den 19ten Maäͤrz

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Parla

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1*“

ist, als man gewoͤhnlich annimmt.“ Man weiß noch nicht,

eb der Minister auf diesen kuͤhnen Vorschlag eingehen wird. Herr Enfantin, der Vater des bekannten St. Simonisten,

ist in Paris mit Tode abgegangen. Sein Sohn befindet sich

noch immer im Orient, wo er die freie Frau aufsucht.

8 Großbritanien und Irland.

1 ments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 10. Maͤrz. Lord Brougham erhob sich, um den Herzog von Wellington, als Staats⸗Secretair der auswaͤrtigen Angelegenheiten, uͤber die Verhaͤltnisse zu Rußland zu befragen, welche, wie die Absendung der Flotte von Malta ergebe, neuer⸗ dings verwickelt worden zu seyn schienen, und auf die der Tod des Kaisers von Oestereeich wohl nicht ohne Einfluß bleiben koͤnne. Zugleich bemerkte er, daß es unter diesen Umständen noͤ⸗ thig sey, einen Gesandten von ausgedehnter Erfahrung, großen Talenten und gepruͤftem Urtheil in St. Petersburg zu haben. Schließlich stellte er die Frage, ob die Englische Regierung mit dem neuen Souverain von Oesterreich in Bezug auf dessen Po⸗ litik in Unterhandlungen zu treten gedenke. Der Herzog von Wellington erwiederte, daß die Absendung der Flotte durch⸗ aus nicht auf wichtige Streitfragen zwischen Großbritanien und Rußland schließen lasse, daß solche Streitfragen nicht stattfaͤnden und auch nicht zu erwarten seyen. Uebrigens werde ein edler Lord (Marquis von Londonderry) als Gesandter nach Pe⸗ tersburg gehen, sobald die Jahreszeit ihm abzureisen erlaube. Was die letzte Frage des edlen Lords (Brougham) betreffe, so koͤnne er (der Herzog) unmoͤglich sagen, uͤber welche Gegenstaͤnde die Minister des Koͤnigs es nothwendig finden duͤrften, sich mit der Oesterreichischen Regierung in Unterhandlungen einzulassen, da die Nachricht vom Ableben Sr. Kaiserl. Majestaͤt Franz I. erst am vorigen Tage in England eingegangen sey. Lord Brougham sagte darauf, er habe in ersterer Hinsicht sich nur auf die umlaufenden Geruͤchte und Muthmaßungen bezogen,

denn selbst der bloße Argwohn, daß die freundschaftlichen Ver⸗

Was soll man

haͤltnisse zwischen den Hoͤfen von St. James und von St. Pe⸗ tersburg gestoͤrt werden koͤnnten, muͤsse schon besorgt machen; in letzterer Hinsicht aber habe er keine Frage gestellt, sondern nur die beilaͤufige Bemerkung einfließen lassen, daß er hoffe, man werde eine gerechte, humane und einsichtsvolle Politik zu befoͤr⸗ dern bemuͤht seyn.

Unterhaus. Sitzung vom 10. Mäͤrz. Der Marquis von Chandos stellte, der von ihm gemachten Anzeige zufolge, seinen Antrag auf Abschaffung der Malz⸗Steuer. Es versicherte zuvoͤrderst den Kanzler der Schatzkammer, daß er dabei nicht im entferntesten die Absicht habe, die Minister in Verlegenheit zu setzen (hoͤrt!), sondern daß er nur von seiner Pflicht gegen das Land und seine Konstituenten geleitet werde, denn er habe sich verpflichtet, dem Hause den Gegenstand vorzulegen, und er duͤrfe sich durch nichts in der Welt daran verhindern lassen. (Beifall.) Einige glaubten, sagte der Redner, daß eine partielle Herabsetzung der Malz⸗Steuer schon großen Nutzen stiften wuͤrde, dies muͤsse er aber bestreiten; etwas koͤnnte es zwar nuͤtzen, aber an⸗ genommen, sie wuͤrde auf die Haͤlfte herabgesetzt, so blieben die Erhe⸗ bungskosten, die man sich ganz ersparen koͤnnte, wenn die ganze Steuer aufgehoben wuͤrde, was fuͤr den Paͤchter eine unendliche Erleich⸗ terung seyn muͤßte, denn diese Steuer habe die schlimmsten Wir⸗ kungen fuͤr die Ackerbau treibende Klasse; sie vermindere den Verbrauch der Gerste außerordentlich und vermehre den Genu hitziger Getraͤnke, der ein so großes Uebel fuͤr das Land sey Wenn die Erleichterung, welche die Regierung der Ackerbau trei⸗ benden Klasse in der Thron⸗Rede verheißen habe, sich nur auf die Beseitigung einiger oͤrtlichen Beschwerden, der Grafschafts⸗ Abgaben, der Kirchen⸗Steuern und anderer Kirchspiels⸗Lasten be⸗ schraͤnken solle, so wuͤrde sie, das koͤnne er versichern, dem Lande nicht genuͤgen. Was den Ersatz des Ausfalls betreffe, der durch die Abschaffung dieser Steuer entstehen wuͤrde, so stimme er mit

der Ansicht uͤberein, welche der jetzige Praͤsident der Handels⸗ Kammer

(Hr. A. Baring) in der vorigen Session ausgesprochen habe, naͤmlich daß man diesen Ausfall durch eine Auflage von Abgaben auf rohe Spirituosa, fremde Weine und andere veraccisbare Artikel decken koͤnnte, damit die hoͤheren Klassen auch ihren angemesse⸗ nen Antheil an den oͤffentlichen Lasten truͤgen. (Lauter Beifall.) Der Antragsteller behielt sich vor, wenn seine Motion durch⸗ ginge, spaͤterhin eine Bill zur Bestimmung der successiven Ab⸗ schaffung der Malz⸗Steuer einzubringen. Herr andley un⸗ terstuͤtzte den Antrag. Sir R. Peel dagegen bekaͤmpfte densel⸗ ben aufs entschiedenste, zumal da der Finanz⸗Etat fuͤr das Jahr noch nicht ermittelt sey und man also die Regierung einer Summe von mehreren Millionen berauben wuͤrde, ehe man noch wisse, wie sich die Einnahmen und Ausgaben gegen einander stellten; aber ange nommen selbst, daß die Vermuthung des vorigen Kanzlers der Schatz⸗ kammer sich bestaͤtigte, und daß am 5. April 1836 die perma⸗ nente Einnahme, wie derselbe geglaubt, 250,000 Pfund mehr betruͤge, als die Ausgabe, so wuͤrde die Abschaffung der Malz⸗ Steuer, deren Ertrag sich im vorigen Jahre auf 4,812,000 Pfd. belaufen habe, doch in der zur Bestreitung der Ausgaben nöoͤthi gen Summe ein Defizit von 4,500,000 Pfund hervorbrin⸗ gen. (Großer Beifall.) Die mit der Erhebung dieser Steuer verbundenen Kosten, sagte der Minister, seyen so unbedeutend, daß ihre Ersparniß gar nicht in Anschlag ge⸗ bracht werden koͤnne. (Hoͤrt, hoͤrt!) Das einzige Mittel, den Ausfall, der durch die Abschaffung der Malz⸗Steuer entstehen wuͤrde, zu decken, wuͤrde eine Vermoͤgens⸗Steuer seyn, gegen diese aber habe er sich stets erklaͤrt und werde er sich stets erklaͤren, und das Haus werde ihm darin gewiß beistimmen. (Beifall.) Nachdem sich darauf noch Sir E. Knatchbull, Herr Spring Rice, der besonders jeden Gedanken an eine Vermoͤgens⸗Steuer aufs energischste zuruͤckwies, Herr A. Ba⸗ ring, Herr P. Thomson und Sir . Graham im Sinne des Sir Robert Peel, Herr Cobbett, der Graf von Darlington und Herr Hume aber zu Gunsten der Motion des Marquis von Chandos ausgesprochen hatten, wurde zur Abstimmung ge⸗ schritten, und es ergaben sicht. .Z. ee ant

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