Lord Ponsonby, am 7. Maͤrz ihren Ruͤckweg von Vurla ange⸗ treten hat, bereits stuͤndlich wieder dort erwartet. Ein Korre⸗ spondent der Times meldet in einem Schreiben aus Konstan⸗ tinopel vom 11. Maͤrz, daß Lord Ponsonby die Entfernung der Flotte deshalb beschlossen, weil er von der Pforte die Ver⸗ sicherung erhalten habe, daß sie nicht die mindeste Besorgniß vor einer Insurrection hege, daß sie auch nicht die Absicht habe, die Feindseligkeiten gegen Mehmed Ali zu erneuern, und daß sie in Zukunft keine außerordentliche Schritte mehr thun wolle, ohne das Britische Kabinet von ihren Entschlüssen in Kenntniß zu setzen. Das nach Tripolis bestimmte Tuͤrkische Geschwader, bestehend aus einem Linienschiff, 5 Fregatten und 2 Korvetten, die 4090 Mann Landungs⸗Truppen an Bord nehmen sollen, hatte sich, nach dem Bericht dieses Korrespondenten, am §. Maͤrz bei Beschik Tasch vor Ankker gelegt. Die Berichte vom Cap reichen bis zum 29. Januar. Die Kaffern veruͤbten noch immer die aͤrgsten Verheerungen, und uͤber 7000 Kolonisten hatten dadurch all' das Ihrige verloren. Vrn Kirkamma bis zu dem Sonntagsflusse und von der Seekuͤste bis zu den Sturmgebirgen zeigten sich die Wilden in kleinen Haufen. Wo sie mit den Englischen Truppen zusammentrafen, wurden sie uͤbrigens geschlagen und sollen bereits uͤber 400 Todte verloren haben. Von Grahamstown, wo das Kriegsgesetz proklamirt war und sich ein Freiwilligen⸗Corps gebildet hatte, waren Streitkraͤfte unter Major Cox aufgebrochen, und der Gouverneur wurde aus Port Elizabeth, welches zum Waffenplatze eingerichtet wurde, uͤber Uitenhage am 18. Januar daselbst erwartet. Oberst Smich trof Anstalten, um den Krieg in das Innere des Kaffernlandes zu verpflanzen. Die Times behauptet, daß, aller Wahrscheinlichkeit dach, die Behoͤrden in der Kolonie durch ihr Verfahren gegen die Kaf⸗ fern selbst Schuld an den Unruhen seyen, und fordert das Kolonial⸗ Amt auf, eine strenge Untersuchung der Sache einzuleiten. Die⸗ sem Blatt zufolge, fallen der Regierung jene 7000 Menschen in der Cap⸗Kolonie hinsichtlich ihres Unterhaltes zur Last, da sie durch die Pluͤnderungen der feindlichen Horden all ihr Hab und Gut verloren haben. Die vom Major Cox kommandirte Trup⸗ pen⸗Macht soll 400 Mann stark seyn und das Freiwilligen⸗Corps bereits 4 Compagnieen Infanterie, eine Compagnie Scharfschuͤtzen und eine Schwadron Kavallerie zaͤhllen.
B e ' g ien. 2Gi.. 5 988 2† 11
Bruͤssel, 7. April. Der Koͤnig hat am 2ten d. M. eine Verfuͤgung unterzeichnet, durch welche 1060 Individuen zu In⸗ habern des eisernen Kreuzes ernannt werden.
Der Herzog von Bassano ist hierselbst angekommen. Ser Deutschland. Heamburg, 10 April. (Hamb. Korr.) Nach der Aus⸗ age von Reisenden aus London, die Westend sehr spaͤt in der Nacht verlassen, wollte man um diese Zeit daselbst erfahren ha⸗ ben, daß das Ministerium in Folge der Unterhaus⸗Sitzung am Dienstage noch spaͤt Abends aufgeloͤst worden sey. (Andere Nach⸗ ichten bestaͤtigen diese Anzeige, und zwar mit dem Hinzufuͤgen, daß der Koͤnig am 8. d. M. zum Grafen Grey geschickt habe, um denselben mit der Bildung eines neuen Ministeriums zu be⸗ auftragen.) Dessau, 4. April. Se. Durchlaucht der Herzog haben, in Erwaͤgung, daß die Zahl der Feuersbruͤnste im hiesigen Lande it einiger Zeit auf eine auffallende Weise und zum gro⸗ achtheile der Brand⸗Kasse und saͤmmtlicher dabei betheilig⸗ ten Haus⸗ und Gebaͤude⸗Besitzer vermehrt hat, daß bei mehreren dieser Braͤnde die dringendsten Anzeigen absichtlicher Brandstif⸗ tung erhoben worden sind, daß es aber bis jetzt, aller angewand⸗ ten Muͤhe ungeachtet, noch nicht gelungen ist, ihre Urheber zu entdecken oder sie der That so weit zu uͤberfuͤhren, daß die volle gesetzliche Strafe auf sie haͤtte angewendet werden koͤnnen, ver⸗ fuͤgt: daß derjenige, welcher einen Brandstifter dergestalt den Ge⸗ richten des Orts, wo die Feuersbrunst gewesen, anzeigt, daß er er Untersuchung gezogen und in Folge derselben in die gesetz⸗ iche Strafe verurtheilt werden kann, und zwar, so lange als moglich und als es der Gang der Untersuchung gestattet, unter Verschweigung seines Namens, jedesmal eine Belohnung von 100 Thalern erhalten solle.
Karlsruhe, 6. April. In der vierten oͤffentlichen Sitzung der zweiten Kammer raͤumte der Alters⸗Praͤsident von Tscheppe mit wenigen herzlichen Worten den Praͤsidentenstuhl dem Abg. Mittermaier ein, der eine Anrede an die Versammlung hielt,
im welcher er sagte: 1 „ Meine Herren und Freunde! Ihr Vertrauen hat mich wieder fuͤr wuͤrdig gehalten, die Geschaͤfte dieser Kammer waͤhrend des ge⸗ enwaͤrtigen Landtages zu leiten; die Huld Sr. Konigl. Hoheit hat Peore Wahl bestaͤtigt. Ich erkenne ganz den Werth derselben als einen Ausfluß Ihres Vertrauens und Ihres Wohlwollens, und wuͤn⸗ sche nur, daß waͤhrend des Laufes dieses Landtages nie ein Gefuͤhl der Reue Sie beschleiche, mich gewahlt zu daben. Jeder neue Land⸗ tag, meine Herren, befestigt auch mit neuen Wurzeln das constitu⸗ tionnelle Leben, vermehrt die Klarheit der Begriffe des Volks uͤber das Verhaltniß der Regierung und der Staͤnde, ergaͤnzt und erwei⸗ tert die Verfassung, und begruͤndet die Liebe der Buͤrger zu dersel⸗ ben. Jeder von uns fuͤhlt die Heiligkeit der Aufgabe, die uns be⸗
I1“ es
ruft, durch unser Wirken das Gefuͤhl des Werthes der constitution⸗
nellen Monarchie immer mehr zu befestigen. Darin liegt aber die Froße Bedeutung dieser Regierungsform, daß sie das Band des Ver⸗ rrauens zwischen Regierung und Volk fester schlingt, daß sie durch die auf dauerhafte Garantieen gegruͤndete Liebe der Buͤrger der Re⸗ gierung selbst neue Starke giebt, daß sie durch die Kontrolle des Staats⸗Haushalts, durch die waltende Oeffentlichkeit die Ueberzeu⸗ gung der Buͤrger von der Zweckmaͤßigkeit der Verwaltung und der erxgangenen Verfuͤgungen begruͤndet. Die Regierung erfaͤhrt bei dieser Form rein und ungetruͤbt durch das Organ der Vertreter des Volks die Wuͤnsche, Ansichten und Beduͤrfnisse desselben. Durch ein Zusammenwirken von Re e und Staͤnden bei den Gesetzen wird es erst möͤglich, daß alle Verhaͤltnisse, alle Beduͤrfnisse gruͤndlich ab⸗ gewogen werden, und freudig gehorcht das Volk den Gesetzen, zu deren Erlassung es durch seine Vertreter selbst mitgewirkt hat. Sie werden zugeben, meine Herren, daß jede Idee, waͤhrend sie, in ih⸗ rem Wesen uͤberall gleichformig wirkend, eine gewisse, darauf ge⸗ baute Einrichtung durchdringt, nach eigenthuͤmlichen Verhaͤltnissen auch in eigenthuͤmlichen Formen und Gestaltungen sich verschieden aauspraͤgt. So tritt auch die Idee der constitutionnellen Monarchie in ihrer eigenthuͤmlichen Gestaltung in Deutschland hervor. Im Charakter der Deutschen Treue, der, an streng moralischen Grund⸗ leaogen festhaltend, Liebe und Anhaͤnglichkeit an den rechtmaͤßigen Fuüuͤrsten mit heiliger Achtung der Gesete bewahrt, uͤberall nur ein wuͤrdiges Ziel mit wuͤrdigen Mitteln verfolgt, uͤberall nur nach ci⸗ ver besonnenen Pruͤfung aͤndert, uͤberall mit Ünterdruͤckung kleinlicher Leidenschaften nur der Wahrheit huldigt, erscheint auch die constitu⸗ sonnelle Entwickelung in den Deutschen Staaten nicht als ein feindli⸗ ches -T. von Parteien, die sich untereinander befehden, nicht als ein eetgennuͤtziger Kampf, bei welchem jede Partei ihre Rechte moͤglichst weit auszuͤdehnen sucht. Es ist hier keine systematisch geschlossene Opposition, die bloß die Personen ins Auge faßt, und gegen eigene Ueberzeugung selbst das Gute bloß darum bekaͤmpft, weil es vom Zegner geboten wird. Die Staͤnde, die in dem Geist der Opposition im Deutschen Sinne wirken, wissen, daß sie,
1
wohlverstanden, nur eine Aufgabe mit der Staats⸗Regie⸗ rung haben, mit einer Staats⸗Regierung, deren Kraͤfte sie nie laͤh⸗ men wollen, — die Aufgabe, durch ein Zusammenwirken mit ihr beizutragen zur Begruͤndung der moglichst hoͤchsten Stufe des Gluͤcks des Vaterlandes unter gegebenen Verhaͤltnissen, beizutragen zu der freiesten Entwickelung des geistigen Lebens und zur Erwei⸗ terung des Kreises der Mittel, wodurch die materiellen Interessen aller Staͤndeklassen gewahrt sind, beizutragen zur Begruͤndung von Gesittung, Gesetzes⸗Herrschaft buͤrgerlicher Ordnung und Freiheit. Offen und ehrlich kaͤmpfend gegen jedes Unrecht, wo es sich findet und gegen jeden Mißbrauch, verabscheuend aber auch jedes ge⸗ setzwidrige Mittel und gesetzwidrige Bestreben, erkennen die Vertreter des Volkes das Gute en, wo es ihnen geboten wird, und ihr Streben ist, Eintracht zwischen Regterung und Volk zu erhalten. Eine Versammlung dieser Art ist bescelt von dem Geiste eines wohlverstandenen Vertrauens; selbst durch das Bewußtseyn redlicher Absichten gehoben, ehrt hier jeder auch die Meinung der Andersdenkenden, und huͤtet sich, da, wo er solche Meinung fuͤr irrig oder gefaͤhrlich erkennt, und wo er sie bekaͤmpfen muß, schlechte Absichten unterzulegen oder die Gesinnungen der An⸗ dersdenkenden zu verdaͤchtigen. as Vertrauen ehrt und pruͤft die Gruͤnde anderer Meinungen und die Widerlegung, die es waͤhlt, isi nur der Weg der Belehrung, der Wuͤrde und des Anstandes. Aber dieses Vertrauen ist kein blindes, kein Vertrauen, das sich selbst nur in Bequemlichkeit wiegt und gerne in einer Selbsttaͤuschung erhaͤlt. Zu unzertrennlicher Begleitung hat dieses Vertrauen: Vorsicht, Wahrheiteliebe und Kraft. — Dieses Vertrauen sucht nur Wahrheit und spricht sie uͤberall gus; es marktet nicht mit dem Schlechten, es begnuͤgt sich nicht mit dem von dem Augenblick Gebotenen, um aus einer unangenehmen Lage sich zu befreien. Dieses Vertrauen schlaͤfert die Kraft nicht in eine sorglose Ruhe ein, es fordert viel⸗ mehr die Kraft auf, nicht eine Kraft, die nur in Uebertreibungen und Phrasen sich gefaͤllt, die nur Aufsehen erregen will, die vielmehr dasjenige, was sie als wahr anerkennt, auch ohne Menschenfurcht uͤberall ausspricht, die die ihr anvertrauten Interessen nie verraͤth, nur der eigenen Ueher⸗ zeugung treu bleibt, ohne Ruͤcksicht auf die moͤglichen Folgen uͤberall nach dieser Ueberzeugung stimmt und handelt. Moͤge unser Land⸗ tag, der in solchem Geiste handelt, schoͤne Fruͤchte tragen zum Heil unseres geltebten Vaterlandes. Ueber meine Aufgabe, uͤber meine Vorsatze, meine Herren und Freunde, spreche ich Ihnen nicht; meine Handlungen liegen offen vor Ihnen. Ich werde der Naͤmliche seyn, und einen freundlichen Erfolg verspreche ich mir dann, wenn Ihr Wohlwollen und Ihr Vertrauen auch dasselbe bleiben. Eine Bitte aber werden Sie mir noch erlauben, eine Bitte, die der Sprecher des Englischen Unterhauses an die Königlichen Commissaire nach seiner Ernennung richtet. Mit der Bitte naͤmlich wende ich mich an die Männer, die als ein Organ der Regierung ihre Rechte und ihre Interessen auf der Regierungs⸗Bank vertreten, mit der Bitte wende ich mich an Sie, meine Herren und Freunde, jedem meiner Worte, jeder meiner Handlungen bie beste Deutung, die beste Aus⸗ legung zu geben. Mein Verstand kann oft irren, mein Wille wird immer lauter seyn, meine Abstchten werden rein bleiben.“ .
Hierauf wurde zur Wahl der Vice⸗Praͤsidenten geschritten; sie fiel auf den Abgeordneten Duttlinger mit 29 und den Ab⸗ geordneten Bader mit 27 Stimmen. Nach diesen beiden erhiel⸗ ten von Rotteck 25 und Regenauer 18 Stimmen.
Karlsruhe, 7. April. Heute haben beide Kammern Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Großherzoge ihre Dank⸗Adressen als Erwie⸗ derung auf die Thron⸗Rede uͤberreicht. Die Adresse der zwei⸗ ten Kammer beantwortete der Großherzog mit nachstehenden Worten:
„Ich freue Mich, daß Sie Meine wohlwollenden Absichten of⸗ fen und freimuͤthig anerkannt haben; auf diese Weise koͤnnen und werden wir zu einem erwuͤnschten Ziel gelangen. Ich danke Ihnen fuͤr alles Angenehme und Erfreuliche, was Sie Mir in Ihrer Ant⸗ wort ausgedruͤckt haben. Hinsichtlich Ihrer besonderen Bitte kann Ich nur wiederholen, daß Ich auf die Beschleunigung der Gut⸗ achten uͤber die Arbeiten der Gesetzgebungs⸗Kommisston dringen werde. Ich lasse dem Fleiß und den gruͤndlichen Einsichten der letzteren alle nur verdiente Gerechtigkeit ö allein es muß Ihnen Allen selbst daran gelegen sehn, daß die Vorschlaͤge gruͤnd⸗ lich gepruͤft werden, um uns vor jedem Vorwurf so weit moͤglich zu bewahren.“ 1 -
Darmstadt, 9. April. Das heute erschienene Regie⸗ rungs⸗Blatt enthaͤlt die in XXVI Abschnitte und 133 Para⸗ graphen zerfallende Dienst⸗Instruction fuͤr die Kreisraͤthe in der Provinz Rheinhessen.
Homburg v. d. H., 8. April. Der landgraͤfliche Kam⸗ merherr und Ober⸗Stallmeister, Freiherr von Buseck, ist von hier nach Wien abgesandt worden, um Sr. Majestaͤt dem Kai⸗ ser von Oesterreich die Beileidsbezeigungen Sr. hochfuͤrstlichen Durchlaucht des Landgrafen wegen des toͤdtlichen Hintritts Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz, so wie die Gluͤckwuͤnsche zu Aller⸗ hoͤchstdessen eigenem Regierungs⸗Antritte zu uͤberbringen.
Schweiz.
Tessin, 4. April. Der Staats⸗Rath fordert saͤmmtliche Munizipal⸗Behoͤrden auf, unverzuͤglich alle in ihren Gemeinden sich aufhaltenden Fremden vorzubescheiden und gegen jeden, der nicht mit den erforderlichen Ausweisen versehen 8 ohne Aufschub nach bestehenden Gesetzen zu verfahren. Jeder Fremde, der es versaͤumen wuͤrde, innerhalb Monatsfrist beim Staats⸗Rath um weitere Aufenthalts⸗Bewilligung einzukommen, soll nach der Strenge des Gesetzes behandelt und sein bisheriger Ausweis als fortan unguͤltig betrachtet werden.
1 11““ II 9 9.
Parma, 31. Maͤrz. Der Fuͤrst Rudolph Kinsky, außeror⸗ dentlicher Gesandter Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich, ist vorgestern von Ihrer Majestaͤt der Herzogin in einer Privat⸗ Audienz empfangen worden, wo derselbe die Schreiben mit der Anzeige vom Tode des Kaisers Franz und von der Thronbestei⸗ gung des regierenden Kaisers uͤberreichte. Die Herzogin hat dem Fuͤrsten, der seitdem nach Turin abgereist ist, das Großkreuz des
Konstantin⸗Ordens verliehen.
Florenz, 26. Maͤrz. Am vorigen Donnerstag hat sich hier ein trauriges Ereigniß zugetragen. In einem Privat⸗Theater, in welchem eben etwas uͤber hundert Personen versammelt wa⸗ ren, brach das Parterre und mit demselben sielen saͤmmtliche Zu⸗ schauer von einer Hoͤhe von zwei Stockwerken herunter, weil naͤmlich auch das untere Stockwerk dem Druck nachgegeben hatte. Neun Personen wurden getoͤdtet und 54 mehr oder weniger ver⸗ letzt. Der Großherzog begab sich sogleich an Ort und Stelle, wo er vier Stunden lang verweilte, um den Ungluͤcklichen Huͤlfe u leisten. Die Gesellschaft der Barmherzigen hat seit langer Peit keine so ersprießliche Thaͤtigkeit gehabt, als in dieser verhaͤng⸗ nißvollen Aehe⸗ in der man sich fortwaͤhrend mit Wegraͤumung des Schuttes beschaͤftigte.
Neapel, 25. Maͤrz. Der Ritter von Drummond hatte am 11ten d. M. die Ehre, Sr. Majestaͤt dem Koͤnige sein Be⸗ glaubigungs⸗Schreiben als Geschaͤftstraͤger Sr. Majestaͤt des Kaisers von Brasilien zu uͤberreichen. h 8 111“
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Madrid, 27. Maͤrz. Die heutige Hof⸗Zeitung enthält Folgendes: „Eine große Anzahl Prokuradoren hat sich vereinigt, um den Vorschlag der Kommission zur Pruͤfung des Gesetz⸗Ent⸗
wurfs uͤber die innere Schuld zu unterstuͤtzen.
Deputirten sprachen ihre Meinungen aus Sie billigten den Ent⸗ wurf der Regierung zur Konsolidirung von ꝛi der Koͤniglichen Vales, und es wurde einstimmig beschlossen, daß die Kommission sge a 7,u 8 4 1 5 8 von 2
den Ministern abweicht, sich diesen anzuschließen. Sie wuͤnschen 69 sch daß der Verkauf der National⸗Guͤter die Grundlage des Gesetzes
aufgefordert werden solle, hinsichtlich der Punkte, worin sie
bilde.“ 0 Portugal.
Die (gestern erwaͤhnte) Proclamation des Herzogs von Ter⸗ ungen gehalten werden, gebracht.
ʒ 82 1 3 an de Gefahren und Beschwerden, welchen die Soldaten jeden Rangtg
ceira an die Armee lautet folgendermaßen: „Da ich
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Die beredtesten achmittag um 5 Uhr geschieht. Die Constitution des Prinzen
rte nicht zu den staͤrksten, und er hat offenbar nicht die noͤ⸗ ige Vorsicht zur Erhaltung seiner Gesundheit beobachtet, denn ihn in jedem Wetter, zu allen Stunden des Tages, on vor Tages⸗Anbruch, von einem Orte zum anderen
— Englische Blaͤtter melden aus Porto vom 24. Mäͤrz: Am 20sten fruͤh um 7 Uhr wurde der bekannte Pitta Bizerro einem Wagen und mit einer Eskorte von 12 Infanteristen us seinem Gefaͤngnisse nach dem Hause, wo die Gerichts⸗Siz⸗ Er kam, weil es noch fruͤ
ar, ungehindert daselbst an. Auf seinem Ruͤckwege hatten si deß an 400 Personen versammelt, die ihn ergriffen, uͤber den
sich mit unuͤbertrefflicher Ausdauer unterzogen haben, so wie an blatz Dom Pedro's und mehrere Straßen entlang schleppten,
dem Ruhme, welcher durch das heroische Unternehmen, den legi. Iann ihm einen Strick um den H herzustellen, errungen wurde, Theil genommen habe, so kann ich Unterofftziere des Thrones, der unz schon so viel Blut und so schwere Opfer gekostet hat, untersta, Anstrenau
gen scheuen und Alles thun, was in meinen Kraͤften steht, um Schilderung mich des Vertrauens wuͤrdig zu machen, das die Armee schon in Und ich bin uͤber, zeugt, daß die Armee durch ihre Einigkeit, welche die wohre Mutter der Staͤrke ist, und durch iha⸗ gute Mannszucht, wopvon
ich den erlangten Ruf zu a,
timen Thron der Koͤnigin und die Freiheit des Landes
mit Recht erwarten, daß die Generale, Offiziere, und Soldaten mich bei der Erhaltun
zen werden. Was mich betrifft, so werde ich keine den gefaͤhrlichsten Krisen in mich gesetzt hat.
sie schon so viele Beweise gegeben,
, 1 als banden und ihn in den fluß warfen. Die herbeigerufene Kavallerie konnte wegen der eoßen Volksmenge dies nicht hindern.”/⁴⁵.
Das Journal de Smyrne vom 14. Maͤrz giebt unter der Ueberschrift „Spazierfahrt nach Konstantinopel“ folgende der Fahrt mit dem Oesterreichischen Dampfschiffe Maria Dorothea“ von Smyrna nach letztgenannter Hauptstadt: Roch vor einigen Monaten war eine Reise von Smyrna nach gonstantinopel eine große Angelegenheit, uͤber die man lange mit sich zu Rathe ging, und zu welcher man sich nur nothgedrungen wichiger Interessen wegen, oder aus jener Lust zur Veraͤnde⸗
halten und die Achtung ihrer Mitbuͤrger zu erwerben wissen witd. rung entschloß, die sich darin zu gefallen scheint, den Hindernis⸗
Herzog von Terceira.“
sen zu trotzen und alle Entbehrungen zu verachten. Diese Scheu
— In einem von der Morning Chronicle mitgetheilten Prüͤhrte vorzuͤglich von den Schwierigkeiten und Beschwerlichkei⸗ Schreiben aus Lissabon vom 29. Maͤrz wird noch Folgendes ien fer welche die Reise zu Lande auf schlechten, an vielen Or⸗
uͤber den Tod des Herzogs von Leuchtenberg gemeldet: „Der Aten
ock und We
aum fahrbaren Wegen, ohne Gasthaͤuser und ohne alle jene
Prinz ging am Montag auf die Jagd, kehrte sehr erhitzt hn Gequemlichkeiten darbietet, die dem Leben des Reisenden in Eu⸗
und warf unvorsichtiger Weise sogleich
e ah. Propa so viel Mannigfaltigkeit und Annehmlichkeiten verleihen.
Dies zog ihm eine Erkaͤltung zu,“die, zwar anfangs unbeden Die Reise zu Wasser war voller Unsicherheit, und so langweilig
tend,
ald jedoch einen ernsteren Charakter annahm, wie dies i
nd langsam, daß man sie nur hoͤchst ungern und im aͤußersten
diesem Klima immer zu geschehen pflegt, wenn sie vernachlaͤssgg gall wagte. Man besorgte immer, wenn man auch mit guͤnsti⸗ wird. Gefahr ahnete man jedoch erst vierundzwanzig Stunden gem Winde von Smyrna absegelte, an der Einfahrt in den
vor seinem Tode.
Am Freitag Abend zeigten sich Symptome
Fanal der Dardanellen wochenlang liegen bleiben zu muͤssen,
einer Entzuͤndung, die in wenigen Stunden so zunahmen, diß wie es gewoͤhnlich waͤhrend zwei Drittheilen des Jahres mit
sie Besorgniß erregten.
Man war indeß noch so weit davwn
jelen Schiffen der Fall war. Auch ging man nicht leicht nach
entfernt, seinen Zustand fuͤr hoffnungslos zu halten, daß mn.Konstantinopel, um sich zu unterhalten oder zu Fesliütgh, son⸗
erst um 12 Uhr, als das Athmen schwierig wurde, zu seine dern bloß Geschaͤfte halber und wenn es die Not Beichtvater sandte, um ihm die Sacramente zu reeichen Da Fulton's und der Errichtung einer kegelmseg Dampfbootfahrt
Um 2 Uhr 20 Minuten Nachmittags verschied er.
Schmerz der Koͤnigin und der Kaiserin schildern zu wolln, Ein am Sterbelager anme ist diese Reise nichts als eine Lustfahrt. Die Insel Vurla und
waͤre ein vergebliches Bemuͤhen.
1 chaͤ wendigkeit ge⸗ hot. Gegenwaͤrtig, Dank der bewunderungswuͤrdigen Erfindung Ulles anders.
wischen Smyrna und Konstantinopel, ist Jetzt
sender Diener sagte mir, daß beide Fuͤrstinnen dem Wahnswm die Prinzen⸗Inseln scheinen nur noch wie durch einen Bach ge⸗
nahe gewesen seyen. Krankheit behandelten, wird, wie dies bei solchen
Den Aerzten, welche den Prinzen in seine trennt, und das Dampfschiff „Maria Dorothea“ ist eine sie zelegenheim gende Bruͤcke zwischen dem Hermus und dem Bosporus.
Die
gewoͤhnlich ist, alle Schuld beigemessen. Der Doktor Almeiding, Maria Dorothea“, leicht, schlank, gefaͤllig und bequem gebaut welcher den groͤßten Ruf in Lissabon hat, wurde noch im letzee und mit eben so vieler Eleganz als Luxus ausgestattet, geht und
Augenblick herbeigerufen und tadelte die Behandlungsweise de
Kranken sehr. Gestern trug man sich einige Stunden lang mit da
Geruͤchte, daß der Prinz vergiftet sey, doch wurde es bald als unbegriͦ det erkannt und nur von dem gemeinen Volke einen Augenblick geglall Eine Vergiftung kann keine Braͤune erzeugen, welche den w gluͤcklichen Ausgang der Krankheit herbeifuͤhrte. Er starb zut ner Zeit, wo sich seinetwegen eine heftige Diskussion in den Km⸗ mern und in den oͤffentlichen Blaͤttern erhoben hatte, da iist einige Tage zuvor das Ober⸗Kommando der Armee uͤbertrem worden war. Die Macht, welche dies wichtige Amt dem 81 ber desselben verleiht, war unter der absoluten Regierung so deutend, daß es, mit Ausnahme des Marschalls Beresford, m cher es von 1810— 1820 bekleidete, nur Prinzen von Geh anvertraut wurde. Der alte Herzog von Lafoens, Oheim Donna Maria, bekleidete es bis zu seinem Tode, im Jahre 19 Von dieser Zeit war es bis zum Jahre 1810, wo der Marschch Beresford dazu ernannt wurde, vakant, und nach seiner Entt sung im Jahre 1820 blieb es wieder unbesetzt, bis Dom M guel damit bekleidet wurde.“ — Die Times enthaͤlt nachstehende Mittheilungen 1 Lissabon vom 29. Maͤrz: „Die Ernennung des verstorbenn Prinzen August zum Ober⸗Befehlshaber der Armee hatte sowog in der Pairs⸗ als in der Deputirten⸗Kammer lebhafte Oppostten gefunden. In ersterer protestirten die Marquis Fronteira unh boul und die Grafen Taipa und Da Cunha gegen die Emmy, nung, als mit der Charte unvertraͤglich, in letzterer wurde en Amendement des Herrn Passos wegen Ernennung eines u⸗ schusses, welcher uͤber die Angelegenheit berichten sollte, mi der Majoritaͤt von einer Stimme (45 gegen 44) angenommen. Mn stellte in dieser Kammer die Frage auf, ob die Koͤnigin uaͤl jemals gestatten wuͤrde, daß ihr Gemahl wegen seiner Hardlu⸗ gen zur Verantwortlichkeit gezogen werde. Herr Barreto Fi gab den Ministern Schuld, daß sie sich durch eine solche Erna nung einen unumschraͤnkten Einfluß auf das Heer verschafe und gleich nach der Schließung der Kammern die Prefßfrethe unterdruͤcken und den Despotismus einfuͤhren wollten. Die ebung des Prinzen veranlaßte die Entfernung des Herzogs h Terceira, der zum Chef des Generalstabes ernannt wurde, zih Kriegs⸗Ministerium, welches ad interim Graf Villa Real üle nahm; der Oberst Sarmento wurde General⸗Adjutant und der Nh gadier Azedo General⸗Quartiermeister, und auch diese letztere Erna nung erregte wegen des zweideutigen politischen Charakters Generals einige Unzufriedenheit. In der Verwaltung 1 Reichs wird wohl durch den Tod des Prinzen weiter keine I aͤnderung herbeigefuͤhrt werden. Die Herren Silva Carval und Freire, so wie der Herzog von Palmella, stehen fortwe rend in der Gunst der Koͤnigin. Das Prinzip des Entsche gungs⸗Gesetzes ist von den Cortes angenommen worden; es vh aber die Frage, wer die Entschaͤdigung zu zahlen haben soll, deutende Debatten verursachen. Nach dem jetzigen Plane die Regierung alljaͤhrlich 800 Contos (200,000 Pfd.) dazu geben, es hat sich aber eine starke Partei sowohl innerhalb außerhalb der Cortes gebildet, welche die Miguelisten allein; Zahlung verpflichten will. Die bisher im Portugiesischen Di befindlich gewesenen fremden Truppen werden nach und nach⸗ lassen. Von dem Schottischen und Irlaͤndischen Regiment nur noch Wenige nicht in ihre Heimath zuruͤckgekehrt. 9 das Englische Regiment, welches zu Elvas stationirt ist vom Obersten Dodgings befehligt wird, will die RNe rung noch drei Monate im Dienst behalten. Auf Ersuchen der Koͤnigin und der Kaiserin wird der Arzt im Lissaboner Hafen liegenden Englischen Linienschiffs „“ stings“, Dr. Martin, bei der Leichen⸗Oeffnung des Prinzen gegen seyn, und man glaubt, daß dies geschehe, um die Gerng wegen einer Vergiftung des Prinzen zu beschwichtigen. An glaubt, daß die Beisetzung morgen stattfinden wird. Die Ba rieen und Schiffe werden waͤhrend der Zeit fortfahren, von g zu fuͤnf Minuten ihre Kanonen zu loͤsen, wie dies seit ge
kehrt jede Woche mit einer solchen Genauigkeit ihrer Ankunft und Abfahrt wieder, daß dies den Reisenden wegen der widri⸗ gen Winde, der Wechselfaͤlle der Fahrt und der Unsicherheit und Unregelmaͤßigkeit des launenhaftesten der Elemente vollkommen beruhigt. Man reist mit Freuden ab, weil man weiß, zu wel⸗ cher Zeit man eintreffen, und Tag und Stunde kennt, wo man sich wieder zur Ruͤckfahrt einschiffen wird, und weil man keine Vorkehrung braucht, indem man sicher ist, an Bord alles Noͤ⸗ hhige und selbst Ueberfluͤssige zu finden. Man reist ab, sehr oft ait einer gewaͤhlten Gesellschaft, wie zu einer Lustpartie. Im⸗ mer ist man der Kuͤste im Angesicht, was wegen der Seekrank⸗ heit beruhigt, einer Krankheit, an der Niemand stirbt, ein na⸗ uͤrliches Purgativ von einigen Stunden, das mit dem ersten Tage voruͤber ist. Bald entwickelt sich eine ununterbrochene Gal⸗ lerie von Bildern und Landschaften vor unsern Blicken und ein wechselndes Panorama, das auf jedem Punkte geschichtliche und volitische Erinnerungen weckt. Zuerst zeigt sich Phoccea, dessen Namen so eng mit jenem von Marseille verknuͤpft ist, weil seine Bewohner, von Harpagus, Statthalter des Cyrus, belagert, statt ssch zu ergeben, mit ihren Weibern und Kindern und ihren Reich⸗ thuͤmern sich einschifften, und an den Kuͤsten Galliens angelangt, s Marseille landeten, das sie, der Sage nach, gruͤndeten, weil se dessen Macht und Umfang erweiterten. Dann enthuͤllt sich dem Reisenden Metelin mit seinen waldigen und mit Weinreben und Olivenbaͤumen bedeckten Bergen. Es ist das alte Lesbos, das Geburtsland der Sappho, des Dichters Alkaͤäͤus und des Roͤners Aeschines. Die „Maria Dorothea“ strebt immer vor⸗ waͤrts und bald ist man bei dem Vorgebirge Lectum, jetzt Cap Paba, nicht weit von den Ruinen von Assos, wo man zur Linken ineiniger Entfernung in der See die Insel Lemnos, erblickt, o beruͤhmt in der Griechischen Mythe durch den Sturz Vulkans, und die Verlas⸗ senheit Philoktets. Die ersten Bewohner dieser Insel im Alterthume waren Thracier. Die heutigen Einwohner, deren Zahl nicht uͤber 6000 beträgt, sind in 75 Doöͤrfern zerstreut, bauen Baumwolle, Oel, Seide, und treiben Handel mittelst der Kuͤstenfahrt. Fer⸗ ner erscheint Tenedos, das alte Leukophys. Hier landete Paris nach der Entfuͤhrung der Helena, und hierher fuͤhrten die Grie⸗
chen ihre Flotten, als sie sich anstellten, als wollten sie die Be⸗
lagerung von Troja aufheben. Nun setzt der Reisende uͤber die Gewaͤsser des Skamander und des Simois, die dem Berge Ida entquellen, und sich bei dem Vorgebirge Sigaͤa, Tenedos gegen⸗ ber, ins Meer stuͤrzen. Diese beiden Ber99gen⸗ nicht weit von einander entfernt, bilden die Graͤber des Ajax und Patro⸗ klus. Mit einiger Aufmerksamkeit, und mittelst des guten Fern⸗ rohrs des Schiffs⸗Capitains erblickt man oberhalb des Zusam⸗ menflusses des Skamander und des Simois, zwischen dem Berge da und dem Vorgebirge Sigaͤg ein verfallenes Dorf, Bonnar⸗ Bachi genannt; hier stand einst die Stadt des Dardanus, des Tros und Ilus, und diese war das beruͤhmte Troja, von dem jetzt nichts mehr uͤbrig ist, als die Staͤtte, der schoͤne Himmel und Homers Ge⸗ sänge. Schon ist man an dem ersten Schlosse von Asien voruͤber, und befindet sich am ersten Haltpunkte; man ist in den Darda⸗ nellen. Waͤhrend das Schiff einige Augenblicke anhaͤlt, um Briefe und Packete abzugeben und neue Reisende aufzunehmen, hat man Zeit, diese furchtbaren Festungswerke, von Mahomed II. errichtet, und mit Recht die Schluͤssel von Konstantinopel genannt, zu bewundern. — Die „Maria Dorothea“ setzt ihren raschen Lauf fort; man schwimmt auf dem Hellespont wie zwischen einer langen Opern⸗
coration; bei jedem Schwung des Schiffes tritt eine neue Schoͤnheit hervor, die das Auge uͤberrascht, entdeckt der Blick ein neues Dorf, einen interessanten Punkt aus dem Alterthume. nweit der Ruinen von Abydos und dem alten Arisba, an der schmalsten Stelle der Meerenge, erkennt man den Platz, wo der stolze Perxes die See zu peitschen befahl, weil ein Sturm seine Schiffbruͤcke zerstoͤrte, die er zum Uebergang seiner Armee aus Asien nach Europa hatte herstellen lassen. Diese Strecke der Fahrt war kurz. Da liegt Gallipoli, die ansehnlichste der Staͤdte am Hel⸗ lespont. Man verweilt hier beinahe eine Stunde; dann noch
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einmal zur See. Man laͤßt Lampsacus zur Rechten, und faͤhrt in den Propontis ein, dessen Wogen uns nach Konstantinopel tragen, waͤhrend man volle Muße hat, die Insel Marmara und an den Kuͤsten Rodosto und Erekli das alte Heraklea zu betrach⸗ ten. Diese Stadt dort am Abhange eines lachenden Huͤgels ist Scutari, Chrysopolis; dieser Thurm am hervorsprin⸗ hebee Felsen, der ins Meer auslaͤuft, ist der Thurm eanders; dieser Palast gegenuͤber, mit diesen reizenden Gaͤrten, von dreifachen Mauern umfangen, ist das Se⸗ rail; dies Gewaͤsser, das im vollen Sinne des Wortes von Tau⸗ senden eleganter Fahrzeuge mit einem Walde von Masten bedeckt, gepfluͤgt wird, ist der Bosporus; diese Gebirge, woran die Haͤuser aufeinander gehaͤuft scheinen, diese Myriade von Mina⸗ rets ist Konstantinopel; man ist angelangt. Nach dem ersten Augenblicke der Bewunderung wendet man sich um und schaut ruͤckwaͤrts, gleichsam um sich zu versichern, daß man Smyrna am entgegengesetzten Horizont nicht mehr sieht; die Fahrt ist ziemlich weit, allein das Doppelrad der „Maria Dorothea“ spot⸗ tet der Entfernungen, und zwar ohne daß diese erstaunliche Schnelligkeit im mindesten Schrecken erregen darf; die Zeit ist vorbei, wo die Kessel sprangen und man aͤrndtet jetzt bloß die Vortheile der Wunder der Dampfkraft., Einige Tage reichen hin, um Alles, was Konstantinopel Sehenswuͤrdiges besitzt, im Großen zu besichtigen; die suͤßen Wasser, die Prinzen-⸗Inseln, die reizenden Ufer des Bosporus ꝛc. Man schifft sich wieder ein, und nach sechsunddreißig Stunden ist man wieder daheim, zu Smyrna, so wenig ermuͤdet, so munter, als waͤre man nicht aus der Stadt gewesen. Endlich haben die Frauen nicht noͤthig, sich mit Schachteln und vielem Gepaͤck zu befassen; sie sind si— cher, zu Pera in dem Magazin der Mlle. Boulanger ein voll⸗ staͤndiges Sortiment der elegantesten und neuesten Mode⸗Artikel su finden, die direkt aus den besten Ateliers von Paris an⸗ ommen.
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Berlin, 13. April. Gestern Vormittag erfolgte zu Tegel bei Berlin die feierliche Bestattung des am 8. d. M. mit Tode abgegangenen Geheimen Staats⸗Ministers Freiherrn Wilhelm von Humboldt. Se. Koͤnigl. hder der Prinz Wilhelm, Bruder Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, mehrere hohe Militairs und Staats⸗Beamten, so wie eine große Menge von Gelehrten und Kuͤnstlern, die mit dem Verstorbenen in naͤherer Beruͤhrung ge⸗ standen, hatten sich zu dieser Feier in dem dortigen Schlosse ein⸗ gefunden, von wo der Zug sich gegen 11 Uhr nach dem herr⸗ lichen Denkmale, das der Entschlafene im Schloßgarten uͤber der Gruft seiner ihm vor mehreren Jahren vorausgegangenen Ge⸗ mahlin hat errichten lassen, und neben welcher auch er dereinst u ruhen wuͤnschte, in Bewegung setzte. Dem mit 4 Perden bespannten schwarz umflorten offenen Leichenwagen folgten der Bruder, die Kinder und Kindeskinder des Verstorbe⸗ nen; ihnen reiheten sich die uͤbrigen Anwesenden an, und den Beschluß des ganzen Zuges machte die Dorfgemeinde, die, durch den Hintritt ihres Gutsherrn tief bekuͤmmert, ihre Liebe und An⸗ haͤnglichkeit fuͤr ihn wenigstens noch dadurch bekunden wollte, daß sie ihn unter Anstimmung eines geistlichen Liedes bis zu sei⸗ ner letzten Ruhestaͤtte geleitete. Hier angelangt, wurde der Sarg auf ein Geruͤst gestellt, worauf der Konsistorial⸗Rath Dr. Hoß⸗ bach dem Verstorbenen eine Gedaͤchtniß⸗Rede hielt, in welcher er dessen Verdienste um Staat und Wissenschaft, so wie seine Vor⸗ zuͤge im geselligen Umgange in wenigen, aber ergreifenden Wor⸗ ten hervorhob. Der Sarg wurde sodann langsam in die Gruft gesenkt, wo der Dahingeschiedene, seinem eigenen Wunsche gemaͤß, in freier Erde, nicht in einem ausgemauerten Gewoͤlbe ruht.
— Man schreibt aus Posen unterm 8ten d. M.: „Die neue Einrichtung der Justiz⸗Behoͤrden im Großherzogthum Posen nach der Allerhoͤchsten Verordnung vom 16. Juni v. J. beginnt, mit raschen Schritten ins Leben zu treten. Bekanntlich soll kuͤnf⸗ tig die Rechtspflege im Großherzogthum durch folgende Behoͤr⸗ den, deren Ressort⸗Verhaͤltnisse in der gedachten Allerhoͤchsten Verordnung genau bestimmt sind, nättiech 1) durch 2 Ober⸗ Landes⸗Gerichte fuͤr die Regierungs⸗Bezirke Posen und Brom⸗ berg, 2) durch 26 Land⸗ und Stadt⸗Gerichte, wovon ein jedes einen landraͤthlichen Kreis zugetheilt erhaͤlt, 3) durch 4 Inqui⸗ sitoriate, 4) durch ein Ober⸗Appellations⸗Gericht fuͤr die ganze Provinz, 5) durch das Geheime⸗Ober⸗Tribunal zu Berlin, und 6) durch die geistlichen Gerichte, in deren Einrichtung nichts Fensshet worden ist, verwaltet werden. Hiernach sind, was die
and⸗- und Stadt⸗Gerichte betrifft, diejenigen zu Bromberg, Schoͤnlanke, Wollstein, Rawicz, Ostrowo und Rogasen bereits am 1. April d. J. eingefuͤhrt worden. Am 14. April erfolgt die Einfuͤhrung des Land⸗ und Stadt⸗Gerichts zu Schrimm, am 27sten die des Land⸗ und Stadt⸗Gerichts zu Inowraclaw, am 29sten die der Land⸗- und Stadt⸗Gerichte zu Graͤtz und Hirn⸗ baum, endlich am 1. Mai die der Land und Stadt⸗Gerichte zu Kosten und Wreschen. Die Einfuͤhrung der uͤbrigen 14 Land⸗ und Stadt⸗Gerichte soll allmaͤlig folgen.“
— In Czieschowa bei Lublinitz im Reg. Bez. Oppeln entstand am 30sten v. M. in der Schaͤferei, worin sich 550 Schafe befanden, Feuer, wodurch nicht allein die Schaͤferei und saͤmmtliche Schafe, sondern auch noch eine Scheune und einige Freibauer⸗ und Haͤusler⸗Stellen ein Raub der Flammen wurden. Das Feuer griff so schnell um sich, daß die Bewohner nichts von ihrem Mobiliar retten konnten.
— In die Haͤfen zu Stolpmuͤnde und Ruͤgenwalder⸗ muͤnde (Pommern) liefen im Monat Maͤrz 6 Schiffe ein und 16 Schiffe gingen von dort in See. Aus dem erstgenannten Hafen wurden 73 Schock Klappholz und 154 Ctr. Oelkuchen nach Hull, und aus dem letzteren Hafen 262 Klafter Brennholz und 341 Ctr. graue Leinwand nach Kopenhagen, so wie 238 Ctr. Rappkuchen, 1039 Stuͤck Klappholz und 77 Ctr. Leinwand nach inlaͤndischen Seeplaͤtzen ausgefuͤhrt.
— Laut Nachrichten aus Stralsund ist der Haͤringsfang an der Ostseekuͤste, wahrscheinlich in Folge der anhaltend stuͤrmi⸗ schen Witterung, bis jetzt so wenig belohnend gewesen, daß durch die bisher gewonnene Ausbeute noch nicht einmal die Ausruͤstungs⸗ kosten gedeckt seyn sollen, zumal bei dem durch die bedeutende Einfuhr des maͤßig besteuerten auslaͤndischen, in der Regel besse⸗ ren Haͤrings sehr veringerten Absatze des inlaͤndischen Kuͤstenhaͤ⸗ rings, der Preis desselben so gefallen ist, daß das Wall (80 Stuͤck) fuͤr 6 Pfennige verkauft wurde. Dies hat einen Kauf⸗ mann zu Bergen (Insel Ruͤgen) veranlaßt, einen Versuch zu machen, aus Haͤringen Thran zu sieden, der so gut ausgefallen ist und ein so vortheilhaftes Resultat geliefert hat, daß die Un⸗ ternehmung bei der beabsichtigten groͤßern Ausdehnung, sowohl fuͤr das Interesse der Fischer als auch in Ruͤcksicht auf die Ver⸗ ringerung oder das gaͤnzliche Aufhoͤren des fuͤr fremden Thran Cüer. hüses gehenden Geldes von Wichtigkeit zu werden ver⸗ spricht.
— Nachrichten aus Koblenz zufolge, hat sich am Morgen
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des 6. April gleich oberhalb des Laubaches eine Felsenmasse von einem Berge losgerissen; dieselbe zerschlug einen Weinberg und zertruͤmmerte und bedeckte einen heit der laͤngs des Rheins lau⸗ fenden Chaussee. Die herabgefallene Steinmasse wird auf unge⸗ faͤhr 100 Ruthen geschaͤtzt.
Meteorologische Beobachtung. . Morgens U Nachmitt. Abends] Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
1835. 12. April.
Luftdruck. 337,2 „ Par. 337,5 7 Par. 338,03 Par⸗[Quellwärme 6,2 ° R. 2 0 2 8 Luftwaͤrme †+ 2,7 °R. + 88 nn * 88 Flußwärme 6,58 R. 71 pCt. regnig. WNW.
Thaupunkt + 1,2 °R. — Dunstsaͤttg 88 pCt. Wetter. truͤbe.
Wind .... NW.
Wolkenzug —
Tagesmittel: 337,6 21...
Bodenwärme 5,9 °R. NW Ausdünst. 0,0 8 7‧%Rh. NW. Niederschlag 0, “09 Rh. 5,4 0 R. 0,30 R. 67 pCt.
44 pCt. halbheiter.
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Beerliner Börse.
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(Preuss. Cour.)
[W ürief Weld.
Ostpr. Pfandbr.] 4 Pomm. do. 4 Kur- u. Neum. do. 4 Schlesische do. 4 Rkst. C. u. Z.-Sch.
d. K.- u. N. 2 851 215,⁸
Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel.
s⸗.6f
100 (100 ¾ 99 ½ 98 ½ 65 ½ 65 ¾ 100 ¾ 100¾ 100 8 100 100 8 100 98 ¾
St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seech. Kurm. Obl. m. J. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grofshz. Pos. do.
106 ¾ 106 ½
— [Gold al marco 39 [Neue Duk.
101 ½ Friedrichsd'or.. 102 5 Disconto
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Auswärtige Börsenn. “ Amsterdam, 8. April. 84517rh 8288 8
Niederl. wirkl. Schuld 55 ¼57. 58 do. 102. Ausg. Schuld 1 Fs. Kanz-Bill. 251 ½. 4½ 9 Amort. 95 ¼. 3 ½ 8 79 ½ ½. Russ. 98 ¾. Oesterr. 99 ½. Preuss. Präm.-Scheine 115 ½. do. 4 8 Anl. —. Span. 5 8 49 ¼.
38 30 ½. Antwerpen, 7. April. Span. 58 49 ¼. Guebhard 48 ¼. Zinsl. 23 ⅛. Cortes 49 ¼. Coup. 30. Belg. 102. Darmst. 26 ⁷¾. ᷓI1“
Koͤnigliche Schauspiele. Dienstag, 14. April. Im Opernhause: Der Zweikampf, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Herold. (Dlle. Ste⸗ phan: Margarethe, als Gastrolle.) Die Solotaͤnzer des Koͤnigl.
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Hoftheaters zu Madrid, Hr. Font, Hr. Campruvi, Mad. Du⸗ binnon und Dlle. Serral, werden hierin folgende Spanische Na⸗ tional⸗Taͤnze ausfuͤhren: 1) Las Manchegas de la Pia, Spani⸗ scher Hof-Tanz; 2) El Zapateado, mit Tambourin und Castag⸗ netten, im Zigeuner⸗Kostuͤm.
Im Schauspielhause: 1) Folbert, ou: Le Mari de la Can- tatrice, vaudeville en 1 acte. 2) Une heure de mariage, co- médie en 1 acte. 3) L'humoriste, vaudeville en 1 acte.
Mittwoch, 15. April. Im Schauspielhause: Die Schwe⸗ stern, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. Hier⸗ auf: Der reisende Student, musikalisches Quodlibet in 2 Abth.
Anfang dieser Vorstellung: 7 Uhr.
Donnerstag, 16. April. Im Schauspielhause: Nathan der Weise. (Herr Seydelmann: Nathan, als Gastrolle).
Koͤnigstaͤdtisches Theater.
Dienstag, 14. April. Julerl die Putzmacherin, parodirende Posse mit Gesang, in 2 Akten, von Meisl. Musik von A. Muͤller. (Dlle. Burghardt wird, von ihrer Krankheit herge⸗ stellt, hierin wieder auftreten.) Vorher: Die Ehrendame, Lust⸗ spiel in 1 Akt, von A. Cosmar.
Mittwoch, 15. April. Auf hohes Begehren: Die Reise auf gemeinschaftliche Kosten, Posse in 5 Akten, von L. Angely. Vorher: Philipp, Drama in 1 Akt, von Friedr. Genée. 8
Die zu der Posse „Alle fuͤr Eine und Einer fuͤr Alle“ be⸗ reits gekauften Billets bleiben zur heutigen Vorstellung guͤltig, oder kann der Betrag dafuͤr bis 6 Uhr Abends in Empfang ge⸗
nommen werden. Donnerstag, 16. April. (In Fralitnischer Sprache): Die Familien Capuleti und Montecchi, Oper in 4 Akten. Musik von Bellini. (Dlle. Vial, vom Koͤnigl. Sardinischen Hof⸗Theater zu Turin: Giulietta, als vierte Gastrolle.)
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkon
des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc. GnnvõõrrE‧‧˙%%'qohn »v»v»
Neueste Nachrichten.
Paris, 7. April. Der Koͤnig ertheilte gestern dem Praͤsi⸗ denten der Deputirten⸗Kammer Audienz und gab dann ein Di⸗ ner, zu welchem der Oesterreichische Botschaftet, Graf von Ap⸗ pony, und seine Gemahlin, der Fuͤrst Alfred von Schoͤnburg, der Graf Ruͤdolph v. Appony und einige andere bei der Oester⸗
Broglie nebst seiner Gemahlin eingeladen waren.
In der Pairs⸗Kammer wurden heute, nach Erledigung mehrerer Gesetz⸗Entwuͤrfe von oͤrtlichem Interesse, die Berathun⸗ gen uͤber das Munizipal-Gesetz fortgesetzt; man glaubt, daß sie hlsch morgen zum Schlusse kommen werden.
In der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer,
met war, behauptete Herr Thiers bis zum Schlusse der Siz⸗ zung die Rednerbuͤhne; er sprach laͤnger als 1 ½ Stunde uͤber lauter groͤßtentheils bereits bekannte Ereignisse waͤhrend der vor⸗ jaͤhrigen Unruhen in Lyon. Sehr anziehend war seine Darstel⸗
Militair vertheidigten; er sagte naͤmlich: „Der vorige Redner (Herr von Laboulie) mißt uns die Schuld bei, daß so große Ver⸗ heerungen in Lyon angerichtet worden. Hierin thut man uns aber sehr Unrecht; die Schuld trifft vielmehr diejenigen, die sich am Tage vor der Schlacht einbildeten, daß die ganze Einwoh⸗ nerschaft mit ihnen Feenehlsch neh Sache machen wuͤrde, und die, als sie am folgenden Morgen ihren Irrthum erkannten, zum Meuchelmord ihre Zuflucht nahmen, indem sie sich auf den Daͤchern und in den Kellern postirten und von hier aus auf das Militair feuerten. Nicht, daß ich den Aufruͤhrern den Muth absprechen mag; der Krieg aber, den sie fuͤhrten, war, — es sey mir er⸗ laubt, es zu sagen, — nicht eben gefahrvoll, waͤhrend das Mili⸗ tair bei hellem Tage, auf offener Straße, in der Uniform und mit dem Tornister auf dem Ruͤcken vorgehen mußte.“ Als
Herr Garnier⸗Pagsès bei diesen Worten aͤußerte, daß der
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Den 13. April 1835. bFF
reichischen Gesandtschaft attachirte Herren und der Herzog von
die dem Antrage einer Unterstuͤtzung fuͤr die Stadt Lyon gewid⸗
lung der Art und Weise, wie die Lyoner ihre Stadt gegen das
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