Im Schauspielhause: 1) Une mdre, drame-vaudevil, 2 actes, par Mr. Bayard. 2) La seconde représentation La fille de Dominique, vaudeville nouveau en 1 acte. Freitag, 27. Maͤrz. Im Schauspielhause: Die Braut Messina, Trauerspiel in 4 Abth., von Schiller. (Dlle. Bem Stich: Beatrice, als Gastrolle.) sgsn56
————
99 ½. Preuss. Prüm.-Scheine 117. do 4 ⅝ Anl. 101 ½. Span. 5 ½ 49 .
2
4s S3.
Berliner Börs
4 Den 24. März 1834.
Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufz. Cour.) Maem wwn
100 ½ 100 ¼ LOstpr. Pfandbr. 4 102 ¼ 99 ½ 98 ½ Pomm. do. 4 106 ¾ 66 ½ 65 ⅔ Kur- u. Neum. do. 4 106 ½ 100 ½¾ 100 [Schlesische do. 4 —
9 8 „ “
18. Antwerpen, 18. Müärz, 129 sSsSpan. 58% 50. 39 29. anl 23. Cortes 49 ⅛. Frankfurt a. M., 21. März.
Oesterr. 5 % Metall. 102. 101 ½4 5. 48 95 ⁄1⁄. 95 ¼9. 2 ½ 3 57. B. 1 8 22 G. Bank-Actien 1603. 1601. Part.-Oblig. 140 ⅞. 140 ¼. Loose zu 100 G. 213 ⅛. G. Preuss. Präm.-Sch. 64 ¾. 64 ½. do. 49 Anl. 97 ½¾. G. Holl. 5 8 Oblig. v. 1832 100 ½ 100 ⅝, Foln. Loose 71. 70 ⅞. 53 Span. Rente 47 ½ 47½. 33% do. perp. 28 ⅞. 28 ½.
do. Coup. 28 ½. “
8ees 8s 1““
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1
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St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Prm. Sch. d. Sech. Kurm. O bl. m. l. C.
Koͤnigstaͤdtisches Theater. Mittwoch, 25. Maͤrz. Zum erstenmale: Die Ehrendel
— —
106 ½
100 ½ 99 ¾ Rkst. C. u. Z.-Sch. 100 ¾ 100 ¾ d. K.- u. N. 99 —
Gold al marco Neue Duk. Friedrichsd'or ..
Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt- Obl. Königsb. do.
Elbing. do. Doanz. do. in Th. Westpr. Pfandbr.
99 ½ 38 ½
4—
102 ½
Paris, 80
80. 25 fin cour. 80. 40. 97. 40. 59 Span. Rente 49.
216 Span. Schuld 20.
215 18 —
583 Rente pr. compt. 107. 30. fin cour. 107. 50. 33 pr. compt. 59 Neap. pr. compt. 97. 25. fin cour.
18. März. Lustspiel in 1
38 do. 31. Cortes —.
Ausg.
13 9, 13 9
rIlene
FHrofsh. Pos. do. Disconto
e—Fm
Wechsel-Cours.
102 ½⅔
250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1 LSt.
Kurz 2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt.
Amsterdam . dito Hamburg 3 dito London Paris Wien in 20 Xr. AAugsburg Breslau
6 FrrhLfare 6. M. W. Petersburg . Wuarschau
Kurz
3 Woch.
3 4 Preuss. Cour
1835.
Morgens 23. Maͤrz.
6 Uhr. 2 Uhr.
Meteorologische Beobhachtung. Nachmitt.
Abendsd Nach einmaliger 10 Uhr. Beobachtung.
1u1u“““
Erief. Gelg.
142 ½ 141¾
—
Luftdruck.. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter.... Wind
Wolkenzug NW.
Tagesmittel: 339,8 50. 3,3
F + 2,0 °R a2. 0,7 8 R. 80 „Ct. truͤbe. NNW.
—
+ 5,6°
152 ½ 151 ¼ 6 25 ¾ 81 10 4
truͤbe.
6 25 ½
103 ½ 103 ½ 99 ½
339,9 1 Par. 339,78 Par.
+ 2,5 R. 77 vCt.
339,8 5 Par Quellwärme 6,9 °R
R. + 2,2 °R. Flußwärme 3,5 °R.
Akt, nach Dupin. Hierauf: Endlich hat er
doch gut gemacht, Lustspiel in 3 Akten, von Albini. Donnerstag, 26. Maͤrz. Der Gloͤckner von Notre⸗Dah romantisches Drama in 6 Tableaux, nach dem Roman Victor Hugo, frei bearbeitet von Ch. Birch⸗Pfeiffer. (M Birch⸗Pfeiffer: Gervaise, als Gastrolle.) Freitag, 27. Maͤrz. Das Maͤdchen aus der Feenwelt, a Der Bauer als Millionair, Zauberspiel in 3 Akten. V Sonnabend, 28. Maͤrz.
+ 0,1°R. Bodenwärme 3, 8 °R. 83 v Ct. Ausdünst. 0, 03 5‧Rh. truͤbe. Niederschlag 0, 0 0 9“„Rh. NRNW. Abends 6 Uhr etwas — Reagen. S ,ꝗ¶N..
Zu Land 8
0,6 0 R. 80 yvCt.
103 ½ 103 ½
—
— Koͤniglich.e 85 Mittwoch, 25. Maͤrz. 58
—
Sappho.
Ss ie Hh8 11. 1;9-. 1 Amsterdam, 19. März. Niederl. wirkl. Schuld 56 23. 59 do. 101 l⁄. A
Kanz-Bill. 26 31à. 4 ½ 8 Amort. 95 ½. 3 ½ 3 80. Kuss. 98 ⅞. Oesterr.
114*4“ 1111“*“
Bekanntmachungen.
LEII 1 13 18 Ediectal⸗Citation. Nachstehend benannte Personen: ““
1) die verehelichte Mineur Gruß, auch Grusse oder Groß genannt, Maria Rosalie Elisabeth, ge⸗ borne Guͤnzel, welche am 17. November 1756 hierselbst geboren, um das Jahr 1800 ihrem Ehemanne, der von hier desertirt, in die Fremde nachgefolgt ist, und zuletzt noch vor dem Jahre I Prag aus Nachricht von sich gege⸗
en hat; die verehelichte Soldat Klose, Anna Maria, auch Theresta, geborne Hoffmann, welche am 27. September 1777 hierselbst geboren, ihrem EKhemanne, der im Jahre 1801 von hier deser⸗ tirt, bald darauf in die Fremde nachgefolgt ist und seitdem Nachricht nicht von sich gegeben hat; der Goldarbeiter Christian Boettcher, auch Beth⸗ ger genannt, aus Libau in Curland gebuͤrtig, welcher sich im Jahre 1821 wegen einer gegen ihn erkannten Criminalstrafe beimlich von hier entfernt und seitdem Nachricht nicht von sich gegeben hat;
4) der Baͤckergeselle Franz Nitsche, welcher um das Jahr 1756 hierselbst geboren, mit der Feld⸗ Baͤckerei Glatz um das Jahr 1778 verlassen ha⸗ ben und in dem Baierschen Erbfolge⸗Kriege geblieben sein soll, .
und deren Fhon 6; Erben und Erbnehmer, so wie die unbekannten Erben nachstehend benannter Per⸗ sonen:
5) des fruͤheren Mousquetiers und spaͤteren Troͤd⸗ lers Friedrich Herrn, aus Hessen⸗Cassel gebuͤr⸗ tig, welcher am 15. Juli 1832 in einem Alter
vpon cetwa 70 Jahren hierselbst verstorben ist und dessen Nachlaß gegen 50 Thlr. betraͤgt;
6) des fruͤheren Mousquetiers und spaͤteren Tage⸗ Arbeiters Sebastian Janeck, aus Wendrin, im
Rosenberger, Kreise.gebürtig „ welcher am 20. Zuli 1832 in einem Alter von 80 Jahren hier⸗
727 lb verstorben ist und dessen Nachlaß 120 Thlr. etraͤgt/ und deren Erben oder naͤchste Verwandte, werden bierdurch vorgeladen, sich binnen neun Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte, spaͤtestens aber in dem auf den 19. December c., Nachm. um 2 Uhr, vor dem Deputirten, Land⸗ und Stadtgerichts⸗Assessor Krause anberaumten Termine schriftlich oder persoͤn⸗ lich unter Beibringung ihrer Legitimation zu mel⸗ den, widrigenfalls die ad 1 bis A gedachten Verschol⸗ lenen für todt erklaͤrt und das Vermoͤgen derselben ihren naͤchsten Verwandten oder in deren Ermange⸗ lung dem Fiscus und das Vermoͤgen der ad 5 und 6 gedachten Personen gleichfalls dem Fiscus zugespro⸗ chen werden wird.
Glatz, den 26. Februar 1835.
Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.
8 8
Auf den Antrag seines Schwestersohnes, des Kolo⸗ nisten Martin Friedrich Wolff, werden der Matrose Christian Friedrich Pluͤmer, Sohn des Kolonisten Christian Friedrich Pluͤmer und dessen Ehefrau, Anne Regine, geb. Nagel zu Schwabach, dort am 17. De⸗ tember 1774 geboren, welcher im Jahre 1794 zur
ee, und zwar angeblich von hier nach Memel und von da nach England gegangen ist, oder dessen nach⸗ gelassene unbekannte Erben oder Erbnehmer aufge⸗ fordert, sich binnen neun Monaten, spaͤtestens aber in dem auf
den 24. October 1835, Vormittags 11 Uhr, in der Gerichtsstube zu Schwabach anberaumten Termine, entweder schriftlich oder persoͤnlich zu mel⸗ den, widrigenfalls der ꝛc. Christian Friedrich Pluͤmer fuͤr todt erklaͤrt und sein, 170 Thlr. nebst Zinsen be⸗ tragendes Vermoͤgen seinen naͤchsten bekannten Erben ausgeantwortet werden wird.
Stettin, den 1. Dezember 1832. Das Patrtmonsasdericht uͤber Schwabach.
Aufforderung. Deer ehemalige Kanonier Trispel aus der Provinz Schlesten gebuͤrtig, welcher in der 7ten Artillerie⸗ Brigade das Erbrecht zum eisernen Kreuz 2ter Klasse
1 besitzt und nach der festgestellten Reihefolge der Erb⸗
Berechtigten, jetzt Anspkuch auf das bei der Brigade
]
Auswärtige Börsen.
litta, als Gastrollen. Donnerstag, 26. Maͤrz. große Oper in 2 Abth., mit Ba
EEEWET1’
*
usg. Schuld 1r.
Arsazes.
gegenwaͤrtig zur Vererbung vorhandene eiserne Kreuz 2ter Klasse hat, wird hierdurch aufgefordert, sich in⸗ nerhalb 3 Monate von dem Tage der letzten Be⸗ kanntmachung angerechnet, und spaͤtestens bis zum 1. August c. in portofreien Briefen bei dem unter⸗ zeichneten Kommando zu melden, damit er zur Erer⸗ bung des mehr erwaͤhnten Ordens, in Vorschlag ge⸗ bracht werden kann, widrigenfalls er dabei uͤbergan⸗ gen und in den Listen gestrichen werden muß. Muͤnster, am 11. Marz 1835. Das Kommando der Koͤnigl. 7ten Artillerie⸗ Brigade. c nätecr. 87; v. Schlemmer, RvTbböb. Maior und int. Brigadier.
Nachdem zum Vermoͤgen Andreas Lehmanns, Halb⸗ bauer⸗Gutsbesitzers zu Daranitz, der Concurs⸗Prozeß eroͤffnet worden; so werden alle bekannte und unbe⸗ kannte Glaͤubiger gedachten Lehmanns und wer sonst an dessen Vermögen aus irgend einem Rechtsgrunde einen Anspruch zu machen gesonnen, hiermit vorge⸗ laden, den
rstst Ag. st. 1828 zur Anmeldung und eventuell zur Bescheinigung der Forderungen, auch Antretung des rechtlichen Verfah⸗ rens mit dem Curator litis. dann den
Ersten September 1835 zur Bekanntmachung des Praͤeclusiv⸗Bescheides, auch den Fuͤnften October 1835 zur Pflegung der Guͤte, so wie, wenn kein Vergleich zu Stande kommt, zur Inrotulation der Acten Be⸗ hufs der Abfassung eines Location⸗Bescheides oder zur Acten⸗Versendung nach rechtlichem Erkenntnisse, und den
Sechszehnten November 1835
zur Bekanntmachung desselben, entweder in Person oder durch gehoͤrig gerechtfertigte Gevollmaͤchtigte zu erscheinen, unter der Verwarnung, daß bei ihrem Außenbleiben oder Nichtliquidiren ihrer Forderun⸗ gen, sie von diesem Creditwesen fuͤr ausgeschlossen, ihrer Anspruͤche an dasselbe, so wie der Einsetzung in den vorigen Stand fuͤr verlustig, ingleichen dieje⸗ nigen, welche im Guͤtepflegungs⸗Termine außenblei⸗ ben, oder zwar erscheinen, jedoch uͤber Annahme ei⸗ nes etwa zu treffenden Vergleichs sich nicht, oder nicht deutlich erklaͤrt haben, als darin willigend an⸗ gesehen, und nicht minder beim Außenbleiben in den Pesctasettzns ernhren, die Bescheide oder Urthel, hüittags 12 Uhr, fuͤr publicirt angenommen werden ollen.
Auswaͤrts Wohnende haben zugleich zu Annahme der fernern Zufertigungen nach Vorschrift der Prozeß⸗ Ordnung einen Anwalt hier zu bestellen.
Budissin, am 12. Mäaärz 1835.
Das Stadtgericht. 2
IC s 88 3 8 Sa üen. 82 “ ekanntmachung, den Leipziger Wollmarkt betreffend. Der diesjährige Leipziger Wollmarkt beginnt den 13. Juni und wird, mit Uebergehung des darauf fol⸗ genden Sonntags, waͤhrend des 15. und 16. Juni fortgesetzt werden. Leipzig, den 13. Maͤrz 1835. Der Rath der Stadt Leipzig. Friedrich Muͤller.
Muͤhlengrundstuͤcks⸗Verkauf. Zum bffentlichen Verkauf des hiesigen Drachenschen Muͤhlengrundstuͤcks an einem massiven Wohnhause mit Hofraum und Wirthschafts⸗Gebaͤuden, einer Mahlmuͤhle mit 6 Gaͤngen, einer Oelmuͤhle, einer Walkmuͤhle, einer Schneidemuͤhle und einer Lohmuͤhle, 5 Morgen Acker, einem Muͤhlwerder am Dudeldey, einem Wiesenfleck vor der aͤußersten Bruͤcke und ei⸗ nem Gemuͤse⸗, Baum⸗ und Grasgarten, welches laut Pacht⸗Kontrakt vom 8. October 1818 fuͤr 3000 Thlr. in Golde jaͤhrlichen Pachtzins verpachtet gewesen und zu 48,284 Thlr. in Preuß. Courant taxirt ist, steht der einzige und entscheidende, hier zu Rath⸗ bause abzuhaltende Bietungs⸗Termin auf den Frei⸗ tag, den 15. Mai d. J. an. Die sonstigen Ver haͤltnisse und Verkaufs Bedingungen sind im Termine und auf besonderes Verlangen auch fruͤher einzusehen.
5 Im Schauspielhause: Trauerspiel in 5 Abth., von F. Grillparzer. (Mad. Crelinger: Dlle. B. Stich: Eucharis und Dlle. C. Stich: Me⸗ Herr Grua: Phaon.)
Sabine Heinefetter: Semiramis, als Gastrolle. Herr Hammermeister:
sschienen;
Schausptele. 28. Sar. 6. Pf.
Sappho,
Das Scho 5 Sgr.; der C Im Opernhause: Semiramis, llers. Musik von Rossini. (Dlle. Dlle. Lehmann:
Fütfghes8. E11“
E11“ 11““
Oroes.)
1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf.; auch 22 Sgr. 6 Pf⸗ 8 „ Zu Wasser:
en.
Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 23. Maͤrz 1835.
e: Weizen 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf.; kleine ge
Sonnabend, den 21. Maͤrz 1835.
entner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Ssr.
Redacteur Cottel. EW6 8
4*8 52 12 “
Gedruckt bei A. W. Hayn.
—
11I
2.5
1
Literarische Anzeigen.
Fuͤr Gelehrtenschulen sind folgende Werke in den letzten Jahren in der J. C. Hinrichsschen Buch⸗ handlung in Leipzig erschienen und zu beziehen in Berlin durch die Plahnsche Buchhandlung (Faͤger⸗ straße Nr. 37), so wie durch die Enslinsche Buch⸗ handlung und E. S. Mittler:
Atlas, neuer, der ganzen Erde für Gymnasien etc. Dreizehnrte Auflage in 24 Charten, grölsten- theils neu entworfen von Dr. F. W., Streit, geslochen von H. Leutemann, nebst 7 histor. statist. Uebersichten. gr. Fol. 1834. 4 ¼ Thle.
Fiedler, Dr. Fz., Geschichte des roͤm. Staates und Volkes f. d. obern Klassen in Gelehrtensch. dargest. Zweite verm. Aufl. gr. 8vo. (25 ½ B.)
1832. 13 Thlr.
Flügel, Pr. I. G., compl. English and German Phraseology. gr. Svo. geh. 1832. 1 ½ Thlr.
Forbiger, Dp. A., Aufgaben zur Bildung des latein. Styls fuͤr mittlere Klassen in Gymna⸗
sien mit steter Hinweis. auf Zumpt und Rams⸗
horn ꝛc. Zweite verm. Aufl. gr. 8vo. 1834.
(16 B.) 2* Thlr.
Hoflmann, Carl Joh., grammatikal. lateinisches Lesebuch mit fortlaufender Beziehung auf die latein. Schulgrammatik von 0. Schulz (u. a.) Ir Curs gr. 8vo. (10 B.) 1835. ½ Thlr.
dessen 2r Curs. mit fortlaufenden Bezieh. auf Schulz, Zumpt, Ramshorn., unter der Presse.
— — die Wissenschaft der Metrik. Anhang 1. Die antike Rythmik und Musik in ihrem Ver⸗ haͤltnisse zur Metrik. II. Regeln zum deutschen Versbau. gr. 8vo. 1835. (12 B.) 3 Thlr.
Hoffmann, Pr. S. F. W., die Alterthumswissen- schaft. Ein Lehr- und Handbuch für Studirende etc. 4te Lieferung mit Register u. lé Kupfer- tafeln. Lex. Svo. (circa 68 B.) 1835. geh. 5 Phlr.
Politz, K. H. L., gedraͤngte Darstellung d. allgem. Geschichte f. hoͤhere Lehr⸗Anstalten. Siebente
Aufl. gr. 8vo. (36 ½ B.) 1834. 1 Thlr.
Rauschnick, Dr. G. P, Handbuch der klassischen, germanischen und der damit verwandten Mytho⸗ logien. Fuͤr hoͤhere Lehr⸗Anstalten, Kuͤnstler ꝛc. gr. 8vo. (33 ½ B.) 1832. 2 ½ Thlr.
Stein's u. Ferd. Hbrschelmann's Abriß der gesammten Erdkunde fuͤr Gymnasien. Nach den neuern Ansichten umgearbeitet. Neunzehnte Aufl. gr. 850. 1833. (281 B.) * Thir.
Syrus Pauhl. Sinnsprüche und des G. Fabricius Sammlung ähnl. Stellen griech. u. röm. Dichter. kat. u. Teutsch mit Register. 2e verb. Auflage. S8vo. 1834. (8 ½ B.) r Thlr.
4 . „ 2, 4
Stuhrschen, Schloͤßplatz Nr. 2, zu haben: Der Komet ist dal
oder unumstoͤßlicher Beweis, daß der Halleysche Ko⸗ met zwischen Mond und Erde schwebend, schon seit zwei Jahren der Erde sehr nahe, alltaͤglich sichtbar ist. Herausgegeben von F. v. Brandenburg. „Ver⸗ kuͤnder einer besseren Temperatur und Herausgeber eines neuen Weltsystems ꝛc.“ gr. 8vo. geh. 5 sgr. Der Herr Verfasser macht ein geehrtes Publikum darauf aufmerksam, daß die parabolisch⸗schmalen Strei⸗ fen am Horizonte, welche das wirkliche und nahe Dasein des seseczien Halleyschen Kometen verra⸗ then, alltaͤglich sichtbar sind, der Rand des Kometen aber selbst als ein schmaler Glasrand aussehend, des Nachts nur sichtbar ist.
veammk mein
Bei E. S. Mittler in Berlin ist so eben er⸗
Die Tragoͤdien des Sophokles. Uebersetzt von W R. Griepenkerl. Erster Theil: Koͤnig Oedipus.
Svo. broch. Preis 15 sgr.
In der Chr. Fr. Muͤllerschen Hofbuchhandlung in Carlsruhe erschien so eben folgendes hoͤchst wich tige Werk, welches in allen soliden Buchhandlungen
Zesnsg bei Dessau, den 6. Maͤrz 1835. B ürgermei st e rund Rath.
2 mE
Preußischen Staaten.
vSe „ AES. Bei Carl Drobisch in Leipzig ist neu erschienen
und durch alle Buchhandlungen, in Berlin in der Preis 1 Thlr
meiner Anzeiger fuͤr die
Der Deutsche Zoll-Verein, sein System und seine Zukunft von Dr. C. F. Rebenius, Großherzoglich Badischen Staatsrath, Dirrector’ Ministeriums des Innern, Vorstand der Gesche bungs⸗Commission und Curator der Universitaͤt he. delberg, Commandeur des Großh. Bad. Zahriag Loͤwen⸗ und des Großh. Hessischen Ludwigsorden gr. SV9. 2 Thlr.
Bereits erschienen sind von demselben Verfasen Denkschrift fuͤr den Beitritt Badens zu deutschen Zollverein. gr. 8vo. 20 sgr. Ueber technische Lehranstalten im Zusamma
hange mit dem gesammten Unterrichtswesen u mit besonderer Ruͤcksicht auf die polytechnist Schule zu Karlsruhe. Mit Ansicht der Hau fagade der polytechnischen Schule in Karlacu S8vo. 1 Thlr. 18 This day is published⸗ The London Catalogue of Boobs, with their Suàn Prices and Publishers, down to December † roy. 8vo. Cloth boards. n. 6 Thlr. 20, Linden. A. Asher. Mrs. Somerville on the Connexion of the phü cal Sciences. 2d. Edition, considerably impean and enlarged. 8vo. plater. 3 Thlr. 20 sgr. Mit Ablauf d. J. 1834 ist die letzte Abthe lung von
Stieler’'s Hand-Atlas
über alle Theile der Erde und über t Weltgebäude,
neue Ausgabe in 63 Karten, von einem (10 —
gen in gr. 40) starken Bericht begleitet, abzes
fert woöorden. Vollständige Exemplare dieges; gezeichneten Werkes sind fortdauernd zu demt serst billigen Subscr.-Preise von 12 ½ Thlr. ünf
S. Schropp & Comp. in Berlin zu beziehen, so sf Stielers Karte von Deutschland, den N-
derlanden, Belgien und der Sch wein XXV Bl. Subscriptions-Preis 9 ½ Thlr. Die an dieser Karte noch fehlenden 5 Seciiccoe erscheinen in den nächsten Monaten.
kl. Atlas der deutschen Bunda staaten für Schulen und zum häuslichenb brauch. Iste Abtheil. Preussischer S8uu¹ und Anhalt. 9 ill. Karten. Preis ¾ Thle,
Dieser Atlas wird aus 30 Karten bestehen.]
2ie Abtheilung erscheint in Kurzem.
— — Schul-Atlas über alle Theile derl- und über das Weltgebäude. 256 ill. Kiis Dreizehnte verb. Aufl. Preis 1 ½ Thlr. .
Schul-Atlas der alten Welt. Nach!
nert, Ukert, Reichard, Kruse, Wilhelm u
14 ill. Karten. Neunte 4
bpearbeitet.
Von Berghaus' Asia ist die 2te Lief. Assam mit seinen Nachbarlündern nebst ausfil chem Memoire; No. 16. Die chinesische Kis zu beiden Seiten des Meridians von Macao) auf geben worden. Subscriptions-Preis 5 Thlr.
ö Perthes in Gotbe
Oesterreichisch⸗militairische Zeitschrift 18 . Erstes Heft.
Dieses Heft ist so eben erschienen und an Buchhandlungen versendet worden: 1
Inhalt: I. Der Feldzug 1797 in Italien, In Oesterreich und Tyrol. Nach Oesterreichischen ¹ ginalquellen. Erster Abschnitt. II. Allgemeine Gim saͤtze der Befestigungskunst; dargestellt in Bezug die Erörrerung verschieden’r Befestigungs⸗Manjceh Mit einer Kupfertafel. III. Der Erbfolge⸗Krieg Spanien 1701 — 1713. Einleitung. 1V. Nimn Militair⸗Veraͤnderungen. V. Uebersicht des Inl saͤmmtlicher Jahrgaͤnge der Oesterreichischen⸗mill rischen Zeitschrift seit 1811. Erste Beilage. Not aus dem Gebiete der militatrischen Wissenschaftan Der Preis des Jahrganges 1835 ist wie der! fruͤhern Jahrgaͤnge acht Thaler Saͤchsisch. Wer ganze Reihe von 1811 —1834 auf ein Mal abhnim erhaͤlt dieselben um ½ wohlfeiler. Wien, den 20. Februar 1838.
zu erbalten ist, in Berlin bei F. D den Nr. 19:. I 8
uͤmmler, Lin⸗
Heubner/
* Buchbandler.
Zum erstenmale: Der Schmwe oder: Die Falschmuͤnzer, komische Oper in 3 Akten, nach Franz. des Secribe, von Dr. Petit. Musik von Auber.
Hafer 1 vng 8
f Weizen enasst, 1 Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Ng 22 und 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; Roggen 1 Rthle l Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 10 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 56 auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf; Hafer 25 Sgr., auch 22
25, 1
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Land⸗ und Stadtge⸗ iichts⸗Boten Alm zu Magdeburg das Allgemeine Ehrenzeichen su verleihen geruht. b
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Justiz⸗Kommissarius orn in Frankfurt a. d. O. zum Justiz⸗Kommissions⸗Rath zu ernennen geruht.
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Gumbinnen ist der bisherige Pfarrer in Nikolapken,
etupch zum Pfarrer in Loͤtzen berufen worden. ck Stroh 7 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf., auch 6 Rfe
Zeitungs⸗Nachrichte
I11“
8 Rußland. VLX“
St. Petersburg, 18. Maͤrz. Unsere Zeitungen enthal⸗ un folgenden Kaiserlichen Tages⸗Befehl an die Armeen:
„Mit tiefer Betruͤbniß empfingen Wir die Nachricht von dem Hinscheiden Seiner Majestàc des Kaisers Franz I., welches in Wien am 18. Februar (2. Maͤrz) erfolgte. — Innigste freundschaft verband diesen Monarchen mit Unserm vielgelieb⸗ n Bruder, dem in Gott ruhenden Kaiser Alexander, und auch Wir erhielten, waͤhrend Unserer ganzen Regerunz, stets die überzeugendsten Beweise von Seiner Zuneigung zu Uns und zu Unserm Reiche. — Da Wir das Gedaͤchtniß Seiner Kaiserli⸗ chen Majestaͤt unter Unsern Truppen auf immer zu erhalten, und den Ruhm Seines, durch Thaten, — die Er, in Verbin⸗ dung mit dem Kaiser Alexander I., zur Befre ung Europa's un⸗ nrnahm, und mit gemeinschaftlichen Kraͤften zum Wohl der be⸗
ldrängten Voͤ ker vollbrachte, — verherrlichten Namens unter
ihnen zu verewigen wuͤnschen, so befehlen Wir: 1) Das Gre⸗ nadier⸗ Regiement des Kaisers von Oesterreich soll von nun an „Grenadier, Regiment des Kaisers Franz I“ genannt werden, und diesen Namen auf immer fuͤhren. 2) Dieses Regiment soll auf 5 Wochen fuͤr den in Gott ruhenden Kaiser Franz Trauer anlegen, und waͤhrend dieser Zeit die Fahnen⸗Quasten mit Flor umhaͤngen. St. Petersburg, am 28. Februar (12. Maͤrz) 1835. Nikolaus.“
Se. Majestäaͤt der Koiser haben befohlen, daß in den Kreis⸗ Schulen des Koͤnigreichs Polen nur solche Individuen fuͤr faͤhig und wuͤrdig erklaͤrt werden sollen, Stellen als Lehrer der Russi⸗ schen Sprache zu bekleiden, welche daruͤber von einer Russischen Universitäͤt, nachdem sie sich der festgesetzten Pruͤfung unterwor⸗ sen haben, ein Attestat erhalten.
Dem Artillerie⸗Stabs⸗Capitain Fuͤrsten Nikolaj Scha⸗ chowskoj und dem Stabs⸗Capitain vom Leibgarde⸗Jaͤger⸗Reg. Ignatjew wurde fuͤr den vom Edelmann Beseke im J. 1829 erfundenen und ihnen abgetretenen Apparat „zur Gewinnung von geistiger Fluͤssigkeit aus Dauben von Faͤssern, in welchen fruͤher Branntwein oder Weingeist enthalten war“, ein aus⸗ schließliches Privilegium auf 10 Jahre ertheilt.
Dem Kaufmann Wulf Rosing in Wälna ist ein Privilegium zur Errichtung von Dampfschiffen auf dem Dnjepr und der Be⸗
resina sammt den in erstern sich ergießenden Fluͤssen, zur Bugsi⸗ rung von Fahrzeugen und zum Transport von allen Arten Pro⸗ viant, Salz⸗ und andern Ladungen, sowohl fuͤr die Krone, als für Privat⸗Personen, auf die Dauer von 10 Jahren ertheilt worden.
Riga, 19. Mäͤrz. Unser Strom hat sich bei ziemlich nie⸗ drigem Wasser fast ganz von seiner Eisdecke befreit, wiewohl noch von oben her und aus den kleinen Fluͤssen mancher Nach⸗ schub von Eisschollen zu erwarten seyn mag. Zu einer bedeu⸗ tenden Hoͤhe kann das Wasser dabei indeß schwerlich steigen, da Muͤndung und Rhede frei sind, und auch in Kurland, wenig⸗ stens im Flußgebiet der Duͤna, die Waͤlder wenig Schnee haben. Unsere Wiesen werden also nicht bewaͤssert werden. Das ließe sich verschmerzen; aber auch unsere Barken⸗ oder Strusenfahrt wird wahrscheinlich eben so beschwerlich und muͤhsam seyn, als im vorigen Jahre. Im Handel scheint es noch sehr stille.
Zu Dorpat zahlt in diesem Jahre fuͤr jedes maͤnnliche Individuum seiner Familie der zuͤnftige Buͤrger 20 R. 50 K., der simple Buͤrger 18 R. 58 K., der steuer⸗ und rekrutenpflich⸗ tige Arbeiter 16 R. 90 K., der bloß steuerpflichtige Arbeiter 15 R. 56 K. Kopfsteuer. Der Zahlungs⸗Termin ist bis zum 1. April bestimmt.
Der Bau einer Chaussée zwischen Riga und Mitau wird, affentlichem Vernehmen nach, in wenig Wochen anfangen. Die F Heerstraße wird dabei eine geradere Richtung erhalten, als
e alte hat.
Odessa, 6. Maͤrz. Mit dem Suͤd⸗Winde, welcher sich
gestern Morgen in einen Nordwest⸗Wind mit Schneegestoͤber
verwandelte, sind zwei Russische, zwei beladene Hollaͤndische und
drei Englische Schiffe angekommen, die uns indeß nichts Neues uͤber den Zustand der Dinge im Orient gebracht haben. Das schlechte Wetter hat unsere Temperatur, die bestaͤndig uͤber Null Fennae betraͤchtlich veraͤndert, und der Schnee schmilzt, so wie t. Am 26. Februar wurde die Kirche zum Erzengel Michael eingeweiht. Se. Excellenz der General⸗Gouverneur, Graf oronzow, so wie der Gouverneur der Stadt, die Kuratoren der Kirche, und mehrere angesehene Personen wohnten der Ce⸗ remonie bei, auch hatte sich eine große Anzahl von Einwohnern eingefunden. Die Kirche ist, nach dem Plane des Architekten orricellt, am Ende der Basar⸗Straße, auf der Ebene, welche die Stadt von der Quarantaine scheidet, erbaut, und zeichnet ch durch die Leichtigkeit und Schoͤnheit ihrer Architektur aus.
Da die Fagade zu beiden Seiten mit einer halbkreisfoͤrmigen Ko⸗
Berlin, Donnerstag den 26sten Maͤr
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lonade geschmuͤckt wird, so erhaͤlt sie dadurch eine gewisse Aehn⸗ lichkeit mit der Kasanischen Kathedrale in St. Petersburg. Das Innere ist hoͤchst geschmackvoll; das Allerheiligste zeichnet sich durch schoͤne, in einem Halbkreis aufgestellte Saͤulen von kuͤnst⸗ lichem Marmor aus, die eine Kuppel tragen, welche mit ver⸗ schieden gefaͤrbten Glasscheiben bedeckt werden soll. Auch die hohe innere Rotunde ist mit Saͤulen umgeben, welche eine leichte, doppelte Kuppe
“ 85 rankreich. 6 Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 16. März. (Nachtrag.) Da der Herzog von Broglie, in seiner Eigen⸗ schaft als Praͤsident des Minister⸗Raths, in dieser Sitzung zum erstenmale das Wort ergriff, um namentlich uͤber die letzte Ka⸗ binets⸗Krise Auskunft zu geben, so moͤchte es nicht uninteressant seyn, auf dessen Vortrag (wovon bereits in der Nr. 82. d. St. Ztg. ein Auszug gegeben worden) hier noch einmal Sec. „Man hat dem jetzigen Ministerium prophezest“, sagte er, „daß
es sich nicht werde halten koͤnnen, da die Krise noch keinesweges beendigt sey, und man hat fuͤr diese Ansicht zwei Gruͤnde geltend gemacht, einmal: daß es in dem vorigen Kabinette Keime innern Zwiespalts gegeben, die auch noch in dem neuen bestaͤnden, und zweitens, daß das jetzige Ministerium nicht die wahrhafte Majori⸗ taͤt der Kammer fuͤr sich habe, die eine gaͤnzliche Veraͤnderung des Systems der Regierung und, als Zeichen einer solchen, die Be⸗ willigung einer allgemeinen Amnestie verlange. Ueber diese beiden Punkte beabsichtige ich, der Kammer, mit ihrer Erlaubniß, einige Bemerkungen mitzutheilen. Was zunäͤchst die Zwistigkeiten betrifft, die man dem vorigen Kabinette beimißt, so frage ich, worauf sich eine solche Behauptung gruͤndet? Schon seit drei Jahren kennen Sie das politische Leben der Maͤnner, die dieses Kabinet bildeten, und man nenne mir einen einzigen Fall, wo sie sich gegenseitig ver⸗ lassen haͤtten. Gleichwie sie zusammen eingetreten, also haben sie auch waͤhrend der letzten Krise erklaͤrt, daß sie zusammen ausschei⸗ den wollten. Nichts also in dem politischen Leben jener Maͤnner berechtigt zu der Voraussetzung, daß sie sich gegenseitig an⸗ gefeindet haͤtten. Dagegen wendet man ein, daß der Mensch immer Mensch bleibe, und daß jene Minister bei all' ihrem Talente, all' ihrer Eloquenz und Gewandtheit in den Geschaͤften, von Ehrgeiz und Eifersuͤchteleien so wenig frei seyen, wie jeder Andere. Sieht man denn aber nicht ein, daß ein aͤhnlicher Vorwurf auch jedes an⸗ dere Kavinet treffen wuͤrde? Niemand ist mehr bei der Einigkeit und dem guten Vernehmen zwischen den jetzigen Mitgliedern des Ministeriums interessirt, wie ich; Niemand vermag die Moͤglichkeit, dieses Einverstaͤndniß aufrecht zu halten, besser zu beurtheilen, wie ich, da ich schon einmal die Ehre hatte, dem Kabinet des 11. Okto⸗ ber anzugehoͤren, und mit den Mitgliedern desselden 2 Jahre lang durch die Bande der innigsten Freundschaft verbunden gewesen bin. Ich wage es aber dreist, zu erklaͤren, daß ich in dieser Beziehung ganz ruhig bin, und daß, wenn sonst nichts die Dauer des Kabinets bedroht, als innere Zerwuͤrfnisse, es sich sicherlich halten wird. — Ich komme jetzt auf jene zweite Behauptung, wonach es im Schoße dieser Kammer eine Mazjoritaͤt geben soll, die eine vollstaͤndige Aenderung des Systems der Regierung und, als Zeichen einer solchen, eine unbedingte Am⸗ nestie verlangt. Nicht, daß man die politischen Verurtheilten als mit Unrecht condemnirt betrachtete, nicht, daß man die politischen Angeklagten fuͤr unschuldig hielte, nicht, daß man in der bean⸗ tragten Maßregel ein Mittel zur Versoͤhnung zwischen der Regie⸗ rung und den Verurtheilten oder Angeklagten erblickte; — die Am⸗ nestie soll Mittel zu einem ganz anderen Zwecke seyn, sie soll den Uebergang von einem Systeme des Widerstandes zu einem Systeme der Zugestaͤndnisse bilden. Wer nun aber behauptet, daß dies die Ansicht der Majoritaͤt dieser Kammer sey, der hat dlt,shi Ver⸗ gangenheit wider sich. Das System, das wir befolgen, ist dasjenige, das seit à Jahren in Frankreich die Oberhand behalten hat, und dem Sie selbst Ibren Sitz in dieser Versammlung verdanken. Es ist nicht das erste Mal, daß es hier angefochten wird; schon bei der Eroͤffnung der jetzigen Session war es der Gegenstand einer feierlichen Debatte, die drei Tage lang dauerte und zuletzt damit endigte, daß eine be⸗ traͤchtliche Majoritaͤt sich zu Gunsten jenes Systems erklaͤrte. Wohl weiß ich, daß diese Majoritaͤt als eine kuͤnstliche geschildert worden ist; man hat näaͤmlich behauptet, daß viele Mitglieder derselben sich durch Privat⸗Ruͤcksichten haͤtten leiten lassen; Aehnliches moͤchte sich indessen mit demselben Rechte von der Minoritaͤt sagen lassen; dem verurtheilten Klaͤger fehlt es nie an Gruͤnden, um zu beweisen, daß er seinen Prozeß haͤtte gewinnen muͤssen. Was mich dagegen betrifft, der ich ein unparteiischer Zuschaner jenes großen Kampfes war, so muß ich offenherzig bekennen, daß derselbe gerade eine entgegengesetzte Wirkung auf mich hervorgebracht hat; ich war damals der Meinung, daß es der Majoritaͤt ernstlich darum zu thun sey, der Politik der Regierung ihren Beistand zu leihen. Waàre meine Ueberzeugung in dieser Hin⸗ sicht aber auch minder fest gewesen, haͤtte sie dann nicht durch das, was wir in der letzteren Zeit erlebt, mäch ic beatage werden muͤs⸗ sen? Drei Wochen lang hat durch eine he lghng besonderer Umstaͤnde die Kabinets⸗Thuͤr allen einsichtsvollen Maäͤnnern offen gestanden, und es hat also der Meinung, die ich bekaͤmpfe, und zu welcher sich, wie man behauptet, die Majoritaͤt bekennt, gewiß nicht an Gelegenheit gefehlt, sich geltend zu machen, vorzuͤglich wenn man den Thatsachen Glauben schenken darf, welche in der letzten Sitzung von dieser Rednerbuͤhne berab verkuͤndigt worden sind. Man hat Ihnen gesagt, Haß ein beruͤhmter Marschall, auf den das Vertrauen des Koͤnigs gefallen war, die Aufforderung erhalten hatte, ein Ministerium auf den Grundsatz der Am⸗ nestie zu bilden, d. h. auf den Grundsatz einer Veraͤnderung des politischen Systems; denn, man taͤusche sich daruͤber nicht, Amnestie und Veraͤnderung des politischen Systems ist hier eins und dasselbe. (Sensation.) Man hat Ihnen ferner gesagt, daß ein anderer be⸗ rüͤhmter General, der die Amnestie an den Ruhm seines Namens eknuͤpft hatte, ebenfalls zum Koͤnige berufen worden sey. Ich nehme giese Thatsachen, ohne ihnen zu widersprechen, ohne sie zu eroͤrtern, wie sie mir dargeboten werden. Wohlan! wenn diese Thatsachen wahr sind, wenn die Meinung, von der ich spreche, von so beruͤhm⸗ ten Personen repraͤsentirt worden ist, von Maͤnnern, die in den po⸗ litischen Versammlungen und in der oͤffentlichen Achtung so boch stehen, daß alle Staatsmaͤnner, die jene Meinung theilen, es sich zum Ruhme angerechnet haben wuͤrden, sich um sie zu sammeln, woher kommt es denn, daß jene Meinung sich nicht des Ruders he⸗ maͤchtigt hat? (Bewegung.) Ich finde nur einen Grund dafuͤr, daß man naͤmlich, als man die Dinge in der Naͤhe betrachtete, ge⸗ funden haben wird, daß jene Meinung nicht die Majoritaͤt in der Kammer hat, und daß sie an der wirklichen Majoritaͤt dieser Kam⸗ her gesche seyn wuͤrde. (Beifall im Centrum. Zeichen des Zwei⸗ fels
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n den Reihen der Opposition.) Meines Erachtens also, m. H.,
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ist der Versuch gemacht worden, und zwar auf e verschiedene Ar⸗ ten, und immer mit denselben Resultaten. Es liegt mir daran, dies der Kammer auseinander zu setzen, weil es meiner Handlungsweise zur Richtschnur gedient hat. Als, nach dreiwoͤchentlichen Versuchen, der Koöͤnig mich zu fragen geruhte, ob ich darein willigen wuͤrde, mich meinen fruͤheren Kollegen anzuschließen, wuͤnschte er ausdruͤck⸗ lich von mir zu erfahren, ob ich das System, welches sie seit vier Jahren nen ten, mit ihnen zu vertheidigen Willens sey; er fragte mich ausdruͤcklich, ob ich glaubte, daß dieses System die Majoritaͤt in der Kammer habe? Meiner Ueberzeugung nach mußte ich auf diese Fragen bejahend antworten. Niemand ist mehr als ich von der Gefahr der Verantwortlichkeit uͤberzeugt, welche ich uͤbernommen habe; Niemand ist mehr als ich uͤberzeugt, daß sich um eine solche Verantwortlichkeit bewerben, die Vorsehung versuchen heißen wüͤrde; aber ich glaube auch, daß ein Staatsmann, dem diese Verantwortlichkeit von selbst und ohne eine Bemuͤhung von seiner Seite entgegenkoͤmmt, nicht das Recht hat, sie zu verweigern, daß er es sich, seinen Freunden, seiner Sache schuldig ist, sie anzunehmen, wenn er es mit Ehren und mit eini⸗ ger vernünftigen Aussicht auf Erfolg thun kann. Ich habe ge⸗ glaubt, daß eine solche Aussicht auf Erfolg vorhanden sey, daß die Majoritaͤt der motivirten Tagesordnung noch immer in der Kammer bestehe, daß sie dem Systeme, welches wir vertheidigen, und den Vertheidigern selbst gesichert sey; ich habe geglaubt, daß, wenn ich, als dieser Kammer persoͤnlich fremd, eine weniger guͤn⸗ stige Aufnahme als meine Kollegen finden sollte, dies ein Un⸗ g1ac sey, welches ich zu bekaͤmpfen versuchen duͤrfe. Ich habe geglaubt, daß, wenn ich mich an diese neue Kammer wen⸗ dete, welche frei von jeder Verbindlichkeit, unabhaͤngig und eifersuͤchtig darauf ist, ihre Rechte eben sowohl als die der Krone aufrecht zu halten, daß, wenn ich versuchte, ihr Wohlwollen zu erlangen, ich dasselbe wirklich verdienen und bewahren koͤnnte. Wenn ich mich getaͤuscht habe, so werde ich es nicht bedauern, den Versuch gemacht zu haben. Das Ministerium, dessen Oberhaupt ich zu seyn die Ehre habe, befindet sich meines Erachtens in der wuͤn⸗ schenswerthesten Lage. Wenn die Majoritaͤt es annimmt und un⸗ terstuͤtzt, wie ich hoffe, so wird es alle Bedingungen einer parlamen⸗ tarischen Regierung erfuͤllen. Wenn es unterliegt, so wird es mit Ehren unterliegen, indem es seine Grundsaͤtze, seine Freunde ver⸗ theidigt; es faͤllt, umgeben von einer Achtung gebietenden, kompak⸗ ten Minoritaͤt, und an der Majoritäaͤt, welche an ihre Stelle traͤte, waͤre es dann, zu sehen, ob sie dieselben Elemente von Uebereinstim⸗ mung und dieselbe Aussicht auf Dauer in sich truͤge. (Beifall.) Meine Herren, die Session ist schon, was die Zeit betrifft, sehr vorgeruͤckt, aber noch nicht, was die Geschaͤfte betrifft. Es werden sich binnen kurzem mehrere politische Vota darbieten; mehrere Pruͤfungen von unserer Seite zu bestehen seyn. Wenn in⸗ deß unsere Gegner wuͤnschen sollten, daß wir gleich jetzt auf die Probe gestellt wuͤrden, so moͤgen sie es thun; wir fordern sie nicht geradezu beraus, aber wir weisen auch eine Herausforderung nicht zurüͤck. Die Maͤnner, welche Sie bei Eroͤffnung dieser Session um Ibren Beistand, und nicht vergebens, ersucht haben, werden nie⸗ mals gegen Ihre Entscheidungen protestiren; und was mich betrifft, meine Herren, obgleich man mich beschuldigt hat, daß ich wenig Achtung fuͤr die partamentarischen Majoritaͤten haͤtte, so kann ich mich doch auf mein ganzes vergangenes Leben und auf Erinnerun⸗ gen berufen, welche noch nicht aus allen Gemuͤthern verwischt sind; sch habe niemals Jemanden das Recht gegeben, an meiner Ehrfurcht vor dem Haupt⸗Grundsatze der Regierung zu zweifeln, unter der wir das Gluͤck haben zu leben.“
Paris, 18. Maärz. Gestern Mittag ertheilte der Koͤnig dem Tuͤrkischen Botschafter und seinen Secretairen eine Audienz.
Ein Oppositions⸗Journal enthaͤlt Folgendes: „Die ministeriellen Blaͤtter glauben ohne Zweifel dadurch, daß sie recht oft wiederholen, der Schluß der vorgestrigen Sitzung sey ein Triumph fuͤr das Kabinet gewesen, aller Welt dieselbe Meinung beizubringen; denn taͤglich kommen sie mit vermehrter Selbst⸗ zufriedenheit auf diesen Gegenstand zuruͤck. Das Journal des Débats geht sogar so weit, zu sagen, daß es keinen wahrhaf⸗ teren Triumph der Politik der Minister kenne, als den Erfolg der Rede des Herzogs von Broglie. Die Deputirten⸗ Kammer hat in der That den Doctrinairs dadurch ein sehr gro⸗ ßes Vertrauen bewiesen, daß sie am Sonnabend, trotz dem Wunsche der Minister, die Interpellationen auf Montag fort⸗ setzte, und andererseits hat die Doctrine bewiesen, wie sehr sie auf die parlamentarische Majoritaͤt rechne, da sie es nicht wagte, die Taktik vom Monat Dezember zu erneuern und eine moti⸗ virte Tages⸗Ordnung zu verlangen. Wenn die Minister wirk⸗ lich mit der Kammer zufrieden sind, so muß man gestehen, daß sie leicht zu befriedigen sind.“
Im Constitutionnel liest man: „Es heißt, der Mini⸗ ster des Innern habe Befehl ertheilt, daß alle politischen Ge⸗ fangenen, die sich in Folge der April⸗Unruhen in den verschie⸗ denen Gefaͤngnissen des Koͤnigreiches befinden, unverzuͤglich nach Paris gesandt werden. So ist also entschieden von keiner Am⸗ nestie mehr die Rede; das Ministerium will durchaus den Pro⸗ zeß, und ladet alle Folgen desselben, auch sogar die der Unmoͤg⸗ lichkeit, auf sich.“
Die Gazette de France enthaͤlt folgende kurze Betrach⸗ tungen: „Noch zu keiner Zeit ist die Macht der Grundsaͤtze deutlicher hervorgetreten, als eben jetzt, denn noch zu keiner Zeit hat es sich wie jetzt gezeigt, daß der Mensch ohne sie nichts ver⸗ mag. Gewiß fehlt es dem Marschall Maison, dem Herzog von Broglie, Herrn Guizot und dem gesammten gegenwaͤrtigen Ka⸗ binet nicht an Ehrenglanz, nicht an Rechtlichkeit, nicht an Ta⸗ lent, nicht an Geist. Was fehlt ihnen denn sonst? Frankreich mag auf diese Frage antworten. Als das Roͤmische Reich un⸗ terging, hatte es einen Titus, einen Marc⸗Aurel, einen Tacitus, einen Trajan. Als Griechenland erlosch, hatte es einen De⸗ mosthenes und Philopoemen. Als die Roͤmische Republik zu Ende ging, gab es einen Cato, Brutus, Cicero, Pompejus und Caͤsar. Ein Weib und ein Kind im 13ten und 17ten Jahrhun⸗ dert, Blanca von Castilien und der heilige Ludwigz, Anna von Oesterreich und Ludwig XIV. waren, weil sie einen Grundsatz repraͤsentirten, hinreichend, um Frankreich der Anarchie zu entreißen, und es auf die hoͤchste Stuse des Ruhmes zu erheben. Man gebe uns einen Grundsatz, waͤre es auch nur mit einem Kinde, und Frankreich, das sich jetzt im Leeren bewegt, wird der Hebel werden, welcher der moralischen Welt wieder aufhilft.“
Der bekannte hiesige Baumeister, Herr Lasnier, hat mit den
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