1835 / 122 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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schmeicheln konnte, den Ministern und ministeriellen Beamten, welche ihre Wiedererwaͤhlung zu suchen haben, Kandidaten ent⸗ gegengestellt und man sagt, die Mitglieder des Carlton⸗Klubs haͤtten ungeheure Summen subskribirt, um so viele Ministerielle als nur immer moͤglich aus dem Unterhause zu verdraͤngen. Hierzu haben sie freilich einen dreifachen Beweggrund; erstlich wuͤrde es bei dem Publikum, bei dem „der Lebende immer recht hat“, schon einen guͤnstigen Eindruck fuͤr ihre Partei machen und den Glauben an eine Reaction um ein großes verstaͤrken, wenn viele von jenen Ministeriellen verworfen wuͤrden, um ihren Gegnern Platz zu machen; zweitens aber wuͤrden die Whigs die

Aͤbwesenheit einer großen Anzahl ihrer Stimmfuͤhrer im Unter⸗

b noch haͤrter empfinden, als die Tories dies von vielen ihrer eamten empfanden, und zwar weil jene Stimmfuͤhrer ihre be⸗ deutendsten Talente sind und die Whigs sich sowohl gegen die Tories als mitunter auch gegen die Radikalen werden zu ver⸗ theidigen haben, und dabei ihre Anzahl im Ganzen schon ver⸗ haͤltnißmaͤßig gering ist. Hierzu kommt noch, daß in der letzten Seit beide Hauptparteien sich einander so gleich an Zahl waren, daß die Tories sich mit der Hoffnung schmeicheln duͤrfen, durch eine gluͤckliche Anstrengung bei den bevorstehenden Wahlen das Verhaͤltniß ganz umzustoßen und auch die Herrschaft im Unter⸗ ause zu erlangen, wie sie sie schon im Oberhause besitzen. Die Frage ist dann freilich, ob die Stanley⸗Section die Tories in der Durchsetzung von Maßregeln unterstuͤtzen wird, welche dieser Partei wieder an das Ruder verhelfen muͤßten. Gebe 15 der Himmel, daß sich bald Mittel faͤnden, mit der Kirche in Irland Einrichtungen zu treffen, wel⸗ che die Katholiken befriedigen koͤnnten. Denn bevor dieses geschehen, laͤßt sich an keine Verschmelzung der Gemaͤßigten von nahn Parteien denken, und dauert der Kampf zwischen Whigs und Tories noch lange fort, so duͤrften Ereigisse eintreten, welche kaum einer noch 8he usche scheint. Schon der Widerstand der Tories und dann ihre Nachgiebigkeit gegen die Katholiken war ein großes Uebel; die Widersetzlichkeit und nachmalige Will⸗ faͤhrigkeit des Oberhauses bei der Reform⸗Bill aber ein noch viel groͤßeres, denn jeder Zeitungsschreiber wagt es jetzt, das Ober⸗ bau mit seinen Drohungen einschuͤchtern zu wollen. Die Edinburgh Review macht den sonderbaren Vorschlag, daß, im Fall eine wichtige Maßregel von einer entschiedenen Mehrheit des Unterhauses angenommen, vom Oberhause aber verworfen werde, beide Haͤuser zusammentreten sollen, um den Gegenstand 8 noch einmal gemeinschaftlich zu berathen und das Resultat der gemeinschaftlichen Abstimmung solle alsdann dar⸗ uͤber entscheiden. Wie weit aber die Frechheit in die⸗ ser Beziehung getrieben wird, beweist eine vor kurzem erschienene Flugschrift unter dem Titel „Thoughts upon the Aristocracy of England, by Isaac Tomkins, Gentleman (Gedanken uͤber die Englische Aristokratie, von J. Tomkins); ein Pseudonymus, unter dessen Maske man allgemein den excen⸗ trischen Lord Brougham versteckt glaubt; diese Schrift faͤngt mit folgenden Worten an: „Die gluͤckliche Frechheit, welche die von Natur schuͤchternen Tories vermocht hat, die Regierung zu uͤber⸗ nehmen, und einen der verzweifeltsten Versuche zu machen, wel⸗ che man (etwa den der Karl's und Polignac's von 1830 ausgenom⸗ men) in der Geschichte hat, wird die Reformsache um 10 Jahre orruͤcken und das Verbesserungs⸗ und Umschmelzungs⸗Geschaͤft nserer aristokratischen Institute in Kirche und Staat beschleu⸗ nigen.“ Der Verfasser haͤlt es darum fuͤr dienlich, das Wesen der Aristokratie nach ihrer Theorie, wie in der Praxis, naͤher zu betrachten. Er untersucht nun, welche Personen zur Aristo⸗ ratie gehoͤren, und zaͤhlt darunter nicht nur den eigentlichen Adel, sondern auch dessen Familien und Angehoͤrige, so wie Alle, die in demselben Kreise leben, dieselben Gegenstaͤnde verfolgen, und von Zeit zu Zeit dieselben Vorrechte zu erlangen vermoͤgen. Zwar gelange, sagt er, dem Gesetze nach nur der aͤlteste Sohn eines Pairs zu dem angebornen Recht, Gesetze zu machen und, trotz aller moͤglichen Unwissenheit, ja selbst trotz uͤberwiesener Verbrechen, die hoͤchste richterliche Gewalt zu uͤben, in⸗ dem nur eine spezielle Parlaments⸗Akte ihn desselben berauben koͤnne darum aber seyen doch die uͤbrigen Soͤhne, wie man sich (da das Gesetz es so sagte) thoͤrichter Weise eingebildet haͤtte, em Volke nicht gleich. Freilich giebt er zu, daß die hoͤchsten lemter und Wuͤrden selbst dem niedrigsten Plebejer erreichbar eyen, aber das, was er durch Muͤhe und Fleiß zu erstreben habe, stehe dem Adel und Allen, die mit demselben verbunden, schon durch ihre Geburt zu Gebot, und zwar nicht nur im Staate selbst, sondern auch in den geselligen Kreisen. Wenn indessen auch ein Mann sich durch mancherlei Mittel zu beiden zu erheben ver⸗ moͤge, so seyen die Letzteren fuͤr ein Weib nur durch eine gol⸗ dene Bruͤcke erreichbar, indem sie durch ihren Reichthum einer Patrizier⸗Familie emporhelfe, zum Lohne aber der Spott von denen werde, die sie vom Verderben gerettet. In diesen abge⸗ chlossenen Kreisen aber sey es, wo Staatsmaͤnner einen großen Theil ihrer Zeit hinbraͤchten, und ihre Maßregeln oft in der Gegenwart seichter Frauen bespraͤchen, deren Urtheil und Mei⸗ nung sie verhindere, verdienstvolle, aber nicht zu diesen Kreisen gehoͤrige Maͤnner anzustellen, oder große gemeinnuͤtzige Dinge u unternehmen. Daß ein in solchem Geiste geschriebenes Pamphlet von dem Poͤbel mit Begierde gelesen wird, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden; inzwischen ist der Englische dagen schon an solche Kost gewoͤhnt, und sie schadet daher auch unserer Constitution weit weniger, als es in einem andern Lande der Fall seyn wuͤrde. 114“ Riederlande.

Amsterdam, 25. April. Waͤhrend der abgelaufenen Woche sind die Preise fast aller Staats⸗Papiere am hiesigen Markte mehr oder weniger steigend gewesen, was vornehmlich den zu An⸗

fang derselben von London eingegangenen merklich hoͤheren Noti⸗ rungen und mehreren bedeutenden Auftragen um Einkaufe von

olländischen Schuld⸗Dokumenten, wie auch spaͤter der Annahme

2* Nord⸗Amerikanischen Entschaͤdigungs⸗Gesetzes durch die Kam⸗ mer der Deputirten zu Paris zuzuschreiben ist. Von den Hollaͤn⸗ dischen Effekten waren Integrale am meisten begehrt, und stellten sich von 55 ½2⁄ auf 56 ¾⅞ pCt.; die juͤngste Englische Post brachte zwar gestern etwas flauere Course, doch auch zugleich neue Ordres, wo⸗ durch der Stand der Fonds erhalten worden seyn wuͤrde, wenn nicht einige bedeutende Partieen zur Realisation angeboten worden waͤren, die den Cours um 1 pCt. zuruͤckdraͤngten; 5proc. wirkliche Schuld besserte sich um ½ pCt. und stand gestern 102 17 „Ct, Kanz⸗ Billets 25 ⁄; in beiden war der Handel nicht lebhaft. Russische 6proc. Inseriptionen und Oesterreichische Metalliques gingen bei

aͤßigem Umsatz ebenfalls ungefaͤhr ½ vCt. hoͤber und Preußische Loose erreichten 118 ¾ Fl. Die groͤßte Preis⸗Erhbͤhung erfuhren die Spanischen Fonds, und von diesen die Cortes⸗Obligationen, wovon ansehnliche Partieen fuͤr Englische Rechnung gekauft wurden, so daß dadurch der Preis von 17 auf 40 ¾ pCt. erhoͤht wurde; naͤchst⸗ dem blieb die aufgeschobene Schuld in Folge von Auftraͤgen aus

Belgien fortwaͤhrend begehrt und stellte sich von 221— allmalig auf

Sg ee Perzetnene wechseltmm am wengsgen; zoeäe. sanden ge⸗ stern 409, und zproc. 31 ½ vCt.; in Cortes⸗Coupons wurden bei kaͤtigem Preise wenig Geschaͤfte gemacht. Suͤd⸗Amerikanische Obli⸗

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gationen fanden dagegen wieder lebhaften Umsatz und gingen eben so, wie in London, auch hier wieder hoͤber, und zwar Brastlianische bis 88 pCt, Columbische bis 34 ¾ und Mexikanische bis 43 ½ pCt. Das Geld bleibt ausgeboten zu 2 ½ à 2 ¾ pCt. Am geürie Ge⸗ traide⸗-Markt fand in Weizen wieder nur wenig Handel zu den fruͤ⸗ heren Preisen statt; Preußischer Roggen wurde nicht begehrt; von getrocknetem sind aber einige Partieen abgenommen. Mit Hafer war es etwas angenehmer. Die bekannt gewordenen Preise waren: fuͤr 131pfand. hochbunten Polnischen Weizen 205 Fl., füͤr 129pfünd. schoͤnen bunten 205 Fl., fuͤr 126. 130pfünd. neuen Pommerschen 152, 162, 165 Fl., fuüͤr 131 pfuͤnd. jaͤhrigen Anklamer 170 Fl., fuͤr 126pfüͤnd alten Schlesischen 160 Fl., fuͤr 117pfuͤnd. alten Preußi⸗ schen Roggen 142 Fl., fuͤr 1228fuͤnd. neuen dito 140 Fl., fuͤr 119. 120pfünd. jaͤhrigen Preußisch⸗Pommerschen 130. 132 Fl., für 116⸗ pfuͤnd. Rigger Roggen 135 Fl., fuͤr 116pfüͤnd. Archangelschen 132 Fl., fuͤr 8apfuͤnd. feinen neuen Hafer 90 Fl., fuͤr 82 pfuͤnd. dicken 86 und 87 Fl.

Belgien.

Bruͤssel, 27. April. Gestern wurde die Taufe des neuge⸗ borenen Prinzen durch den Erzbischof von Mecheln in der Schloß⸗ Kapelle vollzogen. Taufpathen waren der Koͤnig und die Koͤni⸗ gin der Franzosen; die Stelle des Ersteren vertrat der Prinz von Joinville. Bei der Ceremonie waren: die Prinzessinnen Maria und Clementine, das diplomatische Corps, die Praͤsidenten und Vice⸗Praͤsidenten des Senats und der Repraͤsentanten⸗Kammer, die Minister und die hoͤchsten Civil- und Militair⸗Beamten, so

wie der ehemalige Regent von Belgien, Baron Surlet de Cho⸗

kier, zugegen. Vor dem Beginn der Ceremonie hatte der Koͤnig die Gluͤckwuͤnsche des diplomäatischen Corps empfangen.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 24. April. In der gestrigen Statstidning liest man in Franzoͤsischer Sprache und Schwedischer Uebersetzung das Schreiben des Prinzen August von Portugal, wodurch er unserm Koͤnige am 27. Jan. d. J. seine Vermaͤhlung angezeigt, nebst der Antwort Sr. Majestaͤt vom 2. Maͤrz. Hier folgen diese beiden Schreiben:

I. „Sire! Sie sind der Vater, und ein sehr zaͤrtlicher Vater meiner Schwester. Es kann Ew. Majestaͤt daher nicht gleichguͤltig

seyn, was deren Bruder betrifft, und ich bin gewiß, daß es das nicht

ist. Demnach betrachte ich es als eine meiner ersten Pflichten, Ew. Majestaͤt von meiner Vermaͤblung mit der Koͤnigin von Portugal zu benachrichtigen. Dieselbe ist gestern in der Kathedrale von Lis⸗ sabon vollzogen worden unter den Acclamationen einer Menge, die mich allerdings geruͤhrt haben, die ich mir aber nicht eher zurechne, als bis ich sicher seyn werde, sie verdient zu haben, und werden fortan alle meine Bestrebungen und meine Sorgen dahin gerichtet seyn, sie zu rechtfertigen. Ich bitte Ew. Majestaͤt, mit Guͤte die Betheucrungen der Achtung und aufrichtigen Anhaͤnglichkeit anzu⸗ nehmen, womit ich bin Ew. Majestaͤt sehr zugethaner und ergebe⸗ ner Diener Dom Augusto.“

II. „Mein Herr Bruder und Vetter! Das Schreiben, welches mir die Vermaͤhlung Ew. Koͤnigl. Hoheit mit der Koͤnigin von Por⸗ tugal meldet, ist mir durch Meine Tochter zugestellt worden. Ich danke Ihnen fuͤr Ihre Ausdruͤcke, indem Sie Mich den Vater und sehr zaͤrtlichen Vater Ihrer Schwester nennen. Ihre ausgezeichne⸗ ten Eigenschaften und Ihre Seelengroͤße machen Sie mir und den Bewohnern der beiden Skandinavischen Koͤnigreiche theuer. Die Acclamationen, die Ihnen in Lissabon geworden und die Ihr edel⸗ sinniges und liebendes Herz zu wuͤrdigen gewußt, sind von gluͤckli⸗ cher Vorbedeutung fuͤr Ihren kuͤnftigen Ruhm, zu dem Beharrlich⸗ keit den Grund legen wird. Ich hege sehr aufrichtige Wuͤnsche, daß derselbe Jahrhuͤnderte hindurch Portugal fuͤr die Uebel entschaͤ⸗ dige, welche auf dieser, durch ihre großen Thaten so beruͤhmten Nation gelastet haben. Ich wuͤnsche Ew. Koͤnigl. Hoheit aufrichtig Gluͤck dazu, Ihr Geschick einer Fuͤrstin angeschlossen zu haben, die eben so sehr durch ihrepersoͤnlichen Eigenschaften, als durch die Gefahren und Wechselfälle, welche ihre Kindheit umgaben, fuͤr sich einnimmt. Auch dazu wuͤn⸗ sche ich Ihnen Gluͤck, daß Sie durch den allgemeinen Wunsch der Nation und die Zuneigung der Koͤnigin, Ihrer Gemahlin, berufen worden, zum Ersatze fuͤr die Leiden Portugals mit beizutragen. Aber Sie kennen schon die von Ihrer hohen Stellung unzertrenn⸗ lichen Sorgen, und so darf ich keinen Augenblick zweifeln, daß Sie schon darauf vorbereitet seyn werden, die Hindernisse und Schwie⸗

rigkeiten zu uͤbersteigen, welche Sie bei Ihren Entwuͤrfen zur Zu⸗

ruͤckfuͤhrung der Ordnung durch Erhaltung der Ruhe und Heischung des Gehorsams gegen die Gesetze, dieser vornehmsten und einzigen Buͤrgschaft der Rechte und Freiheiten eines Volkes, sinden werden. Ich bin mit ausgezeichneter Achtung Ew. K. H. guter Bruder und Vetter Karl Johann.“

Am 21. d. beschloß der Adelsstand mit der Mehrheit von drei Stimmen, den Antrag des verstaͤrkten Staatsausschusses seine bekannte Abstimmung in der Anseihefrage fuͤr unguͤltig zu erklaͤren, ad acta zu legen, weil die Staͤnde nicht erst fuͤr unguͤltig zu erklaͤren brauchten, was schon das Gesetz dafuͤr er⸗ klaͤre, und es dem Ausschusse zugekommen waͤre, selbst zuzusehen, daß seine Abstimmungen nicht in ungesetzlicher Ordnung vorge⸗ nommen wuͤrden. Vermuthlich wird aber doch die Abstim⸗ mung des Ausschusses aufs neue zur Sprache kommen, denn der Bauernstand hat die bekannte Einladung des Adelsstandes vor⸗ gestern mit 52 gegen 21 Stimmen verworfen.

Die Statstidning enthaͤlt einen langen, ihr eingesandten Aufsatz zur Berichtigung der falschen Ansicht, daß die Schwedi⸗ schen Staatsraͤthe Minister sehen.

Deutschland.

Karlsruhe, 24. April. Folgendes sind einige Stellen aus dem Vortrage des Abgeordneten Duttlinger zur Begruͤndung seines (bereits erwaͤhnten) Antrages auf Aufhebung der Ge⸗ schlechts⸗Beistandschaft:

„Die Nachtheile der Anstalt, deren Aufhebung ich begehre, sind in neuerer Zeit so allgemein anerkannt worden, daß jetzt, nachdem auch Wuͤrttemberg die Geschlechts⸗Vormundschaft aufgehoben hat, Baden bald das einzige Land ist, wo sie noch fortbesteht, wo das Gesetz noch fortfaͤhrt, das andere Geschlecht zur ewigen Unmuͤndig⸗ keit zu verdammen. Mein Vorschlag bezweckt, demselben die voll⸗ kommene buͤrgerliche Rechtsfaͤhigkeit zuruͤckzugeben, die Geschlechts⸗ Vormundschaft gaͤnzlich aufzuheben, weil es an allem zureichenden Grunde dafuͤr fehlt, weil die Anstalt in keiner Beziehung das Min⸗ deste nuͤtzt, nicht nur ihren Zweck verfehlt, sondern uͤberdies als die Quelle vielfacher Nachtheile und Beschwerlichkeiten angesehen wer⸗ den muß, welche nicht nur das unterdruͤckte Weib, sondern auch seine Unterdruͤcker selbst treffen. Wenige Augenblicke, meine Herren, werden genuͤgen, Ihnen diese Wahrheiten darzulegen. Wo find zuvoͤrderst die Gruͤnde, die es rechtfertigen oder gar nothwen⸗ dig machen, daß wir das andere Geschlecht als rechtsunfaͤhig behan⸗ deln, wie Unmuͤndige, wie Bloͤdsinnige, wie Mundtodte, Verschwen⸗ der, zu einer lebenslaͤnglichen Bevogtung zu verstoßen? Wenn die Gesetzgebung gewissen Personen oder gewissen Klassen von Personen die eigene Verwaltung ihres Vermoͤgens entzieht, oder die Guͤltig⸗ keit jener Handlungen, wodurch sie sich Anderen verbindlich machen, von der Mitwirkung oder Zustimmung eines Vormunds abhaͤngig macht, so geschieht es aus keinem anderen Grunde, als weil diesen Personen die zur eigenen, dem eigenen Beduͤrfnisse und dem In⸗ ne. der Gesammtheit angemessenen Verwaltung erforderlichen geistigen und physischen oder sittlichen Kraͤfte mangeln, aus keinem anderen Grunde, als weil ihr eigenthuͤmlicher Zustand es noͤthtg macht, daß sie der Staat selbst unter seine naͤhere Obhut

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nimmt, indem er durch die Anstalt der Bevormundung da⸗ fuͤr sorgt, daß ihr Vermoͤgen nicht das Opfer cigener Mißgriffe, oder die Beute fremder Nachstellungen werde. Daher das Institut der Vormundschaft uͤber Minderjaͤhrige, daher das Institut der öflegschaft uͤber entmuͤndigte Verschwender, Bloͤdsinnige oder Wahn⸗ innige. Wo finden sich Gruͤnde, meine Herren, die Angehdrigen des anderen Geschlechts in unserem Vaterlande diesen Klassen von Personen beizugesellen? Gleichwohl aber belasten sie die Zusaͤtze un⸗ serer Landes⸗Gesetze durch die Einrichtung der Geschlechts⸗Bei⸗ standschaft noch immer mit dieser Schmach, indem alle unverheira⸗ theten Frauens⸗Personen, welche nicht unter aͤlterlicher Gewalt oder Vormundschaft stehen, eines staͤndigen Beistandes, und die verhei⸗ ratheten Frauen eines zeitlichen, oder, nach dem Ausdruck des Gesez⸗ zes, eines Interims⸗Beistandes fuͤr alle die Faͤlle beduͤrfen, wo der Ehemann sie nach dem Gesetze nicht ermaͤchtigen darf, oder wo er sie nicht ermaͤchtigen kann, oder nicht ermaͤchtigen will.“

In der heutigen neunten Sitzung der zweiten Kammer legte der Abg. Duttlinger eine Bittschrift des als Schriftsteller in seinem Fache bekannten Amts⸗Revisors Sonntag aus Gernsbach vor, um Verbesserung des Rechnungswesens. Der Hr. Abge⸗ ordnete empfahl dieselbe als eine einfache und klare Auseinan⸗ dersetzung der vielfachen Gebrechen dieses Faches, welche Beruͤck⸗ sichtigung verdiene. Hierauf verlas der Abg. Sander den Kommisseions⸗Bericht uͤber die Motion des Abgeordneten Trefurt, die Aufhebung des befreiten peinlichen Gerichtsstandes der Mili⸗ tair⸗Personen betreffend. Indem der Bericht⸗Erstatter von vorn herein bemerkte, daß alle Privilegien dem Rechte widerstreben, ging derselbe zu einer ausfuͤhrlichen Darstellung der Gebrechen und Nachtheile des Institutes uͤber, um dessen Abschaffung es

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sich handle.

Schweiz. Bern, 23. April. (Schwaͤb. Merk.) Im Kanton Freiburg haben die beiden Großraͤthe, Maillardoz und Sa⸗ vary an den Regierungsrath das Ansuchen gestellt, den großen Rath außerordentlich zu versammeln, um bei demselben den An⸗ trag vorzubringen, von dem Vorort Aufklaͤrungen zu verlangen uͤber die Zusendung der neuen Beglaubigungs⸗Schreiben des Hrn. v. Bombelles und die Sendung des Kanzlers Am⸗ rhyn nach Zuͤrich. Wenn auch vorauszusehen war, daß der Roe⸗ gierungsrath nicht darauf eingehen wuͤrde, so hat jener Schritz doch bei unserem Vorort den unangenehmsten Eindruck gemacht. Der Antrag hat Aehnlichkeit mit dem fruͤhern der 30 Mitglieder im großen Rath von Bern. Maillardoz und Savary gehoͤren nicht zu den einflußreichsten Großraͤthen Freiburgs, sonst haͤtte ihr Schritt einen dem Vorort unguͤnstigen Erfolg haben und leicht aͤhnliche in andern Kantonen hervorrufen ekeͤn⸗ nen. Dennoch befuͤrchtet der Vorort, es moͤchten von einzelnen Staͤnden Reclamationen einlausfsen um Mit⸗ theilungen uͤber die Amrhynsche Sendung, da man uͤber dieselbe eigentlich noch in gaͤnzlicher Ungewißheit ist. Die Schweizer Zeitungen widersprechen sich daruͤber, und man glaubt, die neue Wendung, welche das Verhaͤltniß zu Oesterreich genommen hat, fuͤr wichtig genug halten zu muͤssen, um von dem Vorort etwas Offizielles daruͤber zu erfahren. Dieser moͤchte gern abwarten, wie die Antwort avuf das Notifications⸗Schreiben von dem Tode des Kaisers Franz, welches sehr ergeben lauten soll, in Wien auf⸗ Ceßhrth wird. Viele sind jedoch der Meinung, daß ihm keine essere Aufnahme werden wird, als dem fruͤheren Memorandum. Drei bekannte Professoren unserer Hochschule wurden neulich vor das Erziehungs⸗Departement geladen, um einen Verweis we, gen ihrer Stellung zu den Studenten zu erhalten, wollten den⸗ selben aber nicht annehmwen. .“

1 Spanien. Madrid, 15. April. Die heutige Gaceta enthaͤlt nun⸗

mehr das Schreiben, mittelst dessen der General Mina dem Dasselbe lau⸗

1““ seine Entlassung eingesandt hat. tet also:

„Excellenz! Als Ihre Maiestaͤt die Koͤnigin⸗Regentin mich im vorigen September mit dem Kommando der Armee zu beehren ge⸗ ruhte, da befand ich mich zur Wiederherstellung meiner Gesundheit zu Cambo, und obgleich meine innige Dankbarkeit fuͤr ein so hohes Vertrauen und mein lebhafter Wunsch, zur Vertheidigung des legi⸗ timen Thrones beitragen zu koͤnnen, mich antrieben, dies Amt zu uͤbernehmen, so noͤthigte mich doch meine Delikatesse, die Herren Minister nicht nur vertraulich und von Amtswegen, sondern auch durch ein in gehoͤriger Form von meinen beiden Aerzten und noch dral

anderen Sachverstaͤndigen ausgestelltes Certifikat von dem geschwaͤchten Zustande meiner Gesundheit in Kenntniß zu setzen. Die schmeichelhaften Antworten, welche ich hierauf empfing, und die Bitren meiner

Freunde suchten mich zu uͤberreden, daß ich durch Uebernahme des Kommandos meinem Vaterlande einen wesentlichen Dienst leisten wuͤrde, wenn ich auch nur von hier aus die Opergtionen leitete, und so entschloß ich mich endlich, eine Verantwortlichkeit zu uͤberneh⸗ men, von der es wahrlich nur wenige Beispiele giebt, naͤmlich bei koͤrperlichem Unwohlseyn das Kommando einer geschwaͤchten Armer zu uͤbernehmen, und zwar nachdem ich eben aus eilfjaͤhriger Ver⸗ bannung in mein Vaterland zuruͤckgekehrt war. Die Gegenwart eines Generals an der Spitze seiner Truppen erhaͤlt die Subordina⸗ tion und die Disciplin unter ihnen, floͤßt ihnen Vertrauen ein und bereitet den Sieg vor. Es ist daher fuͤr mich eine unertraͤgliche Qual, nicht jeden Augenblick an den Muͤhseligkeiten und Gefahren meiner Kameraden Theil nehmen zu koͤnnen und zu sehen, daß die Gelegenheiten, den Waffen Ihrer Majestaͤt neuen Ruhm zu er⸗ werben, und die Pacificirung dieser Provinzen zu befoͤrdern, unge⸗ nuͤtzt voruͤbergehen. Seit dem Anfange des November, wo ich das Kommando uͤbernahm, habe ich fuͤnf oder sechs Mal den hiesigen Ort verlassen, sobald ich glaubte, daß die Art der Operationen es

erfordern und der Zustand meiner Gesundheit es zu erlauben schien,

aber jedes Mal warfen mich die Anstrengungen von neuem nieder und vermehrten meine Leiden in solchem Grade, daß ich fast die Hof⸗

nung aufgab, fuͤr jetzt eine große Operation verfolgen zu koͤnnen,

die entscheidende Resultate herbeifuͤhren wuͤrde. Ohne jemals den wahren Zustand meiner Gesundheit zu verbergen, habe ich, waͤhrend der Mangel an Truppen meine Lage hoͤchst schwierig und gewagt machte, mich doch enthalten, davon zu sprechen, weil dies Kleinmuͤthigkeit haͤtte erzeugen koͤnnen. Aber jetzt, wo die Verstaͤr⸗ kungen theils angekommen sind, thbeils von Ew. Excellenz vorberei⸗ tet werden, und der Augenblick erschienen ist, um glaͤnzendere Lor⸗ beern zu sammeln und die Operationen thaͤtiger und ausgedehnter zu betreiben, wuͤrde ich meine gegen mein Vaterland, meine Koͤnigin und mich selbst zu verletzen glauben, wenn ich nicht ganz offen Ew. Excellenz sagte, daß es jetzt eines Generals bedarf, der bestaͤndig an der Spitze der Truppen und nicht nur faͤhig ist, den Re⸗ sultaten am Tage des Kampfes zu entsprechen, und den allgemeinen schon vorbereiteten Operations⸗Plan zu verfolgen, sondern diesen auch, unter seiner Verantwortlichkeit, zu veraͤndern, nachdem es die Umstaͤnde erfordern. Indem ich Ew. Excellenz bitte, Ihre Majestaͤt die Ko⸗ nigin⸗Regentin von dieser Erklaͤrung zu benachrichtigen, hoffe ich daß Sie dieselbe als ein Zeugniß meiner offenen und loyalen Ge⸗ sinnungen und meines brennenden Eifers fuͤr die Sicherheit des Thrones ihrer erhabenen Tochter, fuͤr den Ruhm ihrer Waffen und fuͤr schnelle Pacificirung dieser ungluͤcklichen Provinzen darstellen werden. Gott erhalte Ew. Excellenz viele Jahre! Pampelonn den 8. April 1835. Francisco Espoz y Mina.“

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zum ersten Male eine vollstaͤndige

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EEEEI11“ Griechenland.

Athen, 12. Maͤrz. Gestern lief die Englische Flotte unter Admiral Josias Rowley in den Piraͤus ein. Man sah sie von der Akropolis, wohin sich Viele begeben hatten, um ihre Bewe⸗ ung zu beobachten. Sie besteht aus zwoͤlf Segeln und hat wohl nur den Hafen gesucht, um den Stuͤrmen dieser Jahres⸗ eit, welche das Verweilen in den Gewaͤssern von Tenedos ge⸗ fährlüch machen, auszuweichen. Die Regierung hat sich nach ihrem Vorhaben erkundigen lassen. Ein Parlamentair des Ad⸗ miralschiffs hat angezeigt, daß die saͤmmtlichen Schiffe schon mor⸗ en den Piraͤus wieder verlassen wuͤrden, um in dem groͤßern Hafen der nahen Insel Salamis zu ankern.

Waͤhrend sich im hoͤhern Griechenland die Unterthanen des Sultans empoͤren und Constitutionen verlangen, haben wir auf Negropont eingeborne Griechen das Tuͤrkische Joch der milden

errschaft Otto's vorziehen sehen. Mehr denn zweitausend Acker⸗ bauer, die nackt und bloß gekommen waren, sich auf Kosten der Regierung ansiedeln wollten, aber einstweilen, wegen Mangel an onds, vertroͤstet wurden, sind nach und nach aufgebrochen, und gen Macedonien gewandert.

Inland. 8

Berlin, 2. Mai. Am 26sten v. M. wurde zu Vers⸗ mold im Regierungs⸗Bezirk Minden das 50jaͤhrige Dienstjubi⸗ waͤum des Kantors, Schullehrers und Organisten Muͤller ge⸗ feiert. Dem Jubelgreise traten am Morgen dieses Tages seine jetzigen Schuͤler mit Kraͤnzen entgegen, und brachten ihm ihre kindlichen Wuͤnsche in einem einfachen Gesange dar. Eine De⸗ putation der Gemeindeglieder bezeigte dem Jubilar ihre freudige Theilnahme und fuͤhrte ihn zu einem Mittagsmahle, wo ihm im

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MNamen der Gemeinde ein silberner Pokal sammt einem Festgedichte

uͤberreicht, auch zu seiner groͤßten Freude ein Gluͤckwuͤnschungs⸗ Schreiben des Wirklichen Geheimen Raths und Ober⸗Praͤsiden⸗ ten Herrn von Vincke Excellenz verlesen wurde. Die treuen Gesinnungen der Versmolder, die mit inniger Liebe an Koͤnig und Vaterland haͤngen, offenbarten sich bei dieser Gelegenheit durch einen, von der Versammlung mit dem groͤßten Jubel aufgenommenen Toast auf das Wohl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs.

Die Koͤnigliche Akademie der Medizin zu Paris hat auch den Professor bei der hiesigen Universitaͤt, Dr. C. H. Schultz, zu ihrem korrespondirenden Mitgliede erwaͤhlt.

Der Marschall Maison traf am 26sten v. M. Abends, von St. Petersburg kommend, in Achen ein, und setzte am fol⸗ genden Morgen die Reise nach Paris fort. An demselben Tage kamen Ihre Durchlauchten die Fuͤrsten von Trautmansdorff und von Liechtenstein auf ihrer Ruͤckreise von London nach Wien durch Achen.

Als naturhistorische Merkwuͤrdigkeit fuͤhren wir an, daß am 31. Maͤrz d. J. in der Gegend des Dorfes Misdroi (In⸗ sel Wollin) eine Steinbutte gefangen worden ist, welche die au⸗ ßerordentliche Groͤße von 26 Zoll Laͤnge und 18 Zoll Breite maß. Der geoͤffnete Rachen des Thieres stand 4 Zoll weit auseinander.

(Siterarische Nachrichten. . Der Dom zu Koͤnigsberg in Pr. Eine kirchen⸗ und kunst⸗ geschichtliche Schilderung, mit 8 die Domkirche darstellenden lithographischen Abbildungen in gr. Fol. Erste Abtheilung (26 ¾ Bogen in gr. 8.): Geschichte der Domkirche zu Koͤ⸗ nigsberg und des Bisthums Samland, von August Ru⸗ dolph Gebser, Koͤnigl. Superintendenten, erstem Dom⸗ prediger, Doktor und ordentl. Professor der Theologie ꝛc. Zweite Abtheilung (24 Bogen in gr. 8.): Beschreibung der Domkirche su Koͤnigsberg und der in ihr enthaltenen Kunst⸗ werke, von Dr. Ernst August Hagen, ordentlichem Pro⸗ fessor der Kunstgeschichte ꝛc.

Dies, Sr. Majestaͤt unseren Koͤnige zugeeignete und mit Hoͤchst⸗ dessen Unterstuͤtzung zur Herausgabe gediehene Werk entstand auf Veranlassung des im Jahre 1833 gefeierten 500jaͤbrigen Jubelfestes der Erbauung der Domkirche zu Koͤnigsberg in Pr. Zur Erinnerung an diese Feier ward die Erbauung eines Hauses fuͤr die Elementar⸗Kirch⸗ schule beschlossen, und, um die Mittel hierzu zu vermehren, verei⸗ nigten sich die wuͤrdigen Verfasser dieses Werkes zu dessen Heraus⸗ gabe. Ein Theil der ersten Abtheilung, die Geschichte der Dom⸗ kirche bis zur vollendeten Erbauung fortfuͤhrend, nebst den auf Ko⸗ sten Sr. Majestäͤt des Koͤnigs von dem Konigl. lithographischen In⸗ stitut in Berlin besorgten Abbildungen, erschien kurz vor der Judel⸗ feier im Monat September 1833; demnaäͤchst Anfangs dieses Jahres die zweite kunstgeschichtliche Abtheilung, und die zu Ostern d. J. fertig

ö weitere Geschichte der Bischoͤfe von Samland und der

athedrale derselben, vollendet nunmehr das ganze werthvolle Werk. Die Erbauung des Doms durch den vierten Bischof von Sam⸗ land, Namens Johannes 1. Clare, gab die natuͤrliche Veranlassung, nicht nur von der Bildung des Bisthums Samland und den Vor⸗ sügern des Erbauers zu handeln, sondern auch die weitern Schick⸗ ale der Domkirche mit den Lebensumstaͤnden der nachfolgenden Bi⸗ schofe in Vereindung zu bringen. Der letzte katholische Bischof, Georg von Polentz, beguͤnstigte die Einfuͤhrung der Reformation in Preußen, und so knuͤpfte sich an die Geschichte des Doms auch natuͤrlich eine Darstellung der Reformation im Herzogthum Preußen. Kein Theil der Preußischen Geschichte ist iy den fruͤheren Histo⸗ rikern so oberflaͤchlich, unvollstaͤndig und voll Irrthuͤmer, als die Geschichte der Bisthuͤmer, namentlich auch die des Bisthums Sam⸗ land. Hartknoch und Arnold folgen in ihren kirchengeschicht⸗ ichen Werken, neben einigen andern Chroniken, den unzuverläͤssi⸗ t Nachrichten Simon Grunau's und dessen Uebersetzers Leo. semand aber, der mit der Wuͤrdigung dieser Chroniker nur eini⸗

sermagen bekannt ist, wird sie fuͤr Quellen der Preußischen Ge⸗

chichte ausgeben und als solche benutzen wollen. Die wahre, und lange noch nicht erschoͤpfte Quelle fuͤr die Geschichte des Deutschen Ordens und des Landes Preußen ist das geheime Archiv; auch zur Geschichte der Bisthuͤmer bewahrt dasselbe sehr reiche Materialien. So weit Voigt's vortreffliches und erschoͤpfendes Werk reicht 677 1407), ist darin allerdings auch diesem Gegenstande die noͤthige ufmerksamkeit gewidmet, und umsichtig haben die wuͤrdigen Ver⸗ fasser die gediegenen Vorarbeiten in dieser Hinsicht, neben ihren ei⸗ süühen ergaͤnzenden Forschungen, benutzt und dankbar gewuͤrdigt. on den ersten Jahren des funfzehnten Jahrhunderts ab verließ sie aber diese Quelle, und fuͤr den Zanzen folgenden Zeitraum, bis auf ie Reformation, mußte die Geschichte des Bisthums Samland zum ersten Male aus den Quellen, das ist aus den Urkunden des geheimen Archivs, erforscht und abgehandelt werden. Der Herr Herausgeber der ersten, geschichtlichen Abthei⸗ lung ruͤhmt guͤtig (Vorrede S. VII.) die Bereitwilligkeit, mit welcher der Direktor des geheimen Archivs, Herr Professor ꝛc. Dr. Voigt, und der Unterschriebene seine Forscha durch ur⸗ kundliche Mittheilungen unterstuͤtzt haben. Als vieljaͤhriger Beamter, also auch Kenner des Archivs, glaubt der Unter⸗ chriebene, das Urtheil sich erlauben zu duͤrfen, daß nun ten und urkundliche Geschichte des vorzuͤglich merkwuͤrdigen und interessanten Bisthums Samland, und also ein wahrhaft unentbehrliches Werk fuͤr die Preu⸗ bische Kirchengeschichte vorliege. Die merkwuͤrdigsten Urkunden sind

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uͤberall quf das getreueste copirt, theils vollstaͤndig, theils in den zweckdien⸗ lichsten Auszuͤgen, unter den Tert der Beschreibun aufgenommen; Briefschaften, Copiarien, Registranten des Archivs, snd uͤberall nach Fach (Schieblade), Nummer, Seitenzahl ꝛc. angefuͤhrt, damit kuͤnf⸗ tigen Forschern jederzeit die Quellen zu Gebote stehen koͤnnen. Von achtzehn Bischoͤfen von Samland bis auf die Zeiten der Reformation hat der angestrengte Fleiß und Eifer des Herrn Ver⸗ fassers die merkwuͤrdigsten Lebens⸗Umstaͤnde erforscht, ihre Theil⸗ nahme an den öͤffentlichen Angelegenheiten des Ordens und die kirchlichen Verhaͤltnisse ihres Bisthums geschildert, die Chronologie genau bestimmt, die Irrthuͤmer seiner Vorgaͤnger beleuchtet und be⸗ richtigt. Simon Grunau und Leo sind, wie billig, nur angefuͤhrt, insofern sie mit andern gleichzeitigen Nachrichten und zuverlaͤssigern Chronikern uͤbereinstimmen; sonst sind ihre Ueberlieferungen nur be⸗ nutzt, um sie zu widerlegen und ihre Falschheit darzustellen. Hart⸗ Fech s Arnold erscheinen nun in dieser Beziehung, wenigstens fuͤr die Ordenszeit, ohne historischen Wertb.

Aus Urkunden des Archivs und Voigt'’s Geschichte ist das Leben der drei ersten Samlaͤndischen Bischoͤfe vor Johannes I.: Heinrich'sl. von Strittberg, von 1255 bis um 1274, Christian's von Muͤhlhausen, von 1276 bis 1294, und Siegfried's von Rein⸗ stein, von 1295 bis gegen 1318, entwickelt und beschrieben. Die Verdienste des ehrwuͤrdigen Bischofs und Stifters des Doms, Johannes I. Clare, von 1320 bis 1344, sind umstaͤndlich, und mit vielen Urkunden belegt, geschildert; unerlaͤßlich war es hierbei auch, des edlen Hochmeisters, Herzogs Luther von Braun⸗ schweig, der den Bischof durch reiche Spenden zur Erbauung des Doms unterstuͤtzte, der im Dome selbst starb und sein Begraͤbniß darin erhielt, ehrenvolles Andenken dankbar zu erneuern.

Was Johannes des Ersten Nachfolger, Jacobus, von 1345 bis 1358, Bartholomäaͤus, von 1359 bis 1378, fuͤr die Erweite⸗ rung des kirchlichen Lebens und fuͤr die hee der Landbewohner, Dieterich I. Tylo, von 1379 bis 1386, fuͤr die Verbesserung des Schulwesens in Koͤnigsberg, thaten, ist verdientermaßen ruͤhmend erwaͤhnt. Von Heinrich II. Kubal, von 1387 bis 1395, Hein⸗ rich III. von Seefeld, von 1395 bis 1414, dessen Leben und Re⸗ gr c in die Zeit der ungluͤcklichen Tannenberger Schlacht fiel, ind die merkwuͤrdigsten Lebens⸗Umstaͤnde ausgehoben und geschil⸗ dert. Die bisherige Reihe hoͤchst wuͤrdiger und verdienter Bischoͤfe unterbricht nunmehr Heinrich IV. von Schauenburg, von 1415 bis 1416, nicht erfreulich. Er brachte das Bisthum in große Schul⸗ den, starb aber schon nach einem Jahre. Johannes II. von Sal⸗ feld ward sein wiederum wuͤrdigerer Nachfolger, von 1417 bis 1425. Diesem folgte Michael Junge, von 1425 bis 1441. Noch reichhalttger als fruͤher fließen von hier ab die Quellen des gehei⸗ men Archivs fuͤr die Geschichte des Bisthums Samland, und mit Umsicht hat der wuͤrdige Herr Verfasser das Erheblichste fuͤr seinen Zweck benutzt. Michael's Nachfolger, Ricolaus von Schoͤneck, von 14422 bis 1470 erlebte und uͤberlebte wäͤh⸗ rend seiner siebenundzwanzigjaͤhrigen Amtsfuͤhrung die ungluͤck⸗ liche Zeit des dreizehnjaͤhrigen Krieges. Seine friedlichen und vertraͤglichen Verhaͤltnisse mit dem Hochmeister Ludwig von Erlichshausen, seine von Rom ausgehende unverdiente Anschul⸗ digung, den Bund der Preußischen Staͤdte und Ritterschaft gegen den Orden behech get zu haben, die deshalb erlittenen Unannehm⸗ lichkeiten ꝛc. sind nach den daruͤber vorhandenen Urkunden und Brief⸗ schaften dargestellt.

Auf ihn folgte Dieterich II. Cuba, von 1470 hbis 1474, dessen ungluͤcklichen Verhaͤltnisse zu dem Hochmeister Heinrich von Richten⸗ berg seinen grausamen Lungertod im Kerker zu Tapiau zur Folge hatten. Nur aus unzuverlaͤssigen Chroniken war bisher sein trauri⸗ ges Schicksal bekannt und daher in eine truͤbe Dunkelheit gehuͤllt. Sichere Umstaͤnde seines Lebens und Todes sind nunmehr aus den Quellen, naͤmlich den Urkunden des geheimen Archivs, an das Licht gezogen, in historischer Wahrheit ist sein Prozeß geschildert und er⸗ wiesen, daß sein gewaltsamer Tod von dem Hochmeister durch das Vorgeben, Dieterich sey eines ploͤtzlichen natuͤrlichen Todes an der Pest gestorben, ungeglaubt von den Zeitgenossen, beschoͤniget wurde.

Auch fuͤr das Leben der naͤchsten Bischoͤfe, Johannes III. Rehwinkel, von 1474 bis 1497, Nikolaus II. Kreuder, von 1497

bis 1503, Paul von Wath von 1503 bis 1505, und Guͤnther

von Buͤnau, von 1505 bis 1518, hat iegi g Archiv so wich⸗ tige, als sorgsam benutzte Materialten gellefert, wodurch die bis⸗ herige verworrene Chronologie dieser Bischoͤfe und andere Irrthuͤ⸗ mer berichtiget sind. Zunehmendes Sittenverderbniß der Mitglie⸗ der des Ordens sowohl, als der Geistlichkeit fuͤhrten jenen seinem Untergange, diese der Reformation entgegen. Mit dem Jahre 1519 begann der Bischof Georg von Polentz, der Held der Reforma⸗ tion in Preußen, von Luther selbst geschaͤtzt und geehrt, seine segensreiche Wirksamkeit. Zwei fruͤhere Lebensbeschreibungen des merkwuͤrdigen Mannes, von Dr. Boͤckel und Kons. Rath und Prof. Dr. Rhbesa, erhalten hier aus den Quellen des geheimen Archivs vielfache Er⸗ Hünzungen und zum Theil Seine freundschaft⸗ ichen Verhaͤltnisse zu dem Hochmeister, Markgrafen Albrecht, die Aemter, welche er, vor dem Bischoͤflichen, im Orden bekleidete, die haͤufigen Reisen und wichtigen Geschaͤfte, welche ihn als Gesandten in des Ordens Angelegenheiten an die Hoͤfe anderer Fuͤrsten fuͤhrten, seine Erhebung zur Bischoͤflichen Wuͤrde nach Guͤnther von Buͤnau's Ableben, seine Thaͤtigkeit in dem bald darnach ausbrechenden Kriege des Ordens gegen Polen in den Jahren 1520 und 1521, seine Wirk⸗ samkeit als Regent des Landes waͤbrend der Abwesenheit des Hoch⸗ meisters von 1522 bis 1524, insbesondere zur Beguͤnstigung der Re⸗ formation; alle diese Umstaͤnde, verbunden mit einer möglschst voll⸗ staͤndigen Darstellung der Einfuͤhrung der Reformation im Herzog⸗ thum Preußen, sind von dem Herrn Verfasser theils ganz neu zum ersten Male beschrieben, theils aus schon gedruckten Sammlungen 99 Preußischen Geschichte, mit Geist und Gefuͤhl zu einem erhe⸗ enden Bilde zusammengestellt. Auch fuͤr das weitere Leben Georg's von Polentz, als ersten evangelischen Bischofs, uͤber seine Thaͤtigkeit in diesem veraͤnderten Wirkungskreise, uͤber die neuen kirchlichen Einrichtungen damaliger Zeit, uͤber die Gunst, in welcher er bis an sein Lebensende (1550) bet dem Herzoge Albrecht stand, sind viele neue merkwuͤrdige Umstaͤnde beigebracht.

An ihn schließen sich nunmehr kuͤrzer behandelte Nachrichten von den Pfarrherren bei der Domkirche nach den Zeiten der Refor⸗ mation, von Johann Brismann, Jacob Muͤller oder Moͤller, Peter Hegemon ꝛc., bis auf den Herrn Verfasser des Werkes an, wobet auch Gelegenheit gewesen ist, des noch im sechzehnten und siebenzehnten Jabrbundert stattgefundenen theologischen Gezaͤnkes, der Streitig⸗ keiten Moͤrlin's, Osiander's, Morgenstern’'s, Heshusius ꝛc., genuͤgend zu erwaͤhnen. Sodann folgt die Reihe der Diakonen bet der Domkirche bis auf die jetzige Zeit.

Den Beschluß macht die neuere Geschichte der Domkirche, naͤmlich die Darstellung dessen, was unser ehrwuͤrdiger und geliebter Koͤnig fuͤr die Instandsetzung und Ausschmuͤckung des Doms mit S. Huld und Liberalitaͤt gethan hat, und bis auf die neueste

eit mit frommem Sinne zu thun nicht muͤde geworden; die Be⸗ schreibung des oben gedachten fuͤnfhundertiaͤhrigen Jubilaͤums der Domkirche; eine Nachricht von der Gruͤndung der Domkirchschule, und endlich noch eine kurze Nachricht von der Anwesenheit Seiner Majestaͤt des Koͤnigs, der Prinzen und Prinzessinnen des Koͤniglichen Hauses in der Domkirche im Sommer des Jahres 1834.

Diese fluͤchtige Skizze der uͤberaus reichhaltigen ersten ge⸗ schichtlichen Abtheilung wird genuͤgen, um den großen und bleibenden Werth derselben zu bezeichnen. Schreibart und Ausdruck sind dem religibsen Ge enstande und der Darstellung eines geist⸗ lichen Lebens immer wuͤrdig gehalten, und der, der Geburt nach uns nicht angehoͤrende Herr Bevfasfer hat nicht nur die Geschichte seines neuen Heimathlandes mit unverkennbarer Liebe behandelt, sondern es auch tief empfunden und lebhaft ausgedruͤckt, welche Wohlthaten insbesondere sein geliebtes Gotteshaus und die ihm theure Domgemeinde der landesvaͤterlichen Huld Friedrich Wil⸗ helms des Dritten zu verdanken hat.

* 8 8

Der Herr Verfasser der zweiten, kunstgeschichtlichen

tiget, Bezug genommen.

Frankfurt a. M. WZ.

Sonntag,

Abtheilung, fuͤr welche die Quellen des geheimen Archivg weit sparsamer flossen, mit desto groͤßerer Anstrengung also aufgesucht, mit Geschick und gluͤcklicher Combination zusammengestellt und uͤberhaupt mit wenigen Huͤlfsmitteln Viel geleistet ist, liefert faens allgemeine Rachrich

sind,

ichten uͤber die Kunst des Deutschen Ordens n Preußen, vornehmlich uͤber den aͤltesten Kirchenbau im Sam⸗

lande, handelt sodann von den drei Samlaͤndischen Dombauen im und geht hierauf zur Beschreibung der Domkirche m Kneipho Architektur, Malerei, Bildnerei sind auf das genaueste erforscht 2nt heseceben; vor Allem ist auf das fruͤher wenig beachtete

nkma seite der Fuͤrstengruft und dessen hohen Kunstwerth aufmerk⸗ sam gemacht.

und ihrer vornehmsten Kunstwerke uͤber. Ibre

des Markgrafen Albrecht an der Ost⸗ n gema Insoweit es zu ermitteln gewesen, ist zugleich auf die Kuͤnstler, welche die bemerkenswerthesten Hentmale' verfer⸗ iernaͤchst folgt eine Beschreibung der Grabgewoͤlbe, Grabmaͤler, Leichensteine und Saͤrge, mit Angabe der

Inschriften; und die von mehreren der letztern in Lateinischer

Sprache von dem Herrn Verfasser gelieferten metrischen Uebertra⸗ gungen in die Deutsche Sprache werden gewiß die Leser, darunter auch hoffentlich Frauen und Jungfrauen, als eine uͤberaus anspre⸗ chende Gabe seines Dichtertalents erfreuen. „Auch noch verschiedene andere Gegenstaͤnde der Domkirche, als: die Glocken, Altar, Taufe, Kanzel, Orgel, Choͤre, Stuͤhle, Biblio⸗ theken, Kirchengeraͤthe u. s. w. sind nicht vergessen, und so stehet denn auch in dieser Beziehung ein vollendetes Bild des ganzen er⸗ habenen Domgebaͤudes da; durch acht lithographirte Abbildungen versinnlicht, worunter besonders die Innere Ansicht des Doms und der Fuͤrstengruft, nach dem Gemaͤlde, welches Seine Ma⸗ jestaͤt der Koͤnig durch den Professor und Direktor der Kunstschule in Danzig, Herrn J. C. Schultz, anfertigen zu lassen geruhet, sich auszeichnet, und eine andere von dem obenerwaͤhnten kunstvollen Denkmale des Markgrafen Albrecht ein getreues Bild giebt.

Je mehr nun dieses Werk die verdiente Anerkennung finden, und durch dessen weite Verbreitung fuͤr den wohlthaͤtigen Zweck, zu welchem die Herausgabe unternommen und der Ertrag bestimmt ist, gewonnen werden wird, um desto mehr werden die verdienten Herren Verfasser sich fuͤr die große Anstrengung, mit welcher sie der Bearbeitung desselben sich unterzogen haben, belohnt fuͤhlen. Druck und Papter 819 hiesigen Hartungschen Hofbuchdruckerei) sind vortrefflich, die lithographischen Abbildungen (auf großem Royal⸗Folio) einer Koͤniglichen Anstalt wuͤrdig; der Preis (das voll⸗ staͤndige Werk mit den Abbilduygen kostet 5 Rthlr. 20 Sgr., der 1 Fehr⸗ 50 ¾ Bogen, ohne Abbildungen, 2 Rthlr. 15 Sgr.) uͤber⸗ aus maͤßig.

Koͤnigsberg in Preußen. R. Faber,

SGSGeheimer Archivar.

Meteorologische Beobachtung.

1835. Morgens Nachmitt. Abends] Nach einmaliger 1. Mai. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

gusenfce .333,8 DIer 332, 49 1 332, 8 5 8n Quellwärme 6,2 ° R. Luftwaͤrme 8,9 +†f 16,4 °R. + 8,8 °R. 8 Iateneügae. 4, ° R. + 2,0 R. + 4,1 °R Flußwärme 9,1 °R. Dunstsaͤttg 72 „Ct. 32 pCt. 68 pCt. Wetter.. truͤbe. heiter. halbheiter. Wind.. SSO. SSO. SO. Wolkenzug SSO.

Tagesmittel: 332,92 , Par. 11,4°R...

Bodenwärme 8,s6 °R. Ausdünst. 0,08 1 ‧Rh. Niederschlag 0, 0 0 2 Rh. 3,1 °R. 57 p Ct.

Berliner Börse. u“ Den 2. Mai 1835. Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufz. Cour.)

[Z2rf, Erieffdzeld. [EZIf. Erieflwzeld.

St.-Schuld-Sch.]ß4 101„2100, Ostpr. Pfandbr. 4 [102 Pr. Engl. Obl. 30. 4 99 ½ j 98¾ Pomm. do. 4 [107 [106 ½ Praim. Sch. d. Seeh.]/ [65 ½ 65 Kur- u. Neum. do.]/ 4 102 ½ Kurm. Obl. m. l. C.] 4 101 [Schlesische do. 4 Neum. Int. Sch. do. 4 100 ½¾ Berl. Stadt-Obl. 4 101 Königsb. do. 4 98 ¾

à2

4

14

Rkst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N.

Gold al marco

Elbing. do. 99 ½ Neue Duk. . . .

Danz. do. in Th. 39 ½ Westpr. Pfandbr. 102 101 ¾ Friedrichsd'or. Grosshz. Pos. do. [102 Disconto

Wechsel-Cours.“

nmennrneennnresen. Preuss. Coutr. Erief.] Geld.

Amsterdam .. .. ...... 250 Fl. 142 ½ II1111616“X“ 250 Fl. [2 Mt. 141¾ Hamburg 300 Mk. Kurz 151 dito 300 Mk. [2 Mt. 151¼ London 1 LSt. 3 Mt. 6 25 ¾ Paris 2 Mt. 80 14* [2 Mt. 104 ½ 2 Mt. 103 ¾ 2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 Woch. Kurz

Augsburg Breslau Leipzig

100 Thl. 100 Thl. 103 ¼ 103

Petersburg

Warschau

Auswärtige Börsen.

. 8 Amsterdam, 27. April. 8 8

Niederl. wirkl. Schuld 56 ¼ ½. 5 9 do. 102 ½¼. Ausg. Schuld 12*21..

Kanz-Bill. 26 r. 4½8 Amort. 95 ¾. 3 ½ 6 80 9r. Russ. 99 ½. Oesterr.

99 ¼6. Preuss. Präm.-Scheine 115 ¾. do. 49 Anl. —. Span. 5 50 ½. 38 314.

St. Petersburg, 25. April. Lond. 10 . Hamburg 92.. Silber-RKub. 357 ⅞.

(1831 u. 32) 90 ½.

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonntag, 3. Mai. Im Opernhause: Auf Befehl: Ro⸗ bert der Teufel, Oper in 5 Abth., mit Ballets. Musik von J. Meyerbeer.

Im Schauspielhause: Des Goldschmieds Toͤchterlein, Alt⸗ deutsches Sitten⸗Gemaͤlde in 2 Abth., von C. Blum. Hierauf: Die Novize, Lustspiel in 1 Akt, von C. Blum. (Dlle. Helene Muͤgge, Schuͤlerin der Mad. Crelinger: Therese.) Und: Zum er⸗ stenmale: Die Verraͤtherin, Original⸗Lustspiel in 1 Akt, von F. v. Holbein.

Montag, 4. Mai. Im Schauspielhause: Die ungluͤckliche Ehe aus Delikatesse, Lustspiel in 4 Abth., von Schroͤder. (Hr. Seydelmann: den Grafen Klingsberg, als Gastrolle.)

Dienstag, 5. Mai. Im Opernhause: Figaro's Hochzeit, Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musik von Mozart. (Dlle. Ste⸗ phan, die Graͤfin, als Gastrolle.) .“

Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.

Koͤnigstaͤdtisches Theater. 8 2 3. Mai. Der Gloͤckner von Notre⸗Dame, ro⸗ mantisches Drama in 6 Tableaux,

58 loscript.

Musik von Auber. Fuͤr die Deutsche Buͤhne bea

E

von Charlotte Birch⸗Pfeiffer. Montag, 4. Mai. Lestocq, oder: Intrigue und Liebe, Oper

in 4 Akten. J - I e

beitet vom Freiherrn von Lichtenstinnrn.