also der Gesammt⸗Zahl, eingeliefert worden. Nach der Gattung der begangenen Verbrechen, lassen sich zu der, die Verbrechen gegen Sachen aus Eigennutz begreifenden Haupt⸗Abtheilung von den vorhandenen 1273 Zuͤchtlingen 1104, und zu der zweiten, die aus Leidenschaft gegen Personen gerich⸗ teten Verbrechen enthaltenden Abtheilung, 169 Zuͤchtlinge rechnen. Von der Gesammtzahl der 1273 Zuͤchtlinge gehoͤrten 648, also etwas mehr als die Haͤlfte, zu den ruͤckfaͤlligen Verbrechen, von denen 463, also ³ allein 8** Berlin kommen. An reinem Ar⸗
beits⸗Verdienst der Zuͤchtlinge ist in der Straf⸗Anstalt zu Span⸗
dau im Jahre 1834 eine baare Einnahme von 13,000 Rthlr., und in der zu Brandenburg von 5190 Rthlr. erzielt worden. Die Unterhaltungskosten, sowohl an individuellen Verpflegungs⸗ und Bekleidungs⸗, als an allgemeinen und Administrations⸗Kosten, aben fuͤr die Straf⸗Anstalt zu Spandau 40,703 Rthlr., und sas die zu Brandenburg 24,105 Rthlr. betragen.
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Ausstellung auf der Koͤnigl. Akademie der Kuͤnste.
Die Ausstellung besitzt einige vorzügliche Leistungen im Por⸗ trait. Gleich am Eingange sieht man das schoͤne Bildniß einer jungen Dame, von Schmidt aus Duͤsseldorf, ausgezeichnet durch die Behandlung des bruͤnetten Kolorits und einen feinen Charakter⸗ Ausdruck. Aber meisterhafter ist ein weibliches Bildniß in halbec Figur, von Begas, das durch einfaches, aber phantastereiches Ar⸗ rangement und durch die Eigenthuͤmlichkeit seiner ganzen Auffassung gefaͤllt. Die Dame erscheint in weißen Atlas gekleidet, mit reichen Blonden geziert, uͤberdies durch den Myrthenkraͤnz im dunkeln Haar als Braut bezeichnet; sie wandelt die Stufen einer gewundenen Marmor⸗Treppe hinab, und hebt so eben den Schleier, um sich seit⸗ waͤrts umzuschauen:; gewiß eine uͤberaus gluͤckliche und originelle Erfindung, welche sehe geeignet ist, dem Bildniß Lebendigkeit und Interesse zu geben, ohne dat doch der Anspruchslosigkeit und Un⸗ belauschtheit, deren das Portrait so sehr zu beduͤrfen scheint, im mindesten Abbruch geschauͤhe. Die Farbe aber hat das Verdienst ei⸗ ner wohlthuenden Harmonie und eines schoͤnen Helldunkels, welches namentlich fuͤr die zarten Fleischtinten und fuͤr die weiße Gewan⸗ dung aͤußerst vortheilhaft denutzt ist, ganz frei von jener beliebten Braͤunlichkeit, der wir fruͤber den Kuͤnstler zuweilen auch zuge⸗ than fanden. Man kann zum Lobe des Bildes gewiß nichts Besse⸗ res sagen, als daß es sogleich als ein Ganzes erscheint, und daß man darin die Farbe ganz vergißt; die Fuͤhrung des Pinsels ist durchaus kraͤftig und kuͤhn, aber nicht prahlerisch. Das Gemaͤlde wird mehreren Portraits im Umkreise nicht wenig gefaͤhrlich, namentlich kann, wenn man die Behandlung der Farben⸗Kleider vergleicht, der Unterschied zwischen brillanter Farbe im Sinne des Malers und wie⸗ derum im Sinne des Farbenhaͤndlers nicht laͤnger verkannt werden. Maleret und Plastik scheinen hier uͤbrigens um den Preis gerun⸗ gen zu haben, denn eine Portrait⸗Buͤste von Ludwig Wichmann kommt mit dem eben erwaͤhnten Gemaͤlde in dem Gegenstande uͤverein. Wie gelungen wir nun auch das Gemaͤlde in allem Malerischen nennen duͤrften, so laͤßt sich doch nicht leugnen, daß der auf die Form beschraͤnkte Bildner hierin tiefer gegangen ist und mit feinem Gefuͤhl und liebevoller Sorgfalt sich nicht das Kleinste hat entge⸗ hen lassen. Eine sehr wohlgelungene Buͤste eines schoͤnen weiblichen Kopfes sieht man noch von Achtermann, und von Stmoni eine Marmor⸗Buͤste Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen Karl. Mit vielem Vergnuͤgen findet man Kruͤger's großes Reiter⸗ bild, Se. Majestaͤt den Kaiser Nikolaus mit dem Thronfolger, an der Spitze der Suite, darstellend, in diesen Raͤumen wieder. Da⸗ neben erscheint noch einmal Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland in ganzer Figur, zu Fuß, von demselben Kuͤnstler. Es fehlt nicht an Merkmalen der meisterhaften Hand, doch duͤrfte dies Bildniß im Ganzen den hoben Anforderungen, welche zumal der Gegenstand einfloͤßt, nicht voͤllig genuͤgen; wir wissen dies mur dadurch zu ent⸗ schuldigen, daß die oͤftere Wiedecholung fuͤr das Talent eine unbe⸗ zwingliche Ermuͤdung herbetjuͤhrte. Dagegen zeigt sich in einem kleinen Reiter⸗Portratt, hinten mit einer Kuͤrassier⸗Attake im dicken Staubwirbel, wieder die ganze Frische und Lebendigkeit, die wir von Krüͤger gewohnt sind. 1 — — Von derselben Hand erhielten wir noch die Portraits zweier allerliebsten Huͤndchen, eines zarten Wachtelhundes und eines, wie es scheint, verzaͤrtelten Moͤpschenz, das mit einem Balle spielt: man bewundert die Aufgewecktheit und die Elasticität in den Gliedern des muntern Schoßbündchens. An groͤßeren Hunden versuchte sich Herdt, und mit Gluͤck, denn er hat die Sitten und Geberden der Thiere vortrefflich belauscht; nur bleiben Farbe und Vortrag noch etwas duͤrftig und uninteressant 1 Von Genre⸗Bildern ist so viel und so Schoͤnes, daß es in der That vor einigen Jahren hingereicht haben wuͤrde, eine große Aus⸗ stelung auszustatten. Wir finden noch immer die alten wohlbe⸗ kannten Namen, aber neben ihnen einen vielversprechenden und auch bereits viel leistenden Nachwuchs von juͤngeren Kuͤnstlern. Pistorins gab ein großes, mit vieler Sorgfalt gemaltes Bild; eine Gesellschaft beragter Handarbeiter, die sich nach den Muͤhen des Tages guͤtlich thun; der Eine spielt die Geige, ein Anderer scheint sich beim Glaͤschen Weine besser zu vergnuͤgen, und ein Dritter zieht die Tabackspfeife und Bequemlichkeit vor. Wir leugnen nicht, daß in den Zuͤgen viel Beobachtung und Naturwahrheit sey, aber keine erfreuliche; das Bild ist viel zu muͤhsam, vielleicht auch schon zu groß fuͤr so wenig Ersindung und so wenig Humor. Ein an⸗ sprechendes Bildchen in diesem Bilde giebt noch der Blick in die sonnenhelle Kuͤche, wo wir gern der emsigen Maagd in ibren Ver⸗ richtungen zusehen. Wie anders dagegen die beiden Schroͤtter, Con⸗
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stantin und Adolph. Der Erstere ist leider fuͤr jetzt durch Kraͤnklichkeit verhindert, seinen Bildern eine fleißigere Ausfuͤhrung zu geben, allein dies schadet ihrer Erfindung und dem Gefuͤhl, womit sie konzipirt sind, durchaus nicht. Ein Greis ruht auf seinem Wege vor einem Hause aus, auf den Griff seines Spanischen Rohres gestuͤtzt. Er ist in Gedanken vertieft, aber mit so wohlwollender Miene, als ob er uͤber eine erbauliche Predigt, die er so eben gehoͤrt, oder uͤber ein gutes Werk, das er im Stillen vorhat, bei sich nachdaͤchte. Ein aar kleine Maͤdchen, welche Blumenstraͤuße seil haben, scheinen ark auf den guten Alten zu spekuliren, allein sie nehmen noch An⸗ stand, ihn in seiner Nachdenklichkeit zu stoͤren: wie wahr und freund⸗ lich ist dies gedackt! Von mindestens eben so großem Reiz und uͤberdies von meisterhafter Ausfuͤhrung ist das kleine Bildchen, wo⸗ mit uns Adolph Schroͤtter in Duͤsseldorf diesmal beschenkt hat. Es zeigt uns ein Souterrain, in das eine schmale sandsteinerne Wendeltreppe hinabfuͤhrt: durch eine Luke neben der Treppe sieht man ein Stuͤckchen von dem blauen Sommerhimmel, und ein warmer Mittagsstrahl scheint in das kuͤhle Dunkel, es reizend und magisch erhellend. Hier an dem Ständer der Treppe sind ein Knabe und ein Hund, bruͤderlich umarmt, und in einer Stellung, die fuͤr beide wenig bequem scheint, eingeschlafen. Da kommt nun das allerliebste Schwesterchen die Wendeltreppe sittsam hinab, und neugierig lauschend, stuͤtzt sie die eine Hand an den Pfeiler, waͤhrend sie die andere ge⸗ gen die nahe Treppenwand stemmt: ein Gegenstand, welcher garz geeignet war, mit einer so gemuͤthlichen Auffassung alle feinsten Kuͤnste der Farbe and des Helldunkels zu vereinigen. Sodann ver⸗ dienen eine desondere Aufmerksamkeit zwei schoͤne Bilder von Els⸗ holz, dessen Werke haͤufig zu fruͤh in Privatbesitz uͤbergehen, um die großen Ausstelungen zieren zu koͤnnen. Das kleinere stellt ein Gefecht vor: auf einem Huͤgel haͤlt ein Ofsizier mit seinen Leuten, der sich muͤhsam mit einem erschrockenen Bauer uͤber den Weg verstaͤndigt; hier zieht eben ein Wagen vorbei, welcher mit den noch uͤbrigen Habseligkeiten der von den Schrecken des Krieges verjagten Bewohner beladen ist; ein Maͤdchen geht betruͤbt nesen dem Wagen her: mitten im Felde sieht man die Kolonnen im Ge⸗ fecht; ein truͤber Himmel uͤberzieht das Ganze. Aber viel freund⸗ licher und noch energischer ist das andere Gemaͤlde, in der That ein gluͤcklicher Wurf, wie er seldst dem sicheren Kuͤnstler nicht immee gelingt. Es ist eine friedliche Scene; eine Dragoner⸗Abtheilung zieht, wie es scheint, von einem Mandver nach Hause; sie kommen an einem reifen Achrenfelde vorbei, wo die frohen Schnitter und Binderinnen eben der Mittagsruhe genießen. Die Unteroffiziere nehmen Antheil an den frischen laͤndlichen Schoͤnheiten, und diese lassen es auch ihrerseits an Scherzen nicht fehlen. Vortrefflich ist die Faͤrbung des Ganzen, sowohl der Figuren, als auch der hoͤchst anspruchslosen, aber interessanten Land⸗ schaft: wir entsinnen uns kaum, einen warmen Sommertag besser ausgedruͤckt gesehen zu haben. Nur mit dem Knie des einen Maͤd⸗ chens hat es nicht seine volle Richtigkeit, eine Stoͤrung, die man um so mehr fortwuͤnscht, als in allem Uebrigen das Bild rund und eschlossen erscheint. 1 8 Est⸗ hat an Nabe einen tuͤchtigen Nacheiferer und Kumpan, der, als Kruͤgers Schuͤler, noch durch seine treffliche Kenntniß der Pferde besonders unterstuͤtzt wird. Diese zeigt sich vornehmlich in ei⸗ nem sehr gelungenen Bilde, eine Pferdeschwemme darstellend; auf einem andern Bilde giebt uns der Kuͤnstler einen Franzoͤsischen Vol⸗ tigeur mit vollem Gepaͤck, den in Rußlands grimmiger Kaälte nur der Gedanke vollbrachter Heldenthaten noch aufrecht echaͤlt Karl Schulz ließ es an jenen beliebten kleinen Jagd⸗Scenen nicht fehlen, denen man nur mitunter noch einen gefaͤlligeren, freie⸗ ren Vortrag und etwas mehr Farbe wuͤnschen moͤchte. Er zeigt sich uͤberdies auch in einer WE1““ uns aber mit den uͤbrigen Leistungen dieses Faches noch vorbehalten. 1“ 18g ane Schuͤler Wach's, Schorn, haben wir neuerlich ein großes Bild erhalten, welches wieder zeigt, daß diese Schule mehr und mehr von der Historie zum Genre herabsteigt, und sich hier auf der Mitte ein eigenthuͤmliches Feld aussucht. Dabei verleugnet sie ihre Liebe zum Zierlichen, Aufgeschmuͤckten und Schoͤnfarbigen nicht, und allerdings kann es auf diesem mittleren Gebiete Vorwuͤrfe ge⸗ ben, wo jene Eigenschaften an der Stelle sind. Ob dies aber der Fall sey bei dem von Schorn gewaͤhlten, duͤrfte noch bezweifelt wer⸗ den. Er stellte Salvator Rofa unter Raͤubern dar, aber die zahl⸗ reichen Gruppen, womit er den abentenerlichen Maler umgab, fielen vor der Hand noch etwas abstrakt aus, und zeigen eigentlich nur an, was der Maler machen wollte. Ein wahres Raunberleben koͤnnen sie uns noch nicht vergegenwaͤrtigen, denn alle Figuren sehen aus, wie von der Nedoute gekoͤmmen, und auch mit dem, was hier vorgeht, ist es kein rechter Ernst; in den Lieves⸗Sce en mag dies noch eher hingehen, aber wo die Leute sich mit glotzenden Blicken und gezuüͤck⸗ ten Messern gegenseitig zu erdolchen beschaͤftigt sind, streift die Sache ans Komische. Gleichwohl giebt es im Einzelnen manches Gelun⸗ gene, und ein pastoser Auftrag fester Farben vet eingeschraͤnktem Ge⸗ brauch des Lasirens ist sehr zu achten; aber auch hier wieder muͤssen wir die Bemerkung wiederholen,
daß noch ein Unterschied zwischen Schoönfarbigkeit und Kolorit sey. Gr.
Auswärtige örseph.
Frankfurt a. M., 28. April. 4
Oesterr. 58 Metall. 1021%. 102 ½ 48 97. 96 ½. 2 ½ 8 57. B.
13 25. Hr. Bank-Actien 1615. 1614. Part.-Oblig. 141. 140 ¾
Loose zu 100 G. 213 Br. Preuss. Uräm.-Sch. 65 ½, 65. do. 43
Aul. 97 ¾. G. Holl. 59 Oblig. v. 1832 101 ½ 191. Poln. Loose 70 ½.
Br. 58 Spau. Kente 48 . 4v. 3 % do. perp. 29 ¾ 292. Paris, 25. Ahril.
0 „% 1 23 ⅞.
5 ½ Span. 2510
59 Rente 107. 70.
36 33. Ausg. Span. Schuld
Berliner s e. 8 Den 1. Mai 1835.
Fonds- und Geld-Cours-Zettel.
E. skriersdell]
101 12 100 99 ⅔ 98¾ 65 ⅔ 65 ¾ 1019 s100 ½ 100 ½ 100 ½ vö
98 ⅔
Amtl.
(Preu/s. Cour. [2F. irecenn Ostpr. Pfandbr. 102 88 Pomm. do. 107 Kur- u. Neum. do. 102 § Schlesische do. — Kkst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N. Gold al marco Neue Duk. 3 8 Friedrichsd'or-.. 13 ⅔ Disconto 3
——;—
rraBIRN 2 St.-Schuld-Seh. Pr. Engl. Ohbl. 30. Priim. Sch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grosshz. Pes. do.
106 ½ 102* 106 %
—
79 ½ 99 ½ 39 ½
102 ¾
216 18 ⅔
215 101¾ 102 8
13]½ .
Meteorologische Beobachtung. 1835. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 30. April. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachrung.
cs enbeen ar E“;
Quellwäͤrme 6, 8 °R. Flußtwärme 8,8 * R.
58 144 5.2— 8 Bodenwartne 7,2 -R.
Ausdünst. 0,072 R.
druck. 332,9 %“ Par. 333,5 Par. 333,61 “Par. aͤrme + 7,2 °R. +† 10,2 *R. †+. 8, °R. upunkt * 5,1 °R. +† 5,7 °R. + 5,00°R nstsaͤttg 85 vCt. 66 pCt. 72 „Ct. hrruͤbe. bezogen. halbheiter. “ — Niederschlag 0, 006 N Tagesmittel: 333, 3 8⁄ Par. — R. *†. 5,3°%R. 74 pCt. Koͤnigliche Schauspiele.
Sonnabend, 2. Mai. Im Schauspielhause. Nathan dae Weise, dramatisches Gedicht in 5 Abth., von G. E. Lessing (Hr. Seydelmann: Nathan, als Gastrolle.)
Sonntag, 3. Mai. Im Opernhause: Auf Begehren: Ro⸗ bert der Teufel, Oper in 5 Abth., mit Ballets. Musik von 9. Meyerbeer.
Im Schauspielhause: Des Goldschmieds Toͤchterlein, Al⸗ deutsches Sitten⸗Gemaͤlde in 2 Abth., von C. Blum. Hrerauf: Die Novize, Lustspiel in 1 Akt, von C. Blum. (Dlle. Helen⸗ Muͤgge, Schuͤlerin der Mad. Crelinger: Therese.) Und: Zum er⸗ stenmale: Die Verraͤtherin, Original⸗Lustspiel in 1 Akt, von 7. . Holbein.
Montag, 4. Mai. Im Schauspielhause: Die ungluͤcklicht Ehe aus Delikatesse, Lustspiel in 4 Abth., von Schroͤder. (H.. Figaro's Hochzec,
Seydelmann: den Grafen Klingsberg, als Gastrolle.)
Dienstag, ö. Mai. Im Opernhause: Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musik von Mozart. phan, die Graͤfin, als Gastrolle.)
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
8 Koͤnigstaͤdtisches Theater.
Sonnabend, 2. Mai. nach dem Italiaͤnischen des Felir Romani. Musik von Dontzett. (Neu einstudirt. Dlle. Vial, vom Koͤnigl. Sardinischen Hoß Theater zu Turin: Anna Boulen, als Gastrolle. Johanna Sey⸗ mour: Dlle. Beckaͤr. Smeton: Dlle. Haͤhnel.)
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.
Sonntag, 3. Mai. Der Gloͤckner von Notre⸗Dame, ro⸗ mantisches Drama in 6 Tableaux, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer.
Markt⸗Preise vom Getraide. Berlin, den 30. April 1835. 1b
Zu Lande: Weizen (schlechte Sorte) 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 P große Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr. 8 Pf., auch 1 Rthl. 2 Sgr. 6 M. Sgr. 9 Pf auch 23 Sgr. 9 Pf. Eingegangen sind 136 Wispel 12 Scheffel.
1 Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf., auch
1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 15 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 15 Sgt,
auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; große Gerste 1 Mthlr. 3 Sgr. 9 Pf.
auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf; kleine Gerste 1 Rtblr. 6 Sgr. 3 Pl.
Hafer 26 Sgr. 3 Pf. Eingegangen sind 1272 Wispel 20 Schefil Mittwoch, den 29. April 1835.
Das Schock Stroh 8 Rtyle. 7 Sgr. 6 Pf., auch 6 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.; der Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr.
Branntwein⸗Preise vom 24. bis 30. April 1835.
Das Faß von 200 Quart nach Trall’s 54 pCt. oder 40 pC. Richter gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Korn⸗ Branntwein 23 Rthlr., auch 22 Rthylr.; Kartoffel⸗Branntwul 21 Rthlr. 15 Sgr., auch 19 Rthlr. 15 Sgr.
Kartoffel⸗Preise vom 23. bis 29. April 18 Der Scheffel 1 Rthlr., auch 17 Sgr.
Redacteur Coteel.
] — Gedruckt bei A.
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Bekanntmachungen.
P be l ama.
Es ist auf ehrerbietigst gehorsamsten Antrag der Beneficial⸗Lehnerben des weiland Landraths von Fer⸗ ber auf Varchentin und Wattmannshagen zum öͤffent⸗ lichen Verkaufe des zum Nachlasse des gedachten Landraths von Ferber gehͤrigen, im ritterschaftlichen Amte Stavenhagen belegenen, hierunter naͤher be. schriebenen Kunkel⸗Lehnguts Varchentin ein Termin auf den 29. Mai d. J, imgleichen zum oͤffentli⸗ chen Verkaufe des zu eben diesem Nachlasse gehoͤrigen, im ritrerschaftlichen Amte Guͤstrow belegenen, unten gleichfalls naäͤher beschriebenen, Mann⸗Lehnaguts Wattmannshagen, ein Termin auf den 30. Mai d. J. angesetzt, und werden demnach alle diejenigen, welche besagte Guͤter zu kaufen gewilliget sein moͤch⸗ ten, hiermit geladen: an den gedachten Tagen, Mor⸗
meiner
(L. S.)
stiz⸗Canzlei zu erscheinen, Bot und Ueberbot zu Pro⸗ tocoll zu geben, und sodann zu gewaͤrtigen, daß den annehmlich Meistbietenden der Zuschlag in Grund⸗ lage der Verkaufs⸗Bedingungen entweder schon sofort in dictis terminis, oder doch spaͤtestens 3 Tage nach
Guͤter, nach zuvoriger Meldung respective auf den Hoͤfen zu Varchentin und Wattmannshagen, zu jeder Zeit in Augenschein genommen werden.
Gegeben Guͤstrow, den 11. April 1835.
Großherzoglich Mecklenburgsche zur Justiz⸗Canzlei allerhoͤchstverordnete Director, Vice⸗Director u. Raͤthe.
Ohngefaͤhre Beschreibung der Guͤter Varchentin und Wattmannshagen.
I. Das Gut Varchentin, im ritterschaftlichen Amte Stavenhagen, 2 Meilen von Waren, 2 Meilen von Malchin und 4 Meilen von Neustrelitz belegen, ist ein Weiberlehn. 803,126 ◻R. und einen steuerbaren Hufenstand von 7 Hufen 5 ½, Scheffel.
Außerdem steuert es fuͤr 322 Scheffel wegen der demselben zustaͤndigen Communion⸗Weide auf einem gens um 10 Uhr, auf hiesiger Großherzoglicher Ju⸗ Theile des Guts Clausdorff.
Varchentin ist in 2 Hoͤfe getheilt, das Hauptgut und die Meierei. schlaͤgiger Ordnung bewirthschaftet.
Das Hauptgut hat nach dem Schlag⸗ und Feld⸗ Register 239,27
Anzeiger fuͤr die Preuß!
lenburg.
G. Brandt lich 500 Fuder geworben werden. .22420 .
aufgefuͤhrt.
. unbedeutende Fischerei. Es hat einen Flaͤchen⸗Inhalt von
Jede Abtheilung wird in fuͤnf⸗
denselben, unter Vorbehalt der Landes⸗Lehnherrlichen R. Wiesen, 7015 ◻R. Gaͤrten und Hofstellen, Producie guͤnstig.
Genehmigung, wird ertheilt werden.
Die Verkaufs⸗Bedingungen sind in der Registratur hiesiger Großherzoglicher Justiz⸗Canzlei, auch bei dem Syndicus Advocaten Wiese hierselbst, dem Ad⸗ vocaten Eichmann zu Waren und dem Advocaten
in Abschrift zu erhalten, und koͤnnen die erwaͤhnten
E 8 v1““
24,087 IR. Niederungen und Weide, 149,016 R.] Seen, Soͤlle, Graͤben und Wege; die Meierei aber 175,882 IR. cultivirter Acker, 7090 R. Gaͤrten und Hofstellen, 93,211 ¶R Hol⸗ 8 1 zungen, Bruͤche und Moore, 211 ¶◻A. niedrige Voß auf Marrhagen, einzusehen und fuͤr die gneeg. 8457 11 d und Wege. 8 ie Guͤte des Bodens ist allgemein bekannt; der⸗
27,379 ◻¶R. Wiesen, 8. Bodens ist bekannt.
worben zu werden pflegen.
schen Staaten.
selbe besteht zum groͤßten Theil in Weizen⸗Acker, ist sicher und ergiebig, bedarf nur einer verhaͤltnißmaͤßig geringen Anspannung, und gehoͤrt, aller dieser Ei⸗ genschaften wegen, zu dem vorzuͤglichsten in Meck⸗
Die Heuwerbung ist bedeutend, und koͤnnen jaͤhr⸗
Die Gebaͤude befinden sich Am baulichen Zustande und mehrere — namentlich ein Schaafstall von be⸗ dentender Groͤße — sind vor einigen Jahren neu
Die bedeutenden Hoͤlzungen, welche gegenwaͤrtig circa 100,000 ◻R. enthalten, erlauben noch einen betraͤchtlichen Verkauf, besonders an Buchen.
Der Krug und die Muͤhle gewaͤhren jährlich eine baare Einnahme von 390 Thlr.: die regulirten 3 Bauern aber zahlen jaͤhrlich 75 Thlr.
11. Das Mann⸗Lehngut Wattmannehagen hat einen Flaͤchen⸗Inhalt von 248,716 ◻. und einen Hufen⸗ stand von 3 ½ Hufen 20 ½ Scheffel. 1 ritterschaftlichen Amte Guͤstrow, 5 Meilen von Rostocgh 4 QRuthen cultivirten Acker, 54,950 und 2 Meilen von Guͤstrow, mithin zum Absatze der
Es wird in 6 Schlaͤgen bewirthschaftet, jeder Schlag enthaͤlt etwa 4¼ Last Winteraussaat. Die Guͤte und ungewoͤhnliche Fruchtbarkeit des
Die Heuwerdung ist im Verhaͤltniß zu dem Gute sehr bedeutend, indem jaͤhrlich gegen 400 Fuder ge⸗
1
Die Hof⸗ und Dorfgebaͤude befinden sich im bau— lichen Zustande.
2.Ab Aranesut üi u en, eNMaanrgdüernmncrm eereeeFreautnee.
. 6 97 3 6 Literarische Anzeigen. Erschienen:
Fuͤnf classische Kunstblaͤtter
großer Meister zu unerhoͤrt billigen Preisen. Correggio’s Magdalena, v. Rahl, 16 Zoll B. 12 30l
Zu den Annehmlichkeiten des Guts gehoͤrt die nicht H. à 2 Thlr. 3 sgr.
Domenichino's Johannes, v. Bahmann,) Christus, der Weltheiland, v. Müller. † 14 Zoll H. à 1 Thlr. 12 sgr.
Graciv, nach Domenichino, 6 1 — eeh †v. Sladler Unschuld, nach Gaido Reni. — 6 Zoll H. à 1 Thlr. 2 sgr.
Stuhrsche Buchhandlung in Berlu Schloßplatz Nr. 2.
11 Zoll v
44 Zoll?
Es liegt im
Rotteck's Weltgeschichte in 9 Baͤnden, (1834, gr 8vo, weiß Papier, Freyburg, b. Herden)
ganz der Einbaͤnde) 6 Thlr., 6 Thlr, 6 Thla
7 Thlr, ist stets vorraͤthig in der
Buchhandlung J. A List, in Berlin, Burgstr. Nr. “
crxEessnanana ondr ee 9
Amtmann von Ziegler zu
(Dlle. Sre Ihre Kaiserl. Hoheiten die Großfuͤrsten Alexander,
Anna Boulen, Oper in 2 Aktten,
ungebunden 5 Thlr., und gebunden (ie nach der Elt⸗
*24 8†
E 8 4
Allgeneine
5 1
8
Berlin, Sonntag den 3ten Mai
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Großherzogl. Mecklen⸗ burg⸗Schwerinschen General⸗Major von Both den Stern zum Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse zu verleihen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Doktor und Professor der Medizin Carstanjen zu Duisburg den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht.
Des Koͤnigs Maäjestaͤt haben Allergnaͤdigst geruht, den bis⸗ erigen Staats⸗Prokurator beim Landgerichte zu Trier, jetzigen dda glath Franz Ludwig Jäaͤhnigen, zum Geheimen Justiz- und vortragenden Rath im Justiz⸗Ministerium fuͤr die Gesetz⸗Revision und die Justiz⸗Verwaltung in der Rhein⸗Pro⸗ vinz und zugleich zum wirklichen Mitgliede des Koͤniglichen Re⸗ visions⸗ und Cassationshofes zu ernennen.
Se. Majestaͤt der vür 5 den bisherigen Gerichts⸗
auban zum Justizrath bei dem neu organisirten Land⸗ und Stadtgericht zu Kosten Allergnaͤdigst zu ernennen geruht. “
nußland.
St. Petersburg, 25. April. Am Donnerstag den 16. April empfingen Ihre Majestaͤten der Kaiser und die Kaiserin, Konstantin, Nikolaus, Michael Nikolajewitsch und Michael Pawlowitsch und die Großfuͤrstinnen Helena Pawlowna, Maria, Hlga und Alexan⸗ dra Nikolajewna, Maria, Elisabeth und Katharina Michaelowna in der Kapelle des Kaiserlichen Schlosses das heilige Abendmahl. In der Osternacht wohnten der Kaiser und die Kaiserin, der Großfuͤrst Thronfolger, der Großfuͤrst Michael, dessen Gemahlin und die Großfuͤrstin Maria dem Gottesdienst in der Winter⸗Ka⸗ pelle bei und vor der Messe nahmen Ihre Majestaͤten die Gluͤck⸗ wuͤnsche der Mitglieder des Reichs⸗Raths, der Minister, der Se⸗ natoren, Generale und Offiziere der Garde und der Armee, so wie auch der Marine, des Hofes und der uͤbrigen Standes⸗Per⸗ sonen entgegen. Am Oster⸗Montag hoͤrten Ihre Kaiserl. Maje⸗ staäͤten in der Schloß⸗Kapelle die Messe, nach welcher Sie im Saale Peter's des Großen das diplomatische Corps empfingen. Bei dieser Gelegenheit hatten der Kaiserl. Oesterreichische Kaval⸗ lerie⸗Offizier, Herr von Kudriawski, der Mailaͤndische Edelmann Graf Casati und der Ungarische Edelmann und Kaiserl. Oester⸗
der Pariser Omnibus gebaut, erhalten. Personen fassen, und sie werden von hier nach Krolikarnia „ ei⸗ nem beliebten Sommer⸗Aufenthalt der Warschauer, fuͤr 1 Fl. à Person hin und 20 Groschen zuruͤck, fahren. Krolikarnia besitzt jetzt, nach dem Einzelverkauf der Ossolinskischen Gallerie in e die schoͤnste Gemaͤlde⸗Gallerie im ganzen Koͤnigreich olen.
Auf den letzten hiesigen Maͤrkten bezahlte man den Korzec Roggen mit 16 ½ bis 18 Fl., Weizen mit 19 bis 21 ½ Fl., Gerste mit 16 ⅛ bis 19 Fl. und Hafer mit 10 bis 11 Fl.
Jeder derselben soll 16
—
8 Frankreich.
Paris, 25. April. eine Audienz beim Koͤnige.
In einem Artikel mit der Ueberschrift: Statistik der Deputirten⸗Kammer giebt der Constitutionnel interes⸗ sante Auszuͤge aus einem kuͤrzlich von Herrn M. F. Chatelain herausgegebenen Werke uͤber diesen Gegenstand. „Es ist nicht wenig belehrend“, sagt das gedachte Blatt, „die Elemente, aus denen ein Staatskoͤrper zusammengesetzt ist, kennen zu lernen; ein solches Studium kann das Geheimniß mehr als Eines Vo⸗ tums luͤften und manche Handlungen erklaͤren, welche in Erman⸗ gelung richtiger Begriffe vielleicht Unerklaͤrlich seyn wuͤrden. Wir haben wohl manchmal Gelegenheit gehabt, dergleichen analytische Versuche uͤber die Deputirten⸗Kammer zu liefern; allein es konn⸗ ten dies nur partielle und unvollstaͤndige Blicke seyn. In der kuͤrzlich von Herrn M. F. Chatelain herausgegebenen Sta⸗ tistik wird dieser Gegenstand eben so gruͤndlich als aus⸗ fuͤhrlich auseinandergesetzt. Einige Resultate dieser anzie⸗ henden Arbeit folgen hier: Die Verwaltung liefert der Kammer an Deputirten 6 Minister Staats⸗ Secretaire, 2 General⸗Secretaire, 4 Direktoren oder General⸗Inspektoren, 1 Praͤfektur⸗Rath, 36 Mitglieder der General⸗Conseils, 39 Maires und 1 Adjunkten. Das Justizfach zaͤhlt in der Kammer 19 erste und zweite W 2 General⸗Advokaten, 5 General⸗ Prokuratoren, 4 Koͤnigliche Prokuratoren, 3 Substitute, 26 Raͤthe, sowohl von dem Cassationshof als den Koͤniglichen Gerichtshoͤ⸗ fen, 8 Richter bei den Civil⸗ und Zucht⸗Polizei⸗Gerichten, und 4 Friedens⸗Richter; 7 Deputirte gehoͤren dem Rechnungshofe, 17 dem Staats⸗Rathe (naͤmlich 12 Raͤthe und 5 Requetenmeister), und 4 dem diplomatischen Corps an, und zwar 1 Botschafter, 2 Gesandten und 1 Legations⸗Secretair. Der oͤffentliche Unter⸗ richt lieferte nur 3 Abgeordnete: 1 Inspektor der Universitaͤt und 2 Professoren; das Institut 4, die Medizin 6, der Gelehr⸗ tenstand 2, der Advokatenstand 39 Advokaten und 1 Sachwalter. Unter den Gewerbetreibenden giebt es 6 Eigenthuͤmer von Ham⸗ merwerken, 6 Manufakturisten und Fabrikanten, 2 Landbebauer, und der Handelsstand waͤhlte 21 Kaufleute; §8 Deputirte sind
eichische Hofrath Herr Derczenyi die Ehre, dem Kaiser und der Kaiserin vorgestellt zu werden.
Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem General der Infanterie, General⸗Adjutanten Grafen Toll, Ober⸗Dirigenten der Commu⸗ nications⸗Wege und oͤffentlichen Bauten, den St. Andreas⸗Or⸗ den verliehen und ihm die brillantenen Insignien desselben mit folgendem Restript uͤbersandt: „Ihre unermuͤdliche Thaͤtigkeit und Ihre nuͤtzlichen Dienste haben stets Meine besondere Auf⸗ merksamkeit erregt. Seitdem Ich Ihnen die obere Leitung der Communications⸗Wege und oͤffentlichen Bauten anvertraut, habe Ich mit wahrer Genugthuung die fortwaͤhrend in diesen Zweig eingefuͤhrten Verbesserungen wahrgenommen. Als Zeugniß Mei⸗ nes Wohlwollens und Meiner Erkenntlichkeit fuͤr Ihre ausge⸗ zeichneten Dienstleistungen verleihe Ich Ihnen die diamantenen Insignien des St. Andreas⸗Ordens und verbleibe Ihr stets wohl⸗ geneigter (gez.) Nikolaus. St. Petersburg, 19. April 1835.“
Durch Reskripte vom 18ten d. M. haben Se. Majestaͤt den Geheimen Raͤthen Uwaroff, Minister des oͤffentlichen Unterrichts, Longinoff, Staats⸗Secretair fuͤr die Annahme der an Se. Ma⸗ jestaͤt gerichteten Bittschriften, Novossilzoff, Mitglied des Pupil⸗ len⸗Raths des Kaiserlichen Findelhauses zu St. Petersburg, und dem Hofmeister L. Perowski, Vice⸗Praͤsidenten des Apanagen⸗ Departements, den St. Alexander Newski⸗Orden; dem Gehei⸗ men Rath Lwoff, Direktor der Kaiserlichen Kapelle, den St. Annen⸗Orden Ister Klasse mit der Kaiserlichen Krone und den Wirklichen Secaceregen Fuͤrst N. Gagarin, stellvertretenden
ofmeister und Vice⸗Praͤsidenten des Kaiserlichen Kabinets, und
chukowski, der bei Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Großfuͤrsten Thronfolger angestellt ist, den St. Annen⸗Orden erster Klasse verliehen.
Die Contre⸗Admiraͤle Kandler und Wassiljeff I. sind zu Vice⸗ Admiraͤlen, die Flotten⸗Commandeure Papachristo, Powalischin und Kordukoff zu Contre⸗Admiraͤlen und die General⸗Majors Tu⸗ lubjefk, Stepowoy lJ., Sulmeneff und Bytschenski zu General⸗ Lieutenants befoͤrdert worden.
Die Witterung war hier waͤhrend des Osterfestes sehr un⸗ güͤnstig; am ersten Feiertage war bei 2 Grad Käͤlte von fruͤh bis spaͤt ein so arges Schneegestoͤber, wie man es im Laufe dieses ganzen Winters nicht gehabt hat. Am Losten fiel das Thermo⸗ meter auf — 3Zo, am folgenden Tage aber trat Regen ein, der noch fortwaͤhrt.
1 öoöolen. Wars 9) au, 28. April. Se. Durchlaucht der Fuͤrst Statt⸗ 8 Feldmarschall Paskewitsch, ist gestern von hier nach St. etersburg abgereist. In seinem Gefolge befinden sich die Ober⸗ sten Uschakoff und Fuͤrst Golizyn, seine Adjutanten, der Garde⸗ apitain Buturlin, der Dr. Tschetyrkin und der Secretair Htschkin.
Herr Lafont gab gestern hier vor seiner Abreise nach Wilna noch ein Konzert in der neuen Ressource; fuͤr die Mitglieder derselben war der Eintrittspreis auf 1¾ Rthlr., fuͤr andere Per⸗ sonen aber auf 3 Rthlr. festgesetzt.
Von Anfang des nächsten Monats an wird Warschau 2
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Banquiers, einer ist Kassirer, ein anderer ist Notar. Die Land⸗ Armee repraͤsentiren in der Kammer 1 Marschall, 13 General⸗ Lieutenants, 5 General⸗Majors, 7 Obersten, 3 Oberst⸗Lieutenants, 2 Bataillons⸗Chefs, 7 Hauptleute und 2 Militair⸗Intendanten; und die Marine wird repraͤsentirt von 1 See⸗Praͤfekten, 1 Kor⸗ vetten⸗Capitain und 2 Ingenieurs. Außerdem nehmen unter den Repraͤsentanten des Landes eine Stelle ein: 4 General⸗Ad⸗ jutanten und ein Ordonnanz⸗Offizier des Koͤnigs; desgleichen 4 Beamte seines Hauses. Was endlich die Grundbesitzer ohne Amt, ohne Titel, ohne andern Dienst, als den ihrer legislativen Functionen betrifft, so erreichen sie die Zahl 112. Aus dem Ge⸗ sichtspunkte der Selbststaͤndigkeit betrachtet, enthaͤlt die Kammer nur 213 unabhaͤngige Deputirte; 39 befinden sich in einer Lage der Quasi-⸗Abhaͤngigkeit und 207 in einem Zustande der mehr oder minder absoluten Abhaͤngigkeit. Dieses will jedoch nicht sagen, daß unter den Militair⸗, Gerichts⸗- und Civil⸗Beamten keine Vota und sogar Meinungen von einer vollkommenen Unabhaͤn⸗ gigkeit existirten, noch daß es unter den Maͤnnern , welche durch ihre Stellung außer dem Bereiche des Einflusses der Re ierung stehen, nicht manche gaͤbe, die, sogar in ziemlich großer Anzahl, dem Willen der Regierung weit mehr unterworfen, weit mehr durch ihn gefesselt sind, als die absetzbarsten unter den Beamten.“
Der Temps enthaͤlt ein ausfuͤhrliches Raisonnement uͤber die Ernennung des Herrn M. Rossi zum Professor des consti⸗ tutionnellen Rechts. Es werden hier die Gruͤnde und Veran⸗ lassungen der lebhaften und unbesiegbaren Opposition auseinan⸗ dergesetzt, die Herr Rossi, obschon seit einem Jahr naturalisirt, nicht bloß von Seiten der Studenten, sondern auch Seitens mehrerer Professoren erfaͤhrt. „Es ist ein Fehler“, sagt dieses Blatt, indem es zugleich der Persoͤnlichkeit des Professors volle Gerechtigkeit widerfahren laͤßt, „daß das Gesetz vom 22. Ventose des Jahres XII die Ernennung der Professo⸗ ren dem Gutduͤnken des Ministers des oͤffentlichen Unter⸗ richts uͤberlaͤßt; indessen hat in Bezug auf Herrn Rossi dieses Gesetz auch einiges Gute gestiftet. Es ist immer vortheilhaft fuͤr ein Land, Maͤnner, die sich durch gelehrte Ar⸗ beiten und unbestreitbare Talente empfohlen haben, fuͤr sich zu gewinnen. Herr Rossi hat sich eines wohlerworbenen Rufes in Europa zu erfreuen. Als Buͤrger von Frankreich brachte er den Glanz, der an seinem Namen haftet, seinem neuen Vaterlande 2 So muͤssen wir denn so viel Vertrauen zu dem Selbst⸗ ewußtseyn dieses ausgezeichneten Mannes haben, daß wir, ehe wir seine Vortraͤge gehoͤrt haben, alle unguͤnstigen Vorurtheile abweisen, die man uͤber die Richtung seines Unterrichts gefaßt hat. Gewiß ist es sehr zu bedauern, daß seine Ernennung zu einem neuen Lehrstuhl in der juristischen Fakultäͤt Mißtrauen erregt hat. Eine aufgeklaͤrte Regierung wuͤrde die 8 daraus schoͤpfen, daß es endlich Zeit sey, die Wahl der zu diesem Unterrichts⸗ zweige berufenen Professoren auf eine gleichmaͤßige Weise zu ordnen. Dadurch, daß man diese Wahl bestimmten und woßi⸗ uͤberlegten Vorschriften unterwirft, wird man den Grund besei⸗ tigen, der oftmals die nach dem bloßen Gutduͤnken eines Mini⸗ sters ernannten Professoren mit denen entzweit, die erst nach
Omnibus, nach dem Muster der Wiener Gesellschaftswagen und
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einer muͤhsam bestandenen Bewerbung zu einem Lehrstuhle ge⸗ langt sind.“
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Der Marschall Gérard hatte gestern
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Man schreibt aus Havre unterm 23sten: „Der Kommo⸗ dore Elliot von der Nord⸗Amerikanischen Fregatte „Constitution“ ist heute fruͤh aus Paris wieder hier eingetroffen und hat sich bald darauf an Vord seines Schiffes begeben, von dem man glaubt, daß es noch heute Abend die Anker lichten werde, nicht um sich (wie es anfangs hieß) dem Geschwader im Mittellaͤndi⸗ schen Meere anzuschließen, sondern um direkt nach New⸗York ee It diese Vermuthung gegruͤndet, so duͤrfte Herr Livingston in England oder Holland die weiteren Befehle seiner Regierung abwarten.“
Herr Culmann, Eskadrons⸗Chef der Artillerie und Direktor einer Gewehr⸗Fabrik, ist zum Praͤsidenten einer Kommission er⸗ nannt worden, welche die Regierung nach England schickt, um daselbst Kanonen gießen zu lassen. Wie es scheint, sind zwei aͤhnliche Kommissionen nach Schweden und einem andern noͤrd⸗ lichen Staate abgeschickt worden.
Das ehemalige Konvents⸗Mitglied Taillefer ist unlaͤngst zu Domme, im Devpartement der Dordogne, mit Tode abge⸗ gangen.
Die Gesetz⸗Sammlung enthaͤlt eine Koͤnigliche Verord⸗ nung, wodurch eine fruͤhere vom Jahre 1833 wegen der Justiz⸗ Verwaltung auf den Inseln St. Pierre und Miquelon Zodis⸗ zirt wird.
Großbritanien und Irland.
London, 25. April. Das Geruͤcht, daß der Marquis von Anglesey an Stelle des Lord Hill Ober⸗Befehlshaber der Armee werden wuͤrde, wird von der United Service Gazette fuͤr ganz ungegruͤndet gehalten. Der edle Marquis, sagt dieses Blatt, sey zwar ein tuͤchtiger Militair, aber kein Staatsmann, und er trage vorzuͤglich die Schuld, daß O'Connell und dessen Partei in Irland 5 maͤchtig geworden, weil er waͤhrend seiner Amts⸗ fuͤhrung als Lord⸗Lieutenant von Irland zu nachsichtig gegen diese Faction gewesen.
Die Morning Post meint, daß sich nach der Anzeige, die Herr Shiel am Montage im Unterhause gemacht, an der Absicht der papistischen Partei, die Anglikanische Kirche zu schwaͤchen und herabzuwuͤrdigen, nicht mehr zweifeln lasse. Herr Shiel hatte naͤmlich (wie in Nr. 116 der St.⸗Ztg. gemeldet) den An⸗ trag angekuͤndigt, daß, wenn kuͤnftig ein kirchlicher Benesiziar in Irland ernannt werde, dies nicht mehr so an esehen werden solle, als ob derselbe ein Geld⸗Interesse an der Pflanbe habe, wofuͤr er bei der etwanigen Aufhebung derselben entschaͤdigt werden muͤsse. Das genannte Blatt bezeichnet dies als eine Motion, durch welche die Geistlichkeit der Anglikanischen Kirche nach und
nach ganz von der katholischen Partei im Unterhause abhaͤngig gemacht werden solle. „Daß diese Anzeige mit Zustimmung des Herrn O Connell gemacht worden“, sagt die Post, „daruͤber kann kein Zweifel obwalten. Aber ist dieser fruͤhzeitige Schritt vielleicht aus Rache fuͤr Lord Melbourne's Aeußerungen geschehen? Oder ist er gethan worden, um dem Lande zu zei⸗ gen, daß das Melbournesche Ministerium, ungeachtet jener Aeu⸗ Berungen, entschlossen ist, sich vollkommen der O'Connellschen Faction zu unterwerfen? Wir sind begierig, zu erfahren, ob die Minister im Unterhause diese Motion unterstuͤtzen oder sich ihr widersetzen werden; und namentlich moͤchten wir wohl wissen, was Lord John Russell jetzt von den Verbuͤndeten denkt, durch deren Beistand er sich mit seinen Kollegen ins Amt gedraͤngt hat. Gewiß wird er schon jetzt einsehen, daß er die Unterstuͤz⸗ zung der katholischen Faction zu theuer erkauft hat.“
Der Globe, der nach der Bildung des vorigen Ministe⸗ riums auch darin eine Schwaͤche desselben finden wollte, daß es einigen wenigen Mitgliedern desselben nicht gelungen war, ins Unterhaus gewaͤhlt zu werden, scheint bei dem jetzigen Ministe⸗ rium anderer Meinung zu seyn, denn in der vermuthlichen Be⸗ sorgniß, daß einige der neuen Minister bei der Wahl, der sie sich als solche wieder unterwerfen muͤssen, durchfallen moͤchten, schiebt er diesmal die Schuld auf die gesetzliche Bestimmung, wo⸗ nach sich ein Unterhaus⸗Mitglied, wenn es ein Regierungs⸗Amt annimmt, jener Probe unterziehen muß, und bezeichnet dieselbe als einen Mangel in der Verfassung, der noch der Reform be⸗ duͤrfe. Das genannte Blatt schlaͤgt zu diesem Zweck zwei Aus⸗ kunftsmittel vor, entweder, wie Herr Bulwer empfohlen habe, den Franzoͤsischen Gebrauch anzunehmen und denjenigen die um der oͤffentlichen Geschaͤfte willen im Unterhause gegen⸗ waͤrtig seyn muͤßten, einen Sitz ex officio ohne Stimmrecht zu geben, oder ganz einfach das Statut von 1705, worauf der jetzige Gebrauch sich gruͤndet, aufzuheben.
Der Times zufolge, hat der General⸗Fiskal, Herr Rolfe,
von Lord Tullamore die Anzeige erhalten, daß Se. Herrlichkeit sich seiner Wiedererwaͤhlung in Falmouth nicht zu widersetzen beabsichtige; auch sollen die Freunde des Lords Herrn Rolfe ver⸗ sichert haben, daß sie keinen andern konservativen Kandidaten ein⸗ laden wuͤrden, gegen ihn aufzutreten. Die letzten Berichte vom Vorgebirge der guten Hoffnung reichen bis zum 6. Februar. Der Gouverneur hatte ansehnliche Kriegs⸗Vorraͤthe und 5000 Pfund Subsidien an die Graͤnze gesandt. Es war seine Absicht, die Kaffern eine bedeutende Strecke innerhalp ihres eigenen Gebietes zu verfol⸗ gen. An der Spitze des Aufstandes stand der Haͤuptling Hintza. Dagegen waren die Haͤuptlinge Pato, Kobus, Kama uns Umn⸗ hai den Englaͤndern treu geblieben. Die Hottentotten und Far⸗ igen wurden mit großem Nutzen gegen die Kaffern angewendet und Letztere waren nunmehr fast auf der ganzen Graͤnze zuruͤck⸗ gedraͤngt. Der Gesammtverlust der Kolonisten wird auf mehr als 2 Millionen Pfd. angeschlagen. 1
— — London, 25. April. Die heilige Osternzeit hat un weder Versoͤhnung noch Frieden gebracht. Der Boln 89 sich noch in den letzten Sitzungen beider Haͤuser Luft zu machen suchte, bricht jetzt durch die Journale aus und wird in wenig Tagen noch stuͤrmischer auf und vor den Wahlgeruͤsten toben.
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