“
“ 8
39 313¼.
aobgemaͤhet haben; theilnahmlos erwarten wir den die ganze Welt zum Voraus gebrandmarkt hat!“
Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends] Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck 332,7 8 “Par. 331,4 59 Par. 330, 4 Par. Luftwaͤrme 4+. 5,2 ° R. + 10,2 2 R.+ 8,3⸗R. Thaupunkt +† 1 °R. + 5,² * R.]+ 6,4 ‧R Dunstsaͤttg 89 pCt. 72 pCt. 89 pEt. Wetter.. beiter. regnig. Recgen. Wind .... V WSW. 3 Y W
Tagesmittel: 331,8 7% Par..
Quellwärme 7,0 * R. Flußwärme 11,° ° R. Bodenwärme 10, 2 * R. Ausdünst. 0,0 8 9“ Rh. Niederschlag 0, 2 01 Rh. 5,6 9 R. 83 vCt.
8,2 9 R...
—
1M
2,e
Auswäürtige Börsen. * 8 Amsterdam, 9. Mai. Miederl. wirkl. Schuld 57 ⅛. 5 8 do. 102 ½ Ausg. Schuld 1 ¼ 3. Kanz-Bill. 27. 4 ½ ½ Amort. 96. 3 ½ 8 82. Kuss. 99 ¾. Oesterr. 100 ½. Preausz. Präm.-Scheine 115 ½. do. 4 8½ Anl. —. Span. 5 ½ 291.
Antwerpen, 8. Mai Span. 5% 49 ½. 38 31 ½. Zinsl. 21 ½. Cortes 20 8⁄. Hamburg, 12. Mai. b 1 Engl. Russ. 106 ½. Hope in Cert. 99 ¾. Preuss. Präm.-Schaine 128 ½. Poln. 139 ¾. Dän. 75 . Wien, 9. Mai. 8 59 Met. 102 2 18 9891. Bank-Actien 1351 ¼. Neue Anl. 599 ⅞.
Coup. 32.
Berliner Börse.
4 Den 14. Mai 1835. 8
Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufe. Caur.)
Ef. Erietd'eld.] [IWM. Friefsca eld. St.-Schuld-Sch. 101 [100 ½ 102 Pr. Engl. Obl. 30. 99 ½ 98 106 ¾ Präm. Sch. d. Seeh. 65 ½ 64 ½ 103 ½ Kurm. Obl. m. l. C. 101 — 106 ½ Neum. Int. Sch. do. 100¾ Berl. Stadt-Obl. 101 Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr.
Grosshz. Pos. do. ☛☚—y—V—-
Wechsel-Cours.
250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. .. 300 Mk. 1 LSt. 300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl.
Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rkst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N.
106 ⅔ 1103 9
98 ½ 393
102 ½
Gold al marco 216 Neue Duk... 18 ½ —— Friedrichsd'or.. 13 ½ 13 ¼ Disconto 3 4 —— Preuss. Coutr. Etrref. deld. 142 14A1 ¾ 151½ 151¼
99½
4—
102 ½
—4118-ê⸗ö
Amsterdam dito Hamburg dito Leondon Paris Wien in 20 Xr. Augsburg Breslau Leipzig Frankfurt a. M. WZ. Petersburg Warschau
2 Mt. Kurz
2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 Woch. Kurz
103 ½
102 ½
. Paris, 8. Mai. Seit gestern herrscht die groͤßte Bewe⸗ gung im Schlosse der Tuilerieen. Den ganzen Abend hindurch war der Koͤnig in Konferenz mit seinen Ministern. Gegen 9 Uhr kamen die Herren Pasquier und Decazes in die Tuilerieen, wo sie die Befehle des Koͤnigs einholten. “
Gestern um zwei Uhr hat Lord Cowley, der Englische Bot⸗ schafter, dem Koͤnig und der Koͤnigin in einer Privat⸗Audienz sein Abberufungs⸗Schreiben uͤberreicht. “
Da es gestern im Pairshofe so uͤberaus stuͤrmisch hergegan⸗ gen ist, so glauben wir, auf diese Sitzung noch einmal ausfuͤhr⸗ licher zuruͤckkommen zu muͤssen. Nachdem der Antrag Crivelli's auf Ausschließung derjenigen Pairs, welche Instructionsrichter gewesen und die Anklage⸗Akte mit unterzeichnet, von dem Ge⸗ richtshofe verworfen worden, nahm der Angeklagte Martin Maillefer das Wort: „Ich muß“, sagte er, „auf die spezielle Lage aufmerksam machen, in welcher mehrere meiner Freunde und ich uns befinden. Wir hatten uns der vorlaͤufigen Gefangenschaft durch ein freiwilliges Exil entzogen. Freiwillig haben wir uns gestellt, weil wir glaubten, unsere Ehre gebiete uns, das Schicksal unserer gefangenen Genossen zu theilen. Aber wir haben uns mit dem Bewußtseyn gestellt, daß wir in Ihnen, meine Herren Pairs, keine Richter, sondern nur Feinde finden wuͤrden. Wir sind vor Ihnen erschienen, um alle Masken herunterzureißen, um alle Luͤgen Ihrer Anklage⸗Akte aufzu⸗ decken, und unwiderleglich zu beweisen, daß Niemand als die Regierung das Komplott ausgesonnen und ausgesponnen hat, wegen dessen man uns jetzt hier unter Anklage stellt. Diese Thatsache wollen wir beweisen, aber nicht Ihnen, deren eyxcep⸗ tionelles Richteramt wir aus allen Kraͤften ablehnen und verab⸗ scheuen, sondern unsern Mitbuͤrgern, welche man in allen, auf die vorliegende Anklage bezuͤglichen Verhaͤltnissen auf das Em⸗ poͤrendste hintergangen hat. Zugleich leitete uns die Absicht, unsere Grundsaͤtze, vor deren Kundwerdung Sie, meistens Leute ohne alle politische Ueberzeugung und ohne alles moralische Ge⸗ vissen, erbleichen, unseren Mitbuͤrgern laut vorzutragen, damit sich dieselben vergewissern koͤnnen, daß wir echte Republikaner, aber keinesweges antisociale Menschen sind, mit deren Prinzipien jede geordnete Staats⸗Einrichtung unvereinbar waͤre. Allein, Sie rauben uns durch Ihr Verfahren alle Mittel, der Wahr⸗ heit ihr Recht zu verschaffen. Entkraͤftet durch unsere lange Gefangenschaft, nicht im Stande, uns vorher uͤber unsere Ver⸗ theidigung zu verstaͤndigen, beraubt des Beistandes solcher Ver⸗ theidiger, zu denen wir Zutrauen hatten, haben wir vor Ihnen erscheinen muͤssen. In dieser Lage koͤnnen wir den Kampf nicht annehmen! Schauen sie um sich! Verraͤth Ihnen nicht die Leere der Baͤnke, welche fuͤr die Advokaten bestimmt sind, wie diese rechtskundigen Maͤnner uͤber Ihr Verfahren denken, und daß sie nichts mit demselben zu schaffen haben wollen? Unter solchen Umstaͤnden, uͤberzeugt, daß Sie unser Verdammungs⸗Ur⸗
— theil schon zum Voraus fertig haben, wuͤrde es unserer unwuͤr⸗
dig seyn, wenn wir uns zu der Komoͤdie e wollten, die Sie mit uns zu spielen beabsichtigen. Pairs von Frankreich! Schreiten Sie immerhin fort auf dem betretenen Wege der Willkuͤr; fuͤgen Sie unsere Koͤpfe denen hinzu, die Sie bereits
Ihren Ausspruch,
Nachdem Herr Maillefer geendigt, zeigte sich die groͤßte Aufre⸗ gung auf den Baͤnken der Angeklagten, doch schien bei einem Theile der Lyoner Angeschuldigten Unentschlossenheit zu herrschen. Der General⸗ Prokurator sagte hierauf: „Wir haben ge⸗
“
dieser dadurch nicht aufgehalten werde.“
glaubt, die so eben gehaltene Rede nicht unterbrechen zu duͤrfen,
weil wir Sie uͤberzeugen wollten, daß die sich stets wiederholen⸗
den Scenen der Unordnung das Resultat eines verabredeten
Planes sind. Es ist Zeit, daß dieser Skandal ein Ende nehme,
und daß die Gerechtigkeit mit derjenigen Wuͤrde, welche diesem
hohen Tribunal gebuͤhrt, ihren regelmaͤßigen Gang gehe. Wir
erklaͤren hiermit, daß, bei Wiederholung solcher Gewaltthaͤtigkei⸗
ten, wir gegen ihre Urheber ernstliche Maßregeln ergreifen wer⸗
den, und wir erwarten dann von Ihrer Festigkeit, meine Her⸗
ren, die Ausfuͤhrung des gestern von Ihnen gefaßten Beschlusses.“
Als der Praͤsident nun den Secretair aufforderte, die Anklage⸗
Akte zu verlesen, verlangten mehrere Angeklagten und ein von
Amts wegen ernannter Advokat, Hr. Bousquet, zugleich das Wort.
Letzterer wuͤnschte, daß es, vor der Lesung der Anklage⸗Akte, dem
Angeklagten Mercier, zu dessen Vertheidiger er bestellt worden,
gestattet seyn moͤge zu erklaͤren, ob er mit dieser Wahl zufrieden
sey oder nicht. Der Praͤsident erwiederte hierauf, daß man sich
nach Vorlesung der Anklage⸗Akte mit dieser Frage beschaͤftigen
werde. Der Secretair versuchte dann abermals die Lesung des
Berichts, allein der Laͤrm nahm immer mehr zu, so daß auch
nicht eine Sylbe verstanden werden konnte, und die Pariser An⸗
eklagten riefen laut: „Wir widersetzen uns der Lesung der Anklage⸗
Atkte so lange unsere Vertheidiger nicht zugegen sind.“ Als sich
hierauf der Oberst Feisthamel der Bank der Angeklagten naͤherte,
um sie zur Ruhe zu ermahnen, erhob sich der Angeklagte
Beaune und las unter dem furchtbarsten Laͤrm folgende Rede
ab: „Die Angeklagten von Lyon, St. Etienne, Arbois, Paris,
Luneville, Marseille, Epinal und Grenoble haben, nach den Vor⸗
fällen in den beiden ersten Sitzungen, es ihrer Wuͤrde und. ihrer
Pflicht gemaͤß befunden, dem Pairshofe nachstehende Erklaͤrung
vorzulegen. Der Gerichtshof hat durch seinen ersten Beschluß
das Recht der freien Vertheidigung verletzt.“ (Hier verlangte der General⸗Prokurator das Wort, das ihm auch von dem Praͤsi⸗
denten bewilligt wurde, allein Beaune ließ sich dadurch nicht stoͤren und fuhr fort:) „Der souveraine Gerichtshof, welcher mit uͤbermaͤ⸗
ßiger Gewalt bekleidet ist, ohne Kontrolle richtet, und bei seinem Ver⸗ fahren sich an kein Gesetz kehrt, hat den Angeklagten, die seine politischen Feinde sind, die er seit vierzehn Monaten in den Gefaͤngnissen zuruͤckhaͤlt und sie zwingt, vor ihm zur Vertheidi— gung ihrer Ehzre und ihres Lebens zu erscheinen, ihrer heiligsten Buͤrgschaften beraubt. Er ist sogar gestern noch weiter gegangen und hat, gegen allen Gebrauch bei den Kriminal⸗Gerichtshoͤfen, wo nur nach dem Schlusse der Debatten das Wort versagt wird, gegen den Angeklagten Cavaignac ein Urtheil gefaͤllt, ohne weder ihm noch einem Andern ein einziges Wort zu seiner Vertheidi⸗ gung zu gestatten.“ (Der General⸗Prokurator wollte ein Re⸗ quisitorium halten, allein seine Worte wurden von einem solchen Geschrei und Fußstampfen uͤbertaͤubt, wie es wohl in dem Lokal eines Gerichtshofes ohne Beispiel ist, waͤhrend Beaune die Lesung seiner Rede fortsetzte:) „Endlich hat der Praͤsident die Verlesung der Anklage⸗Akte beginnen wollen, waͤhrend die Identitaͤt der Angeklagten noch nicht erwie⸗ sen und kein Vertheidiger zugegen war. Alle diese Handlungen sind richterliche Gewaltthaͤtigkeiten, welche die natuͤrlichen Vor⸗ laͤufer der administrativen sind, auf die es der Pairshof abgese⸗ hen hat. In dieser Lage erklaͤren die unterzeichneten Angeklag⸗ ten, da sie ohne Vertheidiger sind und selbst jede Wahrscheinlich⸗ keit, daß man ihnen gerecht werde, verschwunden ist, daß alle Handlungen des Pairshofes in ihren Augen nur Zwangs⸗Maß⸗ regeln sind, die ihre Sanction in den Bajonnetten finden, womit er sich umgiebt. Sie weigern sich daher, bei den Debatten zu⸗ gegen zu seyn, wo sowohl den Vertheidigern, als den Angeklagten das Wort versagt wird, und uͤberzeugt, daß der einzige Schutz freier Maͤnner in einer unerschuͤtterlichen Festigkeit besteht, erklaͤren sie, daß sie nur vor dem Pairshofe erscheinen werden, wenn man sie mit Gewalt dazu zwingt, und daß sie denselben fuͤr alle Fol— gen, die aus diesem Beschlusse entstehen moͤchten, persoͤnlich ver⸗ antwortlich machen.“ — Hierauf gelang es endlich dem Gene— ral⸗Prokurator, folgendes Requisitorium vorzulesen: „In Be⸗ tracht des Beschlusses vom 6. Mai, wonach in dem Falle, daß die Angeklagten neue Unordnungen begingen, die nothwendigen Maßregeln ergriffen werden sollen, um der Gerechtigkeit ihren freien Lauf zu sichern; und da in der That gewisse Angeklagte, statt jenem Beschlusse zu gehorchen, vielmehr durch einen Tu⸗ mult, der das Resultat einer Verabredung unter ihnen zu seyn scheint, den regelmaͤßigen Gang des Prozesses zu verhindern sich bemuͤhen; da hierdurch die Unmoͤglichkeit, die Debatten in Ge⸗ genwart dieser Angeklagten fortzusetzen, dargethan ist; da, wenn es von den Angeklagten abhinge, den Gang einer Angelegenheit auf be⸗ liebige Weise zu unterbrechen, die oͤffentliche Macht in ihren Haͤnden seyn und die Anarchie an die Stelle der Gerechtigkeit treten wuͤrde; da die Duldung dieser Auflehnung gegen das Gesetz eine wahre Verweigerung der Gerechtigkeit fuͤr die Gesell⸗ schaft und fuͤr diejenigen Angeklagten seyn wuͤrde, welche, gestuͤtzt auf ihr Recht, ein Urtheil verlangen, da es endlich Pflicht des Gerichtshofes ist, sich der Wiederholung eines aͤhnlichen Aergernisses zu widersetzen und der Gesellschaft, so wie den feind⸗ lichen Angeklagten, die Gerechtigkeit zu sichern: so ersuche ich den Gerichtshof, den Herrn Praͤsidenten dahin zu ermaͤchtigen, daß er jeden Angeklagten, der die Ordnung stoͤren wird, aus dem Saale ins Gefaͤngniß abfuͤhren lasse und den Secretair beauftrage, nach dem Schlusse der Sitzungen die hinausgefuͤhrten Angeklag⸗ ten von dem Gange der Debatten in Kenntniß zu setzen, damit , Nach Verlesung dieses Requisitoriums erhoben sich die Angeklagten in Masse und schrieen: „Fuͤhrt uns Alle hinaus, wir lassen uns nicht verur— theilen, wir protestiren!“ Unter immer steigendem Tumulte er⸗ theilte der Praͤsident den Befehl, die Angeklagten, weiche fast saͤmmtlich aufgestanden, zum Theil auf die Baͤnke gestiegen wa⸗ ren, zum Sitzen zu bringen. Caussidière, der Angeklagte von St. Etienne, ging beinahe zu Thaͤtlichkeiten gegen den Muni⸗ zipal⸗Gardisten uͤber, der ihn angefaßt hatte, um jenen Befehl zur Vollziehung zu bringen. „Unterstehe Dich nicht, mich anzu⸗ fassen!“ rief er ihm zu, „respektire in mir einen Grenadier der alten Garde, der mit in Aegypten war. Glaubst Du, ich werde mich vor so einem jungen Konskribirten fuͤrchten? Ich habe mehr Patronen verschossen, als Du in Deinem Leben zu sehen bekommen wirst!“ — Endlich blieb dem Praͤsidenten nichts wei⸗ ter uͤbrig, als die Abfuͤhrung der Angeklagten zu verfuͤgen. Nicht ohne große Schwierigkeiten wurde dieser Besch! vollzogen. Der Gerichtshof zog sich in das Berathungs⸗Zimmer zuruͤck, um uͤber den Antrag des General⸗Prokurators zu deliberiren. Nach dreistuͤndiger Berathung ließ er anzeigen, daß die Sitzung fuͤr diesen Tag nicht werde fortgesetzt werden. Der Beschluß solle in der naͤchsten Sitzung, welche am 9ten stattfinden werde, pu⸗ blizirt werden. Der Gerichtshof blieb indessen bis 7 Uhr ver⸗ sammelt, um uͤber den zu fassenden Beschluß zu berathschlagen.
“ “
durchaus noch nicht bestimmen, wie die Entscheidung desselben lau⸗ ten wird. Der Pairshof selbst hat sich genoͤthigt gesehen, eine Kommission von sieben seiner Mitglieder zu ernennen, die ihm heute einen Bericht erstatten und einen Antrag in Vorschlag bringen sollen. Mehrere Pairs sollen den Antrag unterstuͤtzt haben, daß die drei Staats⸗Gewalten aufgefordert werden moͤch⸗ ten, einen Beschluß zu fassen, durch den der Pairshof aufgefor⸗ dert wuͤrde, den Prozeß in Abwesenheit der Angeklag⸗ ten fortzusetzen. In diesem Augenblicke, um 3 Uhr, ist der Pairshof wieder im Luxembourg versammelt, um den Bericht der Kommission zu vernehmen, die er gestern Abend ernannt hat. Es wird versichert, die Arbeit der Kom⸗ missarien habe die Maäjoritaͤt des Hofes durchaus nicht be— friedigt. Sie beantragten, der Prozeß solle in Abwesenheit al⸗
ler Angeklagten fortgesetzt werden; die Majoritaͤt der Pairs schien jedoch zu befuͤrchten, daß eine solche Entscheidung allgemeine
Aufregung veranlassen moͤchte. Der Hof ist noch in Berathuyg, und man glaubt auch nicht, daß es heute noch zu einem Resil— tat kommen duͤrfte. 8
Der Pairshof hatte, wie man sich erinnern wird, festgesetzt, daß er an den Montagen und Donnerstagen keine Sitzung hal⸗ ten wuͤrde. Hiernach zeigt das Journal des Débats an, daß die gestrige Sitzung eine extraordinaire gewesen sey. Waͤhrend der Suspension der Audienz des Pairshofes war gestern der Minister⸗Rath im Palaste des Luxembourg versammelt Gestern Abend zerstreute sich die Menge der Neugierigen, die sich in der Gegend des Palastes Luxembourg versammelt har⸗ ten, erst gegen 11 Uhr. Aus dem Gefaͤngnisse erscholl der Ge⸗ sang der Marseillaise und der chant du départ, den die Gefan⸗ genen im Chor wiederholten.
An der Boͤrse glaubt man, der Beschluß, uͤber den jetzt der Pairshof berathet, werde jedenfalls der Art seyn, daß die Dauer des Prozesses dadurch sehr abgekuͤrzt werden wuͤrde. Auch waren die Spekulanten, in der Hoffnung, diese Angelegen⸗ heit bald beendigt zu sehen, geneigt, in die Hoͤhe zu gehen. Die Rente erhielt sich sehr gut, und die Course blieben 30 Cent. hoͤher, als gestern. Auch die Spanischen Fonds gingen in die Hoͤhe; man sprengte aus, Valdez sey nicht besiegt worden, son— dern habe im Gegentheile mehrere wichtige Vortheile, ganz in Uebereinstimmung mit der Madrider Zeitung vom 29. Aprig uͤber die Karlisten davongetragen. -
Die oͤffentlichen Blaͤtter machen eine Protestation von 110 der Aprilgefangenen, deren Gesammtzahl 121 ist, bekannt, worin diese gegen die seitherigen Beschluͤsse des Pairshofes protestiren und erklaͤren, daß sie sich von nun an weigern wuͤrden, durch ihre Gegenwart an Debatten Theil zu nehmen, wo das Wort sowohl den Vertheidigern als den Angeklagten untersagt sey, und daß sie nur dann vor dem Pairshofe erscheinen wuͤrden, wenn man sie mit Gewalt dazu zwinge.
Die Deputirten⸗Kammer setzte in ihrer heutigen Siz⸗ zung die Berathungen uͤber die Nachschuͤsse zu dem Budget von 1834 fort. Fuͤr das Justiz⸗Ministerium werden nachtraͤglich etwa 327,000 Fr. verlangt, worunter 12,000 Fr. zu den ersten Einrichtungs-Kosten des Herrn Persil. Diese letztere Forde⸗ rung wurde von Herrn Dufaure lebhaft angefochten, der sich bei dieser Gelegenheit auf die bekannte Anekdote des Herzogs von Richelieu berief, wonach dieser, als ihm bei seinem Amts⸗Antritte ein Kassen⸗Diener die Summe von 25,000 Fran⸗
ken in Bank⸗Scheinen zu seiner ersten Einrichtung einhaͤndigen
wollte, demselben erwiederte: „Gebt 30 Sous dem Manne, der mir mein Felleisen hergebracht hat; das ist Alles, was meine Einrichtung mir kostet.“ Herr Persil vertheidigte jene Ausgabe, so gut er konnte; er behauptete, daß seine Einrichtung ihm nicht 12,000, sondern 20,000 Fr. gekostet habe, und beschuldigte Hin. Dufaure, daß er persoͤnlich gegen ihn (den Minister) eingenom⸗ men sey. Drei andere Deputirte stimmten gleichwohl dem Hrn. Dufaure bei; nichtsdestoweniger war das Resultat dieser Dis⸗ kussion, daß die verlangte Summe bewilligt wurde. Fuͤr das Kriegs⸗Ministerium werden etwa 4,200,090 Fr. verlangt; dieße Summe, so wie eine zweite von etwa 240,000 Fr. fuͤr das Finanz⸗M nisterium, fanden keinen erheblichen Widerspruch. Fuͤr die Umschme⸗ zung der alten Duodezimal⸗Muͤnzen wurden 1,783,700 Fr. bewillig. Die Annahme des ganzen Gesetz⸗Entwurfs war bei dem Abgange der Post noch nicht erfolgt. Herr Thiers, der sich seit der Er⸗ oͤffnung des großen Prozesses in der Kammer nicht hatte blicken lassen, trat gegen 3 Uhr in den Saal und nahm seinen gewoͤhn⸗ lichen Platz auf der Ministerbank ein. Er wurde sofoört von allen Seiten umlagert; Jedermann schien ihn zu fragen, was aus dem Prozesse werden wuͤrde; der Minister selbst war offen⸗ bar sehr praͤoccupirt, indessen beharrte er dabei, daß die Verhand lungen fortgesetzt und dem Gesetze Achtung verschafft werder wuͤrde. Aus Toulon wird vom 2ten d. geschrieben: „Nicht die ganze Englische Flotte ist nach Malta zuruͤckgekehrt, wie gemeldt worden war. In der Levante sind immer noch 4 Linienschiff, 1 Fregatte, 1 Dampfboot und noch einige leichte Fahrzeuge.“ Aus Bayonne vom 4. Mai schreibt man: „Wec erhalten so eben die Mittheilung, daß ein blutiges Treffen in der Un⸗ gegend von Guernica in Biscaya zwischen dem Brigadtn Iriarte und den Insurgenten dieser Provinz stattgefunden hat. Der Anfuͤhrer der Christinos ist verwundet worden, und seine Soldaten haben die Flucht ergriffen. Blc die Offiziere mit einigen wenigen Leuten haben Widerstan geleistet. Es wird versichert, 64 Ofsiziere und 4 Ober⸗Offtzien
nach Lequeitio geworfen, wo er bald wieder 3500 Mamn gesammelt hatte. Lord Elliot hat einen Courier an dan Englische Kabinet abgeschickt, der auch der Franzoͤsischen Nw gierung Depeschen uͤberbringen soll. Aus seinem Beriche soll hervorgehen, daß das Treffen, von dem die Karlisten so vie Aufsehen gemacht haben, nur ein ganz unbedeutendes Schat muͤtzel und auf beiden Seiten der Verlust nur sehr gering gewe sen sey. Valdez habe sich wirklich nach Logrono gewendet, abt nur, um dort eine vortheilhafte Stellung einzunehmen und seinn eigentlichen Operationen vorzubereiten.“ h
— Heute schloß öproc. Rente pr. compt. 108. 30. sin com 108. 60. 3 proc. pr. compt. 82. 5. fin cour. 82. 25. /5prac Neap. pr. compt. 99. 25. fiu cour. 99. 50. 5proc. Spal⸗ 51 ½. 3 proc. 31 ½. Ausg. Schuld 22. Cortes 52, 28 res Holl. 59. 40. .
Frankfurt a. M., 11. Mai. eta 102 ½. 102 ¾, 4proc. 97 ¼. 97 ½. 29 proc. 58. G. lproc. 25% G. Bank⸗Actien 1633. 1631. Part.⸗Obl. 141 ½. 141. Locse zu 100 G. 214. Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 65 ⅞. 65 ½. do. 4pro Anl. 98 ½. B. 8 öproc. Obl. von 1832 101 3. 1017. Poln— Loose 70 ¾. 70 ½, 5proc. Span. Rente 48 ½. 47 ½⅞. 3proc. do. petn. W. . . .
8 Riedacteur Cottel. — 5 g
88 vscaa.
Oesterr. 5proc. Metal
Die gestrige Sitzung des Pairshofes wurde beendigt, ohne daß dessen Beschluß uͤber die stattgehabten Stoͤrungen bekannt wor⸗
den waͤre. Heute hielt der Pairshof keine Sitzung, und es laͤßt sich
Gedruckt bei A. W. Hayn⸗
rung zu Merseburg Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.
seyen geblieben. Iriarte hat sich mit einem Theile seiner Truppenfe
B 26 1928 zmhiens Fenthsch zvn I vfhkS7, 09.
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Berlin, Sonnabend den 16ten Ma
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Kammerherrn und Le⸗ gtions⸗Rath von Roulet zu Neuchatel den St. Johanniter⸗ orden zu verleihen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Regierungs⸗Rath Haͤckel u Potsdam zum Ober⸗Regierungs⸗Rath und Abtheilungs⸗Diri⸗ genten fuͤr kirchliche und Schul⸗Angelegenheiten bei der Regie⸗
Des Koͤnigs Majestaͤt haben Allergnaͤdigst geruht, die Ad⸗ vokat⸗Anwaͤlte Arnold Ernst Wolbrecht zu Elberseld und Ehristian Evelt zu Duͤsseldorf zu Justiz⸗Raͤthen zu ernennen.
Bei der am 14ten d. M. fortgesetzten Ziehung der 5ten Klasse T1ster Koͤnigl. Klassen⸗Lotterie fielen 2 aeng. zu 2000 Athlr. auf Nr. 71,378 und 79,177 in Berlin bei Seeger und nach Breslau bei Schreiber; 10 Gewinne zu 1000 Rthlr. auf Fr. 4420. 11,918. 20,700. 61,128. 77,287. 88,ͤ376. 96,991. 100,345. 106,837 und 108,616 in Berlin bei Burg, bei Gronau, tei Matzdorff und bei Seeger, nach Breslau bei J. Holschau, Bromberg bei Schmuel, Coͤln bei Reimbold, Cottbus bei Breest, Elberfeld bei Heymer und nach Halle bei Lehmann; 14 Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 3493. 5482. 19,669. 25,642. 34,009. 1,799. 41,879. 44,303. 50,753. 59,998. 72,309. 86,951. 91,376 ind 94,274 in Berlin bei Gronau, bei Mestag und bei See⸗ ser, nach Breslau 2mal bei Schreiber, Brieg bei Boͤhm, Brom⸗ lerg bei Schmuel, Duͤsseldorf bei Spatz, Halle bei Lehmann, Lootoszyn bei Albu, Magdeburg bei Brauns, Neiße bei Jaͤkel, Sagan bei Wiesenthal und nach Stettin bei Rolin; 37 Ge⸗ winne zu 200 Rthlr. auf Nr. 1147. 4220. 5202. 5311. 6868. 1,028. 11,316. 14,897. 20,524. 22,746. 31,497. 34,322. 36,425. 32,216. 50,871. 56,328. 65,350. 69,661. 69,763. 75,085. 76,856. 1,949. 83,962. 88,944. 91,820. 92,250. 92,904. 95,183. 95,180. 97,715. 98,235. 98,975. 104,775. 106,416. 108,176. 108,238
Die Ziehung wird fortgesezt. Berlin, den 15. Mai 1835. “ Koͤniglich Preußische General⸗Lotterie⸗Direction.
Angekommen: Der General⸗Major und Chef des Ge⸗ General⸗Feldzeugmeisters,
11
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neralstabes Sr. Kaiserl. Hoheit des Großfuͤrsten Michaͤel Pawlowitsch von Rußland, Fuͤrst Dolgo⸗
rucky, von St. Petersburg. .
Zeitungs⸗Nachri ITEbTö1 “ Frankreich. 1 8
Paris, 9. Mai. Der Koͤnig arbeitete gestern nacheinander it mehreren Ministern, und begab sich sodann in Begleitung der Prinzessinnen nach Neuilly.
Die heutige Sitzung der Deputirten⸗Kammer konnte, ungeachtet vor einigen Tagen beschlossen worden war, die Siz⸗ zungen schon um 12. Uhr zu beginnen, erst um 1 Uhr eroͤffnet wer⸗ den, und auch um diese Stunde war die Versammlung noch nicht volcählig. Nachdem der See-Minister einen neuen Gesetz⸗ Entwurf uͤber die Einfuͤhrung der Geschwornen⸗Gerichte in den Kolonieen eingebracht hatte, wurden verschiedene Bittschriften⸗ erichee abgestattet. Sodann begannen die Debatten uͤber die beantragte Resolution, die Herren Sebastiani und Laurence auf en Grund ihrer Befoͤrderung im Staatsdienste von der Kam⸗ ver zu excludiren, damit sie sich einer neuen Wahl unterwuͤrfen. le hs eut widersetzte sich diesem Antrage, insofern derselbe, 2 laa⸗ eiden Herren sich bloß im Gehalte verbessert haͤt⸗ dcs 6 einem neuen Grundsatze beruhe, dem man billiger 8” 11““ Kraft geben koͤnne. Herr Désa⸗ c ve. es s dagehen, schon um deshalb fuͤr nothwendig, hü der ;raf Sebastiani den Waͤhlern, die ihn in die sa ureschickt, noch einmal gegenuͤber trete, als er ag vurz vor seiner Wahl ausdruͤcklich versprochen gehabt fie. Vösan den Sitzungen beiwohnen wuͤrde, waͤhrend nach 68 8b etzung nach London hierzu gar keine Aussicht vorhan⸗ edern Pelet verlangte, daß man uͤber die ganze An⸗ de phf⸗ zur Tagesordnung schreite. Herr Lavielle hielt huhe fürn eines Gesandten mit dem Deputirten⸗ Amte uͤber⸗ 88 polle unveveinbar⸗ Als zur Abstimmung geschritten wer⸗ seevente⸗ wurde die Theilung der Frage, insofern sie den einen heeenderen jener beiden Deputirten betrifft, verlangt. Der lete sich statter widersetzte sich diesem Antrage, da beide Depu⸗ teniger in einem und demselben Falle befänden. Nichtsdesto⸗ fg h egled sich die Majoritaͤt fuͤr die Theilung. Jetzt be⸗ Dach 8 Herr Laurence selbst die Rednerbuͤhne, um seine gertzüin ichenfechten. Er bemerkte, wie er sich in einer ganz eteide 1 fen age befinde, indem das Amt, das er in Algier genig f e, nur provisorisch gewesen sey, so daß er jetzt so deöcrt zu der Zeit, wo er in Mont⸗de⸗Marsan zum 8 5 erwaͤhlt worden, dem Beamtenstande angehoͤre. ei snne 1 die Gruͤnde an, die ihn verhindert haͤtten, nh hatte ss endung nach Afrika seine Entlassung zu nehmen, fkeuen 8 hierbei des lauten Beifalls der Versammlung zu n. Komessenungeachtet ging bei der Abstimmung der An⸗ eeh mission durch, so daß Herr Laurence sich einer neuen stieg der 1g. muß. lm 4 ½ Uhr (wo dieser Bericht schließt)
Sebastie rzog von Broglie die Tribune, um dem Gra⸗ fanden se ni das Wort zu reden. — Waͤhrend dieser Sitzung iers le 1 auf kurze Zeit saͤmmtliche Minister im Saale. Herr er C. legte mehrere Gesetz⸗Entwuͤrfe von oͤrtlichem Interesse, und
Praͤsident einen Gesetz⸗Entwurf uͤber die Veteranen⸗
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Zu der heutigen Sitzung kehrungen auf den Baͤnken man hatte naͤmlich die beiden verkleinert und den dadurch g geklagten mitbenutzt. Diese lungen, die Gardisten standen,
auf denselben unter Anderen
nav, Lemercier, Cunin⸗ Angeklagten eingefuͤhrt, und 2 Munizipal⸗Gardisten. Die
Ganzen mochten Die Advokatenbank war, wie gaͤnzlich leer. Um 1 ½ Uhr
Aufrufe eroͤffnet. von Noailles und der Graf verlas sodann den nachstehend
Prokurators Martin:
Gerechtigkeit nicht unterbroche
lichen Anordnungen zum Fragen des Praͤsidenten
lesung des
Vaͤter oder stande angehoͤren, lautes Gesch ausgegangen ist; — daß, als zung vom 6. Mai, mult und Gewaltsamkeit und der Anklage⸗Akte werde die noͤthigen Maßregel ihren freien Lauf zu sichern
hoͤr gegeben und seine Warnu die Unordnung so weit getrieb der Ueberweisungs⸗ und der — daß der General⸗Prokurato torium abhalten wollte, hoͤren konnte; — daß ein sol der J
Schutz seyn wuͤrde, wenn An
richtshof noͤthigen tion zugewiesenen Sache auf
Verhoͤr, insofern dasselbe auf
ihren Vertheidigungs⸗Mittein schließt der Gerichtshof, daß,
Verlesung dieser Aktenstuͤcke au welche der Praͤsident lassen duͤrfte, kommen koͤnne.“
fernen, Alle!“
die ganze Schaar der ihn, ihn wieder abzunehmen,
entstand ein lauter so daß Aller
der Angeklagten, im Ganzen zu verhalten. Kaum aber ginnen, als der Angeklagte Lag Sitze erhob: „Ich
ben habe!“ Unterbrecher her und noͤthigten
Lagrange abgefuͤhrt werde.
genblicke, indem er zugleich die Blut der Proletarier vergießen
der alten Civil⸗Liste vor.
dis Vorlesung der Anklage⸗Akte
durch ziemlich breite Gaͤnge, in welchen Munizipal⸗ va von einander getrennt waren. Die Zuschauer⸗ Tribunen waren schon bei guter Zeit uͤberfuͤllt, man bemerkte
wie den Herzog von Fitz⸗James und die Herren Berryer, De⸗ marcay, Mauguin, Garnier⸗Pagès, Röalier⸗Dumas, von Mor⸗ Gridaine u. N.
86 alle zur rechten Seite in den Saal ein. avaignac und Lagrange waren die beiden Einzigen, denen man (einem Jeden) 4 Munizipal⸗Gardisten vs 1 sich etwa 250 Gardisten im Saale befinden.
traten die Mitglieder hofes ein, und sofort wurde die Sitzung Zwei Pairs fehlten; es waren der
das in der letzten Sitzung gehaltene Requisitorium des General⸗
„Der Gerichtshof verfuͤgt General⸗Prokurators wie folgt:
sten Sitzung des Gerichtshofes Trotze, sich geweigert zu antworten und ihren Namen, Stand und Wohnort is in derselben Sitzung nach Ver⸗ von dem Gerichtshofe gefaßten Beschlusses in Bezug auf das Gesuch um Zulassung von Rechtsbeistaͤnden, die 8 Bruͤder der Angeklagten sind, noch dem Advokaten⸗
viele der Angeklagten durch Laͤrm, Tu⸗ t die Verlesung der hinderten, der
7. Mai mehrere Angeklagten der Stimme des Praͤsidenten, dem nach dem Gesetz die Polizei im Sitzungs⸗Saal obliegt, kein Ge⸗
uͤberschrieen wurde, so daß man ihn nicht
der Angeklagten den vorausgefaßten Entschluß verraͤth, den Gang Justiz gewaltsam zu hemmen;
Gesetz auflehnen, durch fortgesetzten Laͤrm und Tumult den Ge⸗ koͤnnten, das Urtheil in der
in Betracht aller dieser Umstaͤnde erklaͤrt daß, Fehnde die WW welche die gen, sich erneuern sollten, der Praͤsident ermaͤchtigt se ol diejenigen, welche durch ihre Gewaltsamkeiten die g Verhandlung hindern, wegbringen die besagten Angeklagten demnaͤchst einzeln oder zusammen wieder vor den Gerichtshof gebracht werden koͤnnen, um bei dem
persoͤnlich schuldgegeben sind, zugegen zu seyn, auch alsdann mit
klage⸗Akte den Angeklagten persoͤnlich mitgetheilt worden sind, mit
it in Folge dieser Anordnung wegbringen vorgeschritten werden soll, damit es sodann zur Untersuchung und zu gerichtlichen Debatten bis 6
Jetzt befahl der Praͤsident, daß Sofort aber erhoben sich die Angeklagten wieder in Masse und riefen wie aus einem Munde: er Beaune fuͤgte Richter an, bevor wir nicht Vertheidiger haben.“ Der wacht⸗ habende Ofsizier, Oberst Feisthamel, ertheilte darauf den Befehl, die gan Angeklagten hinwegzufuͤhren. 2 selben setzte seinen Hut auf, ein Munizipal⸗Gardist aber noͤthigte n wied und als jener at setzte, riß dieser ihm denselben mit Gewalt vom Kopfe. 1 Tumult auf der Tribune der National⸗Garde Augen sich dorthin wandten. 3 jetzt etwa ½ Stunde lang suspendirt. Ung⸗ 29, saͤmmtlich von der Lyoner Ka⸗ tegorie, in den Saal zuruͤckgebracht: sie hatten versprochen, 1 sollte die Vorlesung der
. verlange“, rief er, „daß mir der Gerichtsho die Protestation bescheinige, die ich in der letzten Sitzun hichof Einige Munizipal⸗Gardisten fielen sofort uͤber
Mund zu verbieten, gelang ihnen aber nicht. schrie Lagrange, „im Namen meiner Kameraden!“ Nunmehr verlangte der 1 b Acht Munizipal⸗Gardisten faßten ihn und schleppten ihn hinaus; er aber protestirte bis ü- hege. Au⸗
Eide gebrochen haͤtten. Jetzt endlich
des Pairshofes waren neue Vor⸗ der Angeklagten getroffen worden; fuͤr die Zeugen bestimmten Raͤume ewonnenen Platz noch fuͤr die An⸗ saßen jetzt in 4 besonderen Abthei⸗
auch mehrere bekannte Deputirte,
A. Um 1 Uhr wurden die war einzeln, ein Jeder zwischen Lyvoner Angeklagten traten zur lin⸗ Die Angeklagten
zur Seite gegeben hatte. Im
in den drei ersten Sitzungen, fast der des Gerichts⸗ mit dem Namens⸗ hlten Herzog von Anthouard. Der Praüstdine en Beschluß des Gerichtshofes auf
zur Erledigung der Antraͤge des „In Betracht, daß der Lauf der n werden darf; — daß bei der er⸗ mehrere Angeklagten, den gesetz⸗ aben, auf die
rei von der Bank der Angeklagten am folgenden Tage, in der Siz⸗
Ueberweisungs⸗ r Gerichtshof erklaͤrte, er n ergreifen, um der Gerechtigkeit daß in der Sitzung vom
; —
ngen verschmaͤht haben, dabei auch en worden ist, daß die Verlesung Anklage⸗Akte nicht moͤglich war; r des Koͤnigs, als er sein Requisi⸗
ches Benehmen von Seiten vieler
in; — daß die Gesellschaft ohne geklagte, indem sie sich gegen das
seiner Jurisdic⸗ Zeit zu vertagen; — der Gerichtshof, Angeklagten began⸗
unbestimmte
zu lassen, und zwar so, daß
Zeugen⸗ Thatsachen sich bezieht, die ihnen gehoͤrt zu werden. — Zugleich be⸗ da die Zuweisungs⸗ und die An⸗
ch in Abwesenheit der Angeklagten,
zum Endurtheil
die Anklage⸗Akte verlesen werde.
„Wir Alle wollen uns ent⸗ hinzu: „Wir erkennen keine
Einer der⸗
ihn noch einmal auf⸗ Hieruͤber
Die Sitzung wurde Dann wurde ein Theil
sich ruhig der Anklage⸗Akte be⸗ range sich aufs Neue von seinem erho⸗ 35 den Ihm den „Ich protestire“, anwesenden wie abwesenden General⸗Prokurator, daß
ihn, sich zu setzen.
Pairs beschuldigte, daß sie das wollten, die doch niemals ihre konnte der Archivar Cauchy
geklagten beginnen. Da es den Anschein gewann, als ob die Ruhe nicht ferner gestoͤrt werden wuͤrde, so leerten sch auch rasch die oͤffentlichen Tribunen. Gegen 4 Uhr wurde die Sitzung auf kurze Zeit unterbrochen und um 41 Uhr wieder aufgenommen. (Beim Abgange der Post war die Vorlesung der Anklage⸗Akt noch nicht beendigt.) Gestern fruͤh gegen 11 Vertheidigungs⸗Rathes der bourg, um dem Praͤsidenten
Uhr begaben sich 3 Mitglieder des Angeklagten nach dem Palaste Luxem⸗ das Original der von den Angeklag⸗ ten unterzeichneten Protestation zu uͤberreichen. Herr Pasquier war aber nicht zugegen; die Deputation wurde daher von dem Herzog⸗ Decazes empfangen, der Anfangs Anstand nahm, dieses
okument anzunehmen, zuletzt aber doch dem dringenden Begeh⸗ ren der drei Abgesandten, daß dasselbe in den Archiven des Ge⸗ richtshofes niedergelegt werden moͤchte, nachgab. Die Proresta⸗ tion ist uͤbrigens nicht, wie es Anfangs hieß, von dem Vicomte von Cormenin, sondern von Herrn Marrast abgefaßt. Die Angeklagten haben sie in die oͤffentlichen Blaͤtter einruͤcken las sen; angehaͤngt ist derselben die nachstehende Erklaͤrung des An⸗ geklagten Genest: „Noch gestern (öten) hielt ich die Verthei⸗ digung fuͤr moͤglich und ehrenvoll, weil der Herr Praͤsident, in⸗ dem er den Beistand der in die Advokaten⸗Liste nicht eingetra⸗ genen Vertheidiger zuruͤckwies, am Ende nur von dem Rechte welches das Gesetz ihm zugesteht, Gebrauch machte; heute jedoch, wo ein Beschluß den Gerichtshof außer und uͤber jedes Geset; gestellt hat, noͤthigt mich meine Eigenschaft als Franzöͤsischer Buͤrger, vermoͤge der durch dieselbe mir auferlegten Pflichten, gegen den Beschluß von dem Datum selbigen Tages zu protesti⸗ ren und zu erklaͤren, daß ich auf jede Vertheidigung Verzicht leiste.* — Das Stadtviertel, in welchem der Palast Luxem ourg steht, ist fortwaͤhrend ruhig, so daß die Polizei durchaus keinen Anlaß hat, einzuschreiten. Der Pairshof war gestern von 12 bis 5 Uhr versammelt, um uͤber den obigen Beschluß zu berathschlagen. Mittlerweile erhalten die Protestationen der Aten und 5ten Legion der National⸗Garde gegen den Dienst beim Pairshofe waͤhrend der Dauer des Prozesses immer mehr Unterschriften. Die Pro⸗ testation der 4ten Legion, die vorgestern erst 350 Unterschriften zaͤhlte, hatte deren gestern schon uͤber 600. —
Einer der politischen Angeklagten, Namens Alexander Nicot der die Protestation seiner Mitangeklagten nicht mit unterzeichner hatte, ließ gestern durch seinen Vertheidiger dem Praͤsidenten des Pairshofes seine nachtraͤgliche und folgendermaßen motivirte Pro⸗ testation uͤberreichen: Er sey, als eines Mordes bezuͤchtigt, den politischen Debatten dieses großen Prozesses eigentlich fremd. Wie wenig er daher die Handlungen des Pairshofes billigen koͤnne, so habe er dennoch, von seiner eigenen Unschuld überzeugt, sehn⸗ lichst gewuͤnscht, den Tag seines Verhoͤrs und seines Urtheils her⸗ annahen zu sehen. Da aber ein anderer des naͤmlichen Verbre⸗ chens Angeklagter, der dasselbe auf ihn geschoben, seine Theil⸗ nahme an den Verhandlungen verweigert habe, und er (der Schreiber) seiner Ehre wegen von der Abwesenheit des Anderen nicht Nutzen ziehen duͤrfe, sondern vielmehr auf eine vollstaͤndige, nach Anhoͤrung beider Parteien erfolgte Genugt uung rechne, so mache er jetzt gleich den Uebrigen vor Allem nspruch auf Freiheit des Wortes vnd der Vertheidigung; und uͤberdies wolle er nicht, daß seine Gegenwart dem, dem Pairs⸗ hofe zugemutheten Beschlusse, die von den Debatten ausgeschlosse⸗ nen Angeklagten als Anwesende zu richten, zum Vorwand diene Ohne Zweifel werde wohl der Gerichtshof jenem Zumuthen nicht nachkommen; doch in allen Faͤllen moͤge er (Schreiber) an der Ausfuͤhrung keinen Theil haben.“ Seine Protestation schließt mit den Worten: „Die Verlaͤngerung meiner Gefangenschaft ist ohne Zweifel ein Uebel; die Verzoͤgerung meiner Rechtfertigung ist ein noch weit groͤßeres; aber mein Gewissen fordert es und so folge ich ihm.“ n In der Fulchtronschen Versammlung wurde vorgestern der Vorschlag gemacht, gegen die Deputirten Audry⸗de⸗Pupraveau und Lormenin wegen ihrer Unterzeichnung der Protestation der politischen Angeklagten einen Beschluß zu fassen. Herr Jaubert soll 89 gefuͤhrt haben.
Nach einer in der Praͤfektur geschehenen Aufnahme man die Zahl der Pariser ö 8 deen agn, vor dem Pairshofe von ihren Aeltern ruͤckgerufen worden sind, auf Tausend.
Mehrere Offiziere der 5ten Legion der National⸗Garde ha⸗ ben auf den Grund der zweimonatlichen Suspension des Haupt— manns Hulot das nachstehende Schreiben an den Praͤfekten des Seine⸗Departements erlassen: „Als wir erfuhren, daß einer un⸗ serer Kameraden, der Hauptmann Hulot, Fuͤhrer der Aten Com⸗ pagnie von dem 3ten Bataillon der 5ten Legion vor den Maire geladen worden sey, um sich uͤber sein Venehmen als Mitunter⸗ zeichneter der Protestation der National⸗Garde unseres Bataillons gegen den Tagesbefehl vom 16. April zu rechtfertigen, schrieben wir sofort an den Maire und den Obersten, um ihnen zu erki⸗ ren, daß keiner der Unterzeichner zuruͤckzutreten beabsichtige daß wir es vielmehr unserer Ehre als Offiziere vom Zten Ba⸗ taillon fuͤr angemessen hielten, die Untersuchung welche die Behoͤrde gegen einen von unseren Kameraden 19 leiten zu wollen schien, solidarisch mit zu uͤbernehmen, und daß wir in der That die Ordnungsmaͤßigkeit einer dis. suchung nicht begreifen koͤnnten, die nur einen von den Un 8 eichnern betraͤfe. ir glauben annehmen zu duͤrfen daß dier⸗ riefe Ihnen mitgetheilt worden sind; wenigstens sollten sie s seyn. In Folge dessen erklaͤren wir Ihnen, daß wir gegen 1 von dem Praͤfektur⸗Rathe isolirt gegen einen unserer Kameraden ergriffene Maßregel feierlich protestiren; auch glauben wir Sie benachrichtigen zu muͤssen, daß wir sowohl den beiden gestern von uns an den Maire und den Obersten ergangenen Sehrei ben, als auch demjenigen, das wir hier an Sie zu richten die Ehre haben, alle moͤgliche Oeffentlichkeit zu geben gesonnen si⸗ 8. Genehmigen Sie ꝛc. Paris, den 6. Mai 1835. 88 (Folgen die Unterschriften von 8
3 schaͤtzt Prozesses 2 4 — - 8. in ihre Departements zu⸗
Offizieren.)“
vor den noch anwesenden 28 An⸗
Die Advokaten von Valence sind dem Beschlusse des Ad⸗