11“ 1“ 18
roßem Erfolg dargestellt. Aber auch als 19; Uebung und als E duͤrfte die neue Kunstart sehr Lanjebtenenertt feyn, well sie so bestimmt darauf fuͤhrt, das Auge auf die Momente zu schaͤrfen, welche fuͤr das Kolorit entscheidend sind, und weil sie zu einer schnellen und entschlossenen Fertigkeit noͤthigt.
Herr Sachse hat uns nun von seiner letzten Pariser Reise eine reiche Auswahl dieser neumn Kunstleistungen mitgebracht, worunter sich Stuͤche von den namhaftesten Kuͤnstlern befinden. Der Beifall konnte zhnen nicht ausbleiben, und daß sie alsbald Einfluß uͤbten,
sogar auf die Oelbilder unserer Kunstler, ist schon besprochen. Da⸗ gegen veranlaßte die Kunsthandlung die biesigen Künstler, sich mit denselben Farben in derselben Manier zu versuͤchen, um diese wieder als Gegengabe dem Pariser Publikum darbicten zu koͤnnen; es ist eschehen, und die kleine Ausstellung enthaäͤlt eine nicht unbedeutende ahl von kleinen Aquarellstuͤcken, die auf diese Weise entstanden . Dazu baben sich noch andere aus Duͤsseldorf eingefun⸗ en, und es ist interessant, zu vergleichen, wie verschieden sich ie Kuͤnstler benommen haben, welchen die Pariser Werke vor Augen lagen, und wiederum diejenigen, welche sie nicht kann⸗ ten. Man hat gemeint, auch jene haͤtten den Einfluß lieber von ich abwehren und lieber ihrer eigenen Art treu bleiben sollen, mit er sie in der Fremde mehr Interesse erregen würden, als wenn sie sich bloß als Rachahmer dessen zeigten, was von dort ausgeht. Dies hat etwas Scheinbares; allein es waͤre weder recht noch na⸗ urlich, wenn man dem Alten noch treu bleiben wollte, wenn man das Bessere gesehen. Dies auf eigene Art auszubilden und sich vor Uebertreibungen zu huͤten, zu denen die Franzosen geneigt sind, dar⸗ auf kam es an, und daß dabei noch sehr viel von der Deutschen Art zuruͤckbleiden werde, war an sich schon unvermeidlich. In der That, vergleicht man diese Arbeiten mit den Parisern, so bleiben letz⸗ tere im Algemeinen viel freier und leichter, und die hiesigen stehen kolorirten Blaͤttern noch um vieles naͤher, namentlich einige der aus Duͤsseldorf gekommenen. Hierin nun eine Eigenthuͤmlichkeit suchen zu wollen, kann nicht wohl gelten. Auch haben ja unsere Kuͤnstler mit der That schon selbst eingestanden, daß uns die Fran⸗ zosen auf dieser Seite voran sind. Behalten wir nun das Unsrige bei, so werden wir es ihnen zuvorthun koͤnnen, indem wir von ihnen lernen. 1 Auf die einzelnen Stücke etwas naͤher einzugehen, behalten wir uns noch vor. Gr.
8
Berliner Börse. Den 16. Mai 1835. tI. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. Preus. Causz. E Erilaeld. 102² — 106 ½ —
103¾ 106 ¾½
e SHricsc'eli. 4 f19⸗
— Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Kkst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N. Gold al marco Xene Dak. .. Friedrichsd'or.. Disconto
100¼ 99 ½ 98; 6 8 64 100 ½
Pr. Engl. Obl. 30. am. Sch. d. Sech.
Neum. Int. Seh. do. Raorl. Siudt- Obi. Kaönigsb. do. rAhing. do. anz. 6o. in Ph. estpr. Pfandhbr. rofehz. Pos. do.
215
13½ 4
Preuss. Coter. Erref.] Geld.
250 Fl. 142 ⅓ — 250 Fl. 141¾ “ 300 Mk. 8 — 151½ 300 Mk. — 1 LSt. 6 25 ½
800 Fr. 80 ½⅔ 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl. . 600 Fl.
Amstergam dito Hamburg dito London zsaris Wien in 20 Xr. Augsburg Areslau-. 4“*“ Frankfurt a. M. W' Z. Petersburg Wars au
103 ¾
103 ½
103 30 ½
Anuswüärtige Börsen. Amsterdam, 11. Mai.
Nioderl. wirkl. Schuld 57 ⅜. 5 % do. 102 ½ ,
Kanz-Bill. 26 . 4 ½ 5 Amort. 95 zi. 3 ½ 81 ¼. Kusa. 99 ¾. Oesterr.
100. Preuvns. Prüm.-Scheine 112 ⅞. do. Span. 5 ¾ 503.
II“ 888
Ausg. Sehuld Irer.
8 St. Petersburg, 8. Mai. 8 8 Lond. 10 ⅞z7. Amsterdam —. Hamburg 9 ¼. Paris 112. Silber- Rub. 357 ½. 58 Obl. in Silber Ser. III. u. IV. 100.
Meteorologische Beobachtung.
1835.] Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 18r. Mai. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck. 886, 61 „var. 225,6 „ Par. 335,7 18 Quellwärme 7,0 °R.
Luftwaͤrme + 41,* ‧*R. + 9,2 *R. + 4/ °R. eng
eceen. I. 1„„ .NR. — 0,2 .„R. +. 1,2 °‧R. Flußzwärme 11,0 °R.
Duntsaͤttg 79 pCt. 45 pCt. 80 pCt. Bodenwärmt 9,3 °R.
Wetter. truͤbe. halbheiter. beiter. 22 düng. 0,073*Rt. Niederschlag 0, 02 7 Rh.
Wind. NW. NW. NNW. Tagetmittel: 334,4 “ Par. 6,209 R.. 1,2 09 R. 68 pCt.
Wolkenzug — NNW.
Koöonigliche Schauspiele. —
Sonntag, 17. Mai. Im Opernhause: Fra Diavolo, komi⸗ sche Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Auber.
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
Zu dieser Vorstellung werden Schauspielhaus⸗Billets, mit Donnerstag bezeichnet, verkauft. 1 1
In Potsdam: Von Sieben die Haͤßlichste, Lustspiel in 3 Abth. und einem Vorspiele, von L. Angely). Hierauf: Das schlechtbewachte Maͤdchen, pantomimisches Ballet in 2 Abth. Sete Angioletta Mayer, erste Pantomimistin vom Koͤnigl. Hof⸗
heater zu Muͤnchen: Lisette.)
Montag, 18. Mai. Im Opernhause: Ludwig XI. in Pe⸗ ronne, historisch⸗romantisches Schauspiel in 5 Abth., von Auffen⸗ berg. (Hr. Seydelmann: Ludwig XI. als Gastrolle.)
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
Konigstaͤdtisches Theater.
Sonntag, 17. Mai. Zulerl, die Putzmacherin, parodirende Posse mit Gesang in 2 Akten, von Meisl. Musik von A. Muͤl⸗ ler. Vorher: Zum erstenmale wiederholt: Der Luͤgenfeind, Lust⸗ spiel in 1 Akt, von Adolph Roland.
Montag, 18. Mai. (In Italiaͤnischer Sprache): Die Fa⸗ milien Capuleti und Montecchi, Oper in 4 Akten, von Felix Ro⸗ mani. Musik von Bellini. (Dlle. Vial, vom Koͤnigl. Sardi⸗ nischen Hof⸗Theater zu Turin: Giulietta, als Gastrolle.)
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.
Paris, 10. Mai. Der Koͤnig arbeitete gestern mit dem Intendanten der Civilliste und mit den Ministern des oͤffentli⸗ chen Unterrichts und des Innern. Spaͤter ertheilte Se. Maj. dem Marschall Gérard eine Audienz.
Die Deputirten⸗Kammer beschloß in ihrer gestrigen Sitzung auch noch, dem Antrage der Kommission gemäß, daß sich der General Sebastiani, eben sowohl wie Herr Laurence, einer Wiedererwaͤhlung zu unterwerfen haͤtte, weil er den Bot⸗ schafterPosten in Neapel mit dem in London vertauscht.
Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung des Pairs⸗ hofes wurde mit der Verlesung der Anklage⸗Akte fortgefahren; sie waͤhrte bis um fuͤnf Uhr, und es wurde nur der auf die all⸗ gemeinen Thatsachen bezuͤgliche Theil zu Ende gebracht. Die Sitzung wurde um fuͤn Uhr von dem Praͤsidenten fuͤr geschlos⸗ sen erklaͤrt und die naͤchste auf den kommenden Dienstag fest⸗ esetzt.
8 c. heißt, der Prozeß vor dem Pairshofe werde nun in Ab⸗ wesenheit des größten Theiles der Angeklagten und aller Ver⸗ theidiger sortzesett werden, und die Entlastungszeugen haͤtten erklaͤrt, sie wuͤrden setzt nur auf Verlangen der Angeklagten selbst wieder in den Audienzen erscheinen und nur dann ihre Aus⸗ sagen thun, wenn sie von den Angeklagten dazu aufgefordert wuͤrden.
Der Herzog, von Noailles hat sich von dem Pairshofe los⸗ gesagt. Seine Abdication steht in der „Gazette“ (die heute aus⸗ geblieben ist).
Nach dem Journal du TCommerece haben mehrere Mitglieder der Opposition in der Deputirten⸗Kammer beschlos⸗ sen, uͤber den letzten Beschluß des Pairshofes, fuͤr den nur in
81
den schrecklichsten Zeiten der revolutionnairen Prnbs Analogieen vorgekommen seyen, Interpellationen an die Minister zu richten.
Dasselbe Blatt meldet, daß gestern Abend um 6 Uhr viele der Angeklagten in zwanzig Fiakern aus dem Gefaͤngniß des Palastes ö; nach der Conciergerie gebracht worden seyen, Nach der gestrigen Audienz wurde Niemand mehr zu den Ge⸗ fangenen gelassen. 8
Im Journal de Paris liest man heute: „Der Prraͤfet, tur-Rath der Seine hatte Herrn Hulot, Capitain der ö5ten La, gion, von seinem Grade suspendirt, weil er eine von ihm un, terzeichnete Protestation gegen die auf den Dienst der Nationazd⸗ Garde waͤhrend der Dauer der vor dem Pairshofe anhaͤngigen Prozesses bezuͤglichen Befehle . g ctch hatte. Der Praͤfet, tur-Rath hat heute eben so acht Offiziere derselben Legion sus, pendirt, die sich durch die oͤffentlichen Blaͤtter als Unterzeichner eben dieser Protestation bekannt hatten.²*)
Der neue Kriegs⸗Minister, Marschall Maison, vere Um lauf⸗ schreiben an die Generale, welche in den Militair⸗Divisionen em⸗ mandiren, erlassen. Man findet darin, außer den herkoͤmmlichen Formeln, folgende Bemerkungen: die Armee habe durch ihre start; Stellung, so wie durch ihre Einigkeit mit der Nationalgarde, zur Befe stigung des constitutionnellen Thrones maͤchtig beigetragen; sie sey be⸗ reit gewesen, den Patriotismus, den se im Innern gezeigt, auch na Außen zu entfalten; Europa aber habe gluͤcklicherweise die Notye wendigkeit eines Friedens begriffen, auf welchem alle Interesen beruhten; die Politik, uͤbereinstimmend mit der Menschlichkel, habe den Frieden der Welt erhalten.
Herr von Genoude, Haupt⸗Redacteur der „Gazette d France“, ist zum Priester ordinirt worden; am letzten Sonntage hat er im Convent du Temple seine erste Messe gelesen.
Der ẽ „Phare von Bayonne“ vom Ften bestaͤtigt all Details, die fruͤher uͤber das Treffen bei Guernica mitgetheit worden sind. Ein Schreiben aus Bayonne vom ö6ten berichte, daß am 30. April ein Vertrag uͤber die Auswechselung der Ge⸗ fangenen zwischen Valdez und Zumalacarreguy zu Stande go kommen und unterzeichnet worden ist. Der Brigadier Figuein, der am 22sten mit 2 Offizieren der Koͤniglichen Garde zu dam Karlisten uͤbergegangen war, ist von Zumalacarreguy zum Chc des Generalstabes ernannt worden. Lord Elliot ist am 5ten Abende in Bayonne angekommen und am öéten wieder abgereist, um sch nach Paris zu begeben.
Die hier eingegangenen Madrider Zeitungen vom? Mai enthalten einen Bericht des Generals Valdez an den int⸗ rimistischen Kriegs⸗Minister. Er ist aus Estella vom 24. IPrll datirt und enthaͤlt viele Details uͤber die Lokalitaͤten, zerstreut aber die allgemein verbreitete Ungewißheit uͤber das Resultat der ersten Operationen des neuen Ober Befehlshabers keinesweges. Es laͤßt sich sogar aus seiner Darstellung schließen, daß er den Zweck seine ersten Expedition nicht erreichte, und daß er auf unuͤbersteigliche Hin dernisse stieß, weil die Armee trotz der Anstrengungen der Divisionen Aldama und Cordova nicht in das Amescoas⸗Thil eindringen konnte und genoͤthigt wurde, sich auf einem anderen Wege nach Estella zu begeben. Valdez schaͤtzt den Verlust ie Insurgenten auf 400 Mann, die kampfunfahig wurden, sä nen eigenen auf 47 Todte, 20 Offiziere und 27 Soldaten, und 30 Verwundete, 15 Offiziere und 15 Soldaten. — Die Abreise des Hofes nach Aranjuez ist auf den ö6ten d. festgesetzt, vielleicht wird sie schon am 4ten stattfinden. — Die Session der Cortes wird wahrscheinlich nicht vor dem Ende dieses Monates geschlossen werden. Die Diskussion uͤber die innere Schuld ist noch nicht beendigt: es ist noch ein endlicher Beschluß uͤber das Loos der Kaͤufer von National⸗Guͤtern in den Jahren 22 und 1823 zu fassen. — Catalonien floͤßt einige Besorgnisse ei, es vervielfaͤltigen sich dort die Karlisten⸗Schaaren. — An der Befestigung von Burgos laͤßt die Regierung thaͤtig arbeiten.
Frankfurt a. M., 13. Mai. Oesterr. 5proc. Metal 102 ½. 102 1 ⁄. 4proc. 97 ¼. 97 11. 2 ½proc. 58. G. Iproc. N. G. Bank⸗Actien 1632. 1630. Part.⸗Obl. 141 ½. 141 ¼. Loos u 100 G. 214. Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 65. 64 ¾. do. 4pr.
nl. 988 ¾. G. Holl. 5proc. Obl. von 1832 101 ½. 101 ¼. Pol⸗ Loose 70 ¼. 70. 5proc. Span. Rente 47 ½. 47 ¾. 3 proc. do. pe 28 ¼. 28 ½.
Redacteur Cottel. 1 9 Gedruckt bei A. W. Hayhn.
2 8 G 1““
—
H8 8 7
eraen.
—UVVVU—C—V—V—V—V
1“
Bekanntmachungen.
1 Gerichtliche Vorladung. Der Gutsbesitzer Gustav Schubert auf, 21 hat hieselbst angezeigt, daß er dieses Gut mit bestellter Wintersaat und Acker⸗Arbeit nebst einem Theile des Guts⸗Inventariums nunlaͤngst verkauft und zur recht⸗ lrchen Vergewisserung uͤber etwa vorhandene latiti⸗ rende Schulden, so wie zur Licherstellung des Kaͤu⸗ fers gegen somstige an dasselbe c. 1“. zu machende Anspruͤche pusen Proclamata zu extrahiren sich an⸗ heischi; gemacht habe. In Willfahrung dieses Gesuchs laden, Kraft tra⸗ genden Umtes, Wir hiemit alle diejenigen, weiche aus irgend einem Grunde Rechtens Forderungen und Anspruͤche an das im Grimmer⸗Kreise und im Nossendorfer Kirchspiele belegene Gut Toitz, so wie an die dortigen Wintersaaten und Acker⸗Arbeiten nebst Inventarium zu haben vermeinen, daß sie sol⸗ 10) che in einem der folgenden Termine, als am 22. Mat, am 15 Juni oder am 6. Juli d. J., Morgens 10 Uhr, vor dem Kdonigl. Horfgericht an⸗ melden und nachweisen, bei Strafe der Praͤclusion, und wie zur Publication des Praͤelusiv⸗Abschiedes zugleich Terminus auf den 24. Juli d. J. anberaumt 2) wird, so gereicht bicrüͤber auch zur Nachricht, daß 2 diejenigen Glaͤubiger, welche ibre Forderungen auf einen ihnen vorzulegenden, hieselbst attestirten Posten⸗ oftel richtig verzeichnet finden, von deren Anmel⸗ ung entdunden sind, jedenfalls im Meldungsfalle den Ersatz der Liquidations⸗Kosten aber nicht zu ge⸗ wartigen haben. hDhealum Greifswald, den 27. April 1835. Koöonigl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Klgen. EEI114“*“ Odebrecht, IgGg posfgerichts ⸗-Rath.
1“
6) den
gehabt.
P rocl ama.
Am 20 Mäaͤrz 1824 ist in dem hiesigen Bernhar⸗ diner⸗Kloster der Praͤfectur⸗Rath und Kammerherr Franz von Twarowski mit Tode abgegangen.
Sein Rachlaß betraͤgt ungefahr 300 Thur.
4 11A1A1AA6464“*“*“ 8 “]
8
““
Alllgemeiner Anzeiger
Nach den hier vorhandenen Nachrichten hat der⸗ selbe folgende eilf vollduͤrtige Geschwisteerr 1) den Balthasar, . 2) den Ambrosius, 3) den Daniel, 4) den Mathias, welcher Franziscaner⸗Moͤnch ge⸗ wesen sein soll, 5) den Joseph,
eter, 8—
7) den Jobann, M
8) die Theresia, vereblich
wicz, von welcher die Marianna Imo. voto Paul Kroüska und IIdo. voto Johann Krynska, der Felix Kryüski und die Theresia, verehlichte Castmir Suchorzynska, abstammen sollen, ombe et. 1 2) die Marianna, verehlichte Ruszezvkowska, von Koͤniglich Preußisches Landgericht welcher Johann, Woyciech und Lucia abstam⸗ G 4 I
men sollen, 3
die Angela, verehlicht mit dem Stanislaus Bo⸗
rowski, von welcher Julie abstammen soll,
11) die Agnesia, verehlicht mit dem Michael Ur⸗ banski, von welcher die Elconora, vereblichte Johann Wierzbicki, abstammen sol,
und zwei halbbuͤrtige Geschwister: “
den Casimir v. Twarowski, und
die Antonina, verehlichte Moszewicz, geborn:⸗
v. Twarowska 1
Da jedoch diese Nachrichten eines Theils
nicht zuverlaͤssig sind, andern Theils der Aufenthalt
der meisten vorgenannten Verwandten des Erblassers unbekannt ist, so werden dem Antrage des Nachlaß⸗
Curators Justiz⸗Comissarii Schoepke gemäaͤß die an⸗
gefuͤhrten Personen, so wie uͤberhaupt saͤmmtliche
unbekannte Erben des Kammerherrn Franz v. Twa⸗ rowski, deren Erbnehmer und Cessionarien hierdurch aufgefordert, sich in dem auf den zweiten tember 1835, vor dem Herrn Landgerichts⸗Rath
g . Koehler im Instructions⸗Zimmer des 1
gerichts anstebenden Termine einzusinden, und ihre
Erb⸗Anspruͤche gebdrig nachzuweisen, widrigenfalls
sie damit werden praecludirt, und der Nachlaß als
herrenloses Gut dem Landesherrlichen Fiseus wird zugesprochen werden.
E11“ 1e“ 111“
““
I ö”
mit Andreas Scenkie
und Vogel in Vorschlag gebracht.
“
11““ 11“
Staͤnde.
burgshausen.)
von
Sep⸗ iesigen Land⸗
den, Imperial⸗Oktav.
fuͤr die Preußischen Staaten.
Sollte sich ein Erbe in dem Termine melden, so wird diesem der Nachlaß zur freiten Disposition ver⸗ abfolgt werden, und soll der nach erfolgter Praͤcluston ssicch etwa erst meldende naͤhere oder gleich nahe Erbe alle seine Handlungen und Dispositionen anzuerken⸗ nen, und zu uͤbernehmen schuldig, von ihm weder Rechnungslegung noch Ersatz der gehobenen Nutzun⸗ u“ zen zu fordern berechtigt, sondern sich lediglich mit “ em was alsdann noch von der Erbschaft vorhanden
sein sollte, zu begnuͤgen verbunden sein. Denjenigen, welche sich zur Wahrnehmung ihrer Gerechtsame eines Bevollmäaͤchtigten bedienen wollen, werden dazu die Herren Justiz⸗Commissarien Rafalski
Bromberg, den 3. October 18324.
Hevelke.
Literarische Anzeigen.
Wohlfeilstes, Interessantestes, Zeitgemaͤ⸗ ßestes Prachtwerk fuͤr Gebildete aller
(Verlag des Bibliographischen Instituts in Hild⸗
Die Vereinigten Staaten Nord⸗Amerika, nach ihren geschichtlichen, statistischen, topographischen stichen
und gesellschaftlichen Verhaͤltnissen unter Mitwirkung des Chefs des Bibliographischen Instituts, J. Meyer, ausfuͤhrlich beschrieben von Georg Heinrich Engelhard, ALss ssZä7eae1n. Herausgeber der Sammlung Nord⸗Amerikanischer
Constitutionen.
[In 20 — 50 halbmonatlichen Lieferungen zu 3— Bogen Imperial⸗Oktav, prachtvoll gedruckt auf das feinste Englische Velin, brochirt, und jede mit 1 Englischen Stahlstich zu nur 6 gr. Saͤchs., oder 27 Kr. Rhein., oder 24 Kr. Conv.⸗Mze, oder 8 sgr. Pr. Crt. Die Vereinigten Staaten erscheinen in vier 1
Aan N vin
4%, 8 †
Der erste Band gehoͤrt der Geschichte der Va nigten Staaten an, von ihrer Entdeckung bis Gegenwart Die Geschichte der Menschheit hat lit anziehenderes Blatt als das, auf welchem die sa Volkes aufgezeichnet ist. — Die Bildnisse seiner hen den und großen Maͤnner, nach den im Cavin- 1 Washington befindlichen authentischen Gemt 16 werden dieses Bandes wuͤrdige und passende Ziente eh
Der zweite und dritte Band soll die 68 graphisch⸗statistische Beschreibun saͤmmtlicher - ten in ihrem gegenwaͤrtigen Zustande enthalten su sichten aller großen Staͤdte und von den berühnn sten Naturmerkwuͤrdigkeiten gehoͤren zu beiden 5 de zugleich der Atkas, der dem Werke beigege wird. 1 Der vierte Band fuͤhrt den Titel; Volk⸗Z,6 meinde⸗ und Buͤrgerleben in den Vereinigten En ten. — Ansichten der National⸗Denkmaͤler, und dem oͤffentlichen Nutzen gewidmeten Wunderng der neuen Welt dienen diete m Bande zum Schm
Ein also umfassendes Werk muß eine allgeng willkommene Erscheinung seyn. Jeder Gebildete 1 es als ein Buch empfangen, was er lange sich wung und es durch seine Theilnahme gewiß gern 1 stuͤtzen. JS
Die Vereinigten Staaten erscheinen g 1. Juli an in halbmonatlichen schoͤn brochirtan ferungen zu 8 sgr., jede mit einem prachtvollen 1 stich — Proben von Druck, Papier u. 2 sind nebst Subscriptions⸗Listen 1 Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schlo Nr. 2, unentgeltlich zu haben. 6
Auf 10 zahlbare Exemplare ein elftes gratis⸗
In der Buch⸗ und Mustkalien⸗Handlung bon Zesch, in Berlin (Schloßplatz und Breite Stre.⸗ 1 ist erschienen: b lies
Ungeheure Heiterkeit. Studenten 1
Mauser, aus dem Quodlibet: „Der ren, Stadent oder das Donnerwetter“ von L. S —99 der. Mit Pianoforte-Begleitung. Preis 5 ‧
VUIIIIH *“ re “ ök11111“
8
Berlin, Montag den 18 ten lgi
v
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt haben den vortragenden Rath in der Abthei⸗
ng fuͤr das Berg⸗-, Huͤtten- und Salinenwesen des Finanz⸗
Ministeriums, Ober⸗Bergrath von Dechen, zum Geheimen
Bergrath zu ernennen und das ausgefertigte Patent Allerhoͤchst⸗ sübst zu vollziehen geruht.
Das 9te Stuͤck der Gesetz⸗Sammlung, welches heute aus⸗ gegeben wird, enthaͤlt unter “ Nr. 16041. den Tarif, nach welchem der Oder⸗Bruͤcken⸗Zoll bei der Stadt Ohlau zu erheben ist. Vom 2ten v. M., und . die Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre vom 8ten l. M., mit welcher der Haupt⸗Finanz⸗Etat fuͤr das Jahr 1835 publizirt wird. Berlin, den 18. Mai 1835. Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir.
“
eitungs⸗Naächrichten Ive
8 1111““
Paris, 10. Mai. Das Rundschreiben, das der Marschall Maison bei der Uebernahme seines Portefeuilles an die komman⸗ direnden Generale in den Provinzen erlassen hat, lautet also: Paris, den Sten Mai. General! das Vertrauen des Koͤnigs, das derselbe mir durch meine Berufung zum Kriegs⸗Ministerium bewiesen, hat mir zugleich große Pflichten aufgelegt, zu deren Erfuͤlung ich Ihrer Mitwirkung bedarf, und solche von Ihnen verlange. Die Armee hat sich bei allen Gelegenheiten um das Paterland wohl verdient gemacht: ihre kraftvolle Haltung, so wie das unaufloͤsliche Band, das sie an die National⸗Garde knuͤpft, haben wesentlich dazu beigetragen, den verfassungsmäaͤßigen Thron, diesen Buͤrgen unserer Institutionen, zu befestigen; sie war be⸗ reit, auch nach außen hin den Patriotismus zu bethaͤtigen, den sie im Innern bewaͤhrt hat; gluͤcklicher Weise aber hat Europa die Nothwendigkeit eines Friedens erkannt, auf welchem die Interessen Aller beruhen, und die Politik hat, in Uebereinstimmung mit der Menschlichkeit, die Ruhe der Welt aufrecht erhalten. Die Armee hat sich durch ihre Einsicht, ihre NAusbildung und ihre Mannszucht hervorgethan; sie wird bei den hochherzigen Gesinnungen, die sie stets beseelt haben, behar⸗ ren: ihre Hingebung fuͤr das Land und den Koͤnig sind Buͤrge dafuͤr. Andererseits erwartet sie aber auch mit Grund, daß man ihre Rechte ehre, und ihre Dienste wuͤrdig belohne. Stets werde ich, mit dem Gesetze in der Hand, uͤber ihre Forderungen ent⸗ scheiden; in demselben Maaße aber wie ich uͤber die puͤnktliche Vollziehung der Verordnungen und Reglements zu wachen ent⸗ schlossen bin, werde ich auch aus allen meinen Kraͤften in den Graͤnzen des Budgets, die ich niemals zu uͤberschreiten Willens bin, die Entwickelung der Institutionen beguͤnstigen, welche das Pohl und die Zukunft des Soldaten sichern. Da ich selbst im Jahre 1792 Soldat war, so kann meine Sorge fuͤr meine Paffengefaͤhrten nicht zweifelhaft seyn, und nicht umsonst werde ich uͤr die Wuͤrdigsten die Guͤte des Koͤnigs in Anspruch neh⸗ men, der den Muth und die militairischen Tugenden, von denen er seibst ein so schoͤnes Beispiel in unseren ersten Kriegen gege⸗ ben hat, am Besten zu schaͤtzen weiß. Was Sie, General, be⸗ teiff, so erwarte ich von Ihnen, als Mitwirkung bei der Aus⸗ führung des mir anvertrauten wichtigen Postens, eine graͤnzen⸗ ose Hingebung fuͤr die Regierung, einen einsichtsvollen Gebrauch Ihres Ansehens, die Aufrechthaltung der Mannszucht, und die feste und sofortige Unterdruͤckung aller Unordnungen, wo sie sich nur immer zeigen moͤgen. Empfangen Sie ꝛc. ꝛc.
(Gez.) Der Marschall und Kriegs⸗Minister Marquis Maison.“
Nachstehendes ist das Schreiben, mittelst dessen der Herzog von Noailles dem Baron Pasquier sein Ausscheiden aus dem Pairshofe angezeigt hat: „Herr Praͤsident! Ich ersuche Sie, dem Gerichtshofe gefaͤlligst meine Entschuldigungen vorzulegen, weshalb es mir unmoͤglich ist, meinen Sitz in dem Prozesse, wel⸗ cher bei dem Gerichtshofe gegenwaͤrtig anhaͤngig ist, noch ferner zu behalten. Meine Gruͤnde beruhen auf dem Beschlusse, den der Gerichtshof gefaßt hat. Es steht mir nicht zu, daruͤber ein tadelndes Urtheil auszusprechen; doch habe ich das Recht, mich zuruͤckzuziehen, sobald ich den Gerichtshof auf einem den Regeln jedes Kriminal⸗Verfahrens entgegengesetzten Wege erblicke. Ohne weifel muß die Gerechtigkeit ihren Lauf haben; aber behaͤlt nicht die Gewalt allein die Oberhand, wenn es, vermoͤge der Lossa⸗ gung von allen Formen, in der That keine regelmaͤßige Justiz mehr giebt? Es ist, meines Beduͤnkens, kein Zeichen von
chwaͤche, wenn man stehen bleibt, sobald man nicht mehr an der Hand des Gesetzes fortgeht. Meine gegenwaͤr⸗ tige Entschließung ist uͤbrigens nur eine Folge derjenigen beinzipien, die ich im Laufe der Verhandlungen vor dem Ge⸗ richtchofe ausgesprochen habe. In der vor drei Monaten von mir gehaltenen Rede hatte ich die Resultate, die der Prozeß sett bietet, vorausgesehen und angegeben; ich hatte sie damals seine moralischen Unmoͤglichkeiten genannt. Dessenun⸗ gagchtet hielt ich es, schon aus Achtung vor dem Staats⸗Koͤrper, dessen Mitglied ich bin, fuͤr meine Pflicht, den Thatsachen nicht vorauszueilen, sondern abzuwarten, ob meine Besorgnisse in Er⸗ fällung gehen wuͤrden. Heute nun haben sie sich in meinen Au⸗ &. dergestalt bestaͤtigt, daß mein Gewissen mir jeden weiteren critt untersagt. Ich habe die Ehre zu seyn ꝛc.
1 b (gez.) Der Herzog von Noailles.“
Im Messager liest man: „Gestern Morgen, als die An⸗ geklagten herausgebracht wurden, um zum Verhoͤre gefuͤhrt zu
11““
werden, widersetzten sie sich in Masse, indem sie sich auf ihre Protestation beriefen. Endlich kam ein Gerichtsdiener in Be⸗ gleitung eines dienstthnenden Commissairs, welcher in einer drei⸗ maligen Aufforderung erklaͤrte, daß, im Falle beharrlicher Wider⸗ setzlichkeit, die bewaffnete Macht den Befehl habe, sie mit Ge⸗ walt von der Stelle zu schaffen. Hierauf erwiederten die An⸗ geklagten, daß sie nur auf eine solche Erklaͤrung gewartet haͤtten, indem es jetzt anerkannt sey, daß sie bloß dem Drohen der Ba⸗ jonette gewichen waͤren. Im Verhoͤr⸗Saale wiederholten sie ihre Protestation, worauf sie in ihre Warte⸗Saͤle zuruͤckgebracht und ein jeder unter die Bewachung eines Municipal⸗Gardisten ge⸗ stellt wurde. Darauf trat ein Offizier in den Saal der Lyo⸗ neser, und fragte einen jeden Soldaten einzeln, ob sein Ange⸗ klagter protestirt habe. Die, von welchen eine verneinende Ant⸗ wort gegeben wurde, fuͤhrte man zum Verhoͤr zuruͤck. Auf sol— che Art hat man die Anwesenheit von 29 Angeklagten zu Stande gebracht. Lagrange verlangte von selbst, wieder vorgefuͤhrt zu werden, um gegen dieses Manoͤver zu protestiren.“
In dem Garde National de Marseille vom Aten liest man: „Mitten unter den Unruhen, die man von allen Seiten uͤber die Zukunft der Algierischen Kolonie auszustreuen sucht, wird der Handelsstand nicht ohne das lebhafteste Interesse es vernehmen, wie die Sorgfalt des Koͤnigs ihre Wohlthaten bis auf den Afrikanischen Boden ausgedehnt hat. Der Koͤnig hatte kaum erfahren, daß ein fuͤr die Ferber der Ebene Metidja bestimmtes Feld⸗Lazareth in diesem Augenblick unter dem Schutze des General⸗Gouverneurs, so wie durch die Bemuͤhungen des Doktors Pouzin errichtet wuͤrde, als er sich beeilte, eine Summe von 1000 Fr. zur Verfuͤgung des Grafen Drouet d'Erlon zu stellen. Die Koͤnigin hat eine Summe von 500 Fr. zu dem naͤmlichen Zwecke hergegeben.“
Das Journal des Débats giebt heute nach der Ma— drider Hof⸗Zeitung den Bericht des General Valdez uͤber die Er⸗ eignisse im noͤrdlichen Spanien seit seiner Ankunft bis zum 23. April. Dieser Bericht ist aus Estella vom 24sten datirt. Gleich⸗ zeitig liest man in der Quotidienne den Bericht Zumalacarre⸗ guy's uͤber die Vorfaͤlle am 21sten, 22sten, 23sten und 24sten. Dieser Bericht ist aus dem Hauptquartiere Ovasta vom 25. April datirt. Beide Heerfuͤhrer schreiben sich den Sieg in diesen Gefechten, namentlich in dem am 22sten zu. Aus der bei weitem ausfuͤhr⸗ licheren Darstellung Zumalacarreguy's muß man indeß doch schlie— ßen, daß Valdez den Kuͤrzeren gezogen habe. Letzterer (Valdez) sagt in seinem Berichte: „Nachdem ich am Loösten den Flecken Contrasta am Eingange in das Amescoa⸗Thal erreicht, blieb ich hier die Nacht, am anderen Morgen aber machte ich eine Bewe⸗ gung, als wollte ich in dieses Thal eindringen; indessen that ich dieses nicht, sondern zog es vor, die Hoͤhenpunkte der Sierra d'Andia zu behaupten. Am 22sten setzte ich mei⸗ nen Marsch fort, um Estella zu gewinnen, weil es mir an Lebensmiteln fehlte; uͤberdies hatte ich meinen Zweck er⸗ reicht, da es mir bloß darum zu thun gewesen war, dem Feinde zu beweisen, daß ich bei aller seiner Macht in das Amescoa⸗ Thal haͤtte eindringen koͤnnen. Ich marschirte also durch die Waldungen, die den Kamm des Gebirges bedecken, bis zu dem Andia⸗Passe, wo ich indessen mit einem Tirailleur⸗Feuer empfan⸗ gen wurde, aus welchem ich schließen mußte, daß es des Feindes Absicht sey, sich meinem Durchmarsche durch diesen Paß zu wi⸗ dersetzen. Das Terrain war mir ganz fremd, auch fehlte es mir an Kundschaftern; schon erkletterte der Feind das Gebir e, um uns von der Hoͤhe herab zu beschießen; da ließ ich den General Aldama vorruͤcken. Obgleich nun die Enge des Defilés diese Expedition sehr gefaͤhrlich machte, so leisteten unsere Truppen doch dem heftigen Feuer der Insurgenten Widerstand, bis der General Cordova ankam. Dieser machte jetzt eine Bajonnet⸗Attake zur Linken, worauf der Feind, der um⸗ gangen zu werden fuͤrchtete, sich, mit Hinterlassung sei⸗ ner Munition, durch den Engpaß Urtaza zuruͤckzog. Der Mangel an Lebensmitteln gestattete mir nicht, ihn zu verfolgen, und in das Thal hinabzusteigen; ich mußte mich daher nach Estella wenden, wo ich bis zum folgenden Tage stehen blieb. Nichts desto weniger habe ich Ursache, mit meiner Expedition zu⸗ frieden zu seyn, da ich aus derselben den moralischen und physischen Zustand eines Feindes kennen gelernt habe, der mir den Durchmarsch durch einen sehr schwierigen Engpaß nicht hat streitig machen koͤnnen.“”“ — Hoͤren wir jetzt den General Zumalacarreguy. „Den 2lsten um 6 Uhr Morgens“, heißt es in seinem Be⸗ richte, „erhielt ich Nachricht von der Bewegung der feindlichen Kolonnen auf Eulate. Sofort ruͤckte ich vor, die Stellungen zu recognosciren, waͤhrend das 3te und 4te Bataillon von Navarra, das lste von Castilien und die zwei von Alava sich in den Posi⸗ tionen hinter dem Dorfe San Martin aufstellten und die Gui⸗ den zwischen Aranarache und Eulate blieben, damit der Feind, aufmerksam gemacht durch das von dieser Seite kommende Feuer der Scharfschuͤtzen, auf den zum Kampfplatz gewaͤhlten Punkt gelockt werde. In Gemaͤßheit der die Nacht vorher von mir erlassenen Befehle setzten sich das 1ste, 2te, 6te und 10te Ba⸗ taillon von Navarra in dieser Nacht in Marsch, und um § Uhr Morgens stießen sie mit den vorgenannten zusammen. Meine Kraͤfte beliefen sich im Ganzen auf 10 Bataillone, und der Feind mußte ihrer 30 haben, theils nach der Aussage der Gefangenen, theils nach dem Buͤlletin von Vittoria. Um 10 Uhr zeigte sich Valdez, wie es schien, mit dem Vorsatze, starke Kolonnen vorruͤcken zu lassen, um uns zu umgehen; seine Scharfschuͤtzen aber, die schon ihr Feuer gegen die unsrigen eroͤffnet, blieben noch vor San⸗Martin stehen und die Spitze der Kolonne, die ihm folgte, bestieg den Berg von Eulate und zeigte sich von den Hoͤhen herab. Anfangs glaubte ich, er lasse bloß einige Truppen von dieser Seite vorruͤcken, waͤhrend er uns in der Front angriffe; doch bald uͤberzeugte ich mich, daß er den Kern seiner Truppen dorthin gezogen hatte. Ich befahl daher dem Anfuͤhrer des angreifenden Batail⸗
lons, wenn der Feind in das Gebirge eindraͤnge, durch das
Defilé. von Zudaire sich zuruͤckzuziehen, ich selbst aber wollte den Feind am Abhange dieses Defilé's erwarten. Um 6 Uhr Morgens war derselbe noch nicht
1“ 8 “
erschienen, und ich erfuhr,
1“
er wolle in Urbasa, welches mitten in den Gebirgen liegt, sein Lager aufschlagen. Welch ein Kontrast! Wir, die wir nur 5000 Mann hatten, befanden uns in der bequemsten Stellung, waͤh⸗ rend der Feind mit 16,000 Mann bivouakiren und die Strenge eines naͤchtlichen Frostes aushalten mußte, und zwar auf einem trockenen Platze, wo sich kein Tropfen Wasser efand. — Den 22ͤsten, eine Stunde nach Sonnenaufgang, ruͤckten unsere Sol⸗ daten vor, um die Positionen vom vorigen Tage wieder einzu nehmen; bald erblickten die Feinde in gedraͤngten Kolonnen, wie von einem Thurm herab, unsere Truppen, die sie umzingelten, setzten aber ihren Marsch, ohne herabzusteigen, auf dem Kamme des Gebirges fort, an dessen Fuß die Amescoa entspringt, die in unserer Richtung sich herumschlängelte. Diese Disposition zeigte, daß der Feind die Hoͤhen von Arraiza oder das Defilé von Artaza zu gewinnen suchte, um von dort aus, als dem guͤnstigsten Punkte, in die Amescoas herabzusteigen; denn daß er diesen Plan aufgeben und zuletzt nach Estella fluͤchten wuͤrde, daran dachte Niemand. Es war dies die naͤmliche Stellung, die ich am 31. August 1834 einnahm, von wo ich Rodil einen so empfindlichen Verlust beibrachte, welcher damals mit 9000 Mann meine gegenwaͤrtige Position inne hatte. Ich beschloß, Valdez zuvorzukommen; das zweite Bataillon mußte ihn auf der Hoͤhe des Defilé's erwarten. Hier findet sich eine zum Agiren aller Truppengattungen guͤnstige Hochebene, und megrere Stra⸗ ßen gehen hier durch. Auf den ersten Schuß, als Zeichen, flog ich herbei; der General⸗Major Don Francisco Ituralde ging mit dem 4ten und 6ten Bataillon und dem Guiden⸗Bataillon voran. Auf dem Gipfel eines unzugaͤnglichen Felsens, welcher auf halbe Schuß⸗ weite das Schlachtfeld beherrscht, sammelte der Feind 4— 5000 Mann, und richtete ein schreckliches Feuer auf die Unsrigen. Doch diese stellten sich am Fuße dieser uneinnehmbaren Mauer auf, und hie ben jeden nieder, der zum Weitermarschiren heruntersteigen wollte. Es war 2 Uhr Nachmittags, als er versuchte, in die Amescoas herabzusteigen, statt dessen aber nach Estella seinen Ruͤckzug ein⸗ schlug; ich ließ, ihm zur Rechten, eine bewegliche Kolonne unter dem Befehl des Don Paul Saéz bilden, um den Vortrab neuer⸗ dings von der Seite anzugreifen. Bei seiner Ankunft auf der Hoͤhe hatte der Feind seine zur Deckung des Ruͤckzuges be⸗ stimmten Kraͤfte in Schlacht⸗Ordnung gestellt. Zuerst wurde das dritte Bataillon von dem viel staͤrkeren Feinde ruͤckgeschlagen; doch, bald durch die Compagnie der
nadiere verstaäͤrkt, erneute es den Angriff; der Feind wurde in Masse angegriffen, zog sich zuruͤck und verließ seine Stellung. Vergeblich leistete die feindliche Kavalleri unseren Scharfschuͤtzen kurze Zeit Widerstand; der Ruͤckzu wurde immer eiliger und loͤste sich endlich in eine vollstaͤndig Flucht auf. Die Unsrigen verfolgten den Feind nach allen Rich tungen, bis in die Gegend des Klosters Jranzu, wo sie 60 Ge⸗ fangene machten. Unterdessen kam die Nacht heran; ich befan mich zu Eraul, wo ich das Centrum des Feindes angriff, das in alle Eile von Muro nach Estella floh. — Das Merkwuͤrdigste an diesem denkwuͤrdigen Tage ist, daß sich hier die Christinos zum erstenmale der Congreveschen Raketen bedienten, wovon ich anbei die Truͤmmer zu uͤbersenden die Ehre habe. Doch dies und alle seine uͤbrigen Vortheile vermochten den Sieg unserer Trupper am Jahrestage der Niederlage von Quesada bei Alsazu nicht z hindern. — Die feindliche Kolonne, aus ihren Seetungen ge jagt, zerstreute sich in die Gebirge, und der Vortrab, mit dem Ober⸗Anfuͤhrer an der Spitze, kam fluͤchtend nach Estella. Ihm folgte das Centrum, unter Anfuͤhrung des Aldama, nicht ohne bedeutende Verluste erlitten zu haben; zuletzt der Nachtrab un⸗ ter Cordova; dieser mußte sich in spaͤter Nacht mit den Truͤm⸗ mern seines Corps nach dem Dorfe Abarzuza fluͤchten. Unsere Truppen gingen zuruͤck, um die Nacht in verschiedenen Doͤrfern der niederen Amescoas und des Thales Allin zuzubrin⸗ gen. Den anderen Tag mußte Don José Maria Oro⸗ quieta das Schlachtfeld vekognosziren, in der Richtung nach Estella. Zwar schien der Feind sich ihm entgegenstellen zu wol⸗ len, doch bedeuteten seine Bewegungen nichts weiter, als die Kolonne, die noch in Abarzuga war, auf dem versuchten Ruͤck⸗ zuge nach Estella zu decken. vIN. bemaͤchtigten wir uns der auf dem Schlachtfelde verbliebenen 12 Munitionskasten und mehr als 100 Gewehre.“ — Am Schlusse seines Berichtes be⸗ rechnet Zumalaearreguy den Verlust der Christinos am 2lsten bis 24sten auf 2000 Todte, eine große Menge von Verwundeten und 600 Gefangenen. Er will 3500 Gewehre, sehr viele Militair⸗ Effekten und 300 Pferde und Maulthiere erbeutet haber
Großbritanien und Irland.
London, 12. Mai. Bei der Herzogin von Kent ist an allen Montagen in diesem Monat große Assemblée des hoͤheren und niederen Englischen Adels und des diplomatischen Corps.
Der Herzog von Susser wird in dieser Woche von Herrn Alexander an den Augen operirt werden.
Gestern fand das große Diner statt, welches die City von London zu Ehren Sir Robert Peel's veranstaltet hatte. Außer den Mitgliedern des vorigen Ministeriums nahmen mehrere der bedeutendsten Waͤhler der City, namentlich Banquiers und Kauf⸗ leute, daran Theil. Man zaͤhlte 400 Gedecke. Sir Robert Peel hielt bei dieser Gelgenheit eine lange Rede, worin er un⸗ ter Anderem sagte:
„Was meine Person betrifft, so bedurfte ich keines ferneren Be⸗ weises von der Meinung, welche eine hoͤchst zablreiche und achtbare Klasse der Londoner Buͤrger von meinem oͤffentlichen Benehmen hegt; doch glaube ich, daß durch eine Versammlung, wie die gegen⸗ waͤrtige, ein allgemeiner Zweck befoͤrdert werden kann. Ich halte dieselbe fuͤr sehr wichtig, als ein Jeugniß, daß hier in dieser großen Hauptstadt, dem Mittelpunkte des Welthandels, dem Mittelpunkte dieses Koͤnigreichs, noch eine treue Anhaͤnglichkeit an die alten In⸗ stitutionen des Landes, und ein fester Entschluß, die mit diesen In⸗ stitutionen verwebten Grundsaͤtze aufrecht zu erhalten, vorhanden istt; ich halte es fuͤr sehr wichtig, daß von hier aus allen anderen Thei⸗ len des Koͤnigreichs ein Beispiel aufgestellt wird. (Beifall.) Es ist dies um so wichtiger in diesem Augenblick, da diejenigen, zu denen ich zu sprechen die Ehre habe, gein anerkanntes Organ im