lution zu kennen, ehe es aufgefordert werde, uͤber eine so wich⸗
ige Frage zu entscheiden! (Nein, nein! von der Opposi⸗ tion.) Lord J. Russell erwiederte, er koͤnne fuͤr jetzt dem sehr
ehrenwerthen Baronet nur sagen, daß er ihm am Freitage dar⸗
„Ho
über Auskunft geben wolle, ob er dann vorbereitet seyn wuͤrde,
auf die an ihm gerichtete Frage zu antworten. (Gelaͤchter.) Lord Afhley erhob sich nun und sagte, er wuͤnsche mit den Marine⸗ Veranschlagungen vorzuschreiten, weil sonst in der Hof⸗Zeitung vom Freitage keine Anzeige in Betreff des am 1. April faͤlligen Halbsoldes erscheinen koͤnnte, was große Bestuͤrzung unter einer zahlreichen Klasse von Personen veranlassen duͤrfte; wenn dieser Posten bis dahin nicht bewilligt waͤre, so bliebe der Admiralitaͤt nichts anderes uͤbrig, als die zu anderen Zwecken bewilligten Subsidien zu jenem Zweck zu verwenden. Sir J. Graham meinte, ein solches Verfahren muͤsse vermieden werden, und das Haus muͤsse alle seine Bewilligungen kontroliren. Lord Afhley aber erwiederte, es sey kein Geld da, wenn er nicht ein solches Ver⸗ fahren einschlagen wollte, und nur, wenn das Haus noch heute Abend die zur Bezahlung des Halbsoldes noͤthigen Gelder votire, koͤnne dem vorgebeugt werden. Herr Hume wollte der Auszah⸗ sung des Halbsoldes kein Hinderniß in den Weg legen, Herr Pryme aber meinte, an allen diesen Schwierigkeiten sey nur die Aufloͤsung des Parlaments Schuld, welche es unmoͤglich gemacht, daß man sich fruͤher als am 19. Februar wieder versammelt haͤtte. Es wurde endlich beschlossen, dem Verlangen Lord Ashley's nach⸗ zugeben; das Haus verwandelte sich daher in den Subsidien⸗ Ausschuß und bewilligte die Veranschlagungen fuͤr den Halbsold und fuͤr die Wittwen⸗Pensionen der Marine. Herr Paulter beantragte darauf die zweite Lesung seiner Sabboch⸗Bill; Herr Warburton und Andere wider⸗ setzten sich derselben, als einer unnoͤthigen Landplage, wie sie die Mäaßregel nannten; Sir S. Whalley meinte jedoch, man koͤnne die Bill ja wenigstens bis in den Ausschuß gelangen lassen und darin die Abaͤnderungen an derselben vornehmen, welche noth⸗ wendig waͤren, um die Leute nicht am Sonntage harmloser und unschuldiger Vergnuͤgungen zu berauben. Es wurde zur Ab⸗ stimmung geschritten, und es ergaben sich fuͤr die zweite Lesung 121, dagegen 45 Stimmen, so daß sie mit einer Majoritaͤt von 76 durchging. Auf einen Antrag des Quaͤkers Herrn Pease wurde demselben die Einbringung einer Bill gegen die grausame Behandlung der Hausthiere gestattet, und Herr Hume erhielt nach einigen Debatten die Erlaubniß, eine Bill einbringen zu duͤrfen, wodurch die verschiedenen Departements fuͤr die Errich⸗ tung und Unterhaltung der Leuchtthuͤrme in Großbritanien und Irland in ein allgemeines Central⸗Departement vereinigt wer⸗ den sollten.
Unterhaus. Sitzung vom 26. Maͤrz. Das Haus be⸗ schaͤftigte sich hauptsaͤchlich mit Eroͤrterungen uͤber die Guͤltigkeit einiger Parlamentswahlen, zunäaͤchst mit der fuͤr Canterbury. Herr C. Buller forderte naͤmlich, daß Herr Villiers, eines der Parlaments⸗Mitglieder fuͤr diese Stadt und zur Oppositions⸗ Partei gehoͤrig, da er ungerechter Weise von dem Wahl⸗Comité der Stadt Canterbury seines Sitzes fuͤr verlustig erklaͤrt und durch Herrn Lushington, einen Tory, verdraͤngt worden sey, die Erlaubniß erhalte, binnen 14 Tagen eine Petition gegen die Ein⸗ ahme seines Platzes durch Herrn Lushington einzureichen. Dies wurde auch nach einigen Debatten vom Hause bewilligt. Bei zwei anderen Antraͤgen, welche von Herrn Gis⸗ borne ausgingen und einige Formalitaͤten in Bezug auf eine gegen die Wahl der Herren Goulburn und Gladstone, beides Tories, fuͤr Leicester eingereichte Petition betrafen, wurde zur Abstimmung geschritten und der streitige Punkt in beiden Fäaͤllen, im ersten mit 147 gegen 101, also mit einer Majorttaͤt von 45, im zweiten mit 129 gegen 113, also mit einer Majori⸗ tat von 16 Stimmen gegen die Ansicht der Minister ent⸗ schieden. Eben so ging es mit einem Antrage des Herrn Le⸗ froy in Bezug auf die nachtraͤgliche Berichtigung eines Ier⸗ thums in einer gegen die Wahl der Grafschaft Cork
wo ebenfalls zwei Tories gewaͤhlt sind) eingereichten Pe⸗ rition; auch dieser Antrag wurde, ungeachtet des Wi⸗ derspruchs der Minister, mit 130 gegen 103, also mit ei⸗ ger Maäjoritaͤt von 27 Stimmen, angenommen. Hierauf eantragte Herr Tooke eine Adresse an den Koͤnig, worin Se. Majestaͤt ersucht werden soll, der Londoner Universitaͤt die LCorporations⸗Rechte zu verleihen, wie sie im Jahre 1831 die da⸗ naligen richterlichen Beamten der Krone fuͤr angemessen befun⸗ den, ohne eine andere Einschraͤnkung als die, daß diese Untver⸗ sttaͤt nicht das Recht haben sollte, in der theologischen und in der medizinischen Fakultaͤt akademische Grade zu ertheilen. Dieser Antrag fuͤhrte zu einer lebhaften Debatte, da die Minister sich demselben aufs entschiedenste widersetzten. Herr Goulburn (der Staats⸗Secretair fuͤr das Innere) schlug als Amendement vor, daß vorher alle Petitionen, welche dem Koͤnige gegen die Ver⸗ eihung eines Freibriefs an die Londoner Untversitaͤt uͤber⸗ reicht worden, und eine Abschrift aller Verhandlungen, die der Geheime⸗Rath uͤber diese Denkschriften gepfio⸗ gen habe, dem Hause vorgelegt werden sollten. (Lauter uf: „Zur Abstimmung, zur Abstimmung!“) Sir R. In⸗ glis bezeichnete den Antrag des Herrn Tooke als eine Beein⸗ traͤchtigung der Praͤrogativen der Krone. (Hoͤrt! und Gelaͤchter.) Er fragte, ob man das Privilegium, akademische Wuͤrden zu ver⸗ leihen, einer Actien⸗Gesellschaft gewaͤhren koͤnne, die sich durch nichts von Eisenbahn⸗ und Kanal⸗Compagniecen unterscheide, und deren Mitglieder fortwäͤhrend wechseln koͤnnten, da die Actien verkaͤuflich seyen. Dr. Lushington wollte in dem Amendement es Herrn Goulburn bloß den Wunsch sehen, die Sache zu ver⸗ zoͤgern und meinte, derselbe muͤßte doch wohl wissen, daß in den von ihm zur Vorlegung beantragten Dokumenten nichts enthalten wäre, was das Haus an einem solchen Schritt, wie eine diesfällige Adresse an die Krone sey, verhindern koͤnnte; die Praͤ⸗ rogativen der Krone wuͤrden auch durch eine solche Adresse nicht verletzt werden, denn sie seyen ihr nur zum Wohl des Volkes verlichen, und dies koͤnne nicht besser befoͤrdert werden, als durch groͤgere Verbreitung des Unterrichts; er wolle die anderen Uni⸗ versitaͤten nicht herabsetzen, aber wenn ihr Söstem nicht ganz veraͤndert wuͤrde, koͤnnten sie nie zu den Zwecken dienen, zu welchen die Londoner Universitäͤt gestiftet sey. (Hoͤrt!) Lord F. Egerton erklaͤrte zwar, daß er fuͤr das Amendement stimmen wolle, weil ihm noch naͤhere Aufschluͤsse uͤber die Sache noͤthig schienen, doch verwahrte er sich gegen die Ansicht, als ob er dem Antrag des Herrn Tooke deshalb feind⸗ lich gesinnt sey, indem er vielmehr glaube, daß die Verleihung eines Freibriefs an die Londoner Universitaͤt auf vernuͤnftigen Grundlagen den Interessen der anderen Universitäͤten nichts scha⸗ den koͤnne, da die erstere doch hauptsaͤchlich eine Universitaͤt fuͤr die Dissenters seyn wuͤrde. Herr Warburton bedauerte es, daß der edle Lord die Motion des unterstuͤtze, indem er jedoch dessen Ansichten mit denen, die er uͤber den ver ben Gegeneige oftmals von den Baͤnken aus, auf denen der edle Lord sitze, habe aussprechen hoͤren, gegenuͤberstellte, fand
1 8
errn Tooke nicht waͤrmer
. .½ 2 er darin schon große Genugthuung. Als Sir Robert Peel sich erhob, rief die Opposition wieder: „zur Abstimmung!“ In⸗ deß der Minister ließ sich dadurch nicht abhalten, noch seine Mei⸗ nung uͤber die Frage auszusprechen. Er fand es durchaus un⸗ schicklich, die Krone zu ersuchen, daß sie einen auf die Ansichten von richterlichen Beamten gegruͤndeten Freibrief bewilligen solle; angenommen aber, dies geschaͤhe, was solle die Krone dann thun? Die Frage noch einmal an den Geheimen⸗Rath verweisen, oder sie entscheiden, ohne denselben hinzuzuziehen? Die Sache liege aber jetzt dem Geheimen⸗Rath vor und solle die Krone ihn an der ferneren Berathung daruͤber hindern? Was die Klage des ehrenwerthen Mitgliedes (Herrn Warburton) betreffe, daß von den jetzigen Ministern und ihren Freunden dieser Frage stets Hindernisse in den Weg gelegt worden seyen, so wolle er nur bemerklich machen, daß die vorigen Minister ihn das groͤßte Hinderniß in den Weg gelegt. (Hoͤrt, hoͤrt!) 1
„Die vorige Verwaltung“, fuhr Sir Robert fort, „verwies die Angelegenheit an den Geheimen⸗Rath; sie hoͤrte Zeugen ab, ver⸗ nahm die Ansichten von Rechts⸗Gelebhrten, namentlich die treffliche Rede meines gelehrten Freundes Sir Ch. Wetherell. Der Geheime⸗ Rath, in welchem der Erzbischof von Canterbury, Lord Brongbam (hoͤrt!), der Erzbischof von York, der Marquis von Landsdowne, Lord Ripon, der Herzog von Richmond, Lord Denman, Lord Grey, Lord Eldon, Lord J. Russell, der Bischof von London, Lord Lynd⸗ hurst, Lord Melbourne und Lord Stanley saßen, zog den Gegen⸗ stand in Erwaͤgung, erstattete aber nie einen Bericht daruͤber; (hoͤrt!) er versammelte sich am 26. April und am 23. Mai und that vor dem 15 November keinen Schritt in der Sache (Choͤrt!). Ich begreife nicht, warum er die Forderung nicht bewilligte. Das Amen⸗ dement scheint mir daher das regelmaͤßigste Verfahren. Wenn Sie die Abschrift der Geheime⸗Raths⸗Verhandlungen werden vorliegen haben, wird das Haus im Stande seyn, zu sehen, was es zu thun hat. Das ehrenwerthe Mitglied (Herr Tooke) sagte, er werde auf einer Abstimmung bestehen, wenn ich ihm nicht die Versicherung ertheilte, daß der Freibrief bewilligt werden solle. Diese Versiche⸗ rung kann ich ihm nicht geben. Wenn das Haus die Motion an⸗ nehmen will, so mag es dies thun; ich muß aber sagen, daß ich ein solches Verfahren fuͤr unvernuͤnftig halte. Lieber will ich mich in der Minoritaͤt befinden, als der Adresse beistimmen.“ (Hoͤrt!)
Nachdem darauf noch Lord J. Russell sein Bedauern uͤber die Aeußerung des Premier⸗Ministers, daß derselbe den Dissenters die Incorporation der Londoner Universitaͤt nicht versprechen koͤnne, und erklaͤrt hatte, daß der Geheime⸗Rath nur in Betreff der Verleihung medizinischer Grade uneinig gewesen und daher noch zu keiner Entscheidung gekommen sey, wurde zur Abstim⸗ mung geschritten und es ergaben sich 1““
e den Antuag . . . . . . Se. .g. 66
dagegen 136 . —
— also eine Majoritaͤt von 110 Stimmen zu Gunsten desselben und gegen die Minister. Es wurden dann noch einige Angelegenheiten von rein lokalem Interesse vor⸗ genommen, und das Haus vertagte sich erst um halb 2 Uhr.
8
London, 27. Maͤrz. Der Koͤnig kam vorgestern nach der Stadt, wo Se. Majestaͤt dem Franzoͤsischen Botschafter, Grafen Sebastiani, eine Audienz ertheilten. Bald darauf kehrten Hoͤchst⸗ dieselben nach Windsor zuruͤck. 8
Sir Henry Hardinge wird sich waͤhrend der Osterferien nach Dublin begeben und seine Functionen als Staats⸗Secretair wie⸗ der aufnehmen. 6
Die Oppositions⸗Blaͤtter behaupten, es herrsche in verschie⸗ denen Theilen von England, besonders aber in Yorkshire, große Thaͤtigkeit unter den Tories, die sich auf eine nahe bevorstehende nochmalige Aufloͤsung des Parlaments gefaßt machten und durch die Errichtung von Wahl⸗Comite's Alles aufboͤten, um bei den alsdann cintretenden-neuen Wahlen den Sieg davonzutragen.
Die Herren J. u. S. Ricardo u. Comp. haben heute an⸗ gezeigt, daß sie vom 2. April ab mit der ersten Umtauschung der Spanischen Obligationen Englischer Emission sowohl der in Piaster ausgestellten Anleihe vom Jahre 1829, als der Anleihe in Pfund Sterl. aus den Jahren 1821, 1822 und 1823 anfan⸗ gen werden. — Die erste Konversion wird nur die Obligationen umfassen, welche saͤmmtliche Coupons haben, so wie diejenigen Obligationen, wo alle ruͤckstaͤndigen Coupons abgeschnitten wor⸗ den, und fuͤr welche die Konversions⸗Anmeldung zwischen dem 2. und 18. April geschehen muß. Die von den Obligationen ge⸗ trennten Coupons werden von der ersten Konversion ausgeschlos⸗ sen, und fuͤr die naͤchste, welche wahrscheinlich erst zwei Monat spaͤter stattfinden wird, reservirt bleiben. Die naͤchste Konverti⸗ rung wird diejenigen Obligationen, welche im ersten Termin nicht umgetauscht worden sind, umfassen; eben so werden die hillets de Prime der Anleihe vom Jahre 1820, jedes gegen 22 Piaster ausgesetzte Schuld, umgetauscht werden. Die zu konvertirenden Obligationen muͤssen bei den Herren Ricardo vor dem 30. April ein⸗ gereicht werden, wogegen die neuen Obligationen Anfangs Mai ausge⸗ geben werden sollen; gleichzeitig will man alsdann die erste Dividende der aktiven Schuld bezahlen. Die Obligationen Franzoͤsischer Emis⸗ sion der oben erwaͤhnten Anleihen sollen in Paris umgetauscht werden.
Aus der Capstadt sind Briefe vom 23sten und aus Grahams⸗ town vom 16. Jan. hier angekommen. Die Kaffern waren noch in kleinen Haufen in der Kolonie, und verbrannten und zerstoͤrten alle Besitzungen, doch waren die kraͤftigsten Maßregeln gegen sie ergriffen worden. Major Cox war uͤber den Fisch⸗Fluß gegangen und uͤberfiel den Kaffern⸗Haͤuptling Ennos Kraal. Der schlaue alte Mann entkam, aber zwei seiner Bruͤder, ein Sohn und etwa dreißig Kaffern fielen. Die Zahl der Haͤuptlinge, welche an dem Einfall Theil genommen, kennt man nicht. Pato's Stamm ist treu geblieben, obgleich einige der ihm unter⸗ gebenen Haͤuptlinge der Theilnahme angekagt sind und Pato ist aufgefordert worden, dieselben, zum Zeichen seiner Aufrichtigkeit, auszuliefern. John Brown, welcher eine Patrouille befehligte und eine feste Stellung eingenommen hatte, wurde von den Kaf⸗ fern zu einer Unterredung aufgefordert, und als er, nur von sei⸗ nem Bedienten begleitet, erschien, nebst diesem getoͤdtet. Der Einfall ist dem Militair⸗System in der Kolonie zuzuschreiben, wogegen die Englischen Kolonisten schon seit mehreren Jahren Vor⸗ stelungen gemacht haben.
Aus New⸗York hat man Berichte vom 2ten d. M., wel⸗ che anfangs an der hiesigen Boͤrse einigen Schreck verursachten; es hieß, der Praͤsident habe den Amerikanischen Gesandten von Paris abberufen; spaͤter aber wies es sich aus, daß diese Abbe⸗ rufung nur angedroht sey, im Fall die Franzoͤsischen Kammern den Entschaͤdigungs⸗Traktat nicht genehmigten, und somit waren alle Besorgnisse fuͤrs erste wieder verscheucht. (S. den Artikel
.H⸗ „ 1 8
8 Niederlande.
Aus dem Haag, 27. Maͤrz. Gestern fand die feierliche Beisetzung des General⸗Lieutenants Trip van Zoutland statt. Von Goethes Farbenlehre ist so eben eine Hollaͤndische
Uebersetzung,
1 111“ 11“
veranstaltet
dem Herrn J. Bakker
erschienen.
Einem im Journal de la Haye enthaltenen Schreiben aus Bruͤssel zufolge, geht man dort damit um, eine Expedition. von Genter Baumwollen⸗Fabrikaten, die jetzt nur geringen. Ab⸗ satz finden, nach Algier zu unternehmen. Es soll sogar ein Plan vorliegen, an der Algierschen Kuͤste eine Belgische Kolonie zu be⸗ gruͤnden und dazu die Genehmigung der Franzoͤsischen Regierung nachzusuchen. Es duͤrfte indessen schwer halten, in Afrika einen. Ersatz fuͤr die schmerzlich entbehrten Niederlaͤndisch⸗Ostindischen, Kolonieen zu finden. II
Belgien. 5
Bruͤssel, 25. Maͤrz. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin
Marie wird wegen der Niederkunft der Koͤnigin zu Brussel
bleiben und erst nach der gaͤnzlichen Wiederherstellung J. Maj.
nach Paris zuruͤckkehren.
Die Reproͤsentanten⸗Kammer hat nach mehrtaͤgigen Debatten endlich entschieden, daß Herr Davignon darum, daß er zum Mit⸗Direktor der Belgischen Bank ernannt worden, uicht noͤthig
habe, einer neuen Wahl sich zu unterwerfen. Deutschland.
F Altona, 28. Maͤrz. Ein Patent der Koͤnigl. Schleswig,⸗Ha⸗
“
stein⸗Lauenburgischen Kanzlei vom 7. d. M. lautet wie folgt: „Nat⸗ dem von der Deutschen Bundes⸗-Versammlung in der Sitzung vom 15. Januar d. J. der Beschluß gefaßt worden, daß das Wandern der den Deutschen Bundesstaaten angehoͤrigen Hand⸗ werksgesellen nach denjenigen Laͤndern und Orten, in welchen ofß⸗ fenkundig Handwerker⸗Associationen und Versammlungen gedur⸗ det werden, so lange diese Duldung notorisch bestehe, verboten seyn solle, haben Se. Majestaͤt der Koͤnig, ruͤcksichtlich der Aus⸗ fuͤhrung dieses Beschlusses, Folgendes allerhoͤchst zu resolviren ge⸗ ruht: 1) Es sind von den zur Ertheilung von Wanderbuͤchern kompetenten Behoͤrden keine Wanderbuͤcher nach Ländern oder Orten auszustellen, in denen notorisch Handwerker⸗Associationen geduldet werden. 2) Die Angehoͤrigen derjenigen Handwerksge⸗ sellen, welche sich gegenwaͤrtig in solchen Laͤndern oder an solchen Orten befinden, werden aufgefordert, dieselben von dem gegen⸗ waͤrtigen Verbote in Kenntniß zu setzen, und sie zu veranlassen, diese Laͤnder und Orte sofort zu verlassen. 3) Sañͤmmlichen Po⸗ lizei⸗Behoͤrden wird hinsichtlich der aus solchen Laͤndern und Orren zuruͤckkehrenden Handwerksgesellen die strengste Wachsamkeit zur Pflicht gemacht. 4) Wenn es sich ergiebt, daß Handwerksgesellen, un⸗ geachtet des gegenwaͤrtigen Verbots, nach solchen Laͤndern oder O⸗ ten gewandert, oder auf die an sie gelangte Aufforderuͤng zur Ruͤckkehr, dort verblieben sind, so ist denselben nach ihrer den naͤchstigen Zuruͤckkunft, falls sie nicht Entschuldigungsgruͤnde am⸗ zufuͤhren vermoͤgen, welche von der beikommenden Polizet⸗Ve⸗ hoͤrde fuͤr genuͤgend erachtet werden, die Gewinnung des Bür⸗ ger⸗- und Meisterrechts oder die selbststaͤndige Niederlassung auf dem Lande erst nach Ablauf eines Jahres, auf Beibringung es nes Zeugnisses von der beikommenden Polizei⸗Behoͤrde, daß ihr Betragen waͤhrend dieser Zeit zu keinem Verdachte der Thei⸗ nahme an einer verbotenen Verbindung Veranlassung gegeben, zu gestatten. So wie von saͤmmtlichen Behoͤrden hieruͤber zu wachen ist, so haben namentlich auch die Morgensprachen der Zuͤnfte moͤglichst dafuͤr zu sorgen, daß dieser Vorschrift nachgelebt werde. 5) Uebrigens wird saͤmmtlichen Polizeibehoͤrden die Fuͤh⸗ rung einer strengen Aufsicht auf alle wandernden Handwerksge⸗ sellen, insbesondere ruͤcksichtlich der Verbindungen, in welche sie sich einlassen koͤnnten, eingeschaͤrft. — Sr. Maj. Willen und Be⸗ fehl zufolge wird Vorstehendes Allen, die es angeht, zur Nach richt und gebuͤhrenden Nachachtung hierdurch bekannt gemacht. — — Frankfurt a. M., 28. Marz. Die heute zu Ende ge⸗ hende Woche war in Bezug auf den Effekten⸗Handel eine sehr ra⸗ hige. Die Umsaͤtze blieben sehr beschrankt, die Schwankungen der Notirungen wenig bedeutend. Oesteerretchische Papiere, nanientlich Metalliques, Actien und 500 Fl. Loose, waren beliebt und hielta sich fest im Course. Bei fortwaͤhrendem Ueberflusse an baaren Mi⸗ teln und Mangel an effektiven Stuͤcken mußte die Tendenz in da Oesterreichischen Fonds steigend bleiben. Die gestern von Amsta⸗ dam in Paris niedriger gekommene Notirung machte keinen Eindruc auf die besagten Papiere, wohl aber gingen die Course der Hollin⸗ dischen und Spanischen Effekten darauf hin etwas zuruͤck. In I⸗ tegralen fanden mehrere Verkaͤufe zu weichenden Preisen statt; Spl⸗ nische Perpetuelle gingen um † à ¼ pCt. herunter. — Die zinslose Schuld hielt sich gesucht und blieb auf dem Course vom Tage zu⸗ vor. Von den uͤbrigen Papieren waren Preußische und Bavyerische sehr gesucht; man bewilligte dafuͤr hoͤhere Preise, da sich nur wenlge Abgeber zeigten. Praͤmten auf Desterreichische und Hollaͤndisch Fonds sind wegen der geringen Aenderungen in den Courfen außer billig geworden. Auf 4 Ct. Metalllaues, um solche Ende April zu 95 ¾ haben zu koͤnnen, gab man 1½ pCt. Praͤmie; auf Actien 8 Fl. auf denselben Termin 15 Fl pr. Stuͤck; auf Integrale, um sol⸗ che Ende Mai zu 55 ½ beziehen zu koͤnnen, à 1½ vCt. — Anfang⸗ der Woche wurden einige Posten in neuen Valeurs abgeschlosee⸗ Bruͤsseler Bank⸗Actien zu 113 à 114, Bagyerische Bank⸗Antheile dl- 107 ½ à 107 ¼, Portugisische 5pCtige Obligationen zu 913 4 91y2½. Von den Wechseln auf fremde Plaͤtze blieben, die auf Hamburg, London und Paris in allen Sichten sehr gesucht. Die Frage naͤch Amste⸗ dam hat nachgelassen. Diskonto⸗Papier ist zu 24 vCt. willig vcch zubringen. — Nachschrift. Auf niedrigere Course von Parigs un London waren heute die Fonds slauer und die Umsaͤtze beschraͤnkttr. 8 Oesterreich. Wien, 26. Maͤrz. Als am 23sten d. M. die Devputatzen der Ungarischen Reichsstaͤnde Sr. Majestaͤt dem Kaiser und K nige ihre ehrfurchtsvolle Huldigung, im Namen dieser Stänze darbrachte, uͤberreichte zugleich der Patriarch⸗Erzbischof von 9. lau, Ladislaus von Pyrker, als Wortfuͤhrer derselben, Sr. K. 2. Apostolischen Majestaͤt nachstehende Repraͤsentation, welche von den Staͤnden, als Antwort auf das Koͤnigl. Rescript 29 2. Mäͤrz. d. J., in der gemischten Reichstags⸗Sitzung vom I.⸗ d. M. beschlossen worden war: wctc „Geheiligte, Kaiserlich Koͤnigliche und apostolische Majest 8 Allergnaͤdigster Herr, Herr!“ — Die Worte der zaͤrtlichsten Kinden liebe mit welchen Eure geheiligte Majestaͤt uns in dem gnaͤdige
Restripte vom 2. d. M. den Tod Ihres innigst geliebten Vaterzi
unseres Allerdurchlauchtigsten Herrn und Koͤnigs Franz des Ersin glorreichen Andenkens, zu verkuͤnden und uns zur Theilnahme ⸗ Ihrem Schmerz aufzufordern geruhten, erfuͤllen die Herzen n, Ungarn mit der tiefsten Trauer. Alle getreuen Unterthanen 7 nen mit Eurer gehetligten Mazestaͤt in dem verewigten Koͤnige ei⸗, geliebten, gemeinschaftlichen Vater; wir aber finden keine Won, um die Groͤße unseres herben Schmerzes auszudruͤcken; denn n haben einen Fuͤrsten verloren, der seine getreuen Ungarn wie S ne liebte; wir haben Den verloren, der in den gefahrvollen Zeiten 6 Regierung, Gott und der Liebe und Treue Seiner Unterthanen ver, trauend, mit musterhafter Standhaftigkeit jene Stuͤrme beschmiel tigte, deren Beruhigung so viele Anstrengungen kostete und so nten Opfer erheischte: wie haͤben Den verloren, der den lange verban i Frieden zuruͤckgefuͤhrt und zum Heil Seiner getreuen Voͤlker iät an das Ende Seiner Lebenstage bewahrt hat. — Wir wollen nund der Ereignisse erwaͤhnen, die sich unter der glorreichen dre
1
v
thiren B
viigen Andenkens zugetragen haben; sie sind mit den Schicksalen von ganz Europa verfiochten, und mit dem Hinscheiden des Koͤnigs gehoͤren sie der Geschichte an; aber der hoͤhen Tugenden des hingeschiedenen erlauchten Fuͤrsten gedenkend und von jener auf⸗ richtigen und standhaften Ltebe beseelt, welche die Ungarische Nation sicts zu ihren geliebten Fuͤrsten traͤgt, theilen wir den Schmerz, der Eure geheiligte Maiestaͤt erfuͤllt, um so mehr, als der verewigte Koͤ⸗ nig, im Einklang mit den Wuͤnschen des Landes, den gegenwaͤrtigen Reichstag zu dem Ende einberufen hatte, daß auf selbem, mit Aufrecht⸗ haltung der Grundgesetze und der verfassungsmaͤßigen Rechte des Koͤnig⸗ reichs, die allgemeine Wohlfahrt, durch neue Gesetze verstaͤrkt und erhoͤhet werde, und wir von Seiner Weisheit und Gerechtigkeitsliebe mit voller Zuversicht die Verwirklichung alles dessen gehofft hatten, was wir zur Erhaltung der Gerechtsame des Reiches und zur Beföoöͤrde⸗ rung der Wohlfahrt desselben, Seinem Allerhoͤchsten Blicke unter⸗ breitet haben. Unsere schmerzerfuͤllten Gemuͤther werden jedoch durch die gnaͤdige und gesetzliche Versicherung Eurer geheiligten Majestaͤt aufgerichtet, die Gesetze, Gerechtsame, Freiheiten und das Herkommen des Reiches stets unversehrt zu erhalten, — eine Ver⸗ sicherung, die Eure Maijestaͤt gleich bei Ihrem Regierungs⸗Antritte immitten der tiefsten Bekuͤmmerniß Ihres kindlich⸗liebenden Ge⸗ muͤthes gegeben haben; weshalb wir das feste Vertrauen be⸗ gen, daß Eure geheiligte Majestaͤt die unausgesetzte Fortdauer zc gegenwaͤrtigen Reichstages zu dem Ende huldreich be⸗
schlosen haben, damit jene gnaͤdige Koͤnigliche Versicherung ins
Werk gesetzt und so der allgemeinen, auf diesen Reichstag gerichte⸗ zen Hoffnung und Erwartung, deren Erfuͤllung der Tod des hoͤchst⸗ scligen Konigs unterbrochen hat, unter den huldvollen Auspizien Eurer geheiliaten Majestaͤt noch auf diesem Reichstage vollkommen entsorechen werde. Durch diese wuͤrdige Art, das Andenken Ihres bereits in die Wohnungen der Seligen aufgenommenen Vaters zu friern, wird auch die getreue Ungarische Nation an die erlauchte Person Eurer geheiligten Majestaͤt mit um so staͤrkeren und suͤßeren Banden gefesselt werden. Mit diesen frohen Hoffnungen, ver⸗ trauensvoll und mit kindlicher Ergebenheit begruͤßen wir ehr⸗ furchtsvoll Eure geheiligte Majestaͤt, indem Allerhoͤchstdieselben in Folge heiliger Vertraͤge zwischen dem erlauchten Erzhause und der Nation den Koͤniglichen Thron besteigen. Wir erneuern die Huldigung, die wir Eurer Majestaͤt bereits bei Ihrer Kronung dargebracht haben, und halten es fuͤr unsere gesetzliche Pflicht, das huldreiche Inaugurations⸗Diplom, welches bei jener beilbringenden Gelegenheit erlasen worden, noch auf diesem Reichs⸗ tage inartikuliren zu lassen. — Zum Allmaͤchtigen aber flehen wir, daß uns Eure Maijestaͤt durch eine lange und glorreiche Regierung bogluͤcken moͤgen. Moͤge der Himmel Eurer Majestaͤt gnaͤdig auf dem Pfade beistehen, den Allerhoͤchstdieselben zur Befoͤrderung des Flors der Nation, zur Erhaltung ihrer Verfassung und zur Vermeh⸗ rung des Wohles so vieler Millionen betreten haben. Wir werden forrwandeln auf der Bahn der Altvordern, die zu keiner Zeit gezoͤ⸗ gert haben, fuͤr das Heil und die Wuͤrde ihrer, die Gesetze und Frei⸗ heiten der Nation schuͤtzenden Koͤnige und fuͤr die Erhaltung des Nuhmes dieser Nation, Gut und Blut freudig zu opfern, und wer⸗ den Eurer geheiligten Majestaͤt, dem Hort und Vertheidiger unserer Gesetze und Freiheiten, in jedem Wechsel des Gluͤckes mit uner⸗ schuͤtterlicher Standhaftigkeit zur Seite stehen. — Der Inbegriff unserer heißesten Wuͤnsche ist: Es moͤge der heilige Thron und das Vaterland mit den ehernen Mauern des gegensei⸗ tigen Vertrauens umschlossen seyn, und ewig moͤge die Hei⸗ Ugkeit der Gesetze — als die sicherste Schutzwehr der National⸗ Freiheiten und des Koͤniglichen Thrones — unter der erlauchten Regierung Eurer geheiligten Majestaͤt bewahrt werden. Uebrigens empfehlen wir uns in tiefster Ergebenheit und mit schuldiger Ehr⸗ erbietung der Kaiserlich Koͤniglichen Huld und Gnade. — Gegeben in unserer Reichstags⸗Sitzung in der Koͤniglichen Freistadt Preß⸗ burg, den 20. Maͤrz 1835.
8 Eurer geheiligten Majestaͤt
unterthaͤnigste Kaplaͤne, Diener und stets *₰ getreue Unterthanen, die auf dem Reichs⸗ tage versammelten Staͤnde des Koͤnigreichs Ungarn und der damit verbundenen Ne⸗
benlaͤnder.“
Nachstehendes ist die Antwort, welche Se. Majestaͤt der Kai⸗ ser und Koͤnig auf die von dem Patriarchen⸗Erzbischof von Er⸗ lau, als Wortfuͤhrer der Deputation der Ungarischen Reichs⸗ 8 an Allerhoͤchstdieselben gerichteten Anrede zu ertheilen ge⸗ ruhten:
„Mein durch das Hinscheiden des erlauchten Vaters tief ver⸗ wunderes Gemuͤth findet in Eurer Anwesenheit und in dem Aus⸗ drucke der Huldigung und Ergebenheit, die Ihr Mir im Auftrage der Herren Staͤnde Meines vielgeliebten Koͤnigreiches Ungarn und der damit verbundenen Nebenlaͤnder darbringet, eine nicht geringe Lnderung seines Schmerzes. — Daß Ihr sowohl als Eure Kom⸗ msttenten das Andenken des Verklaͤrten — nicht bloß Mei⸗ nes, sondern des gemeinschaftlichen Vaters aller Seiner Voͤlker — mit dankbarem Sinne und mit einer des edlen Charakters der Ungarischen Nation wuͤrdigen Anhaͤnglichkeit ehret, gereicht Mir zu um so groͤßeren Troste, je fester Mein Vorsatz ist, dieses Andenken stets dadurch zu feiern, daß Ich bestrebt seyn werde, das unvergeßliche Bild Seines Geistes, der bloß auf Erzielung und Be⸗ fesigung des Wohles der Seinem erhabenen Scepter untergebenen Völker gerichtet war, durch Meinen eigenen Wandel festzuhalten und abzuspiegeln. — Alle meine Bemuͤhungen werden demnach da⸗ bin gerichtet seyn, von der Treue, Ergebenheit und angestammten Anhänglichkeit der Herren Staͤnde fuͤr ihren gekroͤnten Konig, sowie von ihrem aufrichtigen Eifer fuͤr das allgemeine Beste unterstuͤtzt, den Schmerz um den Vater, den Wir verloren haben, durch Nach⸗ folge in Seine Fußstapfen, und durch Wetteiser mit seinen Tugen⸗ den in Aufrechthaltung der altherkoͤmmlichen Verfassung zu lin⸗ Gebt dies Euren Kommittenten kund, welchen Ich Allen dan Jedem insbesondere, so wie Euch selbst, Meine unwandelbare — nade und Wohlgewogenheit bestaͤtige.“
Ale Nöre Majestaͤt die Kaiserin und Koͤnigin geruhten die an lerhoͤchstdieselbe von dem Wortfuͤhrer der gedachten Deputation gerichtete Anrede folgendermaßen zu erwiedern: b „Als die loͤblichen Staͤnde des Koͤnigreichs Ungarn Meinem ühenen Gemahl zu Unserem heiligen Ehebuͤndnisse ihre Gluͤck⸗ äslche darbrachten, gelobte, wie Ich Mich erinnere, Allerhoͤchst⸗ 1 be, daß Mein Streben vorzugsweise dahin gerichtet seyn werde, Ugarn zu zeigen, daß auch in meinen Adern das Blut der großen hee Thereste walle. Gattin ihres Urenkels, Schwiegertochter des rmwigten Kaisers Franz, dessen Verlust ich tief betruͤbt beweine, 7- gt Mich die Liebe zu Jenem und die kindliche Ehrfurcht fuͤr ndendent des Verklaͤrten, dieses Geloͤbniß mit um so groͤßerem z rauen nun Selbst zu leisten, als diese Mir so heilige Pflicht sigen Beide auch in der Mir angevorenen Neigung zu der edlen segarischen Nation gegruͤndet ist. Welcher, so wie Euch selbst, Ich ese Meine aufrichtige Gewogenheit an den Tag gelegt wissen will.“ 1 e vr. Ersherzog 19 Karl Fhtt
1 — iner Gemahlin Namen auf die 6 erich⸗ fets Ahhledun h ie an ihn geri 9
Des besten Vaters beraubt, dessen Daseyn zu verlaͤngern Ich fecabig ade Mir noch bestimmten Lebensjahre hingegeben haͤtte, Ar⸗
nae Ich die Aufmerksamkeit der loͤblichen Staͤnde des Koͤnigreichs
garn gegen Mich und Meine geliebteste Gemablin, durch de⸗ muͤtherseigung sie Unsere von der tiefsten Betruͤbniß gebeugten Ge⸗ an her aufrichten wollten, in Meinem und Ihrem Namen dankbar 89 8eis der Verewigte alle Seinem erlauchten Scep⸗ zeigte ’ Voͤlker zu Erben Seiner Liebe eeinsetzte, ens Fess deutlich an, daß Wir seinem erhabenen Anden⸗ wenn bahc cfeg eres Opfer der Verehrung bringen koͤnnen, als chen Wohl nser ganzes Streben stets auf Erhaltung des oͤffentli⸗
Vohles, dem Er Sein ganzes Leben weihte, und auf Bewah⸗
1.“
hrigen Regierung unseres erlauchten Herrn und Koͤnigs
rung der altherkoͤmmlichen Gesetze und Sitten richten. Als Be⸗ schützer derselben, und zugleich als sichersten Fuͤhrer, dem 18 Be⸗ folgen haben, stellt sich Se. geheiligte Majestaͤt, Unser allergnaͤdig⸗ ster Herr, Uns dar, den Gott der Allmäaͤchtige, wie Ich mit Euch von ganzem Herzen wuͤnsche, recht lange in ungetruͤbtem Wohlseyn erhalten moͤge. Uebrigens will Ich die Herren Staͤnde, und Euch I16“ und Meiner geliebtesten Gemahlin Dankes versichert en.
Se. Kaiserl. Hoheit der Erzherzog Karl erwiederte die an ihn und die uͤbrigen bei ihm versammelten Erzherzoge gerichtete Anrede des Sprechers der Deputation folgendermaßen:
„Bei dieser allgemeinen hoͤchst schmerzlichen Betruͤbniß gereicht es Uns zum vorzuͤglichen Troste, daß die loͤblichen Staͤnde des Koͤ⸗ nigreiches Ungarn Uns ihre Aufmerksamkeit bezeigen wollten. Das Andenken daran werden Wir stets in dankbarem Herzen bewahren. Wir wuͤnschen, daß dies, als Beweis Unseres Wohlwollens, welches Wir hiermit dieser feierlichen Deputation ausdruͤcken, auch den ge⸗ dachten Staͤnden kund gegeben werde.“
Die hiesigen Zeitungen melden: „Se. K. K. Apostoli⸗ sche Majestaͤt Ferdinand I. haben Allerhoͤchstihrem Kaͤmmerer und General⸗Major, Fuͤrsten Karl von Liechtenstein, den Auftrag zu ertheilen geruht, die Anzeige von dem Todesfalle Ihres verewig⸗ ten Herrn Vaters, des hoͤchstseligen Kaisers Franz I. Majestaͤt, und von Allerhoͤchstdero eigenen Thronbesteigung, an den Kaiserl. Russischen Hof nach St. Petersburg zu uͤberbringen. Mit glei⸗ chen Allerhoͤchsten Auftraͤgen sind der K. K. Kaͤmmerer, Fuͤrst Adolph von Schwarzenberg, nach Berlin, der Fuͤrst Aloys von Liechtenstein nach London, der K. K. Wirkliche Geheime Rath, Fuͤrst Alfred von Schoͤnburg, nach Paris, der K. K. Wirkliche Geheime Rath und Kaͤmmerer, Graf Stephan Zichy, nach Mo⸗ dena, Florenz, Rom und Neaͤpel, der K. K. Käͤmmerer, Fuͤrst von Kinsky, nach Parma und Turin, der K. K. Kaͤmmerer und Feldmarschall⸗Lieutenant, Graf Ceccopieri, nach Muͤnchen, Stutt⸗ gart, Karlsruhe und Darmstadt, der K. K. Kaͤmmerer und Ge⸗ neral⸗Major, Graf Vincenz Esterhazy, nach Dresden, Weimar, Kassel und Bruͤssel, der K. K. Kaͤmmerer, Fuͤrst Palffy, nach dem Haag, der K. K. Kaͤmmerer, Graf Joseph Esterhazy, nach Kopenhagen und Stockholm, und der K. K. Käͤmmerer und Oberst, Graf von Schlik, an die beiden Mecklenburgischen Hoͤfe und nach. Oldenburg abgegangen.“
Se. Durchlaucht der Herzog von Nassau ist gestern Nach⸗ mittags hier eingetroffen.
Der General⸗Adjutant Sr. Majestaͤt des Kaisers von Ruß⸗ land, Graf Orloff, welcher den Auftrag von diesem Monarchen erhalten hat, als außerordentlicher Botschafter, die Beileids⸗Be⸗ zeigungen uͤber das Ableben Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz, so wie die Gluͤckwuͤnsche zur Thron⸗Besteigung Sr. jetzt regie⸗ renden Majestaͤt nach Wien zu uͤberbringen, ist heute Abend hier eingetroffen.
Von Seiten Sr. Durchlaucht des aͤltestregierenden Herzogs von Anhalt ist der Herzogliche Oberst⸗Hofmeister Graf v. Stern⸗ egg aus Coͤthen hier eingetroffen, um die Beileids⸗Bezeugungen und resp. Gluͤckwuͤnsche Sr. Durchlaucht zu uͤberbringen.“
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New York, 3. Maͤrz. Der Praͤsident hat am 25. Fe⸗ bruar den beiden Haͤusern des Kongresses folgende Botschaft nebst der auf die Franzoͤsische Angelegenheit sich beziehenden Kro⸗ respondenz uͤbersandt:
„An das Repraͤsentanten⸗Haus der Vereinigten Staaten“
„„Ich uͤbersende dem Kongreß einen Bericht des Staats⸗Secre⸗ tairs, so wie Ahbschriften aller von Herrn Livingston seit der Bot⸗ schaft des Repraͤsentanten⸗Hauses vom 6. Februar erhaltenen Schrei⸗ ben, aller diesem Gesandten ertheilten Instructionen und der ganzen Korrespondenz mit der Franzoͤsischen Regierung in Paris oder mit deren Gesandten in Washington, mit Ausnahme einer Note des Herrn Serrurier, fuͤr deren Nichtuͤbersendung die Gruͤnde in dem Bericht angegeben sind. Man wird daraus ersehen, daß ich es fuͤr meine Pflicht gehalten habe, Herrn Livingston dahin zu instruiren, daß er mit der Gesandtschaft Frankreich verlassen und nach den Vereinig⸗ ten Stagten zuruͤckkehren soll, wenn die Kammern die Zustimmung zur Erfuͤllung des Vertrages verweigern. Da der jetzige Stand der Angelegenheit vollstaͤndig dem Kongresse vorliegt, und es ihm ge⸗ buͤhrt, zu entscheiden, welche Maßregeln in dieser Beziehung ergrif⸗ fen werden sollen, so halte ich es fuͤr unnoͤthig, fernere Vorschlaͤge zu machen, indem ich das Vertrauen habe, daß er seinerseits Alles zur Behauptung der Rechte und der Ehre des Landes thun wird, was die Umstaͤnde erfordern. “
Washington, 25. Februar 1835.
Andrew Jackson.“
Das Verlesen der Papiere wurde mit großer Aufmerksam⸗ keit angehoͤrt. Hierauf sagte Herr Cambreleng, daß er von der Majoritaͤt der Kommission fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten beauftragt sey, folgende Beschluͤsse vorzulegen und auf den Druck derselben anzutragen: Erstens, daß es mit den Rechten und der Ehre der Vereinigten Staaten unvereinbar sey, noch ferner in Bezug auf den Vertrag vom 4. Juli 1831 zu unterhandeln und daß man auf die⸗Ausfuͤhrung desselben, als eines ratifizirten Vertrags, bestehen solle. Zweitens, daß Vorbereitungen ge— troffen werden sollten, um unvermutheten Ereignissen, die etwa aus unseren Verhaͤltnissen mit Frankreich hervorgehen koͤnnten, zu begegnen. Der dritte Beschluß enthielt den Wunsch, die Kommission fernerer Berathungen uͤber den Theil der Botschaft des Praͤsidenten, welcher sich, auf Revpressalien und Handels⸗Beschraͤnkungen bezieht, zu uͤberheben. Diese Be⸗ schluͤsse seyen von der Kommission angenommen und es haͤtte schon am 20sten Bericht daruͤber abgestattet werden sollen, der jedoch in Folge neuerer Nachrichten aus Frankreich noch zuruͤck— gelegt worden waͤre. Herr E. Everett legte von Seiten der Minoritaͤt einen Bericht vor, der zugleich mit den Beschluͤssen der Majoritaͤt am 20sten hatte abgestattet werden sollen. Dies wurde jedoch, als der Ordnung entgegen, nicht bewilligt und die Beschluͤsse wurden nebst dem Bericht zuruͤckgenommen, um spaͤ— ter, der Ordnung gemaͤß, vorgelegt zu werden. Die Botschaft des Praͤsidenten wurde der Kommission fuͤr die auswaͤrtigen An⸗ gelegenheiten uͤberwiesen und zum Druck beordert. Man betrach⸗ tet hier sowohl die Botschaft als die Korrespondenz als sehr zum Kriege geneigt. 8
Berlin, 1. April. Heute fruͤh zwischen 7 und 8 Uhr wurde die sterbliche Huͤlle des am 28sten v. M. mit Tode abge⸗ gangenen Wirklichen Geheimen Staats⸗ und Kabinets⸗Ministers Grafen von Bernstorff feierlichst zur Erde bestattet. Es hatten sich zu diesem Behufe Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz und die uͤbrigen Prinzen des Koͤnigl. Hauses, die Herren Staats⸗ Minister, mehrere Generale, die Mitglieder des diplomatischen Corps, so wie die in der Hauptstadt gerade anwesenden Koͤnigl. Gesandten im Auslande, ferner die Raͤthe und uͤbrigen Beam⸗ ten des Ministeriums der auswaͤrtigen Angelegenheiten, die in dem Dahingeschiedenen 14 Jahre hindurch ihren Chef zu besitzen
das Gluͤck gehabt hatten, endlich eine zahlreiche Menge von!
e“
““
Freunden und Verehrern des Verstorbenen im Sterbehause ein⸗ gefunden, wo der Sarg in einem mit Blumen sinnvoll geschmuͤck⸗ ten Saale aufgestellt war. Hier hielt der Prediger Lisco von der St. Gertrauds⸗Hospital⸗Kirche eine Rede, worin er die Verdienste des Entschlafenen als Staatsmann, — in NRuͤck⸗ sicht auf die Bestandtheile der Versammlung, die die⸗ selben besser als irgend Einer zu wuͤrdigen im Stande sey, nur andeutete, und sich vorzugsweise darauf einließ, den ho⸗ hen Werth des Verstorbenen als Mensch hervorzuheben. Der Leichenzug setzte sich darauf nach dem vor dem Potsdamer Thore gelegenen Friedhofe der Dreifaltigkeits⸗Gemeine in Bewegung, wo auch des Verstorbenen letzter Sohn, der ihm vor einigen Jaß⸗ ren in zarter Kindheit vorangegangen, seine Ruhestaͤtte gefunden hat. Dem mit 6 Pferden bespannten Leichenwagen, folgten die beiden Equipagen des Verewigten mit den Leidtragenden, und diesen der achtspaͤnnige Staatswagen Sr. Maj. des Koͤnigs, dem sich die sechsspaͤnnigen Prinzlichen Wagen anreiheten. In dem ersten nahmen Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz und Se. Koͤ⸗ nigl. Hoheit der Prinz Karl; in dem zweiten Ihre Koͤnigl. Ho⸗ heiten die Prinzen Albrecht, Wilhelm (Bruder Sr. Majestaͤt) und Waldemar, in dem dritten Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wilhelm (Sohn Sr. Majestaͤt) und Se. Hoheit der Her⸗ zog Karl von Mecklenburg Platz. Die uͤbrigen sechs⸗ spaͤnnigen Equipagen folgten, und ihnen schloß sich eine unabsehbare Wagenreihe an, so daß, bei der geringen Entfer⸗ nung des Sterbehauses vom Begraͤbnißplatze, ein großer Theil derer, die sich eingefunden, um dem Entschlafenen das letzte Ge⸗ leit zu geben, ihre Wagen kaum erreicht hatten, als der Leichen⸗ wagen bereits am Kirchhofe eingetroffen war. Nachdem der Sarg hier vom Wagen gehoben und auf das Geruͤst uͤber der Gruft gestellt worden, sprach der Prediger Lisco das Vaterunser und den Segen, worauf der Sarg sich langsam in das Grab senkte. Als letzten Scheidegruß warf der Erbe des Thrones, dem Bei⸗ spiele des Geistlichen folgend, die erste Hand voll Erde in die ruft, was auch von Seiten der uͤbrigen Koͤniglichen Prinzen und aller Anwesenden geschah, worauf die Versammlung in stil⸗ ler Wehmuth auseinanderging. 1 — Am 22sten v. M., Morgens gegen 8 Uhr, wurde auf dem Rheine zwischen Urmitz und Weißenthurm ein stark mit Waaren belastetes Schiff, ungeachtet der richtigen und starken Lenkung des Steuermannes, vom Winde so heftig gegen das Ufer, welches an jener Stelle sehr steil ist, geworfen, daß das Schiff sofort zu sinken anfing. Gluͤcklicherweise ist von den auf dem Schiffe besindlich gewesenen Menschen keiner verungluͤckt; die Waaren sind zum Theil geborgen worden, und das Schiff ist versichert. —yjõõõ—2u2uyweê,—» »yzY”ê ẽℳN—Xxa·—ꝛ—ꝛj—
Koͤnigliches Schauspiel.
Dlle. Sabine Heinefetter ist jetzt seit 8 Jahren zum dritten Male auf dieser Buͤhne arsaceterege ihre letzte Erscheinung auf dem Königstaͤdtischen Theater nicht mitgerechnet. Verherrlicht, bis zum Ueberschwung gepriesen ist sie von den musikalischen Rezensenten dieses Theaters, als eine Saͤngerin ersten Ranges belobt und von dem Musik liebenden Publikum in solchem Zulauf besucht worden, daß der Spaͤt⸗ koömmende sich zu seinem im Voraus bezahlten Platze mit Muͤhe durchdraͤngen, und der nicht im voraus fuͤr sich gesorgt, wieder nach Hause gehen mußte. Auf dem Koͤniglichen Theater dagegen machte Pecrh bei ihrer ersten Anwesenheit im Sommer 1827 neben der Schechner kein besonderes Gluͤck; man hoͤrte damals den vollen, frischen, jugendlichen Laut ihrer Stimme mit Wohlgefallen an, aber ging weg ohne 8 Lust zur Wiederkehr zu fuͤhlen. Im Jahre 1830 pries man ihre Fortschritte in der Bildung, aber die Gesangs⸗
ritiker meinten, es waͤre nicht die rechte; im Jahre 1833 fanden nun eben die vorgedachten sie verberrlichenden Triumphe auf der Koͤ⸗ nigstaͤdtischen Buͤhne statt, und nur Ein Jahr und ein paar Monate daruͤber wird ihr Erscheinen auf dem Koͤniglichen Theater wenig beachtet, wenigstens nicht so beachtet, als man es nach jenen Trium⸗ phen erwarten sollte, und, nach den hin und wieder lautbar ge⸗ wordenen Klagen, daß die Koͤnigliche Buͤhne gegenwaͤrtig keine ihrer wuͤrdige erste Saͤngerin besitze, erwarten mußte. Und was die mustkalischen Kunstrichter betrifft, so sind sie noch spaͤrlicher in ihrem Lobe, als die Menge in Besuch und Beifall; es versteht sich von selbst, daß Ref. die 8ö Opposition von der einen oder der anderen Seite gaͤnzlich unbeachtet laͤßt. Indeß ein Phaͤnomen von dieser Art kann nichts Geringes seyn; wer die Parteien derge⸗ stalt in Bewegung setzen kann, muß etwas in und an sich haben, was uͤber das gewoͤhnliche Maß geht. Referent, der im voraus von sich freiwillig bekennt, daß er in der Musik nur ein Dilettant ist, wenn er sich auch ruͤhmen moͤchte, daß es ihm an Liebe fuͤr sie und an aͤußerem und innerem Ohr nicht ganz fehle, will eben nur mit freier Intelligenz jenes Phaͤnomen betrachten, mit der Frei⸗ heit, die Jedem unbenommen ist, der mit einer gewissen allgemeinen Hheschmas, Aii uf⸗ sich Rechenschaft uͤber Kunst⸗Eindruͤcke zu geben vermag. Dabei kommt ihm aber allerdings einige Erfahrung inso⸗ fern zu Huͤlfe, als er auch die hoͤchsten momentanen Wirkungen vorzuͤglich beguͤnstigter Talente oftmals wahrgenommen, ja selbst mit empfunden und hinterher doch, wenn er den nachdenkenden Verstand nicht zänzlich abweisen wollte, sich selber gestehen mußte, es gaͤbe keine unbedingte Gröͤße in der Kunstwelt. Am wentgsten aber giebt es eine solche in dem Reiche der so ganz an die Gegenwart gewie⸗ senen Mustk. Wer wird und wer mag denn in dem Augen⸗ blick, wo ihre Toͤne auf Ohr und Gemuͤth wirken, so genau und fein unterscheiden, ob diese gerade hier so und nicht anders wirken sollten; wer mag mit einem Worte getreu in seinem Ge⸗ fuͤhle unterschelden, wo die Musik als freie selbststaͤndige Kunst wir⸗ ken, oder in Bezug auf das dramatische Werk nach diesem Muster und nur nach diesem Muster sich ausdruͤcken sollte. Wie in Ros⸗ sini's Compositionen das Gefuͤhl vorherrscht, und den Hoͤrer uͤber⸗ stroͤmt, ohne daß derselbe sich weiter darum kuͤmmerte, ob die Musik auch an dieser Stelle passend sey; wie er in Melodicen schwelgt: so seine lebendige Interpretin, Dlle. Heinefetter; und, was schwer⸗ lich Jemand in Abrede stellen wird, mit einer Macht und einem Wohllaut der Töͤne, wie man sie nicht alle Tage zu hoͤren Gelegenheit haben duͤrfte. Eine Wirkung dieser Art hat die Kuͤnstlerin auf uns als „Romeo“ in der Bellinischen Oper, als Pamyra in der „Bela⸗ gierung von Corinth“” und als „Semiramis“ gemacht, und Ref. sieht ich dabet gendthigt, wenigstens beilaͤufig zu bemerken, daß auch die hochgepriesene und allerdings vortreffliche Mad. Schroͤder⸗Devrient lie⸗ ber Italiaͤnische als Deutsche, lieber Bellinische als Spontinische Musik sang; es mögen Idiotismen seyn, aber es sind doch Idiotismen großer Kuͤnstler; man muß sie gelten lassen. Hoͤchst erfreulich ist es uͤbri⸗ ens dem Referenten und gewiß Jedem, dem wahre Kunst in jedem zweig am Herzen liegt, gewesen, in Dlle. Gruͤnbaum als „Ju⸗ lia“ eine eben so durch Wahrheit, Innigkeit und Schwung des Ge⸗ fuͤhl⸗Ausdrucks als Reinheit und Kraft der Toͤne ausgezeichnete dra⸗ matische Saͤngerin zu seben und zu boͤren, und in Dlle. Leh⸗ mann die ungemeine Ausbildung threr schoͤnen, vollen Altstimme in der Rolle des „Arsaces“ in der Oper „Semiramis“, so wie die Staͤrke und das Feuer ihres Ausdrucks zu bewundern. ““
Auswärtige Börsen
111“ 27. März.
chuld 55 ½. 59 do. 101 ¼. Ausg. Schuld 118 Kanz- Bill. 25 ½. 4 ½ Amort. 95. 3½ 9G 79 ½. Russ. 983. Oesterr 99. Preuss. Präm.-Scheine 116 ½. do. 49 Anl. —.
90 28 ½
9 28 r.
Niaderl. wirkl.
2 2
—õ —
827
2
„..
In
— —.