1835 / 123 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

111“

Dienstag 5. Mai. Posse mit Gesang in 2 Akten. spiel in 1 Akt.

Die Reise des Koͤnigs nach Bordeaux soll jetzt auf die ersten Tage des Monats August festgesetzt seyn. ompiegne und St. Es heißt, es sey die Absicht des Koͤnigs, im Anfang September von Bordeaux nach Paris zuruͤckzukom⸗ men, um sich dann sogleich nach den beiden Uebungslagern zu

Paris, 26. April.

Um diese Zeit werden auch die Lager von Omer gebildet werden.

begeben.

abreisen, sobald er von der Regierung der Verein

abberufen worden ist. Kan spricht von der baldigen Abreise des Gen

nach den Vereinigten Staaten Amerika's. Sein

confidentieller Natur; doch hat sie, wie man uns versichert, auf

„Es hieß gestern Abend, Marschall Maison habe das Kriegs⸗Ministerium ange⸗

den 25 Millionen⸗Vertrag Bezug. Das Journal du Commerce sagt:

nommen.“

Man glaubt nicht, daß der vor dem Pairshofe schwebende Prozeß bis zu der Juli⸗Feier werde beendigt seyn koͤnnen. Von der Feier der diesmaligen Juli⸗Tage verspricht man sich nicht sehr viel, obwohl die Minister in diesem Jahre 50,000 Fr. mehr

verlangt haben, als sie im vorigen erhalten.

Gestern Abend um 7 Uhr wurden alle Lyoner April⸗Gefan⸗ genen aus der Conciergerie in das Gefaͤngniß des Luxembourg

gebracht.

die in dem zuschicken.

Die Barreaus von la Chadre, Argentau und Lisieux haben nun auch gegen die Verordnung vom 30. Maͤrz protestirt.

Herr Laffitte hat sich endlich mit der Bank v arrangirt. Die Civil⸗Liste soll 1,200,000 Fr. herg um dieses Abkommen zu Stande zu bringen.

Herr Royer Collard wollte gestern einen neuen Versuch mit

seiner Vorlesung machen. Er fiel aber nicht gluͤckl

das letztemal.

Julerl die Putzmacherin parodirende Vorher: Der Hagelschlag, Lust⸗

Herr Livingston wird, wie es heißt, erst dann von Paris

Erst gestern hat man damit angefangen, den 1400 Zeugen, pril⸗Prozesse auftreten sollen, ihre Bedingungen zu⸗

* 8

igten Staaten

erals Bernard e Mission ist

on Frankreich egeben haben,

icher aus, als

8 1 8 8 1.“ 500 v sich die Universitaͤts⸗Behoͤrde

nun zu Maßregeln genoͤthigt sehen werde, denen er sich stets widersetzt habe, und fuͤr die er nicht verantwortlich sey.

Nach einem Schreiben aus Toulon vom Losten sollte das vom Admiral Massieu befehligte Geschwader am 26sten d. von den Hyerischen Inseln wieder nach Toulon zuruͤckkehren.

m Journal de Paris liest man: „Die Regierung hat gestern keine offizielle Depesche erhalten. Allein Briefe vom Llsten, die Glauben verdienen, widersprechen der Nachricht von dem Falle Bergara's, welche die Karlisten zu verbreiten gesucht S. Der Phare von Bayonne vom 2lsten hat nur

achrichten vom 1Aten und 15ten uͤber die Vorfaͤlle bei Ber⸗ gara. „An beiden Tagen“, heißt es darin, „griff Zumalacarre⸗ guy mit 10 Bataillonen und 4 Geschuͤtzen die Garni⸗ son von Bergara an; 150 Granaten und fast eben so viele Kugeln wurden in den Platz geworfen. Die Ein⸗ wohner, die Urbanos und die Soldaten der Garnison leisteten einen tuͤchtigen Widerstand. Einige Karlisten⸗Compag⸗ nieen bemaͤchtigten sich der Redouten und setzten sich in den Besitz der zunaͤchst gelegenen Haͤuser.“ So weit gehen die Berichte des Phare. Das Journal des Doöbats giebt eine weitlaͤufige topographische Beschreibung von dem kleinen Flek⸗ ken Bergara. Es meint, wenn sich auch die Karlisten schon einiger Haͤuser des Staͤdtchens bemaͤchtigt haͤtten, so habe dies doch nichts zu bedeuten, da die Citadelle oder das befestigte Haus, worin sich die Garnison selbst befinde, einen Buͤchsenschuß von der Stadt entfernt sey: so viel scheint aber nach Obigem doch ausgemacht, daß Bergara am 14. und 15. April einen starken Angriff aushielt, jedoch ohne sich zu ergeben. Die Bewegungen des General Valdez hatten eis geßn 18. April noch zu keiner entscheidenden Waffenthat efuͤhrt. 868 Ueöen at hier Nachrichten aus Madrid vom 18. April. Nach der Madrider Hof⸗Zeitung vom 15ten hat die ver⸗ wittwete Koͤnigin das Entlassungs⸗Gesuch Mina's angenommen, wie schwer es ihr auch gefallen, sich seiner Dienste beraubt zu sehen. Ein Mittelweg, den Herr Martinez de la Rosa aufge⸗ funden hat, wird die Erledigung der Diskussion uͤber die Schuld erleichtern. Er bezieht sich auf die National-Guͤter, deren Re⸗ stitution, dem Prinzipe nach, wenigstens die Haͤlfte der Kammer verlangt hatte. Man ist nun uͤbereingekommen, zu beschlie⸗ ßen, daß die aus ihrem Besitz vertriebenen Erwerber die von ih⸗ nen gekauften Guͤter wieder erhalten sollen, sobald sie es verlan⸗

Ehe er den Katheder verließ, zeigte er an, daß] gen, daß es ihnen aber freigestellt bleiben soll, die Summen,

die sie zu jenen Kaͤufen im Jahre 1823 verwandten, in oͤffent⸗ lichen Effekten zuruͤckzuerhalten. Da nun der Werth die, ses Papieres bedeutend gestiegen, so ist es wahrscheinlich daß die meisten Erwerber von National⸗Guͤtern diese Ent, schaͤdigungsweise vorziehen werden. Dies ist das letzte wich tige Gesetz, welches das Ministerium den Cortes waͤhrend der gegenwaͤrtigen Session vorzulegen beabsichtigte, und da nun die Proceres sich mit dem Budget zu beschaͤftigen angefangen haben so laͤßt sich annehmen, daß diese erste und lange Session in Laufe des Monats Mai wird geschlossen seyn koͤnnen. Die Abdankung des Ministeriums Peel hat in Madrid groß⸗ Freude verursacht. Man glaubt dort, daß die Mission Lord Elliot's bei Don Carlos kein Resultat haben werde Nach einem in den Archiven des Kriegs⸗Ministeriums befind lichen Verzeichnisse besteht der Generalstab der Spanischen A,

mee aus 7 General⸗Capitainen, 72 General⸗Lieutenants, 144 Ge,

neral⸗Majors und 372 Brigadiers. In der finanziellen Wel spricht man von einem Zusatz⸗Artikel zu dem Gesetz⸗ Entwurfe uͤber die innere Schuld. Dieser Artikel wuͤrde zu Gunsten der ausgesetzten Schuld, die in Paris votirt wird, lauten. I dieses Geruͤcht gegruͤndet, so werden die Inhaber dem Herrn von Rayneval, der nichts versaͤumt, um ihre Lage zu ver⸗ bessern, großen Dank schuldig seyn. In einigen Zirkeln heißt es, der Spanische Botschafter in London werde durch Herm Augustin Arguelles ersetzt werden. Man glaubt, daß es der Behoͤrde leicht und bald gelingen wird, die Insurrertior⸗ in To ledo und La Mancha zu bekaͤmpfen. Die Bewegungen, die an meisten beunruhigen, ünd jene, die in Catalonien und den ane graͤnzenden Dorfschaften Aragoniens ausgebrochen sind. Der General⸗Capitain von Catalonien ist auf dem Marsche gegen oi Insurgenten, die in seiner Provinz zum Vorschein gekommen sind,

Frankfurt a. M., 29. April. Oesterr. 5proc. Metnl. 102 1⅛. 102 ¼. 4proc. 97 ¾. 97, z. 2 proc. 57 ¼. B. Iproc. 259 Br. Bank⸗Actien 1620. 1618. Part.⸗Obl. 141. 140 ½⅞. Loose zu 100 G. 213 ½. Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 65 ½. 65. do. 4proc.

nl. 97 ¼. G. Holl. 5proc. Obl. von 1832 101 ½. 101 ½. Poln. Shsst g B. 5proc. Span. Rente 48 ¼. 48 ¾, 3proc. do. pery.

FümmereEeen r

Alllgemeiner Anzeiger fuͤ

Bekanntmachungen.

Auszugg.

Alle diejenigen, welche an die Verlassenschaft des im Juni 1833 mit Tode abgegangenen Paͤchters Carl Heinrich Fock und namentlich an die von demselben hinterlassene Pachtung des auf Ruͤgen belegenen Guts Ruschvitz, rechtsbegruͤndete Forderungen und Anspruͤche haben, werden, unter ö auf die den Stral⸗ sundischen Zeitungen ausfuͤhrlich inserirten Proecla⸗ men, hiemit geladen, solche am 9. oder 30. Mai, oder aber am 19 Funi d. J., Morgens 10 Uhr, vor dem Koͤniglichen Hofgericht gehörig anzumelden und nach⸗ zuweisen, bei Strafe der Praͤclusion, welche in ter⸗ mino den 9. Juli c. im widrigen gegen sie erkannt und vollzogen werden wird.

Datum Greifswald, den 11. April 1835. Koͤnigl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Ruͤgen.

(L. S.) von Moͤller, Praeses.

Offener Arrest.

Nachdem uͤber das Vermoͤgen der hiesigen Hand⸗ schuhfabrikanten Auchner und Hirsch unter dem ge⸗ strigen Tage der Konkurs eroͤffnet worden ist, so wird Allen und Jeden, welche sowohl von der unter der Firma: Auchner, oder auch Auchner und Hirsch bis her bestandenen Compagnie⸗Handelung und deren In⸗

aber, als auch von einem dieser Gemeinschuldner an privativem Vermoͤgen etwas an Gelde, Effecten und Briefschaften hinter sich haben, hierdurch aufgegeben, denselben nicht das Mindeste davon verabfolgen zu lassen, vielmehr solches dem nssent eiteisn Gerichte scoofort treulich anzuzeigen, und diese Gelder oder Sachen, jedoch mit Vorbehalt der ihnen daran zuste⸗

henden Rechte in unser Depositorium abzuliefern; vidrigenfalls die demnach erfolgte Ausantwortung an die Handlung oder einen der Gemeinschuldner fuͤr nicht geschehen erachtet, und die Schuld zum Besten der Masse anderweit beigetrieben werden wird.

Wenn aber die Inhaber solcher Gelder und Sachen dieselben gar verschweigen, oder zuruͤckbehalten soll⸗ ten, so werden sie außerdem der ihnen daran zuste⸗ henden Unterpfands⸗ oder anderer Rechte fuͤr ver⸗

Lustig erklaͤrt werden.

Halberstadt, den 8. April 1835. , Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

Bekanntmachung. Das im Großherzogthum Posen in dessen Birn⸗

baumer Kreise gelegene, dem Kreisrath George Ste⸗ 1

phan v. Unruh gehdrige, auf 45,004 Thlr. 17 sgr. abgeschaͤtzte adelige Gut Schweinert (Swinary) nebst Zubehoͤr soll nuf den Antrag der Glaͤubiger im Wege der Execution öffrntlich an den Meistbietenden ver⸗ kauft werden. Hiezu ist der peremtorische Bietungs⸗ Termin auf

18n lä. an hiesiger Gerichtsstelle anberaumt, wozu wir besitz⸗ faͤhige Kaͤufer einladen. .

Die Taxe und die Kaufbedingungen, so wie der neueste Hypothekenschein koͤnnen in unserer Registra⸗ tur zu jederhschicklichen Zeit eingesehen werden.

Meseritz, den 20. November 1834.

Koͤnigl. Preuß. Landgericht.

1“

Edietal⸗Ladung.

Den geschehenen Antraͤgen gemag⸗ werden von dem unterzeichneten Koͤnigl Saͤchs. Gericht zu Lommatzsch! 1) nachbenannte abwesende Personen, welche seit mehr als 20 Jahren von ihrer Abwesenheit an⸗ gerechnet, von ihrem Leben und Aufenthalt, ih⸗ rren Angehdrigen keine Nachricht gegeben ha⸗

so wie

Dezbr. ligen h

ur

krank g

bereits

hier, w

wolle,

musicus wei

Berechtigte,

hierdurch geladen,

den

vor uns an hiesiger Gerichtsstelle zu erscheinen und resp. sich und ihre Anspruͤche bei Strafe des Aus⸗ schlusses und bei Verlust, sowohl als der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, auch was die obgedachten drei Abwesenden betrifft, unter der besondern Verwarnung, daß sie im Fall ihres Außenbleibens fuͤr todt werden erklaͤrt und ihr Ver⸗ moͤgen den sich meldenden Erben oder Glaͤubigern werde ausgefolgt werden, anzumelden, ihre angemel⸗ deten Anspruͤche zu bescheinigen, daruͤber rechtlich zu verfahren, die Verfahren bis zum 8. September die⸗ ses Jahres abzuschließen, sodann aber den 11. September dieses Jahres den bekannt zu machenden Ausschließungs⸗Bescheid anzuhdͤren, den 25sten desselben Monats zur Guͤtepflegung sich einzufinden, und Dezember dieses der Verkuͤndigung des einzuholenden Ürtels oder des u ertheilenden Gerichtsbeschrids, wozu die Bethei⸗ igten sub poena publicati ebenfalls geladen werden, gewaͤrtig zu seyn. Lommatzsch in Sachsen, den 20. Januar. 1835. Koͤnigl. Saͤch

den 1.

Geri Auf ehrerbietig

ertinentiis

zumelden, sub p unter Auferlegun

8 Fohann Gottlob Kriebsch, Baͤcker⸗Geselle aus Lommatzsch, gehoren guda den 22.

1) alle diejeni

Kriebschs, welcher im Jahr 1811 von hier aaus auf die Wanderschaft gegangen, im Jahr 1812 bei der Koͤnigl. Saͤchs. Feld⸗

Baͤckerei sich engagirt, als solcher dem Feldzuge nach Rußland beigewohnt und

808 des Ruͤckzugs der Franzosen von dort, in einem Lazarethe zu Warschau

b) Cbristian Gottlob Piltz, Seifensteder von hier, geboren den 27. Maͤrz 1764, welcher

gen ist und sich damals bei den Preußi⸗ schen Truppen engagirt haben soll; c) Johann Gottlob Mietzsch, Tischler von

ren von Hamburg aus die Nachricht an⸗ her gegeben, daß er sich dort etabliren

2 8 diejenigen, welche an deren Vermoͤgen aus ekeei8nnem Erbrechte oder anderm Rechtsgrunde Anspruͤche haben; 2) die unbekannten Erben der am 22. Januar 1807 hier verstorbenen Johannen Sophien Teupel, einer Tochter des vormaligen hiesigen Stadt⸗

deren Nachlaß in 12 Thlr. 12 gr. Termingelder nebst Verzugszinsen besteht, ingleichen deren* etwaige Glaͤubiger und sonstige Anspruchs⸗

Heinrich von Blumenthal zu Berlin, fuͤr sich und seine Bruͤder, werden alle diejenigen, welche an die von denselben verkauften, im ritterschaftlichen Amte Steavenhagen belegenen Guͤter Liepe und Adamsdorff

cum p Grunbe Anspruͤche und Forderungen zu haben ver⸗ meinen, peremtorie hiermit geladen:

am vier und zwanzigsten Juni d. J., Morgens um 10 ühr, auf hiesiger Großherzoglicher Justiz⸗Canzlei zu exscheinen, und solche ihre An⸗ spruͤche und Forderungen gehoͤrig und bestimmt an⸗

stets werden praͤcludirt und abgewiesen werden. Von dieser Meldungspflicht werden jedoch ausdruͤck⸗ lich hierdurch ausgenommen:

UL.

1792, der vierte Sohn des vorma⸗ iesigen Baͤckers Friedrich Gottlob

den, oder sonst

elegen hat;

tonii

seit 380 Jahren von hier fortgegan⸗ bensteuer;

elcher zuletzt vor mehr als 20 Jah⸗ und endlich

4)

ben und Erlegnisse.

und Raͤthe.

I. Hr. Johann Gottfried Teupels, (L. S.)

die Preußischen Staat

rungen in dem, Zwecks Niederlegung eines Hy⸗ pothekenbuchs bei Großherzoglicher Hypotheken⸗ behoͤrde eingereichten, und von derselben corro⸗ borirten Postenzettel richtig verzeichnet gefun⸗ ihre Forderungen bei gedachter Behoͤrde angemeldet haben, sowohl ruͤcksichtlich der Kapitalien, als auch wegen der seit Ter⸗ mino Antonii d. J. laufenden Zinsen;

der engere Ausschuß von Ritter⸗ und Land⸗ schaft zu Rostock wegen aller seit Termino An- d. J. exclusive faͤllig gewordenen oder noch faͤllig werdenden oͤffentlichen Abgaben und wegen etwaniger Monituren hinsichtlich der Ne⸗

das ritterschaftliche Amt Stavenhagen wegen aller seit Jermino Antonii d. J. faͤllig gewor denen oder noch faͤllig werdenden Amtsanlagen,

die Kirche, Pfarre und Kuͤsterei zu Peccatel wegen der seit Termino Antonii d JF. faͤllig gewordenen oder noch faͤllig werdenden Abga⸗

Gegeben Guͤstrow, den 21. Maͤrz 1835 Großherzoglich Mecklenburgsche, zur Justiz⸗Canzlei Allerhoͤchstverordnete Direktor, Vice⸗Direktor

G. Brandt. 8

en.

Encyklopaͤdie der vorzuͤglichsten Lehren, Vor⸗ schriften und Mittel zur Erhaltung des Lebens und der Gesundheit der Menschen und der nutz⸗ bgren Thiere, sowie zur Conservirung aller fütz die Beduͤrfnisse, die Bequemlichkeit und das Ver⸗ gnuͤgen der Menschen bestimmten Einrichtungen, Produkte und Waaren. Von mehreren Gelehr⸗ ten ausgearbeitet, Ate Lieferung (womit das ganse Werk nun beendigt). gr. 8vo. broschirt. 10 sgr.

Fuͤr die Besitzer der v. Kamptzschen Jahr⸗ buͤcher und Graͤff Sammlung Sb Verordnungen 8 ist so eben bei G. P Aderbojz in Breslau erschie⸗ nen und in allen Buchhandlungen zu haben: Vollstaͤndiges alphabetisches Sachregister der in den von Kamvtz schen Jahrbuͤchern fuͤr de Preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft u. Rechtz⸗ Verwaltung enthaltenen Verordnungen, Rescripte, Publikanda und Abhandlungen mit gleichzeitiger Hinweisung auf die sieben Baͤnde der von dem Justiz⸗Commissarius Graͤff herausgegebenen Sammlung der Verordnungen. Herausgegeben v. H. Graͤff. gr. 8vo. geh. 1 ½ Thlr.

9 A e i

n z 4. Augu st 1835, Im Verlage von Dun

ihrer Anspruͤche,

am Kdnigl. Cadetten⸗Corps

13 ½¼ Bogen. gr. 8vo. 15 sgr

Der erste Theil: Gesch in meher, Unterrichts⸗Anstalten Zeugniß fuͤr seine Brauchbarkeit. Pischon, F. A, Lehrbuch Jahres 1 Thlr. 15 sgr.

Deutschen Literatur. gabe gr. 8vo. 1834. 15 sgr.

s. Gericht allda.

chtliche Vorladung. st gehorsamsten Antrag des Grafen

aus irgend einem civilrechtlichen Gebildete uͤberhaupt.

1 1 prachtvollen Stahlstichen raejudicio pro omni. daß sie damit,

eines ewigen Stillschweigens, auf Die Gesammt⸗Naturle

gen Glaͤubiger, welche ihre Forde⸗

Literarische Anzeigen.

g e. b

J cker u. Humblot, Fran⸗

zoͤsische Straße Nr. 20a., ist so eben erschienen und

in allen Buchhandlungen zu haben:

Leitfaden zur allgemeinen Geschichte der Volker und Staaten, von F. A. Archidiakonus an der Nikolaikirche und Professor

in Berlin.

ter Theil: Geschichte des Mittelalters.

ichte des Alter⸗ thums, erschien 1832 und kostet 10 sgr.

Die bereits erfolgte Einfuͤhrung dieses Leitfadens

giebt wohl das beste

Ebendaselbst ist ferner erschienen:

der allgemeinen Ge⸗ schichte der Voͤlker und Stgaten; fuͤr Lehrer und zum Selbstunterricht bearbeitet. Theil: Geschichte des Alterthums. gr. 8vo. 1833.

Pischon, F. A., Leitfaden zur Geschichte der Zweite vermehrte Aus⸗

Nachstehende Fortsetzungen interessanter Werke sind von J. Scheible’s Verlags⸗Expedition in Leipzig so eben an alle Buchhandlungen versandt worden, (namentlich an E. S. Mittler in Berlin): Allgemeine Geschichte der neuesten Zeit scit Beendigung des großen Kampfes der europaͤtischen Maͤchte wider Napoleon Bonaparte bis auf unserer Tage, von Ernst Muͤnch. 25te Lieferung (womit 1 der fuͤnfte Baud dieses wichtigen Geschichtswerkes geschlossen). gr. 8vo. broschirt. Velinpapier. 6 sgr. Geschichte des deutschen Volkes und des deutschen Landes. Fuͤr Schule und Haus und Von Dr. K. W. Bbtti⸗ ger. Ate Lieferung (womit der erste Band die⸗ ses aus zwei Baͤnden bestehenden und mit acht ezierten Werkes ge⸗ schlossen ist. gr. 8vo. beschie i re füͤr das seine Lehrer. Von Dr. W. Pfaff. Mit vielen Abbildungen. 3te Lieferung. gr. 8vo. broschirt.

7 ½ sgr. 9 . Cohserygtions⸗Lerivgon fuͤr alle Stande. Eine

In Berlin vorraͤthig in der Stuhrschen Buch⸗ handlung, Schloßplat Nr. 2. n örschen Buch

In allen guten Buchhandlungen der Preuß. Mo⸗ narchie, in Berlin bei E. H. Schroͤder, Kdnigsst. Nr. 37, in Glogau in der Heymannschen Buch⸗ handlung ist vorraͤthig und zu haben: Das erste Heft von:

Preußens Vorzeit. oder historische Unterhaltungen, Gemaͤlde und Se⸗ gen der Vergangenheit, von Staͤdten, Burgen, Schliͤf b sern und Kloͤstern, . Biographien und Zuͤge aus dem Leben der 8 Herren, Ritter und Buͤrger. Im Verein mitmehrern Geschichtsfreunden

3 herausgegeben 48 von Dr. Fr. Reiche. Subseriptions⸗Preis fuͤr 6 Hefte jaͤhrlich, jedes mit

einem Kupfer⸗ oder Stahlstich 2 Thlr.

Das so eben erschienene, mit einem sehr schi⸗ nen Stahlstich gezierte erste Heft des vorstehen⸗ den Werkes, dessen umfassende, und fuͤr jeden Preu⸗ ßen interessante Tendenz sich immer mehr entwickeln wird, je mehr dasselbe vorschreitet, enthaͤlt Zeit⸗ und Sittengemaͤlde, so wie Biographien, aus der Vorzett von Berlin, Brandenburg, Magdeburg, Koͤnigsbexg⸗ Koͤln, Quedlinburg, Salzwedel, Gardelegen, Aachen Andernach, Kreuznach, Arkona, Wollin, Pyritz, Ten⸗ kitten, Hoͤrter, Rheinfels, Calbe a. d. M., Bismark u. s.w, hauptsaͤchlich aus der aͤltesten Zeit, und kann sowohl ruͤcksichtlich des Inhalts, als der Sprach und Ausstattung mit vollem Rechte empfohlen

werden. Verlagshandlung von Carl Heymann.

Pischon, Zwei⸗

Fuͤrsten

Erster

I 2 2 e.

8 Reichhaltige Buͤcher⸗Auction.

Am 22. Juni d. J. wird die öffentliche Versteige⸗ rung der Bibliothek des verstorbenen e,e 8 in Braunschweig beginnen. Dieselbe enthaͤlt sebr schaͤtbare Werke aus der aͤltern sowohl als neuern classischen Literatur, aus dem Fache der Geschschte, Naturgeschichte, Neisebeschreibung und anderen Wissen⸗ schaften; wie auch eine bedeutende Anzahl ausgezeich⸗ neter Kupferwerke. Kataloge sind entweder direet oder auf dem Wege des Buchhandels gratis zu bezieben durch Ed, Leibrock, Buchhaͤndler in Braunschweig.

11 e Ie

11 ¼ sgr. olk und

Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben geruht, den Land⸗ und Stadt⸗ gerichts⸗Direktor Lindau zu Goldberg zum Direktor des Land⸗ und Stadtgerichts zu Glogau zu ernennen.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Intendantur⸗Assessor von Richthofen zum Intendantur⸗Rath zu ernennen und das Pa⸗ tent fuͤr denselben Allerhoͤchst zu vollziehen geruht.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Herzog von Cambridge ist von Ludwigslust hier angekommen.

Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Referendar Mangels⸗ dorff ist zum Justiz⸗Kommissarius fuͤr den Lebuser Kreis, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Fuͤrstenwalde, bestellt worden.

Angekommen: Der General⸗Major und Kommandant

von Juͤlich, Freiherr von Kinsky und Tettau, von Posen. Abgereist: Der General⸗Major und Commandeur der 8ten Kavallerie-⸗Brigade, von Malachowski, nach Erfurt.

Rußland.

Odessa, 10. April. Der wohlthaͤtige Damen⸗Verein von Neu⸗Rußland macht in den oͤffentlichen Blaͤttern bekannt, daß in den letzten Tagen der Osterwoche auf dem Fesßgen Stadt⸗Thea⸗ ter von einer Gesellschaft Dilettanten eine Vorstellung in Russi⸗ scher Sprache zum Besten der Armen gegeben werden wird. Es soll das fuͤnfaktige Lustspiel„Bogatonoff“ von Zagoskin aufge⸗ fuͤhrt werden.

Im Journal der Manufakturen und des Handels liest man folgenden Artikel: „Die Reform, welche in der Tuͤr⸗ kei vorgeht, ist der Grund des Verfalls der Seiden und Kame⸗ lott⸗Fabriken in Klein⸗Asien, indem der Verbrauch von Tuch im⸗ mer mehr sicnimit. Europaͤisches Tuch von mittlerer oder ge⸗ ringerer Guͤte wird dort zu sehr hohen Preisen verkauft. Blaues wird immer am meisten gesucht; zu 5 bis 10 Rubel die Ar hin wuͤrde es in den am Schwarzen Meere gelegenen Haͤfen Klein⸗ Asiens guten Absatz finden. Ehemals empfingen die Abasen und die anderen Gebirgsvoͤlker an der Kaukasischen Kuͤste eine bedeu⸗ tende Menge Europaͤischer Baumwollen⸗ und selbst Seiden⸗Zeuge aus Sinope, Samsun und wahrscheinlich auch aus Trapezunt uͤber Anapa. Seitdem aber diese Festung zu Rußland gehoͤrt, hat je⸗ ner Handel in Folge der Maßregeln aufgehoͤrt, welche die Re⸗ gierung anwendet, um die dortigen Voͤlkerschaften zu bezwingen, so wie dadurch, daß sie den Schiffen die Nothwendigkeit aufer⸗ legt hat, ihre AQuarantaine in Kertsch zu halten. Indeß giebt es, trotz der Wachsamkeit unserer Kreuzer, immer noch Tuͤrkische Fahrzeuge, die, besonders von Sinope aus, nach Punkten in der Naͤhe von Anapa Schleichhandel treiben. Dieses gefaͤhrliche Ge⸗ werbe traͤgt, wenn es gelingt, 150 pCt. und oft noch mehr ein. Es waͤre zu wuͤnschen, wenn aus diesem Zustand der Dinge fuͤr unsere Manufaktur⸗Industrie Nutzen gezogen wuͤrde.“

Dem hiesigen Journal wird aus Achabag bei Akker⸗ man vom 24. Maͤrz Folgendes geschrieben: „Ein auslaͤndisches Blatt enthielt kuͤrzlich nachstehenden Artikel: „„Die Schweizer⸗ Kolonie Achabag ist halb verfallen; von 30 Familien, welche die morastigen Ufer des Dniestr bewohnten, unterlagen 15 den Krank⸗ heiten, welche durch die aus dem fauligen Boden, auf welchem Achabag liegt, aufsteigenden Pestgeruͤche und durch den Genuß des Weizen⸗Branntweins erzeugt werden.““ Um ein so ganz falsches Geruͤcht zu widerlegen, will ich Ihnen eine getreue Schilderung von unserer Lage geben. Die Kolonie Helvetia oder Achabag bei Akkerman in Bessarabien erfreut sich der besten Ge⸗ sundheit und des gluͤcklichsten Gedeihens; die 38 Familien, aus denen sie besteht, haben seit 3 Jahren kein einziges ih— rer Mitglieder verloren und keine Krankheit ausgestanden; dies beweist, daß ihre Nahrungsmittel hinlaͤnglich und gesund sind; daß die Luft, die man hier athmet, rein ist; daß es keine faulige Moraͤste hier giebt, und daß man den Genuß des Weizen⸗Branntweins nicht kennt. Heute wurden zehn Kin⸗ dern die Pocken geimpft. Wenn aber etwa der ziemlich haͤufige Genuß guten Weines den Tod bringt, dann freilich wird die Kolonie aussterben muͤssen, denn sie hat im letzten September 400 F;ͤsser trefflichen Wein gewonnen. In dem der Kolonie ge⸗ hoͤrigen Kaͤsehause wurden im Jahre 1834 mehrere hundert Pud Kaͤse von guter Qualitaͤt bereitet, der das Pfund zu 40 Kopeken verkauft wird und eine bedeutende Einnahme⸗Quelle fuͤr die Ko⸗ lonisten ist. Die Großvieh⸗Heerden haben sich seit 2 Jahren verdoppelt, und jeder Kolonist besitzt gegen 60 Stuͤck. Auch die Salz⸗Ausbeutung, die in geringer Entfernung von der Kolonie geschieht, bietet ihr große Vortheile dar. Kuͤ— chen⸗ und Obstgaͤrten findet man hier statt der vermeintlichen Moraͤste, Akazien⸗Alleen beschatten die neuen Haͤuser, welche nach einem gegebenen Plane in einer lachenden Gegend, am Ufer des Hniestr⸗Busens, von Stein erbaut werden. Die Kolonie hat ein Schulhaus, in welchem 30 Kinder taͤglichen Unterricht in den

Lementargegenstaͤnden erhalten. Die Kolonisten besolden den Schullehrer und haben auch kuͤrzlich eine jaͤhrliche Subscription von 800 Rubel zu Stande gebracht, um einen Prediger anzu⸗ stellen, dessen sie sehr beduͤrfen. Es werden Anstalten zum Bau iner Kirche getroffen. Die alten Weinberge, welche von der Regierung unter die Familien vertheilt worden sind, geben in Folge der besseren Bearbeitung derselben gegen fruͤher jetzt schon den vierfachen Ertrag. Der Seidenbau, mit dem sich meh⸗ ere Kolonisten zu beschaͤftigen angefangen haben, und der durch die große Menge von Maulbeerbäͤumen pelche hier. wachser

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Deputirten⸗

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und durch das schoͤne Klima sehr beguͤnstigt wird, verspricht eben⸗ falls bedeutende Vortheile. Dies moͤge zum Versf dienen, daß die Kolonie Fortschritte gemacht hat und im besten Flor ist.“

Frankreich.

Kammer. Sitzung vom 25. April. (Nachtrag.) Unter den Bittschriften, g. ins dieser Sttung zum Vortrag kamen, befanden sich einige aus verschiedenen suͤdlichen Departements, worin auf die Aufhebung des Getraide⸗Entrepots in Marseille und auf eine Revision des Getraide⸗ Gesetzes vom Jahre 1832 in einem prohibitiven Sinne angetragen wurde. Herr Amilhau, Deputirter eines jener Departements, war mit dem Berichte uͤber diese Petitionen beau tragt, und ging dabei in das kleinste Detail ein. Namentlich eklagte er sich auch dar⸗ uͤber, daß in Marseille mit dem Getraide der unver⸗ schaͤmteste Schleichhandel getrieben wuͤrde, weshalb er auf ein absolutes Einfuhr-⸗Verbot antrug. Der Handels⸗ Minister vertheidigte dagegen die Grundsaͤtze einer wei⸗ sen Handels⸗Freiheit gegen die Argumente des Berichterstatters; er hielt die gegenwaͤrtige Gesetzgebung, wonach die Getraide⸗ Einfuhr bedingungsweise zulaͤssig ist, fuͤr gut, und fand es durch⸗ aus nicht raͤthlich, zu dem absoluten Verbote zuruͤckzukehren, nachdem man dasselbe mit so großer Muͤhe aus den Handels⸗ Gesetzen ausgemerzt habe. Im Uebrigen versprach er, gegen den Schleichhandel die strengsten Maßregeln zu er reifen, und in dieser Beziehung dem Ackerbau denjenigen Schutz zu sichern, auf den er einen gerechten Anspruch habe. Die betreffenden Bittschriften wurden zuletzt an den Conseils⸗Praͤsidenten, so wie an die Minister des Handels und des Innern verwiesen.

Paris, 26. April. Der Koͤnig arbeitete gestern mit dem Conseils⸗Praͤsidenten, und mit den Ministern des Handels und der

er Minister des Kultus hat auf Anlaß des bevorstehenden

Namensfestes des Koͤnigs nachstehendes a dschbebenf 9 die Herren Bischoͤfe erlassen: „Paris, den 10. April 1835. Mein Herr! Der erste Mai naht heran; es ist der Namenstag des Koͤnigs unserer Wahl. Von allen Seiten trifft man Vorberei⸗ tungen zu dessen Feier, und die Regierung, welche gern den Bei⸗ stand der Religion anruft, gefaͤllt sich in dem Gedanken, daß die Herren Bischoͤfe, bei den guten Beispielen, die sie bereits mehr⸗ mals gegeben, beharren und somit auch bei dieser abermaligen Veranlassung ihre fromme Vermittelung eintreten zu lassen sich beeifern werden. Die Civil⸗ und Militair⸗Behoͤrden werden sich mit Ihnen, meine Herren, uͤber die Anstalten, die Sie in dieser Absicht treffen wollen, verstaͤndigen. Ich schreibe an die Herren Praͤfekten, um sie hiervon in Kenntniß zu setzen. Genehmigen Sie u. s. w. (gez.) Persil.“

Einige Pairs, welche ihre Geschaͤfte gewoͤhnlich von Paris entfernt halten, sind bereits Gcäe e ah andere im Gegentheile reisen ab, um sich der Theilnahme an dem Prozesse zu ent⸗ ziehen. „Sobald zwei Pairs von Frankreich sich begegnen“, bemerkt die Quotidienne, „ist das erste Wort, das sie sich einander sagen: „Werden Sie an dem Prozesse Theil nehmen?“ Wir geben, dem Herrn Persil zu Liebe, die Nachricht, daß un⸗ ter den Mitgliedern des Pairehofes die Desertion an der Ta⸗ gesordnung ist; es bedarf der ganzen Ueberredungskunst einiger dienstergebends. Maͤnner, um die Richter zuruͤckzuhalten. Herr von Segur erklaͤrt, daß die Marseillaise ihm Nerven⸗Zufaͤlle verursachen moͤchte; Herr von Choiseul, daß alle jene revolution⸗ nairen Gestalten ihm einen unuͤberwindlichen Ekel erregen wuͤr⸗ den; Herr Dejean, daß er bei den zu erwartenden mordbrenne⸗ rischen Reden sich vor Zorn nicht wuͤrde halten koͤnnen. Kurz Jeder hat seine schwache Seite. Doch der unerschrockene und treue Herr Persil bietet alle seine Kraͤfte auf, um diese Aengst⸗ lichkeiten und Besorgnisse aus dem Wege zu raͤumen. In diesen Bemuͤhungen wird er von dem bewundernswuͤrdigen Eifer des Herrn von Montalivet unterstuͤtzt. Neulich nach einer Sitzung gab Herr von Montalivet sich die Muͤhe, die aͤltesten, dem Ka⸗ tharr und Rheumatism am meisten unterworfenen Pairs in das neue Gebaͤude zu fuͤhren; dort ließ er sie die Tischler⸗Arbeit, welche die Waͤnde bekleidet, befuͤhlen, und bewies ihnen so, daß sie von der Frische des Kalks, womit die Anarchisten ihnen dro⸗ heten, nichts zu fuͤrchten haͤtten.“ In Bezug auf den letzten Umstand theilt der National das vorgebliche Gutachten eines Pariser Arztes uͤber die bei dem April⸗Pro zu befuͤrchtenden Nachtheile fuͤr die Gesundheit der Herren Pairs mit.

8 Der Cassationshof hat entschieden, daß die gewoͤhnlichen Revuen der National⸗Garde kein Dienst zur Aufrechthal⸗ tung der Ordnung und oͤffentlichen Sicherheit sey, und daß man also seines Ausbleibens wegen nicht zu gefaͤnglicher Haft verur⸗ theilt werden koͤnne. 8

Heute hielt der Cassationshof in einer geheimen Plenar⸗ Versammlung ein feierliches Verhoͤr ab. Es handelte sich um die Entscheidung uͤber eine Disziplinar⸗Strafe gegen zwei Be⸗ amte, die angeklagt sind, eine der Regierung feindselige politische Gesinnung geaͤußert zu haben, weil sie Subseriptions⸗Listen zur Unterstuͤtzung des National in Umlauf setzten, um eine Geld⸗ strafe aufzubringen, wozu dieses Blatt wegen Aufnahme einer von Herrn Carrel gegen die Verurtheilung des Marschall Ney gehaltenen Rede kondemnirt worden war. Nach dem, was uͤber den Gang dieses Prezesses, bei welchem Herr Portalis praͤsidirte, zur oͤffent⸗ lichen Kenntniß gelangt ist, waren die Vorgeladenen die Herren Du⸗ gonne, Richter in Puy, und Mathieu, stellvertretender Richter an dem⸗ selben Orte. Die Herren Odilon⸗Barrot und Crémieuy vertheidigten 89 Der General⸗Prokurator, Herr Dupin, forderte in seinem

equisitorium, daß der Gerichtshof einen Tadel uͤber die Ange⸗ klagten verhaͤnge. Dieser ging aber noch weiter und fuͤgte zu dem Tadel den Verweis, was fuͤr beide Beamte eine laͤngere oder kuͤrzere Gehalts⸗Entziehung zur Folge hat. 4

„Der Messager haͤlt es fuͤr einen gluͤcklichen Einfall, die wichtigsten der im Laufe jedes Monats in den ea; von Paris und den Departements bekannt gemachten Dokumente in einen

einziaen. Mand 1

Dies ist so eben unter der Leitung des Herrn Forbach, ehemali⸗ gen Advokaten am Cassationshofe, mit einer, jenem Blatte zufolge, lobenswuͤrdigen Unparteilichkeit geschehen.

Das Méemorial des Pyrenses berichtet als einen Bei⸗ trag zu den neulich gemachten Mittheilungen uͤber die auf meh⸗ reren Punkten Frankreichs ploͤtzlich eingetretene Kaͤlte: „Den uns zugekommenen Nachrichten zufolge, hat der letzte Frost unbere⸗ chenbaren Schaden angerichtet. 8 Obstbaͤume und der Wein⸗ stock, 1g- in den Thalgegenden, haben viel gelitten; nimmt man alle Weingegenden des Landes zusammen, so kann man, 192 Uebertreibung, das Ganze der Verluste auf die Haͤlfte der Aerndte anschlagen.“

Großbritanien und Irland.

London, 26. April. Die Anhaͤnger des jetzigen Ministe⸗ riums sammeln in der City Unterschriften zu einer Adresse an den Lord⸗Mayor, worin derselbe ersucht werden soll, einen Ge⸗ meinde⸗Rath anzusetzen, um uͤber eine in Betreff des letzten Mi⸗ nister-Wechsels an Se. Majestaͤt zu richtende Adresse zu berath⸗ schlagen. Man ist auf die Antwort des Lord⸗Mayors sehr ge⸗ shenn; da derselbe bekanntlich den vorigen Ministern sehr zuge⸗ than war.

Es heißt jetzt, daß nicht Sir Robert Gordon, sondern Lord Heytesbury, der von dem Peelschen Kabinet zum General⸗Gou⸗ verneur von Ostindien ernannt war, aber England noch nicht ver⸗ lassen hat, als Botschafter nach St. Petersburg gehen werde.

Wie verlautet, hat Sir Edward Sugden auf die Pension Verzicht geleistet, die ihm als gewesenem Lord⸗Kanzler von Ir⸗ land zukommt. Man glaubt, er werde seine Praxis an der Eng⸗ lischen Barre wieder beginnen. Selbst der Globe giebt zu, daß er der beliebteste und tuͤchtigste Lord⸗Kanzler gewesen sey, den Irland jemals gehabt habe.

Die beiden Tuͤrken, Spelche

1 ..

nicht in diplomatischen Angele⸗ genheiten, sondern als bloßheisende ierher gekommen sind, um mit eigenen Augen die Eurbpaͤischen Sitten und Gebraͤuche ken⸗ nen zu lernen, machen jetzt in den hiesigen Gesellschaften großes Aufsehen. Der Eine, ein Sohn des Groß⸗Wesirs, ist Oberst in der Tuͤrkischen Armee, traͤgt einen Orden, der an Bedeutung dem Großkreuz des Englischen Bath⸗Ordens gleichkommt, und mag ungefaͤhr 30 Jahr alt seyn. Der Andere ist viel juͤnger, aber eben so ernst und gravitaͤtisch in seinem Benehmen, wie sein aͤlterer Gefaͤhrte. „Sie mischen sich viel in Gesellschaften“, sagt der Morning Herald, „doch man moͤchte eher sagen, sie ertruͤgen die Gesellschaft, als daß sie dieselbe genoͤssen, wie⸗ wohl es freilich bei solchen schweigsamen und passiven Menschen schwer ist, herauszubringen, was ihnen Belustigung gewaͤhren oder Theilnahme abgewinnen koͤnnte.“

ir John Hobhouse, der Praͤsident der Ostindischen Kon⸗

ist in Nottingham ohne Opposition wieder zum Parla⸗

gewaͤhlt

Dem Standard zufolge, beabsichtigten die Edinburger Whigs, den Lord John Russell, im Fall derselbe in Devonshire nicht wieder gewaͤhlt wuͤrde, an die Stelle von Sir John Camp⸗ bell fuͤr ihre Stadt, die jenes Blatt ironisch das moderne Athen nennt, zu waͤhlen. Sir John Campbell soll deshalb nicht nach Edinburg abgereist seyn.

zZu Sandwich tritt Lord Villiers als Gegen⸗Kandidat des Sir T. Troubridge, eines der Lords der Admiralitaͤt, bei der neuen Wahl auf. Herr Stuart Wortley ist der Gegner des Lord Morpeth, Secretairs fuͤr Irland in der westlichen Abthei⸗ lung der Grafschaft York.

Im Standard liest man: „Viele haben sich gewunder was wohl das Parlaments⸗Mitglied fuͤr Bath, Herrn Rreb ück, bewegen koͤnnte, sich so unermuͤdlich und so warm der Kanadischen Angelegenheiten anzunehmen, mit anderen Worten, warum dieser gelehrte Herr sich zum Agitator von Kanada aufwirft und sich anscheinend als so uneigennuͤtziger Vertheidiger dieser Ko⸗ lonie zeigt. Die Sache ist die, daß Herr Roebuck, wie Herr O' Connell, nicht umsonst den Agitator spielt. Der einzige Unter schied besteht darin, daß Herr O'Connell um der Rente willen und Herr Roebuck um einer Besoldung willen agitirt. Si denken Beide, in Pfunden, Schillingen und Pfennigen ihre Rech⸗ nung zu finden, und wenn sie nicht agitirten, wuͤrden sie keinen 77- machen, und ihr Geschaͤft wuͤrde bald zu Ende seyn.

ber man muß sich nicht wundern, wenn sich Herr Roebuck in Zukunft etwa lauer und nachlaͤssiger in seiner Lieblings⸗Sache zeigt, denn der gesetzgebende Rath von Kanada hat die Bill ver⸗ worfen, wodurch das Versammlungs⸗Haus 1000 Pfund jaͤhrlich fuͤr Herrn Roebuck ausgesetzt wissen wollte, so daß ihm fuͤr seine Dienste nun kein Lohn zu Theil werden wird. Herrn Roebuck duͤrfte nun wohl seyn: Kein Geld, keine Arbeit.“

Man versichert, daß das jetzige Ministerium in Bezug auf die Spanischen Angelegenheiten anz in die Fußtapfen des vori⸗ gen getreten sey, und daß es sich ebenfalls bemuͤhen wolle, dem blutigen Buͤrgerkriege im noͤrdlichen Spanien durch Unterhand⸗ lungen ein Ende zu machen. Dieser Gegenstand und die gegen⸗ waͤrtige Lage von Portugal sollen namentlich in dem vorgestrigen Kabinets⸗Rath in Berathung gezogen worden seyn. 3

Gestern waren die Geschaͤfte an der hiesigen Boͤrse in allen Fonds nicht sehr belebt, da es ganz an Nachrichten von irgend einem Belang fehlte. Nur in den neuen Portugiesischen 5 Ct. Fonds, die im Laufe des Tages wieder auf 100 stiegen und zu 99 ¾ schlossen, wurde Einiges umgesetzt. b

Aus Veracruz wird gemeldet, daß unter den Truppen auf dem Kastell eine Meuterei ausgebrochen war, und daß sie den Kommandanten vom 20. Februar bis zum 9. Maͤrz eingekerkert gehalten hatten, bis sie sich aus Mangel an Lebensmittela ver⸗ anlaßt sahen, der Regierung das Fort wieder zu uͤbergeben.

Niederlande.

Aus dem Haag, 28. April. Am 285sten d. M. setzte die zweite Kammer die Diskussionen des Gesetz⸗Entwurfs uͤber

die gerichtliche Organisation fort und nahm ihn am Schl

Das Motto des