8 3 statt des Herrn von Humidères zum Erzbischof von Avignon; der Abbé von Hercé, Pfarrer zu Laval, satt des Herrn von La
Motte⸗Vauvert zum Bischof von Vannes, und der Abbé von Jerphanion, Groß⸗Vikar von Bourges, an die Stelle des Herrn Dupont zum Bischof von St. Diez. Endlich der Abbé Thi⸗ bault, Kanonikus an der Kirche zu U. L. F. zu Paris, an die Stelle des Herrn Fournier zum Bischof von Montpellier.
Man will toissen, daß die General⸗Conseils, die gewoͤhnlich
schon in den Monaten Juni oder Juli zusammenkommen, sich diesmal wegen des großen Prozesses erst im August oder Sep⸗ tember versammeln wuͤrden. Eine große Menge von Pairs sind naͤmlich Mitglieder jener Conseils, und diese koͤnnten sich nicht an den Ort ihrer Bestimmung begeben, wenn der Prozeß, in dem sie das Richteramt ausuͤben, noch nicht beendigt waͤre.
Heute beginnt der Dr. Leo Simon aufs neue seine seit ei⸗
niger Zeit unterbrochen gewesenen oͤffentlichen Vorlesungen uͤber homoͤopathische Heilkunde.
2 “ Großbritanien und Irland. 1
London, 8. Mai. Vorgestern war Lever im St. James⸗ Palast, bei welcher Gelgenheit der Koͤnig die Adresse der Uni⸗ versitär Cambridge entgegennahm und darauf Folgendes erwie⸗ derte: „Mit Genugthuung empfange Ich den Ausdruck Ihrer heißen und unveraͤnderlichen Anhaͤnglichkeit an Meine Person und Regierung und baue mit Vertrauen darauf. In Bezug auf die große Frage, deren Sie erwaͤhnen, werde Ich aufs an⸗ gelegentlichste das Gutachten Meiner verantwortlichen Minister und des großen im Parlamente versammesten Raths der Na⸗ tion entgegennehmen. Ich kann nicht zweifeln, daß die von ihnen empfohlenen Maßregeln darauf berechnet seyn werden, die unversehrte Erhaltung der Kirche zu sichern und jede ihr drohende Gefahr abzuwenden.“ Hierauf hatte der
Mexikanische Gesandte, Herr Garro, seine Abschieds⸗Audienz bei
Sr. Maj., und der Griechische Gesandte, Herr Trikupis, uͤber⸗
reichte dem Koͤnige ein Schreiben seines Souverains. Der Her⸗ zog von Buccleuch, der Bischof von Winchester, der Bischof von
Ephin, Sir James Graham, der Erzbischof von York, der Erz⸗
bischof von Armagh, der Graf von Falmouth und mehrere an⸗ der: Personen hatten dann die Ehre, Sr. Maj. zahlreiche Adres⸗ sen zu uͤberreichen, in denen die Entlassung der vorigen Minister bedauert und um Schutz fuͤr die herrschende Kirche gebeten wird.
Eine zu Gunsten des jetzigen Ministeriums an den Koͤnig ge⸗
richtete Adresse der Einwohner von Elgin wurde vom Oberst Leith Hay uͤberreicht.
. Vorgestern zeigte Graf Shaftesbury in einer kurzen Sitzung
des Oberhauses an, daß Se. Majestaͤt fuͤr die Zeit, so lange das große Siegel in den Haͤnden einer Kommission bliebe, den
Oberrichter Lord Denman zum Praͤsidenten, und ihn, den Gra⸗
fen von Shaftesbury, zum Vice⸗Praͤsidenten des Oberhauses ernannt habe.
8 Lord John Russell arbeitete heute fruͤh im Departement des Innern, nachdem er daselbst, nach seiner Ruͤckkehr von Devon⸗
sshire, die Besuche der Kabinets⸗Minister empfangen hatte. Mor⸗
gen fruͤh um 11 Uhr soll im auswaͤrtigen Amte ein Kabinets⸗
Rath gehalten werden.
Heute fruͤh gab der Kanzler der Schatzkammer einer Depu⸗ ation, die aus Mitgliedern der Londoner Gesellschaften zur Ver⸗ reitung nuͤtzlicher Kenntnisse bestand, worunter die Herren Birk⸗
beck, Grote, Bowring, Hume und Roebuck, eine zweistuͤndige ZI Es handelte sich um die Aufhebung des Zeitungs⸗ Stempels.
Der heutige Courier meldet: „Der sehr ehrenwerthe Herr J. Littleton ist zum Pair erhoben worden, und zwar als Ba⸗ ron Hatherton von Hatherton in der Grafschaft Stafford. Der sehr ehrenwerthe General⸗Lieutenant, Sir John Byng, hat eben⸗ falls die Pair⸗Wuͤrde erhalten. Er ist Baron Stafford von Harmondsworth in der Grafschaft Middlesex geworden. Dieser Pair⸗Titel war fruͤher schon in der Familie der Byngs und wurde waͤhrend des kurzen Ministeriums im Jahre 1806 von Herrn Fox dem damaligen Parlaments⸗Mitgliede fuͤr Middlesex, Herrn Byng, aͤlteren Bruder des Sir John Byng, angeboten. Die offizielle Anzeige von diesen Pair⸗Creirungen wird heute Abend in der Hof⸗Zeitung erscheinen. Der ehrenwerthe Oberst George Anson tritt fuͤr Suͤd⸗Staffordshire, wo durch die Erhe⸗ bung des 188 Littleton zum Pair ein Parlamentssitz erledigt ist, als Kandidat auf und hat alle Aussicht auf Erfolg.“
Die Wahl in Suͤd⸗Devonfhire ist am 4ten beendigt worden und zum Nachtheil des Lord John Russell ausgefallen. Bei der definitiven Abstimmung ergaben sich fuͤr ihn nur 3128 Stim⸗ men, waͤhrend sein Gegner, Herr Parker, deren 3755 und also eine Majoritaͤt von 627 Stimmen fuͤr sich hatte. Letzterer ist demgemaͤß am 7ten von dem Ober⸗Sheriff der Grafschaft zu de⸗ ren Repraͤsentanten im Parlamente erklaͤrt worden. Die mini⸗ steriellen Blaͤtter suchen ihren Schmerz uͤber diese Niederlage des Vorkaͤmpfers der letzten Opposition durch die Behauptung zu ver⸗ bergen, daß man daraus nicht im entferntesten auf eine Abnahme der Anhaͤnglichkeit an die Grundsaͤtze der Reform im Allgemei⸗ nen zu schließen habe, ja, sie wollen sogar versichern, daß die Majoritaͤt der Konstituenten des Lord Russell keinesweges sein Benehmen waͤhrend der letzten Parlaments⸗Session mißbillige, und schreibt den Sieg des Herrn Parker nur den groͤßten An⸗ strengungen der Tories zu, die, wie jene Blaͤtter sagen, jedes Mittel angewandt haͤtten, um ihrem Kandidaten den Sieg zu verschaffen, was ihnen hauptsaͤchlich durch den Beistand der Geist⸗ lichkeit gelungen sey, die es als die Absicht Lord Russell's erklaͤrt habe, den Katholizismus zur herrschenden Religion zu machen. Lord Russell selbst spricht sich in dieser Beziehung in einer nach Beendigung der Wahl an seine fruͤheren Kommirtenten ge⸗ richteten Adresse folgendermaßen aus: .
„Es ist mein Trost“, heißt es in derselben, „daß mir die Ueber⸗ zeugung bleibt, auf keine Weise von den Grundsaͤtzen abgewichen zu seyn, welche mir urspruͤnglich den Anspruch auf Ihre Unterstuͤtzung erwarben. Beruhigend ist es zugleich fuͤr mich, daß ich es mit den waͤrmsten Gefuͤhlen der Dankbarkeit anerkennen kann, wie kraͤftige Beweise von Eifer und Achtung ich von den Freunden erlangt habe, deren unbestrittenen Werth und richtiges Urtheil ich auf das doͤchste schaͤtze. Den Wirkungen der Einschuͤchterung und des ungebuüͤhrenden Einflusses, der temporairen Bestuͤrzung schwacher Geister, wel⸗ che durch die Erneuerun des Geschreies „kein Papstihum“ verursacht wurde, den Vortheilen, welche man sich durch unwahrheit und Verleumdung bei Ununterrichteten zu erwer⸗ ben wußte, und endlich dem großen Eifer, mit dem meine Gegner die Einregistrirung ihrer Freunde und Untergebenen betrie⸗ ben haben, diesem Allen muß meine Niederlage zugeschrieben wer⸗ den. Wenn ich jedoch den auf diese Weise bei einer einzigen Wahl erlangten Vortbeil mit dem langen, kraftigen und populairen, den⸗ noch aber erfolglosen Widerstande vergleiche, welcher den Forderun⸗ gen der Katholiken entgegengestellt wurde, so kann ich nicht umhin, uͤberzeugt zu werden, daß die Liberalitaͤt, die Toleranz und die Wahrheit Wurzel gefaßt haben, und daß unconssitutionnelle Dro⸗ hungen, eingewurzelte Vorurtheile und kleinliche Verleumdung, welche so erfolgreich gegen mich gewesen sind, vor dem Fortschreh⸗
8 F.·
8 „ “ S 2 ee, b 1 en politischer Freiheit und der Verbreitung religioͤser Toleranz zu⸗ ruͤckschrecken werden.“ t
Von mehreren Seiten wird bei dieser Gelegenheit wieder die Nothwendigkeit geheiqer Abstimmung in Anregung gebracht, so sehr sich auch eine bedeutende Anzahl von Reformern fortwaͤh⸗ rend dagegen ausspricht, weil sie davon die Untergrabung der Moralitaͤt unter dem Volke im Allgemeinen befuͤrchten. Lord Russell selbst scheint sich noch nicht dafuͤr entschieden zu haben, wie aus einer Antwort hervorgeht, welche er bei seiner Ruͤckkehr von dem Wahlort, einem Herrn in Salisbury ertheilte, welcher sich nebst Anderen, ihn zu bewillkommnen, eingestellt hatte. „My⸗ lord“, sagte dieser, „Ihre Niederlage hat mich von der Noth⸗ wendigkeit der geheimen Abstimmung uͤberzeugt”“, worauf Lord Russell erwiederte, daß er dessen nicht so gewiß sey. Nach einer Behauptung der Times soll Lord Russell die Absicht haben, sich uͤr Sir John Byng, der, wie es heißt, zum Pair erhoben ist, als Kandidat in der Grafschaft Middlesex in Vorschlag brin⸗ gen zu lassen, wo dann Sir Robert Peel, der, wie man sagt, die Chiltren Hundreds annehmen wird und sich deshalb einer neuen Wahi unterziehen muͤßte, als sein Gegner auftreten will.
In Plymouth ist es bei der Wahl fuͤr Suͤd⸗Devonshire zu einigen Unruhen gekommen; es mußte eine groͤßere Anzahl von Konstablers vereidigt werden, aber auch dies war nicht hinrei⸗ chend, so daß zuletzt das Militair zu Huͤlfe eilen mußte, wodurch die Ruhe hergestellt wurde. Auch in Dublin hat ein gegen Re⸗ dacteure konservativer Zeitungen gerichteter Auflauf stattgefunden. Mehrere Polizeidiener, die der Poͤbel am Einschlagen der Fen⸗ ster in den Burecaus dieser Zeitungen hindern wollten, wurden uͤberwaͤltigt und schwer verletzt.
Die bedeutendsten der noch nicht erwaͤhlten ministeriellen Kandidaten sind der Lord⸗Advokat von Schottland, Herr Mur⸗ ray, und Lord Morpeth. Der Erstere ist in Leith in Vorschlag gebracht, und hat am ersten Tage der Wahl 718 Stimmen fuͤr sich gehabt, waͤhrend sein Gegner, der Vice⸗Admiral Sir David Milne, nur 423 Stimmen zaͤhlte. Da nun die Gesammtzahl der Stimmenden 1549 ist, so muͤßte der Letztere, um noch den Sieg zu gewinnen, zwei Drittheile der uͤbrigen Stimmen fuͤr sich zu erlangen wissen. Man haͤlt daher die Erwaͤhlung des Lord⸗Advokaten fuͤr sicher. Lord Morpeth ist vorgestern in dem westlichen Theile von Yorkshire durch Lord Milton in Vorschla gebracht und als Kandidat angenommen worden. Es hat sich darauf ein Comité gebildet, um ihn durch Subscription fuͤr die noͤthigen Ausgaben bei der Wahl zu entschaͤdigen. Sein Gegner ist Herr Wortley. Von den uͤbrigen ministeriellen Beamten, welche sich einer Wiedererwaͤhlung unterziehen mußten, ist der Oberst Leith Hay zu Elgin, der General⸗Fiskal fuͤr Irland, Herr O'Loghlin, in Dungarvon, und endlich der General⸗Advokat R. C. Fergusson in Kirckeudbright erwaͤhlt worden.
Der Courier spottet uͤber die Bemerkung der „Morning Post“, daß wahrscheinlich Herr Fox Maule und Lord Fordwich die Debatten im Unterhause leiten wuͤrden. „Der Letztere“, sagt der Courier, „ist gar nicht Parlaments⸗Mitglied, auch ist uͤber⸗ haupt das Geruͤcht nicht gegruͤndet, daß er zum Unter⸗Secretair im Departement der auswaͤrtigen Angelegenheiten ernannt worden sey. Ueberdies sind ja Herr Spring Rice, Sir John Hobhouse und andere Minister da, die das Wort im Unterhause fuͤhren koͤnnen.“ 1
Es soll nicht nur gegen Herrn Morgan O Connell (vergl. den Artikel London im gestrigen Blatte der St. Z.), sondern auch gegen Herrn d'Israeli in Folge der zwischen Beiden statt⸗ gefundenen Korrespondenz ein Verhafts⸗Befehl erlassen und Bei⸗
eyn. 1 b Im Gemeinde⸗Rath hat wieder eine Debatte uͤber das Be⸗ nehmen des Lord-Mapors stattgefunden, die jedoch zu keinem Resultate fuͤhrte.
Der Globe versichert, daß das Ministerium fuͤr jetzt noch keinen neuen General⸗Statthalter fuͤr Ostindien an die Stelle des Lord Heytesbury zu ernennen gedenke, sondern daß er erst mit Lord William Bentink daruͤber zu Rathe gehen wolle, der binnen kurzem in England zuruͤck erwartet werde.
Der Contre-⸗Admiral Lewis hat sich in einem Anfall von Wahnsinn erschossen. I
Herr Joseph Planta, der unter dem vorigen Ministerium Kommissar der Ostindischen Kontrolle war, ist schwer erkrankt.
Der Globe will wissen, daß die Koͤnigin von Portugal auf den ü69 gemachten Vorschlag, sich mit dem Herzog Maximilian, dem Bruder ihres verstorbenen Gemahls, zu vermaͤhlen, vollkom⸗ men eingehe, und daß auch die Schwester des Herzogs, die Her⸗ zogin von Braganza, dieses Buͤndniß billige, daß man aber glaube, die Mutter des Herzogs, die uͤber ihn zu bestimmen habe, da er noch minderjaͤhrig sey, duͤrfte sich diesem Plan aus mehreren Gruͤnden widersetzen.
Der Kutter „Osprey“, der am 29sten v. M. Lissabon verließ, ist in Falmouth angekommen und uͤberbringt die Nach⸗ richt von einer theilweisen Veraͤnderung des Portugiesischen Mi⸗ nisteriums. Der Herzog von Palmella und Herr Barreto Fer⸗ raz, Minister der Justiz, scheiden aus und werden durch den Grafen Linhares, einen Schwiegersohn des Ersteren, und Herrn Leitao ersetzt. Die Ursache dieser Veraͤnderung wird nicht ange⸗ geben, jedoch glaubt man, dieselbe werde keine nachtheilige Folgen haben koͤnnen, da die beiden neuen Minister als durchaus tuͤch⸗ tige Maͤnner bekannt sind, und der Herzog von Palmella das Praͤsidium in der Pairs⸗Kammer beibehaͤlt. Die Cortes sind ge⸗ schlossen worden, und Donna Maria hat bei dieser S eine lange Rede vom Thron gehalten. (S. Portugal.
In hiesigen Blaͤttern wird gemeldet, es sey am 2ten d. ein nach London bestimmter Courier mit Depeschen von Lord Elliot durch Bayonne gekommen, und den Lord selbst habe man am 4ten dort erwartet; 16 von Zumalacarreguy gefangen genomme⸗ nen Christinos soll durch die Verwendung des Lord Elliot das Leben gerettet worden seyn, und er soll uͤberhaupt gehofft haben, es werde ihm gelingen, zwischen den beiden streitenden Parteien ein Cartel zu Stande zu bringen. Uebrigens schien es sich, nach diesen Nachrichten, zu bestaͤtigen, daß die Arrière⸗Garde des Ge⸗ nerals Valdez in den Amescoas einigen Verlust erlitten, und es hieß sogar, das Gepaͤck des Ober⸗Befehlshabers und des Gene⸗ rals Cordova sey in die Haͤnde der Karlisten gefallen.
Kap⸗Zeitungen vom 22. Februar melden, daß die Kaffern sich jetzt uͤber den Fisch⸗Fluß zuruͤckgezogen und schon in ihrem eignen Gebiete Niederlagen erlitten hatten.
In Macao erscheint jetzt eine Portugiesische Zeitung unter dem Titel „Chronica de Macao.“
1
Niederlande.
Aus dem Haag, 8. Mai. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Oranien ist heute mit seinen beiden juͤngeren Soͤhnen nach dem Helder abgegangen, um die Fregatte in Augenschein zu neh⸗
“
men, auf welcher der Prinz Friedrich Heinrich binnen kurzem die Reise nach Westindien unternehmen wird. 1“
den fuͤr ihr ruhiges Verhalten Buͤrgschaft abgefordert worden
Der Erbprinz von Oranien hat nach dem Besuche, den Hoͤchstderselbe kuͤrzlich mit der Koͤnigl. Familie in Amsterdam abgestattet, wiederum angefangen, die Vorlesungen auf der Uni⸗ versitaͤt Leyden zu besuchen. Dem kuͤrzlich im Haag mit großem Beifall aufgetretenen Franzoͤsischen Schauspieler Chollet hat der Erbprinz eine goldene Dose geschenkt.
Belgien. ;“
Bruͤssel, 7. Mai. Der Englische Ingenieur Herr Ste, phenson, Erbauer der neuen Eisenbahn, ist zum Ritter des Leo, pold⸗Ordens ernannt worden; er ist gestern nach London zuruͤck⸗
ereist. 3 Der bekannte Professor Warnkoͤnig hat einen Ruf nach Deutschland erhalten. Bei seiner schlechten Besoldung in Bel⸗ gien fuͤrchtet man, daß er uns verlassen werde.
Die gestern in die Grundlage der Meilen-⸗Saͤule der Eisen⸗ bahn niedergelegte Medaille zeigt auf der einen Seite das Por⸗ trait Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, von Braemt, und fuͤhrt auf der Kehrseite folgende Inschrift: „Am 5. Mai 1835, im 4. Jahre der Regierung Leopolds I., ist durch den Ritter de Theux de Meylandt, Minister des Innern, der Inaugural⸗Stein zu dem durch das Gesetz vom 1. Mai 1834 dekretirten Eisenbahnen⸗Sustem gelegt worden. — Simons unz de Ridder, Ingenieurs.“ — Das PpProtokoll der Inauguration der Eisenbahn ist durch die Minister des Innern, der Justi, der Finanzen und des Krieges, durch den Staats⸗Minister Gra⸗
praͤsentanten⸗Kammer und durch die hier akkreditirten Geschaͤfts traͤger der verschiedenen Maͤchte unterzeichnet worden. — Durch einen Beschluß des Ministers des Innern sind die Abfahrtsstun⸗ den auf der Section der Eisenbahn von Mecheln nach Bruͤsse auf folgende Weise festgestellt: Von Bruͤssel: um 9 Uhr Mor⸗ gens, um 2 Uhr Nachmittags und um 5 ½ Uhr Abends. — Von Mecheln: um 10 Uhr Morgens, um 4 Uhr Nachmittags und um 6 ½ Uhr Abends. Diese Abfahrten werden am §8. Mai beginnen.
Am 6ten Nachmittags erhielt die Garnison von Loͤwen Be⸗ fehl, sich bereit zum Aufbruche zu halten. Das Geruͤcht wat verbreitet, es sollten sich Zusammenrottungen laͤngs der Eisen⸗ bahn bilden. Dieses Geruͤcht war zum Gluͤck grundlos, und nichts Aehnliches hatte zu Bruͤssel verlautet.
Deutschland.
Hannover, 9. Mai. Die seit laͤngerer Zeit mit dem Hen⸗ zogthume Braunschweig gefuͤhrten Verhandlungen uͤber eine Ver⸗ einigung desselben und des Koͤnigreichs Hannover zu einem ge⸗ meinschaftlichen Systeme der Zoͤlle und Verbrauchs⸗Steuern, sind, nachdem die beiderseitigen Staͤnde⸗Versammlungen ihre Zustim⸗ mung erklaͤrt haben, nunmehr dahin gediehen, daß in der naͤch⸗ sten Woche die desfallsigen Gesetze und Verordnungen werden erscheinen koͤnnen.
Dem Vernehmen nach, soll auch in diesen Tagen ein Ver⸗ trag wegen des Postwesens zwischen unserer und der Braun⸗ schweigischen Regierung abgeschlossen seyn.
Hamburg, 9. Mai. Auf das von Herrn Eduard Wit⸗ helm Berkemeyer uͤbergebene Patent, nach welchem derselbe zum General⸗Konsul der Argentinischen Republik hierselbst ernannt worden, hat der Senat denselben in solcher Eigenschaft anerkannt.
Oesterreich.
Wien, 8. Mai. Am 4ten d. M. begab sich eine zahlreiche Deputation der Staͤnde des Koͤnigreichs Boͤhmen aus dem Ge⸗ baͤude der Boͤhmischen Hof⸗Kanzlei im feierlichen Zuge nach der Hofburg, um Sr. Majestaͤt dem Kaiser und Koͤnig die Gefuͤhle des tiefen Schmerzes uͤber den erfolgten Hintritt des hoͤchstseligen Monarchen und zugleich die Gluͤckwuͤnsche zur. Allerhoͤchsten Thronbesteigung ehrerbietigst auszudruͤcken. Der Oberste Kanz⸗ ler, Graf von Mittrowsky, welcher wegen Dienstes⸗Verhinderung des Oberst⸗Burggrafen, Grafen von Chotek, als oberster Landes, Offizier im Koͤnigreiche Boͤhmen, die Deputation anfuͤhrte, hiel nachfolgende Rede:
„Allerdurchlauchtigster Kaiser und Koͤnig! Allergnäaͤdigster Herr! Mit Gefuͤhlen zweifacher Art nahen sich die Abgeordneten der Staͤnde Boͤhmens dem Throne Eurer geheiligten Majestaͤt; auch Boͤhmen empfindet, wie jedes dem Kaiserlichen Scepter unterwor⸗ fene Land, innig und tief den Hintritt seines heißgeliebten Landes⸗ vaters, dessen Weisheit und Milde so viel Segen und Wohlfahrt
Herrschaft Boͤhmens Wobhlstand, trotz den Stuͤrmen der Zeit, zu einer so seltenen Hoͤhe stieg. Die unparteiische Richterin der irdi⸗ schen Herrscher, die Nachwelt, wird ihn den gefeiertesten Regenten, in deren Haͤnden je das Ruder eines Staates lag, an die Seilte sll⸗ len, uns aber ist der Trost geblieben, daß Eure Majfestaͤt, der cr⸗ lauchte Erbe der Tugenden des verewigten Monarchen, auch der Erbe seines Thrones und Reiches sind, und daß die Liebe, mit wel⸗ cher der Unvergeßliche Seine Unterthanen umfaßte, und die er ihnen im Augenblicke des Scheidens als ein heiliges Vermaͤchtniß binterließ⸗ in der Brust Ew. Maj. fortlebt. — Eingedenk dieser Liehe und des Ent⸗ schlusses Ew. Maj., im Sinne und Geiste Allerhoͤchstihres erhabenen Vaters fort zu regieren, richtet auch Boͤhmen, welches mit Freudt und Stolz auf seine Vergangenheit zuruͤcksieht, getrost seinen Blick in die Zukunft und bofft, daß unter dem segenreich en Scepter En. Majestaͤt auch fernerbin Boͤhmens Ackerbau gedeihen, die Wisfen⸗ schaft bluͤhen, die Kunst sich entfalten wird. — Von solchen Hof⸗ nungen beseelt, erlaubt sich die gegenwaͤrtige Deputation, die eyret⸗ bietigsten Gluͤckwuͤnsche zur Thronbesteigung Ew. gebeiligten Ma⸗ jestaͤt, im Namen aller getreuen Boͤhmen zu Fuͤßen zu legen, mit der allerunterthaͤnigsten Bitte, Allerhoͤchstdieselsen wollen die Wortz Ihrer treugehorsamsten Stande als den Ausdruck der Empfindungen der ganzen Nation allergnaͤdigst aufzunehmen geruhen, welche mit Sehn sucht an den Zeitpunkt denkt, wo ihr das Gluͤck zu Theil werden wit ihren geliebten Koͤnig zur Kroͤnung und zum Empfange der Huldigung in ihrer Mitte zu erblicken. Bis zu dieser feierlichen Handlung ge⸗ ruhen Eure Majestaͤt vorlaͤufig hier die Versicherung gnaͤdigst auf⸗ zunehmen, daß auch kuͤnftighin, wie sie es bisher gewohnt waren und bewiesen haben, die getreuen Boͤhmen in allen Lagen und Ver⸗ baͤltnissen bereit seyn werden, fuͤr ihren allergnaͤdigsten Koͤnig Bluk und Leben anfzuopfern und ihr gesammtes Daseyn mit Begeisterung Seinem Dienste zu weihen. Die gegenwaͤrtigen Abgeordneten er⸗ lauben sich zum Schlusse im Namen ibrer Kommittenten noch die alleruntertbaͤnigste Bitte, daß Eure Majestaͤt den von Seiner höͤchs⸗ seligen Majestaͤt bestaͤtigten altherkoͤmmlichen Rechten und Freihei⸗ ten der treugeborsamsten Staͤnde Allerboͤchstihren Schutz auch fer⸗ nerhin gnaͤdigst und huldvoll angedeiben lassen, und empfehlen si in tiefster Ebrfurcht und Unterthaͤnigkeit Eurer K. K. Mazjestät Huld und Gnade.“ Se. Majestaͤt antworteten hierauf:
„Ich danke den Boͤhmischen Staͤnden fuͤr die treuen und an⸗ baͤnglichen Gesinnungen, die sie auch bei dieser Gelegenheit an den Tag legen, und freue Mich, daß sie den Erwartungen entsprechen, die Ich immer von der so oft bewiesenen Anhaͤnglichkeit der Boh⸗ men an Mein Haus gehegt habe. Der Verlust, den Boͤhmen wie wir Alle, in der Person Meines hoͤchstseligen Vaters erlitten, ist groß und unaussprechlich, aber es ist Mein fester Entschluß, in
Seinem Geiste die Regierung fortzusetzen und mit Gottes Huͤlfe so
fen Felix von Merode, die Praͤsidenten des Senats und der Re.
Iu ordnen.
uͤber alle seine Unterthanen brachte, und unter dessen vaͤterlicher
ungen und Vertraͤge beobachten,
— —
viel zum Gluͤcke Meiner Unterthanen beizutragen, als es in Meinen Kraͤften sieht. Auf das Wohl Seiner kreuen Boͤhmen ist die lan⸗ desvaͤterliche Sorge des verewigten Monarchen zu allen Zeiten vor⸗ zuͤglich gerichtet gewesen, und Ich denke und füuͤhle auch in dieser Beziehung ganz wie der hoͤchstselige Kaiser. Uebrigens bleibe Ich Ihnen und den Boͤhmischen Staͤnden mit Huld und Gnade gewogen.“ Die Deputation begab sich hierauf zu Ihrer Majestaͤt der
Kaiserin, wo der Oberste Kanzler ebenfalls eine Anrede hielt, nsch⸗ von Allerhoͤchstderselben auf das Huldreichste beantwortet purde. PPbu .. Lissabon, 29. April. Am 22sten v. M. wurde die Ses⸗ sion der Cortes geschlossen. Die Koͤnigin hielt bei dieser Gele⸗ genheit die nachstehende Rede:
„Wuͤrdige Pairs des Koͤnigreichs, Meine Herren Deputirte der Portugiesischen Nation!’"?7
Ueberaus schmerzlich ist es suͤr mich, Sie daran zu erinnern, daß ein ungluͤckliches Ereigniß neuerdings abermals Mein Herz und das der Nation mit Toauer erfuͤllt hat, indem es uns eines hoch⸗ berzigen Fürsten beraubte, der, ein Muster jeder Tugend, gaͤnzlich der hohen Meinung entsprach, welche Mein erhabener Vater, glor⸗ reichen Andenkens, von ihm hegte. Aber ungeachtet Meiner tiefen und noch frischen Betruͤbniß bin Ich doch an diesem letzten Tage der Session des gegenwaͤrtigen Jahres, nachdem so viele und so ge⸗ wichtige Gegenstaͤnde Ihrer Erwaͤgung vorgelegen, Ihnen eine große Anstrengung schuldig, naͤmlich die, in Person zu kommen, um Ihnen Gluͤck zu wuͤnschen wegen der Beweise, welche Sie von Ihrem Wunsche, den constitutionnellen Thron zu befestigen, darleg⸗ ten, dadurch, daß Sie Maßregeln des heilsamsten und durchgreifend⸗ sten Rutzens angenommen haben. Die Gesetze, welche Sie zu Meiner Koͤniglichen Sanction in Vorschlag gebracht ha⸗ ben, und welche die Geundsaͤtze feststellen, die fuͤr niͤthig erach⸗ tet werden, um die Reform der Justiz⸗Verfassung im Koͤnig⸗ reiche durchzufuͤhren, so wie fuͤr den neuen Dezimal Muͤnzfuß des Reiches, wie auch fuͤr die richtigere und besser geordnete Erbebung der decima (Einkommen⸗Steuer) und der damit in Verbindung stehenden Steuern, und endlich andere Gesetze uͤber eine Menge von Gegenstaͤnden, welche Ihrer Aufmerksamkeit werth waren, sind so viele Beweise ihrer Einsicht und Vaterlandsliebe. Doch muß Ich noch besonders erwaͤhnen nicht nur des Gesetzes uͤber die Entschaͤ⸗ digungen, bei welchem Sie einsichtsvoll die den Benachtheiligten
gebuͤhrende Gerechtigkeit mit dem Frieden und der Ruhe, welche
das gesammte Land erheischt, zu vereinigen wußten, sondern auch der Hauptmaßnahme wegen des Verkaufs des National⸗Eigenthums, welche, große Reichthuͤmer erschaffend, die ersten Quellen des Ge⸗ deihens eroͤffnend und die Institutionen befestigend, welche so reich⸗ liche Fruͤchte tragen, schon an und fuͤr sich genuͤgen wuͤrde, die Aera der Restauration dieses Koͤnigreiches zu verewigen.“
Die Zutrauen aussprechenden Abstimmungen, welche Meiner Regierung zu Theil geworden sind, um sie in den Stand zu setzen, wichtige Verbesserungen vorzunehmen, sind nicht weniger Meiner besonderen Dankbarkeit werth. Die Verzögerungen in der Organi⸗ sation der Justiz⸗ und Verwaltungs⸗Behoͤrden, der Zwiespalt zwi⸗ schen den alten und neuen Gesetzen, so wie der Konflikt zwischen den alten Behoͤrden und denen kraft der Charte eingesetzten, konnte
dem guten Rufe der constitutionnellen Prinzipien und der Wohlsahrt
Meines Volks nicht anders als sehr verderblich seyn. Es konnte nicht erwartet werden, daß Uebel, deren Existenz sich von so vielen
Jahren und selbst Jahrhunderten herschreiben, in wenigen Mona⸗
ten abgestellt seyn sollten; aber, den Zustand der Dinge wuͤrdi⸗ gend, haben Sie in Ihrer Weisheit die Regierung mit der Machtvollkommenheit ausgestattet, eine allgemeine siatistische Auf⸗ nahme des Landes zu veranstalten, Communicationen im Innern zu erdssnen und zu erleichtern, den oͤffentlichen Unterricht zu verbessern, eine neue Territorial⸗Eintheilung des Landes vorzunehmen und end⸗ lich die Verwaltung des Landes in ihren verschiedenen Beziehungen 1 Ich bin uͤberzeugt, daß ihr Vertrauen nicht uͤbel ange⸗ wandt ist, und daß binnen kurzem, wenn die aus der Charte herffie⸗ ßenden bedeutenden Vortheile verwirklicht sind, das Portugiesische Volk es praktisch fuͤhlen wird, daß unsere Grundgesetze nicht bloße Theorieen sind.“
„Bei Gelegenheit des ungluͤcklichen und trauervollen Ereignis⸗ see, das wir alle beklagen, versuchten einige verleitete ober boͤswillige Indivizuen, unter dem Vorwande großen Eifers, die Ruhe dieser Hauptstadt zu stoͤren; aber die oöͤffentliche Meinung, welche sich ganz zu Gunsten der Charte und Meiner Regierung ausspricht, machte das Einschreiten der Behoͤrde zur Wiederherstellung der allgemeinen Auhe fast unnoͤthig. Ruhe heorscht durch das ganze Konigreich, so wie in unseren uͤberseeischen Provinzen, und Ich habe Grund, zu glauben, daß die Zeit nicht sehr fern ist, in der alle Meine Unter⸗ thanen jedes Vorurtheil des Parteigeistes von sich entfernen, die Charte allein als ihr Wahrzeichen ausehen und sich in jeder Hinsicht der Hochherzigkeit und Guͤte des unsterblichen Befreiers wuͤrdig zei⸗ gen werden. Meine Verhaͤltnisse zu den fremden Maͤchten und
Meinen Verbuͤndeten befinden sich auf dem freundschaftlichsten Fuße, 1
und ich werde nicht ermangeln, alle mit der National⸗Ehre ver⸗ traͤgliche Mittel anzuwenden, um vassende Verbindungen mit den anderen fremden Staaten einzuleiten, wobei Ich Meine besondere Aufmerksamkeit auf diejenigen richten werde, von denen wir moͤgli⸗ cherweise groͤßere Handels⸗Vortheile erlangen koͤnnen.“
„Meine Herren Deputirten der Portugiesischen Nation!“ .„Die Mannigfaltigkeit Ihrer Geschaͤfte hat Ihnen nicht erlaubt, uͤber das Budget fuͤr das gegenwaͤrtige Jahr zu berathschlagen; des⸗ senungeachtet werden die jetzigen Steuern fortdauernd erhoben wer⸗ den, in Gemaͤßheit der Vorschrift des Art. 137 der Charte, und Sie kͤnnen sich darauf verlassen, daß die Regierung Alles, was in ihrer Macht steht, thun wird, um die Einkuͤnfte zu vermehren und die Ausgaben zu vermindern. Unser Kredit, sowohl im Inlande, als im Auslande, steht auf der hohen Stufe der Bluͤthe, die von der Treue zu erwarten sand, mit der wir unsere rechtmaͤßigen Verpflich⸗ so wie von dem geraden und offe⸗ nen Wege, welchen wir einschlagen, um unsere ungeheuren Huͤlfs⸗ quellen nutzbar zu machen.“
„Wuͤrdige Pairs des Koͤnigreichs, meine Herren Devputirten der Portugiesischen Nation!“
/Wenn Sie in Ihre Helmath zuruͤckgekehrt sind, so melden Sie, meiner Bitte gemaͤß, Ihren Konstituenten, daß Sie alle diese Wahr⸗ heiten von Meinen eigenen Lippen vernommen haben. Unterrichten Sie dieselben durch Ihr eignes Beispiel in der getreuen Beachtung er Gesetze und der gebuͤhrenden Achtung gegen die Behoͤrde, floͤ⸗ ßen Sie ihnen Abscheu ein gegen Aufruhr und Anarchie, die Tod⸗ feinde der Freiheit und die unmittelbaren Vorlaͤufer des Verderbens eines jeden Landes, richten Sie Ihren Blick auf die Feräͤchte Ihrer Weisheit und Vaterlandsliebe, und beobachten Sie selbst scharfsich⸗ tig allgemeine und öͤrtliche Maͤngel, damit Sie, wenn Sie wiederum fusammenberufen werden zur Ausuͤbung Ihrer hohen Functionen, urch Ihre Talente und Ihre Erfahrung zur Vollendung des großen Werkes der Portugiesischen Restauration beitragen koͤnnen, wodurch Fie sich die Segnungen der Gegenwart und aller kommenden Zei⸗ en erwerben werden.“
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
1 New⸗York, 8. April. Der hoͤchste Gerichtshof hat end⸗ ch in dem Prozesse, welchen Eolin Mitchell und Konsorten ge⸗ sen die Vereinigten Staaten gefuͤhrt, seine Entscheidung abgege⸗ In Von diesem Prozesse hing der Besitz von mehr als einer Million Acker Landes in Florida ab, welche von einigen Perso⸗ nen, unter dem Vorwande, daß sie ihnen von der Spanischen egierung abgetreten seyen, in Anspruch genommen wurden. Der erichtshof hat ihre Rechte anerkannt. Das Haus der Repraͤsentanten des Staates Maine hat, in
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Betreff der Graͤnz⸗Streitigkeiten mit Großbritanien mit 129 en 7 Stimmen folgende Beschluͤsse angenommen. „Da der Corschlag des Koͤnigs der Niederlande ein Umgehen und nicht eine Entscheidung der ihm vorgelegten Frage ist, so billigen wir die Verwerfung desselben durch den Praͤsidenten der Vereinigten Staaten. Da ferner die endliche Feststellung der nordoͤstlichen Graͤnzlinie eine Frage ist, welche das kuͤnftige Gedeihen und die Wohlfahrt dieses Staates betrifft, so soll die exekutive Gewalt, bei der groͤßten Wichtigkeit dieser Angelegenheit ersucht werden, dieselbe schnell und auf eine Weise zu erledigen, welche die Ter⸗ chah Rechke der Bewohner, dem Vertrage von 1783 gemäͤß, ert.
Die politische Aufregung in Kanada waͤhrt fort und der Parteigeist hat sich leider zu einem hohen Grade gesteigert. Die constitutionnelle Gesellschaff in Montreal hat am 1. April eine Versammlung gehalten, um einen Mann zu waͤhlen, der die In⸗ teressen der Mitglieder dieser Gesellschaft in England vertrete. „eDie in England so bekannten Handwerker⸗Vereine haben jetzt auch in den Vereinigten Staaten Nachahmung gefunden. So haben sich in New⸗York seit kurzer Zeit Vereine unter den Tischlern, Buchdruckern, Zimmerleuten, Schuhmachern, Schnei⸗ dern, Hutmachern und anderen Handwerkern gebildet.
Das Polen⸗Comité in Boston hat in den dortigen Blaͤttern einen Bericht abgestattet uͤber die Verwendung der durch Sub⸗ scription eingegangenen 2750 Dollars. Diese Summe ist er— schoͤpft und es sind noch etwa 150 Dollars Schulden zu bezah⸗ len. Von jenem Gelde sind fuͤr den Unterhalt 1050 Doflars aus⸗ gegeben; fuͤr Kleidung 620 Dollars; fuͤr den Transport der Po⸗ len, namentlich nach New⸗Orleans, 408; 400 Dollars wurden den Polen in New⸗York uͤbersandt; einzelne Offiziere erhiel⸗ ten 120 Dollars, u. s. w. Die Zahl der Unterstuͤtzten Polen belief sich auf 50. 17 wollen sich nach dem Westen begeben und sind, nachdem man sie mit dem Noͤthigen versehen hat, nach New⸗Orleans eingeschifft worden; etwa 30 sind theils in Boston, theils in der Naͤhe, beschaͤftigt worden; einige haben sich nach anderen Orten begeben und 9 sind noch unbeschaͤftigt.
Zeitungen aus New⸗Orleans enthalten einen langen Bericht uͤber ein furchtbares Erdbeben, welches in Central⸗Ame⸗ rika drei große Staͤdte und mehrere Doͤrfer so zerstoͤrt hat, daß nur noch Schutthaufen davon uͤbrig sind. Es fanden fuͤnf vul— kanische Ausbruͤche mit einer Heftigkeit statt, wie man sie noch nicht erlebt hat, und zwar begleitet von den furchtbarsten Erd⸗ stoͤßen, wodurch ein großer Theil der Staͤdte St. Miguel und St. Salvador zerstoͤrt wurde. Die Luft war von Asche und Rauch so verfinstert, daß die Einwohner sich acht Tage lang auf der Straße der Fackeln bedienen mußten. Den Explosionen, welche Kanonenschuͤssen glichen, folgten Auswuͤrfe von Steinen und Asche. Die Lava floß an einigen Orten funfzehn Deutsche Meilen weit und zer⸗ stoͤrte Alles, was sie auf ihrem Laufe antraf. Die Bewohner von Alaucho glaubten, der juͤngste Tag sey gekommen, und es wurden mehr als 300 Ehen zwischen Personen geschlossen, die fruͤher auf ungesetzliche Weise mit einander gelebt hatten. Das Erdbeben wurde noch sehr merklich in Truxillo empfunden und die Explosionen der Vulkane hoͤrte man noch noͤrdlich von Ba— lize. Etwa zehn Meilen von Truyxillo ist ein Vulkan ausge⸗
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New⸗Yorker Blaͤtter enthalten Nachstehendes aus Peru: „Die Truppen, welche die Garnison von Callao bilden, empoͤrten sich am 1. Januar, nahmen ihre saͤmmtlichen Offiziere gefangen, und erklaͤrten sich gegen die Regierung. Nachdem' sie die Nord⸗ Amerikanische Flagge aufgezogen, schickten sie eine Deputation an den General Lafuente, welcher sich am Bord der Kriegs⸗Korvette der Vereinigten Staaten, „Tairfield“, befand, um ihn zu ersu⸗ chen, sich an die Spitze der Regierung zu stellen. Da indeß die⸗ ser General, welcher seit kurzem wegen seiner heftigen Opposition gegen die Regierung verbannt war, unter der Deputation kei⸗ nen Offizier von Auszeichnung bemerkte, so weigerte er sich, die Praͤsidentschaft anzunehmen. Unterdeß war der Befehlshaber der Truppen in Lima mit 600 Mann in Callao eingedrungen, fing an, das Fort zu beschießen und zwang die Insurgenten, sich nach einer Vertheidigung von sechs und dreißig Stunden zu ergeben. Eine große Anzahl derselben wurde sogleich erschossen.“
Berlin, 13. Mai. Gesetz⸗Sammlung enthäͤlt auch ein Gesetz uͤber die Kompetenz der Dienst⸗ und Gerichts⸗Behoͤrden zur Untersuchung der von Staats⸗Beamten veruͤbten Ehrenkraͤnkungen; dasselbe lautet also: p 5 Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Koͤnig von
reußen ꝛc. ꝛc.
Um die Zweifel zu erledigen, welche uͤber die Kompetenz der Dienst⸗ und Gerichts⸗Behoͤrden zur Untersuchung und Bestrafung der von Staats⸗Beamten veruͤbten Ehrenkraͤnkungen erhoben sind, verordnen Wir auf den Antrag Unseres Staats⸗Ministeriums und nach erfordertem Gutachten Unseres Staats⸗Raths, fuͤr den ganzen Umfang Unserer Monarchie, wie solgt:
S. 1. Wer gegen einen Staats⸗Beamten Beschwerde daruͤber erheben will, daß derselbe sich aus Veranlassung seiner amtlichen Wirksamkeit einer Ebrenkraͤnkung schuldig gemacht habe, hat seinen Antrag bei der Dienst⸗Beboͤrde des Angeschuldigten anzubringen.
§. 2. Die Dienst⸗Behoͤrde hbat die Verpflichtung, zu pruͤfen: ob der Angeschuldigte bei den angezeigten Handlungen oder Aeuße⸗ rungen innerhalb seiner Amts⸗Befugnisse geblieben sey, oder diesel⸗ ben uͤberschritten habe.
8. 3. Entscheidet die Dienst⸗Behoͤrde, daß der Angeschuldigte seine Amts⸗Befugnisse nicht uͤberschritten habe, so findet gegen diese Entscheidung nur ein Rekurs statt, welcher binnen vier Wochen nach der Behaͤndigung der Entscheidung bei der hoͤheren Dienst⸗ Behoͤrde anzubringen ist.
§. 4. Erklaͤren die Dienst⸗Behoͤrden den Angeschuldigten fuͤr straffaͤllig, so liegt denselben ob, die Strafe zu bestimmen, oder die gerichtliche Untersuchung zu veranlassen.
Die Bestimmung der Strafe erfolgt durch die Dienst⸗Behoͤrden
a) wenn die angezeigte Ehrenkraͤnkung nicht von der Beschaffen⸗
beit ist, daß sie sich nach Vorschrift des § 216 des Anhanges
zur Allgemeinen Gerichts⸗Ordnung zu einer fiskalischen Un⸗ tersuchung eignet, oder
b) wenn der Beleidigte erklaͤrt hat, daß er die ihm widerfahrene
ghcenkrentang nur von der Dienst⸗Behoͤrde geruͤgt wissen
wolle.
Fafer diesen beiden Faͤllen hat die Dienst⸗Behoͤrde die Sache zur gerichtlichen Untersuchung abzugeben.
§. 5. Haͤlt der Beleidigte die von der Dienst⸗Behoͤrde festge⸗ setzte Sea8 fuͤr zu gelinde, so hat er die Wahl, entweder bei der hoͤheren Dienst⸗Behoͤrde den Rekurs zur Verschaͤrfung der Strafe zu erheben, oder auf gerichtliches Verfahren und Erkenntniß anzu⸗ tragen. Verfolgt er seine Beschwerde bei der hoͤheren Dienst⸗Be⸗ boͤrde, so ist der Antrag auf gerichtliche Untersuchung nicht ferner zulaͤssig. Traͤgt er aber auf gerichtliches Verfahren an, so wird die Sache vorschr ftsmaͤßig eingeleitet. Erfolgt jedoch durch das rechts⸗
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kraͤftige Erkenntniß keine haͤrtere Strafe, als die von der Dienst⸗
Das gestern ausgegebene Blatt der
Behoͤrde abgemessene, so fallen dem Provokanten aͤm 1 des gerichtlichen Pera eene zur 2m 9 §. 6. Der Antrag bei der Dienst⸗Behoͤrde eines Beamten, auf Shs Rens funs⸗ wegen veruͤbter Ehrenkraͤnkungen, hemmt deren §. 7. Alle bisherige Vorschriften, so weit sie dem gegenwaͤrti⸗ gen Gesetze entgegenstehen, werden durch obige Bestimmungen auf⸗
gehoben. §. 8. Wegen der von Staats⸗Beamten ohne Beziehung auf ihr Amt JgeS Ehrenkraͤnkungen bleibt es bei 8G 12
setzlichen Vorschriften.
und beigedrucktem Koͤniglichen Insiegel. Gegeben Berlin, den 25. April 1835. (L. 8.) Friedrich Wilhelm.
Karl, Herzog zu Mecklenburg.
8.)
— Am zu Muͤnster seine 50jaͤhrige Dienst⸗Jubelfeier. Am Morgen des festlichen Tages begruͤßten den Jubilar die Mitglieder des Presbyteriums der dortigen evangelischen Kirche, den Ober Konsistorial⸗Rath und Pfarrer Dr. Natorp an ihrer Spitze. Der Letztere uͤberreichte seinem geehrten Kollegen ein Festgedicht und erba sich zugleich dessen Zustimmung zu einer neuen Stiftung, die den Namen der Moͤllerschen erhalten und zur Verbesserung und Er⸗ weiterung der evangelischen Schule in dsa uͤberdies von den Koͤniglichen
Arnsberg, Duͤsseldorf, Frankfurt, Koblenz, der Rheinischen Provin node der Grafschaft Mark, den
Regierungen zu Minden,
ial⸗Synode, der Gesammt⸗Sy⸗ ; aͤmmtlichen Kreis⸗Synoden von Minden, Ravensberg, Tecklenburg, Siegen und Wittgenstein, Gratulations⸗Schreiben ein, die zum Theil von besonderen De⸗ putirten uͤbergeben wurden; ferner zahlreiche Begruͤßungen und Festgedichte von Freunden und Verehrern des Jubilars, unter denen viele seiner ehemaligen Schuͤler aus dem Verhaͤltnisse sei— nes akademischen Lehramts zu Duisburg und Breslau. Eine noch groͤßere Anzahl, zum Theil aus weiter Ferne, hatte den Freundesgruß in ein Album eingetragen. Der Praͤses der Maͤr⸗ kischen General, Synode, Pastor van der Kuhlen zu Heringen, uͤberreichte als Festgeschenk ein schoͤn eingebundenes Exemplar der Pracht⸗Ausgabe des Griechischen Neuen Testaments von Dr. Griesbach. Der Herr Ober⸗Praͤsident v. Vincke sprach an der Spitze der Mitglieder des Koͤnigl. Konsistoriums, Provinzial⸗Schul⸗Kolle⸗ giums und der Koͤnigl. Regierung zu Muͤnster die Gefuͤhle der innig⸗ sten Theilnahme an dem seltenen Feste aus. Diesen Kollegien schlossen sich Deputationen des Koͤnigl. Ober⸗Landesgerichts, des Stadt⸗ und Landgerichts und des Magistrats zu Muͤnster an. Der Buͤrgermeister Bertram aus Lippstadt, wo der Jubilar vor 50 Jahren an diesem Tage geweihet und in das geistliche Amt eingefuͤhrt worden war, uͤberreichte im Namen der dankbaren Stadt, mit dem Gratulations⸗Schreiben einen silbernen, inwendig vergoldeten Pokal, geziert mit dem Stadtwappen auf einer, mit den Symbolen des Evangeliums auf der andern Seite. Eine besondere Freude gewaͤhrte es dem Jubilar, daß auch die hoͤheren Schulen sein vieljaͤhriges Streben zur Befoͤrderung der Wissen⸗ schaft an diesem Tage so theilnehmend anerkannten. Die evangelisch⸗theologische Fakultaͤt zu Bonn und die Akademie zu Muͤnster uͤberreichten 2 in klassischer Latinitaͤt abgefaßte und sauber eingebundene Gratulations⸗Schreiben. Die Reihe der Gluͤckswuͤnschenden schlossen die Herren Generale und Ober⸗ sten mit ihren Adjutanten, in deren Namen der kommandirende General, Freiherr von Muͤffling, den Jubilar freundlich begruͤßte. Hierauf folgte eine gottesdienstliche Feier in der evan⸗ gelischen Kirche, nach deren Beendigung der Herr Ober⸗Praͤsi⸗ dent den Jubilar und seine Verwandten, Freunde und Kollegen zu einer Mittagstafel auf dem Schlosse vereinigte, bei welcher der gerade anwesende Wirkliche Ober⸗Konsistorialrath und Probst Dr. Roß aus Berlin, ein vieljaͤhriger Freund des Gefeierten, das Tischgebet sprach. Waͤhrend der Tafel wurde dem Jubilar als ein Festgeschenk der Mitglieder der Koͤnigl. Regierung, des Koͤnigl. Konsistoriums und Provinzial⸗Schul⸗Kollegiums ein silber⸗ ner inwendig vergoldeter Pokal uͤberreicht, mit welchem der Ge⸗ feierte den Toast auf das Wohl Sr. Maj. des Koͤnigs ausbrachte. Am folgenden Tage gab der Herr Regierungs⸗Praͤsident Vahl⸗ kampf bei sich eine glaͤnzende Abend⸗Gesellschaft, in welcher Alles, was einen naͤheren oder entfernteren Antheil an dem Ehrenfeste des Jubilars nimmt, in heiterer Stimmung vereinigt war.
— Aus Stargard in Pommern meldet man unterm 10ten dieses Monats: „Zu dem hier am 15ten d. M. statt⸗ findenden Pferde⸗Rennen sind heute schon 16 der in Deutschland als vorzuͤglich anerkannten Pferde eingetroffen und zu den ver⸗ schiedenen Rennen angemeldet worden. Es sind sonach unsere Erwartungen uͤbertroffen, da in jedem Rennen mehr als 6 Pferde konkurriren. Die Einrichtungen der Rennbahn und der Bau der Tribune sind ihrer Vollendung nahe.“
— Im Monat April sind in die Haͤfen des Regierungs⸗ Bezirks Koͤslin 20 Schiffe und 21 Boͤte eingelaufen und 25 Schiffe und 19 Boͤte gingen von dort in Sec. 89 Haupt⸗ Einfuhr⸗Artikel vom Auslande bestanden in Syrup, Haͤring und Kolonial⸗Waaren, diejenigen der Ausfuhr nach dem Aus⸗ lande in Roggen, Brennholz und grauer Leinwand. Auf der Rhede bei Leba loͤschte ein mit Salz und Stuͤckguͤtern befrach⸗ tetes Schiff. — Die Fischerei hat uͤberall einen sehr geringen Ertrag geliefert, auch ist ungewoͤhnlich wenig Lachs und Haͤring gefangen worden.
Meteorologische Beobachtung. 1835. Morgens Nachmitt. Abends ] Nach einmaliger 12. Mai. 6 Uhr. 2 Uübr. 10 Ubr.] Beobachtung.
Luftdruck. 334,72 „Par. 332,5 s8 Par. 332, 3 7 Par. Quellwaͤrme 7,0 °R. Luftwaͤrme † 6 5 °R. + 10,2 °R. + 8,2 °R. ar 8 Thaupunkt + 5,2 °R+ 8,4 °R. + 6,9°R L 11,8 R. Dunstsaͤttg 90 pCt 82 pCt. 85 Bodenwärme 10,8 08 Wetter.. halbheiter. regnig. truͤbe. 8— Wind... SdS. W WSW. bu Niederschlag 0, 06 7 Rh 6,8 ° R. 86 p Ct.
Wolkenzug — WSW.
Tagesmittel: 333,2 1 Par... 8,89° R...
—
8 Auswürtige Börsen.
St. Petersburg, 5. Mai.
Laonqd. 10 . Amsterdam 53. Hamburg 9 ⅛. Paris 112. Silbe Rub. 357 ½. 6 8 Inscript. in B. A. 131.
Koͤnigliche Schauspiele. Donnerstag, 14. Mai. Im Opernhause: Der Kaufmann von Venedig. (Hr. Seydelmann: Shylock, als Gastrolle.) Im Schauspielhause: Une représentation extraordinaire
au bénéfice de Mr. Delcour. Abonvnement suspendu. Le
Muͤnster dienen soll. Es
Urkundlich unter Unserer Allerhoͤchsteigenhaͤndigen Unterschrif
5ten d. M. beging der Konsistorial⸗Rath Dr. Moͤller
8
dem Koͤnigl. Konsistorium zu