deren dieses Institut allerdings zum religidsen Unterricht der An⸗ haͤnger der herrschenden Kirche verwendet, aber die Verwendung seines Vermoͤgens auch streng auf diesen religioͤsen Zweck beschraͤnkt werden soll, — eine Maßregel, die eine bedeutende Reduection dieses Vermoͤgens nach sich ziehen und einen Ueberschuß ergeben wuͤrde, der dann auf die eine oder die andere Weise zur moralischen und religidsen Bildung des ganzen Irlaͤndischen Volks, ohne Ruͤcksicht auf den verschiedenen Glaubden, verwendet werden koͤnnte, und zwar so, daß das Volk selbst davon uͤberzeugt wuͤrde, daß die Verwen⸗ dung zu seinem Besten geschaͤhe. Waren die Reformation und die Revolution fuͤr Irland Perioden des Unheils, so moͤge dagegen die Reform⸗Periode erfreulicher in dessen Annalen dastehen und den Grund zur Versoͤbnung legen. Der sehr ehrenwerthe Baro⸗ net (Sir Robert Peel) hat sich zwar sehr entschieden gegen die von mir vorgeschlagene Maßregel ausgesprochen und die Unver⸗ aͤußerlichkeit des eben so entschieden sprach er sich fruͤher wiederholentlich in seinen Reden gegen die Emancipation der Katboliken aus und hielt es
Diskussionen
Kirchen⸗Eigenthums als Prinzip aufgestellt, abver
nachber doch fuͤr seine Pflicht, mit Ruͤcksicht auf den beunruhigen⸗
den Zustand von Irland dem Hause eine Maßregel zu Gunsten die⸗ ser Emancipation vorzuschlagen. (Hoͤrt, hoͤrt!) Nachdem uͤbrigens der sehr ebrenwerthe Baronet uͤber den vorliegenden Gegenstand sente Meinung mehrmals klar und deutlich geqͤußert hat, muß das Haus einen Entschluß fassen und jener Ansicht entweder beistimmen oder sich dagegen erklaͤren. Es ist fuͤr das Gesammtwohl, so wie fuͤr jeden Eigzelnen, von hoͤchster Wichtigkeit, daß bei einer solchenLebensfrage das Unterhaus und das Ministerium mit einander einverstanden seyen, und jedenfalls ist es besser, sich zu etwas zu entschließen, als Geld uͤber Geld zu bewilligen, ohne zu wissen, ob die Minister das Ver⸗ trauen des Hauses besitzen, oder nicht. (Hoͤrt, hoͤrt!) Den Bericht der Irlaͤndischen Kirchen⸗Kommission abzuwarten, halte ich fuͤr un⸗ noͤthig, da die ehrenwerthen Herren gegenuͤber doch schon eine vor⸗ gefatzte Meinung haben. Was nun die Verwendung des Ueberschus⸗ d der Kärchen⸗Einkuͤnfte anbetrifft, so moͤchte ich, daß dabei das System des von dem Mitgliede für Lancashire (Lord Stanley) als Secretair fuͤr Irland errichteten und den gemeinsamen Unterricht Sekten bezweckenden National⸗Unterrichts⸗Kollegiums fuͤr Ir⸗ land zu Grunde gelegt wuͤrde. Die achtbarsten Geistlichen der Anglikanischen Kirche haben von den erfreulichen Reful⸗ taten dieses Instituts Zeugniß abgelegt und eine Bekehrung des Volks zu dem Glauben der unmoͤglich erklaͤrt. 89 die allgemeine Frage, ob Kirchen⸗Eigen⸗ thum als Privat⸗Vermoͤgen anzusehen ist oder nicht, will ich mich jetzt nicht einlassen, jedoch muß ich bemerklich machen, daß die bil⸗ ligere Vertheilung, welche die jetzigen Minister mit den Einkuͤnften der Bischoͤfe vornehmen wollen, auch den Grundsaͤtzen des Privat⸗ Rechts keinesweges entspricht und sich nur aus staatsrechtlichen Gruͤnden, naͤmlich aus dem Streben nach; örderung der Religion und des Gemeinwohls, rechtfertigen laͤßt; bleraus ergiebt sich denn natuͤrlich, daß das Kirchen⸗Eigenthum aus einem ganz andern Ge⸗ sichtspunkte zu betrachten ist, als das Privat⸗Eigenthum, und wenn man dies einmal zugesteht, giebt es dann wohl heiligere Zwecke zu Ver⸗ wendung desselben, als die allgemeine religibse und moralische Bil⸗ dung des Volks? Entweder muß man uͤberhaupt gar keine andere Vertheilung des Kirchen⸗Eigenthums vorschlagen und Alles beim Alren lassen, oder aber diese Vertheilung nicht auf rein protestan⸗ tische Zwecke beschraͤnken, denn wenn einmal der Staat hat, das Kirchen⸗Eigenthum zu vertheilen, so ist gar nicht einzuse⸗ hen, warum er dies Recht nur zum Besten der Reichen und der herrschenden Kirche auf Kosten der Armen und Andersglaͤubigen qusuͤben soll.“ b Der Rener schloß mit der Erklaͤrung, daß er sich von sei— ner Maßregel ganz fest die Beschwichtigung der in Irland herr⸗ schenden Unzufriedenheit und die Besserung der Einwohner jenes Landes verspreche, denen es an trefflichen Eigenschaften, besonders an Gutmuͤthigkeit und Bastfreundlichkeit, nicht fehle; es stehe jetzt, behauptete er, in der Macht des Parlaments, ohne aͤußeren Zwang das Repeal⸗Geschrei fuͤr immer zum Schweigen zu brin⸗ gen und England unbesiegbar und zum Ideal der Religions⸗ Freiheit zu machen.
London, 31. Mäͤrz. Der Graf Amherst, der bei der Auf⸗ loͤsung des vorigen Ministeriums seine Kammerherrn⸗Stelle nie⸗ derlegte, hatte gestern eine Unterredung mit dem Grafen von Aberdeen im Kolonial⸗Amte. Es heißt, Lord Amherst wolle die Mission nach Kanada annehmen, welche Viscount Canterbury ausgeschlagen hat.
Die Hof⸗Zeitung meldet die Ernennung des Herrn Richard Pakenham zum Britischen Gesandten und bevollmaͤchtigten Mi⸗ nister bei den Vereinigten Staaten von Mexiko und des Oberst⸗ Lieutenant J. H. Mair zum Gouverneur von Grenada.
Einige Blaͤrter glauben, Lord Eliot, der (wie gestern gemel⸗ dert) am Sonnabend mit einer diplomatischen Mission von hier abgegangen, habe sich in Falmouth nach St. Sebastian einge⸗
schifft, um sich in das Hauptquartier der streitenden Parteien zu begeben und Vorschlaͤge zur Beendigung des Buͤrgerkrieges in Spanien zu machen; andere aber sind der Meinung, Se Herr⸗ lichkeit gehe gar nicht nach Spanien, sondern mit Auftraͤgen an Mehmed Ali nach Alexandrien; die erstere Meinung scheint je⸗ doch den meisten Glauben zu finden.
Der Morning Herald will wissen, daß der Herzog von Wellington den jetzigen Britischen Gesandten in Neapel, Sir W. Temple, zuruͤckrufen und den Viscount Burghersh, der schon unter der vorigen Verwaltung des Herzogs zu diesem Ge⸗ sandtschafts⸗Posten auserseher war, dorthin senden wolle.
Der Antrag des Lord John Russell wird von den Opposi⸗ tions⸗Blaͤttern als unfehlbares Mittel, das Ministerium zu stuͤr⸗ dargestellt; von den ministeriellen hingegen nicht allein in Zeziehung auf Grundsatz und Tendenz, sondern auch wegen der
ctioͤsen Zwecke, die offenbar daraus hervorleuchteten, bekaͤmpft. Sie bemerken, daß voriges Jahr das Grey'’ sche Mheisterium und Lord John Russell selbst sich einem aͤhnlichen Antrage des Herrn Ward aufs Bestimmteste widersetzt haͤtten, nicht alletn als unzeitig, sondern auch als die Ruhe und den Frieden des vandes mit Gefahr bedrohend. Nur stärker, versi⸗ chert die Times, wuͤrden die Minister, im Fall sie in diesem Dunkte eine Neederlage erlitten, zum Behuf der Rettung des Landes an ihren Posten sesthalten. Inzwischen laͤßt der Stan⸗ dard weit mehr Besorgnisse wegen des moͤglichen Aus⸗ falls der Sache blicken, als bisher je ein ministerielles Blatt gezeigt hatte. Zwar, meint er, wuͤrde eine solche Niederlage keinesweges die Entlassung der Minister rechefertigen, allein es wuͤrde doch, falls die Mehrheit fuͤr den Antrag betraͤchtlich waͤre, das Ministerium gewiß bald, wenn auch nicht sogleich, abtreten muͤssen, werl ein solcher Sieg die Opposition ohne Zwei⸗ Fel anspornen wuͤrde, ehestens einen unmittelbaren Antrag auf Ent⸗ tissung der Minister zu machen. Damit leitet dieses Blatt die
brlngende Ermahnung an die Parlaments⸗Mitglieder seiner Par⸗ in, in diesen Tagen auf ihren Posten zu seyn. Im Sonnabend⸗
ei ein⸗ 2 veit d. Courier heißt es: „Die haͤufige Communication zwischen den Fuͤhrern der Opposition und der Stanley schen Section einerseits und zwischen Si R. Peel und Lord Stanley andererseits, wel⸗ che gestern Abend im Unterhause stattand, war merkwurdig. Sir Robert sandte Noten an zord Stanley, verließ dann seinen Sitz, setzte sich zu dem Lord und sproch eine Zeit lang mit ihm. Lord J. Russell, Lord Stanley, Sir J. Graham und Herr Poulett
Thomson hatten eifrige Unterredungen hinter dem Spre⸗
ein Recht
———
allgemeine herrschenden Kirche fuͤr
werden wuͤrde.
ziehen, sondern das Parlament aufloͤsen wuͤrden.
hef⸗
gefuͤhrt.
Congo oder Zaire abgesehen ist.
rt * 394 2
cherstuhl!”“ In seinem gestrigen Blatt sagt der Courier: „Die Mitglieder des Unterhauses, welche vor ku zem mit Lord Stanley stimmten, hielten am Sonnabend eine Versammlung. Se. Herrlichkeit selbst war nicht zugegen, es fanden jedoch einige . statt, in deren Laufe mehrere der Anwesenden ihre Absicht zu erkennen gaben, die Motion des Lord John Russell in Betreff der Irlaͤndischen Kirche zu unterstuͤtzen. Wir glau⸗ ben, daß unter diesen mehrere Personen waren, die erst ganz vor kurzem sich von der Nothwendigkeit uͤberzeugt haben, den Ueberschuß der Irlaͤndischen Kirchen⸗Einkuͤnfte auf die von Lord J. Rußsell beantragte Weise zu verwenden. Es ist keine Frage, daß diese Motion von einer so bedeutenden Majoritaͤt wird an⸗ genommen werden, daß die
4 8
ꝛom Minister sich gezwungen sehen, zu resigniren, und in diesem Falle
freundschaftliche Gesinnungen gegen Lord Melbourne
sich nicht geaͤndert haben, Se. Herrlichkeit beauftragen wird, ein
liberales und einiges Ministerium, zu dem das Land Vertrauen
n zweifeln wir nicht, daß der Koͤ⸗ nig, dessen
8 haben kann, zu bilden. Das, was das Land bereits von den
Maßregeln, welche die Verwaltung des Lord Melbourne vor dem
Tode des Grafen Spencer vorbereitete, kennt, wird es uͤberzeu⸗ gen, daß Se. Herrlichkeit die von der Verfassung vorgeschriebe⸗ nen Graͤnzen nicht uͤberschreiten wird.“ . beginnt der Courier mit folgenden Bemerkungen uͤber die ge⸗ stern eroͤffnete Debatte in „Außer den Mitgliedern, welche sich gestern uͤber diesen wichti⸗
gen und interessanten Antrag vernehmen ließen, werden im Lauf
der ferneren Debatte daruͤber, wie man glaubt, noch Sir R. Peel, Lord Stanley, Sir H. Hardinge, R. Inglis, Herr Shaw Herr Ellice, Herr Gisborne,
Cobbett, Herr Sheil und Herr Grattan zu Gunsten derselben sprechen. Die Debatte kann daher unmoͤglich vor morgen Abend geschlossen werden, ja, es duͤrfte vielleicht erst am Donnerstag zur Abstimmung kommen. Vor Anfang der Diskussion fand ein namentlicher Aufruf der Mitglieder des Hauses statt, von denen nur 28 fehlten, worunter auch Sir F. Burdett, der durch einen Anfall von Podagra an sein Zimmer gefesselt ist. Man erwar⸗ tet, daß sich die Anzahl der Abwesenden in den naͤchsten Sitzun⸗ gen noch vermindern wird. Ohne Zweifel wird sich eine betraͤcht⸗ liche Majoritaͤt zu Gunsten der Motion ergeben, und dies duͤrfte zur au⸗ genblicklichen Abdankung Sir R. Peel's fuͤhren. Die Haͤupter einer Abtheilung der Tory⸗Partei haben sich zwar seit der Abstim⸗ mung uͤber die am T beantragte
und Herr Lefroy gegen die Motion und Herr Hume, Herr O Connell, Hr.
Donnerstag von Herrn Tooke Adresse zu Gunsten der Londoner Universitaͤt auf alle moͤgliche Weise bemuͤht, den Premie „Minister zu bewegen, daß er, dem Unterhause zum Trotz, auf seinem Posten verbleiben moͤchte, aber Sir R. Peel ist jetzt vollkommen uͤberzeugt, daß er, ohne den Beistand der Opposition, keine Maßregel im Unterhause durch⸗ setzen kann, und wenn er bloß seiner Neigung gefolgt waͤre, so haͤtte er, wie man uns versichert, schon am Freitage seine Siegel niedergelegt.“ Im Widerspruch mit dem Courier sagt der Globe, er habe gehoͤrt, Sir R. Peel wolle sich im Unterhause nicht ge⸗ gen die Motion des Lord J. Russell aussprechen, weil er doch sicher sey, daß eine darauf gegruͤndete Bill von dem Herzoge von Wellington hinreichend bekaͤmpft und vom Oberhause verworfen r Ein Sonntag⸗Blatt will wissen, daß, wenn Sir R. Peel es fuͤr nothwendig erachten sollte, seine Entlassung zu nehmen, Geund, zu glauben, vorhanden sey, daß der Koͤnig nach Lord Wharncliffe senden Und ihn mit der Rekonstruirung, des Kabinets beauftragen wuͤrde, was Se. Majestaͤt schon haͤt⸗ ten thun wollen, wenn die Minister bei der Frage uͤber die Malz⸗ Steuer geschlagen worden waͤren.
Dem Sun zufolge, herrscht in der sicht vor, daß die Minister, Lord Russell's Motion
City allgemein die An⸗ wenn sie bei der Abstimmung uͤber eine Niederlage erlitten, sich nicht zuruͤck⸗ jie das † Der Courier hält zwar eine Auffoͤsung des Parlaments nicht fuͤr wahrschein— lich, macht jedoch ebenfalls auf die Wahl⸗Bewegungen der Tories aufmerksam und fordert die Reformer auf, ihre Vorkehrungen fuͤr alle Faͤlle zu treffen.
Der Courier theilt einen Abriß von dem General⸗Bericht der Corporations⸗Kommissarien mit, der gestern auf die Tafeln beider Parlamentshaͤuser niedergelegt wurde. Die Untersuchung erstreckte sich auf 300 Corporationen und wurde uberall oͤffentlich Corfe Castle, Dover, Lichfield, Maidstone, New Rom⸗ ney und einige Londoner Compagnieen waren diejenigen Corpora⸗ tionen, welche durchaus alle Aufschluͤsse verweigerten; theil⸗ weise ertheilten Arundel, Hull, Leicester und Rochester solche Aufschluͤsse, weigerten sich aber, den Kommissarien ihre Rechnun⸗ gen vorzulegen und den Zustand ihres Corpovations⸗Eigenthums untersuchen zu lassen. „Die Mißbraͤuche“, sagt der Cou⸗ rier, „welche sich aus dem Bericht ergeben, sind furcht⸗ bar, die Faͤlle, wo oͤffentliches Eigenthum zu Privat⸗ Zwecken verwendet wurde, unzaͤhlig; es zeigt sich, daß die Corporationen, fast ohne Ausnahme, in ihrer Verfassung und Handlungsweise entschieden toryistisch sind, und alle die ge⸗ priesenen Vorzuͤge des Systems der Selbst⸗ Erwaͤhlung werden in ihrer ganzen Verderbtheit dargestellt. Die oͤrtlichen Steuern, welche der Bevoͤlkerung, außer den Revenuen, die aus dem un⸗ ter der Kontrolle der Corporationen stehenden oͤffentlichen Eigen⸗ thum hersließen, jaͤhrlich von diesen selbstgewaͤhlten und keiner Verantwortlichkeit unterworfenen Koͤrperschaften auferlegt wer⸗ den, belaufen sich auf mehr als 1 Million Pfd. Sterling. Die Kommissarien haben sich uͤbrigens nicht fuͤr ermaͤchtigt gehalten, Maßregeln zur Verbesserung des Corporations⸗Wesens vorzu⸗ schlcgenes sondern sich bloß auf Darlegung der Mißbraͤuche be⸗ schraͤnkt.
Das Verhoͤr der wegen der Vorfaͤlle bei der Zehnten⸗Ein⸗ treibung zu Rathcormac in Irland angeklagten Personen ist aufgeschoben und die Angeschuldigten sind gegen Leistung einer Caurion von 2000 Pfd. Und Stellung zweier Buͤrgschaften von je 1900 Pfd. ein Jeder auf freien Fuß gesetzt worden. Man geht jetzt hier damit um, durch Subscription eine Expedi⸗ tion zur Erforschung des suͤdlichen und mittleren Afrika von Lataku bis zu dem sogenannten Mond⸗Gebirge zu Stande zu bringen, wobei es natuͤrlich auch auf Entdeckung der Quellen und des Laufes des Als Befoͤrderer dieses Unternehmens werden der Herzog von Somerset, der Graf Munster, Lord Bex⸗ ley, Sir A. Johnston, Dr. Olinthus Gregory, Dr. Birkbeck und Andere genannt. Die Expedition soll vom Kap ausgehen und den Versuch machen, bis zum großen Tschad⸗See und von da nach der Kaͤste des Mittellaͤndischen Meeres vorzudringen.
Die Arbeiter an der Eisenbahn von hier nach Southamp⸗ ton, deren Anlegung erst am 25. Juli v. J. durch eine Parla⸗ ments⸗Akte bewilligt wurde, und die zur Communication mit Havre sehr wichtig ist, werden mit außerordentlichem Eifer be⸗ trieben und sind schon an zehn verschiedenen Punkten im Gange.
Die Spanische Regierung hat hier ein großes Dampfschiff angekauft, welches in Woolwich ausgebessert wird und den Na⸗
Sein heutiges Blatt
Bezug auf die Russellsche Motion: wie zu erwarten stand, auf heute Abend
8 7 no 2i. vorigen Session machte Herr Goulburn, Sir A n”
1
men „Donna Isabella II.“ erhalten soll; es wird 6 Vier 1d6, . und 19 Mann an Bord nehmen. erund, Die letzten aus Lissabon hier einge angen eivathra,⸗ vom 18ten d. M. melden unter G da derveeürch von Leuchtenberg sich immer mehr die Liebe des Volks gec und naͤchstens an die Spitze des Heeres gestellt werden oln In der Rede, welche Herr Passos zu Gunsten seines 1 8 erwaͤhnten) Antrages auf Entlassung aller Miguelisten 118 Staatsdienste hielt, ruͤhmte derselbe auch die große Tapferke welche die Portugiesen schon von Altersher bewiesen haͤtten ü6 welchem Zweck er an Sagunt und Numantia erinnerte, 764 daran zu denken, daß diese beiden Staͤdte in dem Theile h Pyrenaͤischen Halbinsel lagen, der stets unter dem Namen Sde nien bekannt war, und sodann behauptete, daß die Befrei 6 der Halbinsel von Napoleons Herrschaft mehr dem Heldennug der Portugiesischen Truppen, als dem Feldherrn⸗Talent des 8 zogs von Wellington zuzuschreiben sey. In der Depunine Kammer war eine Kommission niedergesetzt worden, um zu 1 tersuchen, ob der im Jahre 1810 wischen England und Porm gal abgeschlossene Vertrag noch Gaͤlrtgkeir habe. ih
— — London, 31. Maͤrz.
gell iss Der Vorschlag des Lord q„ Russell ist gestern nicht zur schlag Lord Joßn
Entscheidung gekommen, sondern vertagt wor 1 er wahrscheinlich noch einmal vertagt werden Cerd. Po schlag ist im Wesentlichen zwar derselbe, den Herr Ward in 8- bei welcher Gelegenheit wohl ziemlch Alles gesagt wurde, was von beiden Seiten uͤber die Frage vor gebracht werden konnte: ob irgend ein Theil des Einkommens der Irlaͤndischen Kirche fuͤr die geistigen Beduͤrfnisse der dorti gen Protestanten uͤberfluͤssig und deswegen auf die religioͤse unj sittliche Erziehung der Jugend ohne Unterschied des Glaubens verwendet werden solle, oder nicht. Aber da die Verhaͤltniss der Staatsmaͤnner und Parteien sich geändert, so erscheint n- Säaͤche auch Manchem in einem neuen Lichte. Damals widerset ten sich die Whig⸗Minister (und darunter Lord John selbst) dem Vorschlage als unnuͤtz, weil noch Niemand wissen koͤnne, ob jene Kirche wirklich ein zu großes Einkommen habe und es noch immer Zeit sey, uͤber den etwanigen Ueberschuß zu verfi⸗ gen, wenn man solchen gefunden. Aber um dieses aus⸗ zumitteln, ernannten jene Minister eine Kommission, mit der bestimmten Erklaͤrung, je nach dem Berichte derselben zu verfahren. Sir Robert Peel aber, welcher schon damals gegen eine mit solchen Absichten ernannte Kommission protestirte hat seitdem er ins Amr getreben, wiederholentlich erklaͤrt daß er 1 keine andere Verwendung jenes Einkommens willie en werde, als die zu streng kirchlichen Zwecken. Lord John Russell behauptet also, daß, obgleich jene Kommission ihren Bericht noch nicht ge⸗ macht, es doch den Vertretern der Nation gezieme, dem Irlaͤn⸗ dischen Volke, welches doch groͤßtentheils aus Katholiken bestehe die Versicherung zu geben, daß sie jene Gesinnungen der Min⸗ ster nicht theilten, sondern bereit seyen, nachdem sie fuͤr den Got⸗ tesdienst der Protestanten gesorgt, das uͤbrige Einkommen zum wirklichen Nutzen des Ganzen zu verwenden. Das Parlament habe sich im vorigen Jahre nur unter der Bedingung, alle ge⸗ rechte Beschwerden abstellen zu wollen, gegen die Auflöͤsung der Union entschieden, und⸗ wenn es den Irlaͤndern nicht Wort hielte so mͤsse es fruͤher oder spaͤter zu dieser Aufloͤsung kommen Sit E. Knatchbull widersetzte sich dem Vorschlage mit allem Effer und wurde aufs kraftigste von Sir James Graham unterstuͤp⸗ welcher bekanntlich voriges Jahr mit den Lords Stanley und Ripon und dem Herzog von Richmond das Greysche Ministerium verließ, und, wie er erklaͤrte, das jetzige Ministerium darum unterstuͤtzte, weil es versprochen habe, die Kirche in allen Punt⸗ ten aufrecht zu erhalten. Dieser Unterstuͤtzung ungeachtet, ver⸗ spricht sich die Opposition eine Mehrheit von 36 Stimmen in einem noch volleren Hause, als bei den zwei fruͤheren großen Gelegenheiten. Ob deswegen Sir Robert seine Stelle niederle⸗ gen wird, ist zweifelhaft. Ich glaube es nicht, obgleich seime Stellung durch dieses Resultat s⸗ ehr erschwert werden wuͤrde. Nach Einigen hat Lord Stanley seit kurzem selbst eine Vereini— gung mit ihm vorgeschlagen, und man glaubt, daß diese Abstimmung nur um so schneller dazu fuͤhren wird. Aber auch dies erleichtert seine Lage nicht weiter, als daß es ihm einen gelaͤufigen und kraͤftigen Reoner summ Gehuͤlfen giebt, der ihn mit freiem Muthe unterstuͤtzen oͤnnte, waͤhrend seinen Ultra⸗Tory⸗Gefährten, mit Ausnahme sol⸗ cher Faͤlle wie der Russellsche Vorschlag, die Verhaͤltnisse den Mund verschließen. Auch zeigen diejenigen der Letzteren, welche sich nicht in Ministerium befinden, ihre Unzufriedenheit nicht nur durch iste Abwesenheit, sondern auch in Journalen, wie der John ull, welcher den Vorschlag der Kommission zur neuen Einthei⸗ lung der Bisthuͤmer und deren Einkuͤnfte, obgleich 6 Bischhfe zu dieser Kommission gehoͤren, fuͤr einen revolutionnairen erklart, der uͤber kurz oder lang zum Umsturz der Kirche fuͤhren müͤüsse, wie die Reform⸗Bill ganz gewiß zum Umsturz des Thro⸗ nes, da die Anheimstellung des Kirchen⸗Einkommens zur Veefi⸗ gung des Parlaments und die Umgestaltung der Bisthuͤmer nach einem tausendjaͤhrigen Bestehen nichts anders als der An⸗ fang vom Ende seyn koͤnne. — Letzten Sonnabend versammelten sich die Mitglieder der Unterhaus⸗Opposition bei einem Gast⸗ mahl, das sie zu Ehren des Lord John Russell gaben. Die da⸗ bei gehaltenen Reden beweisen nur, daß an 300 entschlossen sind, fuͤr jetzt jedweder eigenen Theorie und Lieblings⸗Ansicht zu ent⸗ sagen, bis sie die Tories vom Amte getrieben. 1“ Aus dem Haag, 1. April. Ein bei der zweiten Kammer der Generalstaaten gestern zur Sprache gekommnener Vorschlag des Herrn van Dam van Isselt betrifft den gedruͤckten Zu⸗ stand unseres Landbaues und hat die A fassung einer Adresse zum Zweck, in welcher Se. Maj. ersucht werden soll, eine Kom⸗ mission zur Untersuchung des Agrikultur⸗Zustandes zu ernennen, wonaͤchst dieselbe Mittel in Vorschlag bringen soll, wie den vor⸗ handenen Uebelstaͤnden abzüuhelfen sey. Es ist dieser Antrag an die Sectionen uͤberwiesen worden. Das Linienschiff „de Zeeuw“, welches der Capitain Ryk be⸗ fehligt, soll mit dem 1sten k. M. au er Dienst gesetzt werden. Der Capitain ist zum militairischen —“ des Koͤnigl. Marine⸗Instituts zu Medemblick ernannt; die uͤbrigen Offtziere und die Mannschaften des Zeeuw sind fuͤr die Fregatte „de Maas“ bestimmt, mit welcher der Prinz Wilhelm Friedrich Hein⸗ rich (wie bereits erwaͤhnt) die Kreuzfahrt nach Westindien un⸗ ternehmen wird.
8 ⸗
mmn. Deutschland.
Hambu rg, 4. April. Heute wurde in der lischen Kirche eine feierliche Todten⸗Messe zum Andenken Er. Maj. des Hochseeligen Kaisers Franz I. gehalten. Alle aͤußern Vorrichtungen, die zur Erhoͤhung und Wuͤrde einer solchen Feier
beizutragen im Stande sind, waren eben so geschmackvoll als 1 8
hiesigen Katho:
zarti 5 häcat geweiht werden, als durch das so bekannte als mit Recht
beruͤhmte Requiem von Mozart, das von mehreren ausgezeichne⸗ in Kuͤnstlern und Dilettanten unserer Stadt beifallswerth aus⸗
geführt wurde.
sammlung vom 31. Maͤrz wurde der Landtags⸗Abschied revidirt und mit den bei der Diskussion beliebten Abaͤnderungen und zusätzen in seinen einzelnen Bestimmungen angenommen. Der kandtags⸗Kommissar, Regierungs⸗Rath Koch, erklaͤrte im Lauf der Diskussion, wie es die Staats⸗Regierung bedaure, daß we⸗ en der vielfachen Abaͤnderungen, welche die Staͤnde⸗Versamm⸗ sung an dem Landtags⸗Abschiede vorgenommen, und auf welche die Staats⸗ Regierung einzugehen nicht vermoͤge, feute nicht geschlossen werden koͤnne. wiederholte der Landtags⸗Ko mmi Diskussion bereits eingelegte Protestation gegen die vorgenomme⸗ nen Abäͤnderungen, damit aus seinem Stillschweigen waͤhrend der Revision nicht etwa die Einwilligung der gefolgert werden koͤnne. Es wur der Vert hHenkel, den Artillerie- und Garde⸗du⸗Corps⸗Kasernen⸗Bau be⸗ kreffend, diskutirt, Rchlr. verwilligt.
ein Votum von Seiten der Kurhessischen Standesherren ange⸗
rechte derselben durch die neue Sraͤdte⸗ und Gemeinde⸗Ordnung al gekraͤnkt und beeintraͤchtigt anzusehen seyen.
ichen Hofe accreditirte zpationsrath Ritter v. Berks Ehr Sr. m n. horzoglichen Durchlaucht in einer feierlichen Audienz ein Kaiserl. föchsteigenes Notifications⸗Schreiben Franz I. von Oesterreich und den roierengen Majestaͤt Ferdinand I. Zet Geschäftstraͤger wurde sodann zur Audienz bei Ihrer Durchlaucht da Frau Herzogin eingefuͤhrt. Hofe, wobei Se. aͤltestregierende H r) cüsgezeichneten Tugenden des hingeschiedenen hoͤchstseligen Kai⸗ ses gedachten und einen Toast auf das Wohl Sr. ferdinand I. und des Kaiserl. Hauses ausbrachten. turde von dem s Wohl Sr. Herzoglichen Durchlaucht und des Herzoglichen Hauses erwiedert.
nlassen uͤber das eigenmaͤchtige nit denen keine Freizuͤgigkeit besteht. Leherden des Reichs ein Deutschen Gesellschaft von „Wohlgemeinter Rath an mit der Weisung zugeschickt worden, jenen Auszug den Auswan⸗ derungslustigen die moͤglichste Belehrung oder Warnung bereitwilligst zu erthei⸗ len. in andere Laͤnder, Betheiligten die beiderseitigen Verhaͤltnisse auseinander zu setzen.
kannte Ritter von Lang, Koͤniglich Bayerischer Geheimer Rath und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, ist am 26. Maͤrz, 7! Jahre alt, zu Ansbach ploͤtzlich gestorben.
Staats⸗ und Regierungs⸗Blatt erschienene Verordnung haben Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog zum Praͤsidenten der esten Kammer unserer Srtaͤnde⸗Versammlung fuͤr die Dauer des gegenwärtigen Landtags den Markgrafen Wilhelm Hoheit, esten Vice⸗Praͤsidenten den Fuͤrsten von Fuͤrstenberg und zum
ktenne deren im Verlaufe so vieler
vermoͤchte, folgen, betrachten — Lerewigte Seine Liebe maͤch Uebrigens bleibe Ich Ihnen und den 1“
8 Personen aus bekannten reten, nicht um als
8 8 *
I11“ ausgefuͤhrt. Das ganze Trauerfest konnte nicht wuͤr⸗
Kassel, 1. April. In der Sitzung der Staͤnde⸗Ver⸗
Der
der Landtag Am Schluß der Debatte ssar seine im Laufe der
Staats⸗Regierung urde dann der Bericht des Herrn und zu diesem Bau im Ganzen etwa 30,000
Wie man vernimmt, ist nun auch Professor Jordan um angen worden, ob und inwiefern die bundesgesetzlichen Vor⸗ Gestern hatte der am hiesigen Herzog⸗
Kaiserl. Hesterreichische Geschaͤftstraͤger Berks die Ehre, Sr. altestregierenden
Coͤthen, 1. April.
uͤber das Ableben Kaiser Regierungsantritt Sr. jetzt zu uͤberreichen. Der Herr 1 Hierauf war große Tafel bei Herzogliche Durchlaucht der
Majestaͤt “ Letzterer Herrn Geschaͤftstraͤger durch einen Toast auf
Muͤnchen, 29. Maͤrz. Die Regierung hat eine Verfuͤgung Auswandern in solche Staaten, Ferner ist an saͤmmtliche Auszug der zu Baltimore von der Maryland herausgegebenen Schrift: Deutsche Auswanderungslustige ꝛc.“,
zur Einsicht zuzustellen und denselben uͤberhaupt
Auch bei Gesuchen um die Erlaubniß zur Auswanderung als nach Amerika, haben die Behoͤrden den
Der besonders als Verfasser der Hammelburger Reisen be⸗
Karlsruhe, 1. April. Durch eine im Großherzogl.
zum
weiten Vice⸗Praͤsidenten den Staats⸗Minister Freiherrn von berckheim ernannt.
Heidelberg, 26. Maͤrz. In voriger Woche traf Profes⸗ sor Schoͤnlein auf seiner Reise nach Bruͤssel hier ein. Derselbe sol auf das Bestimmteste erklaͤrt haben, daß er seine Stelle in züͤrich nicht verlassen und keinen auswaͤrtigen Ruf annehmen verde.
Darmstadt, 31. Maͤrz. (Großherzogl. Hess. Ztg.) Bereits am 2ten d. M. hatte der neue Koͤnigl. Preußische Ge⸗ sciststeaͤger am Großherzogl. Hofe, Herr Legations⸗Rath Graf von Galen, seine Antritts⸗Audienz. Heute, bei Gelegenheit der Tasel im Palais, hatte der bisherige Geschaͤftstraͤger, Herr Ge— heine Legations⸗Rath Freiherr von Arnim, seine Abschieds⸗Au⸗ denz bei Ihren Koͤnigl. Föheioen dem Großherzoge, der Groß⸗ erzogin und den andern hohen Herrschaften. Freiherr von Ar⸗ nim verlͤßt morgen unsere Stadt, um seinen neuen Posten im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten zu Berlin anzu⸗ nreten. Ihm folgen die allgemeine Achtung und Liebe, die er sich waͤhrend seines Zjaͤhrigen Aufenthalts hier erwarb, und na— mentiich sehen die Armen mit Schmerz einen Mann scheiden, der ihnen so oft ein edler Wohlthaͤter wauaua.
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Wien, 1. April. Se. Majestaͤt der Kaiser Ferdinand I. geruhten, dem uralten, bei allen fruͤheren aͤhnlichen Gelegenhei⸗ in stattgehabten Herkommen gemäß, am 25. Maͤrz d. 4. eine feierliche Deputation der Nieder⸗Oesterreichischen Stäͤnde zu em⸗ pfangen, in welcher dieselben die ehrerbietigsten Ausdruͤcke ihrer meuanhaͤnglichsten Empfindungen aus Anlaß des tief betrauerten bLlebens Sr. Majestaͤt Franz I. und der glorreichen Thronbe⸗ stigung Sr. Majestaͤt Ferdinand I. darbrachten. — Die Anrede, wesche der Landmarschall, Peter Graf von Goöß, bei dieser Ge⸗ segenheit hielt, geruhten Se. Majestat mit folgenden huldreichen öhrten zu beantworten: „Die Gefuͤhle, welche die Nieder⸗ sterreichischen Staͤnde gegen Mich aussprechen, gereichen Mir im Vergnuͤgen, aber keinesweges zur Verwunderung. Ich Jahrhunderte erprobte, in Uten wie in boͤsen Zeiten stets bewaͤhrte Anhaͤnglichkeit und leue. Ich und das gesammte Reich haben in der Person des ingeschiedenen Monarchen — eines Vaters fuͤr Alle — einen erlust erlirten, den Ich eben so wenig in Worten auszudruͤcken als dies Ihnen moͤglich waͤre. Seinem Beispiele zu Meine Regierung als die Fortsetzung der Seinigen zu wird die Aufgabe Meines Lebens seyn. Wenn der Seinen Unterthanen als ein theures Ver⸗
gtniß hinterließ, hat Derselbe Seinem Nachfolger das theuerste
reaͤnden mit landesfuͤrstlicher Huld und Gnade gewogen.“
EVnn Rom, 21. Maͤrz. (Allg. Ztg.) In der letzten Zeit sind hier meh⸗ Familien in den Orden von Malta ge⸗ gegen die Unglaͤubigen zu sechten,
Ritter
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bene eben so leicht wieder aus; an die nigsten, und so kommt es, daß Familien, wenn ein erwarteter Verdienst ausbleibt, auf einmal ganz verarmt erscheinen.
geruͤstet, die naͤchstens in See gehen, und wie es polis segeln sollen; Einige wollen dieser dere Bestimmung geben. von der Pforte, jetzt eine Expedition anzuordnen, verschoben oder ganz unterlassen werden konnte. darin Alles beherrscht, und der am Ende die Pforte zu Grunde rich⸗ ten als Tributair des Sultans anerkannt uͤbermuͤthig, und wirft sich in allerlei fremdartige Unternehmun⸗ gen, unbesorgt, ob nicht neue Verlegenheiten daraus werden. Die Pforte fuͤhlt sich geschmeichelt, gen kann, unsere Flotte beherrscht das Mittelmeer, unsere Macht ist unerschuͤtterlich. mann ohne Unterlaß, seine verblichene Groͤße ist das Stecken⸗ pferd, worauf er sich gefaͤllt; die Auferstehung, nicht in unserem sondern in rein materiellem Sinne, Ruͤckkehr entseelter Helden, auf das Weltregiment hoffen. Einst⸗ weilen ist es aber damit nichts, und die vielen Demuͤthigungen, die die Pforte in der letzten Zeit erdulden laͤngst uͤberzeugen sollen, daß mit einer gethan ist. . das Mittel ist, die Englische Eskadre zu entfernen, die, obgleich es hieß, daß sie von Vurla abgesegelt sey, 18 wird sich bald zeigen. Admiral Rowley den zukehren; man weiß aber nicht, ob dieser lautete, und ob er selbst in diesen wird. E
Londoner Admiralitaͤt steht, und ungern eine andere Autoritaͤt Admiral Rowley eine
anerkennt. — Leuchtfeuern und sonstigen Schifffahrts⸗Zeichen sind unterm 12ten
Art von Unabhaͤngigkeit gegen Er koͤnnte es jetzt wieder versuchen, wenn er erfaͤhrt, daß Tuͤrki⸗ sche Kriegsschiffe im Begriff stehen, im Mittel⸗Meere zu erschei⸗ nen. dition anzuordnen, die die Englische Eskadre bei Vurla zuruͤck⸗ halten koͤnnte. menti, denn er hat bittere Beschwerden wegen der Ruͤckkehr des Admiral Rowley nach Vurla gefuͤhrt, und auf das bestimmteste den Grund dann gefunden, denn obgleich der beabsichtigten Expedition, sey sie nach Tripolis oder tigkeit beizulegen ist, so wird man diesen Umstand doch benuͤtzen, um der Pforte die Schuld der neuen militairischen Bewegungen beizumessen. Eine Deputation aus Serbien ist hier eingetroffen, durch welche Fuͤrst. Milosch uͤber Lage seines Landes dem Sultan be
Serbien habe beschlossen, Belgrad zu verlegen. fer rungs⸗Beamten in letztgenannter Stadt ein. ““
sondern um sich fuͤr ihre Lebenszeit ein bedeutendes Einkommen sichern. e
erlusten, immer noch sehr großes Eigenthum, sowohl im Paͤpst⸗ lichen Staate, als im Koͤnigreiche beider Sicilien. — Der Mar⸗ schall Bourmont steht dem Vernehmen nach in Unterhandlung, um die betraͤchtlichen Lehns-Guͤter der einst so bluͤhenden Fa— milie Lante, als 1b und Bomarzo, das alte Polimartium, kaͤuflich an sich zu brin⸗ gen. ¹ naͤchstens den Marschall unter die Zahl der Roͤmischen Herzoge aufgenommen sehen, da er schon durch fruͤheren Ankauf von be⸗ deutenden Laͤndereien Anspruͤche auf einen solchen Titel machen kann. — Der unter Pius VII. Governatore gewesene Tiberio Pacca, dessen ploͤtzliches Verschwinden aus Rom damals zu so vielen Geruͤchten Anlaß gab, soll gegenwaͤrtig in Turin bei dem Ministerium der Polizei angestellt seyn. — Nachdem uns nun fast alle Fremden verlassen haben, bekoͤmmt die Stadt wieder ein stilleres Ansehen, und die Roͤmer verzehren in Ruhe die Millio⸗ nen, welche ihnen der Norden herbeigetragen hat. len diesen jaͤhrlichen außerordentlichen Einnahmen Wohlstand der Buͤrger doch auf keinem soliden Grunde, wie man solchen in Handelsstaͤdten zu sehen gewohnt ist. leichten Charakter des Suͤdlaͤnders giebt er das schnell Erwor⸗
Bekanntlich besitzt dieser Orden, bei allen gehabten
Bagnaja, Chia, Attigliano, Magnano
Sollte dieser Kauf zu Stande kommen, so duͤrften wir
Aber bei al⸗ beruht der
Bei dem
an die Zukunft denken die We⸗
[G1 * 91 †
Konstantinopel, 14. Maͤrz. (Allg. Ztg.) Die Arbeiten
8
eißt, nach Tri⸗ kleinen Armada eine an—⸗ unvorsichtig ist es
im Arsenal werden fortgesetzt, und 11 große 20 he sind aus⸗
Auffallend, fast
Man st wieder einen Beweis des kleinlichen Geistes, der hier
wird. Nun Mehmed Ali gezahlt und sich durch die That
erwachsen
Die
laͤßt ihn unablaͤssig auf die
mußte, haͤtten sie affektirten Groͤße nichts Ob die Erscheinung ihrer Flotte im Mittelmeere
doch noch dort liegt,
Lord Ponsonby hat allerdings dem Befehl zugeschickt, nach Malta zuruͤck⸗ Befehl ganz unbedingt Falle schnell vollzogen werden Es ist bekannt, daß die Englische Marine direkt unter der Schon fruͤher wollte einmal Lord Ponsonby geltend machen.
Es ist also ein Mißgriff von der Pforte, jetzt eine Expe⸗
Der Sultan giebt sich dadurch ein sichtbares De⸗
davon zu erfahren verlangt. Dieser Grund waͤre
sonst wohin bestimmt, keine große Wich⸗
die letzten Ereignisse und die gegenwaͤrtige riedigenden Bericht erstattet. Ztg.) Es wurde kuͤrz⸗
Belgrad, 21. Maͤrz. (Schles.
lich der Tod des Statthalters von Rumelien, Havanos⸗Oglu, von mir gemeldet, ohne des in Briefen aus Bitoglia enthaltenen Geruͤchtes, daß er an Gift gestorben sey, weiter zu erwaͤhnen, da gedachte Briefe keinen Grund hierzu anfuͤhrten. zeigte es sich, duͤrfte, da man beinahe gleichzeitig Bitoglia, aus Konstantinopel die Ernennung eines neuen Ru⸗ mely Wallesi meldete, als die Todes⸗Nachricht in der Hauptstadt die neuesten Briefe aus Bitoglia wird nun der Schleier vollends geluͤftet. Man schreibt naͤmlich, daß kurze Zeit nach dem Tode Ha⸗ vanos⸗Oglu's eine Kommission aus Konstantinopel in Bitoglia ange⸗ kommen sey, und daß uͤber saͤmmtliches Vermoͤgen nicht nur dieses Statthalters, sondern seiner ganzen Familie, die zu den angesehensten im ganzen Tuͤrkischen Reiche den sey. geheimer Beguͤnstiger des strebenden Gefuͤhlen fuͤhrte er so weit es noͤthig war, aus, kes bezwecken und der suchung in Betreff der in Konstantinopel rung des letzten Monats Beweis geliefert, daß. selben gewesen ist, und so erklaͤrt sich seines Nachfolgers, und sein freiwilliger Tod. diese Thatsache, wie gefaͤhrlich die Verschwoͤrung werden konnte, wenn sie zur Reife gedieh.
1 Allein bald daß diese Sage doch nicht ganz grundlos seyn mit der Todes⸗Anzeige aus was offenbar eher geschehen seyn mußte, eingetroffen war. Durch
gehoͤrt, Confiscation verfuͤgt wor⸗ Havanas⸗Oglu war ein bigotter Tuͤrke und stets ein Janitscharenthums. Nur mit wider— die Verordnungen des Sultans, welche die Civilisation seines Vol⸗ Schranken setzen. Die Unter⸗ entdeckten Verschwoͤ⸗ Januar hat nun den unwiderleglichen Havanos⸗Oglu ein Haupttheilnehmer der⸗
die fruͤhzeitige Ernennung Uebrigens zeigt
Willkuͤr
— Aus Belgrad wird geschrieben, der Fuͤrst Milosch von seine Residenz von Kragujewatz nach Schon trafen einzelne der hoͤchsten Regie⸗
Berlin, 6. April. Aus dem Verwaltungs⸗Berichte der
General⸗Kommission zur Regulirung der gutsherrlichen und baͤuer⸗ lichen Verhaͤltnisse im Großherzogthume Posen fuͤr das Jahr 1834 ergeben sich Laufe des vorigen lig vorbereitet: Eigenthum ihrer Hoͤfe; 124 Abloͤsungen von Diensten und son⸗
olgende Haupt⸗Resultate: „Es wurden im 1 ausgefuͤhrt oder zur Ausfuͤhrung voͤl⸗ 183 Regulirungen von ganzen Gemeinden zum
die fuͤglich sieht
hat, ist man auf Einmal und im ; 24,914 Kinder (12,818 Knaben und 12,096 Maͤdchen) geboren
wenn sie nur sa⸗ 8 1 1 8 6497 Personen angewachsen.
Traditionen spuken bei dem Musel⸗.
stigen Leistungen, und 259 Gemeinheitstheilungen, in Summa 566. Von den im Gange befindlichen Prozessen wurden 373 beseitigt, so daß noch schwebend geblieben sind: in erster Instanz 717, in zweiter 231, in dritter 47, in der Recurs⸗Instanz 22, zusammen also 1017. — In dem ganzen IIjaͤhrigen Zeitraume seit der Organisation der Feneral⸗ Konzmission sind 2267 Regu⸗ lirungen, 1457 Abloͤsungen und 2637 Gemeinheitstheilungen, uͤberhaupt 6361 im Gange gewesen und angemeldet, hiervon aber zur Ausfuͤhrung gebracht, oder, die zuruͤckgenommenen Pro⸗ vocationen mit eingerechnet, voͤllig vorbereitet worden: 1603 Re⸗ gulirungen, 717 Ablosungen und 1915 Gemeinheitstheilungen, in Summa 4235, so daß zu Anfang dieses Jahres noch 2126 im Gange waren. In 1567 Ortschaften sind hiernach 1677 Personen mit einem Land⸗Besitze von 951,037 Mor⸗ gen Eigenthuͤmer ihrer baͤuerlichen Acker⸗ Nahrungen ge⸗ worden. Der uüungefaͤhre Werth dieser Morgenzahl betraͤgt 6,283,409 Rthlr. Dabei sind 1,292,966 Spanntage und 2,687,592 Handtage aufgehoben worden. Die uͤbrigen aufgeho⸗ benen Leistungen haben einen Werth von etwa 1,262,751 Rthlr. Die Dominia der oben angegebenen Ortschaften erhielten zu ih⸗ rer Entschaͤdigung: a) an theilweise eingezogenen baͤuerlichen Laͤndereien 114,258 Morgen; b) an jaͤhrlicher Rente in Roggen, 6375 Scheffel Preuß. Maaß; c) an jaͤhrlicher Geld⸗Rente 249,225 Rthlr.; d) durch Kapital 35,856 Rthlr.; c) durch er⸗ sparte Gegenleistungen 231,551 Rthlr.; f) durch den Werth der zuruͤckerhaltenen Hofwehr 12,512 Rthlr. Die Vergroͤßerung der herrschaftlichen Besitzungen durch eingezogene Laͤndereien be⸗ traͤgt 19,599 Morgen.
— Die Gemeinde Sargstedt bei Halberstadt, die in den Jahren 1830 und 1831 znr Erbauung einer neuen Kirche und zur Erweiterung des Schulhauses daselbst, außer den geleisteten
Hand⸗ und Spanndiensten, einen baaren Baukosten⸗Beitrag von
2285
Rthlr. gezahlt, hat im vorigen Jahre wieder zur Anschaf⸗ fung einer neuen Orgel durch freiwillige Beitraͤge die bedeutende Summe von 920 Rtehlr. aufgebracht; welchen erfreulichen Be⸗ weis von reger Theilnahme der genannten Gemeinde fuͤr die Ver⸗
besserung ihres kirchlichen Wesens die Koͤnigl. Regierung zu Mag⸗
deburg in ihrem Amtsblatt zur Shsegleh Kenntniß bringt. . — Im Reg. Bez. Merseburg sind im vorigen Jahre
und es starben 18,417 Personen, wovon 9596 maͤnnlichen und 8821 weiblichen Geschlechts. Die Bevoͤlkerung ist demnach um Unter den Geburten waren 292 Zwillings⸗ und 6 Drillings⸗Geburten. Von den Gestorbenen er⸗ reichten 32 ein Alter von mehr als 90 Jahren. Getraut wurden 5681 Paare. Die Bevoͤlkerung des ganzen Reg. Bez. belief sich am Schlusse des vorigen Jahres auf 612,000 Feelen. Da der Flaͤcheninhalt desselben nun ungefaͤhr 187 geographische Q. M. betraͤgt, so kommen im Durchschnitt 3272 Einwohner auf die
Quadr. Meile.
„und Polizei⸗Gesetzgebung des Auslandes, so
weit selbige den Handel betrifft.
XIX. 85 —
Berlin, 31. März 1835.
Großbritanien. In den von Trinity⸗House abhäugigen d. M. folgende Veränderungen, als mehr oder weniger nahe bevor⸗ stehend, dem Publikum angekündigt worden:
„1¹) Der neue Leuchtthurm auf Start⸗Point wird zu Anfange nächsten Herbstes in Wirksamkeit gesetzt werden. Das Feuer desselben wird sich zur Fluthzeit bei hohem Wasser 204 Fuß über die Meeres⸗ fläche erheben. Es ist ein Drehfeuer, dessen ausgezeichnet helle Scheine sich in Zwischenraumen von Minute zu Minute folgen werden. Au⸗ zerdem ist für denselben Thurm noch ein feststehendes unveränderliches Feuer, in der Richtung von Berry⸗Head, bestimmt.
2) Zur selbigen Zeit, wo das Leuchtfeuer auf Start⸗Point zum erstenmale brennen wird, soll das hohe Leuchtfeuer von Portland aufhören, ein Drehfeuer zu seyn, und ein feststehendes Feuer an dessen Stelle tregbi, welches, wie das untere daselbst, beide unveränder⸗ 8 S dann in derselben Richtung, als früher, wahrzunehme eyn wird.
3) Ein neues Leuchtfeuer auf St. Anthonp's⸗Point, westlich am Eingange des Hafens von Falmouth, soll etwa gegen Ende Mais d. J., zur Leitung der daselbst ankommenden und abgehenden Schiffe, eröffnet, und allnächtlich von Sonnen⸗Unter⸗ bis Aufgang unter⸗ halten werden. Dasselbe wird, zur Fluthzeit bei hohem Wasser, 65 Fuß über dem Meeresspiegel erhaben, und in allen Richtungen, von S. 40 O. rundum, südwarts, westwärts und nordwärts, dem Hasen von Falmouth zu, sichtbar und, zur Auszeichnung vor andern in der Um⸗ gegend brennenden Feuern, mit regelmäßig, schnell und hellsuntelnd geworfenen Scheinen ausgestattet seyn.
Außerdem ist wiederholt bekannt gemacht, daß seit Mitte Dezem⸗ bers v. J. auf dem nordwestlichen Vorsprunge von Margate⸗Sand, auf 4 Faden Tiefe bei niedrigem Wasser, eine neue schwarz und weiß gewürfelte Boje liegt, mit folgenden Merkzeichen und Kompaß⸗Rich⸗ tungen:
Eine Windmühle auf Back⸗Land, in einer Linie mit dem ersten Hause zunächst westwärts der drei Windmühlen zu Margate, weiset 1 SSW. ½¼ W. North⸗Forelands⸗Leuchtthurm . . . S. ¼ H. NIIII8 8 1I111“ Oestliche Tongue⸗Boje ..NW. 1 N.
DSDOoestliche Boje auf Margate⸗Sand. SSo. O.
Frankreich. Der Moniteur Nr. 50 publizirt das Gesetz vom 12ten v. M. über fernere Prorogation des Tabacks⸗Regals bis zum 1. Januar 1842, nach Inhalt Titels V. des bis jetzt schon prorogirt gewesenen Gesetzes vom 28. April 1816, unter folgenden Modifica⸗ tionen:
1) Die Erlaubnißscheine zum Tabacksbau werden für jedes Arron⸗ dissement durch eine, unter Vorsitz des Präfekten oder seines Stellver⸗ treters, aus Steuer⸗ und Verwaltungs⸗Beamten einer bestimmten Klasse zusammengesetzten Kommission von 5 Mitgliedern ertheilt.
2) Der Finanz⸗Minister wird jahrlich die Hektaren⸗Zahl des dem Tabacksbau zu widmenden Landes, und die von jedem Departement, wo dieser Anbau erlaubt ist, zu nehmende Blätter⸗Quantitat derge⸗ stalt reguliren, daß 3½ des ganzen Bedarfs der Königl. Tabacks⸗Fabrik aus einländischen Blättern gedeckt werden.
3) Desgleichen wird der Finanz⸗Minister alljährlich den in jedem Arrondissement, wo der Anbau erlaubt ist, für die Blätter der nächsten Aerndte, nach ihren verschiedenen Qualitäten, von der Regierung zu zahlenden Preis bestimmen und bekannt machen.
4) Die im Gesetz vom 28. April 1816 enthaltenen Fabrications⸗ Verbote sind künftig auch auf solche Stoffe auwendbar, welche, ohne Tabackspflanzen zu seyn, durch die Fabrication zum Gebrauch als Ta⸗ back präparirt werden möchten.
In Bezug auf diese letzte Bestimmung verordnet eine durch Nr. 51 des Moniteurs publizirte Königl. Ordonnanz vom 13ten v. M., daß binnen 14 Tagen alle Fabrikanten, Verkäufer, oder sonstige Besitzer (detenteurs) nachgemachten Tabacks (t. factice) oder dazu bestimmter Stoffe, oder zur Bereitung gebrauchter Werkzeuge darüber bei der
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