spectacle se composera de: 1) La première représentation de: L'ami Grandet, ou: La Coquette corrigée, comédie nouvelle en 3 actes et en prose, par Me. Ancelot. 2) La première re- présentation de: Etre aimé, ou: Mourir! vaudeville nouveau en 1 acte, du théstre du Gymnase, par Scribe. Le spectacle sera terminé par: Une Tombola (loterie), dans laquelle il y aura neuf lots gagnants; savoir: quatre lots sérieux et einq lots comiques. Ces lots seront tirés de la manière suivante: ler Numéro sortant Un sucrier en argent. 2me (Lot comique.) 3me Une tabatière d'or. Ame (Lot comique.) G“ vme (Lot comique.) B 6me Un lot entier de la grande loterie Royale. G (Lot comique.) Sme Une Jedle en bronze et albatre. 9me — „ (Lot comique.) Billets zu dieser Vorstellung sind von Morgens 9 bis Nach⸗ mittags 2 Uhr, in der Wohnung des Hrn. Delcour, Friedrichs⸗ Straße Nr. 75, 2 Treppen hoch, und Abends an der Kasse im Schauspielhause von 5 bis 7 Uhr zu folgenden Preisen zu haben: Ein Billet zum Balcon und einer Loge des ersten Ranges 1½ Rthlr., zu einer Parquet⸗Loge 1 Rthlir., zum Balcon des zweiten Ranges 25 Sgr., ein Logen⸗Billet des zweiten Ranges 20 Sgr., ein Billet im Parquet 1 Rthlr., im Parterre 20 Sgr., ein Billet im Orchester 1 Rthlr., mit einem Lotterie⸗Loos (Billet de Tombola); ein Sperrsitz⸗Billet des dritten Ranges 10 Sgr., Amphitheater 7 ½ Sgr. Les personnes qui auront les billets gagnauls, voudromt bien se présenter pour recevoir les lots chez Mr. Delconr. Rue Fréderic No. 75, demain, vendredi 15. Mai, depuis 9 heures du matin jusqu'à midi. (Il est indispensable pour re- cevoir un lot gagnant de présenter le Billef de Tombola.)
Konigstaͤdtisches Theater. Donnerstag, 14. Mai. Die Reise auf gemeinschaftliche Ko⸗ sten, Posse in 5 Akten, frei nach dem Franz., von L. Angelpy. Vorher: Der letzte Sproͤßling, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz.,
von L. Angely.
Freitag, 15. Mai. (In Itallaͤnischer Sprache): Semira⸗ mis, Oper in 2 Akten. Musik von Rossini. (Dlle. Vial, vom Fenlse Sardinischen Hof⸗Theater zu Turin: Semiramis, als
astrolle.)
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.
1“
7me
Neueste Nachrichten.
Paris, 7. Mai. Der Fuͤrst von Schoͤnburg hatte gestern Mittag eine Abschieds⸗Audienz beim Koͤnige, in welcher er aus dessen Haͤnden die Antwort Sr. Majestaͤt auf das Notifications⸗ Schreiben des jetzt regierenden Kaisers von Oesterreich Majestaͤt wegen des Ablebens des Kaisers Franz erhielt.
Ueber die gestrige Sitzung des Pairshofes ist noch Folgen⸗ des zu berichten: Einige Minuten vor 5 Uhr kehrten die Pairs aus ihrem Berathungs Zimmer, wohin sie sich begeben hatten, um uͤber den Antrag des General⸗ auf Bestrafung des Cavaignac wegen der gegen die Pairs ausgestoßenen Verbal⸗ Injurie einen Beschluß zu fassen, in den Audienz⸗Saal zuruͤck. Der
Praͤsident verlas den Beschluß des Pairshofes, wonach der General⸗ 8 ermaͤchtigt wird, gegen den Angeklagten Cavaignac weiter einzuschreiten; auch werde, heißt es weiter, im Falle neue
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Unordnungen veruͤbt wuͤrden, der Gerichtshof die noͤthigen Maßregeln treffen, um der Gerechtigkeit ihren freien Lauf zu sichern. Die Sitzung wurde sodann aufgehoben. (Der gestern nach einer Privat⸗Korrespondenz mitgetheilte beleidigende Ausruf des Ca⸗ vaignac bedarf einer Berichtigung. Herr Cavaignac naͤmlich sagte bloß: „Sie thun uns Gewalt an!“ Der Zusatz: „Sie sind Moͤrder!“ waͤre demnach zu streichen.) 1,
Die heutige Sitzung begann kurz nach zwoͤlf Uhr. Herr Crivelli, Vertheidiger des Angeklagten Guichard, bemerkte: da der Pairshof, in Ermangelung eines eigenen Reglements, die Kriminal⸗Gerichts⸗Ordnung zur Richtschnur nehme, so moͤge der Hof auch die Bestimmung des Artikel 257 beruͤcksichtigen, daß naͤmlich die Mitglieder des Koͤnigl. Gerichtshofes, die uͤber die Versetzung in Anklagestand gestimmt, in der naͤmlichen Sache weder den Vorsitz bei den Assisen fuͤhren, noch dem Praͤsidenten beisitzen koͤnnten, unter Androhung der Nullitaͤt; das naͤmliche solle gelten in Hinsicht der Instructions⸗Richter. Nun aber habe er bei dem namentlichen Aufrufe die Namen von Pairs gehoͤrt, welche Instruc⸗ tions⸗Richter gewesen waͤren und die Anklage⸗Akte unterzeichnet haͤtten. Er beantragte also die Anwendung des erwaͤhnten Arti⸗ kels der Gerichts-Ördnung und die Ausschließung jener Pairs, die an der Versetzung in den Anklagestand Theil genommen haͤt⸗ ten, von den Debatten. Herr Martin, General⸗Prokurator, suchte mit wenigen Worten zu beweisen, daß der Pairshof nicht allen Regeln jenes Gesetzbuches, die bei Koͤnigl. Gerichtshoͤfen Anwen⸗ dung faͤnden, zu unterwerfen sey. Er trage also auf die Zuruͤckweisung des Antrags des Herrn Crivelli an. Dieser aber eroͤrterte neuerdings die Behauptung, daß der Gerichtshof durch die Bestimmungen der Kriminal⸗Gerichtsordnung gebunden sey. Der Angeklagte Reverchon meinte, der Gerichtshof solle erst uͤber seine Com⸗ petenz entscheiden. Alle Angeklagten erklaͤrten, es sey dies auch ihre Meinung. Der Angeklagte Lagrange verlangte das Wort. Er habe zwar, bemerkte er, gestern auf einige unwichtige Fragen des Praͤsidenten geantwortet; er erklaͤre jedoch, daß er noch nicht die Competenz des Gerichtshofes anerkenne. Er protestire gegen die Versetzung in den Anklagestand, die sie ihren natuͤrlichen Richtern entziehe, gegen die vorgaͤngige Einkerkerung von laͤnger als einem Jahre, die ihr Vermoͤgen und ihre Ge— sundheit untergraben habe; er protestire gegen die Maß⸗ regeln, die in diesem Raume getroffen, denn in jenen privilegir⸗ ten Zuschauern, deren Neugierde man ihre Leiden und ihr Elend aussetze, erkenne er nicht das Volk. Seine Protestationen dauer⸗ ten so noch eine Weile fort, bis ihm endlich der Praͤsident das Wort nahm, und sich mit den Pairs in das Berathungs⸗Zim⸗ mer zuruͤckzog, um uͤber den Antrag des Herrn Crivelli einen Beschluß zu fassen. Nach 2 Uhr ward die Sitzung wieder auf⸗ genommen. Der Beschluß des Gerichtshofes fiel gegen den Antrag des Herrn Crivelli aus und verordnete die Fortsetzung der Debatten. Der Angeklagte Martin erklaͤrte, daß er und seine Freunde die Lage nicht annehmen koͤnnten, der man sie unterwerfe; man habe ihnen ihre Vertheidiger genommen, sie von einander ge⸗ trennt, man halte ihre Muͤtter, Weiber und Schwestern von ih— nen entfernt. Der Praͤsident forderte nun den Secretair, Herrn Cauchy, auf, die Anklage⸗Akte zu verlesen. Herr Cauchy begann damit. Der Angeklagte Jaubert: „Sie koͤnnen die Anklage⸗ Akte nicht in Abwesenheit unserer Vertheidiger verlesen.“ (Bewe⸗ gung.) Der Angeklagte Beaune: „Im Namen der Ange⸗ klagten von Paris protestire ich!“ Er stand auf, mit einer Schrift in der Hand. Der Präsident: „Beaune, schweigen Sie, Sie haben nicht das Wort.“ Der Angeklagte Beaune fing trotz dem, unter stets zunehmendem Tumulte, seine Rede abzulesen an. Zu⸗ gleich hielt der General⸗Prokurator ein Requisitorium. Noch mehrere andere Angeklagte sprachen. Der Tumult hatte den hoͤch⸗ sten Grad erreicht. — Fuͤnf Minuten lang setzte Beaune, trotz
der Municipal⸗Gardisten, die ihn zum Schweigen zu bringen ver
suchten, die Ablesung seiner Rede und zugleich der General⸗Pr kurator sein Requisitorium fort. Es war rein unmoͤglich, beispiellosen Verwirrung, die da herrschte, auch nur ein einzige Wort zu verstehen. Der Praͤsident gab zuletzt einem Offizier eij Zeichen. Dieser, nachdem er seine Befehle eingeholt, komman dirte: „Vorwaͤrts, Marsch!“ worauf die Angeklagten aus d 1 Saale gefuͤhrt wurden. Der Gerichtshof kehrte darauf neut, dings in das Berathungs⸗Zimmer zuruͤck. Auf den oͤffentliche Tribuͤnen herrschte eine Bewegung, die sich unmoͤglich beschre ben laͤßt. Um 4 ½ Uhr war der Gerichtshof noch nicht zuruͤch gekehrt.
Die Vertheidiger der politischen Angeklagten haben in Bezu auf ihre Nichtzulassung bei den gerichtlichen Verhandlungen enn Protestation in die Zeitungen einruͤcken lassen. Unter den Unn zeichnern finden sich folgende bekanntere Namen: Carrel, Thel ret, Comte, Raspail, Blanqui, Trelat, Lamennais, Voyer ⸗dc genson, Audry⸗de⸗Puyraveau, Arago u. A.
Der Capitain Hulot von der 5ten Legion der Pariser 9 tional⸗Garde ist dafuͤr, daß er eine Protestation gegen den Diaü der National⸗Garde im Palaste Luxembourg unterzeichnet ha auf 2 Monate von seinem Amte suspendirt worden. 1
gatte „Constitution“ nach Washington eingeschifft.
Die Madrider Zeitung vom 29. April enthaͤlt nich als Sieges⸗Berichte uͤber die ersten Operationen des Generui Valdez. Von der Graͤnze lauten dagegen die Nachrichten ne immer widersprechend.
Nach dem Phare von Bayonne ruͤckte Zumalacarreguy 2östen mit 12 Bataillonen und einer Schwadron Kavallerie Navarra gegen Legaria, Ancin und Piedramillera; er fuͤhrte nige Gefangene mit sich, die er am 22sten bei Abarzuza, e halbe Lieue von Estella, gemacht hatte. Am 2 7sten sind; Verwundete, die von Estella kamen, unter der Eskorte einerg lonne von 2000 Mann nach Pampelona gekommen. — Da Journal de Paris wird aus Bayonne vom Lten d. 1 schrieben, die Truppen der Koͤnigin unter den Befehlen des nerals Valdez haͤtten am 25sten das Gros der Karlisten in der Sikn d'Andia voͤllig zerstreut; der Ober⸗General waͤre dann mit zwei N sionen nach Estella gegangen. Die dritte Division unter 0” dova, die ihren Marsch nach Estella ein wenig verzoͤgerte, wme um 9 Uhr bei einem Defilé in einen Hinterhalt gerathen i haͤtte 50 Todte und mehrere Verwundete gehabt; General C dova waͤre durch eine Kugel am Schenkel verwundet worden. Der Renovateur theilt mit, der Vertrag uͤber die Ausweth lung der Kriegsgefangenen sey von Zumalacarreguy am 25. A- zu Segura und von Valdez am 29sten zu Logrosio unterzeich worden. —
Die Stagnation in der Rente waͤhrte auch heute fort de halten sich die Course, weil man hofft, daß der Pairshof Eme. gie gegen die Angeklagten zeigen wird, die ohne Unterlaß Ordnung der Audienz stoͤren. — Die Polizei hat heute Ham suchung bei einem Herrn Pariset und einigen Anderen gehalte man fand Pulver und Waffen. ü-
— Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 108.
108. 25. 3 proc. pr. compt. 81. 75. sin cour. 81. 95 Neap. pr. compt. 99. —. 8
siu cour. 99. 25. 50 ½. 3 proc. 31. Ausg. Schuld 20 ½. Holl. 59. 20.
Herr Livingston hat sich am 5ten d. M. am Bord der Fn.
ööra 1 5proc. Spm Cortes 50 ¾, Ayn.
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—
— 2
Allgemeiner
Bekanntmachungen.
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Es ist auf ehrerbietigst gehorsamsten Antrag der Benesicial⸗Lehnerben des weiland Landraths von Fer⸗
ber auf Varchentin und Wattmannshagen zum öffent⸗ lichen Verkaufe des zum Nachlasse des Pezeggeen Landraths von Ferber gehdrigen, im ritterschaftlichen Amte Stavenhagen belegenen, hierunter naher be⸗ schriebenen Kunkel⸗Lehnguts Varchentin ein Termin auf den 29. Mai d. J, imgleichen zum öoͤffentli⸗ chen Verkaufe des zu oben diesem Nachlasse gehbdrigen, im ritterschaftlichen Amte Guͤstrow belegenen, unten gleichfalls naͤher beschriebenen, Mann⸗Lehnguts Wattmannshagen, ein Termin auf den 30. Mai d. J. angesetzt, und werden demnach alle diejenigen, welche besagte Guͤter zu kanfen gewilliget sein moͤch⸗ ten, hiermit geladen: an den gedachten Tagen, Mor⸗ ens um 10 Uhr, auf hiesiger Großherzoglicher Ju⸗ g Canzlei zu erscheinen, Bot und Ueberbot zu Pro⸗ tocoll zu geben, und sodann zu gewaͤrtigen, daß den annehmlich Meistbietenden der Zuschlag in Grund lage der “ entweder schon sofort in dictis terminis, oder doch spaͤtestens 3 Tage nach denselben, unter Vorbehalt der Landes Lehnherrlichen Genehmigung, wird ertheilt werden.
Die Verkaufs⸗Bedingungen sind in der Registratur hiesiger Großherzoglicher Justiz⸗Canzlei, auch bei dem Syndicus Advocaten Wiese hierselbst, dem Ad⸗ vocaten Eichmann zu Waren und dem Advocaten Voß auf Marrhagen, einzusehen und fuͤr die Gebuͤhr in Abschrift zu erhalten, und koͤnnen die erwaͤhnten Guͤter, nach zuvoriger Meldung respective auf den Hoͤfen zu Varchentin und Wattmannshagen, zu jeder Zeit in Augenschein genommen werden.
Gegeben Guͤstrow, den 11. April 1835.
Großherzoglich Mecklenburgsche zur Justiz⸗Canzlei allerhoͤchstverordnete Director, Vice⸗Director u. Raͤthe (L. S.) G. Brandt.
Ohngefaͤhre Beschreibung der Guͤter 17 Varchentin und Wattmannshagen. lichen Zustande.
J. Das Gut Varchentin, im ritterschaftlichen Amte * Stavenhagen, 2 Meilen von Waren, 2 Meilen von Malchin und à Meilen von Reustrelitz belegen, ist ein Wetberlehn. Es hat einen Flaͤchen⸗Inhalt von 803/,126 ¶◻. und einen steuerbaren Hufenstand von 7 Hufen 5 † Scheffel.
Außerdem seuert es fuͤr 32 Scheffel wegen der demselben zustaͤndigen Communion⸗Weide auf einem Theile 66 si Feh sdeeh
Varchentin ist in 2 Hoͤfe getheilt, das Hauptgut und die Meierei. Jede se. gecheilt wird in fäͤnf. schlaͤgiger Oednung vewirthschaftet. 1
Daäs Hauptgut hat nach dem Schlag⸗ und Feld⸗ Register 239,274 Ruthen enltivirten Acker, E““
zungen, Weide, 8457
lenburg.
aufgefuͤhrt.
stand von 32
zu haben:
„ 88 3
Anzeiger fuͤ —R. Wiesen, 7615 ◻R. Gaͤrten und Hofstellen, 24,0987 R. Niederungen und Weide, 149,016 IR. Seen, Soͤlle, Graͤben und Wege: die Meierei aber 175/882 R. cultivirter Acker, 27,370 ◻. Wiesen, 709 ¶ᷣR. Gaͤrten und Hofstellen, 93,211 ◻R Hol⸗ Bruͤche .R. Soͤlle, Graͤben und Wege. Die Guͤte des Bodens ist allgemein bekannt; der⸗ F. selbe besteht zum groͤßten Theil in Weizen⸗Acker, ist sicher und ergiebig, bedarf nur einer verhaͤltnißmaͤßig geringen Anspannung, und gehoͤrt, aller dieser Ei⸗ genschaften wegen, zu dem vorzuͤglichsten in Meck⸗
Die Heuwerbung ist bedeutend, und koͤnnen jaͤhr⸗ lich 500 Fuder geworben werden.
Die Gebaͤude besinden sich im baulichen Zustande und mehvere — namentlich ein Schaafstall von be⸗ deutender Groͤße
Zu den Annehmlichkeiten des Guts gehoͤrt die nicht unbedeutende Fischerei.
Die bedeutenden Hoͤlzungen, welche gegenwaͤrtig eirca 109,000 IR enthalten, erlauben noch elnen betraͤchtlichen Verkauf, besonders an Buchen.
Der Krug und die Muͤhle gewaͤhren jaͤhrlich eine — che 1 baare Einnahme von 390 Thlr.; die regulirten 3 Im Verlag der Unterzeichneten ist so eben erschtenen: Chronik der Tages⸗Begebenheiten. von Friedrich Buͤlau,
1 Professor an der Universitaͤt Leipzig. Woͤchentlich Ein Bogen im groͤßten Quartformat, eng gedruckt in gespaltenen Colummen, auf Velin⸗
Bauern aber zahlen jaͤhrlich 75 Thlr.
II. Das Mann⸗Lehngut Wattmann;:hagen hat einen Flaͤchen⸗Inhalt von 248,716 R. und einen Hufen⸗ Hufen 292*⁄2 Scheffel. ritterschaftlichen Amte Guͤstrow, 5 Meilen von Rostock und 2 Meilen von Guͤstrow, mithin zum Absatze der Producte guͤnstig.
Es wird in 6 Schlaͤgen bewirthschaftet, jeder Schlag enthaͤlt etwa 4;½ Last Winteraussaat.
Die Guͤte und ungewoͤhnliche Fruchtbarkeit des Bodens ist bekannt. Die Heuwerbung ist im Verhaͤltniß zu dem Gute sehr bedeutend, indem worben zu werden pflegen.
Die Hof⸗ und
Literarische Anzeigen. So eben ist erschienen und in allen Buchhandlun⸗ gen, zu Berlin in der
Warnung an die, welche versucht sind, scch von der evangelischen Landeskirche Preußens zu trennen. Von F an dc, Wenzelskirche in Naumburg. 8vo.
eh. 7 ½ sgr. Zep, im April 1835.
r die
Bei L. Dehmigke in Berlin
und Moore, 211 ¶R. niedrige kus und Bade⸗Arzte.
H. Morin. 20 sgr.
—,— . —
setzungen folgender Werke: hor of „Peter Simple.“ IHenry Chorley.
— sind vor einigen Jahren neu — 1— 8 n9 or „he O0 Mara Tales.“
—
Herausgegeben Es liegt im
Papier. vorausbezahlt.
Lu jaͤhrlich gegen 400 Fuder ge⸗
laͤufiger Zeitungen
Dorfgebaͤude besinden sih im bau: sicht der
wNu
Stuhrschen Buchhandlung, bedeutenden Stofes.
A. E. Hennicke, Diakonus
fuͤr Jedermann von
J. Webe l. Uebrlgens
nen nichts wahrh
einem Plan von Swinemuͤnde.
“
Uebersetzungs⸗Anzeige. In unserm Verlage erscheinen des naͤchsten Ueber
THE PACHA OE MANX TALES, by the Au⸗ SKETCIHIES OF A SEA PORrT TOWX. b; TIIE MASYOR OPF WIND-GCAp. by the Author
Braunschweig, den 24. April 1835 8 Friedr. Vieweg und Sohn.
Mit hoher Bewilligung. Neue historisch⸗volitische Zeitschrift.
Der Preis des Jahrgangs von 52 Nummern ist 3 Thlr. 12 gr. Saͤchsisch und wird vierteljaͤhrlich Asiens, Aegyptens und Griechenlands his ins sech
Der Plan dieser Zeitschrift ist zunaͤchst aus dem Beduͤrfniß derjenigen entstanden, welchen es an Zeit, oder Gelegenheit fehlt, sich die Kenntniß der Tagesgeschichte durch taͤgliches Lesen vieler und welt⸗ anzueignen, die jedoch eine Ueber⸗ der Tages⸗Begebenheiten nicht entbehren wollen.
Diesem Beduͤrfniß zu entsprechen, wird unsere Chronik, aus den besten Quellen, allwoͤchentlich eine vollstaͤndige, geordnete Uebersicht der neuesten und wichtigsten Tages⸗Begeben⸗ heiten darbieten, mit Hinweglassung der laͤstigen Masse der widersprechenden Nachrichten und des un⸗ Eine solche Uebersicht scheint Vv besonders unserer Zeit angemessen, deren wichtigste politische Begebenheiten sich nicht im Felde, sondern in den Cabinetten und Kammern zutragen, in wel⸗ cher daher weniger das Detail der einzelnen Vorfaͤlle, als vielmehr ihr Zusammenhang und ihre Resultate Interesse und Wichtigkeit sind. 0 estattet der Raum unserer Chronik, wie der Leser sich bald uͤberzeugen wird, auch im Einzel⸗ aft Erhebliches zu uͤbergehen.
Preuß sch
(Burgstr. Nr. 8), so wie in allen uͤbrigen Buchhandlungen ist zu haben: Das Seebad zu Swinemuͤnde. eine kurze Anleitung die Insel Ruͤgen zu berei⸗ sen. Vom Dr. R. Kind, Koͤnigl. Kreis⸗Physt⸗ Mit einer Ansicht und
Durch die Ordnung und den Zusammenhang i Darstellung wird diese Zeitschrift zugleich demin gen, welcher die Tagesgeschichte in ihrer ganzen e dehnung zu verfolgen pflegt, ein willkommncs Rah torium seyn, dessen eigner Besitz fuͤr Feie mann um so wuͤnschenswerther erscheinen muß! jedee Jahrgang in seinem Zusammenhange alsth Jahres⸗Chronik bleibendes Interesse haben ni
Die erste Nummer (vom 2 Mai), welche als 6n leitung die Uebersicht der naͤchstvergangenen Zit ihren Hauptmomenten enthäaͤlt, ist zugleich mit! 2. Nummer (mit welcher die eigentliche Chronit ginnt) heute ausgegeben und versandt worden.
Alle Buchhandlungen und Post⸗Aemter nme Bestellungen an.
Leipzig, am 9. Mai 1835.
Breitkopf und Haͤrtel.
———
Als Anhang
Stettin, bei
Bei Duncker und Humblot, Französisele No. 20 3., ist erschienen und in allen Buchhand- gen zu haben: 1 Erklärendes Verzeichnifs der antilte vertieft geschnittenen Steine derb- nigl. Preufsischen Gemmensammlu- Von Dr. E. H. Toelken, ordentl. Pross der Kunstgeschichte und Mytholoz. an derl vorsität etc. gr. Svo. 1 Thlr. 15 sgr. 3640 antike Pde ea e in den kostbarsten Sin und zum Theil von höchster Schönheit der! führung werden in diesem Verzeichnils beschres und erläutert. Dec Zeit ihrer Entstehung nacht chen sie aus dem grauesten Alterthum des inne
Bei der bhm leicht zu übersehenden Anorduung nach Völhe- Zeiten und Inhalt gewührt dieses Werk 2c gd einen belehrenden Uebherbliok der alten Kunss schichle, der Mythologie, des öffentlichen und ¹- lichen Lebens der Vorzeit. Viele bundert UeA- mäler sind hier zum erstenmal publicirt, einet grössere Anzohl zum erstenmal richtig erblärt! auch die Vorrede ist zur Aufhellung mancher ³¹ tig gewordener archaeologischer Fragen über! Aechtheit gewisser Denkmaler von besonderer ssi tigkeit. Ebendaselbst ist auch zu haben: erzeichniss der antiken Denkmület Antiquarium dos Königlichen Musel zu Berlin. Erste Abtheilung; Gallerie der sen. Entworfen von Konrad Levezow.] 24 Kupfertafeln. gr. Svo. 2 Thlr. 5 Waagen, Dr. G. F., Verzeichnils der Gemq- Sammlung des Königlichen Museums zu Del
Sr. Svo, 1 Thlr.
Jahrhanderl nach Christi Geburt.
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len, werden darauf aufmerksam gemacht,
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Kronik des Tages.
Bekanntmachung.
Die Dampfschiff⸗Verbindung zwischen Greifswald und St. petersburg wird in diesem Jahre in folgender Art stattfinden: Von Greifswald geht 1 6A““
Dienstag den 9. Mai, Donnerstag den 28. Mai, Donnerstag den 4. Jun Dienstag den 16. Juni, Dienstag den 23. Juni, Donnerstag den 2. Juli, Donnerstag den 9. Juli, Dienstag den 21. Juli, Dienstag den 28. Juli;, Donnerstag den 6. August, Donnerstag den 13. August Dienstag den 25. August, Dienstag den 1. September, Donnerstag den 10. September, Donnerstag den 17. September, Dienstag den 29. September, Dienstag den 6. Oktober, Donnerstag den 15. Oktober, Donnerstag den 22. Oktober Vormittags ein Dampfschiff, in den ersten Monaten nach Ystadt nd in den spaͤteren Monaten in die Bucht zwischen Ruͤgen und Hiddensee, und erwartet dort die Ankunft des von Luͤbeck nach St. Petersburg fahrenden Dampfschiffs, um diesem die von Freifswald gebrachte Korrespondenz und die Reisenden zu uͤber⸗ jefern, worauf letzteres die Fahrt nach St. Petersburg ohne Aufenthalt fortsetzt. — Aus St. Petersburg erfolgt der Abgang er Dampfschiffe nach Luͤbeck: Mittwoch den 20. Mai, Mittwoch den 27. Mai, Bonnabend den 6. Juni, Sonnabend den 13. Juni Mittwoch den 24. Juni, Mittwoch den 1. Juli,“ onnabend den 11. Juli, Sonnabend den 18. Juli, Mitwoch den 29. Juli, Mittwoch den 5. August, Sonnabend den 15. August, Sonnabend den 22. August, Mitwwoch den 2. September, Mittwoch den 9. September, onnabend den 19. September, Sonnabend den 26. September, Mittwoch den 7. Oktober, Mittwoch den 14. Oktober, Sonnabend den 24. Oktober, Sonnabend den 31. Oktober. Die Ankunft in Ystadt erfolgt nach pptr. 2 ½ Tagen. Von stadt geht das Preußische Dampfschiff, sobald dasselbe von dem bt. Petersburger Dampfschiffe die Korrespondenz, die Reisenden nd Sachen in Empfang genommen hat, gleich nach Greifswald ab, wo es nach einer Fahrt von 10—12 Stunden eintrifft. In gleicher Art wird verfahren, sobald die Communication it den Luͤbeck⸗St. Petersburger Dampfschiffen in der Bucht zwischen Ruͤgen und Hiddensee stattfindet.
Die Personen, wesche diese Reise⸗Gelegenheit benutzen wol⸗ daß sie zur Reise nach Rußland nothwendig mit einem, von einer Kaiserlich Russischen Gesandtschaft, oder von einem Kaiserlich Russischen Konsul visir⸗ en, guͤltigen Passe versehen seyn muͤssen, und daß sie ohne die⸗ sen unter keinen Umstaͤnden zur Reise mit den Dampfschiffen ugelassen werden koͤnnen.
Berlin, den 11. Mai 1835.
General⸗Post⸗Amt.
7
Der Land⸗- und Stadtgerichts⸗Direktor Willmanns attingen ist in gleicher Eigenschaft an das Koͤnigl. L Stadtgericht zu Dortmund versetzt worden.
zu ⸗ Und Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur er Zten Division, von Weyrach, von Mainz. Der General⸗Major à la Snite Sr. Majestaͤt des Kaisers von Nußland, von Mansuroff, von St. Petersburg.
Zeitungs⸗Nachrichten. Aus laga n d.
“ Rußland. Odessa, April. So eben ist hier ein Werk von Hrn. zalius von Hagemeister unter der Presse, welches den Sitel üͤhrt: „Denkschrift uͤber den Handel in den Haͤfen Neu⸗Ruß⸗ ands, der Moldau und der Wallachei.“ Es ist in 6 Abschnitte ein⸗ theilt, wovon der erste einen historischen Ueberblick uͤber den Handel des Schwarzen und des Asowschen Meeres, der zweite ne allgemeine Uebersicht uͤber diesen Handel in der jetzgen Zeit nd eine Schilderung seiner Haͤfen enthaͤlt, der dritte von der mgfche⸗ der vierte von der Einfuhr, der fuͤnfte vom Transito⸗ kisch Odessa's und von seinen Beziehungen zu den Transkau⸗ ischen Provinzen, der sechste endlich von der Beschaͤftigung ür Kapitalien in den Haͤfen des Schwarzen und Asowschen ba- handelt. 1 us Konstantinopel vom 15. April enthaͤlt das hiesige ssnal folgende Nachrichten: „Es heißt, daß nach den har⸗ ee Vairam der Kapudan Pascha die neue Fregatte ersten Ran⸗ 9 „Surieh“, die im Golf von Ismid gebaut ist, besteigen und e Kreuzfahrt nach dem Archipel unternehmen wird; vielleicht gleitet er das aus einem Linienschiff, 5 Fregatten, 2 Korvetten . bestehende Geschwader, welches nach Tripolis in 8* erei, dessen Bey gegen seinen mit den Beduinen ver⸗ 91 n Neffen im Kriege liegt, bestimmt ist. — Der Statthal⸗ on Adrianopel ist, man weiß noch nicht weshalb, in aller 1 11 — Briefe aus Smyrna melden, daß in h08. b- dieser Stadt ein praͤchtiger Katafalk, der dfer Frunsder 1e soll, zu der Todtenfeier fuͤr den verewigten esterredchs Ghc htet werden wied. Die Kirche steht unter
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arschau, 10. Mai. Se. Majestaͤt der . 1 Ba⸗ Mai. . Mafjestaͤt der Kaiser haben di 8 Verfuͤgung des Administrations⸗Raths gir chaen, ei⸗ 8g8 . Zoll⸗ Erhebung von Hornvieh und Pferden, die ande ins Koͤnigreich Polen eingefuͤhrt werden, durch
der mit den Ministern des oͤffentlichen Unterrichts,
eine Verordnung vom 9. Maͤrz d. J. auf das ganze Jahr 1835 bestaͤtigt.
Die hiesigen Zeitungen enthalten die Rechenschafts⸗Ablegung der Polnischen Bank 8 ihre Geschaͤftsfuͤhrung waͤhrend des Jahres 1834 und die bei Ablegung dieses Berichts von den Staatsraͤthen Morawski und Lubowidzki gehaltenen Reden.
Frankreich.
Der Koͤnig arbeitete gestern nach einan⸗ des Handels,
Paris, 7. Mai.
der Marine und der Justiz.
In der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer wurden die Berathungen uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen der Verbesserung der Flußschifffahrt fortgesetzt. Fuͤr den Bayse⸗Fluß von seiner Ausmuͤndung in die Garonne bis Condom bewilligte die Kammer nach einer lebhaften Debatte 900,000 Fr., so wie eine gleiche Summe fuͤr die Midouze und den Adour zwischen Mont⸗de⸗Marsan und Bayonne. Der zweite Artikel des Gesetz⸗ Entwurfes lautet also: „Es sollen uͤberdies im Jahre 1836 zur Verbesserung der Schifffahrt auf der Loire 700,000 Fr., auf der Saoͤne 450,000 Fr., auf dem Rhone 400,000 Fr., auf der Ga⸗ ronne 600,000 Fr. und auf dem Lot gleichfalls 600,000 Fr. ver⸗ wandt, gleiche Summen aber zu demselben Behufe alljaͤhrlich auf das Budget des Ministeriums des Innern gebracht wer⸗ den, bis daß durch ein besonderes Gesetz ein vollstaͤn⸗ diges und zusammenhaͤngendes System zur Verbesserung der Flußschifffahrt angeordnet worden.“ Es erhob sich hieruͤber eine Debatte, an welcher 10 Redner Theil nahmen; mehrere derselben verlangten, daß diese Geld⸗Bewilligungen in das Ausgabe⸗Budget eingeschaltet wuͤrden, — ein Antrag, dem die Minister der Finanzen und des Handels sich widersetzten. — In der heutigen Sitzung wurden die Berathungen fortgesetzt, und die obigen Summen unverkuͤrzt bewilligt. Der Vorschlag, daß man auch noch fuͤr die Yonne und den Tarn resp. 400,000 und 100,000 Fr. aussetze, fiel durch. Dem 3. Artikel zufolge, sollen von den im 1sten bewilligten 1,400,000 Fr., auf das dies⸗ jaͤhrige Budget 400,000 Fr. und auf das von 1836 1 Mill. uͤbernommen werden. Die naͤchsten drei Artikel (4— 6) wurden von der Regierung zuruͤckgenommen und der 7. (jetzt der 4.) bestimmt, daß den Kammern jaͤhrlich eine Uebersicht von den in Polge des Gesetzes unternommenen Arbeiten gegeben werden soll. Der ganze Gesetz⸗Entwurf ging darauf mit 189 gegen 114 Stimmen durch. — An der Tagesordnung war jetzt die Debatte uͤber die auf das Ausgabe⸗Budget von 1834 verlangten Nachschuͤsse: sie war von keinem erheblichen Interesse. Dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten wurden 200,000 Fr., dem Minister des oͤffentlichen Unterrichts 26,682 Fr. und dem Handels⸗Minister 30,000 Fr. bewilligt. 1
Die vor einigen Tagen gemeldeten Ministerium haben sich bestaͤtigt.
Herr Humann, ein Sohn des Finanz⸗Ministers, ist zum Requstenmeister beim Staats⸗Rathe ernannt worden.
8 Im Temps liest man Folgendes: „Diejenigen, die gestern Abend die Salons der Pairs besuchten, werden eine wesentliche Veraͤnderung in ihrer Physiognomie bemerkt haben. Vorgestern schien noch Alles leicht; man glaubte, daß der Prozeß wie von selbst gehen wuͤrde, und der Praͤsident sagte laut, daß man auf einen geringeren Widerstand stoßen wuͤrde, als man anfangs ge⸗ glaubt habe. Seit gestern Abend aber hat sich der Horizont ge⸗ waltig verfinstert, und man bemerkt eine gewisse Entmuthigung unter den Mitgliedern des Gerichtshofes. Der gestrige Beschluß ist erst nach einer 3;/stuͤndigen Berathung erfolgt; uͤberdies ver⸗ fuͤgt er keine Strafe, sondern beschraͤnkt sich auf Drohungen — ein System der Maͤßigung, das dem oͤffentlichen Ministerium keinesweges gefaͤllt. Auch erblickte man Herrn Persil gestern Abend uͤberall in großer Gemuͤthsbewegung, was kein Wunder ist, da besonders auf ihm die ganze moralische Verantwortlichkeit des Prozesses lastet; seine Kollegen haben den Prozeß eher an⸗ genommen, als selbst ersonnen.“ — Der National sagt: „Den Baron Pasquier hatte der Ausfall Cavaignac's so tief verwuͤndet, daß er sich bei seiner Ankunft im Berathungszimmer unwohl fuͤhlte. Man unterhielt sich weniger uͤber jenen Ausfall selbst, als uͤber den Fehler, daß man sich in diesen Prozeß uͤberhaupt eingelassen habe, und die Ansichten trafen zuletzt ziemlich allgemein dahin uͤberein, daß eine Fortsetzung desselben nur moͤglich sey, wenn man ihn trenne und die Angeklagten in verschiedene Kathegorien theile. Der Beschluß, der zuletzt erfolgte und eigentlich das Re⸗ quisitorium des General⸗Prokurators geradezu zuruͤckwies, hat zur Genuͤge bewiesen, wie sehr man sich scheut, die Angeklagten noch mehr zu erbittern.“ — Der Courrier⸗ frangais haͤlt die Portsetzung des Prozesses fuͤr ganz unausfuͤhrbar. „Nur zwei Dinge“, sagt dieses Blatt „sind jetzt moͤglich: entweder muß eine Vertagung des Prozesses eintreten, bei der man indessen nichts gewinnt, da nach 6 Monaten die Sachen noch auf demselben Punkte stehen werden wie jetzt, und noch das Gehaͤssige einer unbestimmten Verlaͤngerung der Verhaftung der Angeklagten hin⸗ utritt; oder es muß ein Urtheil erfolgen, dem keine andere Zertheidigung der Angeschuldigten vorangegangen ist, als eine ener⸗ gische Protestation gegen die Ungerechtigkeit der Richter.“ — Die Gazette de Franc aͤußert sich folgendermaßen: „Dieser ganze Pro⸗ zeß hat vorweg einen so entschiedenen Charakter der Gewaltthaͤtigkeit und der Strenge angenommen, daß dieser Umstand allein hinreicht, um das Fehlerhafte der ganzen Instruction herauszuheben. Die Angeklagten haben keine Vertheidiger, und so ist gleich bei der Eroͤffnung der Debatten eines der wichtigsten Rechte der Gesell⸗ schaft verletzt. Kein Wunder also, daß die bloße Lesung der Prozeß⸗Verhandlungen Jedermann besorgt macht, und wenn man nun vollends bedenkt, daß die Hauptstadt vielleicht mehrere Mo—⸗ nate hindurch in dem gegenwaͤrtigen aufgeregten Zustande erhalten werden soll, so kann man sich nicht des Gedankens erwehren, daß eine hoͤhere Gewalt die Doctrinairs veranlaßt habe, allen Winken ihrer Freunde zum Trotze, sich in diesen Prozeß einzu⸗ lassen.ö — Die ministeriellen Blaͤtter schweigen uͤber den Gang des Prozesses vorlaͤufig noch ganz. FI
Versetzungen beim Kriegs⸗
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Die (gestern unter den Neuesten Nachrichten erwaͤhnte) Pro⸗ testation der Vertheidiger der ngeklagten vor dem Pairshofe lautet also: „Da es, nach dem, was aus den unter dem Einfluß der Regierung abgefaßten Instructions⸗Akten hervorgeht, jederzeit der Zweck der Regierung gewesen ist, nicht allein eine gewisse Anzahl von Maͤnnern in ihren individuellen Handlungen zu ver⸗ folgen, sondern auch die Grundsaͤtze und e zu denen sie sich bekennen, insgesammt verurtheilen zu lassen, so blieben unter diesen Umstaͤnden den Angeklagten nur zwei Wege offen: entweder durch das vollkommenste Stillschweigen gegen eine politische Kommission zu protestiren, die sie nur ruiniren, nicht aber uͤber sie richten konnte, oder sich der Redner⸗ buͤhne, die ihnen sogar eine politische Kommission darbot, zu bemaͤchtigen, um die Meinungen, welche man in ihnen zu bestrafen beabsichtigte, zu vertheidigen und vollstaͤndig zur Kenntniß des Landes zu rdcge. Um diesen letztern Zweck zu erreichen, mußten sie sich mit Maͤnnern aus allen Theilen Frank⸗ reichs umgeben, die in ihren Augen und in den Augen des Lan⸗ des die republikanische Gesinnung vollstaͤndig repraͤsentirten. Durch die Maßregeln, welche die Verbindung der Angeklagten unter sich und mit ihren Rechtsbeistaͤnden verhinderten, so wie durch den Ausspruch des Pairshofes, der die Beistaͤnde, welche nicht Advokaten sind, zuruͤckgewiesen hat, ist jenes Resultat ver⸗ eitelt worden. Unter solchen Umstaͤnden fuͤhlen die unterzeichne ten Vertheidiger, Advokaten und Nicht⸗Advokaten, — in Be⸗ tracht, daß das Recht der Vertheidigung schimpflich verletzt wor⸗ den ist, und indem sie den Entschluß der Angeklagten, durch ihr Stillschweigen jeden Grundsatz einer Praäͤvotal⸗Jurisdiction zu brandmarken, laut billigen — das Beduͤrfniß, oͤffentlich ih⸗ ren Schmerz daruͤber, daß sie ihren Freunden nicht haben nuͤtz⸗ lich seyn koͤnnen, auszusprechen und mit aller Macht ihres Be⸗ wußtseyns gegen die abscheuliche Ungerechtigkeit zu protestiren, die man im Angesichte der Nation begehen will!!!“
Folgen die 80 Unterschriften.
Außer den 164 Pairs, die an dem Prozesse Theil nehmen, waren in den ersten Sitzungen auch noch fuͤnf junge Pairs zuge⸗ gen, die noch keine berathende Stimme haben, naͤmlich die Grafen Herwyn, Daru, von Beaumont, von Saulx⸗Tavanne und von Hedouville. Zu den 79 abwesenden Pairs treten noch 3 hinzu, die in der ersten Liste des Journal des Debats ver⸗ gessen worden waren, so daß die Gesammtzahl der Abwesenden 82 betraͤgt. 1
Auch der Advokatenstand von Grenoble hat jetzt mit 7 ge⸗ gen 2 Stimmen gegen die Koͤnigliche Verordnung vom 30. Maͤrz protestirt.
In Bezug auf die von mehreren Blaͤttern aufgestellte Be⸗ hauptung, daß die Berichtigung eines Satzes in der von dem Grafen von Appony am Namensfeste des Koͤnigs gehaltenen Rede auf den Antrag dieses Botschafters selbst erfolgt sey, liest man heute im Moniteur Folgendes: „Wir finden uns veran⸗ laßt, einige durchaus falsche und unbegruͤndete Versicherungen und Einfluͤsterungen, welche wir in mehreren Zeitungen in Be⸗ zug auf den im Moniteur vom 2. Mai vorgekommenen Irrthum lesen, zuruͤckzuweisen. Dem Redacteur des Moniteur war von Niemanden, wer es auch sey, eine Anzeige dieses Fehlers zuge⸗ kommen; er hatte von Niemanden den Befehl oder die Auffor⸗ derung erhalten, ihn zu berichtigen; der Fehler war ihm unbe⸗ kannt. Erst der Messager, der am 4ten Abends erschien, machte ihn darauf aufmerksam. In der Besorgniß, die Anzeige dieses Blattes moͤchte wahr seyn, beeilte sich der Redacteur, das Exem⸗ plar des Moniteur mit der Abschrift der Rede des Grafen von Appony zu vergleichen, wo er zu seinem groͤßten Leidwesen er⸗ sah, daß ein solcher Irrthum wirklich vorgefallen war. Sofort und aus eigenem Antriebe ließ er die im Moniteur vom 5. Mat erschienene Berichtigung erfolgen. So verhaͤlt sich diese Sache. Der Redacteur des Moniteur mußte sich daruͤber naͤher aus⸗ sprechen, und jede Behauptung, die in Ansehung seiner selbst mit seiner Erklaͤrung im Widerspruche steht, auf das bestimm⸗ teste ableugnen.“
Ueber die juͤngsten Begebenheiten an der Spanischen Graͤnze enthaͤlt das Journal des Débats heute mehrere Korrespon⸗ denz⸗Mittheilungen, die es mit folgenden Bemerkungen einleitet: „Aus verschiedenen Briefen aus Navarra geht hervor, daß eine Reihe moͤrderischer Gefechte waͤhrend dreier Tage, vom 22. bis zum 24. April, zwischen den Truppen des Zumalacarreguy und denen des Valdez stattgefunden hat, und daß die Letztern Ver⸗ luste erlitten haben. Valdez, der am 21. Vittoria verließ, um sich nach Pampelona uͤber Estella zu begeben, mußte die Gebirgs⸗ schluchten der Obern Amescoas, einen Centralpunkt zwischen Navarra und Guipuzcoa, passiren, wo die Karlisten ih⸗ ren gewoͤhnlichen Zufluchts⸗Ort und gewissermaßen ihr Waffen⸗Magazin haben. Valdez, von drei Divisionen gefolgt, hielt sich fuͤr stark genug, um den Durchgang zu versuchen und Zumalacarreguy zuruͤckzuwerfen. Doch dieser, der gleichfalls alle seine Kraͤfte vree ee und sogar die Insurgenten von Bis⸗ caya aufgerufen hatte, war in den Stand gesetzt, die in den De⸗ filben ins Handgemenge gerathenen Kolonnen an mehreren Punk⸗ ten anzugreifen, sie in Verwirrung zu bringen, abzuschneiden, und so dem Marsch des Valdez uͤber Estella einen sehr ungluͤck⸗ lichen Ausgang zu geben. Valdez brauchte in der That vier Tage, um diesen Marsch von 15 Lieues zu machen, welcher eben nur ein ununterbrochener und sehr blutiger Kampf gewesen zu seyn scheint, wobei die Karlisten von dem Terrain Vortheil zo⸗ gen, das sie genau genug kennen, um die Christinos ohne Unter⸗ laß zu necken. Es koͤnnte auch scheinen, daß der General Valdez durch eine verstellte Flucht des Feindes sich in den Engpaß von San⸗Martin habe locken lassen, von wo er vom ersten Tage an seinen Ruͤckzug nehmen mußte, um einen andern Weg einzuschla⸗ gen, und daß von dieser Stunde an sein Operations⸗Plan voͤllig vereitelt worden waͤre. Es ist Schade, daß die Spanischen G nerale so zahlreiche Vorfaͤlle und Warnungen in den Wind schla⸗ en, und immer zu vergessen scheinen, daß Zumalacarreguy durch
eberraschung aus dem Hinterhalt, oder in partiellen Angriffen, wo er sich den Staͤrkern findet, operirt, daß sie sich daher nich