das Verfahren beim Beginn dieser Session nicht sehr ermutbigend war, so hoffte ich dennoch, daß das Vorschlagen von Maßregeln, die sich aaf die Beihehaltung und Verbesserung der alten Jyslitu⸗ tionen des Lendes gruͤndeten, der Regicrung diejenige Untersuͤtzung im Unterhause verschaffen duͤrfte, welche es in den Stand setzen wuͤrde, diese Maßregeln einer vollständigen und ledenschaft losen Beratbung zu unterwerfen. Indem ich einege Widerwärtigkeiten und Niederlagen ertrug, habe ich in dem aufrichtigen Glauben ge⸗ bandelt, daß ic, bei dem gegenwaͤrtigen Stande der politischen Par teien und der Stellung einiger wichtigen oͤff ntlichen F aaen nicht be echtigt sey, ohne hinreichenden Grund die uͤbernommene Verpflich⸗ rung aufzugeben und einen neuen Minister⸗Wechsel berbetzufzüͤhren. Ich habe auch in der Ueberzeugung gehandelt, daß das Unterhaus von denselhen Ruͤcksichten geleitet werde, so lange es nicht durch einen besonderen Beschluß seinen Mangel an Vertrauen zu dem Mi⸗ nisterium zu erkennen gegeben oder ein wichtiges Prinzip gegen die bekannten Ansichten der Regierung durchzubringen gesucht hat. Ich werde uͤbrigens unter allen Umstaͤnden nie anders als mit der groͤß⸗ ten Genugthunng auf die Verwaltung eines dffentlichen Amtes zu⸗ ruͤckolicken, das mr den stolzen Beweis der Achtung und des Ver⸗ trauens verschaffte, den Sie heute in meine Haͤnde niedergelegt ha⸗ den. Ich kann in Wahrheit sagen, daß ich keine andere Belohnung fuͤr die Arbeiten und Opfer, die mit dem oͤffentlichen Leben verbun⸗
den sind, verlange, als die Billigung meines gnaͤdigen Koͤnigs und
jenes unparteiische Urtheil, welches sich spaͤter uͤber die Motive und Handlungen der Staatsmaͤnner bilden wied, wenn man erst die Er⸗ eignisse aus einer groͤßeren Entfernung und nicht durch ein von Leidenschaften und Fnteressen, die zur Zeit ihres Eintretens natuͤrlich rregt werden mußten, verdunkeltes Medium erblickt.“
Die Oppositions⸗Blaͤtter sind sehr erbittert uͤber die Bemuͤ⸗ huͤngem unter dem großen Handelsstande der City, Adressen an den Koͤnig fuͤr die Beibehaltung der Minister mit den moͤglichst zahlreichen Unterschriften zu Stande zu byingen und in der Ver⸗ sammlung der Bank⸗Actionaire am heutigen Tage die Wiederer⸗ waͤhlung des jetzigen Gouverneurs Herrn Pattison, bekanntlich eines Liberalen, zu hintertreiben, was jedoch bis zum Abgange der Post nicht zu gelingen schien.
Der Courier fuͤhrte Beschwerde daruͤber, daß Capitain
dechell, Parlaments⸗Mitglied fuͤr Brighton, als Stallmeister der
Koͤnigin entlassen worden, weil er fuͤr Lord Russell's Motion gestimmt habe. Die Times erklaͤrt sich aber heute ermaͤchtigt, dieser Behauptung zu widersprechen. Der Courier meint in⸗ deß, die an den Capitain gerichtete Aufforderung sey nur spaͤter wieder zuruͤckgenommen worden, aber gewiß sey es, daß man ihm am Freitage zu verstehen gegeben habe, er moͤchte auf seinen Po⸗ sten Verzicht leisten. Das genannte Blatt fuͤhrt dagegen an, daß die vorigen Minister dem Kammerherrn der Koͤnigin, Grafen Howe, obgleich derselbe gegen die Reform⸗Bill gestimmt, so etwas Zicht im entferntesten zugemuthet haͤtten.
8 Sir R. Peel hat es sich angelegen seyn lassen, fuͤr die von dem vorigen Ministerium ziemlich hintangesetzten wissenschaftlichen und literarischen Autoritaͤten Englands zu sorgen; vor kurzem er⸗ theilte er dem Professor Airy eine Pension, und jetzt verlautet, daß er der bekannten Mistreß Somerville eine Pension von 200 Pfund bewilligt, der Mistreß Hemans eine Note von 100 Pfd. zugesandt, ihrem Sohne eine Anstellung zugedacht und dem Schriftsteller Herrn Millman, der eine Geschichte der Juden ge⸗ schrieben, eine Pfruͤnde in Westminster zugewiesen habe.
Die Zeitungen enthalten nun den ausfuͤhrlichen ersten Kom⸗
issions⸗Bericht uͤber die Munizipal⸗Corporationen in England und Wales.
Der hier befindliche Haͤuptling der Chippawa⸗Nation wurde
uͤrzlich angeklagt, daß er an ein junges Maͤdchen Hand ange⸗ egt habe; am Sonnabend nun erschien der Sohn des Herzogs von Susser, Sir Augustus d'Este, mit dem Haͤuptling vor dem Lord⸗Mayor, wo jener eine von ihm aufgesetzte Rechtfertigung, die dem Secretair der Kolonieen vorgelegt werden sollte, eidlich erhaͤrtete. Er gab in dieser Rechtfertigung eine kurze Skizze seines Lebenslaufs und sagte am Schluß derselben: „Ich war noch nicht uͤber vierzehn Tage in London, als ich meines gelieb⸗ ten Weibes beraubt wurde. Mein Herz hatte sich von diesem Gram kaum etwas erholt, als mein eigener Neffe starb. Noch einmal schluͤrfte ich den Trank des Schmerzes, aber viel blieb in dem Becher zuruͤck. Wenige Tage darauf starb ein anderer mei⸗ ne: Gefahrten; er hat eine Wittwe und fuͤnf Kleine hinterlassen. Wenn ich nach meinem Vaterlande zuruͤckkehre, was soll ich sa⸗ gen, wenn ich nach ihm gefragt werde? Wer soll Nah⸗ rung fuͤr sie 85 Wer soll den Boden zu ihrem
Lebens⸗Unterhalt bebauen? Mein Herz war durch all diesen Kummer zerknickt. Endlich fing ich an, mich etwas davon zu erholen, da ward ich eines argen Vergehens angeklagt; man sagte, ich haͤtte an ein junges Maͤdchen van angelegt. Die rothen Maͤnner toͤdten ihre Feinde, aber sie suchen nicht einem Maͤd⸗ chen von zartem Alter Schaden zuzufuͤgen. Meine Brust zog sich zusammen, und ich konnte kaum athmen. Die Wunden mei⸗ nes Herzens oͤffneten sich wieder und bluteten von neuem, aber ich hielt mein Haupt aufrecht, meine Blicke begegneten den Blik⸗ ken anderer Menschen ohne Furcht, denn der große Geist, der in Aller Herzen sieht, weiß, daß ich unschuldig bin.“ Sir A. Foster aͤußerte sich dahin, daß es ihm scheine, man habe dem leichtglau⸗ bigen Haͤuptling grausam mitgespielt.
Es sind New,Yorker Zeitungen bis zum 12. Maͤrz hier eingegangen. Die Session des Kongresses in Washington war am 4ten geschlossen worden, nachdem sich das Repraͤsen⸗ tanten⸗Haus in den letzten Tagen noch lebhaft mit der Franzoͤsischen Frage beschaͤftigt hatte. Von den durch Herrn Adams am 7. Februar beantragten Resolutionen wurde die erste, wonach der Traktat uͤber die Entschaͤdigung in Kraft erhalten und auf dessen Erfuͤllung gedrungen werden sollte, unter lautem Jubel des Hauses, in den die Gallerie donnernd einstimmte, angenommen. Die zweite und dritte Resolution nahm Herr Adams zuruͤck, und es wurde dann die des Ausschusses, daß das Haus die Anempfehlung des Praͤsidenten wegen Handels⸗ Beschraͤnkungen oder Repressalien gegen Frankreich nicht weiter in Erwaͤgung ziehen solle, ebenfalls einstimmig angenommen. Der Senat hatte 800,000 Dollars fuͤr Verstaͤrkung der Befestigungen an den Seekuͤsten bewilligt; zu dieser Bill beschloß das Repraͤsentan⸗ ten⸗Haus auf Herrn Cambreleng's Antrag den Zusatz, daß diese Summe auf 3 Millionen Dollars erhoͤht und daß es der Ein⸗ sicht des Praͤsidenten anheimgestellt werden solle, sie zu verwen⸗ den, mit einer Mehrheit von 20 Stimmen. Der Senat ver⸗ warf den Zusatz; im Repräsentanten⸗Hause entstand ein Streit baruͤber, und die ganze Bill fiel nun durch, so daß, bei den miß⸗ lichen Verhaͤltnissen zu Frankreich doch keine außerordentliche ge⸗ setzliche Sorge fuͤr die Vertheidigung der Kuͤsten der Vereinigten Staaten getroffen ist. 15 Sa Fr;
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Aus dem Haag, 7. April. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer wurde das Protokoll der geheimen Sitzung vom zten d. verlesen, worin der Finanz⸗Minister erklaͤrt 19 daß die Regierung durch die Erfahrung von der Nothwendigkeit uͤber⸗ zeugt worden, Schwierigkeiten zu beseitigen, die sich in einigen
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Gegenden in Hinsicht des §. 3. Art. 24. des Gesetzes uͤber die Personal⸗Steuer ergeben; daß diesen Beschwerden vom Mai 1835 an werde begegnet werden und er die Mitglieder ersuche, solche, die sich in ihren Provinzen zeigen wuͤrden, zu seiner Kenntniß zu bringen, damit ihnen wo moͤglich Gehoͤr gegeben werden koͤn⸗ ne; was die Kammer genehmigt hatte. In der oͤffentlichen Siz⸗ zung erklaͤrte jetzt Herr van Reenen, daß in Folge der mit dem Minister gehaltenen Konferenz und seiner Erklaͤrung die Bethei⸗ ligten annehmen duͤrften, daß die Generalstaaten ihren Klagen Gehoͤr gegeben und solche beseitigt haͤtten, daher er seinen An⸗ trag in dieser Beziehung zuruͤcknehme.
Gestern kam Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Oranien aus dem Hauptquartier hier an. 8
Fuͤrst von Palffi, so wie der Kaiserl. Oesterreichische Ge⸗ schaͤftstraͤger Graf Allegri und der Koͤnigl. Sardinische Geschaͤfts⸗ traͤger, Graf Rossi, sind nach Amsterdam abgegangen.
Danemark.
Kopenhagen, 4. April. (Altonaer Merk.) Die erste General⸗Versammlung der Gesellschaft fuͤr den richtigen Gebrauch der Preßfreiheit war ungemein zahlreich besucht und gewaͤhrte durch die Wichtigkeit des Gegenstandes, wie durch die Lebhaftig⸗ keit der Diskussionen, ein hohes Interesse. Zur definitiven Sanc⸗ tionirung der Gesetze konnte es indessen wegen mangelnder Zeit nicht kommen und sieht man daher in dieser Beziehung der Zu⸗ sammenkunft der folgenden General⸗Versammlung mit Verlangen entgegen.
8 Am 31. Maͤrz hielt die Koͤnigl. Kunst⸗Akademie, unter dem Vorsitze Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen Christian Frederik, ihr Jahres⸗Versammlung, welcher Feierlichkeit auch S:. Koͤnigl. Ho⸗ heit der Prinz Frederik Ferdinand sammt den uͤbrigen anwesen⸗ den Ehren⸗Mitgliedern der Akademie beiwohnten. Von dem Se⸗ cretair der Akademie, Professor Ritter Thiele, wurde in dieser Versammlung eine Rede gehalten, in welcher nach einer kurzen Einleitung die wichtigsten Momente hervorgehoben wurden, so sich im vorigen Jahre ereignet haben. Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Christian vertheilte demnaͤchst eigenhaͤndig die den ein⸗ zelnen Kuͤnstlern, Eleven und Lehrlingen bestimmten Praͤmien und Aufmunterungen. — Der Unterricht der Akademie erstreckt sich gegenwaͤrtig im Ganzen auf 620 Individuen. — Das verwichene Jahr zeichnete sich durch ein Jubelfest aus, indem der Ober⸗Bau⸗ meister, Konferenz⸗Rath Hansen, am 26. Maͤrz 50 Jahre lang Mitglied der Akademie gewesen war.
In einem von der Kioͤbenhavns⸗Post mitgetheilten Ar⸗ tikel des Grossirers Nathanson, „uͤber die National⸗Bank mit Ruͤcksicht auf Einziehung der Zettelmasse,“ erklaͤrt sich derselbe dafuͤr, daß, neben einer fortgesetzten Wirksamkeit der Bank nach dieser Seite hin, selbige ihre, nach Abbezahlung der Schuld an den Reserve⸗Fonds, zu ungefaͤhr jaͤhrlich 1,300,000 Rbthlr. an⸗ zuschlagenden disponibeln Mittel, vornehmlich der Errichtung von Filial-⸗Banken zuzuwenden haben werde; vier solcher Banken, naͤmlich 2 in Juͤtland, 1 in Fyen und 1 in Laaland, scheinen ihm hinzureichen, wobei er es indessen nicht fuͤr zweckmaͤßig haͤlt, daß Wechsel⸗Geschaͤfte von selbigen vorgenommen werden.
G 6 Deutschland.
Hannover, 9. April. Heute fruͤh verkuͤndigte Musik von den Kirch⸗Thuͤrmen Hannover's die Feier des Geburtstages Ih⸗ rer Majestaͤt der Koͤnigin. Mittags erscholl das Gelaͤute aller Glocken, und auf dem Waterloo⸗Platze war Parade der gesamm⸗ ten Garnison, wobei die Kanonen geloͤst wurden. Um 3 Uhr empfing Se. Koͤnigliche Hoheit der Vice⸗Koͤnig im Palais die Gluͤckwuͤnsche des Hofes, der Gesandten, der Civil⸗- und Mili⸗ tair-Behoͤrden, und einer Deputation beider Staͤnde⸗Kammern. Bei den Ministern Graf Alten und von Schulte fanden Verei⸗ nigungen zur Tafel statt, und auf dem Schuͤtzenhause hatte eine zahlreiche Gesellschaft aus allen Staͤnden sich zu einem festlichen Mahle versammelt. Heute Abend wird im Koͤniglichen Schlosse zu Herrenhausen Cour und Ball seyn.
Die am 31. Maͤrz d. J. geschlossene dritte Kunstausstellung hat sehr bedeutende Resultate geliefert, die fuͤr den Kunstsinn der Hannoveraner das ruͤhmlichste Zeugniß, fuͤr das fernere Ge⸗ deihen des Kunstvereins aber die erfreulichste Buͤrgschaft geben. Der Katalog zaͤhlte 508 Nummern, davon waren 377 verkaͤuflich. Von diesen wurden 115 Nummern verkauft zum Betrage von etwa 11,960 Rthlr. Courant. An Entreegeldern kamen, einschließ⸗ lich des Verkaufs von 2537 Katalogen, 2356 Rthlr. 14 gGr. auf, wovon 273 Rthlr 4 gGr., die Einnahme der drei letzten Tage, den Armen zugeflossen sind. Permanente Karten waren 793 ausgegeben. Diese Resultate sind in jeder Hinsicht bedeuten⸗ der, als die der beiden fruͤheren Ausstellungen.
Die Bibel⸗Gesellschaft fuͤr das Koͤnigreich Hannover hat in den 20 Jahren ihres Bestehens 45,156 vollstaͤndige Bibeln, 6579 Neue Testamente und 127 Hebraͤische Bibeln verbreitet. Am Schlusse des Jahres 1834 blieb ihr noch ein Kassen⸗Vorrath von 1614 Rthlr.
Gotha, 9. April. Se. Durchlaucht der regierende Her⸗ zog, der seit dem 28. Dezember v. J. hier residirte, ist nach Ko⸗ burg zuruͤckgekehrt, wohin auch die Herzoge Alexander und Ernst von Wuͤrttemberg, der Fuͤrst und die Fuͤrstin von Leiningen und der Fuͤrst und die Fuͤrstin von Reuß⸗Schleiz abgereist sind. Die Herzogin wird noch so lange hier verweilen, bis sie sich von ih⸗ rer letzten Krankheit ganz erholt hat. Das Hof⸗Theater⸗Perso⸗ nal, die Kapelle und die zum Hofstaate gehoͤrigen Beamten wer⸗ den Ihren Durchlauchten ebenfalls nach Koburg folgen.
eipzig, 8. April. Mit dem 36sten d. M. wird auch der seit dem Ende des zwoͤlften Jahrhunderts hier bestehende, als Spruch-Kollegium beruͤhmte Schoͤppenstuhl aufgeloͤst. Mit der Geschichte desselben ist der Name vieler beruͤhmten Deutschen Rechtsgelehrten auf das Innigste verbunden.
Dessau, 6. April. Unsere besginn⸗ gelegene Residenz hat sich zu Pfingsten d. J. eines schoͤnen Kunstfestes zu erfreuen. Es wird naͤmlich durch den Elb⸗Musik⸗Verein ein großes Musikfest veranstaltet werden, welches unter dem besonderen Schutze Sr. Hochfuͤrstl. Durchlaucht des regierenden Herzogs zu Anhalt⸗Des⸗ sau, unter der Leitung des Hof⸗Kapellmeisters Dr. Schneider und unter dem Beistande der ausgezeichnetsten Musiker und Saͤnger eine vorzuͤgliche Leistung erwarten laͤßt. 8
0 gu⸗ Oesterreich.
Wien, 7. April. Der Oesterreichische Beobachter meldet: „Se. Majestaͤt der Koͤnig der Franzosen haben Ihrem Botschafter am Kaiserlich Oesterreichischen Hofe, Grafen von Saint⸗Aulaire, der sich auf Urlaub in Paris befand, auf die da⸗ selbst eingetroffene Nachricht von dem Ableben Sr. Majestaͤt des
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Kaisers Franz I. sogleich den Auftrag zu ertheilen geruht, die
Beileids⸗Bezeigungen seines Souverains uͤber dieses hoͤchstbetruͤ⸗ bende Ereigniß, so wie die Gluͤckwuͤnsche zur Thronbesteigung Sr. jetzt regierenden Majestaͤt des Kaisers und Koͤnigs Ferdi⸗ nand I. nach Wien zu uͤberbringen, welches Auftrages sich der
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von Bombelles aus Zuͤrich ihm
Botschafter in einer ihm von Sr. Majestaͤt dem Kaiser ertha ten Audienz entledigt hat.“ ser ertheit
Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Prinzen Wil Preußen Koͤnigl. Hoheit (Sohn Sr. Majestaͤt bdes Sacehn ge Großkreuz des Stephans⸗Ordens verliehen, dessen Insiantas Hoͤchstdemselben bei seiner Anwesenheit in Wien von Sr Man Selbst uͤbergeben wurden.
Se. Majestaͤt der Kaiser haben die erledigte Stelle eine Buͤrgermeisters der Stadt Wien dem bisherigen Geschaͤftsleite der Abtheilung des Magistrats in schweren Polizei⸗Uebertretun gen, K. K. Rath und Magistrats⸗Rath Anton von Leeb 1n dem Charakter eines K. K. Regierungs⸗Rathes verliehen.“
Sonntag den öten d. M. beim Einbruche der Nacht wurd der Leichnam Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Anton Vickut Großmeoisters des Deutschen Ordens im⸗ kaiserthume Oesterreich im Stillen in die Hofburg⸗Pfarrkiche uͤberbracht, wo dessen 75 fentliche Ausstellung gestern, den 6ten d. M. fruͤh stattfan Hierauf wurde Nachmittags um 2 Uhr das Herz des Höchs verblichenen in der Loretto⸗Kapelle der Augustiner⸗Hofkirche 6 unmittelbar darauf wurden die Eingeweide in der Gruft zu St Stephan auf die herkoͤmmliche Weise beigesetzt. Um 6 Uhr Abends endlich ging das Leichenbegaͤngniß mit dem uͤblichen Ge⸗, praͤnge vor sich. Die Leiche wurde aus der Hofburg⸗Pfarrkirce in die Kapuzinerkirche am neuen Markte uͤberbracht, daselbst im Beiseyn Sr. K. K. Majestaͤt und der uͤbrigen hoͤchsten Familienglieder wie auch des versammelten Hofstaates eingesegnet, und dann in der Gruft beigesetzt. — Die Hoftrauer wird von gestern, albz dem Begraͤbnißtage, angefangen durch sechs Wochen, und zwat zugleich mit der fuͤr weiland Se. Majestaͤt den Kaiser Franz he⸗ stehenden Hoftrauer getragen.
Der Senat der freien Stadt und des Gebiets von Krakau hat Herrn Friedrich Ludwig Westenholz zu seinem Geschaͤftstea⸗ her am hiesigen Hofe ernannt, und derselbe hat am 31. Miär. ereits das diesfallsige b “ Sr. Durchlauche
of⸗ und Staats⸗ uͤberreicht. dof Staaks,807]
Unser beruͤhmter Orientalist, der Ritter Joseph von Ham
dem Fuͤrsten von Metternich, Haus⸗,
mer, hat eben durch einen sogenannten Partezettel (Todten⸗Ar⸗ zeige durch den naͤchsten Verwandten) bekannt gemacht, daß ihn die kuͤrzlich verstorbene Graͤfin Purgstall in Steiermark, mit seinen Kindern zu ihrem Universal⸗Erben eingesetzt hat, wodurg er in den Besitz der Herrschaft Hainfeld gelangt. Damit ist nun die alte Familie der Purgstall ganz erloschen. Der letzte Geif von Purgstall, ein wahrer Kosmopolit, mit einer edlen Schottin vermaͤhlt, starb schon 1821 und Herr von Hammer hat ihm in einer nur an Freunde vertheilten Denkschrift (in Wien, bei Stral splendid gedruckt) ein schoͤnes Denkmal gesetzt, worin sich aucg Auszuͤge aus dessen Reise⸗Tagebuͤchern befinden. Die Herrschaf ist durch schlechte Bewirthschaftung der Waldungen zwar jetzt in Werthe sehr gesunken, aber vieles kann besser eingerichtet un eintraͤglicher gemacht werden. ö“ Schweiz.
Folgendes Kabinets⸗Schreiben Sr. Majestaͤt de ise
Fendich 8 eh Seifisf mitgetheilt 8..äeheg da Küs „An unfere lieben und guten Freu 9i baren Eibgenossensdes 22 59 h4
Hochachtbarer, vielgeliebter Freund! Nachdem es der Vorsehung gefallen, Meines innigst geliebten Herrn Vaters, Kaiser Franz! von Oesterreich Majestaͤt, heute Nacht ein Viertel vor 1 Uhr in en besseres Leben abzurufen, so verweile Ich nicht, Sie von diesen hoͤchst betruͤbenden Trauerfall und von Meinem dem zufolge sy⸗ gefundenen Regierungs⸗Antritt zu benachrichtigen. Die allgememe Verebrung, welche Mein nunmehr in Gott ruhender Herr Vate⸗ Seiner ausgezeichneten Tugenden und vortrefflichen Etgenschaften wegen, genoß, und die Zunkigung, welche Er waͤhrend Seiner lan⸗ gen Regierungsdauer der Schweizerischen Eidgenossenschaft stets be⸗ wiesen, lassen Mich nicht zweifeln, daß dieselbe dessen Verlust eden so schmerzlich fuͤhlen werde, als er Mich mit der tiefsten Betruͤbni erfuͤllt. Als Erbe der Gesinnungen des durchlauchtigsten Versor⸗ benen fuͤr die Schweizerische Eidgenossenschaft rechne Ich eben si auf die Fortdauer derjenigen, welche Sie demselben jederzeit gewid⸗ met, und verbleibe mit aufrichtiger Freundschaft und Achtung
Gegeben Wien, 2. Maͤrz 1835 (gez.) Ferdinand.“
Der Vorort hat, seiner Anzeige zufolge, diese durch Hem
— uͤbersandte Zuschrift auf die wa Riöllsst und den Umstaͤnden angemessenste Weise erwiedert.
“ Stalten.
Rom, 28. Maͤrz. (Allg. Zeit.) Einiges Aufsehen w regt es hier, in dem so eben erschienenen Staats⸗Kalender Hmn Lauradio als Gesandten fuͤr Portugal aufgefuͤhrt zu sehen. N. er Dom Miguels Geschaͤftstraͤger, und dieser, nach hiesiger sicht, noch Koͤnig von Portugal ist, so sollte die Anfuͤhrung dir ses Namens eigentlich nichts Auffallendes haben. ben nan schließt daraus, daß die gehoffte baldige Anerkennung der Inni⸗ gin Donna Maria noch lange nicht erfolgen duͤrfte, wenn von 1 aus nicht Schritte geschehen, die eine Annaͤherung moͤglich machen. Das bisherige dortige Verfahren gegen das
Kirchen⸗Eigenthum, gegen die Geistlichkeit und die Verweigerumg der bisher bestandenen Bestaͤtigungs⸗Gebuͤhren kraͤnken den Paos lichen Stuhl hoͤchlich und sind nicht geeignet, hier Vertrauen zu eina Regierung einzufloͤzen, die sich trotz aller Gegenvorstellungen scs Eingriffe erlaubt. Daß den Regierungen der Pyrenäͤischen Halbinst
doch etwas an einer Anerkennung von Seiten des Kirchen⸗Oberhaupl allen den glenzenden Eigenschaften, welche den Herzog von Leuch⸗
liegt, sieht man aus den wiederholt eingehenden Ansuchen, welche aber der hiesige Hof, bevor seinen E. shnachehe ügzsofen wird, nich entsprechen kann. — Der bekannte Karlistische Schriftsteller Rubichen welcher sich seit laͤngerer Zeit hier aufhaͤlt und eigentlich durch seine Schriften Ursache war, daß die Banca romana den jetzigen Interessenten, und nicht einer anderen Franzoͤsischen Srchlcha uͤbergeben wurde, tritt in einer kuͤrzlich erschienenen Schri gegen die Bank auf und sucht zu beweisen, daß eine lange Forz dauer derselben eine Unmoͤglichkeit sey, da sie monatlich uͤbe 10,000 Scudi zusetze. Wenn gleich in dieser Schrift manche Wahrheiten enthalten sind, und das Publikum im Allgemet nen kein Vertrauen auf das Gelingen dieser Anstalt setz so scheint doch jetzt die Antwortschrift des Praͤsidenten der Banl das Gegentheil zu beweisen. — Briefe und Reisende aus Nes pel beschreiben den Ausbruch des Vesuvs am 13ten und Iten d. M. als ein praͤchtiges Schauspiel. Bei Resina waren am Nachmittag des ersten Tages die Brunnen versiegt, und am Abend erfolgten einige heftige Erdstoͤße, welche den Vesuv und den Monte Somma in ihren Grundfesten zu erschuͤttern schie nen. Die hierauf erfolgten Ausbruͤche hatten bis vor einigen Tagen keinen Schaden verursacht, da keine Lavastroͤme sich er gossen und die ausgeworfenen Steine und Asche meist in darß rater zuruͤckfielen. Man sieht indessen diese leichten Ausbruͤch nur als Vorlaͤufer groͤßerer Erscheinungen an, und viele scha lustige Fremde machten sich gleich nach Eingang der K hier auf den Weg nach Neapel. 11““
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Lissabon, 29. Maͤrz. Ein Supplement der Hof⸗Zei⸗
ng enthaͤlt nachstehenden Armee⸗Befehl des Herzogs v. Terceira: „Hauptquartier San Joav da Praaä, 28. Maͤrz.
Indem ich die traurige Pflicht erfuͤlle, der Armee das viel fruh eingetretene ungluͤckliche Ere gniß des tief betrauerten blebens Sr. Koͤnigl. Höoheit des Prinzen Dom Augusto zu ver⸗ indigen, theile ich ihr zugleich mit, welche außerordentliche Ehre re Allergetreuste Majestàt mir dadurch erzeigt hat, daß mir uͤrch das nachstehende Dekret das Ober⸗Kommando der Armee terimistisch uͤbertragen worden ist.“
(Hier folgt eine kurze Anrede des Perjogs an die Armee und seine Unterschrift.) Das Koͤnigliche Dekret zur Ernennung es Herzogs von Terceira lautet folgendermaßen: „Geehrter Herzog von Terceira, Pair des Konigreiches, Narschall der Armee, und Cousin, Ich, die Koͤnigin, gruͤße Euch! da durch den ungluͤcklichen und unerwarteten Tod des Prinzen Hom Augusto, Meines gelicbten und wuͤrdigen Gemahls, der Gott ruhen moͤge, das Ober⸗Kommando der Armee erledigt nd es nothwendig ist, diese wichtige Stelle so bald als moͤglich woieder zu besetzen, und da Ich mwuͤnsche, der Armee fuͤr ihre zusgezeichneten Dienste einen Beweis Meiner Hochschaͤtzung zu hben, so uͤbertrage Ich, durch ein Dekret vom heutigen Tage, öͤhnen, als dem aͤltesten General, interimistisch das genannte Kommando, indem Ich, bei Ihren Kenntnissen, Ihrem Eifer und Patriotismus und bei der Theilnahme an der Wohlfahrt und der Freiheit der Nation, wovon Sie, an der Spitze der Portugiesischen Truppen, so mannigfache Beweise gegeben haben, das Vertrauen hege, daß Sie diesem ehrenvollen und wichtigen östen treu vorstehen werden. Ich theile Ihnen dies mit, um sch danach zu achten. Geschrieben im Palast Necessidades, den 28. Marz 1835. Die Koͤnigin. Graf von Villa Real. In den Herzog von Terceira, Pair des Koͤnigreichs und Marschall
der Armee.“
Ihre Majestaͤt die Koͤnigin hat, zum Zeichen ihres Schmer⸗ zes uͤber das Ableben ihres erhabenen Gemahls, eine dreimonat⸗ lche tiefe Trauer und eben so lange halbe Trauer anbefohlen.
— Der Morning Herald enthaͤlt folgendes Schreiben aus Lissabon vom 29. Maͤrz. „Ich erfahre so eben den Tod des Prinzen August! Alles ist Schrecken und Bestuͤrzung. Er lit seit einigen Tagen an Halsschmerzen, und er soll an der Braͤune gestorben seyn. Wie ich hoͤre, ist sein Koͤrper stark an⸗ geschworllen, und Manche aͤußern, er sey vergiftet. Der Prinz sarb um 2 Uhr Nachmittags. Es gehen verschiedene Geruͤchte von einer hier entdeckten Verschwoͤrung; ein Offizier von Rang soll verhaftet seyn. Wenn man den Koͤrper nicht durch fremde Aerzte untersuchen laͤßt, so wird Jedermann an eine Vergistung glauben. Ich sah nie einen solchen Schrecken auf allen Gesichtern. Am vorigen Sonntag wohnte er noch, voͤllig gesund, einem Pferderennen auf dem Campo grande bei, und noch am Dienstag sah man ihn zu Pferde in der Naͤhe des Palastes. Die Hauptstadt ist in großer Aufre⸗ gung. — Die Deputirten⸗Kammer hielt gerade eine Sitzung, als der Prinz starb. Herr Carvalho setzte die Mitglieder hier⸗ von in Kenntniß, worauf beide Seiten des Hauses, sowohl die ministeriellen Mitglieder, als die Opposition, sich verpflichteten, die Regierung der Koͤnigin sowohl gegen die Anhaͤnger des Dom Niguel als gegen die Anarchisten zu unterstuͤtzen. Kurz, es herrschte der beste Geist und das vollkommenste Vertrauen, und die erste Wir⸗ kung dieses ungluͤcklichen Ereignisses war die enge Verbindung aller Parteien, und man hegt nicht die geringste Furcht vor Unruhen in den Provinzen. Lissabon und Porto kann man als die poli⸗ tischen Mittelpunkte fuͤr Portugal ansehen, die in allem den Ton angeben. Die Armee ist von allen Miguelisten gesaͤubert und dem constitutionnellen System ergeben. Sie hat alle festen Plaͤtze besetzt, und sollte irgendwo ein Versuch gemacht werden, die oͤf⸗ fentliche Ruhe zu stoͤren, so wird er sogleich unterdruͤckt werden. So hat der General Schwalbach die Miguelisten bei Villa vigosa, welche in Alrandol den Dom Miguel proklamirten, gaͤnzlich auf⸗ gerieben. Zu Porto sind 14 Bataillone Freiwillige bereit, uͤber⸗ all hin zu marschiren, wo man ihree Dienste bedarf. Außerdem sind üinjen⸗-Truppen genug im Norden, um diesen Theil des Koͤnig⸗ richs in Ordnung zu halten. Die beiden Fremden⸗Regimenter de Obersten Dodgins und Borro werden im Dienst behalten weden. Die Regierung hat Kavallerie⸗Pferde und Maulthiere fir die Artillerie im Ueberfluß. Da die Anhaͤnger des Dom Mäzuel sehr zerstreut sind, so koͤnnen sie sich nirgends vereinigen, ohne daß die Regierung im Stande waͤre, eine uͤberlegene Macht ihnen entgegenzustellen, und ehe Dom Miguel die Nachricht von dem Tode des Prinzen August erhalt und Anstalten zu einem Angriffe auf Portugal treffen kann, werden die ausgedehnte⸗ sten und wirksamsten Maßregeln zur Vertheidigung getroffen seyn. Da die Hof⸗Zeitung uͤber die Krankheit des
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Prinzen nichts gemeldet hatte, und Dom Pedro ein Dutzend
Mal todt gesagt wurde, ehe er wirklich starb, so wollte das Volk der Nachricht von dem Tode des Prinzen durchaus keinen Glau⸗ ben schenken. Der Verlust der Kaiserin ist unersetzlich, der der oͤnigin ist zwar auch groß, indet wird sie, eine sechzehnjaͤhrige ittwe, die ein Koͤnigreich zur Aussteuer hat, wohl mit der Zeit rost und einen anderen Gemahl finden, wenn auch nicht mit
tenberg auszeichneten. Er war jung, schoͤn, liebenswuͤrdig, talent⸗ voll, reich, unabhaͤngig von liberalen Gesinnungen und der Ab⸗ kümmling eines Helden. Außerdem war er der erste Gegenstand der Neigung der Koͤnigin. Die Leiche wird in der Koͤniglichen Lamilien⸗Gruft in der Kirche San Vincente da Fora an der Seite Dom Pedro’'s in Porto beigesetzt werden.“
— Die Korrespondenzen der Times und des Courier er⸗ wähnen nichts von einer Vergiftung des Prinzen August. Auch widerspricht der Korrespondent des letzteren Blattes der fruͤher vom Morning Herald mitgetheilten Nachricht, daß die Koͤ⸗ mgin sich in gesegneten Leibes⸗Umstaͤnden befinde.5)
I Griechenland.
Ueber die letzten archäologischen Nachgrabungen in Athen heilt die Allgemeine Zeitung folgendes Schreiben aus then vom 4. Maͤrz mit: „Die Nachgrabungen auf der Burg, rt am Unterbau des Parthenon, werden mit Eifer fortgesetzt. Sen. hat auf der Westseite, zwischen der ersten und zweiten 5 96 bis auf den Uurspruͤnglichen Felsenboden der Akropolis 19 hauen, um die Tiefe des Fundaments kennen zu lernen, i. mnen, erstaunt uͤber diese Tiefe, welche hier nicht weni⸗ höchst 5,50 Meter betraͤgt. Eben so bewundernswerth ist die si⸗ shau⸗ und reinliche Zusammenfuͤgung dieses Unterbaues 9 ihs lichem Muschelkalkstein „ einem trefflichen Material, wie ich in Griechenland fast uͤberall findet. Bereits ist man genannten Seite bis an die Mitte des Tempels vorge⸗
auf der
421 ruͤckt, wo eine aus ungleichen Marmorstuͤcken gebildete und der Zeit, wo der Parthenon als eine Marienkirche diente, an⸗ gehoͤrende Treppe zum Vorschein kam. Die Menge der gefun⸗ denen Stuͤcke von Bildhauer⸗Arbeit und Inschriften ist groß; das vorzuͤglichste ist das rechte Bein zu dem in einem fruͤhe⸗ ren Bericht erwaͤhnten Torso, den man nach Leake's Vorgang, wiewohl ziemlich willkuͤrlich, einen Mars genannt hat. Das Bein, von hoher Schoͤnheit, ist bis auf einen Theil des Knies wohl erhalten, besser als der Leib der Statue; seine Rich⸗ tung zeigt, daß der Gott auf der Ferse sitzend dargestellt war. Von einer der beiden bekleideten weiblichen Gestalten, welche bei Leak als Latona und Vesta bezeichnet sind, hat man den groͤßten Theil der nach innen gewandten Seite gefunden, deren Arbeit jedoch, weil diese Seite dem Beschauer abgewandt war, nicht von großer Vollendung ist. Von der großen maͤnnlichen Mittelfigur sey es nun Jupiter oder Neptun, hat sich die Brust bis an den Nabel vollkommen erhalten gesfunden. Von den Pferden der Biga mehrere Bruchstuͤcke der Hinterschenkel von unuͤbertrefflicher Schoͤnheit. Unter den uͤbrigen Bruchstuͤcken sind noch viele sehr schoͤne, namentlich einige Fragmente von Koͤpfen, die aber wohl nicht zu den Statuen des Giebelfeldes gehoͤren mochten. Von einer der Metopen der Suͤdseite ist ein sehr gut erhaltener Centaurenkopf ausge⸗ graben worden, mit luͤstern verzogenem Munde, wie er fuͤr eine solche wild sinnliche, halbthierische Natur sich ziemen mag. Auf dieser Suͤdseite ist die Nachgrabung ebenfalls schon bedeutend fortge⸗ schritten, aber nur laͤngs der Mauer, da sie sich hier dem Tempel nicht eher naͤhern darf, als bis die schweren Saͤulen und Architravstuͤcke weggeraͤumt sind, wozu wir jedoch die Ma⸗ schinen bald erwarten. Erst dann ist auf dieser Seite reiche, sehr reiche Ausbeute zu hoffen. Mit der Wiederherstellung des Tempels ist auch schoͤn ein kleiner Anfang gemacht, indem wir auf der Nordseite mehrere der Platten vom Fußboden der Cella, die unter den Truͤmmern lagen, wieder an ihre Stelle gelegt haben. Aber die Fortbewegung so schwerer Massen geht, bei unvollkommenen Werkzeugen, bis jetzt nur langsam von statten.“
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Washington, 3. Maͤrz. Die Buͤrger von Salem in Mas⸗ sachusetts wollen dem Kongreß eine Bittschrift uͤberreichen, worin sie ihn ersuchen, im Falle Frankreich auf seiner Weigerung, den Traktat zu erfuͤllen, beharren sollte, diesem Lande nicht den Krieg zu erklaͤren, sondern statt dessen allen Verkehr mit demselben ab⸗
zubrechen. Hierdurch, meinen sie, wuͤrde in weit kuͤrzerer Zeit
ein besseres Resultat herbeigefuͤhrt werden, als dies durch die glaͤnzendsten Triumphe des gluͤcklichsten Krieges moͤglich sey.
In einem hiesigen Blatte wird der Mord⸗Anfall auf den Praͤsidenten „die Pulver⸗Posse zu genannt, und den Freunden des Praͤsidenten zugeschrieben, um die Theilnahme nn Volks fuͤr ihn zu erregen, und es gegen seine Feinde zu er⸗ bittern.
Die in Boston bestehende Gesellschaft zum Fange wilder Thiere in Afrika hat Nachrichten aus der Capstadt erhalten. Von der Partei, die zur Jagd der Giraffe abgegangen ist, hat man seit laͤngerer Zeit nichts gehoͤrt. Die 40 Jäger, welche sich nach dem Rhinozeros⸗Distrikt begeben haben, litten viel von der Duͤrre und dem Mangel an Lebensmitteln fuͤr sich und ihre Pferde. Eine dritte Gesellschaft ist schon im Besitz von 4 Leoparden, 2 Quag⸗ ga's und 1 Gnu. Eine vierte Gesellschaft begleitet den Doktor Smith in das Innere von Afrika und hat mit ihm den Kompas⸗ Berg erstiegen, den er zu 7400 Fuß uͤber der Meeresflaͤche an⸗ giebt. Die Jaͤger hatten einige seltene Quadrupeden und meh⸗ rere schoͤne Voͤgel gefangen. 8
Meteorologische Beobachtung. 1835. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 11. April.] 6 Uhr. 2 Uühr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck. 323, 7 Par. 335, 6 Par. 336, 5 ° Par Quellwärme 6,2 °R. Luftwaͤrme +†+ 3,2 R.]+ 8,s °R. + 4,0°R. 8 Thaupunkt + 0,7° R Flußnheärm 0,7 R. Zunfisätto 81 pCt Bodenwärme 6, 0° R. 9 72 ) 8 . Wetter... halbheiter Ausdünst. 0,079 Rh. Niederschlag 0, 08 6 Rh. 0% 9ↄ R. 70 pCt.
Wind.... NW. Wolkenzug — Tagesmittel: 335,e8,1..
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 7. April.
Niederl. wirkl. Schuld 56. 59 do. 102 ½., Ausg. Schuld 141.
K Bi 5XI2 1IIIe ¹1 2.,0 15 e88 12 2½
anz-Bill. 25 ½ z2. 4 ½ 6 Amort. 95 ½. 3 9 80. Russ. 98 ¾. Oesterr
99 ½. Preuss. A'ↄcäm.-Scheine 115 ¾. d. 48 Anl. —. Span. 5 %2 40
28 1 6⁴ 140 *. 38 30.
Span. 52 49¼. Darmst. 27.
Antwerpen, 6. April. 38 29 ½ Linsl. 22. Cortes 483. Coup. 20¼. Hamburg, 10. April.
Engl. Russ. 106. Hope in Cert. 99. Preuss. Prüm.-Scheine
130 ⅛. Poln. 140. Dän. —. Port. 91.
London, 7. April.
„o Cons. 38 91⅞. Belg. 103 ½. Spun. Cortes 66 ½. Anl v. 1834 82 8 Prämie. Ausg. Spun. Schuld 31 ½. Ziusl. 17 ½. Griech 38 ½. lioll. 2 ½ 8 55 ½. 58% 1002. Portug. 95 ½. Engl. Kuss. 108 ¾ Bras. d6. Columb. v. 1824 44. Mev. 45½. Peru 35. Chili 362.
Wien, 7. April. 48 95 ½. Bank-Actien 132 ⁄2.
5° Met. 1012 Neue Anl. —.
28 2 56 1 9 2Anr.
Koͤnigliche Schauspiele.
Montag, 13. April. Im Schauspielhause: Der Roman, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. Hierauf: Die beiden Klingsberge, Lustspiel in 4 Abth., von Kotzebue. (Hr. Seydelmann: Klingsberg Vater, als Gastrolle.) b
Dienstag, 14. April. Im Opernhause: Der Zweikampf, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Herold. (Dlle. Ste⸗ phan: Margarethe, als Gastrolle.) Die Solotaͤnzer des Koͤnigl. Hoftheaters zu Madrid, Hr. Font, Hr. Campruvi, Mad. Du⸗ binnon und Dlle. Serral, werden hierin Spanische National⸗ Taͤnze ausfuͤhren.
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
Koͤnigstaͤdtisches Theater.
Montag, 13. April. Der Barbier von Sevilla, komische Oper in 2 Akten, aus dem Italiaͤnischen, von Kollmann. Musik von Rossini. (Dlle. Vial, vom Koͤnigl. Sardinischen Hof⸗Thea⸗ ter zu Turin: Rosine, als dritte Gastrolle.) Ein Paetz in den Logen u. im Balkon des ersten
Neueste Nachr ten.
Paris, 6. April. Oesterreichische Botschafter von dem Koͤnige empfangen.
Kanges 1 Thlr. ꝛc.
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i ch Vorgestern Abend wurden der Kaiserl. und der Fuͤrst Alfred von Schoͤnburg
Gestern Mittag musterten Se.
Majestaͤt in Begleitung des Herzogs von Orleans und an der Spitze eines zahlreichen Generalstabes das 6te Linien⸗Infanterie⸗ Regiment und das 7te Kuͤrassier-Regiment, die im Hofe der Tuilerieen und auf dem Caroussel⸗Platze aufgestellt waren. Nach der Revue wurde das Offizier⸗Corps dem Könige vorgestellt.
Der Minister-Rath war gestern Mittag bei dem Herzoge von Broglie versammelt.
Der Marschall Maison — so heißt es hier, — werde zwischen dem 8ten und 16ten d. M. St. Petersburg verlassen, und gegen den 25sten in Paris eintressen.
Der heutige Moniteur enthaͤlt die beiden Koͤniglichen Ver⸗ ordnungen, wodurch der Pair, Herr von Gasparin, zum Unter⸗ Staats⸗Secretair im Ministerium des Innern, und statt seiner der bisherige Direktor in diesem Ministerium, Herr Rivet, zum Praͤfekten des Rhone⸗Departements ernannt wird.
Der Praͤsident der Pairs⸗Kammer hat an saͤmmtliche Mit⸗ glieder dieser Kammer ein Rundschreiben erlassen, worin er sie auffordert, sich zum 1. Mai in Paris einzufinden.
Die Deputirten⸗Kammer beschaͤftigte sich in ihrer heu⸗ tigen Sitzung, nachdem zwei Kommissions⸗Berichte auf das Bu⸗ reau niedergelegt worden, mit dem Gesetz⸗Entwurfe uͤber die Majorate. Saͤmmtliche von der Pairs⸗Kammer in diesem Ge⸗ setz⸗Entwurfe vorgenommene Aenderungen wurden ohne Weite⸗ res angenommen, und der ganze Entwurf ging zuletzt mit 214 gegen 57 Stimmen durch. Dasselbe geschah mit dem Gesetze, wodurch ein Zuschuß von 1,400,690 Fr. zu den diesjaͤhrigen Mi⸗ litair⸗Pensionen verlangt wird; auch dieser wurde ohne irgend eine Debatte mit 216 gegen 27 Stimmen genehmigt. — An der Tagesordnung war jetzt die Berathung uͤber die von meh⸗ reren Deputirten des Rhone⸗Departements beantragte Ent⸗ schaͤdigung der Stadt Lyon, ein Antrag, fuͤr dessen Verwerfung die mit der Pruͤfung desselben beauftragt gewesene Kommission gestimmt hat. Herr Jay wollte zwar eine Summe von 1,200,060 Fr. bewilligen, jedoch nicht als eine Entschaͤdigung, da die Stadt auf eine solche keinen Anspruch habe, sondern als eine Unterstuͤtzung. Herr Fulchiron, einer der Lyoner Depu⸗ tirten, sprach sich mit großer Waͤrme fuͤr die Annahme der von ihm und seinen Kollegen herruͤhrenden Proposition aus. Er wurde von dem Grafen Delaborde unterstuͤtzt, waͤhrend Herr Anisson⸗Duperron den Antrag bekaäͤmpfte und sich darauf be⸗ rief, daß die Einwohner der Vend e mit demselben Rechte An⸗ spruͤche an den Staat wuͤrden machen koͤnnen. Hr. v. Laboulie meinte dagegen, daß, da die Mißgriffe der Regierung allein daran Schuld waͤren, daß die Stadt Lyon waͤhrend der letzten Unruhen so viel gelitten, es auch nicht mehr als billig sey, daß diese Stadt eine angemessene Entschaͤdigung erhalte. Der Mi⸗ nister des Innern, der sich durch diese Aeußerung bewogen fand, die Rednerbuͤhne zu besteigen, suchte die der Regierung gemachten Vorwuͤrfe zuruͤckzuweisen, und hatts bei dem Schlusse dieses Berichts seinen Vortrag noch nicht beendigt.
Die Kommission, die sich mit der Eroͤrterung der Frage, ob die Herren Sebastiani und Laurence sich einer neuen Wahl zu unterwerfen haͤtten, beschaͤftigen soll, ist in folgender Weise zu⸗ sammengesetzt worden: den Herren Hervé, Dufaure, Salvandy, Jaubert, Leroy⸗Myon, Charlemagne, Reynard, Bugeaud und Malleville.
Diesen Nachmittag nach zwei Uhr hat der Disziplinar⸗Rath des Advokaten⸗Standes eine Sitzung gehalten, um uͤber die Frage zu entscheiden, ob ein Advokat verbunden sey, vor einem excep⸗ tionnellen Gerichtshofe, wie z. B. dem Pairshofe, die Verthei⸗ digung eines Gefangenen ex offcio zu uͤbernehmen. Die Ver⸗ sammlung war zahlreich. Um 4½ Uhr war das Resultat der Konferenz noch nicht bekannt. Wie man jetzt erfaͤhrt, wollen auch in andern Staͤdten, z. B. in Rouen, die Disziplinar⸗Räͤ⸗ the des Advokaten⸗Standes zusammentreten, um uͤber dieselbe Frage ihre Ansicht auszusprechen.
Der „Renovateur“ ist gestern abermals in Beschlag genom⸗ men worden.
Der Moniteur meldet von der Spanischen Graͤnze Fol⸗ gendes: „Lord Elliot und der Oberst⸗Lieutenant Gurwood sind am 4ten in Bayonne angekommen und haben dem Don Carlos einen Boten zugeschickt, dessen Ruͤckkehr sie abwarten, um sich in dessen Hauptquartier zu begeben. — Am 29sten und Zusten ha⸗ ben zwei Treffen zwischen Zumalacarreguy und dem General Al⸗ dama an der Spitze von 16 Bataillonen stattgefunden. Das erste hat bei Arrouiz stattgehabt, das zweite bei Villamajor. In beiden ist der Vortheil den Christinos verblieben. Das Geruͤcht geht, daß General Lopez in dem zweiten geblieben sey. — Gur⸗ rea steht in der Umgegend von Pampelona met 6 Bataillonen. — Es ist wieder ein Garde⸗Bataillon von Aragonien gekommen.“
Gestern fruͤh ist bei der Spanischen Gesandtschaft ein Schrei⸗ ben Mina's eingetroffen, das die Nachricht von der baldigen
—
Un Ankunft des Kriegs⸗Ministers Valdez im Hauptquartier zu Vit⸗ toriag bestaͤtigt Mina selbst scheint dessen Anwesenheit verlangt zu haben. Die Starke der Spanischen Nord⸗Armee soll nach einem Monat auf 50,000 Mann gebracht werden, und die eine Haͤlfte unter Mina's Befehlen bleiben, die andere aber von Valdez befehligt werden. Diese beiden Armee⸗Corps sollen zu⸗ sammen operiren, um alle Communicationen zwischen den einzelnen Abtheilungen der Insurgenten zu unterbrechen und diese so zu vernichten.
Kach der „Sentinelle des Pyren es“ vom 2ten d. waͤren wieder mehrere Doͤrfer in der Gegend von Zugarramurdi nieder⸗ gebrannt worden.
Auf außerordentlichem Wege sind hier Nachrichten aus Ma⸗ drid vom zten d. eingegangen. Das Ministerium hat in der Prokuradoren⸗Kammer eine Niederlage erlitten. Der Bericht der Bittschriften⸗Kommission ist mit 85 Stimmen gegen 31 an⸗ genommen worden. Die Minister scheinen sich indet nicht zu⸗ ruͤckziehen zu wollen.
Heute schloß öproc. Rente pr. complt. 107. 50. sin com 3proc. pgr. compt 81. 5. sin ceur. 81. 25. 5pro com t. 97. 95. sin cour. 98. 15. 5proc. Span
30 ⁄. Ausg. Schuld 22 ½. Cortes 49 ¾, 2 proc
8 8
ö““ “ 1“ 8 Frankfurt a. M., 9. April. Oesterr. 5proc. Metall. 102. 101435%. 4proc. 96 *⁄. 90 ⁷.
22 proc. 561. B. Iproc. 241 ¾ Arv. Bank⸗Actien 1604. 1602. Part.⸗Obl. 140 ½. 140 ½. Loose u 100 G. 212 ½. Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 65 ½. 65. do. 4proc. Inl. 97 ½. G. Holl. öproc. Obl. von 1832 10901¾. 100 ½2. Poln. Loose 70 ½. 70 ¼. 5proc. Span. Rente 47 ½. 471. Zproc. do. perp. 28 ½. 282
107. 70. Neap. pr. 48 ¾. 3 pre
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28X.