1835 / 90 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nicht eher dem Antrage beitreten, bevor es sich nicht davon

uͤberzeugt habe, daß die Regierung dem Gesetze in Irland durch Be⸗ werkstelligung der Beitreibung des Zehnten sein Recht verschafft habe. Nun frage ich aber die jetzige Regierung, ob sie im Stande gewesen ist, das Ansehen des Gesebzes in Irland zu behaupten und die Zehnten beizutreiben? Der Umstand, daß die Minister jetzt die Resoluttonen vorschlagen, beweist das Gegentheil. Bei derselben oben erwaͤhnten Gelegenheit erklaͤrte außerdem ein ministerielles Mitglied (Herr Shaw, Rekorder von Dublin), so lange nicht das Ansehen des Gesetzes durch Eintreibung der Zehnten bergestellt sey, koͤnnten die Grund⸗Eigenthuͤmer nicht gerechter Weise mit der Uebernahme der Zehnten⸗Zahlungen belastet werden. Jetzt aber unterstuͤtzt dieses Mitglied die vorliegende Maßregel, obgleich es fruͤber eine andere bekaͤmpfte, welche mit der gegenwaͤrtigen auf gleichen Grundsaͤtzen beruht. Er und seine Partei verwarfen also fruͤher eine Maßregel, welche das Irlaͤndische Volk zufriedengestellt haben wuͤrde, und jetzt treten sie auf und verlangen 1 Million von der Nation, um die durch jene Verwerfung hervorgebrachten Nach⸗ theile wieder gut zu machen. Es heißt, den gesunden Menschenver⸗ stand des Frlindischen Volkes beleidigen, wenn man es auffordert,

einer solchen Regierung Vertrauen zu schenken. (Wisderholter Ruf: Zur Ordnung!) Die Minister haben die Zehnten⸗Bill der vorigen.

Verwaltung eben so adoptirt, wie deren Maßregel zu Gunsten der Trauungen der Dissenters, und suchen sie nun fuͤr ihr eigenes Werk auszugeben.

Haos ego versiculos feci, tulit alter honores! Sic vos non vobis nidinjcntis aves! (Großes Gelaͤchter und Ruf: Zur Ordnung!) Herr Shaw erhob sich, um die ihm gemachten Vorwuͤrfe sener,eeifen, und versicherte, daß er durch seine Uebersiede⸗ ung von den Oppositionsbaͤnken auf die Ministerbaͤnke nicht das Geringste gewonnen habe; uͤberdies seyen seine Ansichten in Be⸗ zug auf den vorliegenden Gegenstand ganz dieselben, wie im vo⸗ rigen Jahre, und er koͤnne sich die gegen ihn erhobenen Beschul⸗ digungen nur dadurch erklaͤren, daß Herr Barron die erste der heiden von der vorigen Verwaltung eingebrachten Irlaͤndischen Zehnten, Bills, die des Lord Stanley, mit der zweiten durch Herrn Littleton beantragten, die auf ganz anderen Prinzipien beruht habe, als die erste, verwechsele. Sir H. Hardinge suchte eben⸗ folls das jetzige Ministerium gegen die ihm von Herrn Barron gemachten Vorwuͤrfe der Pflichtvergessenheit und Inkonsequenz (s. die Parlaments⸗Verhandlungen im gestrigen Blatte der St. Z.) zu vertheidigen; er konnte aber vor Laͤrm fast nicht zu Werte kommen, und es herrschte eine Zeit lang im Hause die groͤßte Verwirrung und Aufregung. Der Redner meinte, die Minister wuͤrden Unrecht thun, sich einer solchen Beschuldigung schweigend zu füͤgen, wenn sie auch Anklagen, die mit einem soschen Wortschwall dee groͤßten Unverschäaͤmtheit gegen sie vorgebracht worden seypen, wohl unbeachtet lassen koͤnnten. Unter dem fortdauernden Ruf! „Zur Ordnung!“ und unter wiederholten Aufforderungen an den Sprecher, sich ins Mittel zu legen, fuhr Sir H. Har⸗ dinge in seinen Erklaͤrvungen fort. Herr Barron entgegnete ihm, daß er seine Bemerkungen mit der tiefsten Verachtung auf⸗ nehme, und Loroò J. Russell machte ihn darauf aufmerkfam, daß es ich gar nicht um die Person, sondern um das politische Benehmen er Minister handle. Sir H. Hardinge ließ sich jedoch noch nicht beruhigen, sondern erkaͤrte, der den Ministern gemachte Vorwurf, daß sie nur aus gemeiner Habsucht handelten (eine gestern erwaͤhnte Aeußerung des Herrn Barron), syy voͤllig un⸗ begruͤndet und unwahr, und er weise diesen Angriff ebenfall mit Verachtung und Unwillen von sich und seinen Kollegen zu⸗ ruͤck. Da indeß Herr Barron dessenungeachtet dabei blieb, daß er von der Wahrheit seiner Aeußerungen uͤberzeugt sey, entstand ein großer Tumult auf den Ministerbaͤnken, so daß der Sprecher endlich seine Stimme erheben mußte:

„Bei der Wendung, welche die Debatte genommen hat“, sagte derselbe, „muß ich mir selbst Vorwuͤrfe machen, daß ich nicht eher dazwischen getreten bin und das ehrenwerthe Mitglied augenblicklich zur Ordnung gerufen habe, als es Ausdruͤcke gebrauchte, deren sich ein gesitteter Mann niemals bedienen solltte. (Hoͤrt, hoͤrt!) Ich fuͤrchtete jedoch, der Sache durch meine Einmischung eine groͤßere

VWichtigkeit zu gehen, als sie vielleicht verdiente. Aus den Folgen die daraus entstanden sind, ersehe ich aber, daß ich mich im Irrthum pefand, und ich fuͤhle mich daher jetzt um der Gerechtigkeit willen verpflichtet, zu erklaͤren, daß ein Mitglied, welches sagt, daß Je⸗ mand gemein oder aus gemeinen Beweggruͤnden gehandelt habe, sich eines Ausdrucks bedient, den es niemals gebrauchen darf; und jenes ehrenwerthe Mitglied sollte bedenken, daß es damit nicht nur das einzelne Mitglied, gegen welches es so ungeziemende Worte aͤu⸗ ßert, beleidigt, sondern auch einen schweren Verstoß gegen das Haus begeht. (Hoͤrt!) Ich muß dabher das ehrenwerthe Mitglied, wel⸗ ches diesen Verstoß begangen hat, auffordern, die beleidigenden Aus⸗ druͤcke eeeandäcr⸗ beren 8s sich bedient, und zugleich dem ause foͤrmlich Abbitte zu 4 688' Letzterem erklaͤrte sich Herr Barron sogleich bereit, fuͤgte aber hinzu, daß, wenn irgend ein Individuum fuͤr gut gefun⸗ den habe, das, was er gesagt, auf sich zu beziehen, er sich gegen ein solches nicht zu entschuldigen beabsichtige. Der Sprecher bewog ihn indeß doch zur Zuruͤcknahme seiner beleidigenden Aeu⸗ ßerungen, worauf sich Sir Henry Hardinge zufriedengestellt bezeigte. Nun aber erhob sich Oberst Evans und erkläͤrte sei⸗ nerseits, daß er, abgesehen von den beleidigenden Ausdruͤcken und den Persoͤnlichkeiten in den Aeußerungen des Herrn Barron, gaͤnzlich mit dem, was derselbe gesagt habe, uͤbereinstimme. Da er finde, daß auf der ministeriellen Seite des Hauses eine Art Cisenfresserei Platz gewinne, so halte er es fuͤr seine Pflicht, ausdruͤcklich zu erklaͤren, daß er das Benehmen der Mit⸗ glieder der Regierung Seiner Majestät unverantwortlich finde. Er bezog sich außerdem auf eine fruͤhere Debat⸗ te, in welcher Sir Henry Hardinge sich als Verfechter des Lord Londonderry aufgeworfen und erklärt hatte, daß er alle gegen denselben in Bezug auf seinen diplomatischen und persoͤn⸗ lichen Charakter vorgebrachte Anschuldigungen als eine persoͤnliche Beleidigung aufnehmen werde. Diese Erwaͤhnung fruͤherer De⸗ batten veranlaßte eine Diskussion uͤber die reglementarische An⸗ ordnung, welche solche Erwaͤhnungen verbietet, und diese ging wieder in einen persoͤnlichen Wortstreit zwischen Oberst Evans und Sir Henry Hardinge uͤber, wescher Letztere seine Ver⸗ tretung des Lord Londonderry vertheidigte. Sir E. Knatch⸗ bull machte darauf einen Versuch, die Diskussion zu dem eigent⸗ lichen Thema zuruͤckzufuͤhren, der aber verungluͤckte, da er in sei⸗ nem Eifer des großen Vertrauens erwaͤhnte, welches das Haus dem Ministerium zolle, und der noch festeren Stellung, welche es in dem Vertrauen des Landes einnehme. Der große Jubel, den diese Worte von Seiten des Ministeriums hervorriefen, fand auf den Baͤnken der Opposition ironischen Widerhall und regte außer anderen ministeriellen Rednern auch Sir Robert Peel an, noch einige Worte uͤber die ihm gemachten Vorwuͤrfe zu aͤußern. Den Vorwurf ungemessenen Ehrgeizes und niedriger Habsucht bei Seite lassend, suchte er zuvoͤrderst die Inkonsequenz in Be⸗ zug auf die vorliegende Maßregel, welche ihm Hr. Barron vor⸗ geworfen hatte, dadurch zu rechtfertigen, daß er sagte, er habe

im vorigen Jahre gegen die Bewilligung der Million Pfd. zu

Gunsten der Irlaͤndischen Geistlichkeit nur deshalb gestimmt,

weil er die

I4

8 8

waltung von Lord Stanley eingebrachten Bill

Wohl kann das vorige Ministerium zu dem jetzigen,

welches ihm auf diese Weise die ihm gebuͤhrende Ehre raubt, sagen: aͤndischen Zehnten einzubringen.

der Erfolg beweise die Richtigkeit seiner Ansicht; . er nur, daß die Ruͤckzahlung nicht erzwungen werde, um die Ru

in Irland zu erhalten. Nachdem er sich darauf, zur Widerle⸗ gung der ihm von dem Oberst Evans wegen Unzulaͤnglichkeit der Reform⸗Vorschlaͤge des Ministeriums gemachten Vor⸗ wuͤrfe, im Allgemeinen geaͤußert, ging er spezieller auf die vorliegende Maßregel ein. Er erinnerte dargn, daß er die von dem vorigen Ministerium vorgeschlagene Zehnten⸗Bill, durch welche eine Grundrente statt des Zehnten eingefuͤhrt werden sollte, unterseuͤtzt habe. Die Bill, welche er jetzt einbringe, behauptete er, gehe insofern noch weiter, als sie die Grundrente auf 75 pCt. des Zehnten⸗ Werths bestimme, waͤhrend sie nach der unter der vorigen Ver⸗ 77 ½ pCt. betragen haben wuͤrde. Er wies dann ebenfalls, wie vor ihm Hr. Shaw, darauf hin, daß waͤhrend der Diskussion fortwaͤhrend die erste Zehnten⸗Bill des Whig⸗Ministeriums mit der zweiten verwech⸗ selt worden sey, und bat am Schlusse seines Vortrags, daß, wenn man ihm noch ferner Inkonsequenz und Pflichtvergessen⸗ heit vorwerfen wolle, man sich doch darauf einrichten moͤge, dies bei den einzelnen von ihm eingebrachten Maßregeln nachzuwei⸗ sen, und die Anklage nicht immer so allgemein zu fassen. Die Debatte endete (wie schon gestern angezeigt) damit, daß Sir Henry Hardinge Erlaubniß erhielt, eine Bill in Betreff der Ir⸗

4

jetzt 1. e

London, 24. Maͤrz. Lord Cowley, der schon am Sonn⸗ abend nach Paris abgehen wollte, hatte gestern noch eine Un⸗ terr⸗dung mit dem Herzoge von Wellington. Auch Lord Stuart de Rothesay, der sich, dem Globe zufolge, an die Stelle des Lord Ponsonby als Gesandter nach Konstantinopel begeben soll, machte gestern dem Herzoge seine Aufwartung. Das genannte Blatt bezeichnet jetzt den Bruder des Grafen von Aberdeen, Sir Robert Gordon, als wahrscheinlichen Botschafter am Hofe von St. Petersburg. 1

Der Antrag, welchen Herr Ward in der gestrigen Sitzung des Unterhauses in Bezug auf die Verschiebung fernerer Geld⸗ bewilligungen im Subsidien⸗Ausschusse bis nach Entscheidung der Irlaͤndischen Kirchen⸗Frage machen wollte, ist, wie der Globe berichtet, in Folge eines in einer gestrigen Versammlung der Op⸗ positions⸗Mitglieder gefaßten Beschlusses bis nach dem 30. d. ausgesetzt worden, um keine entscheidende Abstimmung vor der Einbringung der Russellschen Motion zu veranlassen.

Man beabsichtigt jetzt, eine Eisenbahn von London nach Cambridge anzulegen, die mit einer anderen nach York fuͤhrenden Bahn in Verbindung gesetzt werden soll. Von dieser Maßregel verspricht man sich im Norden von England großen Gewinn.

Am 20sten d. M. wurde zu Dublig die erste direkt aus Canton in Irland eingefuͤhrte Thee⸗Ladung verkauft und brachte guten Gewinn. ““

Berichte aus Jamatka, die bis zur Mitte Februars reichen, schildern den Zustand dieser Insel als vollkommen ruhig. Eben so belobt ein Erlaß des Gouverneurs von Demerara vom 2ten v. M. den Gehorsam der Neger. Der Schluß desselben lautet folgendermaßen: „Es wuͤrde schwer seyn, in den Annalen der civilisirten Laͤnder Europa's staͤrkere Beweise fuͤr die den Gesetzen gezollte Achtung zu finden, als sie hier taͤglich von un— unterrichteten und ungebildeten Arveitern, die erst vor so kurzer Zeit aus den Fesseln der Sklaverei erloͤst worden sind, gegeben werden.“ Die Aerndte auf den Antillen war gut ausgefallen, und es hatte stark geregnet. Eine Depesche des Grafen von Aberdeen hatte den Marquis von Sligo als Gouverneur von Jamaika bestaͤtigt. In dieser Kolonte waren auch wieder 150 Europaͤische Auswanderer, meist Handwerker, eingetroffen.

Die durch das Paketvoot „Suby“ von Havre nach Amerika gebrachten Nachrichten waren dort, laut Privatbriefen aus New⸗

die Assekuranz⸗Compagnieen ihre gewoͤhnliche Thaͤtigkeit wieder begonnen und ihre Praͤmien fast ganz auf den fruͤheren Fuß ge⸗ stellt hatten. Auch die Actien der Assekuranz⸗Compagnieen hat⸗ ten beinahe wieder ihren fruͤheren Werth erreicht. Als aber oie Nachricht von der Zuruͤckberufung des Franzoͤsischen Gesandten am 20sten v. M. in New, York eintraf, fielen sie augenblicklich um 11 bis 12 pCt., und die Praͤmien auf alle Versicherungen nach Europa wurden verdoppelk. Es hatte sich gestern hier so⸗ gar schon das Geruͤcht von einer Kriezs⸗Erklaäͤrung der Verei⸗ nigten Staaten gegen Frankreich verkreitet, die Times erklaͤrt aber, daß, soviel sie habe ermitteln koͤnnen, der biesigen Regie⸗ rung davon nichts bekannt sey, und glaubt, daß sich Britische Schiffer durch Amerikanische Capitaine dies Maͤhrchen haͤtten aufbinden lassen, da Letztere sehr geneigt seyen, Andere anzu⸗ fuͤhren. 1 1 8 Aus Rio Janeiro sind Nachrichten bis zum 28. Januar hier eingegangen. Der Brasilianische Senat war zum 1. Mai einberufen, um kraft der im vorigen Jahre eingefuͤhrten neuen Verfassung des Kaiserreichs den kuͤnftigen einzigen Re⸗ genten zu waͤhlen. Man zweifelte nicht, daß die bisherigen Mitglieder der Regentschaft alle drei als Kandidaten fuͤr diesen Posten wuͤrden aufgestellt werden; doch rechnete man mit ziem⸗ licher Gewißheit auf die Erwaͤhlung des Herrn Manuel de Car⸗ valho aus Fernambuco. Die Commission, welche in Folge des mit Portugal abgeschlossenen Vertrages uͤber die Reclamationen der beiderseitigen Unterthanen entscheiden soll, hatte ihre Sitzun⸗ gen, die waͤhrend Dom Meguel's Regierung eingestellt waren, wieder begonnen. Es handelt sich dabei um eine Summe von 2000 Contos Reis. Die Breosilianischen Magistrats⸗Personen schienen an dem Erfolg ihrer Bemuͤhungen zur Unterdruͤckung des Sklavenhandels zu verzweifeln und sie ganz aufgeben zu wollen. In einem Schreiben aus Belize in Mittel⸗ Amerika vom 24sten Januar wird gemeldet: „Waͤhrend der Nacht vom 22sten hoͤrten wir hier ein wiederholtes Knallen, das einer Kanonade glich. Man vermuthete, es seyen Nothschuͤsse eines Schiffes, und es gingen daher sogleich mehrere Fahrzeuge in See, und von der Festung wurden 6 Signale abgefeuert, um anzuzeigen, daß sich Huͤlfe nahe. Gestern aber langte der Bri⸗ tische Kriegsschoner „Firefly“ von Truxillo hier an und brachte

die Nachricht mit, daß das Knallen durch den Ausbruch eines

Vulkans im Innern von Honduras, 60 Englische Meilen von Truxillo, verursacht worden sey. Das Deck des „Firefly“ war selbst in dieser Entfernung mit Asche bedeckt worden.“ —— London, 24. Maͤrz. Sie werden aus den Zeitun⸗ gen ersehen, daß die Minister bei dem ersten Votum uͤber ihre Vorschlaͤge in Bezug auf den Irlaͤndischen Zehnten eine Mehr⸗ heit von 15 Stimmen erhalten haben. Es ist hierbei nur zu verwundern, daß dieselbe nicht groͤßer war, indem die Maßregel in den Hauptzuͤgen dieselbe ist, welche die vorige Verwaltung vorgeschlagen, und zu welcher einst Lord Stanley seine vollo Bei⸗ stimmung gegeben. Die Whigs verdrießt es freilich, daß die Tories in dieser Weise eines ihrer Geisteskinder nach dem an⸗

Ruͤckzahlung derselben nicht fuͤr moͤglich gehalten;

dern sich bemaͤchtigen, sie mit einiger, allerdings zweckmaͤßigen

Pressen

York vom 25. Februar, fuͤr so friet lich gehalten worden, daß

mer der Generalstaaten wieder zum ersten Male versammelt.

b; nur das Vieh ward gerettet. Die schon brennende Kirche onnte nur mit der groͤßten Muͤhe erhalten werden. g Deutschland. nüt

Muͤnchen, 21. Maͤrz. Bayerischen Blaͤttern zufolge, hird Se. Majestaͤt der Koͤnig in diesem Jahre keine Reise nach ztalien machen.

Umgestaltung fuͤr ihre eigenen auegeben und sich die Ehre der Ausfuͤhrung, so wie dadurch auch eine groͤßere Wahrscheinlichkeit fuͤr die Dauer ihrer Amtsfuͤhrung erwerben. Daher denn auch die Wuth der Vorwuͤrfe, womit sie seit einigen Abenden auf die Tories einstuͤrmen, welche bei einigen Gelegenheiten zu eees .elhen zu 8 88” eh n, ahrscheinlich au no trotz aller emuͤhungen 8 8* G hanh keren 8 beiden Seiten, 82n fuͤhren werden. 8 Lehwald s „Panorama von Muͤnchen“, das in der Halber⸗ beleidigte Herr Hume den Premier⸗Minister, indem er dessen gerschen 1i be in Stuttgart erschienen, ist von Adoptirung derjenigen Ansichten und Maßtegeln, die er fruͤher er hiesigen läet konfis eot worden. bei seinen Gegnern verdammt hatte, ehrenwidrig nannte; Sir Karlsr . 25. Maͤrz. In der Karlsruher Zeitung Robert Peel fand sich dadurch veranlaßt, schriftlich eine Erklaä⸗ iest man: „Einige Schweizerblaͤtter haben als eine unzweifel⸗ rung von Herrn Hume zu verlangen, welche er auch so weit zu haste Thatsache ausgebreltot, daß ein junger Kuͤnstler aus der dessen Befriedigung gab, daß er alle persoͤnliche Anwendung Schweiz von der hiesigen Polizei aus dem Grunde ausgewiesen davon ausschied. Ja, der gestrige Abend ging beinahe gaͤnzlich worden, weil er ein Schweizer sey. Das Wahre an der Sache durch persoͤnliche Streitigkeiten verloren, wobei Sir Henry Har⸗ t⸗⸗ daß 1g der vorgedache⸗ junge Mann, der Sohn eines dinge eine uͤbermaͤßige Hitze blicken ließ, die ihm wieder, wie in geachteten Ge 82g. und Schriftstellers in Aarau, aus der hie⸗ der vorigen Session, einige harte Entgegnungen zuzog, besonders sigen Stadt, 1 ü. erhaupt in dem Großherzogthum ein Schwei⸗ vom Obersten Evans, der, ebenfalls ein Offizier wie Sir Henrny, zer, weil er 8 ist, ausgewiesen worden. seine politischen Gegner immer zu schonen weiß, und sich daher be⸗ Aus 8 W im fos8, unterm 23. Maͤrz rechtigt glaubte, jenem zu sagen, ein solches stuͤrmisches We⸗ gemeldet: as hiesige 5- rgerliche Ehren⸗Corps, welches unter sen und so haͤufige Drohungen seyen keine Beweise von der Regierung weiland Sr. Maj. Kaisers F Muth. Sir Robert Peel und selbst Sir Henry Harding, welche Beide schon seit mehreren Jahren den Umschwung ie Dinge erkannt und eingesehen hatten, daß Manches, was st

Franz I. gegruͤndet fruͤher laut verdammt und im Herzen wohl noch verdamme,

wurde, und durch vielfache Erinnerungen an diesen durch fuͤrst⸗ liche und buͤrgerliche Tugenden ausgezeichneten Regenten geknuͤpft fruͤher oder spaͤter vielleicht von ihnen selbst ausgefuͤhrt werdm muͤßte, waren in den letzten 3 bis 4 Jahren in ihrer Opposstion

ar, hatte auf heute einen feierlichen Trauergottesdienst fuͤr den verewigten Kaiser angeordnet. Seine Koͤnigl. Hoheit der Groß⸗ herzog haben das diesfallsige Gesuch nicht nur gern genehmigt,

maͤßig genug, um sich ohne große Muͤhe von den Vorwuͤrfen

reinigen zu koͤnnen, die jetzt dem Ministerium gemacht werden.

Aber die anderen Minister koͤnnen es nicht, und gerade die

Schwierigkeit, dieselben zu vertheidigen, scheint jene Herren si reizZbar zu machen. Ja, Sir Robert Peel gab sich gestern Abend, vielleicht aus Rache fuͤr das merkwuͤrdige Stillschweigen, welches die sonst so beredten Ultra⸗Tories beim Vortrage seim Reform⸗Maßregeln um ihn her beobachten, nicht einmal die Mäaͤhe sie zu rechtfertigen. Er verwahrte sich nur dagegen, daß er mi den Tories im Oberhause in deren Opposition gegen die vorsägf rige Zehnten⸗Bill im Einverstaͤndniß gewesen, und uͤberließ ie nen und ihren Freunden die Erklaͤrung, weshalb sie jetzt das jenige vertheidigen, was sie damals verdammten. Indessen s liberal die Maßregel auch ist, so beklagen sich die Whigs doch daruͤber, und wollen sich nicht eher zur Unterstuͤtzung der selben verstehen, als bis das Parlament entschieden haͤtte, der Kirce das von ihrem Einkommen zu entziehen, was sie jetzt zu vi habe, und es zu anderen gemeinnuͤtzigen Zwecken zu verwe⸗ den. Nur unter dieser Bedingung glauben sie (oder doch iie Mehrhett derselben), daß die katholischen Paͤchter sich dazu ver stehen wuͤrden, den Zehnten unter dem Namen eines Zunst zu entrichten. Geschaͤhe dies nicht (und dieses behaupteten bw sonders O'Connell und die, welche unmittelbar zu seiner Parm C 1 Lh. v Ka 8 chem Se. Maj. der Koͤnig von Bayern den Auftrag zu erthei⸗ Grund⸗Zinses 8 L. 8 . WMnjster erhebt man indessn en geruhten, die innigsten Beileids⸗Bezeigungen uͤber das hoͤchst Gegen etwen der orsch de Here⸗apetgehg A Aw übetruͤbende Hinscheiden Sr. Majestaͤt des Kaisers von Oesterreich fast von keiner Seite Einwendungen, obgleich man keinen 1 granz I Zöchstihres 1ö42* G 1” 88 geras h se rͤnsche zur Thronbesteigung Sr. jetzt esclerenden Majestaͤt des altung der Wuͤrde de ese tze zuhalten, naͤn gen ench⸗ hronbesteigung Sr. gier la deesä as, daß keine gewaltsame Erhebung des Zehnten mehr löhier nensecn⸗ Ferdinand IJ. nach Wien zu uͤberbringen, stattfinden, und zu diesem Ende die Million, welche das Parce Mit glztchen Auftraͤgen von Seiten Sr. Majestat des Ko⸗ ment den Zehnten⸗Eigenthuͤmern vorschußweise bewilligte, nuch 98 öö . 9 ice . jest 39 8 1 ö“ 889 ola, und von Seiten Sr. Hoheit des Kurprin oi und Wit⸗ Russell wege 8 atahsten verschoben. Sir James öraham hat eme hee e 1““ Hohen⸗ Gene⸗ Bill in das Parlament gebracht, in Folge deren man hofft, das 1 pel, angelangt. 8 I ““ 8 fuͤr den E11“ 8e, Zkunft 590, iagJ Schweiz. ““ koͤnnen. Die Englische Kerchen⸗Kommisston hat ihren erst 2 1 3 Bericht abgestattet, worin sie zeigt, daß das Einkommen 5 LLEEAEEETE111“ 8g ghc Fn. . Bischoͤfe bei weitem nicht so groß ist, als man ec He ag6g 1G er Angriffe machen, und darin neue Bedrüͤckun 4 1 blick wollen, und daß folglich, wenn dasselbe gleichmaͤßiger verthell en, le hat deeselbe E.“ n erblicken und zugleich fuͤr jeden Bischof dersonalch gem air wecden s, ae Eindeuck gemacht. Wan ve 8 b b or 10 Pfd. von dem Einkomme Dom,Kapitular 8 Ae zubt, 3 werden muͤsse. Das wichtigste in del freundschaftlicherer Beziehungen zu erblicken, welche unsere Re⸗

baauftragt, in Hoͤchstchrem Namen der Feierlichkeit beizuwohnen. Heute Morgen wurde nun in der Domkirche ein feierliches Todtenamt abgehalten, welchem der Stellvertreter des Großher⸗ vogs, das Buͤrger⸗Corps, einzelne Mitglieder der verschiedenen kasterien und eine große Anzahl von Einwohnern aus allen Ptänden beiwohnten. In der Mitte des Doms erhob sich der Katafalk mit den Kaiserlichen Emblemen. Der Bischof von Nacra hielt das Traueramt. Eine stille Andacht und ernste heiln hme des Publikums an dieser wuͤrdigen, der hohen Be⸗ deutu’agg angemessenen Feier war nicht zu verkennen.“

Oesterreich.

Wien, 25. Maͤrz. Der Oesterreichische Beobachter eldet: „Berichten aus St. Petersburg zufolge, war die Nach⸗ icht von dem Ableben Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich, Franz I., bereits am 10ten uͤber Warschau in dieser Hauptstadt ngetroffen. Se Maj. der Kaiser, Allerhoͤchstwelcher, so wie der gesammte Hof, durch dieses hoͤchst betruͤbende Ereigniß in die tiefste Trauer versetzt sind, haben sogleich ihrem General⸗ Nöjutanten, Grafen v. Orloff, den Auftrag zu ertheilen geruht, die Beileids⸗Bezeigungen uͤber diesen Todesfalz so wie die Gluͤck⸗ wuͤnsche zur Thronbesteigung Sr. jetzt regierenden Majestaͤt nach Wien zu uͤberbringen.“ Se. Durchlaucht der Feldmarschall Fuͤrst von Wrede, wel⸗

8 . v1““ 1T11I1I16

Belgien.

Bruͤssel, 24. Maͤrz. In der hetigzr Situng. raͤsentanten⸗Kammer legte der Kriegs⸗Minister einen Gesetz er 68 2 1 der den Zweck hat, dem Kriegs⸗Departement einen Krch nungen, nicht hie,Zahc zeneg Reclamationen, betreffend jene Anord⸗

8 2

Berichte aber ist eine neue Eintheilung der Bisthuͤmer, wongt hceh, lss dh. wuͤnscht und zu deren endlicher Herbeifuͤh⸗ deren zwei eingehen, und zwei andere gestiftet werden solagsveckte as gliche thun wird. Die Note des Vororts be⸗ und somnit auch die Geschaͤfte der verschiedenen Bischoͤfe einn 8 zu 11g. ob in den Schritten Badens gegen die der mehr gleich gemacht werden wuͤrden. Gestern Aben dcasch L EE“ zu suchen sey. Dieses sst wurde auf den Vorschlag des Katholiken Finn und mit Unm ac 8*89 in seiner Antwort nicht erklaͤrt, sondern stillschwei⸗ stützung des Ulera⸗Proiestanten und Oransisten Maxwel⸗ erneint, und damit haͤlt sich der Vorort fuͤr beruhigt. wie ohne Opposition von Seiten der Minister, vom Unterhau Nachstehendes ist der Schluß der von Seiten Badens an beschlossen, einen Ausschuß zu ernennen, um uͤber das Weee den Vorort Bern eingelaufenen Antworts⸗Note: der Orangisten⸗Gesellschaften Untersuchungen anzustellen. 5 an) ie Großherzogliche Regierung ist es der elgenen Sicherheit Orangisten scheinen beweisen zu wollen, daß sie sich bloß 9 ö“ Sorge anvertrauten Wohl des Landes schuldig, so Selbstvertheidigung gegen die Katholiken zu diesen Gesellschafa die ae⸗ 3 1. Grund ihrer gerechten Besorgnisse nicht gehoben ist, vereinigt haͤtten. a .kNN iuu lust ordneten Maßregeln in ihrem ganzen Umfange fortbestehen 1 wbbksen. Dieselben koͤnnen, was sie gewiß innigst bedauert, in ih⸗ 928. dvbbc Werkung den nachbarlichen Verbindungen mit der Schweiz Ein⸗ Niederlande. 1 ingezun, dnh han⸗ an sich ö nur eine auf ihre eigene 1 G. 3. 1. ie zweite Kanng ge, o weit sie den Ourchzug fremder Handwerks⸗Ge⸗ Aus dem Haag, 25. Maͤrz. Gestern war die z larn a sten, auf de Sscherbet ihres Gebjetes bezuͤgliche har d - g. * widerstrebendem Gefuͤ Koͤnigl. wurde derselben ein Gesetz⸗Entwurf wegen Zahlung der ;m der Großherzog, des Fere eene acar de Keerepasscasasr: Juni d. J. faͤllig werdenden Rente der Nartonal Schuld 1 zen koͤnnen, mit Maßregeln gegen die Schweiz voranzugehen, welche legt, und zwar zum vollen Betrage, also auch mit Einsth mnt den seit Jahrhunderten bestandenen auf gegenseitiges Wohlwol⸗ desjenigen Theiles dieser Rente, der, weil er von Belgien n⸗ Einthegruͤndeten gluͤcklichen Nachbar⸗Verhaͤltnissen so wenig im nommen werden soll, eigentlich nicht mehr auf dem Budget 5 eange stehen und eben darum auch nie haͤtten hervorgerufen befindet. Zur Deckung des Mehrbetrages soll ein Anlehn 9 - Fesoten, welche aber unvermeidlich geworden sind, um Deutsch⸗ net werden, das jedoch nicht uͤber 5 pCt. Zinsen tragen danzefahr⸗ e eaant und Baden zunaͤchst even sowohl vor taͤglicher Ge⸗ Ein zweiter Gesetz⸗Entwurf betrifft die Anschaffung der Mu einschleichenden TIa ch 79 rarc Fegfmn ede Pese ur Deckung des in den Jahren 1831 bis 1834 entstandenen Auskannt werden k 8 daß ne (veebhe. Iur 18 b ihen und 1g n kann, daß die eidgenoͤssischen Regierungen es jeden falles. Hierzu wird der Betrag zweier aͤlteren Anleihen Fhdugenblick in ihrer Macht haben, die Nothwendigkeit derselben zu ßerdem noch das Provenuͤe eines Kapitals von 8,100,000 % sühtgen. Der Unterzeichnete glaubt sich der Hoffnung hingeben zprocentiger wirklicher Schuld angewiesen, die auf das get eefen, daß ein solcher Zeitvunkt nicht mehr fern seyn werde, Buch eingeschrieben und zu Geld gemacht werden sollen. b ergreift ꝛc. Karlsruhe, den 12. Maͤrz 1835.

In der ersten Kammer der Generalstaaten wird, pe Vorsteh 8 Freiherr von Tuͤrkheim.“ Stelle des verstorbenen Baron Roöll, der Graf von Reede ag b,g veäües hende Ruͤckaͤußerung uͤbermacht der Vorort den Staͤn⸗ ferner fuͤr die Dauer der gegenwaͤrtigen Session die Functig bölgendermaßen e e breiben vom 18. Maͤrz, worin er sich eines H bekleiden. 8 9 ne nen „Es duͤrften wahrscheinlich die in dieser Erwiederung enthalte⸗

9g F den uns von verschiedenen Seiten zugekommenen Nachrich⸗

SPori ereinstimmenden Aufklaͤrungen, betreffend die militairischen der tgenebrungen, jede seiner Zeit allfaͤllig gehegte Besorgniß beschwich⸗ 6,/6” 188e in dieser Voraussetzung waͤren, nach der Ueberzeugung

1b 2E r fortzusetzen. sind di von 3,499,000 Frs. fuͤr die Amtezung von Festungswerken srtiͤrungen aber des ausehen Fehe aa geh sadagen wfangenen

der noͤrdlichen Vertheidigungs⸗Linie zu eroͤffnen. Hiervon sor Wanderns nach der Schweiz von einer solchen Natur, daß d 1,500,000 Frs. fuͤr die Anlegung eines Kriegsplatzes zu mgenossische Vorort, ebe ihm daruͤber die Gesinnungen 21 hahnn

ür de v. h 6. ⁄3 Stände auf ei . mel, 1,500,000 Frs. fuͤr den Platz von Diest, 400,000 Frs mus *,0uf eine zuverlaͤssige Weise bekannt seyn werden, anstehen den Platz von Lierre und 900,000 Frs. fuͤr jenen von Hasst muß, diesfalls i „Fanstehe

ondern auch den Geheimen Rath und Regierungs⸗Direktor Beeck

fuͤgen kann. Wollen E. W. uns daher erklaͤren, ob es in Euren Wuͤnschen liege, daß der angehobenen Korrespondenz weitere Folge gegeben werden solle, und in dem bejahenden Falle dem Vorort die geeigneten Aufschluͤsse ertheilen uͤber allfaͤllige Umtriebe fremder Handwerker und Fluͤchtlinge auf Eurem Standesgebiet und uͤber die gegen diese letzteren getroffenen Verfuͤgungen.“

Italien.

Turin, 14. Maͤrz. (Allgemeine Zeitung.) Unsere Nachrichten aus Spanien sind seit einiger Zeit sehr unvoll⸗ staͤndig; man weiß nur so viel, daß das Englische Kabinet der verwittweten Koͤnigin habe wissen lassen, es werde die strengste Neutralitaͤt gegen Spaͤnien beobachten und weder fuͤr noch ge⸗ gen einen der Kron⸗Praͤtendenten etwas thun, vorausgesetzt, daß sich nicht eine oder die andere Partei so weit vergessen koͤnne, die Repu⸗ blik zu proklamiren, denn in einem solchen Falle wuͤrde man zu handeln gezwungen seyn. Diese Erklaͤrung soll in Madrid Beifall gefunden und die verwittwete Koͤnigin zu dem Auftrage an den General Alava veranlaßt haben, in ihrem Namen dem Herzoge von Wellington zu danken, und ihn uͤber das Aufkommen der Re⸗ publik in Spanien zu beruhigen, da es nicht im Geiste der Na⸗ tion liege, die Koͤnigliche Gewalt zu untergraben, sondern nur sie mit der fortschreitenden Aufklaͤrung in Einklang zu bringen. Sie, die Koͤnigin, glaube, dieser Neigung nichts entgegensetzen, sondern nur Sorge tragen zu mouͤssen, daß sich dieselbe nicht durch zu leidenschaftliche Aeußerungen kund thue und zu Extre⸗ men fuͤhre, die zu vermeiden die Aufgabe ihrer Regierung sey, eine Aufgabe, die sie zweifelsohne gluͤcklich loͤsen werde. Sie hoffe aber auch von der Einsicht und billigen Denkungsart des Herzogs, daß er die jetzige schwierige Lage Spaniens nicht aus den Augen verlieren, und daß er den Ruhm, den er auf Spani⸗ schem Boden erworben, durch seine maͤchtige Mitwirkung, es jetzt vom Buͤrgerkriege zu befreien, noch vermehren werde. Zugleich soll General Alava beauftragt werden, dem Herzog von Wellington anzuzeigen, daß die auf dem Schiffe Isabella aufgehobenen Spa⸗ nischen Offiziere nicht vor ein Kriegs⸗Gericht gestellt und nach der Strenge der Gesetze bestraft, sondern wie der Herzog es ge⸗ wuͤnscht habe, bis zur Herstellung der allgemeinen Ruhe in sichern Verwahrsam nach Puertorico gebracht werden sollten. Der Her⸗ zog von Wellington hatte sich naͤmlich fuͤr jene Gefangenen ver⸗ wendet und die Koͤnigin bitten lassen, ihnen, was denn auch nun geschehen ist, das Leben zu schenken.

Lucca, 13. Mäͤrz. Aus Civitavecchia wird geschrieben, daß der Marschall Marmont am 8. d. M. auf einer Aegypti⸗ schen Fregatte aus Malta daselbst angekommen sey. Der Mar⸗ schall wird sich, dem Vernehmen nach, nach Ablauf der zehntzͤ⸗ gigen Quarantaine, nach Rom begeben.

e. 8

Konstantinopel, 4. Maͤrz. Bekanntlich war die Engli⸗ sche Flotte um die Mitte Februars von Malta wieder bei Vurla angekommen. Jetzt heißt es, sie habe bereits von der hiesigen Großbritanischen Botschaft die Weisung erhalten, nach Malta zuruͤckzukehren. Man erklaͤrt sich das unerwartete Erscheinen dieser Flotte in den Tuͤrkischen Gewaͤssern nur durch uͤbertriebene Geruͤchte von der hier entdeckten Verschwoͤrung, und von angeb⸗ lichen Ruͤstungen in den Russischen Haͤfen des S hwarzen Mee⸗ res; hiernach waͤre es also natuͤrlich, daß die Flotte, nachdem sich der Ungrund jener Geruͤchte erwiesen hat, sich wieder tnifeze Morgen ist die laä

iesen Morgen die laͤngst erwartete Aegyptische Fregatte

welche Zahlungen auf Rechnung des Tributs Mehmed Häle⸗

uͤberbringt, hier angekommen. Ueber den Betrag der an Bord

befindlichen Valuten sind die Angaben sehr verschieden; man weiß

nur so viel, daß sie theils in Baarem, theils in Wechseln 2 ½

Fechsg⸗s betragen, im Uebrigen aber in Reis und Kaffee be⸗ ehen.

Man erwartet hier das Englische Kriegsschiff „Salaman⸗ der“, welches die Bestimung haben soll, eine an den Hof von Teheran bestimmte Englische Mission und ansehnliche Summen, welche fuͤr Rechnung Englischer Haͤuser hier fluͤssig gemacht wur⸗ den, nach Trapezunt uͤberzufuͤhren, von wo aus die Reise nach Teheran zu Lande fortgesetzt werden wird.

Belgrad, 20. Febr. Nachstehendes ist ein Auszug aus der Rede, die der Fuͤrst Milosch am 14ten d. M. in der gro⸗ ßen National⸗Versammlung an das Serbische Volk hielt:

„Jetzt ist es ein Jahr, seit wir in groͤßerer Zahl und in einer wichtigeren Versammlung zusammengekommen waren. Damals hoff⸗ ten wir, am heiligen Georg weader in groͤßerer Anzahl zusammen⸗ zutreten. Aber Mangel an Viehweide fuͤr die große Zahl der Pferde machten es nothwendig, sich auf eine kleinere Versammlung⸗ nach Georgi zu beschraͤnken, und wir konnten weder den Sommer, noch den Herbst hindurch eine groͤßere Versammlung berufen; 1) weil eine außerordentliche Duͤrre herrschte, und wir weder Heu noch Wasser hatten, und 2) weil wir auch nicht fertig werden konnten mit allen Arbeiten, die man der Haupt⸗Versammlung vorzulegen hatte. Es war uns selbst bis jetzt noch unmoͤglich gewesen, die Be⸗ rechnung vollstaͤndig auszufuͤhren, wie viel Einwohner und wie viel Einkuͤnste wir von den Zehnten und den andern Zweigen haben. Auch die sonst noch nothwendigen Einrichtungen konnte Ich in so kurzer Zeit nicht vollenden. Wir sind erst seit einem Jahre neue Menschen geworden, seit der Zeit naͤmlich, als unsere Angelegenhei⸗ ten mit der Pforte beendigt wurden. Serbien ist erst seit einem Jahre ein Staat geworden, und bei der Gruͤndung eines jeden, beson⸗ ders aber eines neuen Staates, muß sich der Mensch wohl in Acht nehmen, nichts zu uͤbereilen, ja nicht auch nur Eine Silbe heute in die Welt zu lassen, die man vielleicht morgen zum Nachtheil der Gemeinde und zur eigenen Schande widerrufen muͤßte. Alle Staa⸗ ten in der Welt haben Jahrhunderte gebraucht, um so eingerichtet zu werden, wie wir sie jetzt sehen, und dessenungeachtet haben sie auch heutzutage noch immer etwas einzurichten. Es kann auch Ser⸗ bien nicht eines anderen Weges gehen; auch Serbien kann nicht in einem Jahre ein vollkommen geregelter Staat werden, dem nichts mehr zu wuͤnschen uͤbrig bliebe. Das Serbische Volk bat meyrere nationelle Eigenthuͤmlichkeiten; diese muß es zuerst der Europaͤschen Civilisation und Aufklaͤrung anpassen, um so in der Reihe derselben nach und nach eine wuͤrdige Stellung einzunehmen. Was das Hauptsaͤchlichste ist, so giebt es unter uns nicht so viele faͤhige Maͤn⸗ ner, um unsere Staatsgeschaͤfte so zu leiten, wie dies bei den uͤbri⸗ gen Europaͤischen Staaten geschieht. Alles dieses hat die Einrich⸗ tungen bis jetzt verzoͤgert, von denen Ich auch vor einem Jahre am hbeiligen Tryphon gesprochen, und von denen Ich gesagt habe, daß Ich dieselben in unserem Vaterlande zu gruͤnden wuͤnsche. Ich habe unterdessen das ganze verflossene Jahr hindurch, sowohl in meiner Kanzlei, als auch im Einverstaͤndnisse mit dem National⸗ Gerichte, stets daran gearbeitet, und uͤberlegt, wie wir es am geeig⸗ netsten einrichten sollen, was fuͤr unser Vaterland das Beste, Noth⸗ wendigste und Nuͤtzlichste waͤre, und habe Mich fest entschlossen: 1) ein Serbisches Statut zu verfassen und herauszugeben, in wel⸗ chem die Rechte und Pflichten des Serbischen Fuͤrsten, die Rechte und Pflichten der Serbischen Behoͤrden und die eines jeden Serben genau bezeichnet seyn sollen. Dieses Statut wird Euch Allen vor⸗ gelesen werden. In demselben werdet Ihr sehen, daß die allge⸗

12 d itat is

E11u1.

““

soll 9 rgend welche weitere Entschließungen zu fassen. Er

verwendet werden. ibm sore gsammeliche hohe Standes⸗Regierungen dringend einladen, Am 23. Maͤrz brannten in dem Dorfe Jalhay, 1 ½ Stunderlich mit nhchten uͤber den zuletzt bezeichneten Gegenstand befoͤr⸗ Am 2 1 1 1 ter das Pfalihr zutheilen, damit er dann auf dieselben gestuͤtzt und nach

von Verviers, 62 Haͤuser, mit Staͤllen ꝛc., worun fel em Willen das von ihnen an Feese Ce egthn gfichtmb

haus und das Gemeindehaus, mit Allem, was sie enth Eee S. Fesmesten. 16 htete pflichtmaͤßig ver⸗

meinen National⸗Rechte, oder Rechte, die ein jeder Serbe genießen wird, weitlaͤuftig und so beschrieben sind, wie sie die Menschheit selbst

h rsoßun sfen und dem Volke, und das Volk dem Fuͤrsten und den Behoͤrden,

vorschreibt. In denselben werdet Ihr finden, daß die Persoͤnlichkelt eines jeden Serben frei, und daß IAer Serbe Herr seines Eigenthums ist. Auf dieses Statut sollen wir Alle schwoͤren, sowohl wir, die wir hier versammelt, als auch alle uͤbrigen Bruͤder, die ab⸗ wesend sind. Wir sollen Alle, Einer dem Anderen, schwoͤren; der Fuͤrst den Behoͤrden und dem Volke, die Behoͤrden dem Fuͤr⸗

daß wir dieses Statut so heilig und unverletzt halten werden, wie wir das Evangelium heilig und unverletzt halten, und daß wir keinen Finger breit davon abweichen und keine Sylbe selbstwil⸗ lig veraͤndern wollen, ohne vorheriges Einverstaͤndniß und Einwilli⸗ guͤng unserer Aller und des saͤmmtlichen Volkes. 2) Ich habe Mich entschlossen, ein Staats⸗Conseil zur ersten und hoͤchsten Behoͤrde⸗ nach Mir, dem Fuͤrsten, zu creiren und dasselbe aus 6 Verwesern (Ministern, Popecsistelyi), an welche alle Abtheilungen der Natio⸗ nal⸗ Geschaͤfte werden vertheilt werden, und aus mehreren Staats⸗ Raͤthen zusammenzusetzen. Die Verweser werden diese Geschaͤfte zuerst bearbeiten, die Raͤthe werden dieselben pruͤfen und beurtheilen, und dann werden diese Akten Mir zur Genehmigung vorgelegt wer⸗ den. Sowohl die Verweser als auch die Raͤthe werden fuͤr ihre Arbeiten dem Fuͤrsten und dem Volke verantwortlich seyn und uͤbe haupt fuͤr jeden Mißbrauch, der sich in den National⸗Geschaͤften ze gen sollte, zu antworten haben. 3) Ich habe noch einmal das Buch unserer buͤrgerlichen und Kriminal⸗Gesetze, an denen man vier Jahre gearbeitet hatte, und die unseren Gerichten werden vorgeschrieben werden, um nach deren Inhalt den Unschuldigen zu schuͤtzen, den Schuldigbefundenen aber zu richten, durchsehen, bessern und erlaͤu⸗ tern lassen. Dadurch wird jeder Serbe Schutz und Recht sinden, nicht wie bis jetzt, nach der Einsicht des Richters, sondern in dem Gesetze selbst. Durch solche Einrichtungen wird, wie Ich glaube, die innere Verwaltung am besten und wie mit einer Kette verknuͤpft werden. Das Volk wird unter den Orts⸗Aeltesten, Capitainen und Gerichten, die Gerichte unter dem Staats⸗Conseil, das Conseil un⸗ ter dem Fuͤrsten und neben dem Fuͤrsten, der Fuͤrst aber unter dem Gesetze und in unaufhoͤrlicher Beziehung mit dem Conseil stehen. Durch diese Einrichtung wird, wie Ich hoffe, jeder Willkuͤr sowohl dhe Aller insgemein, als auch eines Jeden insbesondere, vorge⸗ eugt.

Belgrad, 1. Maͤrz. Am 14. Februar traf ein Türkischer Adjatyan, Kabinets⸗ und Divans⸗Secretair, Ibrahim Nabi⸗ Efendi, in Kragujewacz ein. Verschiedene Geruͤchte, die uͤber den vermeintlich boͤsartigen Aufstand der Serbier bis nach Konstan⸗ tinopel gedrungen waren, bewogen den Sultan, einen Gesandten nach Serbien zu schicken, um sich uͤber den Gang der Dinge daselbst naͤher zu unterrichten, und, falls die umlaufenden Ge⸗ ruͤchte gegruͤndet waͤren, das Serbische Volk mit seinem Fuͤrsten zu versoͤhnen. Dieser Abgeordnete wurde von der Pforte, im Einverstaͤndnisse mit dem Russischen Botschafter in Konstantino⸗ pel, nach Serbien geschickt, und diese Mission liefert einen wie⸗ derholten Beweis, wie sehr der Friede in Serbien und die Erhaltung des Fuͤrsten Milosch den beiden befreundeten Maͤch⸗ ten, die mit der nachbarlichen Oesterreichischen Regierung Ser⸗ bien gewiß alles Wohlergehen wuͤnschen, am Herzen liegt. Der Abgeordnete, der von Konstantinopel bis zur Serbischen Graͤnze sehr eilig gereist war, verwunderte sich aber uͤber die gute Ord- nung in Serbien hoͤchlich, und aͤußerte, daß er nach den in Konstantinopel umlaufenden Geruͤchten unmoͤglich haͤtte hoffen koͤnnen, Serbien in einem so friedlichen Zustande zu treffen. Noch mehr erstaunt war er uͤber den in Kragujewacz gefunde⸗ 8 nen Zustand des Volkes. Es war ein schoͤner Tag, und eben die Faschingszeit. Die Kragujewaczer Jugend tanzte in der ganzen Stadt in vielen Zirkeln; die fuͤrstlichen Garden exerzirten, die Hofmusik feierte ihre letzten Faschinastage, und

Theater, als Abends der Tuͤrkische Gesandte in Kragujewacz an⸗ langte. Am 15. Februar hatte er bei dem Fuͤrsten Audienz, wo nach dem gewoͤhnlichen Gruße der Gesandte dem Fuͤrsten seine Freude ausdruͤckte, daß er ihn und sein Volk in so guter Har⸗ monie und bei Belustigungen angetroffen habe. Der Fuͤrst ant⸗ wortete: „Mein Herr! Ich wuͤßte nicht, warum wir bei der Gesundheit unsers allergnaͤdigsten Sultans nicht freudig und lustig seyn sollten? Wir sind in jeder Hinsicht gluͤcklich, und waͤren es vollkommen, wenn wir nur der Besorgniß vor Beun⸗ ruhigung durch die Bosnier enthoben waͤren. Diese unbezähm⸗ baren Menschen kennen keinen Sultan und keinen Wesir, sie achten keine Freundschaft und Nachbarschaft, sondern greifen mein an der Drina wohnendes Volk oft in Form von Raͤuber⸗ banden an, und schleppen ihren Raub an Vieh und Getraide uͤber die Graͤnze nach ihren Schlupfwinkeln. Dies thun diese Unmenschen nicht nur mir und meinem Volke, sondern selbst den friedliebenden Einwohnern der Kaiserl. Oesterreichischen Staa⸗ ten. Mein Volk ist dadurch sehr gereizt, und wuͤnschte Boͤ⸗ ses mit Boͤsem zu vergelten; nur ich bin es noch, der die Serbier, aber nur mit harter Muͤhe, von diesem Schritte zuruͤck⸗ haͤlt, denn ich achte das Gesetz, ich verehre meinen Sultan, ich schaͤtze die Nachbarschaft und kenne meine Wuͤrde. Einerseits dieses Zuruͤckhalten des Volkes, andererseits aber das Geruüͤcht, das sich uͤber meinen Entschluß nach Konstantinopel zu reisen, und meinem Sultan meine Dankbarkeit fuͤr die Serbien zu Theil gewordenen Rechte zu Fuͤßen zu legen, verbreitet hatte, be⸗ wog das Volk, in großer Menge nach Kragujewacz zu kommen, und meine Reise nach Konstantinopel zu verhindern. Diese Leute sagten mir offen und ungeheuchelt, daß sie den Bosniern, wenn ste Serbien in meiner Anwesenheit solchen Schaden zufuͤgten, denselben mit den schrecklichsten Feindseligkeiten vergelten wuͤr⸗ den. Mein Volk that damit zwar einen unerlaubten Schritt, doch bekenne auch ich meinerseits das Unrecht, daß ich sie abge⸗ halten habe, den Bosniern Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Ich bin wegen dieser Bosnier bei meinem Volke selbst in Ver⸗ dacht gekommen; dennoch hat dies Volk den Gehorsam nicht aus den Augen gesetzt, indem es auf meinen Befehl sogleich ausein⸗ ander und nach Hause ging. Dies ist der Hergang der letzten Begebenheiten bei uns, die von einigen irregeleiteten, oder riche tiger von boshaften Menschen mit schwarzer Farbe geschildert werden.“ Nun schickt sich der Abgeordnete an, den Wesir in Belgrad zu besuchen, und geht dann nach Konstantinopel zu⸗ ruͤck. Nabi Efendi besuchte Sonntags den 17. Febr. mit dem Fuͤrsten Milosch das Theater und bezeugte sein Wohlgefallen daͤruͤber, besonders aber uͤber die Serbischen Gesaͤnge. Griechenland. Nach einem im Mai 1834 entworfenen approximativen Etat der Einnahmen und Ausgaben des Koͤnigreichs Griechen land haben dieselben in dem Zeitraume von 1833 bis 1834 betragen: an Einnahmen: 6,563,020 Drachmen 16 Leptas und an Aus⸗ gaben 14,187,245 Drachmen 87 Leptas, so daß der Ausfall 7,624,225 Drachmen 71 Leptas beträggt. nanlad ehemec he⸗

wein

Berlin, 30. Maͤrz. In den Plenar⸗Sitzungen der Koͤnigl. Akademie der Wissenschaften sind in den Monaten November,

vveree

Dezember v. J. und Januar, Februar und Maͤrz d. J. folgende Abhandlungen gelesen worden:

59 8029

g1,9 9

der Fuͤrst befand sich mit seiner Familie und den Primaten 1im