1835 / 79 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1ü1u6“

Wenn die eigenen Freunde des Ministeriums ihm seine A zu allen Zeiten, aber besonders jetzt eine sehr schwierige ist, noch mehr erschweren und es auf diese Weise in Verlegenheit setzen wol⸗ len, so kann es unmoͤglich die Regierung des Landes fuͤhren, und eine Aufloͤsung des jetzigen Kabinets wuͤrde ich fuͤr den schlimmsten Schlag halten, der das Ackerbau⸗Interesse treffen koͤnnte. (Gelaͤch⸗ ter von der Opposition.) Auch glaube ich, daß die Aussichten auf E leichterung, welche der Ackerbau treibenden Klasse als eine Folge von der Abschaffung dieser Steuer vor Augen gehalten werden, sehr uͤvertrieben sind.“ Unter den uͤbrigen Rednern, welche gegen den Antrag des Narquis von Chandos sprachen, bemerkte man (wie gestern er⸗ waͤhnt) auch den Kriegs⸗Zahlmeister, Sir E. Knatchbull, wel⸗ cher die Steuer beibehalten wissen wollte, die er im porigen Jahre so hestig angefochten hatte, was er, wie der vorige Red⸗ ner, damit zu entschuldigen suchte, daß damals ein ansehnlicher Ueberschuß in der oͤffentlichen Einnahme stattgefunden, was jetzt nicht der Fall sey, weshalb er, unbeschadet seiner Konsequenz, nicht fuͤr eine Maßregel stimmen koͤnne, welche den oͤffentlichen Kredit in hohem Grade gefaͤhrden wuͤrde. Dies nahm Herr Spring⸗Rice wahr, obgleich auch er, wie fruͤher als Mini⸗ ster, gegen die Maßregel stimmte, um auf das schaͤrfste gegen Sir E. Knatchbull und die andern jetzt zu Aemtern gelangten Land⸗Edelleute loszuziehen, die, wie er sagte, auf eine so auffal⸗ lende Weise allen ihren fruͤheren Erklaͤrungen und Handlungen Hohn gesprochen haͤtten. Er zeigte, daß die Gesinnungen der Waäͤhler auf dem Lande durch die vorgebliche Aufhebung der Malzsteuer foͤrmlich hintergangen worden, und daß man die Whigs als Feinde der Päaͤchter bezeichnet habe. Das ganze Greschrei wegen der Malz⸗Steuer hielt er fuüͤr das Werk der großen Grund⸗Eigenthuͤmer, konnte aber dennoch keine Entschuldigung fuͤr das Benehmen derer finden, die als Staats⸗ maäͤnner so ganz ihre Verpflichtungen als Abgeordnete vergaͤßen. Nach ihm sprach Herr A. Baring, der Praͤsident der Handels⸗ Kammer, der sich ebenfalls zu rechtfertigen suchte, aber nichts weiter anfuͤhrte, als daß die Regierung einer solchen Summe nicht enrbehren koͤnne. Auch Herr Hume hielt einen Vortrag, wor⸗ in er zeigte, daß sich der Ausfall leichter decken ließe, als der Kanzler der Schatz⸗Kammer vorgebe, wenn man nur die Aus⸗ gaben fuͤr Heer und Marine (14 ½ Mill. Pfund) und die Civil⸗ Liste, so wie diplomatische Unkosten, Sinekuren und Pensionen (1,960,000 Pfund) ernstlich angreifen wolle. Eine Eigenthums⸗ Steuer daͤuchte ihm gar nicht so gefaͤhrlich, als eine gewisse Par⸗ jei behaupte. So gebe es ein Gesetz, wonach 10 „Ct. voa je⸗ dem Legat zu Gunsten von Personen, die mit dem Testator nicht blutverwandt waͤren, an den Staat ge⸗ zahlt werden muͤßten; dagegen sey von dem Vermoͤgen des Her⸗ zogs von Sutherland, welches 240,000 Pfd. jaͤhrlich betragen, vei seinem neulichen Ableben kein Heller in die Staatskasse ge⸗ flossen. Einige Verwunderung schien es im Hause zu erregen, daß auch Herr Grote, der als Radikaler bekannt ist, und den Sir J. Graham spoͤttisch nebst den Herren Hume und Harvey als Mitglied des von der Opposition erstrebten neuen Kabinets bezeichnete, sich gegen den Antrag des Marquis von Chandos und mit den von Sir R. Peel dagegen vorgebrachten Argumen⸗ ten vollkommen einverstanden erklaͤrte. (Daß der Antrag mit 350 gegen 192 Stimmen verworfen wurde, ist schon gestern ge⸗ meldet worden. Aus der von den Zeitungen mitgetheilten Stimmliste ergiebt sich, daß bei dieser Frage unter Anderen Sir F. Burdett, Sir J. Campbell, Lord Ebrington, Sir J. Graham, Herr C. Grant, Sir G. Grey, Sir J. Hobhouse, Lord Howick, Sir R. Inglis, Herr Littleton, Dr. Lushington, Herr Fox Maule, Lord Morpeth, Lord John Russell, Lord Stanley, Lord Stor⸗ mont, Herr Warburton, Oberst Perceval, Herr P. Thompson und drei von den Mitgliedern fuͤr die City, nämlich die Herren Crawford, Pattison und Grote, mit den Ministern stimmten. Gegen die Minister, also fuͤr die Abschaffung der Malzsteuer, stimmten die meisten Irlaͤndischen Mitglieder und Radikalen, worunter auch die beiden Bulwer und Oberst Evans, und der vierte Repräͤsentant der City, Herr Wood.)

London, 13. Maͤrz. Der Herzog von Sussex wird am 22sten d. im Kensington⸗Palast mehreren seiner Freunde vom hoͤheren und niederen Adel ein großes Diner geben. Die Ge⸗ sellschaft soll aus 27 Personen bestehen, worunter die Lords Grey, Brougham, Melbourne, Dinorben, Spencer, Holland, Durham und John Russell.

Der Graf Pozzo di Borgo und Lord Cowley hatten gestern im auswaͤrtigen Amte Unterredungen mit dem Herzoge von Wellington.

Der neu ernannte Geschaͤftstraͤger am Hofe von St. Pe⸗ tersburg, Herr R. Magennis, ist ein Neffe des Grafen v. En⸗ niskillen und der Graͤfin De Grey. Der Globe sagt, Herr Magennis sey schon der Gesandtschaft des Lord Heytesbury am Russischen Hofe attachirt gewesen.

Die Morning Post sagt: „Wir haben Grund, zu glau⸗ ben, daß Lord Douglas, der einzige Sohn des Herzogs von

amilton, im Begriff steht, sich mit einer Tochter des Lord

hrewsbury zu vermaͤhlen, derselben, die von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Bayern den Fuͤrsten⸗Titel erhielt. Die Lady ist eine Katholikin. Das Paar befindet sich jetzt in Rom.“

Nach dem neuen Kirchen⸗Reform⸗Plan soll, wie verlautet, das Einkommen des Erzbischofs von Canterbury auf 10,000, das des Erzbischofs von York auf 8000, und das aller anderen Bi⸗ schoͤe durch die Bank auf 5000 Pfd. jaͤhrlich festgesetzt werden. Auch soll den Kommissarien ein Projekt zur unverzuͤglichen Ab⸗ schaffung der Pluralitaͤten zur Pruͤfung vorgelegt worden seyn.

Lord W. Bentinck ist am 14. Nov. sehr unwohl nach Kal⸗ kutta zuruͤckgekehrt.

Nach Berichten aus Madras vom 14. Dezember hatte sich Mahnd⸗Sing, der Radscha von Dschudpor, zur Unterwer⸗ fung erboten. Der Franzose Allard, Rundschit Sings Ober⸗ Befehlshaber, war mit speziellen Auftraäͤgen seines Souverains am 13. November zu Allahabad angekommen, nebst einer Eskorte von 400 Mann, von denen keiner unter 6 Fuß hoch war und jeder einen langen Bart trug.

Ueber den Einfall der Kaffern in die Kap⸗Kolonie berich⸗ tet die Times, daß dieselben 20,000 Mann stark seyen, Alles verwuͤsteten und die Heerden ins Innere des Landes trieben, von denen auf diese Weise nicht weniger als 30,000 Sruͤck Rind⸗ vieh, 18,000 Schafe und 1000 Pferde verloren gegangen seyen. Die Ortschaften Salem und Theopolis wurden von den Ein⸗ wohnern verlassen. Den letzten Nachrichten vom 15. Januar zufolge, befanden sich die Kaffern 18 Englische Meilen von Gra⸗ ham's Town; ihr Haͤuptling Macona bedrodte alle Handelsleute, worunter alle Weißen verstanden werden, mit dem Tode, schonte aber die Missionaire. Das Kriegs⸗Gesetz war in der Kolonie proklamirt worden. Der Contre⸗Admiral Sir Th. B. Capel war am 9. Januar in Begleitung des Gouperneurs der Kolonie, Sir Benjamin d Urban, mit Truppen, Waffen und Munition

sufgabe, die

Systeme veraͤndere 9 8 898 98

320

nach der Algoa⸗Bay abgesegelt, und die ganze disponible Macht hatte Besehl, sich dort zu konzentriren.

Aus Halifax sind Zeitungen vom 22. Febr. eingegangen; der Gouverneur hatte am 2lsten die gesetzgebende Versammlung von Neu⸗Schottland bis zum 13. Mai prorogirt, nachdem er seine Zustimmung zu 46 Bills gegeben. Zeitungen aus St. John’'s in Neu⸗Braunschweig berichten, daß dort das Gehalt des Sprechers von 150 auf 100 Pfund und das der einzelnen Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung von 50 auf 30 Pfd. jaͤhrlich reduzirt worden war.

Zeitungen von Prinz Edwards⸗Insel bis zum 28. Jan. melden, daß die Provinzial⸗Legislatur am 26sten desselben Mo⸗ nats eroͤffnet und Herr G. Dalrymple zum Sprecher gewaͤhlt worden war. Der Gouerneur sagte in seiner Rede an die Ver⸗ sammlung: „Da Se. Maj. huldreichst die Bill zu genehmigen geruht haben, durch welche die Dauer der gesetzgebenden Ver⸗ sammlung dieser Insel auf 4 Jahre beschraͤnkt wird, so veran⸗ laßte ich die Auftoͤsung des letzten Kolonial⸗Parlaments. Wenn ich einen Nuͤckblick auf das verflossene Jahr thue, finde ich al⸗ len Grund, Ihnen zu der erfreulichen Vermehrung unserer in⸗ neren Huͤlfsquellen Gluͤck zu wuͤnschen.“

Nachrichten aus Tampico vom 19. Januar zusolge, soll Santana sich keinesweges der Kirchen⸗Partei so geneigt zeigen, als man erwartet hatte. Diese Nachrichten bestaͤtigen uͤbrigens den Bruch zwischen Bustamente und Santana, obgleich der Grund nicht angegeben wird.

London, 13. Maͤrz. Die Regierung hat bei der Frage uͤber die Abschaffung der Malz⸗Steuer einen vollstaͤndi⸗ gen Sieg davongetragen, obgleich die meisten Vertreter der Grafschaften, welche ihren Kommittenten versprochen hatten, ge⸗ gen dieselbe zu stimmen, ihr Wort gehalten. Die Rertung kam ihnen, wie ich Ihnen in meinem letzten Briefe schon andeutete, von denjenigen Whigs, welche, waͤhrend sie und ihre Partei sich im Amte befanden, es ebenfalls fuͤr unmoͤglich erklaͤrt hatten, eine solche Summe aufzugeben, ohne eine Vermoͤgen⸗Steuer an deren Stelle zu setzen, welche am Ende am schwersten auf die Land⸗Eigenthuͤmer fallen wuͤrde. Diejenigen von den Liberalen, welche, wie Hume, die O'Connell's und Andere, damals gegen dies Whig⸗Ministerium gestimmt hatten, stimmten auch dieses Mal mit vielen Tories gegen das Tory⸗Ministerium. Die Whigs haben also Sir Robert Peel den Dienst vergolten, den er ihnen im vorigen Jahre bei derselben Frage mit mehreren anderen Tories leistete, und koͤnnen nun eben so gut, wie diese, darauf sich berufen, daß sie ihre politischen Gegner vor dem An⸗ drang ihrer eigenen Freunde gerettet. Die Whigs waren klug genug, es nicht zur Partei⸗Frage zu machen, obgleich das Benehmen mehrerer Tories sie dazu haͤtte berechtigen koͤnnen, welche sogar bei der letzten Wahl uͤber ihre liberalen Gegner dadurch gesiegt hatten, daß sie den Paͤchtern sagten, die Tories seyen groͤßere Freunde des Landmannes als die Whigs, und daß auf jeden Fall sie selbst fuͤr die Abschaffung jener Steuer stimmen wuͤrden, waͤhrend sie doch jetzt fuͤr das Gegentheil stim⸗ men mußten, um nicht die Stabilitaͤt des Peel'schen Ministeriums zu gefaͤhrden. Hume indessen, die Capitolinische Gans, wie er seit einiger Zeit benannt wird, hat der Opposition alle ihre Freude verdorben, indem er den Tories Gelegenheit verschafft, der oͤf⸗ fentlichen Aufmerksamkeit eine andere Richtung zu geben, und bei der Nation den Glauben zu erregen, daß das Ministerium durch seinen liberalen Gang bereits uͤber das Unterhaus gebieten koͤnne, oder wenigstens was auch offenbar der Fall ist, daß es der Opposition an Einigkeit fehlt. Denn, nach⸗ dem Hume auf die Anfrage des Sir Robert noch vorgestern Abend erklaͤrt hatte, daß ganz gewiß heute, wenn die Regierung die Marine⸗Subsidien verlangen wuͤrde, der Vorschlag gemacht werden solle, daß die Bewilligung nur auf drei Monate gemacht werde, mußten er und seine Partei gestern Abend die Schande uͤber sich kommen lassen, die Ankuͤndigung zuruͤckzunehmen, an⸗ geblich, weil man meine, es waͤre besser, einen andern Vorschlag zu machen, welcher den Mangel an Zutrauen deutlicher machen wuͤrde. Als wenn es ein besseres Mittel gaͤbe, diesen zu erken; nen zu geben, als durch das Vorenthalten der Subsidien! Man glaubt deswegen auch nicht, daß irgend etwas Entscheidendes mehr von der Opposition geschehen werde bis zum 23sten d., wo Lord John Russell, das Haupt derselben, den Vorschlag des Herrn Ward vom vorigen Jahre, hinsichtlich der Verwendung des Einkommens der Irlaͤndischen Kirche, wo solches groͤßer als nothwendig befunden, zu anderen Zwecken als fuͤr die Erhaltung dieser Kirche, erneuern wird. Da alle diejenigen, welche, wie Sir F. Burdett und Andere, uͤber die Sprecher⸗Wahl und die Adresse nicht stimmen wollten, uͤber diese Frage nicht neutral bleiben koͤnnen, so laͤßt sich wenig an dem Siege der Opposition zweifeln; doch werden darum die Minister nicht austreten, son⸗

der sich damit begnuͤgen, daß das Oberhaus seine Zustimmun

zu dem Beschlusse verweigere. Ihre Hoffnung beruht darauf, daß sie durch die guten Maßregein, welche sie sich beeilen wer⸗ den, in Hinsicht auf alle andere Gegenstaͤnde hinter einander dem Parlamente vorzulegen, die Masse der Waͤhler, besonders in England und Schottland, fuͤr sich gewinnen, und dann eine neue Wahl wagen koͤnnen, von der sie eine Mehrheit erwarten, die sie bei ihrer Ansicht wegen der Unverletzlichkeit jenes Kirchengu⸗ tes unterstuͤtze. Es bleibt freilich dann immer die Frage, ob man sich darum mit den Irlaͤndischen Katholiken wird in einen Buͤr⸗ gerkrieg einlassen wollen, und die Mordthaten, welche bestaͤndig auf beiden Seiten in Irland veruͤbt worden, koͤnnen gewisser⸗ maßen schon als Anfang eines solchen Krieges betrachtet werden. Die Minister scheinen indessen keine unmittelbaren Besorgnisse der Art zu hegen, indem sie nicht nur keine Vermehrung der Truppen, sondern auch eine Verminderung in den Kosten der Erhaltung derselben vorschlagen. Um jedoch die Truppen, wie auch das Publikum gewissermaßen schadlos zu halten, haben sie so eben eine Kommission ernannt, welche untersuchen soll, ob die koͤrperlichen Zuͤchtigungen beim Heere nicht abgeschafft werden koͤnnen, ohne die Mannszucht zu gefaͤhrden. z. uu

Saeng Niederlande. “”

Amsterdam, 14. Maͤrz. Der Handel in Staats⸗Pa⸗ pieren war waͤhrend dieser Woche nicht so lebhaft, wie es in den vorherigen der Fall gewesen ist; auch haben die Course im Allge⸗ meinen keine bedeutende Abwechselungen erfahren. Nach Ankunft der juͤngsten Englischen Post, welche etwas niedrigere Notirungen mitbrachte, stellte sich einige Flauheit an hiesiger Boͤrse ein, und wurden sowohl Hollaͤndische als Russische und Oesterreichische Fonds stark ausgeboten; fuͤr Integrale und Kanzbillets fanden sich indeß noch immer Kaͤufer, wodurch deren Preise sich am besten erhielten; die Actien der hiesigen Handels⸗Gesellschaft haben sich wegen beson⸗ ders günstigen Ablaufs der kuͤrzlich abgehaltenen bedeutenden Kaffee⸗ Auctionen von 105 ¾ auf 107 Ct. gestellt. Von den Oesterreichi⸗ schen Fonds haben die dproc Metalliques und die neuen Loose auf die Nachricht, daß der Tod des Kaisers Nichts im Regierungs⸗

den vorherigen Stand wieder eingenommen;

IIISI

v“

u““ E11“ 1“ 1 8— doch, wie schon bemerkt, theilten sie in den juͤngsten Tagen die al gemeine Flauheit; dies war auch besonders der Fall mit Spanisch Cortes⸗Obligationen, wovon nach Ankunft der letzten Post von Lun don mehrere Partieen zu Markte kamen, und niedriger abgelase wurden, so daß dieselben von asr auf 47ꝛ Ct. gingen; Fproc. ga. petuelle blieben 47 ½ pCt. Fuüͤr die aufgeschobene Spanische Schuh sind im Laufe dieser Woche bedeutende Auftraͤge von Antwerpen ei gegangen, wodurch deren Preis von 16 ½ allmaͤlig bis 17 ¾ bracht wurde. Unter den Suͤd⸗Amerikanischen Fonds waren Brist lianische wieder lebhafter begehrt und stiegen ½ Ct.; die uͤbriga preishaltend ohne erheblichen Umsatz: die Geld⸗Course sind oöne Veraͤnderung geblieben. Am juͤngsten Getraidemarkt waren kei schoͤne Sorten Weizen vorhanden, wodurch der Absatz an Verbran⸗ cher nicht lebhaft wurde; diese zahlten fuͤr 131 pfünd. bunten Poln schen 205 Fl.; fuͤr 128pfñnd geringeren dito 175 Fl.; fuͤr 123 pfün rothen Koͤnigsberger, geringe Sorte, 148 Fl.; fuͤr 130 pfüᷓnd. R. stocker 168 Fl; fuͤr eine Partie 124Apfuͤnd. Anklamer Weizen sin 150 Fl. angelegt. Mit Roggen blieb es im vorigen Preis⸗Verhäl⸗ niß; einige Zufuhren von neuer Waare konnten aber die letzten Comg nicht erlangen. Man hat 120 pfünd. schoͤnen Rigaer zu 168 Fl. un 120 pfñkünd. Rheinischen Roggen zu 140 Fl. verkauft. Hafer erha sich bei gutem Umsatz im Preise und galt bei Partieen 75.77. 78pfäm) Futterhafer 78.80.81 Fl.; 75. 83 pfünd. dicker 76. 86 Fl.; Sapfün feiner 95 Fl. Schweden und Norwegen.

Stockholm, 10. Maͤrz. Ihre Majestaͤt die Koͤnigi, s wie ihre Koͤniglichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprin⸗ zessin, wohnten vorgestern einer großen Schlittenpartie bei nit welcher dieselben Mittags im Lustschlosse Haga eintrafen, w Abends ein Ball gegeben wurde. b

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Grafen Fr. Posse zm Landshoͤfding von Malmoͤhns⸗Laͤn ernannt. 14u28

Deutschland. 8

Haannover, 16. Maͤrz. In der Residenz⸗Stadt Hanme⸗ ver sind im Jahre 1834 958 Kinder (514 Knaben und 44 Maͤdchen) geboren, worunter 12 todtgeborne, 443 Kinder sun confirmirt, 194 Ehepaare copulirt und 780 Menschen sind ge storben, 8 weniger als im Jahre 1833.

Die jetzt zur Vorbereitung der schließlichen Entscheidung geds⸗ hene Frage, uͤber die Rathsamkeit der Anlage einer Eisenbahn za Hannover nach Harburg, ward auch in einer kaufmaͤnnische Versammlung, in Beziehung des vielseitigen Interesses, das diesem Gewerbstande darbietet, verhandelt. Auf die von da Ingenieur Herrn Vignoles bezeigte Bereitwilligkeit, sowohl e Ergebniß der bisher zur Ausmittelung der zweckmaͤßigsten No. tung der Eisenbahn angestellten Untersuchungen, als auch ie von den Unternehmern zur Ausfuͤhrung des Projekts gefaßta neueren Beschluͤsse, dem Handelsstande mitzutheilen, fand in da hiesigen Boͤrsenhause eine Versammlung der verschiedenen kau männischen Behoͤrden und mehrerer Speditions⸗ und handelti⸗ benden Mitglieder statt. Hr. Vignoles bemerkte dabei unn Anderm: „Durch die Ueberlassung der jetzt fast werthlosen Haiden zu Vorrichtung der Eisenbahn duͤrfte auch ein erheblicher Fortschritt ue weitern Kultur dieser Gegenden eingeleitet werden, da fuͤr ser Englische Meile, zu Wahrnehmung der Aufsicht und sonstiga Besorgungen, eine Aufseher⸗Wohnung, versehen mit kleinen Garten und Brunnen, erforderlich sey. Diese Bauten wuͤrda bald mehrere Ansiedelungen zur Folge haben, wodurch dennd jetzt dem Reisenden in ermuͤdender Oede erscheinende Gegend üi freundliches Ansehen gewinnen werde.“ Besonders anziehen fuͤr die Versammlung waren noch verschiedene Mittheilungen de Hrn. Vignoles, wie namentlich die Erklaͤrung, daß die Volle dung des Werkes in der kurzen Zeit von 15 bis 18 Monama zu Stande gebracht, und demnaͤchst auch der Transport in einer großen Schnelligkeit beschafft werden koͤnne. Die Be schleunigung der Befoͤrderung werde durch die Fortschrin der Erfindungen und die Anwendung der Dampfwagen einem noch vor wenigen Jahren nicht erwarteten Verhaͤltnise bewirkt. So habe er selbst zur Erforschung der hoͤchst moͤgliche Schnelligkeit, die mittelst Dampfmaschinen zu erreichen semn moͤchte, Versuche angestellt, und, wenn auch als alleiniger Theh

die Distanz von 60 Englischen Meilen in einer Stunde zurlt gelegt werden koͤnne. Es wuͤrde demnach im gewoͤhnlichen I. triebe die Reise von Hannover nach Harburg in 3 4 Stunden beendigt seyn. Einer Auseinandersetzung Vortheile, die eine solche beschleunigte Communication da Publikum gewaͤhre, moͤchte es nicht beduͤrfen; so wh ferner auch nicht verkannt werden koͤnne, daß dutt die Ausfuͤhrung des diesseitigen Planes die rivalisirende Belgischen Beschluͤsse, und die anderweitig zur Gewinnung Transito eingeleiteten Entwuͤrfe unschaͤdlich gestellt wuͤrden.⸗ Die Versammlung fand durch diesen, allgemeine Aufmerksamin gewinnenden Vortrag manche der bisher von dem Projekte 9 hegte abweichende Ansicht berichtigt, und erkannte die Groß tigkeit des Unternehmens, mit dem auch die Aussicht, eine diret Eisenbahn nach Bremen zu erreichen, dargeboten sey, mit da Wunsche an, daß die jetzt sich zeigende, vielleicht nicht wiedertt rende Gelegenheit durch fremde Geldmittel ein so kostspieligt und wichtiges Werk beschafft zu sehen, die wohl verdiente Pu⸗ fung und Beruͤcksichtigung der Landes⸗Behoͤrden finden moͤge.

Hamburg, 17. Maͤrz. Selten ist das Wetter (helle Naͤghe Wind und Fluth) der Dampf⸗Schifffahrt so guͤnstig gewese als den gestern hier angekommenen Dampfboͤten; das Londone Dampfschiff machte die Reise von Stadt zu Stadt in 54, d Huller in 42 und eins von Goole in 44 Stunden; das Dan schiff von Havre („Hambourg“, Capitain Balladier) holte de Huller auf der Elbe ein, kam ihm zuvor und legte, wie berut erwaͤhnt, seine ganze Fahrt in 52 Stunden zuruͤck. Dasselbe gestern den 16ten um 3 ½ Uhr angekommen und uͤberbringt Nat richten aus Paris vom 13ten Nachmittags; in 3 mal 24 Slul den ist noch nie zuvor eine Nachricht aus Paris hierher gelang

Muͤnchen, 14. Maͤrz. Das Regierungs⸗Blatt e haͤlt eine Allerhoͤchste Verordnung, die Gruͤndung von Unne stuͤtzungen suͤr Kinder von Mitgltedern des Militair⸗Max⸗* seph⸗Ordens betreffend. In Betracht des erfreulichen, duld zweckmaͤßige Verwaltung begruͤndeten Vermoͤgensstandes dies Ordens sollen acht Kinder, deren Vaͤter zu einer der drei Kle sen des Ordens gehoͤren oder zu ihren Lebzeiten gehoͤrt habar jedes eine Unterstuͤtzung von 300 Fl. jaͤhrlich aus der Orden Rente erhalten. Der Vermoͤgenstheil, auf dessen Zinsen dies Beitraͤge gegruͤndet werden, wird mit den Rechten einer wo thaͤtigen Stiftung versehen und jederzeit als unverletzlich erhi ten werden. Die Unterstuͤtzung koͤnnen sowohl Soͤhne als Tic ter der Ordens⸗Mitglieder erhalten. Soͤhne erhalten sie zum 25sten Lebensjahre, wenn sie nicht fruͤher eine Versorgun⸗ oder Anstellung erlangen. Als volle Versorgung im Millitai dienste gilt die Anstellung als Unter⸗Lieutenant. Mit derselb hoͤrt der ganze Genuß, und mit der Ernennung zum Junte oder einer anderen nicht mehr eintragenden Stelle der hal

Eeeüeaüüehmamsmemsmsnms m enmss

vCt. 9.

nehmer des anscheinend bedenklichen Experiments, ermittelt, det

Genuß auf. Soͤhne, welche wegen physischer Gebrechen erwerbs⸗ unfaͤhig sind, behalten die Unterstuͤtzung lebenslaͤnglich. Toͤchter enießen dieselbe bis zu ihrer Verehelichung oder sonstigen Ver⸗ sorgung, außerdem aber lebenslaͤnglich.

Münchener Blaͤtter melden: „Auf Allerhoͤchsten Befehl sindet heute Sonnabend den 14. Maͤrz um 11 Uhr in der Koͤ⸗ nial. Hof⸗Kirche zum heiligen Kajetan hierselbst das feierliche Re⸗ quiem fuͤr Se. Kaiserl. Koͤnigl. Apostolische Majestaͤt Kaiser Franz I. von Oesterreich statt. JJ. KK. Majestaͤten und IJ. K. Hoheiten wohnen der Trauer⸗Feierlichkeit im Oratorium bei. In der Kirche werden den Mitgliedern des diplomatischen Corps besondere Plaͤtze angewiesen; die hofbefaͤhigten Herren nehmen die dem Trauer⸗Geruͤst rechts stehenden, die hofbefaͤhig⸗ en Damen die demselben links stehenden Stuͤhle ein. Die Damen nehmen zu dem Trauer⸗Kleide einen uͤber das Gesicht

fallenden schwarzen Schleier; die Herren erscheinen dabei nach

Vorschrift der gegenwaͤrtigen Hoftrauer⸗Anordnung.“

Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz wird gegen Ende dieses Monats von Wien zuruͤckerwartet.

Das „Buch der Freiheit oder Geist des 19ten Jahrhun⸗ derts“, das „Vade mecum fuͤr Katholiken, welche ihre Augen um Sehen brauchen wollen“, und „Gesunder Menschenverstand üͤber die Kunst“ Voͤlker zu begluͤcken“, wurden hier konsiszirt, und die „Congreve'schen papiernen Fidibus“ verboten.

Der Vorstand der Koͤnigl. Griechischen Werbe- und Oeko⸗ nomie⸗Kommission, Major Auer, macht bekannt, daß die Wer⸗ bung fuͤr den Koͤnigl. Griechischen Militair⸗Dienst in Bayern vermige Allerhoͤchsten Befehls, d. d. Athen, 4. Febr. (23. Jan.) 1835, geschlossen sey.

Stuttgart, 14. Maͤrz. In dem hier erscheinenden Deut⸗ schen Courier liest man: „Wie man von den verschiedensten Seiten versichert, wird Se. Durchlaucht der Fuͤrst von Hohen⸗ lohe⸗ Hehringen binnen kurzem auf laͤngere Zeit Stuttgart ver⸗ lassen, um einige Jahre auf seinen Guͤtern in Schlesien zuzu⸗ bingen, so wie der Herr Fuͤrst das Hotel, das er in Stuttgart bewohnt, bereits gekuͤndigt haben soll. Da aber im Laufe dieses und des kommenden Jahres zwei Landtage abzuhalten sind, so wird die Stelle eines Praͤsidenten der Kammer der Standes⸗Her⸗ ten zu besetzen seyn. Auf diesen Landtagen werden vorzugsweise die Abloͤsungs⸗Gesetze (ein Zweig der Gesetzgebung, in wel⸗ chem Wuͤrttemberg hinter vielen andern Deutschen Staaten und besonders gegen das Nachbarland Baden weit zuruͤck ist) berathen und hoffentlich auch verabschiedet werden, und es ist somit von großer Wichtigkeit, daß die erledigt wer⸗ dende Stelle eines Praͤsidenten der Pairs⸗Kammer im Interesse des Landes und nicht in dem ausschließlichen einer Corporation besetzt werde. Wir glauben sagen zu duͤrfen, daß die Wuͤnsche des Publikums nicht weiter gehen, als einen Mann im Sinne der Regierung auf den Praͤsidenten⸗Stuhl der ersten Kam⸗ mer erhoben zu sehen, d. h. einen Mann, welcher bei den ein⸗ gebrachten oder einzubringenden Gesetz⸗Entwuͤrfen nicht nur das momentane Interesfe seiner Standes⸗Genossen, sondern auch die Bevuͤrfnisse der Zeit und die wahrscheinliche oder doch moͤgliche zukunft ins Auge faßt. Es waͤre genug, wenn nur ein Mann hiezu bestimmt wuͤrde, der wie der Herzog von Wellington und die vernuͤnftigern Englischen Tories sagte: „Gerade im Konser⸗ vativ⸗System und fuͤr den Zweck der Erhaltung sind Konzessio⸗ nen bis auf einen gewissen Grad noͤthig.“ Es brauchte kein Whig zu seyn, es koͤnnte ein Tory seyn aber nur ein ver⸗

nuͤnftiger, kein High⸗Tory.

.“ Hesterreilch. Wien, 10. Maͤrz. Folgendes ist das Protokoll uͤber die Eroͤffnung der Leiche Sr. Majfestaͤt des hoͤchstseligen Kaisers Franz I., welche am 3. Maͤrz 1835 in Gegenwart der K. K. Leibaͤrzte Freiherrn von Stifft und Edler von Raimann und der uͤbrigen unterzeichneten Aerzte vorgenommen worden ist: „Der am Ruͤcken mit den gewoͤhnlichen Todtenflecken versehene Koͤrper war wohl gebaut und gut genaͤhrt, an keinem Theile zeigte sich irgend eine Spur einer waͤsserigen Ansammlung. Unter den allgemeinen Bedeckungen der Brust und des Unterleibs fand man Feit angesammelt, welches in der Bauchgegend uͤber einen Zoll dick war. Die gesaͤttigt rothen Muskeln waren hinlaͤnglich stark ent⸗ wickelt und die Zwischenraͤume derselben mit einem fettreichen Zell⸗ gewebe erfuͤllt. Der knoͤcherne Brustkorb war 1 Schuh breit und 7 Zoll lang, die Rippen waren mehr flach als gebogen, ihre Knorpeln waren fast durchgehends verknoͤchert. Die Lungen waren mit einer veichlchte bedeckt. Die blaͤulich grau gefaͤrdte Lunge war nach vorne mit einer duͤnnen Lymphschichte uͤberzogen, und so wie ihre Lappen unter einander, durch ausgeschwitzte Lymphe stellenweise an das Rippenfell angeheftet, nach ruͤckwaͤrts aber in ihrer ganzen Länge so fest mit diesem verwachsen, daß man die Trennung, beson⸗ ders an der Spitze der Lungen, nicht ohne Zerreißung der Lungen selbst bewerkstelligen konnte. Der obere Lappe dieser Lunge war in seiner Substanz voll von ergossener, geronnener. Lymphe, dadurch fuͤr die Luft unwegsam und hart anzufuͤhlen, die untern Lappen mit ei⸗ ner theils seroͤsen, theils blutigen Fluͤssigkeit angefuͤllt. Die linke mißfaͤrbige Lunge war in ihrem ganzen Umfange durch ausge⸗ schwitzte Lgymphe und zum Theil schon gebildete falsche Membranen an die Rippenwand angeheftet, an ihrer Oberflaͤche mit einer dicken Lage geronnener Lymphe bedeckt, und diese stellenweise mit vielen Blutpunkten versehen. Von den unter einander verwachsenen Lap⸗ pen war der untere, von Blut und Lymphe angefuͤllt, fest, der obere von ausgetretener geronnener Lymphe ganz durchdrungen, 78 und fuͤr die Respiration unwegsam. In der linken Brusthöhle and man bei drei Unzen blutigen Serums. Der nach Außen mit Fett besetzte, uͤbrigens normale Herzbeutel enthielt zwei Quentchen dlutigen Serums; das gleichfalls mit Fett besetzte, muskuloͤse Herz war weich, die innere Haut der linken Herzkammer war dunkelroth delaett, und stellenweise von strotzenden Blutgefaͤßen durchdrungen entzuͤndet), es war darin beilaͤufig eine Unze geronnenen, schwar⸗ zen, mit einer Lymphschichte uͤberzogenen Blutes enthalten; die rechte Herzkammer und Vorkammer waren ebenfalls in ihrer inne⸗ ren Flaͤche dunkelroth gefaͤrbt und mit von Blut strotzenden Kapil⸗ largefäßen versehen (entzuͤndet), sie enthielten einen bei zwei Un⸗ zen schweren, schwarzen, an seiner Oberflaͤche mit einer dicken Lymphschichte uͤberzogenen Blutpfropf, dessen Arme in die nahe liegenden großen Gefaͤße reichten, deren Hoͤhlen groͤßtentheils da⸗ durch ausgefuͤllt waren. Die innere Flaͤche der Aorta und Lun⸗ genschlagader war in der Naͤhe des Herzens dunkelroth, in ihrem weitern Verlaufe zinnoberroth gefaͤrbt (entzuͤnde t). Die Aorta enthielt uͤberdies an mehreren Stellen beginnende und wirkliche Verknoͤcherungen. Das Netz war nach Oben verschoben, und so wie das Gekroͤse fettreich. Alle Unterleibs⸗Eingeweide waren nor⸗ mal. Die mit Fett umgebene absteigende Aorta enthielt viel Blut⸗ Gerinsel, war an ihrer innern Oberflaͤche stark geroͤthet (entzuͤndet) und mit Knochenplatten und knoͤchernen Erhabenheiten besaͤet. Die Schaͤdelhaube, so wie die 3 deldache verwachsen, die Gefaͤße der weichen Hirnhaut mit Blut uͤberfuͤllst. Das Gehirn selbst war schoͤn geformt, groß, blutreich, an seiner Oberflaͤche mit ungewoͤhnlich zahlreichen Windungen, und mit einer reichlichen Menge grauer Substanz versehen. Alle in den Seitenkammern und in der dritten Gehirnhoͤhle liegenden Gehirn⸗ theile waren durchgehends hoͤchst regelmaͤßig und ausgezeichnet schoͤn geformt, und ausnehmend stark entwickelt. Das kleine Gehirn ent⸗

prach dem großen in jeder Beziehung. Aus diesem Befunde er-2

A68. (Unterz.) Frhr. v. Stifft. . Wien, 13. Maͤz. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem

harte Hirnhaut waren fest mit dem Schaͤ⸗

giebt sich, daß Se. Majestaͤt an einer Entzuͤndung der Lungen, des Herzens und der großen Blutgefaͤße gelitten haben, welche so heftig und ausgedehnt war, daß der Erfahrung zufolge eine Heilung der⸗

selben nicht erreicht werden konnte. Edler v. Raimann ꝛc.“

Hofrath und Protokollfuͤhrer der Staats⸗Konferenz, von Ger⸗ vay, in Anerkennung der ausgezeichneten Dienste, welche derselbe Allerhoͤchstderen Person und dem Staate geleistet, das Ritter⸗ Kreuz des Stephans⸗Ordens verliehen.

öe peir 1973429 * 876 Honost

Iir

Italien.

Turin, 9. Maͤrz. Die Nachricht von dem Tode Seiner

Majestaͤt des Kaisers Franz ist hier am vorigen Sonnabend ein⸗

gegangen. Der Koͤnigl. Hof hat auf vier Wochen Trauer an⸗ gelegt, und gestern ist, wegen dieses Anlasses, die gewoͤhnliche Cour bei Ihren Majestaͤten ausgesetzt gewesen.

Rom, 5. Maͤrz. Der Karneval ist ohne Stoͤrung, aber sehr lebhaft und geraͤuschvoll voruͤber gegangen, und der Papst hat seine Zufriedenheit mit dem Betragen der Roͤmer der Stadt⸗ Obrigkeit in schmeichelhaften Ausdruͤcken zu erkennen gegeben. Die erschienene Fasten⸗Verordnung ist sehr nachsichtig, da die Regierung, bei der Theurung des Oels, dem Volke alle Erleich⸗ ns durch Substituirung andrer Lebensmittel zu verschaffen ucht.

Der durch seine großen Sprachkenntnisse bekannte Mon⸗ signore Metzofanti, Bibliothekar des Vatikans, ist bei der Con- gregazione dell' Indice angestellt worden.

So wie im Monat Januar die Deutschen Bildhauer Dan⸗ necker in Stuttgart und Schaller in Wien zu Ehren⸗Mitgliedern der Akademie von St. Lucca ernannt wurden, so ist gegenwaͤr⸗ tig dieselbe Auszeichnung dem Herrn Karl Vernet, Vater von Horace⸗Vernet, zu Theil geworden.

Das Testament des verstorbenen Kardinals Albani ist schon seit einiger Zeit das Gespraͤch des Publikums; es haben sich Gegner gefunden, die es angreifen wollten, und unsre Rechts⸗ gelehrten hofften schon auf einen eintraͤglichen Prozeß. Indessen soll man hoͤhern Orts beschlossen haben, alle Mittel anzuwenden, um einen guͤtlichen Vergleich zu Stande zu bringen.

Durch eine Bekanntmachung werden in Zukunft alle Wirths⸗ haͤuser hinsichtlich der Reinlichkeit der Zimmer und Betten un⸗ ter die Aufsicht der Polizei gestellt.

12 12

China.

Die Allgemeine Zeitung theilt in einem Schreiben aus London nachstehenden Bericht uͤber die Englisch⸗Chinesischen Streitigkeiten mit: „Je vollstaͤndiger nach und nach die Do⸗ kumente uͤber die Streitigkeiten von Lord Napier mit dem Vice⸗ Koͤnig von Canton ankommen, um so mehr erstaunt man uͤber den Grad von sinnloser Insolenz, mit der der Englische Com⸗ missair sich in dieser Sache betragen hat. Die Chinesen haben dabei alle Vortheile auf ihrer Seite behalten; ihre diplomatischen Noten sind mit eben so vieler Logik abgefaßt, als die von Lord Napier mit Mangelan Vernunft und Billigkeit. Wäͤhrend die Engli⸗ schen Fregatten die Forts an der Bocca Tigris beschossen, beschuͤtzten die Chinesen das Eigenthum der Kaufleute in Canton, und haben kei⸗ nen Versuch gemacht, diese auf irgend eine Art fuͤr den Friedensbruch

oder den veruͤbten Schaden verantwortlich zu machen; sie haben

sich daher civilisirter bewiesen, als die meisten Europaͤischen Staa⸗ ten in aͤhnlichen Faͤllen. Man vergleiche damit das Betragen der Franzosen gegen die Englischen Individuen, die sich beim Friedensbruch in Frankreich befanden, oder mit dem gegen die neutralen Schiffe, oder mit dem Bombardement von Kopenhagen durch Nelson. Die Sache hat geendigt, wie sie sollte. Lord Napier gab nach und starb aus Aerger, und sein Tod hat ohne allen Zweifel große Ungluͤcksfaͤlle verhindert, obgleich sehr zweifelhaft ist, daß er haͤtte seine Fregatten bis an die Mauern von Canton bringen koͤnnen, wie er gedroht hatte. Denn obgleich die Chine⸗ sische Artillerie sehr mittelmaͤßig ist, so waren doch ihre Verthei⸗ digungs⸗Mittel nicht veraͤchtlich; sie hatten Junken versenkt, und Pfaͤhle in den Fluß gerammt, um ihn fuͤr tiefgehende Schiffe unfahrbar zu machen. Die allgemeine Stimme in Canton und hier ist so sehr gegen dieses gewaltthaͤtige Verfahren, daß an eine Fortsetzung der Feindseligkeiten nicht zu denken ist, da diese nur zu einem gänzlichen Verlust des Chinesischen Handels fuͤh⸗ ren koͤnnte, der von so großer Wichtigkeit fuͤr England und Indien ist. Die Compagnie triumphirt natuͤrlich uͤber den schlechten Erfolg des freien Handels, obgleich sie im Grunde die Veranlassung dazu ist, indem die falschen Ideen, die man sich in London von der Macht und Politik von China macht, und welche zu den gewaltthaͤtigen Instructionen fuͤhrten, die Lord Palmerston dem neuen Superintendenten mitgab, von den ewigen Declamationen der Mitglieder der ehemaligen Fak⸗ torei der Compagnie in Canton herkamen. Da die Stellen, welche die Compagnie in der Faktorei zu vergeben hatte, die besten waren, welche zu ihrer Disposition standen, und besonders da das Avancement dabei bloß nach der Anciennetaͤt ging, so ernannten immer die Praͤsidenten des Direktoriums und die einflußreichsten seiner Mitglieder ihre Soͤhne, Neffen und Freunde zu diesen Stellen, junge Leute, welche in der gewissen Erwartung einer großen Carrtere aufgewachsen waren, und sich in China als Kaufleute behandelt sahen, womit sich ihre ari⸗ stokratischen Ideen und das Gefuͤhl ihres Reichthumes und Einflusses schlecht vertrugen. Daher die bestaͤndigen Versuche von ihrer Seite, eine groͤößere Handels⸗Freiheit von China mit Gewalt zu erzwingen, und die Declamationen uͤber die Schwaͤche und Feigheit des Gouvernements. Die Compagnie selbst hat sich diesen kriegerischen Plaͤnen ihrer Faktorei immer widersetzt, und gewußt, die Ruhe zu erhalten oder wieder herzustellen. wenn sie durch die Arroganz ihrer Beamten gestoͤrt worden war. Allein in der Hand von Lord Palmerston, der weder die Erfah⸗ rung noch die Maͤßigung der Compagnie besaß, haben diese oft und mit Bitterkeit wiederholten Theorieen ihre Fruͤchte getragen. Die Sache liegt zwar fuͤr den Augenblick nieder, aber die Eifer⸗ sucht der Chinesen und ihre Anhaͤnglichkeit an die alten Formen, welche ihnen diesmal den Sieg verschafft haben, muͤssen natuͤr⸗ lich dadurch noch zunehmen, und sie haben allzuleichte Mittel an der Hand, sich durch Erhoͤhung der Zoͤlle auf Indische Baum⸗ wolle und groͤßere Strenge gegen die Contrebande von Opium zu raͤchen.“

½ ““

1 8 8 131““

* 1

3 3 8 8 J. Wolfram.

Literarische Nachrichten.

Italien wie es wirklich ist. Bericht uͤber eine merd⸗ wuͤrdige Reise in den Hesperischen Gefilden, als War⸗

nungsstimme fuͤr Alle, welche sich dahin sehnen, von

Gustav Nicolai, Koͤnigl. Preuß. Divisions, Auditeur.

ggweite Auflage, mit dem Bildnisse des Verfassers-

Keipzig, 1835, in der Wigandschen Verlags⸗Expedition. 2 Bde. in 8.

Was in der Nr. 219 der Staats⸗Zeitung vom vorigen Jahre, gleich bei dem ersten Erscheinen dieser Schrift, prophezeiet worden, daß sie großes Aufsehen erregen und zu einer lebhaften Polemik An⸗ laß geben wuͤrde, ist in vollem Maße in Erfuͤllung gegangen. Das Buch hat die bittersten Kritiken im In⸗ wie im Auslande erfah⸗ ren; man hat den Verfasser der Parteilichkeit bezuͤchtigt, ihm einen Mangel an Kunstsinn vorgeworfen, ihn als unempfaͤnglich fuͤr Na⸗ tur⸗Schoͤnheiten verschrieen. Bei dem Allem muß das Buch wohl seine Leser gefunden haben, da es jetzt in einer zweiten wesentlich veraͤnderten und verbesserten Auflage erscheint, welcher der Verfasser⸗ als eine nicht uninteressante Zugabe, alle fuͤr und wider ihn erschie⸗ nenen Recensionen angehaͤngt, und die er mit Randglossen begleitet hat. Insofern es Herrn G. Nicolai bei der Beschreibung seiner Reise hauptsaͤchlich darum zu thun war, Irrthuͤmer und Vorur⸗ theile zu bekaͤmpfen, verdient sein Streben volle Anerkennung, und auch wir sind weit entfernt, ihm dieselbe vorzuenthalten, wenn gleich wir nebenbei eine kleine Ruͤge nicht unterdruͤcken koͤnnen. Es will uns naͤmlich scheinen, daß der Verfasser zuweilen das Un⸗ schoͤne geflissentlich suche, anstatt daruͤber hinwegzublicken, und diese Absicht mag seinem Buche gerade die meisten Geg⸗ ner zugezogen haben. Wir weerden hierbei unwillkuͤrlich an fol⸗ gende Anekdote erinnert. Als man einst der Frau von Boufflers erzaͤhlte, daß die Bruͤder Fuhmegt XVI. sich ein Vergnuͤgen daraus machten, die Fehler Friedrich's II. aufzuzaͤhlen, erwiederte sie; „Man sollte diesen Herren begreiflich machen, daß Friedrich nicht des⸗ wegen, sondern dessenungeachtet ein großer Mann ist.“ Eben so koͤnnte man vielleicht von Italien behaupten, daß es trotz seiner entschiedenen Maͤngel noch immer ein schoͤnes Land sey, waͤre es auch bloß deshalb, weil es, als klassischer Boden, so herrliche Erinnerun⸗ gen weckt. Wir nehmen unbedingt Alles als wahr an, was der Verfasser uns von den duͤrren Feldern Italiens, von der schlechten Kost, dem Eigennutze und der ÜUnreinlichkeit seiner Bewohner sagt; wenn er aber hinzufuͤgt, daß diese Unannehmlichkeiten ihn fuͤr das Schoͤne und Merkwuͤrdige, das er, seinem eigenen Gestaͤndnisse nach, dort gesehen, nicht habe entschaͤdigen koͤnnen, so ist dies eine rein subjektive Ansicht, und mancher Andere koͤnnte dagegen der Mei⸗ nung seyn, daß seinem Gefuͤhle nach das Schoͤne reichlichen Ersatz⸗ fuͤr die geruͤgten Maͤngel gewaͤhre. Doch Referent will uͤber die⸗ sen Punkt mit dem Verfasser nicht rechten, um so weniger, als das gepriesene Italien fuͤr ihn noch ein unbekanntes Land ist, und er mithin außer Stande ist, Vergleiche anzustellen. Des Verfassers Haupt⸗Absicht war, gegen den blinden vergoͤtternden Enthusiasmus, der allerdings in Bezug auf Italien eine hohe Stufe erreicht hat, zu Felde zu ziehen. Abgötterei aber ist uͤberall und in jeder Hin⸗ sicht verdammungswuͤrdig, und so sind wir denn dem Verfasser fuͤr sein Buch, dem es schon deshalb, weil es mit Geist und einer an⸗ ziehenden Lebendigkeit geschrieben ist, nie an Lesern fehlen wird, um so mehr unseren Dank schuldig, als sich leider nicht in Abrede stel⸗ len laͤßt, daß gerade der Deutsche vielleicht mehr als irgend Einer in weiter Ferne das Schoͤne zu suchen pflegt, was ihm oft unendlich schoͤner in der heimatlichen Flur erbluͤht. d.

4

Meteorologische Beobachtung. .

1835. V Morgens V Nachmitt. Abends Nach einmaliger 18. Maͤrz. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Ubr. Beobachtung.

3 335,, 2"“„Par. 336, 7 6 Par. 337, 9 „“ Par duellwarme 7,0 °R. Luftwaͤrme +† 1,2 °R.]+ 2,29 °R. + 1,56 ° R. 8 Thaupunkt + 0,⸗°R. +. 0,⸗ R. 0, R. Flußwaͤrme 3,8 °R. Dunstsaͤttg. 94 vCt. 80 Ia 83 pv Ct. Bodenwärme 3,0 °R. Wetter... naeblig. truͤbe. truͤbe. 1. 3 Züt⸗ 888. SO. NO. Ausdünst, 0, °oz8 Rh. Wolkenzug Zö“ 0,00 R. 86 vpCt.

Tagesmittel: 335,5 2⁷. 1,9°0 R...

B 0rS e. mmn IE nnchh imslgag Den 19. März 1834. rer .dtnzmt⸗t

r

. Ber r AE“ 6 e I 1 10 e 1 7* irtr

Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preuss. Cour.)

* Zf. EricfGeld.] 1e Zf. Zrief Gald. 1008 100 söstpr. PfandPr. 525 98 98 ¾ Pomm. do. 106 ¾ 65 ½ 65 Kur- u. Neum. do. 106 ½ 100 ¾ 99 Schlesische do. 8 100 ½ 99 Kkst. C. u. Z.-Sch. 100 ½ 100 ¾ d. K.- u. N. 99

LHsaamd

St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Prm. Sch. d. Seech. Kurm: Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do.

Elbing. do. 216 Danz. do. in Th. 38 ½ hr Duk. 18½

88—

99 ½ secd- al marco

Westpr. Pfandbr. 101 ½ 101 ¾ Friedrichsd'or.. 139, 13,

Grofsh. Pos. do. 102 ½ 1022⁄ FH)isconto 11u ammm,,,nnmꝗᷓnnmnnemnenn——öö——õõy——— n., Preuss. ( Hunn“

Wechsel-Cours. b Erief. Geld.

;

FeIAE=eEeen

250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1 LSt. 300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. b 00 L 8 150 Fl. 100 Rbl. 600 Fl.

[Kurz

2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mt. 2 Mi. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Ml. 3 Woch. Kurz

Amsterdam dito Hamburg dito London Paris.. Wien in 20 Augsburg Breslau Frankfurt a. M. W2Z Petersburg

Warschau

152

Auswärtige Börsenä(. 8 10l

e. 111 5 vbe

Amsterdam, 14. März. Niederl. wirkl. Schuld 56. 5 % do. 101 ½⅜. Ausg. Schuld 116. Kanz-Bill. 25 ½.. 4 ½1 8 Amort. 95 ½. 3½198 80. Kuss. 99. Oesterr. 99 ⁄. Preuss. Präm.-Scheine 115. do 48 Anl. —. Span. 58 489. 9 28. Antwerpen, 13. März. Span. 5 8 48 ½. 39 27 ½. Linsl. 16 ½. Cortes 48. do. Coup. 29. Datmal. 27 ½. Belg. 100 ¾. hb F ö Hamburg, 17. März. Engl. Kuss. 105 ¾ Hope in Cert. 99. Preuss. Präm.-Scheine 128 ¾. Poln. 141 ¼. Dän. 74⁄. Port. 89. Wien, 14. März.

5 % Met. 101 ½4. 18 9572. Bank- Actien 13383. Neue Anl. 592.

1b Koͤnigliche Schauspiele. Freitag, 20. Maͤrz. Im Opernhause: Das Schloß Candra, heroisch romantischo Oper in 3 Abth., mit Ballet. Musik von