1835 / 84 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

das Geschwader am 7. Februar abgehen sollte. Vier Russische Kriegsschiffe, eine Polacre und ein Traback waren in den Ge⸗ waͤssern von Metelin und Scio, nebst einer Tuͤrkischen Korvette unnd einer Tuͤrkischen Brigg. Zehn andere Russische oder Tuͤr⸗ kische Fahrzeuge lagen innerhalb der Dardanellen vor Anker. Die Tuͤrkische Flotte vor Konstantinopel ist bereit, in See zu gehen. Sie zaͤhlt vier Linienschiffe, drei große Fregatten, unge⸗ führ eben so viele Briggs oder Goeletten, ohne die nicht ausge⸗ rüͤsteten Schiffe in Gallipoli und im Kanal zu rechnen. Die disponiblen Russischen Schiffe im Schwarzen Meere berechnet man auf funfzehn, ungerechnet die Fahrzeuge, welche im Januar den Bosporus passirt hatten, nebst einer Menge kleiner Schiffe, flacher Fahrzeuge und den in der Ausruͤstung oder Ausbesserung begriffenen Schiffen. Die Aegyptische Flotte ist noch nicht bei Kandia erschienen; von dem Geruͤchte, als waͤre auf ihr im Ha⸗ fen von Alexandrien ein Aufstand ausgebrochen, ist Niemanden erwas bekannt. Bloß sechs bis sieben detachirte Fahrzeuge wa⸗ ren in den Gewaͤssern von Kandia, Syrien und Caramanien. Der Rest der Aegyptischen Flotte besteht aus 20 Segeln mit 11 1200 Kanonen.

Großbritanien und Irland.

London, 17. Maͤrz. Viscount Canterbury verbleibt fuͤrs erste noch in dem Hause des Sprechers, von welchem nur die Lever⸗Zimmer bewohnbar sind, so daß Se. Herrlichkeit, wenn er wieder zum Sprecher gewaͤhlt worden waͤre, seine Diners nicht dort haͤtte geben koͤnnen. Der neue Sprecher hat es abge⸗ lehnt, fuͤr jetzt die Amtswohnung seines Vorgaͤngers zu beziehen, und es soll demselben das Haus des Sir G. Rose in Old Pa⸗ lare Yard angewiesen werden.

8 Der Globe fordert die Mitglieder aller Parteien auf, sich

am 12. Mai so zahlreich als moͤglich im Unterhause einzusinden

und den Antrag des Herrn Grantley Berkeley auf Zulassung

der Damen auf die Fremden⸗Gallerie zu unterstuͤtzen. „Diese

Frage,“ sagt das genannte Blatt, „kann unmoͤglich als eine Par⸗

teisache angesehen werden. Es wird keine Erprobung der Staͤrke

oder der Grundsaͤtze, sondern der Freisinnigkeit und Galanterie

seyn, und hoffentlich werden sich die Mitglieder aller Nüancen

erinnern, daß alle weibliche Konstituenten Großbritaniens ihr

Votum und Benehmen bei dieser Gelegenheit streng bewachen duͤrften.“ 1 In der Morning Post liest man: „Wenn es noch eines Beweises fuͤr die vorherrschende politische Gesinnung der edlen

Familien beduͤrfte, deren Haͤupter das Oberhaus bilden, so wuͤrde er zur Genuͤge in dem Umstande zu finden seyn, daß bei den

Abstmmungen uͤber die Sprecherwahl und uͤber die Adresse im

Unterhause die Zahl der Pairs⸗Soöhne, welche die konservative Parter unterstuͤtzten, sich zu der Zahl dersenigen, die sich auf die

andere Seite wandten, wie 2 zu 1 verhielt, denn die erstere be⸗ trug 60, die lebztere 30.“

Eben dieses Blatt sagt: „Das Land wird sich freuen, zu sehen, daß Lord John Russell eine gute Lehre aus Herrn Hume'’s Beschaäͤmung gezogen und mit seiner angekuͤndigten Mo⸗ tion in Bezug auf die Einkuͤnfte der Irlaͤndischen Kirche noch zu rechter Zeit eingelenkt hat. Er mag wohl die etwas spaͤte Entdeckung gemacht haben, daß factioͤse Anträge nicht immer zu der Popularitaͤt fuͤhren, die damit brzweckt wird. Es thut uns Fohr leid, unsere Kollegen so getaͤuscht zu sehen; sie waren so gespannt auf den 23. Maͤrz und muͤssen nun warten, wer weiß, wie lange.“

Mit Hinsicht auf die in der gestrigen Sitzung des Unter⸗ hauses gepflogenen Verhandlungen uͤber Kanada bemerkt der Cou⸗ rier: „Zwischen dieser Kolonie und Irland ist große Aehnlich⸗ keit, die noch durch die in der ersteren vorhandenen Parteien vermehrt wird, von denen die eine, so wie die Orangistische Faction in Irland, sich fuͤr die eigentlich Englische Partei aus⸗ gieht und im Parlamente Vertheidiger gefunden hat, die ihre Sache mit eben solcher Zuͤgellosigkeit fuͤhren, wie sie ihre Zwecke daheim verfolgt.“

Als die Kommission zur Untersuchung der Wahlumtriebe im Unterhause ernannt wurde, trug Herr Ruthven darauf an, daß man Herrn O'Connell mit dazu waͤhlen solle; dieser ent⸗ schuldigte sich aber unter dem Vorwande, daß er keine Zeit habe, an den Arbeiten der Kommission Theil zu nehmen.

Die Direktoren der Ostindischen Compagnie haben beschlos⸗ sen, dem Parlament eine Petition einzureichen, worin um Gleich⸗ stellung der Zoͤlle von Ost⸗ und Westindischem Zucker ersucht werden soll. .

Der Satirist meint, das setzige Unterhaus sey ein poͤlliges Ungeheuer, denn es habe zwei Koͤpfe und vier Schweife. „Letz⸗ terer Ausdruck“, sagt dies Blatt, „ist jetzt einer der beliebtesten und bezeichnendsten im Parlament geworden. So haben wir einen ministeriellen Schweif, einen Stanley schen Schweif, einen Russell'schen Schweif und einen O' Connell'schen Schweif.“

In Leebs hat sich ein konservativer Handwerker⸗Verein ge?⸗

bildet; es sind Anstalten von demselben getroffen, um sich mit Zeitungen und anderen Mitteln zu versehen; er verdankt seinen Ursprung Personen von echt konservativen Grundsaͤtzen und ver⸗ spricht den besten Erfollg. . 8 Der erste Leibarzt Sr. Majestaͤt fuͤr Schottland, Dr. J. Abercromby, ist zum Rektor der Universität von Aberdeen er⸗ waͤhlt worden; sein Mitbewerber war Herr Bannerman, Par⸗ laments⸗Mitglied fuͤr Aberdeen. 1

In der letzten Zeit sind mehrere Gouverneur⸗Stellen erle⸗ vigt worden, die von Guernsey durch den Tod von Sir W. Kepvell, die von Charlemont durch den Tod von Sir J. Doyle, die von Portland durch den Tod des Herrn J. Penn, die von Portsmonth durch den Tod des Herzogs von Gloucester, und die von Limerik durch den Tod des General Knolly's. Alle diese Posten werden nicht wieder besetzt; eben so soll auch die Stelle eines Statthalters von Plymouth eingehen, doch wird an letzte⸗ rem Ort Sir W. Cotton als kommandirender General des west⸗ lichen Distrikts verbleiben. Auch der Posten eines Vice⸗Richter⸗ Advokats zu Gibraltar ist abgeschafft worden.

Am porigen Montage wurde die, Eisenbahn zwischen New⸗ castle und Carlisle unter großem Jubel eroͤffnet. Die Wagen⸗ zuͤge legten mit 5 600 Reisenden zuweilen 15 und selten weni⸗ ger als 12 Englische Meilen in einer Stunde zuruͤck. Blaydon, welches 17 Meilen von Newcastle entfernt ist, erreichten sie in einer Stunde und 20, Minuten.

Der Sun schreibt das Steigen der Spanischen Fonds an der hiesigen Boͤrse dem Geruͤcht zu, daß die mit Don Carlos zur Beendigung des Buͤrgerkrieges in Spanien angeknuͤpften Unterhandlungen Fortschritte machten.

Der Globe meldet: „Vor einiger Zeit fand hier eine Versammlung von Kaufleuten statt, in welcher eine Vorstellung an unseren Gesandten in Lissabon beschlossen wurde, um demsel⸗

ben die Beschwerden vorzutragen, die gus dem ungeordneten Zu⸗

stand von Portugal in den lesten 3 Jahren fuͤr sié hervorgegan⸗ gen sind. Statt jedoch jetzt Abhuͤlfe zu erlangen, sinden sie viel⸗

mehr, daß jetzt, wo die Portugiesische Frage erledigt ist, jeder Tag irgend eine Zoll⸗Erhöhung auf Kolonial⸗Artikel oder Bri⸗ tische Fabrikate bringt, und sie beklagen sich daruͤber, daß sie kei⸗ nesweges mit den beguͤnstigtsten Nationen auf gleichen Fuß gesetzt seyen.“

Niederlande.

Aus dem Haag, 18. Mäaͤrz. Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz von Oranien ist am 16ten im Hauptquartier zu Tilburg

eingetroffen, und sowohl von den Truppen als von den Einwoh⸗

nern mit herzlichster Freude empfangen worden. Die Buͤrger⸗ schaft war in festlichem Aufzuge mit Fahnen und Musik dem allverehrten Kronprinzen entgegen gezogen. Es heißt, daß zum 1. April eine allgemeine Veraͤnderung in den Kantonnirungen unseres Heeres stattfinden duͤrfte. Hollaͤndische Blaͤtter enthalten eine uͤberaus guͤnstige kritische Anzeige der von dem Koͤnigl. Preuß. Offizier von Rei⸗ tzenstein in Berlin herausgegebenen Geschichte der Hollaͤndisch⸗ Belgischen Feldzuͤge und der Belagerung der Citadelle von Ant⸗ werpen. Freie Stadt Krakau.

Krakau, 19. Maͤrz. Vorgestern um 10 Uhr Vor⸗ mittags wurde hier in der Haupt⸗Pfarrkirche Sta. Maria der Trauer⸗Gottesdienst fuͤr den verewisten Kaiser Franz von Oester⸗ reich, unsern hohen Protektor, feierlichst begangen. Die Resi⸗ denten der drei hohen Schutzmaͤchte, alle Behoͤrden, so wie eine große Anzahl von Buͤrgern unserer freien Stadt, wohnten die⸗ ser Feierlichkeit bei. Aus dem nahen Podgoörze und Wieliczka hatten sich die Kaiserlichen Beamten und das ganze Offizier⸗ Corps, den kommandirenden General an der Spitze, in Galla⸗ Uniform mit den Zeichen der Trauer, eingefunden. Die kirch⸗ liche Ceremonie wurde von dem hiesigen Weihbischofe Zglinicki, unter Assistenz einer großen Zahl von Geistlichen, abgehalten; die Rede am Trauer⸗Geruͤste hielt der Praͤlat Lentowski. Das Theater war an diesem Tage geschlossen. “X“

Deutschland. Kassel, 20. Maͤrz. In der Sitzung der Staͤnde⸗Ver⸗ sammlung vom 17ten d. M. ward der von Herrn Wippermann erstattete Bericht uͤber die Verhaͤltnisse der Rotenburger Quart diskutirt und nach dem Antrage des Ausschusses mit 40 Stim⸗ men beschlossen; der Staats Regierung zu eroͤffnen, wie die Staͤnde Versammlung die Rotenburger Quart als durch den Tod des letzten Landgrafen von Notenburg anheimaefallenes Staats⸗Vermoöͤgen betrachte. Der Landtags⸗Kommissar, Herr Regierungsrath Koch, erklaͤrte, daß die im Ausschuß⸗Bericht enthaltene Ausfuͤhrung, die Staats⸗Regierung von ihrer Ueber⸗ zeugung, daß die Rotenburger Quart als zum Fidei⸗Kommiß⸗ Gute des Kurhauses gehoͤrend zu betrachten sey, nicht abzubrin⸗ gen vermocht habe. Ihre Durchlaucht die Frau Fuͤrstin Klotilde von Hohenlohe⸗ Bartenstein ist von Rotenburg hier angekommen.

Dessau, 22. Maͤrz. Der Herzogliche Geheime Legations⸗Rath und Kammerherr von Bernnhardt ist heute nach Wien abgereist, um Sr. Majestaͤt dem Kaiser von Oesterreich das Kondolenz⸗ und beziehungsweise Gratulations, Schreiben Sr. Hochfuͤrstlichen Durchlaucht des Herzogs zu uͤberbringen. Die Arbeten an dem Bau der neuen Bruͤcke uͤber die Elbe *) haben bereits vor einigen Wochen wieder begonnen und duͤrften in diesem Jahre weit vorruͤcken, wenn der Wasserstand und die Witterung sie nur einigermaßen beguͤnstigen, wie es im vorigen Jahre der Fall war. Als vor kurzem die hiesige Her⸗ zogliche Kammer, als eine Unterstuͤtzung fuͤr mehrere im vorigen Jahre durch Frost und Hagelschlag beschaͤdigte Landbewohner, dem Herzoge die Summe von 2500 Rthlr. vorschlug, erhoͤhte dieser sie aus eigenem Antriebe um noch 500 Rthlr., mit dem Befehle, die letzten vorzuͤglich denjenigen zuzutheilen, welche der Unterstuͤtzung am meisten beduͤrften.

Cöthen, 16. Maͤrz. In einer in oͤffentlichen Blaͤttern ent⸗ haltenen Erklaͤrung des Justiz⸗Amtmanns Isensee werden alle Geruͤchte, die uͤber Wiederaufloͤsung der Ehe u. s. w. des Hof⸗ raths Hahnemann verbreitet worden, fuͤr luͤgenhaft und verleum⸗ derisch erklaͤrt.

Darmstadt, 21. Maͤrz. Die Staͤnde des Großherzog⸗ thums sind auf den 22. April d. J. zusammenberufen worden. Zum landesherrlichen Kommissarius fuͤr die erste Kammer ist der Geheime Staats⸗Rath Freiherr von Lehmann und zu Mit⸗ gliedern der Einweisungs⸗Kommission fuͤr die zweite Kammer sind der Geheime Staats⸗Rath Dr. Knapp und der Ministe⸗ rial⸗Rath von Kuder ernannt worden.

Frankfurt a. M., 21. Maͤrz. Die hiesigen Blaͤtter enthalten nachstehenden Auszug aus dem Protokoll der zehn⸗ ten Sitzung der Deutschen Bundes⸗Versammlung vom 12ten Maͤrz 1835:

„S§. 116. Der Kaiserl. Koͤnigl. Oesterreichische praͤ⸗ sidirende Gesandte, Herr Graf von Muͤnch⸗Bellinghausen, eroͤffnet: Ich erfuͤlle mit tiefem Schmerzgefuͤhle die traurige Pflicht, dieser hohen Versammlung das am 2. Maͤrz d. J. zu Wien erfolgte Ableben Sr. Maäjestaͤt des Kaisers Franz des Ersten anzuzeigen. Zugleich beehre ich mich, die von Sr. jetzt regierenden Majestaͤt, Kaiser Ferdinand dem Ersten, erhal⸗ tene neue Vollmacht, d. d. Wien den 7. Maͤrz, vorzu⸗ legen. Was der verewigte Kaiser fuͤr Deutschland gewesen, wie Er, des alten ehrwuͤrdigen Reiches letztes Oberhaupt, die Kaͤmpfe einer schweren Zeit treu und ausdauernd bestan⸗ den, wie Er, nach endlich errungenem Siege, zur Kauͤpfung des neuen, die souverainen Fuͤrsten und freien Staͤdte Deutsch⸗ lands vereinigenden National⸗Bandes, als einer der ersten Stif⸗ ter des Bundes mitgewirkt, und wie Er seit eingegangenem Bunde Sein Streben auf Erhaltung, Ausbildung und Befesti⸗ gung desselben gerichtet, alles dieses nach Gebuͤhr zu wuͤrdi⸗ gen, uͤberlasse ich dem Gefuͤhle dieser hohen Versammlung, wel⸗ ches dem meinigen gewiß entsprechen wird. Vor Allem bin ich aber von Sr. Majestaͤt dem Kaiser Ferdinand ausdruͤcklich beauf⸗ tragt, hier zu erklaͤren, daß Allerhoͤchstdieselben in dem Geiste Ihres verewigten Herrn Vaters und nach dem von Ihm waͤh⸗ rend einer segensreichen Herrscher⸗Laufbahn von drei und vier⸗

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.») Bei Roslau, 1 Stunde von der Stadt Dessau. Fruͤher war hier schon eine Bruͤcke, welche im Oktober 1806 bei dem Vordrin⸗ gen der Franzoͤsischen Heere abgebrannt wurde. Seit dieser Zeit wurde bis 1819 durch Faͤhren, seit 1819 vermittelst einer fliegenden Bruͤcke 8. Dieser neeergerchegbhen war 1813 von hoher strategischer ichtigkeit; Dessau und seine Umgebungen waren nach Ablauf des Waffenstillstandes bis zur Schlacht bei Leipzig der Schau⸗ platz fortwaͤhrender Gefechte. Das Nordheer, unter den Befehlen des (denraligen Krohpeinzin jetzigen) Koͤnigs von Schweden, uͤber⸗

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schritt hier Elbe. g ee. . -——

mand ist außerordentlich, und dehnt sich auf Alle aus, die mit Auch in den Angelegenheiten des Deutschen Bundes ist sonag u arbeiten angewiesen sind. Seine Gesundheit ist voll⸗ Sr. Maj. die Bahn vorgezeichnet, welcher Sie unverbruͤchlich ommen befriedigend. Wie es heißt, sucht dieser Monarch in bleiben werden. Die gewissenhafteste Erfuͤllung der Bundes, Pfi llen Zweigen der Staatsverwaltung ein noch strengeres oͤkono⸗ ten, eine stets lebendige Theilnahme an dem Bestehen und an der isches System, als das von seinem Vater befolgte, einzufuͤh⸗ kraͤftigung des Bundes, und der feststehende Vorsatz, zur Erralen. Morgen haͤlt die Akademie der bildenden Kuͤnste eine chung der Zwecke desselben, zur aͤußern und innern Sicher Sizung, um aus der Hand ihres Protektors, des Fuͤrsten von Deutschlands, so wie zum Schirm der Unabhaͤngigkeit und 8 Metternich, einen Vorschlag uͤber das dem Kaiser Franz zu er⸗ verletzbarkeit der einzelnen Deutschen Staaten mit allen Allerhoͤch ichtende Monument zu empfangen. .

ihnen zu Gebot stehenden Kraͤften mitzuwirken dieses wann

die Gesinnungen, in welchen Se. Majestaͤt der Kaiser Frat Die Allgemeine Zeitung enthalt nachstehenden Artikel das unter Ihrer vorzuͤglichen Beihuͤlfe zu Stande gekommallus HOesterreich vom 12. Maͤrz: „Durch den Tod des Kai⸗ große Werk zu foͤrdern unablaͤssig beflissen waren. Dieselbesers Franz ist dem gesammten Europa die Frage nahe gelegt: ob Grundsaͤtze und dieselben Gesinnungen werden auch Se. 2 1 Hesterreich dasselbe System der Politik fortfahren werde zu beob⸗ den Kaiser Ferdinand fortwaͤhrend beseelen. Allerhoͤchstdieselben wa chten welches bisher die Grundlage seiner Stellung nach au⸗ den Sich gluͤcklich schaͤtzen, wenn dereinst das ehrenvolle Vertrautzhen war. Diese Frage ist, nach der durch offenkundige That⸗ welches dem verewigten Kaiser von Seiten Seiner Deutschen Ben hachen bestaͤtigten Versicherung wohlunterrichteter Personen schon desgenossen einstimmig gezollt ward, auch auf Sie uͤbergehen könne ndem Augenblicke entschieden gewesen, wo der verewigte Kalser Erbe Seiner Gesinnungen, und wie Er von der Ueberzeugun zus diesem Leben abgerufen ward. Oesterreichs System bleibt durchdrungen, daß die althergebrachten Bande zwischen Ihns icht nur nach innen, sondern auch in allen seinen auswaͤrtigen Monarchie und den Deutschen Staaten zum wechselsennaa peziehungen unveraͤndert dasselbe. Dieses durch die Natur der Heile nicht eng und fest genug geknuͤpft seyn koͤnnen, wird m dinge gebotene, durch den sehnlichsten Wunsch aller Voͤlker, die mer Deutschlands Wohl, Deutschlands Macht und Staͤrke eg ater Oesterreichs Scepter leben, vnhe gelegte, und durch die ner jetzt regierenden Majestaͤt aufrichtigster Wunsch unh we. erwartung aller Freunde der Ordnung in ganz Europa unter⸗

stete Gegenstand Ihres Bestrebens seyn. Nach dem Andage füzte Beharren auf der betretenen Bahn, ist in Oesterreich des Koͤniglich Preußischen Herrn Bundestags⸗Cn Fessen traditioneller Charakter mehr als der jedes Landes zum ßesthaten an dem Gegebenen neigt leichter durchzufuͤhren

sandten und unter Zustimmung saͤmmtlicher uͤbrige an Gegebenen nei

Herren Gesandten vereinigte man sich hierauf, folgende en hls anderswo. Es ist hier nicht die Rede von dem in der Per⸗ wiederung in das Protokoll niederzulegen: Saͤmmtliche Gesant on des Herrschers liegenden Wechsel, der unmittelbar durch die schaften sind uͤberzeugt, daß ihre hochsten Kommittenten von in hlatur der Sache gegeben ist; der verewigte Kaiser uͤbte durch niger und tiefer Betruͤbniß uͤber den unermeßlichen Verlag heine Persoͤnlichkeit, die sich im Laufe der Zeit entwickelt und in

durchdrungen sind, der das Oesterreichische Kaiserreich dunc iner 43jaͤhrigen Regierungsdauer bewaͤhrt und entfaltet hatte, ine moralische Macht uͤber ganz Europa aus, die der neue

den Tod Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz I. betrofe 12 .1h. hat, wovon die amtliche Benachrichtigung der Bundes, VWalsegent erst durch strenge Folgerichtigkeit und kraͤftiges Festhal⸗ sammlung durch den Kaiserlich Oesterreichischen Herrn Peüen an den leitenden Grundsaͤtzen der Politik seines Hauses sidial⸗Gesandten so eben ertheilt worden ist. Deutschland 1 twerben kann, eine Macht, die kein Regent jemals im Augen⸗ sein ehrwuͤrdiges vormaliges Reichs⸗Oberhaupt, der Deussc licke der Threnbesteigung besessen hat. Die Frage, auf die es Bund seinen erhabenen Begruͤnder und sein erstes den Pallier ankoͤmmt, kann nur die Aufrechthaltung der leitenden sitz fuͤhrendes Mitglied, Dessen wohlwollende Fuͤrsorge unermib rundsaͤtze der Oesterreichischen Politik vetreffen, und in dieser lich war, und alle Gutgesinnte haben den Verlust eines maͤchz beziehung waltet, wie man versichert, sowohl bei Ferdinand I. gen Beschuͤtzers und eines Herrschers zu betrauern, Dessen selims in dieser Kaiserlichen Familie, am Hofe wie in der hoͤchsten Tugenden und erhabene Eigenschaften das Gluͤck Seiner Wübohäre der Staatsmaͤnner, eine Festigkeit der Ansichten und ker und den Frieden der Welt bisher gesichert haben. Berusszrnschluͤsse ob, welche die sicherste von jedem Wechsel der Indi⸗ gend und troͤstend ist bei so großem Verluste die bereits bethegli duen unabhaͤngige Rechnung auf die Fortdauer jenes Systems tigte Bestaͤtigung, daß auf den Allerdurchlauchtiagsten Regierunge ssattet. Diese Ansicht wird durch zwei Thatsachen unterstuͤtzt, Nachfolger zleiche Grundsätze und gleiches Wohlwollen fuͤr dalsen denen die eine den Augen der Welt vorliegt, die andere Deutschen Bund uͤbergegangen sind. Die hieruͤber so eben neüilit, Bestimmthelt in den hoͤhern Kreisen Wiens erzaͤhlt wird. ehrerbietigstem Dankgefuͤhle vernommene Zustcherung bietet üder Fuͤrst Metternich, der Graf Kollowrat und alle uͤbrigen sicherste Buͤrgschaft dafuͤr, daß auch das Vertrauen der Dahlletter der Geschaͤfte sind durch das vom Kaiser wenige Stun⸗ schen souverainen Fuͤrsten und freien Staͤdte zu Seiner jetzt wefen nach seiner Thronbesteigung in den huldvollsten Ausdruͤcken gierenden Kaiserl. Oesterreichischen Majestaͤt nur eine Fortsetzungtlassene Handschreiben in ihrer bisherigen Stellung bestaͤtigt derjenigen Gesinnungen seyn werde, von welchen Sie fuͤr eeltorden; dies ist eine Thatsache. Die zweite betrifft eine in Majestaät den verewigten Kaiser beseelt waren, und daß die Gher Form politischer Rathschlaͤge vom verewigten Kaiser an sei⸗ niskeit aller Glieder des Deutschen Bundes in unveraͤnden en Nachfolger erlassene letztwillige Verfuͤgung. In dieser soll Kraft fortdauern werde. Der K. K. praͤsidirende Hensie verewigte Monarch dem jetzt regierenden folgende Maximen Gesandte aͤußerte, daß er es sich zur Pflicht machen werde rmacht haben: nichts in den Grundlagen des Staatsgebaͤu⸗ die von dieser hohen Versammlung ausgesprochenen Gesinmedes zu verruͤcken; zu regieren und nicht zu veraͤndern, sich gen zur Kenntniß Sr. Majestaͤt des Kaisers zu bringen. Jlt und unerschuͤtterlich auf die Grundsaͤtze zu stellen, mittelst Hiernaͤchst wurde die Vollmacht des Kaiserl. Koͤnigl. praͤsidire üeren Beachtung Kaiser Franz die Monarchie durch die Stuͤrme den Gesandten, Herrn Grafen von Muͤnch⸗Bellinghausen, vonfhwerer Zeiten gefuͤhrt und ihr den Standpunkt gesichert hat, lesen und sodann beschlossen, dieselbe in das Bundes⸗Archzüle se in der Welt einnimmt; wohlerworbene Rechte zu 9. zu hinterlegen, und dem K. K praͤsidirenden Gesandten, Hem, damit er gleich fest auf der seinen Regentenrechten gebuͤh⸗ Grafen von Muͤnch⸗Bellinghausen, eine beglaubigte Abschysf iden Ehrfurcht bestehen koͤnne. Wer die tief im Charakter davon zuzustellen.“ es Sohnes begruͤndete Verehrung fuͤr seinen verewigten Vater

Mehrere Deutsche Blaͤtter schreiben aus Frankfurt a. Mügnnt, kann sich einen Begriff von der religioͤsen Treue machen, vom 16. Maͤrz: „Seit einizen Tagen sind 1” 68' 1718.8 it welcher derselbe jetzt an eben diesem Vermaͤchtnisse unwan⸗ geln zur Beaufsichtigung der Fremden sehr geschaoͤrft wordm 'bar festhaͤlt.

Ungewoͤhnliche Maßregeln wurden gestern ergriffen. Schat Morgens, vor Anbruch des Tages, wurde ein Detaschement de Feld⸗ Ff reitenden Polizei zur Fisgiigims benachbarter Ortschi ten ausgesendet, welche denn auch uͤberall die Wirthshaͤuser n. . ¹ trq 1 iehen und mit den Schultheißen Absprache 1Ieg Geein und brachte die gröͤßte Sensation hervor, da man nicht im

stern Abend nach 6 Uhr wurde eines der Hauptthore der Stadtz Beringsten darauf vorbereitet war. Der Papst ist durch die das Friedberger⸗Thor, gesperrt und die von Bornheim ꝛc. gar rauerpost sehr ergriffen und hat Thraͤnen des Schmerzes ver⸗

menden waren genoͤthigt, zu einem andern Thor hereinzugehn sen. Ueber das in der Peters⸗Kirche zu haltende Requiem Die Oesterreichischen Patrouillen durchschnitten zahlreicher un hekere,nen Kect Vehegd h, ha Seagcs ö fuͤr 9 dne e. n, efateneund. auch unsere saͤmm sce . 1 Chcnses Hsistal aus poli⸗ iche Polizei war auf den Beinen. Die Truppen waren in der 4 89 8 1 b Fesetnen enshie h ti diere se,gr befon.sn 18 2 5 desgsss en⸗ ahrgasse, welche sich von der Konstabler⸗Wache, dem Gefzͤng 1 8 2 . B niß Lokal der politischen Gefangenen, nach der eenn2. 8 e vt er nach den Poͤntinischen Suͤmpfen gemacht zieht, und so die Konstabler⸗Wache mit dem Deutschherre ie, zu erklaren. Dauss sencccs P. 8* der mh. der Oesterreichische Spanien ruppen, in Verbindung bringt, waren besetzt. Ueber alle dis . Anordnungen ist man hier hoͤchlich erstaunt. Man erfaͤhrt abn ejelescee 14gsnsn fe Neschetae na en dis ene vüerstdenschen mäͤkatesgen und vonenigen a90ekf,scerin einen Nacseoter Merꝛinenz desa Rosgs te kegein veransaßt fäten. Wie man hoͤrt, werden dieseiben ugzaas gaorhwenoig mache Ber seue Keregs⸗megsser rine e ) 8 en. . 1 a Z sWiesbaden, 21. Maͤrz. Se. Durchlaucht der Herzu h ecgseaaen Seeeeeen 394g, nn 88 8 vdanch. b 9„g. zeberz ; , ein Amt angetreten, als er sogleich mehreren Truppen ehahe röan ba tshüis Von Hitbefich; i Reise au hearps befahl, sich rus Nord⸗Armee Heerae.— Tge Sg, L“ ö.“ 28 scen das 5te Linien⸗Regiment gestern und die beiden Provin⸗ 1X“X“ al,Regimenter von Nonda und Sevilla heute Madrid, um sich 15. Maͤrz. (Nuͤrd . 88 uencarral mit den Freiwilligen von Valencia und mit denen Sr Meagnze⸗ Kaisers sr 8. 5 nna⸗ ge⸗ on Albuera, welche gestern durch Madrid kamen, zu vereinigen. . . Herzogin von Angouleme aus den Ober⸗Befehl uͤber diese fuͤnf Regimenter uͤbernimmt der

hier eingetroffen. Aus Paris erwartet man den Herzog von en ’1 v - beneral 28 (Er 1 Nemours und aus Neapel den Prinzen von Salerno, Schwagt iger e ee wan, 8 S Seese,, eh Sr. Fesefte Mrsssas Der Kaiser gedenkt um die Mim nangt ist in Navarra ersetzen und geht zuerst nach a- ——— Ke beziehen, und bis 2 astiien, um die Gebirge zwischen Burgos 8n Söria. welche nSe Jah! aSA, en ie Kroͤnung in Prag wird en gewöͤhnliche Tummelplatz der Merinoschen Truppen sind, zu Oesterreich e statthaben. Dagegen ist die Huldigung insubern. Alle disponiblen Truppen sind jetzt auf dem Marsche sesr 821 18, cter⸗ . 2B 10 dem Norden und in allen Provinzen werden Urbanos⸗Bat⸗ 7 7 4 2 , e1 on U r 8 9

tritt in alle Theater frei gegeben werden. Zwei Tage vorher en Farf

föhe in sateütchen Zu9, di. Aüholung des im Stists Kbstnez n, vlessanzcasch zn. vnraeige nc, weanennber epee L hrien Oesterreichischen Erzherzog⸗Hutes. Man glaubl Feiegg,Mänic .x 7 8

kaum, daß eine Kroͤnung als Oesterreichischer Kaiser erfolgen wird; fg e eeee e 9.

denn Kaiser Franz hat, als er diese Wuͤrde annahm, seinem r werde lo dne cher⸗Bonmasde Nanrnenea 7. ger⸗

Fchlssen nfetgestell⸗, Aachenet FrAe. büreF. 84 karen beunruhigende Geruͤchte im Umlauf, fuͤr die sich jedoch

2 ; er ist dem Prunke ine 2 158,S 8

abhols, ale sain Vatz: g. zög sch vun, baße dis Aaweit 1 Alahbwordige Quelle angeben ließ. Man erzaͤhlte näͤmlich,

uͤber den großen Betrag der Verlassenschaft des Kaisers sehreet oder vier C iee 3 1 8

uͤbertrieben waren. Die Erbschaft ist vielmehr an Allem gering, nents sich in ee agatere e.ect an coer Wlahe wühee

und es giebt in Oesterreich manche Familienvaͤter, die ihren Kin⸗ t Oednung zuruͤck gebracht worden waͤren. Sie sollen durch

dern eben so viel oder mehr zu vererben im Stande sind. Diessre 7 ee ⸗. Dotation der verwittweten Kaiserin ist auf die Staatskasse an⸗ . aatcrentteravtenar 1 gewiesen. Auch von Ungarn bezieht sie als Wittwe eine be— gewieg CWI EEET“

traͤchtliche jaͤhrliche Summe. Die Thaͤtigkeit des Kaisers der⸗

zig Jahren gegebenen Vorbilde zu regieren entschlossen fi

Italien.

Rom, 9. Maͤrz. Die traurige Nachricht von dem Able⸗ en des Kaisers von Oesterreich traf gestern durch Courier hier

Unsgchmn.

Toledo aufruͤhrerische Bewegungen stattgefunden, daß

4 Portugat. EI“

Die Times enthaͤlt folgendes Schreiben aus bissabon vom 8. Maͤrz: „In der Pairs⸗Kammer hat der Visconde Sa da Bandeira vorgeschlagen, zu dem Gesetz⸗Entwurf in Betreff des Verkaufs der National⸗ und Kirchen⸗Guͤter hinzuzufuͤgen, daß Jeder, der eine jaͤhrliche Pension von der Regierung er⸗ haͤlt, oder Anspruͤche auf eine lebenslaͤngliche Rente hat, dieselbe kapitalisiren kann, woruͤber er ein Certifikat erhaͤlt, das bei dem Kauf von oͤffentlichem Eigenthum an Zahlungsstatt angenommen werden soll. Diejenigen, welche sich dieser Certifikate bedienen, verlieren jedoch dadurch ihre Rechte auf jaͤhrliche Unterstuͤtzungen irgend einer Art. In der Deputirten⸗Kammer wurde die Petition der 31 Deputirten, wegen Aufloͤsung der Kammern, mit 55 gegen 30 Stimmen verworfen. Der Marschall Saldanha und einige andere Deputirte, welche die Petition unterzeichnet hatten, waren nicht zugegen, erklaͤrten jedoch am folgenden Tage, daß sie fuͤr die Aufloͤsung der Kammern gestimmt haben wuͤrden, wenn sie haͤt⸗ ten gegenwaͤrtig seyn koͤnnen. Macario de Castro und Lionel Tavares beschwerten sich in sehr langen Reden daruͤber, daß man Priestern von anerkannt Miguelistischen Grundsaͤtzen erlaube, Pfarren zu besitzen. Der von Manvel Passos gemachte Antrag wegen Verheirathung der Moͤnche und Nonnen wurde in Hin⸗ sicht der ersteren bei der zweiten Lesung verworfen, ruͤcksichtlich der letzteren jedoch an die betreffende Kommission verwiesen. Fast alle Deputirte versicherten Herrn Passos, daß sie sich sei⸗ nem Antrage nur aus Ruͤcksicht auf die, unter dem Volke noch herrschenden Vorurtheile widersetzt haͤtten, und daß, wenn er seinen Antrag im naͤchsten Jahre wieder einbringen wolle, ge⸗ wiß alle Deputirte ihm ihre Stimme geben wuͤrden. Hr. Sanchez forderte die Regierung auf, die Namen derer mitzutheilen, die wegen ihrer Anspruͤche auf Entschaͤdigungen Anweisungen auf den Schatz erhalten haͤtten. Dies sey ein hoͤchst unzweckmaͤßiges Verfahren, denn die auf diese Weise Beguünstigten seyen entwe⸗ der Beamte des Schatzes oder Minister. So habe unter Ande⸗ ren der Herzog von Palmella im vorigen Monat 3000 Pfund und der Herzog von Wellington vor kurzem 1750 Pfund erhal⸗ ten, welches den bestehenden Gesetzen zuwider sey. Ueber die Mittel, den finanziellen Beduͤrfnissen der Munizipal⸗Kammern abzuhelfen, erhob sich eine sehr lebhafte Debatte. Herr Silva Carvalho legte einen Gesetz⸗Entwurf vor, zur besseren Eintrei⸗ bung der unter dem Namen „Decima“ bekannten Abgabe, die jetzt nur etwa 250,000 Pfund betrage, bei gehoͤriger Ein⸗ treibung aber noch uͤber 1,750,000 Pfund einbringen muͤsse. Er sey uͤberzeugt, daß das Volk, da es jetzt von der Zehnten⸗ Abgabe an die Kirche befreit sey, seine uͤbrigen Abgaben redlich zahlen werde. Der Antrag wurde einer Kommission mit dem Bemerken uͤberwiesen, den Bericht so schnell als moͤglich abzu⸗ statten. Ein Dekret der Regierung besiehlt die Schiffbarma⸗ chung des Douro bis zur Spanischen Graͤnze. Eine von der Regierung gegen den verantwortlichen Herausgeber des Opposi⸗ tions⸗Blattes „Guarda Avangada“ wegen einiger heftigen Be⸗ merkungen uͤber die Deputirten⸗Kammer und deren ministerielle Majoritaͤt erhobene Anklage ist von der Jury zu Gunsten des Angeklagten entschieden. Der bisherige Geschaͤftstraͤger am Spanischen Hofe wird den Marschall Saldanha nach Paris be⸗ gleiten und durch Herrn Domingo Saldanha ersetzt werden. Alle fremde Diplomaten, mit Ausnahme des Franzoͤsischen Ge⸗ sandten, haben die Ehre gehabt, bei Hofe zur Tafel gezogen zu werden. Der Prinz geht haͤufig auf die Jagd und wird heut mit der Koͤnigin dem Pferderennen auf dem Campo grande bei⸗ wohnen. Man ist jetzt damit beschaͤftigt, Lissabon mit Gas

zu beleuchten. Das Irlaͤndische Regiment wird abgelohnt

und Ende Aprils, und die Britischen Grenadiere im Juni und Juli nach England eingeschifft werden. Es wird dann kein Bri⸗ tischer Soldat mehr in Portugiesischen Diensten seyn.“ 1 TLaäset. 1nh Su

Konstantinopel, 28. Febr. (Allg. Ztg., Hier ist Alles in Aufregung: die Flotte, die Armee, Vertheidigungs⸗Anstalten aller Art werden in Bewegung gesetzt, um sich gegen einen Ue⸗ berfall sicher zu stellen. Die Englische Flotte ist wieder bei Vurla angekommen, Niemand weiß zu welchem Ende. Die Pforte, bestuͤrzt uͤber diese ihr unerwartete Erscheinung, fuͤrchtet einen unvorhergesehenen Schlag, sie beeilt sich, die Dardanellen⸗ Schloͤsser zu verstaͤrken, um Widerstand leisten zu koͤnnen, falls der Eingang der Meerenge erzwungen werden sollte. Sie soll den Russischen Botschafter beschworen haben, seinerseits ebenfalls mitzuwirken, damit nicht ungestraft das Voͤlkerrecht verletzt werde, falls die Englische Regierung es unternehmen sollte, ihr ge⸗ waltthaͤtig ein Zugestaͤndniß abdringen zu wollen, das nur auf dem Wege freundschaftlicher Verstaͤndigung zu erreichen sey. Gewiß wird der Repraͤsentant Rußlands jener Aufforderung Ge⸗ hoͤr schenken, wenn er die Nothwendigkeit dapon einsehen sollte; er ist in der Lage, aufs schnellste dem Wunsche der Pforte ent⸗ sprechen zu koͤnnen, denn die Russischen Kriegsschiffe in den Haͤ⸗ fen der Krimm sind zu seiner Verfuͤgung gestellt, und wuͤrden auf den ersten Wink hierher eilen. Bis jetzt scheint indessen noch nichts die Ergreifung solcher extremen Maßregeln zu rechtfertigen; man wird erst abwarten muͤssen, ob der Admiral Rowley, der die Flotte befehligt, mit wirklich feindlichen Ab⸗ sichten gegen die Pforte umgeht, oder ob es nur wieder die alte uns laͤngst bekannte diplomatisch militairische Combina⸗ tion ist, die ihn nach Vurla zuruͤckgefuͤhrt hat. In diesem Falle waͤre es uͤbereilt, gleich zum Aeußersten schreiten, und vorhinein zur Russischen Huͤlfe rekurriren zu wollen; dies koͤnnte nur zu groͤßeren Mißverstaͤndnissen. Anlaß geben, die vermieden wer⸗ den muͤssen, und die der Russische Botschafter gewiß vermeiden wird, vorausgesetzt, daß die Pfeorte sich nicht zu sehr von der Furcht hinreißen lassen, und fortfahren sollte, die Russische Huͤlfe dringend zu begehren. Was indessen dieses Hin⸗ und Hersegeln der Englischen Escadre zu bedeuten habe, bleibt ein Raͤthsel, da man doch allgemein glaubte, daß mit dem Eintritte

der Tories in das Englische Kabinet das Schwankende, wel⸗

ches ihren Vorgaͤngern zum Vorwurfe gemacht ward, aus der Englischen Politik verbannt werden, und daß Lord Wellington ruhiger und offner als Lord Palmerston handeln wuͤrde. Auf diese Weise aber ist durch den Wechsel der Namen nichts gewonnen, und es noͤchte fuͤr die hiesigen Verhaͤltnisse ganz gleichguͤltig seyn, ob Wellington oder Palmerston in London die auswaͤrtigen Verhaͤltnisse leite, sobald die ewigen Trakas⸗ serien fortdauern, durch welche man die Pforte einschuͤchtern vzund zwingen will, ihrem gegenwaͤrtigen Systeme zu entsagen. Dies wird aber schwerlich gelingen, so wenig Jemand aus der Griechischen Insurrection, die doch in England so sehr bewun,⸗ dert und befoͤrdert ward, den geringsten Vortheil gezogen hat. Inzwischen muß man abwarten, wohin die Evolutionen der Englischen Eskadre fuͤhren, denn zuletzt kann hier nur eine ein⸗ heimische Taktik zu Grunde liegen, um vor dem Parlamente zuversichtlicher aufzutreten. Dies wuͤrde nicht sehr tadelnswerth, in gewisser Hinsicht selbst zu billigen seyn, nur waͤre zu wuͤn⸗

schen, daß man der eigenen einheimischen Stekun wegent Kicht ganz ruͤcksichtslos gegen die Pforte verfuͤhre, und bei ihr Be⸗ sorgnisse erzeugte, die, so ungegruͤndet sie auch in den Augen derjenigen seyn moͤgen, die die Karten in der Hand haben, boch bei der aufgeregten Stimmung nicht nur in moralischer, sondern auch in finanzieller Hinsicht aͤußerst nachtheilig fuͤr die Pfoörte sind. Das ewige Bewaffnen und Entwaffnen, zwischen welchem die Pforte seit mehreren Jahren hin, und hergezogen wird, erschoͤpft nicht nur ihre geringen Huͤlfsmittel, sondern setzt sie auch in der oͤffentlichen Meinung herab. Es ist also die nach⸗ theiligste unter allen Maßregeln, wenn man zugesteht, daß zur Erhaltung des Gleichgewichts die Pforte stark und selbststaͤn⸗ dig seyn soll, und man sie doch durch unaufhoͤrliches Ein⸗ schuͤchtern zwingt, die wenigen Huͤlfsmittel, die ihr noch uͤbrig bleiben, zu vergeuden, und ihre Selbststaͤndigkeit immer mehr aufzugeben. Denn indem sie sich um fremden Beistand bewer⸗ ben muß, hat sie wahrlich keine Hoffnung, in Europa an An⸗ sehen zu gewinnen. Man sollte dies in London einsehen, die Lage der Pforte mehr beherzigen, und ihr Zeit lassen, wieder zu Kraͤften zu kommen, nicht aber darauf hinarbeiten, sie durch Drohungen von dem Wege abzubringen, den sie nun einmal eingeschlagen hat, und der doch zunaͤchst dahin fuͤhrt, die in⸗ nern Gebvechen des Landes zu heilen, die Zerwuͤrfnisse zu be⸗ schwichtigen, und die Civilisation, die hier zu tagen beginnt, zu befoͤrdern. Versucht man sie gewaltsam von diesem Wege abzufuͤhren, so wird man das Gegentheil von dem, was man beabsichtigt, bewirken. Aus Aegypten hat man keine neueren Nachrichten. In Syrien ist Alles beim Alten, der kleine Krieg zwischen den Eingebornen und den Aegyptern wird mit Erbit⸗ terung und abwechselndem Gluͤck fortgefuͤhrt. In Griechen⸗ land herrscht Ruhe, aber noch kein Vertrauen. Der Koͤnig und seine Rathgeber werden Muͤhe haben, das Land zu europaͤlsiren; sie sind zu fruͤh oder zu spaͤt nach Griechenland gekommen, zu fruͤh, weil die Revolution noch nicht ganz ausgegohren hatte, zu spaͤt, weil die Zwischenregierungen zu mannichfaͤltigen Sa⸗ men der Unzufriedenheit, des Hasses und des gegenseitigen Miß⸗ trauens ausgestreut hatten, um hoffen zu koͤnnen, so bald mie⸗ der gemeinsame Vaterlandsliebe und Vertrauen Platz greifen zu sehen. Fast sollte man fuͤrchten, daß es unmoͤglich gewor⸗

den, den Strom der Revolution dort in ein regelmaͤßiges Bet einzudaäͤmmen. In Persien ist die Ruhe wieder hergestellt, der Schah regiert ungestoͤrt uͤber das ganze Land, seine Gegne haben sich ihm unterworfen, um Verzeihung gefleht und si erhalten.

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Berlin, 24. Maͤrz. Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprin hat dem hiesigen Medailleur, Professor Brandt, fuͤr die von ihm zur historischen Erinnerung an den Aufschwung des Preu ßischen Postwesens in der neuesten Zeit herausgegebene Medaille, deren Hauptseite das hoͤchst aͤhnliche Bildniß Sr. Excellenz des Herrn General⸗Postmeisters von Nagler, der Revers aber eine sinnreiche Allegorie in Beziehung auf die Belebung des allge⸗ meinen Verkehrs durch die Beschleunigung der Post⸗Verbin⸗ dungen darstellt, in gnaͤdigster Anerkennung der gelungenen Ar⸗ beit, ein Paar schoͤne Porzellan⸗Vasen zustellen lassen. Der Pfarrer Caͤsar zu Klein⸗Recken im Reg. Bez. Muͤnster hat gegen eine baare Verguͤtung von nur 799 Rthlr., neben einigen Natural⸗Leistungen der Gemeine, daselbst ein sehr schoͤnes und dauerhaftes Pfarrhaus mit nicht unbedeutendem Zuschuß aus eigenen Mitteln erbaut, dabei die eingekommenen Geschenke und Kollekten⸗Gelder verwaltet, und uͤber das Ganze vollstaͤndige Rechnung gelegt, wodurch seine Uneigennuͤtzigkeit und umsichtige Wirksamkeit bei der Ausfuͤhrung dieses Baues sich auf erfreuliche Weise bekundet hat. Die zu Harsewin⸗ kel kuͤrzlich ins Leben getretene Armen⸗Beschaͤftigungs⸗Anstalt hat sich bereits als sehr zweckmaͤßig erwiesen, indem sie das gaͤnz⸗ liche Aufheben der Bettelei daselbst bewirkt hat. Auch zu Hoct⸗ mar ist das Armenwesen zum Wohle der duͤrftigen Klasse und der Gemeine verbessert, und uͤberhaupt im ganzen Kreise Wah⸗ rendorf auf lohnende Beschaͤftigung der Armen hingewirkt wor⸗ den. In Nottuln, im Kreise Muͤnster, sind im v. J. theils

baar, theils an Naturalien 750 Rihlr. und in Recke, im Kreise

Tecklenburg, 614, Rthlr. unter die Armen vertheilt worden.

Die wohlthaͤtige Wirksamkeit des Instituts der Barm⸗ herzigen Schwestern in Kulm (Regierungs⸗Bezirks Marien⸗ werder) hat sich auch im verflossenen Jahre wieder auf eine er⸗ freuliche Weise bewaͤhrt; es wurden näͤmlich in diesem Institute 190 Kranke behandelt, wovon 135 genasen und 26 starben, so daß am Jahresschlusse ein Bestand von 29 Kranken verblieb.

In die Straf⸗ und Besserungs⸗Anstalt zu Naugard in Pommern, welche am Schlusse des Jahres 1833 überhaupt 422 Straͤflinge enthielt, sind im Laufe des Jahres 1834 deren 304 eingeliefert und es sind in diesem Zettraume 17 gestorben, 3 Auslaͤnder uͤber die Graͤnze gebracht, 284 nach ihren Bestim⸗ mungsorten zuruͤckgekehrt, 6 in andere Anstalten abgellefert, 4 begnadigt, im Ganzen also 314 aus der Anstalt entlassen worden. Die taͤgliche Durchschnitts⸗Zahl der in der Anstalt vorhanden gewesenen Gefangenen war 425, unter denen sich jedoch 28 Kranke und zur Arbeit physisch Unfaͤhige befanden.

Geraͤths⸗Kosten und ausschließlich des in den noch unverkauften Fabräkaten steckenden Arbeitslohns baar 11,303 Rthlr. vervient, wovon nach Abrechnung des Antheils der Gefangenen (Ueber⸗ Verdienst) von 1813 Rthlr. dem Staate ein Antheil Creiner Verdienst) von 9490 Rthlr. verbleibt. sung betrugen 7162 Rthlr., die der Bekleidung 2347 Rthlr.; alle uüͤbrigen Kosten aber, als Gehalte, Bureau⸗Koesten, Heizungs Erleuchtungs⸗, Reinigungs⸗Material⸗, Medizin⸗, Fransport⸗ und Reparatur⸗Kosten 10,083 Rthtr. Die Summe saͤmmtlicher Unterhaltungs, und Administrations⸗Kosten stellt sich hiernach auf 19,592 Rthlr. Rechnet man von den Total⸗Kosten den rei⸗ nen Verdienst der Detinirten (Antheil des Staates) von 9490 Rthlr. ab, so reduziren sich jene Kosten auf 10,102 Rthlr. Bei der Berechnung des reinen Verdienstes ist jedoch die Netto⸗Ein⸗ nahme aus der Landwirthschaft mit 941 Rthlr. so wenig als die durch den in den unverkauft geblfebenen Fabrikaten noch stecken⸗ den Verdienst bewirkte Erhoͤhung des Akriv⸗Vermoͤgens des Be⸗ triebs⸗Instituts um 896 Rthlr., also eine Summe von 1837 Rthlr., nicht in Anschlag gebracht worden. Wird auch die se Summe, wie billig, von den Gesammt⸗Unterhaltungds⸗ un de Ade ministrationsKosten in Abzug gebracht, so stellen sich letztece auf 8265 Rthlr. Am letzten Dezember 183 1 befanden sich 445 (330 maͤnnliche und 83 weibliche) Gefangene in der Anstalt.

In der Nacht vom 8ten zum 9ten d. M. braunte auf

dem Koͤnigl. Gute Erdmannsdorf im Hirschberger Kreise

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des Reg. Bez. Liegnitz der Oberhof nieder, wobet 525 Schafe⸗ g

darunter viele Erstlinge einer vorzuͤglichen AM, , 8. 38 den Flammen fanden. vorzug Hein Heerde, ihren Tod n

dezur . Die uͤbrigen haben 21,302 Rthlr. und nach Abzug der Materialien und Arbeitg⸗

Die Kosten der Spei⸗

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