1835 / 127 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

““

ner ganz kurzen Prei⸗ Schwankung im Augenblicke der Publication des Gesetzes, überall raschen und lohnenden Fortgang gehabt, wie vor⸗ her. Aus solchen und ähnlichen Thatsachen sucht er die Thorheit nach⸗ zuweisen, welche die großen Grundbesitzer und Fabrikanten begehen würden, sich zweckmäßig abgestuften Vorschritten zur Freiheit zu wi⸗ dersetzen, waͤhrend welcher sie fast ganz noch im Besitz ihrer bisherigen Vortheile bleiben, und Zeit gewinnen würden, dieselben, durch kluge Verwendung ihrer Thätigkeit, auch für die Zuͤkunft ganz freier Kon⸗ kurrenz mit dem Auslande möglichst zu sichern. Ausbleiben werde diese Zukunft nimmermehr, und sie moͤchten sich hüten, unvorbereitet von ihr betroffen zu werden! Zu merkbar sey der Vorschritt liberaler Ideen, und die „enquële“ nicht etwa innerhalb der Ministerial⸗Bü⸗ reaus festgebannt; sie sey allenthalben, in den Salons, in den Han⸗ dels⸗Kammern, in den Werkstätten, auf den öffentlichen Platzen. Ge⸗ wiß liegt viel Wahres in dieser Ansicht, und es ist zu wünschen, daß die Prohibitiv⸗Partei nicht mit vornehmer Gleichgültigkeit den Wink behandle! Sehr lebhaft, und im Ganzen billigend, wird derjenige Theil des vorerwähnten durch Herrn Meynard zur Berichterstattung gelangten Gesetz⸗Projekts besprochen, welcher, mit einiger Extension der durch die Kammern in Gesetze zu verwandelnden Ordonnanien überhaupt in liberaler Richtung sich beschäftigend, namentlich eine bedeutende Er⸗ weiterung der Befugnisse sämmtlicher Entrepets im Innern in Bezug auf Annahme aller zur Einfuhr verbotenen, aber zum Transit verstat⸗ teten Waaren beabsichtigt. Es soll dadurch der richtige theoretische Grundsatz zur praktischen Anwendung gelangen, daß der Transit ein wandelnder Packhof, und der Packhof ein für eine Zeit lang statio⸗ nair gewordener Transit ist. Jeder Packhof im Innern soll künftig die jsher auf Seehäfen beschrankt gewesene Erlaubniß haben, alle tran⸗ slcirenden zur Einfuhr verbotenen Waaren unter den im Gesetz vom 27. Februar 1832 vorgeschriebenen Bedinzungen G aufzunehmen, daß sie während der ganzen gesetzlichen Dauer der Niederlags⸗Berech⸗ tigung, zu Lande wie zu Wasser, reexportirt oder auch nach anderen Packhöfen reexpedirt werden sollen; zugleich ist im Antrage, die Hä⸗ fen von Calais und Boulogne denjenigen beizugesellen, welche Art. 17 des Gesetzes vom 9. Februar 1832 für die Niederlage verbotener Waa⸗ ren aller Art bezeichnet: sodann auch Aufhebung des Art. 10 und des §. 1 vom 20sten Art. desselben Gesetzes. Verbotene Waaren sollen bei ihrem zulässigen Transit künftig nicht mehr an spezielle für sie aus⸗ schließlich bestimmte Packhöfe, und eben so wenig an die bisher ihnen nur verstattet gewesene Monatssrist gebunden seyn. Es ist sehr wahr⸗ scheinlich, daß das Gesetz durchgehen werde, besonders da die früher eegen äahnliche Maßregeln bestandene Opposttion des Handelsstandes ber Seehafen durch bessere Belehrung desselben über sein wohlverstan⸗ denes Interesse aufgehört zu haben scheint. Sehr merkwürdig in vielfacher Bezichung sind die in der Sitzung der Deputirten⸗Kammer am 2ten d. M. durch den Minister des In⸗ nern eingebrachten Gesetzes⸗Projekte über Eisenbahnen und Fluͤß⸗ bahn⸗Verbesserungen. Wir werden zu seiner Zeit nicht verfeh⸗ len, auf den Gegenstand zurückzukommen. Einstweilen mögen der Auf⸗ merksamkeit aller füur denselben sich interessirenden Leser die in einer außerordentlichen Beilage des Journal du Commerce vom Aten d. M. vollstandig abgedruckten Motive beider Entwürfe angelegentlich empfohlen seyn. (Schluß folgt.)

Meteorologische Beobachtung.

1835. Morgens Nachmitt. Abends Rach einmaliger 5. Mai. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. [Beobachtung.

Luftdruck. 335 618 Par. 330, e 1 Par. 336, 8 3 Par.

Luftwaͤrme 7. R.] +. 12. s R. ++. 7,0 0R.

Thaupunkt + 4, °R. + 1, °R.’.+e „,7 °R

Dunstsaͤttg 8 vCt. ü pCt⸗ V 85 xCt.

Wetter... ezogen. albheiter. eiter. szusdüns. 0,065*Rbh.

Bendr.. Frcrth V NW. ““ NW. Niederschlag 0.

Wolkenzug Tagesmittel, 4. Mai: 334,73 Par. 10,3 °9° R. 2,7° R. 60 pCt. 3. 8,9 2 4,7 72 2

Quellwaͤrme 7,0°R. Flußwärme 10,0 °R. Bodenwärme 0, °NR

½ 336, 92%

Auswürtige Börsen.

Amsterdam, 1. Mnai. Niederl. wickl. Schuld 57 1. 5 8% do. 102 ½ Ausg. Sechuld 1. Kanz-Bill. 26, 1⁄. 4 ½ 8 Amort. 95 ¾. ½ 81 ½. Russ. 99 ½. Oesterr. 109 ½. Pre üm.-Scheine 115 ⅛. do. 4 ½ Anl. 100 ½. Span. 5 ½ 50 *

Antwerpen, 30. April. b0. Zinsl. 22 ½. Cortes 50. Coup. 33:

d1 23861E I 1G.8

811“ London, 1. Mai. Cons. 3 ½ 92 ½. Belg. 102 ½. Span. Corte Zinsl. 19 ½. Ausg. 32 ¼. Griech. —. Port. 1018. Chili 55. Mex. 49 ½. Peru 38.

Wien, 1. Mai.

67. 102 ½. 49 ½.

5 ° Met. 101 22. 48 97. Bank-Actien 1345 2.

2 ½ 9 56 ¾. 1 ½ 24.

21 —2

Engl.-Russ. 109 ¼. Bras. 88 ¼. Columb. v. 1824

S

5.SS 1u“

s 70 ⅛. Obl. v. 1834 2 Hall. 58 ½. 5 ½ do.

Neue Aul. 596 ¼.

Koͤnigliche Schauspiele.

Donnerstag, 7. Mai. Im Opernhau von Venedig, Schauspiel in 5 Abth., von Seydelmann: Shylock, als Gastrolle.)

Im Schauspielhause:

se:

Shakespeare.

Der Kaufmann (Hr.

1) La Puritaine, drame-vaudeville

en 2 actes. 2) Judith et Holopherne, vaudeville comique en

2 acies. 1 8 Freitag, 8. Mai. Im Schauspielhause Abth., mit Tanz. Musik von Herold. Zu dieser Vorstellung werden Schausp

Sonnabend bezeichnet, verkauft.

: Zampa, Oper in 3

ielhaus⸗Billets, mit

Sonnabend, 9. Mai. Im Schauspielhause: Zum erstenmale:

Die Schule des Lebens, Schauspiel in 5 Maͤhrchen, von E. Raupach.

Abth., nach einem

Zu dieser Vorstelkung bleiben die bereits geloͤsten, mit Frei⸗ tag bezeichneten Schauspielhaus⸗Billets guͤltig; auch werden die

dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls

8

net seyn.

Koͤnigstaͤdtisches The Donnerstag, 7. Mai. Der Gloͤckner v

mit Freitag bezeich⸗

ater. on Notre⸗Dame, ro⸗

mantisches Drama in 6 Tableaux, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer.

Freitag, 8. Mai. Posse in 5 Akten, frei nach dem Franz., v her: Die Ehrendame, Lustspiel in 1 Akt, Cosmar.

Die Reise auf gemeinschaftliche Kosten,

on L. Angely. Vor⸗ nach Dupin, von A.

Sonnabend, 9. April. Der boͤse Geist Lumpacivagabundus,

oder: Das Akten.

Paris, 30. April. Gestern Mittag

liederliche Kleeblatt, Zauberposse mit Gesang in 3

11““

1

arbeitete der Koͤnig

mit dem Conseils⸗Praͤsidenten und den Ministern des Innern und der Marine. Um 10 Uhr Abends traf die Koͤnigin mit dem Prinzen von Joinville und den Prinzessinnen Marie und

Clementine, aus Bruͤssel kommend, in den Tuilerieen ein.

Der Herzog von Orleans besichtigte heute fruͤh in Beglei⸗ tung seiner Adjutanten den neuen Saal des Pairshofes.

Der Marschall Maison ist endlich gestern Abend um Uhr in Paris angekommen. Er schrieb sogleich an den Minister

der auswartigen Angelegenheiten, um ihn v Kenntniß zu setzen. Audienz bei dem Koͤnige gehabt.

Diesen Morgen hat 1 - Noch ist das Resultat dieser

on seiner Ankunft in der Marschall eine

Zusammenkunft, die zwei Stunden waͤhrte, unbekannt. Der viesseittige Gesandte in Stockholm, Marquis von Mon⸗ tebello, ist nebst Familie gestern mit dem Hamburger Dampfboot

in Havre eingetroffen.

Lord Granville wird am 7. oder 8. Mai aus England hier

erwartet. Lord Cowley speist morgen, am

Namensfeste des Koͤ⸗

nigs, noch in den Tuilerieen und wird am naͤchsten Montag Pa⸗ ris verlassen, um nach London zuruͤckzukehren.

Noch in der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗Kam⸗ mer erfolgte die Annahme des Gesetz⸗Entwurfes uͤber die ge⸗

heimen Ausgaben. Nachdem naͤmlich der

Minister des In⸗

nern seinen Vortrag beendigt hatte, ergriff Herr Teste, der bekanntlich dem sogenannten tiers parii angehoͤrt, das Wort, um den dieser Partei von dem Minister hingeworfenen Hand⸗

schuh aufzunehmen. Herrn Thiers als aus der

(Wir werden sowohl aus der Rede de des Herrn Teste nachtraͤglich

noch einen Auszug geben.) Als es darauf zur Abstim⸗ mung kam, wurde das Amendement des Herrn Etienne, die verlangte Summe auf 1 Mill. herabzusetzen, mit einer Ma⸗ joritaͤt von 58 Stimmen (234 gegen 176) verworfen, und bei einer zweiten Abstimmung wurde der Gesetz⸗Entwurf selbst in seiner urspruͤnglichen Abfassung, also uͤber eine Summe von 1,200,000 Fr., mit der bedeutenden Majoritaͤt von 130 Stim⸗ men (259 gegen 126) angenommen. In der heutigen Sip zung beschaͤftigte die Kammer sich mit dem Gesetz⸗Entwurfe uͤber die Fluß⸗Schißfahrt. Die Debatten waren bis zum Abgange der Post ohne Interesse. . Der Impartial will wissen, daß gestern im Minister⸗ Rathe beschlossen worden sey, die Verhandlungen des großen Prozesses erst am 15. Mai zu beginnen. Das Journal de Paris enthaͤlt heute einen langen Artikel zur Widerlegung der Angabe einiger Blaͤtter, als habe der General⸗Prokurator sich

Gunsten verlangten Zeugen auf Kosten des Staats citiren zu lassen. Der Prokurator habe vielmehr schon angeordnet, daß 139 dieser Zeugen vor Gericht vernommen werden sollten.

rotestirt.

8 erste leichte Infanterie⸗Regiment ist aus Metz hier an⸗ gekommen. 1 .

Es sind von den verschiedenen Punkten der Afrikanischen Kuͤste guͤnstige Nachrichten eingetvoffen. Die wichtigste ist die daß mir den Arabern eine Uebereinkunft in Bezug auf den Bestt Bugia's zu Stande gekommen ist.

goün 9 heutigen Boͤrse waren die Geschaͤfte sehr belebt. De 5 pCt. Rente hielt sich fest, weil man versicherte, daß das Un⸗ schmelzungs⸗Projekt definitiv aufgegeben worden sey.

231 der vorgestrigen Boͤrse unterhielt man sich wieder me Geruͤchten uͤber eine materielle Einmischung in die Spanische Angeiegenheiten. Der Temps erinnert bei dieser Gelegenhei an die nachstehenden Worte Canning's, die er im Januar 182) im Parlamente sprach: 1b einen Casus foederis wuͤrde ein Umsturz aller Begriffe des Väl kerrechts seyn. Der Buͤrgerkrieg hat niemals einem Nachban staate die Befugniß gegeben, einer der bewaffneten Parteien Bii⸗ stand zu leisten. Wollen Sie wissen, was die Folge einer solchn Einmischung seyn wuͤrde? Beide Theile wuͤrden sich mit einan, der verbinden, um uͤber den Nachbar herzufallen, der sich unke rufener Weise in ihre Angelegenheiten genischt.“

Dem Journal des Döébars wird aus Bayonne von 25sten geschrieben, Don Carlos haͤbe sich am 19ten mit Lon Elliot zu Segura besunden, und nach posttiven Berichten schein es, daß er mit den ersten Konferenzen, die er mit diesem Diple maten gehabt hat, sehr unzufrieden gewesen sey. General Min ist nach den Baͤdern von Cambon abgereist. Zuvor erließe eine, vom 18ten datirte Proclamation an die Einwohner de Provinz, worin er diesen anzeigte, daß der General⸗Major Da Manuel Beneditto von dem Kriegs⸗Minister Valdez zum inter, mistischen Vice⸗Koͤnig von Navarra ernannt worden sey.

Aus Madrid vom 23. April wird geschrieben: „Ma sagt, der Deputirte Arguelles sey zum Botschafter nach Londe bestimmt. In der Sitzung der Prokuraboren vom 21sten wurde der Minister Martinez de la Rosa aufgefordert, sich uͤber di⸗ Mission des Lord Elliot zu erklaͤren. Er gab befriedigende Au kunft, indem er aͤußerte: es handle sich weder um eine Inten vention, noch um eine direkte oder indirekte Unterhandlung m Don Carlos.“ 8

Heute schloß 5proc. Rente 108. —. 3proc. 82. —. öprr Neap. 99. —. 5proc. Span. 51. Zproc. 32 ½. 2 ½ proc. Hll 58. ...6 8

——

Bekanntmachungen. Edietal⸗Citation. Die Friederike, verehelichte v. Bartowska, geborne von Sydow, welche als Erbin bei zwei Devosital⸗

Massen des hiesigen Koͤniglichen Pupillen⸗Collegii interessirt ist, wird seit einer langen Reihe von Jah⸗

elusion,

werden wird.

Nachlaß⸗Curators und der Verwandten der Frau v. Bartowska, deren Aufenthaltsort zu ermitteln, sind ohne Erfolg gewesen. . I“

Das Koͤnigliche Pupillen⸗Collegium hat hierauf! den Justiz⸗Commissarius Graeff zum Abwesenheits⸗

Wir haben

Uatam Greifswald, den 18 Maͤrz 1835. Koͤnigl. Pre ren vermißt. Alle Bemuͤhungen des v. Sydowschen 5

1

und Ruͤgen.

Bekanntmachung.

meiner Anzeiger fuͤr die P

Morgens 10 Ubr, vor dem Koͤnigl Ho anzumelden und zu verificiren, bei Strafe der Praͤ⸗ welche vermittelst des am 16. Juni c. zu vublicirenden Abschiedes vollzogen und ausgesprochen

Hofgericht von Pommern Rotterdam

6 7

eses.

„. 1 kuUß

fgericht speciell tiv festgesetzt. Unter einer reichen Anzahl der selten⸗ sten und gesuchtesten Gemaͤlde der flamaͤndischen, hollaͤndischen und italienischen Schule, befindet sich in dieser Sammlung ein vortrefflicher Fohann van Eyck: dieses Gemälde ist niemals in den Kunsthan del gekommen, und erregte die Bewunderung aller Kunstfreunde, welche das Kabinet des Herrn van Es vereinigt mit einer voll⸗ kommenen Erhaltung den seltenen Vortheil fuͤr die Kunstwerke dieses Meisters, daß es seiner Groͤße we⸗

besuchten

A 2 *

83 8 7

schen Staaten.

Die Militair⸗Verpflichtung der Pre schen Staatsbuͤrger, in ihren verschiedene Abstufungen und Beziehungen, und deren Abl stung sowohl in Folge der jaͤhrlichen Ersatza hebung als durch freiwilligen Eintritt in das bende Heer. Preis 20 sgr.

Berlin, den 23. April 1855.

August Ruͤcker.

—- ——

So eben ist bei K. Fr. Koͤhler in Leipzig ersch

1“ geen sich eben so wohl fuͤr ein Museum, als fuͤr das nen und in allen Buchhandlungen, Berlin bei Ke.

Curator hestellt, und ihn zu dem Antrage auf To⸗ tungen den Personen der boͤhern Staͤnde, welche die Metzu, Joh

des⸗Erklaͤrung der Frau v. Bartowska, geborne von Absicht haben, sich in unserer reizend gelegenen Stadt niederzulassen, das Versprechen einer maͤß Einschaͤtzung zu den Communal Abgaben ertheilt.

Wenn wir, in Folge dieser Bekanntmachung, des Heranziehens einiger Herrschaften uns erfreut haben, in unserec Stadt aber noch prachtvoll gebaute Haͤuser, so wie auch gut und bequem eingerichtete kleinere Quartiere zu vermiethen sind: so finden wir uns un ter Zustimmung der Herren Stadtverordneten veran⸗ laßt, unser fruͤheres Versprechen hiermit zu ernenern und dabei ausdruͤcklich anzufuͤbren: daß die Feststel⸗ lung der ganz maͤßigen Communal⸗Abgabe immer erst nach Errichtung erfolgt und daß Personen, welche sich den Sommer 8 bindurch blos zum Vergnuͤgen bei uns aufhalten, todt erklaͤrt und das Weitere demnaͤchst verfuͤgt werden. gleich wie an Badeorten, mit gar keiner Abgabe be⸗

Sydow ermaͤchtigt. . 1

In Fojse dieses Antrages ist ein Termin auf den 7 November d J, Vormittags 11 Uhr, vor dem Herrn Ober Landesgerichts⸗Rath v. Wallen⸗ berg anberaumt worden.

Die verehelichte Frau v Bartowska, geborne von Sydow, so wie alle von ihr etwa zuruͤckgelassenen Erben und Ecbnehmer werden daher hierdurch auf⸗ gefordert, sich vor oder in diesem Termine, bei dem unterzeichneten Ober⸗Landesgerichte schriftlich oder persoͤnlich zu melden und weitere Anweisung zu er⸗ warten.

Sollte Niemand sich melden, so wird die verehe⸗ lichte Frau von Bartowska, geborne von Sydow, fuͤr

Breslau, den 14 Januar 1835. 1 Koͤnigl. Ober⸗Landesgericht von Schlesien 8 Erster Senat. .

egt werden.

treff der zu

96 8 lungen und

8 88 A us z u g Allle diejenigen, welche an die unlange verstorbene v. Wackenitz, geb. v. d. Lancken, auf Clevenow An⸗ spruͤche und Forderungen, die bis zum 11. Juli 1832 entstanden sind, insofern solche inmittelst nicht von

Fuͤr die Herren Fabrik⸗Unternehmer wird uͤbrigens noch nachrichtlich bemerkt, daß mehrere ansehnliche Gebaͤude, Behufs der Einrichtung von Fabriken, hier vorhanden, und daß wir ebenfalls mit ihnen in Be⸗ zahlenden Abgaben uns auf Unterhand⸗ igen und schriftliche Abkommen einlassen. Schmiedeberg in Schlesien, den 22. April 1835.

e r

eines schriftlichen Abkommens

Lit

zei Verhaͤl

Magistrat.

dem im vorigen Jahre ebenfalls mit Tode abgegan⸗ genen C. v. Wackenitz, wie derselbe 2 beschaffen ver⸗ einbarungsmaͤßig uͤbernommen, berichtiget seyn soll⸗ ten, unnoch haben moͤchten, werden, mit Bezie⸗ hung auf die, den Stralsundischen Zeitungen in ex- jenso inserirten Proclamen, hiermit geladen, solche in einem der folgenden Termine, als:

am 11. April, 2. und 22. Maid ,

Juli 89 ist dazu

ee e 6, fuͤr Liebhaber der schoͤnen Kuͤnste Dle kostbare Gemaͤlde⸗Sammlung des verstorbenen

errn van Rotterdam, Prosessor emeritus der medi⸗ znischen Facultaͤt an der hohen Schule zu Gent, eines ausgezeichneten Kunstfreundes, wird im Monat Jahres dffentlich versteigert werden, und er 6. Juli und die folgenden Tage defini⸗

Aꝙ,,, .eA.Aa,N,nvUNrA e, ene. Hic2

Kabinet des Kunstliebhabers eignet: daran reihen Curths, bereits im Jahre 1828 durch die Zei⸗ sich vorzuͤgliche Bilder von Teniers, Wouwermans, ann Steen Brauwer, N van de Velde, Berchem, Ruisdael und vieler anderer igen beruͤhmter Kuͤnstler, welche Kuns 1 legenheit darbieten, ihre Sammlungen mit Vorzuͤg⸗ lichem zu hengcheass 1re Seit einer Reihe von Jahren ist in Belgien keine 4 7 eenn .

so kostbare Sammlung zum Verkauf gebracht worden. welche dasselbe ergaͤnzen, abaͤndern oder erlaͤme Liebhaber in den Koͤnigl. Preuß. Staaten belieben sich zur Empfangnahme der Cataloge an den Kauf⸗ mann Herrn E. E. Mezner in Berlin zu wenden, welcher den Debit derselben uͤbernommen und gern bereit ist, jede anderweitige Au

skunft zu geben.

1 Jaͤgerstraße Nr. 47, bei W. Logit Duͤmmler, Stuhr tc., zu erhalten: Handvuch

der Preußischen Stempelgesetzgebung, oder Zusammenstellung des Stempelgesetzes vom Maͤrz 1822, mit den bis in neuester Zeit ergangen Gesetzen, Verordnungen und Rescvriptt

kartin Zorg, Ostade, liebhabern die Ge—

nebst vollstaͤndigem chronologischen und Sal Register. Herausgegeben von F. J. Hafemann. 28 Bogen⸗ Pr. 2 Thlr.

In unserm Verlage ist so eben erschienen:

ede

erarische Anzeigen. Bei Unterzeichnetem ist so eben erschienen: Handbuch des Preußischen Militairrechts, oder Darstellung der im Preußischen Heer bestehen⸗ den Grundseaͤtze uͤber militairische Justiz⸗Verwaltung, der, mit Genehmigung Sr Majestaͤt des Koͤnigs Preis 1 Thlr. 22 ½ sgr.

tnisse, Disciplin und

herausgegeben

von K. G. von Rudloff, Major im Koͤniglichen Kriegs⸗Ministerio. Dritter, die beiden fruͤheren fortsetzender und ergaͤn⸗

zender Theil.

Preis 1 Thlr. 15 sgr. (auf Schreibp. 1 Thlr. 223 sgr.) fuͤr alle drei Baͤnde zusammen 3 Thlr. Von demselben Herrn Verfasser ist fruͤher

bei Unterzeichnetem erschienen und von saͤmmtli⸗

chen Koͤnigl. Regierungen durch ihre Amtsblaͤt⸗

ter, als ein, zur Belehrung der WTNTö

wie der Militairpflichtigen und deren A

vorzuͤglich brauchbares Huͤlfsmittel empfohlen worden:

MNedicinische Beobachtungen und Bemerkunger von J. D. W. Sachse. Grossherzogl. Mecklenb. Schwerin. Leibarzte, 6 Med.-Rathe ele. ete.

Erster Band. Auch unter dem Titel: Ueb

Rechts und Poli⸗ die Wirkungen und den Gebrauch Bäder,I besonders der Seebäder zu Doberan- Der Here Verf. vünscht, dals man seine beit zunächst als einen Commentar zu den ‧¹ Vogel’schen Schriften über Sechäder betrach’ möge, dann aber auch als einen Versuch zu ei physiologischen Betrachtung der Einwirkungen! Bäder, woran es bisher gänzlich mangelte. Dal ohnedies seit langer Zeit keine ausführliche Schü über die Bäder erschienen ist (die höchst schätzes werthe von Osann hat einen ganz andern Zwech so darf sich die vorliegende Schrift ohne Zwel

eine günstige Auknahme versprochen.

Nicolaische Buckh. in Berlin,

Drüderstralse No, 15,

25 sgr.

ngehdrigen,

geweigert, auch nur einen der von den Angeklagten zu ihren

Die Advokatenstaͤnde von la Chatre, Semur und Angou⸗ leme haben nun auch gegen die Verordnung vom 30. Maͤrz

„Eine Intervention in Spanien ohn.

auch,

sagen, daß es nicht moͤglich ist. Es mußten daher besondere

Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Wagenmeister Selcke das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Schifferknecht Scharf⸗ billig aus Zurlauben, im Stadtkreise Trier, die Rettungs⸗ Medaille mit dem Bande zu verleihen geruht.

Se. Koͤnigl. Majestaͤt haben den Kriminal⸗Direktor Dort

in Eilenburg zugleich zum Kreis⸗Justizrath fuͤr den im Bezirke

des Ober⸗Landesgerichts zu Naumburg belegenen Delitzschen Kreis Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.

Se. Koͤnigl. Majestaͤt haben geruht, den bisherigen Land⸗ gerichts⸗Assessor und Friedensrichter Joseph Weber zu Koblenz zum Staats⸗Prokurator zu ernennen.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog und Ihre Kaiserl. Hoheit die Großherzogin von Sachsen⸗Weimar, Hoͤchst⸗ dessen Gemahlin, sind nach Weimar zuruͤckgekehrt.

Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant, Gou⸗ verneur des Fuͤrstenthums Neuchatel und Commandeur der 15ten

Division, von Pfuel, nach Neuchatel.

Der General⸗Major und Kommandant von Iulich, Freiherr von Kinsky und Tettau, nach Juͤlich.

Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland. Frankreich.

Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 29. April. (Nachtrag.) Der Glanzpunkt in den Verhandlungen dieser Siz⸗ zung war die Rede, die der Minister des Innern zur Ver⸗ theidigung seiner Forderung von 1,200,000 Fr. zu den geheimen Ausgaben hielt. Dieselbe fuͤllt 6 Spalten im Moniteur, so daß wir uns auf nachstehenden gedraͤngten Auszug beschraͤnken muͤssen.

„So ungern ich auch diese Bebatte in die Laͤnge ziehe“, hob der Minister an, „so kann ich doch nicht umhin, Einsges auf die Einwendungen zu erwiedern, die gegen den verlangten Kredit erho⸗ ben worden sind. Zunaͤchst wende ich mich zu dem, dem Ministe⸗ rium gemachten Vorwurfe, daß es das Urtheil der Kammer scheue und der Majoritaͤt auszuweichen suche. Aehnliches ist indessen seit 20 Jahren schon so oft gesagt worden, daß es mich wenig kuͤmmert. In dem gegenwaͤrtigen Falle haben wir es mit zwei verschiedenen Parteien zu thun, von denen die eine uns zu den geheimen Ausgaben gar nichts, die andere aber 200,000 Franken weni⸗ ger bewilligen will, als wir verlangen. Gestatten Sie mir, daß ich zuvoͤrderst meine Meinung uͤber das angeblich Unmoralische der von uns gemachten Forderung abgebe. Gewiß giebt es Nie⸗ mand unter Ihnen, der nicht die Nothwendigkeit einer geheimen Polizei einsaͤhe; was man von der Unsittlichkeit einer solchen Poli⸗ zei sagt, liebe sich eben so gut von der oͤffentlichen Polizei sagen; wer also gegen die erstere eifert, thut es gewiß mehr aus Affectation, als aus einem sittlichen Gefuͤhle. Gleich wie es eine offene Poli⸗ zei giebt, die den Uebelthaͤtern nachspuͤrt, melche nach dem Leben oder dem Eigenthum der Buͤrger trachten, also bedarf es auch ei⸗ ner geheimen, die jene anderen Uebelthaͤter beaufsichtige, welche sich gegen die Sicherheit des Staates verschwoͤren. Ich glaube daher daß der Parteigeist allein sich gegen die geheime Poli⸗ zei erhebt, und dies wundert mich nicht, denn nach seiner Ansicht ist es Jedermann erlaubt, die Regierung anzugreifen, dieser aber nicht, sich zu vertheidigen. Wird die Regierung durch die materielle Gewalt, durch die Presse oder auf der Rednerbuͤhne angefochten, so ist dies ganz recht; vertheidigt sie sich aber in den Straßen, so nennt man sie eine meuchlerische Regierung: will sie die Verschwoͤrer bewachen, so beschuldigt man sie des Spionir⸗ Handwerks; bedient sie sich der Presse, so sagt man, daß sie die Schriftstellerei herabwuͤrdige und sich ihre Organe erkaufe; recht⸗ fertigt sie sich endlich auf der Rednerbuͤhne, so wirft man ihr Bit⸗ terkeiten und Recriminationen vor. Dies ist die Gerechtigkeit des Parteigeistes, und sie scheint mir hinlaͤnglich, um zu beweisen, daß die Einwendungen unserer Gegner reine Oeclamationen sind; waͤren sie am Ruder, so wuͤrden sie eben so wenig einer geheimen Polizei entbehren koͤnnen, denn ohne eine solche waͤre es ihnen unmoͤglich, die Komplotte gegen die Regierung zu entdecken Ich will nicht be⸗ streiten, daß dies nicht ein Uebel sey, aber es laͤßt sich einmal nicht aͤn⸗ dern. Ich komme jetzt auf den Betrag der verlangten Summe zu sprechen; man sagt uns, daß diese Summe zu stark sey; ich frage: was wißt Ihr davon? Was mich betrifft, so kann ich in meinem und im Na⸗ men der Regierung versichern, daß wir eines Zuschusses von 1,200,000 Fr. dringend beduͤrfen, und daß es im Vergleiche mit fruͤheren Zeiten auch keinesweges zuviel ist, wenn die geheime Polizei jetzt jaͤhrlich 2,400,000 Fr. kostet. Unter der Kaiserl. Regierung wurden 7—8 und in den ersten Jahren der Restauration 5 6 Millionen darauf verwandt, und noch unter Heren von Martignac, d. h. in der ru⸗ higsten Periode der vorigen Negigeget⸗ war das Minimum 1,700,000 Fr. Hiernach moͤchte bei der gegenwaͤrt gen bewegten Zeit eine Summe von 2,400,000 Fr. mit den fruͤheren nicht im Mißverhaͤltnisse ste⸗ ben.“ Der Minister widerlegte hier die von der Oppositions⸗ Partei aufgestellte Behauptung, daß aus den geheimen Fonds zugleich die Mehr⸗Ausgabe fuͤr den neuen Gerichts⸗Caal des Pairshofes ge⸗ deckt werden solle, indem er erklaͤrte, daß der Bau an sich nicht mehr als 360,000 Fr. koste, die dazu verwandten Materialien aber den Un⸗ ternehmern gehoͤrten, da nach der Absicht der Kammer der Saal nur ein provisorischer habe seyn sollen, um nach dem Prozesse wie⸗ der abgetragen zu werden. „Man hat uns“, fuhr Herr Thiers fori, „noch einen andern Vorwurf gemacht: wir sollen einen Theil der jeht von uns verlangten Summe schon im Voraus dazu ver⸗ wandt haven, den Spanischen Insurgenten durch polizeiliche Maß⸗ regeln jede Zufuhr abzuschneiden, indeß das Observations⸗Corps hierfuͤr haͤtte Sorge tragen koͤnnen. Ob dies letztere moͤglich waͤre, daruͤber mag der General Harispe selbst entscheiden: er Feeednen olizei⸗

eamten angestellt werden, um die Graͤnze Tag und Nacht zu bewachen.

Daß sich aber eine Gebirgskette nicht dergestalt bewachen laßt, daß sich

Fahe hier und da ein Mann oder ein Transport sollte uͤber die Graͤnze chleichen koͤnnen, versteht sich von selbst; unsere Aufgabe kann nur seyn, jedwede Verbindung moͤglichst zu erschweren. Was endlich

den bevorstehenden großen Prozeß betrifft, auf den man im Laufe dieser Debatte gleichfalls hingewiesen hat, so wird mir allerdings Federmann zugestehen, daß derselbe außerordentliche und, ich kann sagen, betraͤchtliche Beaufsichtigungs⸗Maßregeln unumgaͤnglich erfor⸗ dert. Dies ist die Antwort auf die uns gemachten Einwendun⸗ gen. Ich erlaube mir jetzt noch, einige Bemerkungen uͤber das System der Regierung hinzuzufuͤgen, das auch bei dieser Gelegen⸗ heit wieder von mehreren Seiten angefochten worden ist. Man be⸗ hauptet, sobald es darauf ankomme, die Vortrefflichkeit dieses Sy⸗ stems herauszustreichen, machten wir stets die glaͤnzendste Schilderung von der Lage des Landes, sobald wir aber Geld brauchten, verfinstere sich unser Bild und wir spraͤchen nur noch von den Gefahren, die der Regierung drohten. Ich erwiedere hierauf, daß, wenn wir unser System und dessen Resultate loben, wir nicht uns, son⸗ dern das Land loben, das durch die Art, wie es sein Wahlrecht aus⸗ geuͤbt, die Beibehaltung jenes Systems moͤglich gemacht hat. Aus dem Umstande aber, daß das Land sich der Wohlfahrt erfreut, geht noch keinesweges hervor, daß es nicht noch manche hochwichtige Frage gebe, von deren Loͤsung das Heil oder das Verderben dessel⸗ ben abhaͤngt. Wer wuͤrde z. B. leugnen, daß die gegenwaͤrtige Lage Englands, ungeachtet seiner materiellen Wohlfahrt, von der ern⸗ stesten Natur ist? Aber noch mehr: in Spanien wuͤthet der Buͤr⸗ gerkrieg, und doch ist seltsamer Weise die materielle Lage dieses Lan⸗ des guͤnstiger, als sie es seit Langem gewesen. Ich ziehe hieraus den Schluß, daß unsere Regierung, bei aller Wohlfahrt Frankreichs, sich der Schwaͤ⸗ che und eines Mangels an Vorsicht schuldig machen wuͤrde, wenn sie sich die Gefahren verhehlen wollte, die ihr moͤglicher Weise noch immer droben koͤnnen. Die Parteien haben auf ihre Plaͤne und ihre Hoffnungen noch nicht verzichtet; sie treiben ihr Wefen zwar nicht mehr so of⸗ sen wie fruͤher, aber dies erheischt nur eine um so groͤßere Wach— samkeit. Und jetzt nur noch ein Wort uͤber das Ibhnen vorgeschla⸗ gene Amendement. Ich gestehe, daß ich den Zweck desselben nicht recht begreife, denn dem Lande eine Ersparniß von 200,000 Fr. zu bewirken, dies kann die wahre Absicht nicht seyn. Es muß jenem Antrage also eine andere zum Grunde liegen, und ich bitte um die Erlaubniß, sie unumwunden aufzudecken. (Hoͤrt, hoͤrt!) Man muß die Sache bei ihrem wahren Namen nennen; es war die Absicht, dem Ministerium eine Niederlage beizubringen.“ Herr von Gram⸗ mont: „Ja wohl!“ Herr Thiers „Sehr schoͤn! Geben Sie es nur zu! Fch finde es ganz natuͤrlich, wenn man ein Ministerium im Großen angreift, und ich wuͤrde in dieser Beziehung ganz eben so handeln, wie meine ehrenwerthen Gegner von der Opposition. Ich begreife, daß man die Absicht haben kann, es zu stuͤrzen; dazu hat man volles Recht, ein Recht, das die Verfassung auszuuͤben ge⸗ stattet. Sie werden uns nicht, wie die Minister der Restauration, daruͤber staunen sehen, daß man uns stuͤrzen will. Sie sind dabei in ihrem guten Recht, wenn Sie es von der Tribuͤne herab thun, ohne die Koͤnigl. Praͤrogative za beeintraͤchtigen. Daß man aber ein Mini⸗ sterium schwaͤchen will, ohne es zu stuͤrzen, das ist es, was ich un⸗ ter keiner Regierung begreisen wuͤrde. (Ziemlich allgemeiner Bei⸗ fall.) Wohlan denn, meine Herren, erläͤuben Sie mir, es Ihnen zu sagen; ich finde nichts Arges darin, daß man uns stuͤrzen will man stuͤrze uns, wenn man kann aber daß man uns schwaͤchen will, das koͤnnen wir nicht zulassen. Und das ist es doch allein, was man will; ich sage es ganz offen: wenn das Amendement durch⸗ geht, dann wird es heißen: Das Ministerium ist geschwaͤcht, sehr geschwaͤcht, es hat einen bedeutenden Stoß erlitten: Und man wird dann zu den Ministern sagen: „Ihr braucht Euch keinesweges zuruͤck⸗ zuziehen! Das wuͤrde von zu großer Empfindlichkeit zeugen; ein Ministerium muß bei der Freiheit der Debatten mehr als das vertragen koͤnnen: es hat sich einem Amendement unter⸗ werfen muͤssen; das koͤmmt wohl jedem Ministerium einmal vor; deshalb darf es von seinen Baͤnken nicht weichen; es ist zwar geschwaͤcht, aber was schadet das? Die Kammer wird ein wenig mehr Unabhaͤngigkeit gewinnen, das Ministerium wird etwas an Ansehen verlieren; bei alledem ist kein großes Ungluͤck.“ Mit solchen Gedanken traͤgt man sich wohl; aber erlauben Sie mir, zu behaupten, daß dies nicht der einer wahren Repraͤsentativ⸗Regie⸗ rung angemessene Gesichtspunkt ist. Unter einer solchen Regierung muß man das bestmoͤgliche Ministerium wuͤnschen, welches man 11 denken kann, und wenn es nichts taugt, muß man es stuͤrzen; ist es aber gut, dann darf man es nicht schwaͤchen. Das Land kann dabei nichts gewinnen. Was im vorigen Sommer und zu Anfange dieses Winters vorgefallen ist, war nur die Folge einer solchen politischen Schwaͤchung, die ich mir weder in meinem, noch in dem Namen meiner Kollegen gefallen lassen kann; denn man kann es wohl ertragen, nicht mehr Minister zu seyn; das ist kein großes Ungluͤck; aber ein ohnmaͤchti⸗ ger, geringschaͤtzig behandelter Minister zu seyn, das kann man nicht ertragen. Wenn man Minister ist, muß man das Wohl des Landes beföͤrdern, und das ist durch schwache Haͤnde niemals moͤg⸗ lich. Also nicht aus Eigenliebe, sondern aus Pflichtgefuͤhl und um es nicht noch einmal zu jenen beklagenswerthen Verhaͤltnissen kom⸗ men zu lassen, von denen Sie vor wenigen Monaten Zeuge waren, weisen wir Alles zuruͤck, was unsere Macht schwaͤchen koͤnnte. (Beifaͤllige Aeußerungen auf der linken Seite.) Entweder ein star⸗ kes Ministerium oder das bestehende gestuͤrzt und ein anderes an dessen Stelle gesetzt. Sonst muͤssen die oͤffentlichen Angelegenheiten ins Stocken gerathen, nichts kann schnell und kraͤftig, nichts zum wahren Nutzen des Landes ausgefuͤhrt werden. Ich fuͤr mein Theil, ich wiederhole es, kann diese Art und Weise, eine Regierung anzugreifen, nicht verstehen; ich kann es nicht begreifen, was man damit bezweckt, daß man 1 Million anbietet, wenn 1,200,000 Fr. gefordert werden; daß man, wenn es sich etwa um die Redaction eines Satzes handelt, ihn doppelsinnig redigirt, in einem guten Sinn, den man hier am Tage der Abstimmung zeigt, und in einem schlimmen, den man am solgenden Tage draußen zur Schau traͤgt. (Sehr gut!) Ich be⸗ greife, wie gesagt, dies Verfahren nicht. Ich gestehe ein, daß ich hier in meiner Freimuͤthigkeit etwas weit gehe. (Stimmen zur Lin⸗ ken: „Nein, nein!, Aber ich hoffe, daß Jedermann oder doch fast Jedermann mir dafuͤr Dank wissen wird. (Allgemeines Gelaͤchter.) Ich hoffe, sage ich, daß die politischen Debatten dabei an Wahrheit und Offenheit gewonnen haben werden. Damit will man sich nicht dem Koͤnig⸗ thum oder der Majoritaͤt aufdringen. Das Koͤnigthum und die Majori⸗ taͤt verstehen jetzt die Repraͤsentativ⸗Regierung sehr gut. Unsere Sprache laͤßt sich ganz einfach auf folgende Worte zurbchübren. Man sagt zu der Majoritaͤt; Thut Euch kund; wenn Ihr Euch werdet kund gethan haben, wird das Koͤnigthum Euch verstehen. Das ist keine Demuͤthigung, denn Sie wissen es, die Majoritaͤt ist immerdar frei; sie ist keinen Kontrakt auf so oder sondern

keine so lange eingegangen, wenn sie sich kund gethan hat, so baut sie auf sich selbst. Sie bleibt frei, aber sie zaͤhlt auf sich;

die Regierung zaͤhlt ebenfalls auf sie

und auf sich, und Jedermann weiß, woran er ist. Das ist die

Rhe . Offenheit der Repraͤsentativ⸗Regierung.“ (Ja wohl! ehr gut!

Nach dieser Rede folgte eine lange Pause, waͤhrend welcher der Minister die Gluͤckwuͤnsche einer um ihn herum sich draͤn⸗

genden großen Menge von Deputirten empfing. Herr Teste, bekanntlich ein Mitglied des sogenannten tiers-parti, fand sich durch den Vortrag des Ministers zu einigen Gegenbemerkungen veranlaßt.

„„M. H.“, so hob er an, „zwei Bewe mich auf meinen anfaͤnglichen Vorsatz, in d zu ergreifen, Verzicht leisten hießen, und wie ander auch waren, beide brachten in mir die vor. Einerseits waren es Herausforderungen Freunde und mich, von Maͤnnern ausgegangen, die sich weder auf demselben Wahlplatz noch in denselben Ueberzeugungen zu begegnen pflegen. „„„Der Augenblick ist gekommen““, sagte man, „„wo das, was man eine unbestimmte und schwankende Meinung in der Kam⸗ mer zu nennen beliebt, sich scharf herausstellen, wo mit einem Worte (denn ich kann hier der Zuruͤckhaltung des Herrn Ministers des In⸗ nern nicht folgen) der tiers-parti endlich bervortreten muß.“ Meh⸗ rere Stimmen: „Gut, er trete bervor!“ Herr Teste: „Nicht ich fuͤhre diese Rede, meine Herren, ich wiederhole nur die Worte des Herrn Havin und andere Worte, die von der Ministerbank ausgegangen sind; ich werde meine Sprache sogleich hoͤren lassen, man gedulde sich also nur: „„Der tiers-parti soll endlich auftreten. Der Minister hat den Handschuh hingeworfen, er fordert ein Votum des Vertrauens, er moͤchte es gern mit allgemei⸗ nem Stimmenruf. Ein Jeder spreche nun seine Meinung aus!„ So hat man gesprochen. Wohlan, meine Herren, gerade um dieser Aufforderung willen hatte ich, fuͤr mein Theil, beschlossen, mich mit einem stummen Votum zu begnuͤgen und die Erklaͤrungen des Herrn Ministers abzuwarten, um aus ihnen die Mittel zu schoͤpfen, meine Ansicht festzustellen und uͤber den verlangten Kredit gewissenbaft und nach mei⸗ ner persoͤnlichen Ansicht von der allgemeinen Lage des Landes zu votiren. Da trat Herr Jouffroy auf und unternahm mit einem Talente, das ich bewundere, ohne daß es mich uͤberraschte, die Beweisfuͤhrung, daß wir in dem vollkommensten Einklange mit einander staͤnden (an⸗ haltendes Gelaͤchter); daß die Streitigkeiten zwischen der Opposition und dem Ministerium so geringfuͤgig seyen, daß sie nur auf gewissen Formen in der Anwendung der naͤmlichen Prinzipien beruhten; und fuͤr den tiers-parti stehe es noch viel besser, hier sey die Nuance unwahr⸗ nehmbar. Bei dieser trostreichen Offenbarung fuͤhlte ich, wie mein halber Oppositionsgeist verschwand“... Eine Stimme zur Lin⸗ ken: „Halber Oppositionsgeist, das Gestaͤndniß ist naiv.“ Herr Teste: „Augenblicklich entschloß ich mich, diese Uebereinstimmung aller Meinungen, die uns Herr Jouffroy philosophisch auseinander⸗ setzte, nicht zu stoͤren, und bei meinem Schweigen um so hart⸗ naͤckiger zu beharren. Da zwingt mich der Herr Minister des Innern wider meinen Willen zum Sprechen, nicht etwa um in alle anziehende Einzelnheiten einzugehen, womit er seine Rede zum Ueberfluß gewuͤrzt hat, sondern weil ich, was mich angeht, diese neue Appellation des Ministers an das Vertrauen der Kammer als eine politische Ketzerei, als eine falsche Auslegung der Regeln der Repraͤsentativ⸗Regierung betrachte. (Anhaltende Bewegung.) Das ist's, was ich hier auszufuͤhren habe.“ Der Redner erkiarte nun zuerst, daß er fuͤr seine Person sich stets von allen vorgeblichen Ver⸗ schwoͤrungen gegen die Minister oder Frankreich entfernt gehalten babe; nur hindere ihn dies nicht, den Ministern in den parlamenta⸗ rischen Formen seine Abweichung von ihrer Politik auszudruͤcken Er fuͤhrte in Ansehung des Quotums der geheimen Zuschuͤsse das Wort des Ministers des Innern an, daß Herr von Martignac Mit⸗ tel gefunden habe, alle Beduͤrfnisse dieser Art mit 1,700,000 Franken zu bestreiten. „Nichtsdestoweniger“, fuhr er for „glaube ich, daß es erwiesen ist, welche schmaͤhliche Vergeudung, namentlich mit geheimen Ausgaben, die Restauration getrieben hat; was die Erhaltung der oͤffentlichen Sicherheit uͤbrig ließ, verschlan gen Remunerationen ohne Zahl, und doch kam man mit 1,700,000 Fr. aus. Ich will diese Analogie nicht weiter ausfuͤhren und be⸗ merke nur, daß Sie im vorigen Jahre nicht mehr als 2,400,000 F votirten, und daß diese hinreichten. Sind, frage ich nun, 1835 di Verhaͤltnisse noch die alten? Wie der Herr Minister des Innern selbst bekennt, so drohen uns keine Gefahren dieser Art weiter; die Factionen sind, wenn schon nicht mit der Wurzel ausgerottet, was sehr schwierig ist, wenigstens entwaffnet. Weder Assockationen noch Buͤrgerkrieg kehren uns zuruͤck; die Ruhe ist dauernd wiederherge stelt . und man verlangt fuͤr ein minder großes Erforderniß eine gleich starke Summe! Im Uebrigen ist es nicht der Betrag der verlangten Gelder, der mich hier beschaͤftigt, denn ich hatte, nach den etwa erfolgten Erklaͤrungen, entweder fuͤr das Amendemen oder fuͤr die Summe der Minister gestimmt. Eine Kabinets⸗Frage liegt uns vor. Erwaͤgen wir, ich will nicht sagen, die Loyalitaͤt woran ich nicht zweifele, sondern die Schicklichkeit in dieser Heraus Firderans Das Ministerium erdffnet die gegenwaͤrtige Oebatt urz vor dem Beginn eines großen Prozesses, der uͤberall der Ge⸗

enstand der groͤßten Meinungs⸗ Verschiedenheiten, der wichtigster

rwaͤgungen ist. In diesem Augenblicke sagt uns der Ministern Die Kammer erklaͤre sich fuͤr unser System, oder wir ziehen uns zuruͤck. Das kann, behaupte ich nun, den Ministern nicht Ernst seyn“ Herr Thiers „Allerdings.“ Herr Teste: Trotz Ihrer Beiahung und bei aller Achtung vor Ihrem volieschen Charak⸗ ter bleibe ich dabei: es ist nicht moͤglich; unter dem Einflusse jenes Prozesses kann kein neues Ministerium gebildet werden. Bedenken Sie, meine Herren, in welche Lage das Land durch den Ruͤckzug des Ministeriums versetzt werden wuͤrde.“ Eine Stimme zur Lin⸗ ken: „Sie wuͤrden eine Amnestie ertheilen.“ Herr Teste: „Fruͤber, ja⸗ aber jetzt ist eine Amnestie nicht mehr moͤglich. Ehe noch die Vorladungen ergangen und die Formen des Prozesses erschöpft waren, da konnte man das große Wort aussprechen und das Vorspiel zur Versohnung der Parteien treffen. Jetzt haben Sie nach unbegreiflichem Hin⸗ und Herschwanken die Zeit verloren und wollten nun Ihrem Nachfolger die Amnestie uͤbertragen?. Mebrere Stimmen: „Sie gehen zu geschwind; von Nachfolgern ist noch gar die Rede nicht; warten Sie das Scrutinium ab’“ Herr Teste: „Vor zwei, ja vor einem Monate konnten die Minister noch abtreten; allein fuͤnf Tage vor Eroͤffnung der Debatten sagen: „„Wir ziehen uns zuruͤck und uͤber⸗ lassen unsern Nachfolgern diese große⸗ Maßregel““, das geht nim⸗ mermehr an. Leuchtet Ibnen das ein, wie es uns einleuchtet, so gestehen Sie ein, daß Sie einen sehr seltsamen Augenblick gewaͤhlt haben, um der Kammer ein Votum des Vertrauens abzufordern. Gestehen Sie ein, daß ein unter solchen Umstaͤnden abgegebenes Votum nicht das guͤnstigste Zeugniß fuͤr Sie seyn wird. Ich fuͤhre, wie Sie sehen, eine voͤllig ruhige Sprache; Leidenschaft Niegt ganz außer meinem Charakter; Antipathieen und Feindschaft, wie uns gestern Herr Jouffroy aufbuͤrdete, sind mir fremd; im Gegentheil empfinde ich versoͤnliche Neigung fuͤr die Maͤnner am Staatsruder. Aber die Pflicht gebietet mir, nach meinen Eindruͤcken zu handeln. Fuͤr des Landes Ruhe 853 Gluͤck werde ich mein Votum niemals versagen. Mit dankenswerther Maͤßigung hat der Herr Minister des Innern

gruͤnde waren es, die eser Debatte das Wort entgegengesetzt sie ein⸗ naͤmliche Wirkung her⸗ an meine ehrenwerthen

einer parlamentarischen Meinung Erwaͤhnun ethan, die sich der Ovposition darin unterscheldet, daß ste darzuf auigeht, die Reven