Benehmen, so wie mit dem Ruf, in welchem er im Unterhause steht, genauer bekannt sind, daß er in der That eine sehr unbe⸗ deutende Figur spielt. Er ist einer von jenen artigen kleinen Maͤnnern von geringem Geist, die viel lesen und leicht lernen, in der Welt und in der Literatur bewandert sind und mit nicht wenig Schein von Weisheit und angemaßter Autoritaͤt sprechen koͤnnen, aber bei ihren groͤßten Anstrengungen, sich in Respekt zu setzen, doch stets das Gefuͤhl ihrer Geringfuͤgigkeit verrathen. Wenn er beredt ist, verlieren seine gluͤcklichsten Ergießungen durch
seinen meist geschwaͤtzigen Ausdruck, durch seine kindischen Ein— fäͤlle und duͤrch das komische Ansehen, welches er sich dabei
giebt, an Wirkung. Er zeigt zuweilen großen Fleiß und sorg⸗
faͤltige Forschung, aber seine Gelehrsamkeit macht wenig Eindruck auf seine Zuhoͤrer, weil sie durch die Kleinlichkeit, womit er ins Einzelne geht, und durch die alberne Unverschaͤmtheit seiner Be⸗ nerkungen ermuͤdet werden. Oft entlockt er denen, die gerade zu seiner Partei gehoͤren (denn er ist ein vielseitiger Mann), ein Lachen durch eine gluͤckliche Entgegnung oder eine scharfsinnige Sophisterei, womit er auf die Behauptung einer Thatsache ant⸗ wortet, die er nicht leugnen, oder auf ein Argument, das er nicht widerlegen kann. Dieser Mann kann unmoͤglich die ganze Siz⸗ zung hindurch Kanzler der Schatzkammer bleiben. Er wird von den Tories verachtet, und wenn ihn die Whigs auch fuͤr brauch⸗ bar halten, so haben sie doch keine Achtung vor ihm, wo nicht gar der aristokratische Theil derselben mit dem entgegengesetzten Gefuͤhl auf ihn herabblickt; und daß er sich des Beistandes und der Unterstuͤtzung des Herrn O'Connell erfreuen sollte, der so oft deer Gegenstand seiner niedrigen und insolenten Angriffe war, roͤnnen wir nun vollends nicht glauben.“ Es heißt, Herr James Daly, ein persoͤnlicher Freund des Sir Robert Peel und ehemaliger Repraͤsentant der Grafschaft Galway, werde unter dem Titel Baron Dunsandale zum Irlaͤn⸗ dischen Pair erhoben werden. Das Diplom zu dieser Ernen⸗ nung soll schon im Jahre 1830 ausgefertigt gewesen seyn, als der Herzog von Wellington plo6ͤtzlich resignirte. er Globe findet keinen Grund zu den Besorgnissen, woelche die Morning Chronicle wegen der Wiedererwaͤhlung des Lord John Russell fuͤr Devonshire hegt; er versichert nach ein⸗ gezogenen Erkundigungen, daß diese Furcht ganz unnoͤthig und daß Lord Russell seines Erfolgs gewiß sey; zwar duͤrfte es einen heftigen Kampf geben, aber er werde zu Gunsten der Whigs en⸗ digen, denn alle die Mittel, welche die Tories aufboͤten, und wo⸗ bei auch der Bischof Phillpotts mit seinem geistlichen Beistande elfen muͤsse, seyen auch schon bei fruͤheren Wahlen von ihnen in Bewegung gesetzt worden, und immer vergeblich. Der Globe erklaͤrt die Angabe des Albion, daß Herr Per⸗ rin, den man als den neuen General⸗Prokurator fuͤr Irland be⸗ zeichnet, ein Katholik sey, fuͤr ungegruͤndet und findet in seiner Ernennung eine Buͤrgschaft fuͤr die Erledigung einer der hervor⸗ stechendsten Irlaͤndischen und Englischen Beschwerden, naͤmlich der Verbesserung des jetzigen Zustandes der Munizipal⸗Corpora⸗ tionen. Ueberhaupt ist der Globe der Meinung, daß nichts so vollkommen darauf berechnet seyn koͤnnte, die Mehrheit der Ir⸗ laͤndischen Repraͤsentanten zu versoͤhnen, als die Ernennung der vier üssen Irlaͤndischen Beamten, des Grafen von Mulgrave zum Lord⸗Lieutenant, des Lord Morpeth zum ersten Secretair, des Serjeanten Perrin zum General⸗Prokurator und des Ser⸗ jeanten O'Loghlen zum General⸗Fiskal.
Aus dem Bericht der Kommission zur Untersuchung des staͤdtischen Corporations⸗Wesens in England und Wales heben hiesige Blaͤtter als Hauptpunkte Folgendes hervor: „An den meisten Orten haben die staͤdtischen Corporationen und die Einwohner aufgehoͤrt, irgend ein gemeinsames Interesse zu haben, und vorzuͤglich da, wo ein Theil der Corporations⸗Mitglieder gar nicht mehr in dem Orte selbst wohnt. aͤhrend der groͤßere Theil der achtbaren Bewohner von der staͤdtischen Corporation ausgeschlossen ist, bil⸗ den Arme, Miether und Andere, die weder Steuern noch Ab⸗ gaben zahlen, einen betraͤchtlichen Theil derselben. Wer nicht die politischen Meinungen der herrschenden Partei theilt, ist von der Munizipal⸗Verwaltung ausgeschlossen. Die Mu⸗ nizipal⸗Angelegenheiten werden mit großem Geheimniß betrieben und den Einwohnern Auskunft daruͤber verweigert. Es gehoͤren ferner zu den groͤbsten Mißbraͤuchen die Veruntreuun⸗ gen von Corporations⸗Geldern durch die Mitglieder der Corpo⸗ rationen und ihre Freunde; die Bestechungen, die Weigerung mancher Corporationen, solche Fonds zum allgemeinen Besten der Gemeinden zu verwenden, und das Bestehen auf ihre Verwendung um Vortheil Einzelner; die verkehrte Anwendung der fuͤr den
nterricht bestimmten Fonds, wie zu Coventry, wo zwei Lehrer Seee- Pfd. erhielten, waͤhrend sie nur einen Zoͤgling atten!
Die Hof⸗Zeitung meldet die Ernennung einer Kommission, zu welcher unter Anderen der Marquis von Bute und Lord Lowther gehoͤren, um die jetzigen Gesetze und Vorschriften in Betreff des Lootsen⸗Wesens zu untersuchen.
Einem Geruͤcht zufolge, soll das große Siegel von Irland einer Kommission uͤbergeben werden.
Admiral Napier hat das herrliche Landgut des Herrn J. Walker in Hampssire angekauft.
Der Admiral Sir George Cockburn, der bekanntlich unter dem Peelschen Ministerium zu einem der Lords der Admiralitäaͤt ernannt war, befand sich, nach den neuesten Nachrichten aus Westindien, am Bord des „President“ in Bermudas, und man wußte nichts Bestimmtes daruͤber, ob er nach England zuruͤckkeh⸗ ren wuͤrde; er schien noch zu zaudern, um sich erst uͤber die Dauer des Ministeriums zu vergewissern.
Graf Amherst beabsichtigt, in Begleitung seines Neffen, des Grafen Hillsborough, und seines Secretairs, des Herrn Elliot, am 20sten d. auf der neuen Fregatte „Pique“ von 36 Kanonen nach Kanada abzugehen und § bis 10 Monate dort zu ver⸗ weilen.
Der zu Kalkutta erscheinende Hurkaru vom 19. Dezember meldet, daß Lord William Bentinck bestimmt am 15. Maͤrz auf dem Kriegsschiff „Curagao“ nach England abgehen werde.
Briefen aus Malta zufolge, waren dort der „George Can⸗ ning“ mit der nach dem Euphrat bestimmten Expedition und das Dampfschiff „Blazer“, welches als Packetboot zwischen Malta und Alexandrien dienen soll, aus England angekommen.
Nachrichten vom Cap bis zum 6. Februar lauten noch guͤn⸗ stiger, als die fruͤheren, fuͤr die Wiederherstellung der Ruhe in dieser Kolonie.
An der Afrikanischen Kuͤste sind vier Sklavenschiffe mit bei⸗ nahe 2000 Sklaven aufgebracht worden; auf dem einen waren von 700 Sklaven bereits 300 gestorben.
Aus Rio Janeiro sind mit der „Pandora“, die 7000 Pfund Contanten an Bord hat, Fetehen bis zum 12. Fe⸗ bruar hier eingegangen. In Pernambuco hatte eine Meuterei in einem Regiment stattgefunden, weil man demselben nicht die geforderten Rationen bewilligt hatte; sie wurde zwar bald ge⸗ daͤmpft, veranlaßte aber einen sehr hitzigen Wortwechsel zwischen
456 dem Statthalter Carvalho Paez von Andrade und dem Befehls⸗ haber des Regiments, Obersten Carneiro Machado Rios.
Nach Berichten aus Buenos Ahres hatte der Finanz⸗ Ausschuß uͤber die Vorschlaͤge der Regierung in Betreff der Zoͤlle, der Vermoͤgenssteuer, der Stempel und der Licenzen fuͤr das Jahr 1835 Bericht erstattet. Er empfiehlt die Annahme der drei ersten Vorschlaͤge mit einigen Modificationen. Weizen aus frem⸗ den Haͤfen, dessen Werth nicht hoͤher als 45 Dollars die Fanega ist, soll einen Zoll von 9 Dollars fuͤr die Fanega zahlen, ist er uͤber 45, aber unter 60 Dollars werth, so soll der Zoll 7 Dol⸗ lars und, bei einem Werth von mehr als 60 Dollars, 5 Dollars betragen. Wer falsche Stempel und Licenzen macht, soll mit dem Tode bestraft werden. Ein definitiver Gouverneur des Staats war noch immer nicht ernannt.
— — London, 14. April. Gestern Abend kuͤndigte Sir Robert Peel dem Unterhause an, er habe vom Koͤnige die Mit⸗ theilung erhalten, daß Se. Majestaͤt sich noch mit der Bildung eines Ministeriums beschaͤftigen; er ersuchte demnach das Haus, sich bis auf Donnerstag zu vertagen; was denn auch sogleich be⸗ willigt ward. Ueber das neue Ministerium indessen weiß man noch nichts weiter mit Gewißheit, als daß Lord Melbourne wie⸗ der das Haupt desselben seyn wird. Graf Grey soll von meh⸗ reren derjenigen, die Lord Melbourne als seine Gehuͤlfen beru⸗ fen hat, aufs dringendste ersucht worden seyn, irgend eine Stelle ohne amtliche Beschaͤftigung darin zu uͤbernehmen, es aber aufs entschiedenste abgelehnt, ja seine parlamentarische Unterstuͤtzung nur unter der Bedingung zugesagt haben, daß weder OConnell noch Hume Stellen erhielten, und daß keine Maßregeln vorge⸗ schlagen wuͤrden, welche die Aufloͤsung der Irlaͤndischen Kirche zum Zweck haͤtten. Auf der anderen Seite soll O Connell seinen Anspruͤchen auf eine Stelle entsagt und seinen Beistand nur un⸗ ter den Bedingungen versprochen haben, daß zwei seiner Freunde, der Eine zum General-Fiskal und der Andere zum Ge⸗ neral⸗Prokurator ernannt werde, daß man keinen Vice⸗ Koͤnig daselbst ohne seine 1 anstelle, und daß zur Beruhigung Irlands drei besondere Maßregeln vorgeschlagen und von der Regierung unterstuͤtzt werden sollen. Die Maß⸗ regeln werden zwar nicht genannt, muͤssen aber, um O'Connell zu befriedigen, von der Art seyn, daß sie, wenn des Grafen Grey Gesinnungen wirklich mehr mit denen Lord Stanley's, als denen seines eigenen Sohnes, Lord Howick, uͤbereinstimmen, diesen Edel⸗ mann bald zum Gegner der Whigs machen werden. Dies ist eine e eafangen der Tories. Eine andere aber ist, daß Lord John
RNussell und vielleicht noch andere Mitglieder des Unterhauses,
welche wahrscheinlich zu Mitgliedern des neuen Ministeriums berufen worden sind, wie Spring Rice, Ellice, Hobhouse, nicht wieder gewaͤhlt werden moͤchten. Besonders ist diese Hoffnung in Hin⸗ sicht auf den Ersteren sehr stark, und um dieselbe zu verwirklichen, haben sie ihm einen Kandidaten in der Grafschaft Somerset entgegengestellt und eine Subscription eroͤffnet, wozu Lord Rolle allein 100 Pfd. hergegeben hat. Lord John, welcher letzten Sonnabend eine reiche Wittwe geheirathet hat, wird also sogleich Gelegenheit finden, eine bedeutende Summe los zu werden, wenn ihm nicht die Liberalen von ihrer Seite zu Huͤlfe kommen. Man sagt, er solle Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten werden, Lord Palmerston dagegen die Kolonieen und Herr Spring Rice die Schatzkammer mit der Leitung des Unterhauses uͤbernehmen. Lord Brougham, heißt es ferner, wird keine Stelle erhalten: ob man ihn, oder ob er sich selbst ausgeschlossen, weiß man noch nicht. Auf jeden Fall aber wird er einen mit dem Ganzen nicht har⸗ monirenden Theil des Ministeriums bilden, wenn dasselbe wirk⸗ lich zu Stande kommt und nicht, wie die Tories es sich ver— sprechen, gleich nach Ostern wieder resigniren muß, sobald es fin⸗ det, daß seine wichtigsten Mitglieder keinen Sitz im Unterhause bekommen koͤnnen. In einem solchen Falle jedoch erwartet man, daß Sir Robert Peel sich mit mehr liberalen Kollegen umgeben werde, wenn dies anders thunlich ist, so lange das Irlaͤndische Kirchenwesen noch nicht geordnet ist. Ueberhaupt sind die Verhaͤltnisse in diesem Augenblicke so verwirrt, daß sich auf nichts mit irgend einer Gewißheit zum voraus rech⸗ nen laͤßt, besonders da bei dem so hestig aufgeregten Parteigeist selbst die Thatsachen, worauf man sonst seine Be⸗ 1Se gruͤnden koͤnnte, entstellt und mit frecher Stirn taͤglich die groͤbsten Unwahrheiten verbreitet werden. Inzwischen erhal⸗ ten der Koͤnig und Sir Robert Peel noch taͤglich Adressen, welche das Verfahren des Letzteren auf's Hoͤchste billigen und ihn bitten, auszuharren, da der Uebergang der Regierung in die Haͤnde der Opposition die groͤßte Gefahr bringen wuͤrde. Diese Bewegun⸗ gen unter den Tories haben zwar im Allgemeinen wenig Gegen⸗ wirkung bei den sich sicher duͤnkenden Liberalen erweckt; doch wo solche aufgeregt wurde, hat sie sich kraͤftig erwiesen, wie z. B. u Edinburg, von welcher Stadt eine die Beschluͤsse des Lord John Russell billigende Bittschrift an's Unterhaus gelangt ist, welche nicht weniger als 13,000 Unterschriften haben soll. Er⸗ waͤgt man freilich, welchergestalt die Unterschriften fuͤr dergleichen Dokumente gewoͤhnlich erlangt werden, so beweist hier die Menge nichts, welche nur weiß, daß es sich um die Unterstuͤtzung einer oder einer anderen Partei handelt, und in Gottes Namen unterschreibt, ohne zu wissen was. Aber alsdann muͤßte nur auch die andere Partei nicht auf die Menge der Adressen selbst pochen; denn in jedem Dorfe, wo es einen Geistlichen, ein Paar Notarien und einige Gutspaͤchter giebt, finden sich auch mehrere Tories; und diese haben dann nichts Anderes zu thun, als 68 Gesinnungen auf ein Stuͤck Pergament zu schreiben und sol⸗ ches von allen ihren Freunden, Angehoͤrigen und Untergebenen unterzeichnen zu lassen; auf diese Weise ist eine Adresse fertig. Aber eben so wenig wie es zu leugnen ist, daß der große Haufe Reformen verlangt, wie sie kaum von den Whigs und gar nicht von den Tories zu erwarten so ist es auch gewiß, daß bei weitem der groͤßte Theil der Vornehmen, Reichen und Gebilde⸗ ten, das heißt des Adels, der Gutsherren, Fabrikanten und Kauf⸗ leute, der Geistlichen, Rechtsgelehrten, Aerzte und Wundaͤrzte, wenn sie auch nicht allen Reformen entgegen sind, sich doch vor der Herrschaft der Whigs fuͤrchten, weil dieselben, — gleichviel ob ungern oder gern — sich zu sehr vom Volke beherrschen las⸗ sen. Hierzu kommen dann noch die alten protestantischen Vor⸗ urtheile, welche sich bei manchen, besonders auf dem Lande, bis zur Furcht vor erneuerten Inquisitionen und Auto da fe's stei⸗ ern, welchen O'Connell als der große papistische Popanz vor Augen steht, der, wie sie sich uͤberreden, nicht eher ruhen wird, als bis er beide Inseln wieder katholisch gemacht. Alles dieses giebt den Tories eine große moralische Kraft, welche den Whigs abgeht; und um diese noch zu vermehren, hat Peel weislich, waͤhrend der kurzen Zeit seines Amtes, mehrere Gelehrte in der Kirche befoͤrdert, mehreren gelehrten Laien, welchen die Whigs aus blinder Sparsamkeit ihre Jahrgelder entzogen hatten, diesel⸗ ben zuruͤckerstattet, und Anderen Pensionen bewilligt, die derglei⸗ chen vorher nicht genossen. Unter diesen Umstaͤnden glaube ich nicht, daß die Whigs lange am Ruder bleiben koͤnnen; besonders
wenn die Zwistigkeiten in Irland nur erst beigelegt sind
sehr ist es den Tories und ihrem Anhang darum zu thun unvermeidlichen Reformen selbst zu bewirken, daß ich, aus man chen Aeußerungen schließend, an die Moͤglichkeit zu glauben an⸗ fange, daß sie die Gleichstellung beider Religionen in Irland So hoͤrte ich neulich in
endlich auf sich selbst nehmen koͤnnten. einer Gesellschaft von einem vornehmen Tory die merk
Worte: „Ich halte es sogar fuͤr moͤglich, daß England ohne ir— gend eine Staatskirche groß und maͤchtig bestehe, wenn nur
der Uebergang allmaͤlig und auf gesetzlichem und Eigenthum und persoͤnliche Rechte nicht dar werden!“
Aus dem Haag, 16. April.
Niederlande.
In der gestr der zweiten Kammer gingen unter Anderm zwei Schr Libri Bagnano ein, die eine als Rechtfertigung gegen
dungen, die andere die Industrie in Holland betreffend. Dee Petitions⸗Kommission erstattete Bericht uͤber eine neue Be⸗
schwerdeschrift des Obersten Gustafsson gegen die Staa
igen Sitzung 4
; und so
der Brust mit einem Arm umschlungen hielt, ihr dreijaͤhriger die
he Joseph, die drei Toͤchter der Katharina Wohlfart, Su⸗ *- 23, Josepha 21, und Nothburg Zangerl 17 Jahre alt. drei erstern Personen wurden gerettet, die uͤbrigen aber todt der Lawine oder dem Schutte hervorgezogen. Joseph
Zangerl lag uͤber 8 Stunden unter der Lawine, befindet sich bisher ohne nachtheilige Folgen fuͤr sein und seine “ Maria Katharina Mattle aber uͤber 14 Tage Bett und Zimmer huͤten; Ka⸗
wuͤrdigen
Wege stattfinde⸗ hena Wohlfart liegt noch schwer danteder und ist nicht außer er angetastet
ahr, weil sie, 8 nicht tief in der Lawine ver⸗ tt, am Unterleibe starke Verletzungen erhalten hatte; auch mag Schmerz uͤber den Verlust ihrer drei Toͤchter ihre Wieder⸗ sung bedeutend verzoͤgern. Die naͤchsten neun Nachbarn sind, rch das Krachen und Tosen des Lawinensturzes vom Schlafe fgeschreckt, unverzuͤglich zur Huͤlfe und Rettung herbeigeeilt eigene Lebensgefahr nicht achtend, in welcher sie, theils dur ruͤckgeschwellten zu einem See gewordenen Trisana⸗ theils durch das Drohen eines neuen Lawinensturzes webten; die bei der Kirche von Galthuͤr und deren Umgebung
iften von Verleum⸗
ts⸗Con,
rant. Die Kammer ging daruͤber, als uncompetent, zur Tages fernter wohnenden Thal⸗Bewohner aber konnten, obwohl durch
Ordnung.
Versammlung vertagte sich auf unbestimmte Zeit.
Seit einiger Zeit sind hier beschnittene Seelaͤndische Sge, ciesthaler in Circulation, die einen bedeutend geringeren Wern
haben als der, zu dem sie ausgepraͤgt sind. Es ist i der Polizei bereits gelungen, den Personen auf die
kommen, welche sich mit dem Beschneiden der Thaler beschäͤftn⸗ ein Ziel gesezt
ten, und es duͤrfte diesem Gewerbe sonach schon
Belgien. Bruͤssel, 16. April.
morgen nach London abreisen. Heute hat derselbe die Citadele
von Antwerpen besichtigt.
Der feierliche Tauftag des neugebornen Prinzen ist woch berson zu retten. nicht bestimmt; diese Ceremonie wird, wie man glaubt, gegn ilbeit das
Ende dieses Monats stattfinden.
Daͤnemark.
Kopenhagen, 17. April. Ein Koͤniglicher Arm vom 23sten v. M. enthaͤlt die naͤheren Bestimmungen und Ort der diesjaͤhrigen Truppen⸗Exercitien, sowohl in ogthuͤmern als auf Secland und auf Fuͤhnen nebst
Petitionen von Kaufleuten, um Freiheit des Korn⸗ handels, und von Landbauern (in Groͤningen) um hoͤhere M— gaben von fremdem Getraide, wurden zu den Akten gelegt. Die
Der General Graf Esterhazy wit en weggescharrt,
Sturmglocke von dem Ungluͤck in Kenntniß gesetzt und zur etung gerufen, erst um halb 8 Uhr fruͤh auf der Ungluͤcks⸗ itte eintreffen, denn der tiefe Schnee, das immer anhaltende schneien mit dem heftigsten Sturmwinde und finsterem Schnee⸗ öber machten die schnelle Verstaͤndigung eben so unmoͤglich, die Ankunft der aufgeforderten Retter beschwerlich und durch eaugenscheinlich von allen Seiten drohenden Lawinen gefaͤhrlich. ute den gleich in der Nacht angekommenen Nachbarn haben vorzuͤglich Christian Eiter und Joseph Peter Walter durch ermuͤdete Thaͤtigkeit und kalte Unerschrockenheit ausgezeichnet; rettere hat sogar, um die unter der Lawine Verungluͤckten cht etwa durch einen Hieb zu verletzen, die Werkzeuge on sich gelegt, Schnee und Truͤmmer mit bloßen Haͤn⸗ und sich auf diese Weise Haͤnde und
ügel wund gearbeitet; sie waren aber auch mit ihren Ge⸗ bücken so gluͤcklich, in der Nacht noch die erste und zweite Herzbrechend war waͤhrend der Rettungs⸗
hoͤrbare Jammergeschrei der in der Lawine begrabe⸗ in Maria Katharina Mattle, der Josepha und Susanna Zan⸗
8 er, welche beide Letztern, wie schon bemerkt, aller Anstrengung ngeachtet, nicht gerettet werden konnten. Der Schaden an Ge— ee⸗Bef lzuden, Vieh⸗, Futter⸗ und Mobiliarstand, dann an Kleidungs⸗ uͤber za cken, Waͤsche und Lebens⸗Beduͤrfnissen aller Art wurde sehr den Her näßig geschaͤtzt, erhielt aber dennoch einen Anschlag von 2203 Juͤtlan rl Reichs⸗Waͤhrung. Schmerzlicher als dieser fuͤr arme Thal⸗
nzwischen ur zu
ei Rendsburg wird in der dritten Woche des Juni und hiühewohner im hoͤchsten Punkte von Patznaun immer empfindliche
Kopenhagen Ende Septembers und Anfang Oktobers eine Twy⸗Pellust aller
pen⸗Vereinigung stattfinden.
Se. Majestaͤt haben den Kaiserl. Oesterreichischen herrn Grafen Esterhazy zum Commandeur des Daneb den Kaiserlichen Kammerherrn Grafen Zichy zum Ritter Ordens vierter Klasse ernannt.
ehae ist fuͤr den Joseph Anton Zangerl ger poͤtzliche Verlust seiner 31 Jahre alten geliebten Gattin und einer eben so lieben gesunden zwei Kinder, und fuͤr die betruͤbte Mutter Katharina Wohlfart der ihrer drei Toͤchter, welche sie
nit irer Haͤnde Arbeit im Hause und auf dem Felde unter⸗ füͤgten und so ihren Unterhalt sicherten. Diese Verungluͤckten,
Kammer rogs un desselben
Der General-Major Baron von Loͤwenstern ist mit der ünd vorzuͤglich die beiden letztgenannten, nehmen das Mitleid
Dampfboote „Dronning Maria“ uͤber Stettin nach Wien 1 Gluͤckwuͤnsche Sr. Ma.pruch, als dieselben, ihres Obdaches, ihrer Kleidungen und Le⸗
so wie die Antworm zensbeduͤrfnisse, ihres Vieh⸗, Futter⸗ und Mobiliarstandes in
gereist, um die Kondolenzen so wie die des Koͤnigs an den Kaiser Ferdinand I.,
auf die durch den Grafen Esterhazy uͤberbrachten Schreiben
uͤberbringen.
Hiesige Blaͤtter geben nach einem Sreiben aus St. zh — mas folgenden Bericht uͤber eine von Seiten der Brittischen
gierung getroffene Veranstaltung zu einer fuͤr die Daͤnisch⸗Kc⸗ vermehrten und erleic
indischen Inseln vortheilhaften, bedeutend
terten Communication zwischen Europa und Westindien,
zwischen mehreren Westindischen Inseln unter einander. gingen naͤmlich zwei Offizieren kommandirt werden) monatlich von Falmouth,
im Anfange, das andere in der Mitte jeden Monats,
Briefbefoͤrderung wegen, ab, wovon das eine, nachdem es Barbadee St. Vincent und Granada angelaufen war, seine Tour nach Jamull
fortsetzte und darauf nach England zuruͤckkehrte; wog andere von
fortsetzte und mit dem Postsacke bei den groͤßeren Englischen if afen un
Franzoͤsischen Inseln landete und zuletzt in dem St. Thomas ankerte, wo es 8 Tage liegen blieb, um?
Depeschen von den Westindischen Inseln und Suͤd⸗Amerika nuc Europa mitzunehmen, die waͤhrend dessen in den Postboͤten da⸗ Englischen Regierung von St. Thomas gesandt ” n
our h. Thomas, waͤhrend die Postsaͤcke in Dampffscisfa von Varbadoes nach Jamaika gebracht werden, welche nt Beantweruun⸗ nach St. Thomas segely und die Postsacke an das daselbst wartende Paketboot abliefern. Heer⸗ durch wird sowohl eine leichte und angenehme Communlalüon zwischen den Westindischen Inseln erreicht, als auch, daß Vrief
Jetzt machen dagegen alle Paketboͤte diese letzte nach St.
einem Aufenthalte von einigen Tagen, um
gen nach Europa mitzunehmen,
nun zweimal, waͤhrend sie fruͤher nur einmal monatlich sen Jatetboten von Westindien nach Europa versandt abgehen koͤnnen. Die Englische Regierung hat in diese zwei Koͤnigl. Dampfschiffe von bedeutender Kraft, „the
und „the Spitfire“, außer einem dritten als Reserve, „the 0. lumbia“, abgesandt, von welchen das erstgenannte den 16. Fe⸗ zu St. Thomas ankam. Daß dieses Arrangement vorzuͤgli v. t man leich ein, und erfreulich ist es, daß die Lage dieser Daͤnischen Kolont so guͤnstig ist, daß die Englische Regierung kein Bedenken gette gen hat, dieselbe als Central⸗ oder Vereinigungspunkt jeder ihra
genehm und vortheilhaft fuͤr unsere Insel ist, sieh
eigenen Besitzungen vorzuziehen. Der Bote
von Tyrol giebt folgende
ler Innertschafein, der Gemeinde Galthuͤr, verbreitete
einer Staub⸗Lawine: „Diese Ungluͤck und Verderben bringe
um
nach Mitternacht mit solcher Schnelle und Gewalt auf die 6 . angerl, I
Ioalne 2
Staub⸗Lawine stieß sich von der Berghoͤhe Vergiel
und Futtergebaͤude der Eigenthuͤmer Joseph Anton tharina Wohlfart, Joseph Ottle und Joseph Peter der, daß jene in einem Augenblick und Schneemasse mitten in den Trisanatha
daß ihr Anblick ganz jenem einer in die Luft gespreng vermuͤhle aͤhnlich sah. und dem Sturze der Gebaͤude begraben, und zwar, mitten im reißenden Thalbache, welcher durch die Ma halten, bald einen See bildete, und das Ungluͤck und
tung der Verungluͤckten noch erschwerte. Die verschüͤteten peuscg 8 Maria K
waren: Joseph Anton Zangerl, Katharina Wohlfart, tharina Mattle, dann die Gattin des Erstern, Crescenz ner mit ihrem 8 Wochen alten Saͤuglinge, den sie no
““
Barbadoes laͤngs der Leewards⸗Inseln seinen Con Charakter an sich
naͤhere Nachrichn uͤber das durch eine von der Hoͤhe Vergiel herab auf den Wi
bach geworfen, die 80 mer der Gebaͤude aber so herumgeschleudert und zerstreut war
Neun Personen waren unter der 9 wie g sse aufg,
ch im Th
nd die Wohlthaͤtigkeit ihrer Mitmenschen um so mehr in An—
inem Augenblicke beraubt, nun dem groͤßten Nothstande aus⸗ gesetzt sind.“
Konstantinopel, 28. März. Der Moniteur Otto⸗ an enthalt folgende Erwiederung auf einige fruͤher mitgetheilte mGBemerkungen uͤber die Stellung desselben zu der Tuͤrkischen Zei⸗ Bisheiung: „Der Moniteur Ottoman ist ebensowohl in Franzoͤsi⸗
e⸗
Paketboͤte (Regierungsschiffe, die von Enfscher Sprache das offizielle Blatt der hohen Pforte, als das in
das en Tuͤrkischer Sprache erscheinende. Der einzige Unterschied zwi⸗ bloß d schen beiden Blaͤttern ist, daß letzteres nur Bekanntmachungen der Regierung enthaͤlt, waͤhrend ersteres aus einem offiziellen nd einem nicht offiziellen Theile besteht. Diesen letzteren aann man, wenn man will, als einen bloßen Privat⸗ 1 tragend betrachten, und der Ort, wo er sich findet, giebt ihm auch keinen anderen; es haͤngt dies von dem Werthe ab, den der Leser ihm beilegen will. In jedem offtzielen, in zwei Abtheilungen zerfallenden Journal beschraͤnkt scchh diejenige, welche oͤffentlich als offiziell angekuͤndigt ist, nothwendig auf eine bloße Mittheilung der Verfuͤgungen der Re⸗ gerung. Die Diskussion ist in den zweiten Theil verwiesen, und da beginnt die Initiative der Redaction, der die Regierung eine Presse anvertraut hat, um sie zu vertheidigen, wenn man se angreift. Aber auch dort findet sich, wenn die Redaction ihre Pflicht kennt und sie mit der noͤthigen Einsicht erfuͤllt, derselbe Geist wieder, welcher jene Mittheilungen charakterisirt, und der⸗ selbe Gedanke, der in jenen herrscht. Diese Ansichten uͤber den Werth dessen, was ein offizielles Journal mittheilt, sind aller Welt bekannt, mit Ausnahme eines gewissen Blattes, das seine Gruͤnde hat, andere anzunehmen, und das sehr gut weiß, wie eine Zeitung, ohne offiziell zu seyn, sich doch zu einem offizioͤsen Or⸗ gane machen kann. Wenn der Moniteur Ottoman das waͤre, als was man ihn bezeichnet hat, naͤmlich ein bloßes Privat⸗Unternehmen des Redacteurs, so wuͤrden es gewisse Europaͤische Zeitungen we⸗ niger bequem haben in der zu oft gemißbrauchten Ausbeute der ch m Urkischen Nachrichten, deren Monopol sie besitzen; sie wuͤrden ald genoͤthigt werden, gerechter zu seyn, oder die Interessen, denen sie dienen, wuͤrden zu Tage kommen. Unser Stillschwei⸗ gen bei mehr als einer Gelegenheit war nur die Folge des Cha⸗ takters, den der Moniteur angenommen, der nicht das Blatt ei⸗ nes Privatmannes, sondern das der Regierung ist. Die Redac⸗ tion desselben ist, mehr noch als die aller anderen amtlichen Jour⸗ nale, ein uͤberaus diskretes Geschaͤft und, wir duͤrfen es wohl ühen. ein sehr schwieriges Werk. Man sollte sich nicht so viele sühe geben, uns fuͤr unsere Arbeiten Freunde in Pera zuzuge⸗ säm. Diese Angabe ist durchaus uͤbelwollend, weil wir außer 1. uns angewiesenen Kreise weder Mitarbeiter suchen duͤrfen, 8 koͤnnen. Der Freund von Pera, welcher dem oben gemein⸗ q Blatte solche Mittheilungen gemacht hat, ist freilich zu be⸗ annt, als daß er es fuͤr noͤthig haͤtte befinden sollen, mit mehr ckhalt gegen uns zu Werke zu gehen.“*) ——— 2 en, Der Redacteur des Moniteur Ottoman ist unstreitig in p hüen Irrthume, wenn er glaubt, daß die Fitwemn,1h 1- ten Vee nlch⸗ der obige Artikel gerichtet ist, die von ihm widerlegten erhalte ungen in Bezug auf seinen amtlichen Charakter aus Pera 9 vielmehr babe. Die Allgem. Zeitung hatte diese Bemerkungen mit vlnt e et Preußischen Staats⸗Zeitung geschoͤpft, welche da⸗ teur Orcontem Keigegen Griechenland gerichteten Artikel des Moni⸗ Bei eeʒ;böb- anscheinend offiziellen Charakter nehmen wollte. ekaji eraungedes, Moniteurs mit der Tuͤrkischen Tekwimi ergiebt sich uͤbrigens sehr bald, daß der Erstere allerdings
m 1 aberfet nus 1 Letztern, die Letztere aber niemals aus dem Erstern
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257
Am 18. Februar begab sich der Sultan mit einem zahlrei⸗ chen Gefolge von Palast⸗ und Civil⸗Beamten nach dem Hospital Top⸗Taschi in Scutari. Se. Hoheit besuchte alle Saͤle, besich⸗ tigte die Kleidung, welche die Kranken bei Tage und bei Nacht erhalten, die Lebensmittel, die zur Bereitung der Speisen die⸗ nenden Geraͤthschaften, die in der Apotheke des Hospitals berei⸗ teteten Medikamente. Dies Alles war seit kurzem erneuert und in der besten Ordnung. Der Sultan gab wiederholt seine zu⸗ friedenheit zu erkennen mit Allem, was er in dieser schoͤnen An⸗ stalt sah, die in der That ein Muster einer guten Einrichtung ist und unter der Leitung eines von Achmet Pascha erwaͤhlten Europaͤischen Arztes steht. Se. Hoheit ließ, ehe er das Gebaͤude verließ, Geschenke an die Kranken und ihre Waͤrter austheilen.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗York, 17. Maͤrz. Der Courrier des Etats⸗ Unis sagt in Bezug auf die (schon erwaͤhnte) Schließung des Kongresses und die Annahme des von Adams gemachten Vor⸗ schlages: „Wir erlauben uns keine Bemerkung uͤber diese Ent⸗ scheidung der Kammer, wodurch sie sich vorweg fuͤr die Zukunft bindet, den Unterhandlungen die Thuͤr schließt und sich in einen Hohlweg ohne Hinterthuͤre postirt hat, im Falle das Entschaͤdi⸗ gungsgesetz noch nicht von den Franzoͤsischen Deputirten ange⸗ nommen waͤre. Wenn die Nachricht von dem Senats⸗Beschlusse nicht die Annahme bewirken konnte, so wird die Bekanntmachung der Briefe des Herrn Livingston und diese letzte Entscheidung der Kammer gewiß nicht dies Resultat hervorbringen.“ 8 . 9
Berlin, 22. April. Der Gruͤndungstag der Stadt Rom, zugleich der Stiftungstag des unter dem Schutze Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen seit 1829 zu Rom bestehenden Instituts fuͤr archaͤologische Korrespondenz, ward am 21. April d. J. auch hiesigen Ortes in auserwaͤhltem Kreise von Freunden und Verehrern Roms und der gedachten Germanisch⸗ Roͤmischen Stiftung feierlich begangen. Herr Professor Ger⸗ hard, welcher in Verein mit den ebenfalls hier anwesenden di⸗ rigirenden Mitgliedern des Instituts (den Herren Boͤckh, Pa⸗ nofka und Rauch), so wie durch ein besonderes Programm*) e dieser Festlichkeit eingeladen hatte, legte der Versammlung eine
eihe von Zeichnungen so wie Probedruͤcke nach auserlesenen Denk⸗ maͤlern neuester Entdeckung vor, welche theils den fuͤr das lau⸗ fende Jahr fast vollendeten Denkmaͤler⸗Heften des archaͤologischen Instituts, theils den vom Berichterstatter neuerdings in Italien veranstalteten Sammlungen angehoͤren. Naͤchstdem trug Herr Geheime Rath Boͤckh einen Aufsatz uͤber die Selinuntischen Metopen vor, welchen Herr Hofrath Hirt, durch Unpaͤßlichkeit selbst zu erscheinen verhindert, als Beitrag zu den literarischen Elementen der Gedaͤchtnißfeier Roms verguͤnstigt hatte. Herr Professor Levezow gab ausfuͤhrliche Erlaͤuterungen uͤber eine volcentische Schale des Koͤnigl. Museums, welche die Liebe des Peleus zur Thetis im Augenblicke der Ueberwaͤltigung darstellt. Herr Dr. Panofka, dirigirender Secretair des Instituts zu Paris, legte der Versammlung als Gastgeschenk seines hiesigen Aufenthalts seine Ansichten uͤber ein anderes aͤhnliches Monument der Koͤnigl. Vasen⸗Sammlung vor, in welchem der Mythos von Theseus und Skiron bildlich erscheint, und schloß mit vergleichen⸗ der Hinweisung, einerseits auf Eos und Skiron als Mittelbilder zweier zugleich gefundener volcentischer Schalen, andererseits auf Gruppen derselben Vorstellung in der Koͤnigl. Halle zu Athen. Endlich verknuͤpfte Herr Professor Toͤlken die Erlaͤuterung Roͤ⸗ mischer Apotheosen (des großen Cameo der Koͤnigl. Gemmen⸗ Sammlung und des Beuthschen Onyx⸗Gefaͤßes derselben Samm⸗ lung.) mit den zunaͤchst liegenden Beziehungen auf die Gedaͤcht⸗
nißfeier des Tages, welche mit einem frohen Mahle beschlossen
wurde.
— In Mettingen (Reg. Bez. Muͤnster) giebt sich unter den Bekennern beider Confessionen ein recht erfreulicher Gemein⸗ sinn kund. Kaum war dort die sehr ergiebige Kollekte fuͤr das dasige neue katholische Schulhaus beendigt, als auch der Neu⸗ bau des evangelischen Pfarrhauses als ein dringendes Beduͤrf⸗ niß erkannt wurde. Sofort erboten sich nun die Katholischen zur unentgeltlichen Anfuhr von Steinen und wetteifern darin mit den Evangelischen, so daß sogar die Anerbietungen einzelner, in benachbarten Kommunen wohnender Eingessenen, wenn auch dankend anerkannt, haben abgelehnt werden muͤssen. — Die Dorf⸗Gemeinde zu Gimpte, und die angraͤnzenden, den Got⸗ tesdienst daselbst besuchenden Bauerschaften haben zum nothwen⸗ digen Neubau ihrer Kirche an freiwilligen Beitraͤgen die Summe von 1220 Rthlr. subscribirt.
— Nachrichten aus dem Mindenschen zufolge, erhaͤlt sich dort die erwuͤnschte Konjunktur fuͤr den Garn- und Leinwand— Handel; Nachfrage und Preise bleiben zufriedenstellend, wobei nur zunehmender Mangel und Theuerung des rohen Flachses zu beklagen ist. Durch die in dem Landtags⸗Abschiede fuͤr die zum Aten Provinzial⸗Landtage versammelt gewesenen Staͤnde der Pro⸗ vinz Westphalen von des Koͤnigs Majestaͤt Allergnaͤdigst bewil⸗ ligte Beihuͤlfe aus oͤffentlichen Kassen wird nun eine Vermehrung der so hoͤchst nuͤtzlichen Spinnschulen moͤglich, und nach der naͤch— sten Flachs⸗Aerndte stattfinden. Auf die Legge in Bielefeld wur⸗ den im Maͤrz d. J. 4941 Stuͤck feine Leinewand zu 60 Ellen gebracht, und auf den Leggen des Kreises Luͤbbecke wurden 76,565 Ellen grober Leinwand fuͤr 10,100 Rthlr. verkauft. Zu den neu⸗ entstandenen Fabrik⸗Anlagen verdient eine große Bleich⸗Anstalt gerechnet zu werden, mit deren Einrichtung der thaͤtige Fabrik⸗ Unternehmer Wahrendorf zu Hoexter beschaͤftigt ist. — Min⸗ der guͤnstig lauten die Nachrichten uͤber die Eisen⸗Production. Die Altenbeckener Eisenhuͤtte muß leider ihre Feber sehr ausge⸗ breitete und fuͤr die Umgegend wohlthaͤtige Fabrication immer mehr beschraäͤnken; Mangel an Eisenerz und die erschwerte Foͤrde⸗ rung desselben machen es ihr unmoͤglich, die Konkurrenz des frem⸗ den Eisens zu uͤberwinden.
— Im Regierungs⸗Bezirk Arnsberg hat sich bei der Auf⸗ nahme der Bevoͤlkerung am Schlusse des vorigen Jahres eine Seelenzahl von 484,588 Personen ergeben. Im Jahre 1834 sind 18,523 Kinder (9466 Knaben und 9057 Madchen) geboren und 12,527 Menschen gestorben, so daß sich im Laufe desselben die Bevoͤlkerung um 5996 Seelen gehoben hat. Unter den Ge⸗ burten waren 175 Zwillings⸗ und 2 Drillings⸗Geburten. Bei den Zwillings⸗Geburten ist ein sehr merkwuͤrdiger Fall vorgekom⸗ men: Zu Wickede hat naͤmlich die Frau eines Landwirths zum drittenmale Zwillinge, und zwar 2 Maͤdchen geboren, nach⸗ dem sie das erstemal von 2 Knaben, und das zweitemal von 1 Knaben und 1 Maͤdchen entbunden worden. Die Kinder le⸗ ben alle noch, und haben nicht einmal einer Amme bedurft.
*) Jason des Drachen Beute. Ein Programm des archzologi⸗ schen Instituts in Rom, zur Feier des 21. April. Von Dr. Eduard Gerhaͤrd ꝛc. Mit 1 Kupfertafel. Berlin, 1835. 4. 12 S.
W1 .
Auch die Mutter und zwei Schwestern dieser Frau haben wie⸗ derholt Zwillinge geboren. — Die Zahl der unehelich Gebornen zu den ehelich Gebornen stellt sich durchschnittlich wie 1 zu 16 ½ am unguͤnstigsten im Kreise Wittgenstein, naͤmlich wie 1 zu 5. — Von den Gestorbenen erreichten 23 Männer und 24 Frauen ein Alter von 90 Jahren und daruͤber: — Getraut wurden im ver⸗ flossenen Jahre 4856 Ehepaare.
— Die Kommune Querfurt im Regierungs⸗Bezirk Mer⸗ seburg hat das ihr gehoͤrig gewesene sogenannte Rathsholz, circa 40 Morgen haltend, nebst Grund und Boden fuͤr 1400 Rthlr. verkauft und den Erloͤs zur Tilgung der Stadt⸗Schulden ver⸗
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Koͤnigliches Schauspiel.
Unser Vorsatz, nur die wichtigsten Rollen des Herrn Seydel⸗ mann unserer Beachtung in diesen Blaͤttern zu unterwerfen, schei⸗ tert an seinem Talent, das alle wichtig macht. Der Advokat Wellenberger in Iffland's „Advokaten“ und der alte Klings⸗ berg in Kotzebue's „beiden Klingsbergen“ gehdren nach einer ge⸗ wissen Rangordnung keinesweges zu den Theater⸗Puissancen, und wenn sie es einmal vor dreißig und vierzig Jahren gewesen sind, gegenwaͤrtig kennt man sie und ihr Reich kaum mehr. Indeß wenn auch ihr Reich vergessen waͤre; Menschen, wie Wellenberger und der alte Klingsberg, gehen nicht aus; denn hoffentlich wird es kei⸗ ner Zeit an einem so redlichen, unbeugsamen Sachwalter der Ge⸗ rechtigkeit, wie Wellenberger, und wahrscheinlich auch niemals der vornehmen Societaͤt an einem grauen Amor, wie Klingsberg, fehlen; wer sich selbst zum Besten haben kann, ist darum keiner von den Schlechten; Iffland's und Kotzebue’s Worte sind, um beide kennbar zu machen, nicht eben noͤthig; wohl aber bedarf es, wenn beide auf die Buͤhne treten sollen, eines Schauspielers, wie Herr Seydelmann es ist, damit Jedermann gleich sagen kann: das sind Bilder nach dem Leben, frappant getroffene Portraits in ihrem Wesen und in ihren Eigenheiten, und wohl zu merken, die Ei⸗ genheiten muͤssen zwar nicht zur Karrikatur verzerrt, aber noch weit weniger verwischt werden; sie eben sind es, die der Alltaͤglichkeit und Gewoͤhnlichkeit solcher Personen der wirklichen Welt erst das Recht geben, auch in der Kunstwelt aufzutreten, das Recht und — den Reiz. Herr Seydelmann hat, gleich einem geistreichen Portrait⸗Maler, sich nicht begnuͤgt, die bloße aͤußere Aehn⸗ lichkeit zu geben, sondern auch eine Idee des Charakters; und dies eben ist es, warum mimische Darstellungen dieser Art zu aller Zeit verstanden und anerkannt werden muͤssen. Eines Zuges nur wollen wir erwaͤhnen, zum Beweise, wie sicher und doch zugleich wie frei, oder richtiger zu sagen, eben darum der Mann in seiner Kunst ist. Der alte Klingsberg ist in einem ziemlich ernstlichen Gespraͤch mit sei⸗ nen Umgebungen begriffen; da schluͤpft ein huͤbsches junges Frauen⸗ zimmer unversehens herein; man muß es gesehen haben, wie blitz⸗ schnell der alte unerschuͤtterliche Frauenfreund und Dienstmann, seiner Natur getreu, seine Brille nach diesem Fixstern wendete, aber doch daruͤber die Tramontane nicht verlor. — Wie kontrastirend mit den eben gedachten Rollen Nathan der Weise ist, wird hoffentlich keiner Bemerkung beduͤrfen, aber eben so wenig wird man auch hier nur Ein Wort uͤber das Werk selbst verlangen, ein Werk, das in Berlin seit dreiunddreißig Jahren auch den Zuschauer anspricht, wie sonst nur den Leser, ohne daß er jemals zu der Frage gedraͤngt wird, ob es fuͤr die Buͤhne bestimmt sey, eine Frage, die den Theo⸗ retikern bekanntlich viel Kopfbrechens verursacht hat. Genug, der hochbetagte weise Nathan, juͤdischer Herkunft, und dabei in seiner Lebensweise diesem Glauben treu, aber in seinen Gedanken uͤber ihn Vimaus, gefohlbog, wie es der beste Mensch nur seyn kann, und im Ausdruck seiner Gefuͤhle, wie in ibrer inneren Wärme und Gluth, ganz der Sohn des Orients, hat in allen diesen Eigenschaften an Herrn Seydelmann einen Dolmetscher und Darsteller gefun⸗ den, der vielleicht gerade darum um so staͤrker wirkte, als das Idiom uns anfangs fremd schien, aber dann auch mit der Macht, die dem Fremden niemals fehlt, wenn es wahre Geisteskraft be⸗ sitzt, uͤberwaͤltigt. Wir wollen uns einer solchen Wirkung gern erfreuen; denn sie beweiset doch immer, daß der Geist hoͤher als das Idiom ist, wodurch er sich ausspricht. Aus der Gesammt⸗ Darstellung des hochberuͤhmten Werkes kann Referent, außer dem Nathan, nichts besonderes Hervorragendes, aber wohl den Fleiß Aller ruͤhmen. Nur ein Wort uͤber den Patriarchen: Daß Les⸗ sing ein geistesarmes geistliches Oberhaupt zeichnen wollte, leidet keinen Zweifel; aber daß dieser Schwachkopf sich gleichwohl wuͤrdig und unfehlbar in seinem Amte zu zeigen glaubt, auch keinen Zwei⸗ fel. Diese Selbst⸗Mystification und die ihr konforme selbstgefaͤllige Sealbong ist es, die wir an dem Repraͤsentanten desselben vermißt haben.
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Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
7„ 7 8 . 28 — b 341,3 7 Par. 340, 8 7 Par. 340,7 8 Par. Quellwaͤrme 6,9 2.ꝙ¶. 1 + 9,0°R. + 7,° R. + 5,3 °R. 84 pCt. truͤbe.
1835. 21. April.
Luftdruck. Luftwaͤrme ++‿ 2,9 °R. Thaupunkt † 0,s ° R. + 3,2 R. Dunstsaͤttg 84 pCt. 62 pCt. Wetter. .. regnig. truͤbe. Wind Sc. W. 1 Wolkenzu W. Miliederschlag 0, 07 3 Rbh. Tagesmittel: 341,01„P.. + 6,4° R... 3,10 R. 77 pCt.
Flußwärme 6,4°R.
Bodenwartue 6, 3 °.
[Ausdünst. 0, 0 6 2 Rh.
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Auswärtige Börsen. “ Amsterdam, 17. April. ö
Niederl. wirkl. Schuld 55 ½1 ½. 59 do. 102. A. 1 Wr. Kanz-Bill. 25 5, 4½ % Amort. 95 ½. 3 ½ 3 79 ½1 ½. Russ. 98 ⅛. Oesterr. 99 ½. Preuss. Präm.-Scheine 115. do. 48½ Anl. —. Span. 5 3 48 ⅛½. 38 31.
Span. 53 Darmst. 26.
Antwe rhen, 16. April.
485. 3 9 31 1. insl. 2. Cortes 47 8½.
Span. Cortes 67 ½. 1— Griech. 37 ½. 2 ⁄ 8 Holl. 56. 59 698 107 ¾. Engl.-Kuss. 108 ½. Bras. 86 ½. Chili 57. Mex. 47 ¼. Peru 38 ¼. Wien, 16. April. 43 96912. Bank-Actien 1336 ½3. Neue Anl. 591 ¼.
London, 14. April. Belg. 104. Ausg. 32 ½.
Cons. 38 92 ½⅛. 67 ¼. Zinsl. 17 ½. 101 ⅛. Port. 98 ½. lumb. v. 1824 48 .
59 Met. 102 ¾.
Koͤnigliche Schauspiele.
Donnerstag, 23. April. Im Schauspielhause: Auf Begeh⸗ ren: Ludwig XlI. in Peronne, historisch⸗romantisches Schauspiel in 5 Abth., nach Walter Scott's Quintin Durward, von J. v. Auffenberg. (Hr. Seydelmann: Ludwig XI., als Gastrolle.)
Koͤnigstaͤdtisches Theater. 1 Donnerstag, 23. April. Julerl die Putzmacherin, parodi⸗ rende Posse mit Gesang in 2 Akten. Vorher: Der letzte Sproͤß⸗ ling, Lustspiel in 1 Akt, von L. Angely. Zu dieser Vorstellung sind die mit „Mittwoch“ bezeichneten Billets guͤltig.
Markt⸗Preise vom Getraide. S 8 F1 April 1835. u Wasser: Weizen 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; Roggen 1'Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr. 10 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr.,
—auch 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr.; Hafer