hinzu, daß es jetzt nicht an der Zeit sey, sich uͤber die großen zahl⸗ reichen Schwierigkeiten zu verbreiten, die bei der Zusammensetzung des Kabinets haͤtten uͤberwunden werden muͤssen, so wenig, als uͤber die Grundlagen, auf welchen die neue Verwaltung gebildet worden, mehr zu sagen, als daß es dieselben Grundsaͤtze der Re⸗ form und Ersparung seyen, welchen die echten Freunde des Va⸗ terlandes zugethan waͤren, und welche die Mehrheit des Volkes fordere. Was die große Frage in Hinsicht des Kirchenwesens betreffe, welche das Parlament in der letzten Zeit insonderheit beschaͤftigt, so ersuche er Ihre Herrlichkeiten, dem Lande ver⸗ sichern zu wollen, daß alle Maßregeln, die dieserhalb entworfen üͤrden, die Foͤrderung der wahren Religiositaͤt im ganzen Koͤ⸗ zagreiche zum Ziele haben sollten. Lord Alvanley fragte hier⸗ auf, ob es wahr sey, daß sich der edle Lord bei der Zusammen⸗ setzung seines Kabinets des maͤchtigen Beistandes O'Connell's unnd seiner Partei bedient habe, da es ihm unmoͤglich scheine, daß diese Individuen dem neuen Ministerium ihre Beipflichtung ge⸗ geben haben wuͤrden, ohne in einigen Punkten zufriedengestellt worden zu seyn? Lord Brougham sprach hier dazwischen und aͤußerte, daß diese Frage unpassend sey und nicht beantwortet zu werden brauche; allein Lord Melbourne that es dennoch, in⸗ dem er erklaͤrte, daß er nicht offener antworten koͤnne, als wenn er sage, daß er in keinem Stuͤcke mit den Meinungen des Hrn. O' Connell uͤbereinstimme, daß er nicht wisse, ob derselbe sein xv gutheiße oder nicht, indem er keine Bemuͤhung irgend einer Art angewendet habe, um sich dessen Beistand zu verschaf⸗ fen, auch nichts gesagt oder gethan, was zu einer solchen An⸗ nahme berechtigen koͤnnte. Er erklaͤrte dann noch, daß er voͤllig bei den Grundsaͤtzen zu beharren gedenke, zu denen er waͤhrend seines vorigen Ministeriums sich bekannt habe. Dem Herzoge von Buckingham war dies nicht genuͤgend; er verlangte eine unumwundene Erklaͤrung von dem Premier⸗Minister, ob derselbe Maßregeln zur Abhuͤlfe der Beschwerden uͤber das Irlaͤndische Zehnten⸗System und zur Verwendung des Ueberschusses der Kirchen⸗Einkuͤnfte zu andern als kirchlichen Zwecken vor⸗ zuschlagen denke. Lord Melbourne erwiederte, obschon es voreilig seyn wuͤrde, sich hieruͤber schon jetzt im Einzelnen auszulassen, so halte er sich doch fuͤr verpflichtet, sich in diesen Stuͤcken an das System zu halten, welches durch die letzten Resolutionen des Unterhauses ausgesprochen worden sey. Der Marquis von Londonderry kündigte an, daß er beim Wiederanfange der Sitzungen eine Petition von 60,000 Pro⸗ restanten aus dem Norden Irlands dem Hause vorlegen werde. Er wolle sich, sagte er, jetzt noch der Untersuchung enthalten, ob Minister, die sich fruͤher nur durch die Maͤßigung der konserva— ziven Partei eine Zeitlang haͤtten erhalten koͤnnen, die Leute waͤ⸗ en, welche jetzt die Dinge zu einem erwuͤnschten Ausgange fuͤh⸗ ren koͤnnten, so erfreulich es ihm auch immer zu vernehmen ge⸗ wesen, daß der edle Lord sich vorgenommen, O'Connell und dessen Anhaͤnger von dem Rathe des Koͤnigs auszuschließen. Lord Melbourne machte darauf bemerklich, daß er das Wort ausschließen nicht gebraucht habe und daß es ihm
leid thun wuͤrde, wenn er sich dessen bedient haͤtte; er habe
weiter nichts gesagt, als daß er zu keinen Mitteln seine Zuftucht genommen, um sich der Unterstuͤtzung des Herrn O'Con⸗ nell zu vergewissern, und daß er sich in keinen Vergleich mit demselben eingelassen. Der Marquis von Londonderry versetzte, er habe auch weiter nichts sagen wollen, als daß man daraus, daß oͤffentliche Versammlungen und Diners stattgefunden, bei welchen sowohl Herr O'Connell und seine Partei als der edle Staats⸗Secretair des Innern (Lord Russell) gegenwaͤrtig gewe⸗ sen, wohl auf eine Union zwischen d Connell und dem Mini⸗ sterium haͤtte schließen koͤnnen, und daß er sich daher sehr gluͤck⸗ lich schaͤtze, im esicht dieses Je. und des Landes von Seiten des edlen Viscount das Bestehen einer solchen Union leugnen zu hoͤren. Das Haus vertagte sich sodann bis zum Donnerstag, den 30ͤsten d. M., mit dem Vorbehalt, daß vor dem 12. Mai kein oͤffentliches Geschaͤft vorgenommen werden soll.
Unterhaus. Sitzung vom 18. April. Nach einer kurzen Debatte uͤber einige die Offiziere der Ostindischen Com⸗ pagnie betreffenden Angelegenheiten betrat Sir Robert Peel um 4 Uhr das Haus und ging zuerst nach den Ministerbaͤnken, begab sich aber sogleich auf die Oppositions⸗Seite des Hauses, wo er seinen Sitz einnahm. Sobald diejenigen Mitglieder, wel⸗ che die Verwaltung des sehr ehrenwerthen Baronets unterstuͤtzt haben und noch auf der ministeriellen Seite des Hauses saßen, dies wahrnahmen, verließen sie allmaͤlig ihre Plaͤtze und setzten sich auf die Oppositions⸗Baͤnke. Hiernach bot das Haus etwa eine halbe Stunde lang einen merkwuͤrdigen Anblick dar. Die Minister⸗Baͤnke und die unmittelbar hinter denselben befindlichen Plaͤtze waren leer, waͤhrend man auf der Oppositions⸗Seite Mit⸗ glieder aller Parteien erblickte, deren einige sich unterhielten, an⸗ dere allein saßen und noch andere uͤber den ungewoͤhnlichen Anblick des Hauses ihre Bemerkungen machten. Lord Stanley war nicht zugegen, aber Sir J. Graham stand an der Barre und unterhielt sich mit einigen konservativen Mitgliedern. Einige Mitglieder, welche seit dem Anfang der Session auf den von Lord Stanley und seinen Freunden eingenommenen Baͤnken saßen, blieben auf ihren Sitzen, und mehrere Konservative, wor⸗ unter der Marquis von Chandos und Sir R. Inglis, schlossen sich ihnen an. Herr O Connell, seine Soͤhne und die zu seiner Partei gehoͤrenden Irlaͤndischen Mitglieder nahmen ihre gewoͤhn⸗ lichen Sitze auf der Oppositions⸗Seite ein und blieben dort bis zum Eintritt der neuen ministeriellen Partei. Um 5 ½ Uhr trat Herr Baring mit einer großen Anzahl Mitglieder der alten Whig⸗ Partei ein, worauf das Haus sogleich in Bewegung gerieth. Hr. O Connell und eine große Zahl Reformer nahmen nun ihre Sitze auf den ministeriellen Baͤnken ein. Hr. O' Connell, Hr. Tooke und mehrere Mitglieder der ultra⸗liberalen Partei setzten sich auf die Minister⸗Bank. Nach einigen Minuten war die Ordnung wie⸗ der hergestellt. Obgleich waͤhrend der Zeit, wo das Haus ver⸗ tagt war, Verzeichnisse des neuen Ministeriums sehr angelegent⸗ lich verbreitet wurden, so waren die Mitglieder doch aͤußerst ge⸗ spannt auf die offizielle Anzeige von der Minister⸗Bank. Herr Baring trug auf die Erlassung folgender neuer Wahl⸗Aus⸗ schretben an: Fuͤr die suͤdliche Abtheilung von Devonshire, an die Stelle des Lord John Russell; fuͤr die Stadt Cambridge, an die Stelle des Herrn Spring Nice; fuͤr die noͤrdliche Ab⸗ theilung von Northumberland, an die Stelle des Lord Howick; fuͤr die Stadt Nottingham, an die Stelle des Sir John Hob⸗
ouse; fuͤr Manchester, an die Stelle des Herrn Poulett Shanfun üͤr die Stadt Edinburg, an die Stelle des Sir John Campbell; fuͤr Fengep und Falmouth, an die Stelle von R. M. Rolfe; fuͤr Kirkeudbright an die Stelle des Herrn Cutlar Fergusson; fuͤr Totneß, an die Stelle von Lord Seymour; fuͤr Newport, an die Stelle des Herrn Ord; fuͤr Stirling, an die Stelle des Lord Dalmeny; fuͤr Elgin, an die Stelle des Obersten Hay; fuͤr Leith, an die Stelle des Herrn J. A. Murray; fuͤr Dundee,
des Herrn Serjeant Perrin; fuͤr Dungarvon, an die Stelle des Herrn O'Loghlen; fuͤr Clackmannanshire, an die Stelle des Ad⸗ mirals Adam. Nach der Verlesung dieser Wahl⸗Ausschreiben trug Herr Baring darauf an, daß sich das Haus bis zum Montag vertagen sollte, an welchem Tage er dann eine fernere Vertagung bis zum 12. Mai beantragen wolle. Herr Hume erwiederte, er hoffe, die ministeriellen Arrangements seyen voll— staͤndig getroffen, und es werde keine Verzoͤgerung der Geschaͤfte mehr stattfinden. Die Antwort des Herrn Baringag konnte nicht deutlich verstanden werden, doch glaubte man, daß sie bejahend gewesen sey. Das Haus vertagte sich hierauf.
Unterhaus. Sitzung vom 20. April. In dieser Siz⸗ ung entspann sich noch eine ziemlich lebhafte Debatte uͤber die Vertagung des Hauses. Oberst Sibthorp hatte naͤmlich ange⸗ zeigt, daß er wider den Antrag des Herrn Baring, die Siz⸗ zungen bis zum 12. Mai zu suspendiren, protestiren wolle. Letz⸗ terer begruͤndete seinen Antrag darauf, daß die neuen Wahlen, z. B. die seines edlen Freundes, des Lords Morpeth, nothwendig erst entschieden seyn muͤßten, ehe das Haus mit den gewoͤhnlichen Geschaͤften fortschreiten koͤnnte. Oberst Sibthorp erwiederte in einer sehr leidenschaftlichen, haͤufig durch das Gelaͤchter des Hau⸗ ses unterbrochenen Rede, daß die Herren nicht Tage, daß sie Monate noͤthig haben wuͤrden, ehe sie vorbereitet seyn koͤnnten, diesem Hause die Stirn zu bieten, und schloß damit, daß er die feurige Hoffnung aussprach, der Himmel werde das Land bald von einer solchen Bande befreien. (Gelaͤchter.) Hr. O⸗Connell, auf den Oberst Sibthorp insonderheit an⸗ gespielt hatte, antwortete ihm sehr gut gelaunt, indem er ihm fuͤr seine wohlgemeinten Späße dankte. Herr Sinclair ließ sich dann noch ungefaͤhr in demselben Sinne, wie Oberst Sib⸗ thorp, vernehmen. Der Marquis von Chandos kuͤndigte zum
ernannt werde, dies nicht mehr so angesehen werden solle, als ob
an die Stelle von Sir Henry Parnell; fuͤr Cashel, an die Stelle
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18. Mai vor dem Subsidien⸗Ausschusse einen Antrag uͤber die Noth der ackerbautreibenden Klasse an, und Herr Shiel einen Antrag, daß, wenn kuͤnftig ein kirchlicher Benesiciar in Irland derselbe ein⸗Geld⸗Interesse an der Pfruͤnde habe, wofuͤr er bei der etwanigen Aufhebung derselben entschaͤdigt werden muͤsse. Sir R. Inglis erklaͤrte in Bezug auf diese letztere Ankuͤndi⸗ güng, er werde in diesem Fall als Amendement darauf antragen, daß der Eid, welchen das geehrte Mitglied bei seinem Eintritt ins Parlament geleistet, verlesen werde. (Großer Beifall von der jetzigen Opposition.) Das Haus vertagte sich darauf bis zum 12. Mai. . 1 “
London, 21. April. Das neue Ministerium ist nun definitiv konstituirt. Am Sonnabend um halb 2 Uhr kam der Koͤnig von Windsor nach der Stadt und hielt um 2 Uhr im St. James⸗Palast eine Geheime⸗Raths⸗Versammlung, in wel⸗ cher die Mitglieder des vorigen Ministeriums ihre Amtssiegel in die Haͤnde Sr. Masestaͤt niederlegten. Sir Robert Peel und der Herzog von Wellington blieben nicht uͤber zehn Minuten im Palast. Als sie sich entfernten, wurden sie, wie der Courier sagt, vom Volke mit einigem Applaus begleitet. Lord Melbourne soll bei seiner Ankunft im Palast von der versammelten Menge mit großem Beifall empfangen worden seyn. Nachdem der Koͤ⸗ nig darauf dem Grafen von Wilton und dem Lord Hill Audienz ertheilt hatte, fand eine neue Geheime⸗Raths⸗Versammlung statt, welcher Viscount Melbourne, der Marquis von Lans⸗ downe, Viscount Duncannon, Lord John Russell, Viscount Palmerston, Herr Charles Grant, Sir John Hobhouse, Herr Poulett Thomson, Lord Auckland, Lord Holland, der Graf von Mulgrave und Herr Spring Rice bei⸗ wohnten. Es wurden sodann die Vereidigungen der einzelnen Mitglieder des neuen Kabinets vorgenommen, und um halb 6 Uhr begab sich der Koͤnig wieder nach Windsor. Se. Majestaͤt werden nicht vor Donnerstag in London zuruͤck erwartet. Das Ministerium besteht nun, nach der von den heutigen Zeitungen gegebenen Liste, aus folgenden Mitgliedern: 1) Mitglieder, die im Kabinet Sitz und Stimme haben: Lord Melbour ne, erster Lord des Schatzes; Lord Lansdowne, Praͤsident des Geheimen⸗ Raths; Lord Auckland, erster Lord der Admiralität; Lord Holland, Kanzler des Herzogthums Lancaster; Lord Dun, cannon, erster Kommissar der Forsten und Waldungen und Großsiegelbewahrer; Lord John Russell, Staats⸗Secretair des Innern; Lord Palmerston, Staats⸗Secretair der auswaͤr⸗ tigen Angelegenheiten; Herr Charles Gra nt, Kolonial⸗Secre⸗ tair; Sir J Hobhouse, Praͤsident der Ostindischen Kontrolle; Lord Howick, Kriegs⸗Secretair; Herr Poulett Thom⸗ son, Praͤsident der Handels⸗Kammer; Herr Spring Rice, Kanzler der Schatzkammer. 2)) Mitglieder, welche nicht Kabinets⸗Minister sind: Graf Mulgrave, Lord⸗Lieutenant von Irland; Lord Plunkett, Lord⸗Kanzler von Irland; Viscount Morpeth, erster Secretair fuͤr Irland; Marquis von Co— nyngham, General⸗Postmeister; Marquis von Wellesle y, Lord⸗Kammerherr; Herzog von Argyle, Lord⸗Steward; Graf von Albemarle, Ober⸗Stallmeister; Sir H. Parnell, Ge⸗ neral⸗Zahlmeister der Armeen und Schatzmeister der Marine; Herr Labouchere, Vice⸗Praͤsident der Handels⸗Kammer und Muͤnzmeister; Lord Seymour, Herr Steuart und Herr Ord, Lords des Schatzes; Lord Dalmeny, Sir William Parker, Capitain Ellior und Sir T. Troubridge, Lords der Admiralitaͤt; Herr Baring und Herr Stanley, Secre⸗ taire des Schatzamts; Herr Charles Wood, Secretair der Admiralitaͤt; Herr Robert Gordon und Herr Vernon Smith, Secretaire der Ostindischen Kontrolle; Herr R. C. Fergusson, General⸗Advokat; Oberst Leith Hay, Secretair des Feldzeugamts; Sir Rufane Donkin, General⸗Inspek⸗ tor des Feldzeugamts; Herr Fox Maule, Unter⸗Se⸗ cretair im Departement des Innern; Sir G. Grey, Unter⸗Secretair im Kolonial⸗Departement; Sir J. Campbell, General⸗Prokurator; Herr Rolfe, General⸗Fiskal; Herr Mur⸗ ray, Lord⸗Advokat fuͤr Schottland; Herr Cuninghame, Ge⸗ neral⸗Fiskal fuͤr Schottland; Herr Perrin, General⸗Prokura⸗ tor fuͤr Irland; Herr O' Loughlen, General⸗Fiskal fuͤr Ir⸗ land; Herr YNoung, Privat⸗Secretair des Lord Melbourne; Herr Charles Gore, Privat⸗Secretair des Lord John Rus⸗ sell, und Herr George Arbuthnot, Privat⸗Secretair des Herrn E. J. Stanley. Ueber die Besetzung des Lord Kanzler⸗ Amts ist noch nichts Definitives angeordnet; nur so viel scheint gewiß, daß Lord Brougham diesen Posten nicht wieder erhalten wird. Das große Siegel befindet sich noch in Haͤnden des bis⸗ herigen Lord⸗Kanzlers Lyndhurst, in dessen Wohnung denn auch Sir J. Campbell als General⸗Prokurator vereidigt worden ist. Auf den Listen des neuen Ministeriums findet sich der Titel ei⸗ nes Lord⸗Kanzlers gar nicht, und man zweifelt nicht daran, daß dieses Amt in seiner bisherigen Bedeutung abgeschafft werden wird. Das Praͤsidium im obersten Reichsgericht, dem Kanzlei⸗ Gerichtshofe, wird naͤmlich von dem Praͤsidium im Oberhause und dem Justiz⸗Ministerium getrennt, das große Siegel aber
In den Blaͤttern von gestern und Sonnabend wur von Minto als General⸗Poͤstmeister genannt; L 1 doch diese Ernennung nicht bestaͤtigt zu haben. Man wundert sich, weder den Namen des Grafen Spen¹ noch den des Herrn Ellice auf der Liste der neuen Ministen 8 finden. Bce Die Times hebt besonders hervor, daß man weder Grafen Grey, noch Lord Stanley, noch Sir James dem neuen Ministerium erblicke. Eben dieses Blatt behaup Lord Brougham sey ganz von der Verwaltung ausgeschlof und Herr Ellice habe seiner Kraͤnklichkeit wegen nicht in das binet eintreten wollen. 8 Der Courier glaubt, daß auch die Herren . Henry Lytton Bulwer Arnftelasgen 1n der 8 Vean 3 erhalten werden. 2 Die Times macht die Bemerkung, binet die v
daß in dem neu 8i die aristokratischen Elemente Sgegten seyen, ung buc ige net dies als ein charakteristisches Merkmal der Gesinnung“ Whigs. Aus einem Artikel der Morning Chronicle sche fast hervorzuleuchten, daß diese Ansicht der Times nicht unech ist, denn jenes Blatt demonstrirt dem Standard vor, daß! Macht der Konservativen mehr in der Aristokratie zweiten Noh ges, die der Whigs aber in der Aristokratie ersten Rö ges liege, denn wenn man das Einkommen der Min der des Oberhauses etwa zu 3 Millionen Pfund Stene veranschlage, so kaͤme ungefaͤhr die Haͤlfte dieses 8 kommens auf ein Dutzend Whigs vom hohen Adel, naͤmlich 5 die Herzoge von Devonshire, Bedford, Cleveland, Norfolk ei” therland, den Marquis von Westminster, den Grafen Fitzwilln den Grafen von Derby und vielleicht noch vier andere Pain die konservative Partei aber umfasse einen großen Theil des meren Adels, Personen, die ihr Auskommen hauptsaͤchlich dun Anstellungen in der Kirche, in den Kolonieen, in der Armee n Marine und in der Diplomatie faͤnden.
Die fremden Botschafter und Gesandten versammelten t gestern Nachmittags im auswaͤrtigen Amte und wurden Lord Palmerston, als Staats⸗Secretair fuͤr die auswaͤrtigen gelegenheiten, introduzirt. Ihre Excellenzen erschienen in vln Kostuͤm. Es waren die Botschafter von Oesterreich, Rußse und Frankreich, die Gesandten von Preußen, Sardinien, Me Wuͤrttemberg, Hannover, Belgien, Buenos Ayres, den Mar landen, Daͤnemark, Mexiko, Portugal, Brasilien, Griechenln Spanien und Sachsen, die außerordentlichen Gesandten der b kei und Vayerns, die Geschaͤftstraͤger der Vereinigten Stum und Bayerns anwesend. Einige Mitglieder des diplomatsce Corps besuchten spaͤter auch den Premier⸗Minister Lord bourne in seiner Amtswohnung.
Lord John Russell hat eine Adresse an seine feäͤhen Konstituenten in Devonshire erlassen, worin er die Grunzst darlegt, von denen er sich bei seiner Opposition gegen das wrn Ministerium habe leiten lassen, und, an die Politik des vorin Melbourneschen Ministeriums anknuͤpfend, auseinandersetzt, w che Grundsaͤtze er in Uebereinstimmung mit jener als Mitzit der neuen Verwaltung befolgen werde. Folgendes sind die n sentlichsten Stellen aus diesem Dokument:
„Der Bericht der Kommissarien uͤber die Munizipal⸗Conne tionen hat die Meinung des Unterhauses hinreichend bestaͤtigt. N Erfahrung hat es deutlich erwiesen, daß Corporationen, die sich st erwaͤhlen, zu Verletzungen des Vertrauens, zu Verkehrungake Gerechtigkeit, zum Mißbrauch milder Stiftungen und zu pollitschen Umtrieben fuͤhren und den Gemeinden zum Nachtheil gereichen, m deren Besten sie bestimmt sind. Das beste Mittel gegen diese ac ist nach meiner Meinung, die Annahme des Prinzips der freien h wie es in unsern alten Gesetzen enthalten und in der Reform⸗Aktemn gestellt ist. Hieruͤber waren Lord Stanley und alle Mitgliedet Greyschen Kabinets voͤllig Einer Meinung. Das vorige Ministen beschraͤnkte sich dagegen auf eine unbestimmte Erklaͤrung seiner d reitwilligkeit, den Bericht in Betrachtung zu ziehen und Mißbei che abzuschaffen. Wir erklaͤrten ferner, daß wir allen wohlbegri deten Beschwerden der protestantischen Dissenters abzuhelfen wüne ten. In Uevereinstimmung mit dieser Erklaͤrung stimmte ich i eine Adresse an den Koͤnig, wegen Verleihung eines Freibriefes die Londoner Universitaͤt, wo der gewissenhafte Dissenter die alt mischen Grade erwerben koͤnnte, die zu Orford und Cambridge m. den Mitgliedern der hberrschenden Kirche ertheilt werden. In ge treff der Heirathen der Dissenters hat Sir Robert Peel eine af berale und gerechte Prinzipien gegruͤndete Bill eingebracht: aber fuͤrchte, daß, wenn sie in der gegenwaͤrtigen Gestalt angenonm wird, die protestantischen Dissenters fuͤhlen werden, daß die zwischa ibnen und den Bekennern der Anglikanischen Kirche gezogene bme sie in der oͤffentlichen Achtung herabsetzen muß. Einige Abaänden⸗ gen in der Bill koͤnnen diesen Mangel vielleicht heben, abtr se Einfuͤhrung einer Civil⸗Registrirung der Geburten, Todesfallem) Heirathen wuͤrde die beste und sicherste Loͤsung fuͤr alle Schuim⸗ keiten darhbieten. Die Aufregungen, zu denen die Kirchen⸗Cknen . bestaͤndig Veranlassung geben, machen es auf alle Weise wuͤnste⸗ werth, eine Abgabe abzuschaffen, die zugleich eine Beschneche fuͤr die Dissenters und ein Nachtheil fuͤr die Kirche it Hinsichtlich der Englischen Kirche hat Sir Robert Peel keinen NAehxh stand genommen, offen zu erklaͤren, daß er die anerkannten Mi⸗ braͤuche derselben abzustellen beabsichtige. Die von mir im Jha 1832 vor Ihnen ausgesprochene Meinung, daß die Einküurfte, Englischen Kirche nicht zu groß seyen, daß sie aber gleichmäfte vertheilt werden muͤßten, scheint nicht laͤnger bestritten zu werhm. Dieses Prinzip muß mit Vorsicht angewendet werden, aber es m nicht durch den geheimen Wunsch geschwaͤcht werden, den Keim Mißbraͤuche aufrecht zu erhalten, welche wir zerstoͤren zu wollen e⸗ hauxten. In Betreff der Irlaͤndischen Kirche verhaͤlt es sich gam anders. Ich verweigerte meinen Beistand zur Errichtung perpetutlle Kirchspiels⸗Sinekuren, wo Woche fuͤr Woche und Jaht fit Fahr der Geistliche und sein Schreiber die ganze Gemeinde bildm Abgesehen von der allgemeinen Ungerechtigkeit und offenbaren N⸗ surditaͤt dieses Systems, ist es leicht darzuthun, daß die Beibell⸗ tung dieser kirchlichen Sinekuren das Irlaͤndische Volk aufreizt, iü Ansehen der Britischen Krone im Auslande verringert und der yrg testantischen Reltgion, die es befoͤrdern soll, zum Nachtheil gerecht Lassen Sie uns zu diesen Uebeln noch hinzufuͤgen, daß das geger⸗ M. waͤrtige System nur durch eine große Militair⸗Macht aufrecht ert veon halten werden kann, die, im Falle eines auswaͤrtigen Krieges, noth von senh g seg 6 werden muͤßte. ker,g rückend fuͤr England und blutgierig in Irland ist, die den Friedert d der Gesellschaft stoͤrt und der Religion, welcher sie zu dienen von giebt, nachtheilig ist, kann durch keine Beredtsamkeit empfohla und durch kein Talent lange aufrecht erhalten werden. An hi Stelle dieses Systems schlug ich vor, die uͤberschuͤssigen Einkuͤnfte der herrschenden Kirche, nachdem fuͤr die Beduͤrfnisse der Mi— glieder der Kirche gesorgt worden, zu dem Unterricht aller Klasca des Volks, ohne Unterschied der Religion, zu verwenden. Ich bhatte den Zweck, die armen und industrioͤsen Klassen zu belehretz, daß s bei den Einnahmen der Kirche ein Interesse haͤtten; ihnen vermit⸗ telst religidsen und moralischen Unterrichts Liebe zu ihren menschen und Sinn fuͤr ibre Pflichten gegen den Staat einzust ßen, und endlich ihren Geist fuͤr große Wahrheiten empfaͤngli und ihre Herzen der Regierung, der sie unterthan sind, geneigt e machen. Dann koͤnnte die protestantische Kirche in der That hof fen, ihren Einfluß zu erweitern, denn man wuͤrde sie nach ihre
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vorlaͤufig dreien Kommissarien uͤbergeben werden.
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Die aus Madrid hier eingegangene Nachricht von der An⸗ hme des chuld von
Die Fonds haben sich an der hiesigen Boͤrse nach der Be⸗ nntwerdung
Graham! Amerikanischen Papieren waͤhren fort und bilden das Haupt⸗
häschäft am Geldmarkte, uflust.
Nachrichten aus aren die
hoͤchsten
gen Beduͤrfnisse des Hauses selbst verlangt; Lord Aylmer aber rte mit der Erklaͤrung, ob er sie zahlen wolle, so daß das Haus st 84 8 2 Summen beschloß, bei eintich anzuklagen, zu verharren. doebuck zum Kolonial⸗Agenten in England war vom gesetzgeben⸗ en Rathe
Ueber om 24. Februar berichtet, leguator die Liberalen voͤllig geschlagen habe. en Anschein, als wolle sich n es sollen schon Trup;
chiren.
dr Köͤnigin und des neugebornen Prinzen ist von der Art, daß ine neuen Bulletins ausgegeben werden sollen.
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6s Prinzen⸗Mitregenten Koͤnigl. Hoheit dem bisherigen Praͤsi⸗ denten des General⸗Kriegs⸗Gerichts⸗Kollegiums, General⸗Major in Wolan, bei dessen Versetzung in Ruhestand, als Anerken⸗ ung seiner 56jaͤhrigen Dienstleistung in der Armee, den Charak⸗ r eines General⸗Lieutenants der Infanterie beigelegt; den bis⸗ heigen Kriegs⸗Gerichts⸗Rath Petsch zum General⸗ Auditeur er⸗ unnt, und demselben das Direktorium des Ober⸗Kriegs⸗Gerichts übertragen.
Kirche, der Universitaͤt ein neues, ihren Beduͤrfnissen vollkommen genuͤgendes, und zugleich als ein Monument der Architektur die⸗ ser Epoche wuͤrdiges Gebaͤude soll errichtet werden. Pernehmen nach wird der Hauptbau mit den Gebaͤuden fuͤr das Georgianum und andere en Platz bilden, dessen Mitte ein Obelisk zieren, und welcher durch eine Allee mit den schoͤnen und dort nahen Anlagen des Englischen Gartens in Verbindung stehen wird. traße bekommt dadurch einen sehr bedeutsamen Schluß, und da uch der großen Bibliothek gegenuͤber ein oͤffentliches Gebaͤude, ein Erziehungs⸗Institut fuͤr Fraͤulein, kommen wird, auch die uͤbri⸗
ommen sind, und bei der Verlegung der Universitaͤt dahin bald alle sich fuͤllen werden, so darf man der Vollendung jener glaͤn⸗ zendsten Straße von Muͤnchen in wenigen Jahren entgegensehen. Herr Professor Gaͤrtner, der Erbauer der Ludwigs⸗Kirche und
bäude beauftragt.
Hesterreichischen Besatzung, unter Theilnahme des Koͤnigl. Preu⸗ sischen Offizier⸗Corps, der beiderseitigen Militair⸗Beamten, aller Livil- und geistlichen Autoritaͤten und vieler Personen aus der duͤrgerklasse, der Geburtstag Sr. Majestaͤt des Kaisers Ferdi⸗ mand von Oesterreich zum erstenmale gefeiert, aber in Ruͤcksicht, auf die noch andauernde Trauer uͤber das Hinscheiden des hoͤchst⸗ sligen Kaisers Franz nur durch einen feierlichen Gottesdienst und TLedeum in der Peters⸗Kirche.
haltenen Konsistorium den Dr. Peter Leopold Kaiser, Großher⸗ zogl. als B
8” Vicomte de Rohan⸗Chabot, Ehren⸗Adjutant es
dung des Fuͤrsten von Schoͤnburg nach Paris, von seinem Sou⸗ verain den Auftrag erhalten hatte, die Beileidsbezeigungen uͤber das bleben Sr. Maj. des Kaisers Franz I., so wie die Gluͤckwuͤn⸗
neral⸗Major Fuͤrst von Hohenlohe⸗Kirchberg, außerordentlicher Jesandter und bevollmaͤchtigter Minister am Kaiserl. Russischen Hofe, von Seiten Sr. Koͤnigl. Hoheit des Großherzogs von Necklenburg⸗Strelitz der Wirkl. Geh. Kammerrath Freiherr von Lamptz, von Seiten Sr. Koͤnigl. Hoheit des Großherzogs von
Eine so schlechte Politik, . von V
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zum Koͤnigl. Salz⸗Administrator ernannt worden.
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faße von Neuchatel nach Serrières, in der Naͤhe von Evole, Reben⸗ 1 einer Laͤnge von hundert Fuß auf die Straße herab und be⸗ 1
wurden noch bei Zeiten durch das Herabfallen einiger Steine u Fn he und es 8 8
ens hat den der oberen Straße nach sich ziehen muͤfsen, die e
ministeriellen Gesetz⸗Entwurfs in Betreff der inneren Seiten der Prokuradoren⸗Kammer hat an der hie⸗ Boͤrse guͤnstig auf die Spanischen Fonds gewirkt. der Liste des neuen Ministeriums fest erhalten, wurden wenig Geschaͤfte gemacht. Die Speculationen in doch zeigt sich jetzt schon etwas weniger 0
Montreal bis zum 17. zufolge, Angelegenheiten im Parlament von Unter⸗Kanada in Verwirrung. Das Versammlungs⸗Haus hatte vom
thalter 18,000 Pfund zur Zahlung der Ruͤckstaͤnde und
sich im bankerotten Zustande befand und mit 63 gegen seinem Verlangen, den Statthalter Die Ernennung des Herrn
verworfen worden.
New⸗York wird aus Cartagena (Neu⸗Granada) daß General Flores im Staate Es hatte nun Neu⸗Granada in den Streit mischen, von Bogota nach Popayan mar⸗
JJ1“ Der Gesundheitszustand Ihrer Maj.
Bruͤssel, 20. April.
Der Moniteur publizirt auf einem Supplement von 26 en das Verzeichniß der neuen Ritter des eisernen Kreuzes der Motive saͤmmtlicher Verleihungen.
1 Deutschland.
Dresden, 22. April. Ihre Koͤnigliche Hoheit die Kron⸗ essin von Preußen sind gestern Abends hier angekommen im Koͤniglichen Schlosse abgestiegen.
In Folge der beschlossenen veraͤnderten Organisation der ober⸗ Militair⸗Gerichts⸗Behoͤrde, haben Se. Koͤnigl. Majestaͤt und
D
Muͤnchen, 17. April. (Allg. Ztg.) Se. Majestaͤt haben lossen, daß in der Ludwigs-Straße, jenseits der Ludwigs⸗
Sicherem u ihm gehoͤrigen Zwecke einen eige—
Die Ludwigs⸗
Bauplaͤtze jener Gegenden schon großentheils in Beschlag ge⸗
Bibliothek, ist mit der Ausfuͤhrung dieser saͤmmtlichen Ge⸗
Mainz, 20. April. Heute wurde von Seiten der K. K.
Der Papst Gregor XVI. hat in dem am 6ten d. M. abge⸗
Ober⸗Schulrath, Dekan und Stadt⸗Pfarrer in Darmstadt, ischof von Mainz praͤkonisirt. 1 Oesterreich.
21. April. Die hiesigen Zeitungen melden: br. Majestaͤt Noͤnigs der Franzosen, welcher, in Erwiederung der Sen⸗
Wien,
zur Thronbesteigung Sr. jetztregierenden Majestaͤt des Kai⸗ und Koͤnigs Ferdinand IJ. nach Wien zu uͤberbringen, ist vor gen Tagen hier eingetroffen. — Mit gleichen Auftraͤgen sind Seiten Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Wuͤrttemberg der Ge⸗
cklenburg⸗Schwerin der General⸗Major und General⸗Adjutant Boddien, von Seiten Sr. Durchlaucht des Herzogs Wilhelm Braunschweig der Geheime Rath und Staats⸗Minister Graf Veltheim und von Seiten Sr. Durchlaucht des Landgrafen Hessen⸗Homburg der Kammerherr und Ober⸗Stallmeister iherr von Bußeck hier angelangt.“ v11“
Neuchatel, 18. April. Herr Alphons von Sandoz ist
Am löten Abends um 9 ½ Uhr stuͤrzte der Felsen an der
te sie mit seinen Truͤmmern. Zwei dort befindliche Personen
gelang ihnen, sich zu retten. Der Fall des Fel⸗
Risse hat.⸗ Die innere Beschaffenheit des Felsens,
ben allmaͤlig abzutragen, um einem aͤhnlichen Ereigniß vorzubeu⸗
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gen. Die untere Straße duͤrfte einige Zeit gesperrt bleiben. IFtalien.
Modena, 7. April. Die heutigen Blaͤtter enthalten Ur⸗ theilsspruͤche eines Kriegsgerichts gegen Dr. Vincent Poli, gewe⸗ senen Polizei⸗Direktor, Dominico Ferrari, einen Arzt, 70 Jahre alt, und Francisco Malvoli, fruͤher Unter⸗Lieutenant bei den Jaͤ⸗ gern, welche des Hochverraths schuldig erfunden worden waren, als Mitschuldige bei der Verschwoͤrung des bereits verurtheilten Advokaten Mattioli Bertachini gegen die Regierung des Herzogs und als verdaͤchtig, Mitglieder der Giovine Italia gewesen zu seyn. Dr. Poli wurde zu Il5jaͤhriger Galeerenstrafe, Ferrari und Malvoli wurden zum Tode vekurtheilt. Der Herzog bestaͤtigte die gegen Poli ausgesprochene Strafe und verwandelte die Strafe Ferrari's in sechsjaͤhrige Einsperrung, die Malvoli's in zwoͤlfjaͤhrige Galeerenstrafe.
8 8 Rom, 11. April. Heute starb hier der Kardinal Francesco Canale im 71sten Jahre seines Alters. Er war erst im Juni vori⸗ gen Jahres vom Papste zu dieser Wuͤrde, mit dem Titel von S. Clemente, erhoben worden. Mit der Banca romana, welche nach dem Muster der Bank in Paris errichtet wurde, scheint es keinen erfreulichen Fortgang zu haben. Die ersten Vorsteher dieser Anstalt wollten diesem Etablissement eine so großartige Einrichtung geben, daß man vor⸗ aussetzen mußte, sie haͤtten Millionen zu ihrer Verfuͤgung. Sie scheinen sich aber verrechnet und ihre wirklichen Mittel bedeu⸗ tend uͤberschritten zu haben. Es giebt Leute, welche versichern, daß durch die bisher gemachten Operationen mehr als ein Vier⸗ theil des anfaͤnglichen Kapitals verloren gegangen sey. Durch mehrere sonderbar berechnete Operationen soll schon der Fall ein⸗ getreten seyn, daß gar kein Geld in der Kasse war. Da man aber den Geldmangel nicht eingestehen wollte, so wurden alle an— gebotenen Geschaͤfte als nicht solid zuruͤckgewiesen und dadurch dem allgemeinen Kredit unendlich geschadet. Auch der angekuͤndigte herabgesetzte Zinsfuß ist dem Handel eher nachtheilig als vortheil⸗ aft geworden. Die Regierung, die gewiß Alles thut, um die Instalt zu unterstuͤtzen, weil sie, gut eingerichtet, fuͤr das Allge⸗ meine von großem Nutzen seyn wuͤrde, nimmt die Noten der Bank bei den oͤffentlichen Kassen an Zahlungsstatt an, aber das Publi⸗ kum scheint kein rechtes Vertrauen in dieselben zu setzen, und so kommt es, daß man deren selten sieht. Sonderbar ist aber noch, daß diese Bank unserer Regierung Vorschlaͤge machte, fuͤr sie eine Anleihe unterhandeln zu wollen, ob man gleich bisher an keine solche gedacht hatte, vielmehr unser thaͤtiger Tesoriere Mon⸗ signor Tosti Alles anwendet, um die fruͤher kontrahirten Schul⸗ den nach und nach zu tilgen. Ein solches Anerbieten konnte nicht angenommen werden, und man versichert jetzt, die Bank sey ih⸗ rer Aufloͤsung nahe. AIIbsl.
Der Morning-Herald theilt eine Korrespondenz aus Lissabon vom 3. April mit, welcher zufolge dort am Tage vor⸗ her Unruhen stattgefunden hatten. Das Volk war durch Pla⸗ kate gegen den ohnedies sehr unpopulairen Herzog von Palmella aufgewiegelt worden. In den Plakaten gab man ihm Schuld, den Tod des Herzogs von Leuchtenberg veranlaßt zu haben, er⸗ stens um dadurch der Verantwortung uͤber eine von ihm ver⸗ wendete Summe von 2 Millionen zu entgehen; zweitens um sei⸗ nen Sohn mit der Koͤnigin zu vermaͤhlen, und drittens, um, ei⸗ ner Uebereinkunft mit dem Herzog von Wellington gemaͤß, die Verfassung umzustuͤrzen. Dichte Volkshaufen sammelten sich vor dem Palast des Herzogs von Palmella, dem nur die Entschlossen⸗
eit des Herzogs von Terceira, des Grafen Villa Real und des
Visconde de Sarre das Leben rettete. Der Erstere, nämlich der Herzog von Terceira, stellte sich den eindringenden Tumultuanten entgegen, redete sie an, entbloͤßte zuletzt seine Brust und rief: „Hier bin ich, toͤdtet mich; ich habe es verdient, weil ich ein solches Volk, wie ihr seyd, frei machte.“ Der Haufen zog sich endlich zuruͤck; spaͤter kamen einige Abtheilungen Linien⸗Truppen hinzu und stellten die Ruhe wieder her. Auch an anderen Stel⸗ len der Stadt wurden hoͤhere Beamten, die man fuͤr Freunde Palmella's hielt, angehalten und insultirt. Uebrigens war die ganze Bewegung nur gegen den Premier⸗Minister, nicht gegen die Koͤnigin gerichtet. Am Zten berathschlagten die Kammern in geheimer Sitzung uͤber die Thronfolge fuͤr den Fall des unbeerb⸗ ten Absterbens der Koͤnigin und uͤber die Wieder⸗Vermaͤhlung derselben; der Herzog von Leuchtenberg soll sie auf seinem Sterbe⸗ bette gebeten haben, sich mit seinem juͤngeren Bruder, dem Prin⸗ zen Max, zu vermaͤhlen. Das Resultat der Debatten war am zten Abends noch nicht bekannt; Stadt und Umgegend waren ruhig. Fruͤheren Angaben von der Schwangerschaft der Koͤnigin wird jetzt aufs bestimmteste widersprochen.
Gcveechen an.
Nachstehendes sind einige Auszuͤge aus Griechischen Blaͤttern vom Monat Maͤrz: „Die Angelegenheiten der Grie⸗ chischen Gesandtschaft in Konstantinopel gehen nicht vorwaͤrts. Herr Zographos thut sein Moͤgliches; aber die Pforte, außer⸗ dem, daß sie uͤberall langsam und zoͤgernd verfaͤhrt, ist jetzt noch uͤberdies mit Gegenstaͤnden und Interessen beschaͤftigt, die ihr weit wichtiger sind. — Der außerordentliche Regierungs⸗Com⸗ missair fuͤr Messenien schickte durch einen Courier seine Bestal⸗ lungs⸗Dekrete nach Tripolitza mit weiteren Befehlen voraus. Dieser kam am Abend mit der Nachricht wieder, daß er bei Kakoreuma von Raͤubern angefallen, und wie seiner Habe, so auch seiner Depeschen beraubt worden sey. Sofort wurden von der Behoͤrde die Obliegenheiten der Gendarmen den regulairen Truppen uͤbertragen. — Der beruͤchtigte Raͤuber⸗Hauptmann Carlobunisios ist im Peloponnes wieder aufgetreten. Von Ky⸗ parissia verscheucht, drang er nach Phanari und man glaubt, daß er sich von dort nach Lacedaͤmon ziehen werde. — Die neugewor⸗ benen Soldaten haben in Nauplia Bayersche Offiziere zum Ein⸗ exerzieren, die weder die Sprache, noch die Art der Griechen kennen. Griechische Offiziere, die man in Menge hat, wuͤrden diesen Dienst doch wohl besser versehen. — Eine Kommission wird sich nach Sparta begeben, um die Ursachen der Unruhen und die Beschwerden des Volks gegen den Klerus zu untersuchen. — Das Gesetzbuch des Armenopulos bleibt fuͤr das buͤrgerliche Recht im⸗ Gebrauch. — Wir hoͤren zugleich, daß mehrere Gerichts⸗Praͤsi⸗ denten der Regierung vorgestellt haben, daß nach der angenom⸗ menen Prozeß⸗Ordnung die Gerichte nicht in Thaͤtigkeit kommen koͤnnten. as eben diesem Grunde haben viele Friedensrichter ihren Abschied genommen. — Aus Albanien hoͤren wir, daß Berat in die Haͤnde der Insurgenten gefallen ist. Noch sind die Wohnun⸗ gen in Athen so theuer, daß eine Kammer von sechs Quadrat⸗ Ellen monatlich 10 Drachmen kostet. Gleichwohl wird nicht so
— Nach einer neuerdings von der Allgemeinen Zeitung mitgetheilten Uebersicht der Staats⸗Einnahme Griechenlands hat dieselbe im Jahre 1834 einen bedeutend groͤßern Ertrag als im Jahre 1833 geliefert. Während sie naͤmlich im letztgenannten Jahre nur 7,042,553 Drachmen 30 Leptar betrug, hat sie sich im Jahre 1834 auf 9,455,410 Drachmen 17 Leptar belaufen. Afrika. Ueber die Ursache und den Zusammenhang der letzten auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung ausgebrochenen Strei⸗ tigkeiten zwischen den Weißen und den Eingebornen (deren theil⸗ weise Beilegung jedoch bereits gemeldet worden ist) giebt ein Be⸗ richt aus London folgende naͤhere Auskunft: „Die unmittel⸗ bare Veranlassung zu dem Kriege war noch nicht bekannt, und man kann kaum hoffen, sie im Augenblicke der Feindseligkeiten zu erfahren, allein das bisherige Betragen der Vauern auf der Graͤnze und der von ihnen in ihr Interesse gebrachten Admini⸗ stration gegen Makomo (der sich an der Spitze von 20,000 Kaffern befindet) und seine Familie erklaͤrt leicht die wahren Ur⸗ sachen seines Angriffes. Er ist der aͤlteste Sohn von Gaitka, ei⸗ nem von den Englaͤndern anerkannten maͤchtigen Kaffernfuͤrsten auf der noͤrdlichen Graͤnze der Kolonie, und ein Mann von er⸗ probtem Charakter, von Talent und Maͤßigung. Er hatte sich geweigert, den Hollaͤndischen Bauern in der großen Empoͤrung gegen die Englische Regierung beizustehen, und war seit dieser Zeit der Gegenstand ihres besonderen Hasses geworden. Unter der schwachen und willkuͤrlichen Administration von Lord Somerset hatten die Bauern den groͤßten Einfluß auf den Gouverneur und dessen 909 , den Graͤnz⸗Kom⸗ mandanten, zu erhalten gewußt, da Lord Somerset sich bei der Hollaͤndischen Partei populair zu machen suchte, und so sich zum 1“ ihrer Habsucht und ihres Hasses gegen die Kaffern Pit Vor sechs Jahren wurde daher Makomo befohlen, den Distrikt des Cat⸗River zu raͤumen, wo er und sein Volk Heer⸗ den und Ackerbau hatten, und wo er eine Englische Missions⸗ Anstalt gegruͤndet und beschuͤtzt hatte. Dieser Distrikt wurde der zu gruͤndenden Hottentotten⸗Kolonie eingeraͤumt und so weit wenigstens ein guter Gebrauch von dem ungerechten Besitze ge⸗ macht. Ein Theil der Nation von Makomo starb elend im Ge⸗ birge aus Hunger und Kaͤlte; allein man nahm keine Ruͤcksicht auf seine Klagen, die von den Englischen Missionairen dem Gou⸗ verneur vorgelegt wurden. Der Distrikt am Flusse Chumi wurde damals Makamo und seinem Volke gesichert, und sie ertrugen das Unrecht und die bestaͤndigen Eingriffe der Bauern mit der groͤßten Geduld, wuͤnschten Missionen zu erhalten und in gutem Vernehmen mit der Kolonie zu stehen. Allein im Jahre 1833 erließ der interimistische Gouverneur des Caps, Oberst Wad, einen neuen Befehl, nach welchem Makamo den Distrikt am Chumi eben so zu raͤumen habe. Dieser diktirte einen Brief an den Gouverneur, welcher in der Capstadt gedruckt worden ist, worin er sagt: „„Ich bin mit meinem Volke uͤber den Chumo getrieben worden, ohne daß man mir sagt, worin mein Verbrechen besteht. Wann wer⸗ den wir Ruhe finden? So lange mein Vater lebte, war er Herr des ganzen Landes zwischen dem Fischflusse und dem Keiskamma; aber seitdem er sich geweigert hatte, den aufruͤhrerischen Bauern gegen die Englaͤnder zu helfen, haben diese ihm mehr als die Haͤlfte seines Landes genommen, und doch war er ihr bester Freund. Mein armes Volk fuͤhlt bitter den Verlust seiner Wei⸗ den und seines Kornlandes; das Getreide steht jetzt hoch und wir muͤssen es verlassen. Wenn meine Nation Vieh von den Kolonisten stahl, so habe ich es immer erstattet, und sogar oft, wenn es von andern Staͤmmen gestohlen worden war, und den⸗ noch laͤßt man mir und meinem Bruder Tiali kein Land, unser Vieh zu naͤhren. Ich weiß nicht, warum so viele Kommando's in mein Gebiet kommen und unser Vieh wegtreiben und unsere Leute erschießen ohne allen Vorwand. Ich habe den Englaͤndern kein Uebel gethan, und doch bleibt ihr Fuß auf meinem Nacken.““— Der menschenfreundliche Hauptmann Stockenstrom, der Gruͤnder der Hottentotten⸗Kolonie am Cat⸗River, gab in Folge dieser Un⸗ gerechtigkeiten seine Entlassung, aber Makomo erhielt kein Recht. Von dieser Zeit an ging in der Kolonie das Geruͤcht, daß er eine Verbindung aller Kaffernstaͤmme unterhandle, um die Kolonie uͤber den Fischfluß zuruͤckzutreiben. Sey es, daß dies die Erfindung seiner Feinde war, sey es, daß er sein unlaͤugbares Recht der Selbstvertheidigung auszuuͤ⸗ ben gedachte; aber so viel ist gewiß, daß ihn nichts als die un⸗ ertraͤglichste Tyrannei zu einem Kriege gegen die Kolonie brin⸗ gen koͤnnte, nachdem er die furchtbaren Folgen aͤhnlicher Unter⸗ nehmungen mit angesehen hatte. Dennoch hat man ihn dazu getrieben, und seine eigene Vernichtung und ein unberechenbarer Schaden fuͤr die Kolonie muß die Folge davon seyn. Es ist nicht daran zu denken, daß die Kolonie gedeihen kann, so lange nicht die letzten Reste des Hollaͤndischen Systems abgeschafft sind und die Kaffern durch gerechte und milde Behandlung zu einem freundschaftlichen Verkehr gebracht werden. Sie sind unter al⸗ len barbarischen Voͤlkern vielleicht das intelligenteste und der Ci⸗ vilisation zugaͤnglichste; ihr allgemeiner Wunsch, Missionen zu erhalten und sich dem Ackerbau zu ergeben, sind Symptome ei⸗ nes Geistes, den man sorgfaͤltig naͤhren sollte; aber statt dessen haͤndelt man, als ob man keinen anderen Zweck haͤtte, als sie durch Verzweiflung zum Angriffe zu reizen, um sich ihres Lan⸗ des zu bemaͤchtigen. Man kann nicht leugnen, daß seit dem Englischen Besitze der Kolonie viel geschehen und im Allgemei⸗ nen ein milderer Geist in die Verwaltung eingefuͤhrt worden ist; allein noch ist viel zu thun, und es ist zu hoffen, daß dieses neue Ungluͤck wenigstens fuͤr die Zukunft güte Folgen haben moͤchte. Die oͤffentliche Meinung auf dem Kap hat sich, seit die Zahl der Englischen Kolonisten groͤßer geworden ist, sehr gebessert; aber die Regierung sollte ihr vorangehen, ohne sich von der Stim⸗ mung eines großen, aber unaufgeklaͤrten und durch lange Miß⸗ braͤuche verwoͤhnte iles der Bevoͤlkerung influenziren zu lassen.“
DSS
Mexiko, 12. Februar. (Boͤrsenhalle.) Die oͤffentliche Ruhe ist ungestoͤrt geblieben, und wir haben die beste Hoffnung, daß sie unsauch ferner erhalten bleibt. Santana's Hinneigen zu der Partei der Escoceses und seine Ernennung von Ministern, die jeden⸗ falls nicht zu der Partei der Bewegung gehoͤrten, hatte bei dem Cle⸗ rus die Hoffnung erregt, daß die Regierung in dem gegenwaͤrti⸗
gen Kongresse die Abschaffung der von der liberalen Partei gege⸗ benen Gesetze verlangen wuͤrde, indessen haben sie sich darin ge⸗ taͤuscht, indem die Regierung fest erklaͤrt hat, daß das Patronat der Mexicanischen Kirche de facto der Nation und nicht dem Pabste zustehe, daß das Gesetz, welches den Zehnten abgeschafft, hoͤchst nuͤtzlich fuͤr das Land und allgemein vom Volke gebilligt sey, und endlich, daß die kloͤsterlichen Eide ferner nicht buͤrger⸗ lich bindend, und es daher Moͤnchen und Nonnen erlaubt seyn solle, ihr Kloster zu verlassen, wann sie wollten. Die Regierun
jetzt offen da liegt, macht es noͤthig, den Ueberrest dessel⸗
viel gebaut, als man bei diesem dringenden Beduͤrfniß erwarten sollte.“ ““ 8
hat diese Erklaͤrungen auf so festen Grundsaͤtzen gebaut, daß sie nicht
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