1835 / 141 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Fri, 22 May 1835 18:00:01 GMT) scan diff

5 anze Katzennatur, das Altkluge und Maiestaͤtische der unheimlichen Raabebiere ausdruͤcken. .

Mit vielem Veranuͤgen sah man noch die saubere, mit Verstaͤnd⸗ niß und Gefuͤhl entworfene Zeichnung, nach welcher Herr Eichens den neuen Rafael des Koͤniglichen Museums in Kupfer stechen wird. Es duͤrfte durch fruͤhere Berichte in diesen Blaͤttern schon bekannt seyn, daß das kostbare Bild, welches in Leimfarben auf Leinewand

emalt ist, in einigen, aber nicht den wesentlichen Theilen leider be⸗ schaͤdigt ist, namentlich uͤberall, wo der Kuͤnstler sich der Pigmente von Glasfritten bediente. Da diese Farben hauptsaͤchlich gruͤn und blau sind, so litt mehr die Landschaft und die Gewandung, als die Car⸗ nation; aber auch an den Stellen, wo diese Farbe abgehroͤckelt ist, kamen die urspruͤnglichen Umrisse zum Vorschein, welche dem Zeich⸗ ner einen Leitfaden fuͤr die Herstellung geben konnten. Diese hat er denn auch gluͤcklich gegeben: die Zeichnung ließe einen solchen Schaden des Originals kaum vermuthen, und verspricht einen trefflichen Kupferstich. Die besondere Beschaffenheit des Originals und na⸗ mentlich der Umstand, daß die zum Vorschein gekommenen umrisse jedenfalls einen groͤßeren Werth haben, als eine versuchte Restaura⸗ tion, welche dieselben wieder verdecken muͤßte, hat es rathsam gemacht, sich an dem Bilde selbst jeder Restauration zu enthalten: dagegen wird Herr Professor Schlesinger, gleich bewaͤhrt als Restaurator und Kopist, in dem Maßstabe des Originals eine Kopie entwerfen und diese nach Anleitung der bloßgelegten Umrisse und der noch er⸗ kennbaren Farbenspuren ergaͤnzen. Hiermit wird man die Phantasie aller derjenigen versoͤhnen, welche sich uͤber die Beschaͤdigung nicht hinwegsetzen koͤnnen, und denkt sugleich durch die in Oel auf Tafeln ausgefuͤhrte Kopie dem Original einen Schutz zu H

es so sehr bedarf.

bingeworfen, die

Meteorologische Beobachtung.

1835.,] Morgens Rachmitt. Abends Nach einmaliger 12. Mai. 3 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

FEssebeF v8 .„ I“ 1G 8 Luftdruck. 238,0⸗ Par. 337,5 0 Par. 337,0⸗ Par. Quellwarme 7,0°R. Lultwärm, „„R. 11¼ „.†. 6,1„R. sglutwarme 11,1* Thaupunkt 3,°R.) 0,2 °R.]†+. 11 ,* R.ule. ½ N. Dunstsaͤttg 53 pCt. 38 pCt. 66 p Ct. [Bodenwärme 9,5 °R. Wetter ... halbbeiter. halbheiter. truͤbe Ausdüns. 0,0,3“Rh. Niederschlag 0.

Wind ONDO. ONO. ONO. Tagesmittel: 3373 Par. + 7,9 R.. 0,*° R. 52 pCt.

Wolkenzug NNW.

Auswärtige Börsen. 8 1 Amsterdam, 15. Mai. 89 Nie derl. wirkl. Schuld 57 1—2àl. 5 3 do. 102 ¾. Ausg. Schuld 1½¼. Kauz-Bill. 26 ½. 4 ½3 Amort. 95 ½. 3 ½ 8 81 ¼. Russ. 99 ¾. Oevsterr.

1 99 ¾. Preuss. Präm.-Scbeine 114. do. 48 Anl. 101. Span. 5 8 49 ⁄.

3 ½ 20 ¼.

Span. 5 8 48 ¾ Neue Span. Anl. 651.

Antwerpen, 14. Mai 33 31. Zinsl. 21 ½. Cortes 48 . Belg. 101 ½. Darmst. 26 ¼. London, 15. Mai. Cons. 38 92. Belzg. 102. Span. Cortes 67 ¼. Obl. v. 1834 Ziusl. I18. Ausg. 30 ½. 8% Holl. 57 ½¾. 59 do. 102. Port. Engl.-Rusz. —. Bras. 86 ½. Chili 54. Columb. v. 1824 47. Peru 36 ½. .

St. Petersburg, 12 Mai. Amsterdam 53. IHiumburg 9v%. Parizs 112. Silber-

Coup. 30 ¾.

68½. 1054. Mex. 45¾.

Rub. 357. 3 Wien, 15. Mai. Met. 102 91% 13 98277. Baunk-Actien 1344. Neue Anl. 5905.

22. —-—

Koͤnigliche Schauspiele.

Donnerstag, 21. Mai. Im Opernhause: Die Verschwoͤrung des Fiesko zu Genua, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller. (Hr. Seydelmann: Muley Hassan, als Gastrolle.)

Im Schauspielhause: I) Un matelot, drame-vaudeville en 1 acte. 2) Michel Perrin, ou: l'espion sans le savoir, vaude- ville en 2 actes. b.

Freitag, 22. Mai. Im Opernhause: Zum erstenmale: Trilby, komische Oper in 1 Akt, nach dem Franz. des Scribe, von L. W. Both. Musik von F. H. Truhn. Hierauf: Die Sylphide, Bal⸗ let in 2 Abth., von Ph. Taglioni. G

Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.

K„oͤnigstaͤdtisches Theater. 1 Donnerstag, 21. Mai. Zum erstenmale: Der alte Antoine, oder: Die drei Generationen, dramatische Bilder aus der Fran⸗

574

oͤsischen Revolution, in 3 Abth., nach Melesville frei bearbeitet 5 Friedr. Genée. Erste Abtheilung (spielt 1789): Die Familie Saint Vallier. Zweite Abtheilung (spielt 1793): Die Republik. Dritte Abtheilung (spielt 1829): Der Erbe.

Freitag, 22. Mai. Der Luͤgenfeind, Lustspiel in 1 Akt, von Adolph Roland. Hierauf: Endlich hat er es doch gut gemacht! Lustspiel in 3 Akten, nach einer Englischen Idee fuͤr die Deutsche

Buͤhne bearbeitet von Albini. 88 Die weiße Dame, komische Oper

Sonnabend, 23. Mai. . in 3 Akten. Musik von Boieldieu. (Dlle. Vial, vom Koͤnigl.

Sardinischen Hof⸗Theater zu Turin: Anna, als Gastrolle. Dlle. Beckar: Jenny.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

Neueste Nachrichten.

Paris, 14. Mai. Vorgestern Abend wurde der Preußi⸗ sche Gesandte, Freiherr von Werther, von dem Koͤnige empfan⸗ gen. Gestern arbeiteten Se. Maäjestaͤt mit dem General⸗Inten⸗ danten der Civil⸗Liste und dem Minister des oͤffentlichen Unter⸗ richts.

1 Vorgestern ist der Fuͤrst von Talleyrand hier angekommen und hatte noch an demselben Nachmittage eine Audienz beim Koͤnige; er will nur drei bis vier Tage in der Hauptstadt ver⸗ weilen und sich sodann nach einem seiner Guͤter im Dept. des Nordens begeben.

Der Moniteur publizirt heute das Gesetz wegen des Verbots der Errichtung neuer Majorate. Dasselbe ist vom 12. Mai datirt und von dem Großsiegelbewahrer kontrasignirt.

Die Pairs hielten heute wieder eine legislative Sitzung, in welcher sie sich lediglich mit Gesetz⸗Entwuͤrfen von oͤrtlichem Interesse beschaͤftigten. 1

Am Schlusse der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗ Kammer lief noch die Botschaft der Pairs⸗Kammer ein, wonach die 91 Unterzeichner des in der „Tribune“ und dem „Röformateur“ vom Ilten erschienenen Schreibens an die April⸗ Gefangenen, so wie die Herausgeber dieser beiden Blaͤtter Her⸗ ren Bichat und Jaffrenou vor die Pairs⸗Kammer geladen wer⸗ den sollen. Der Praͤsident bemerkte nach der Vorlesung die—⸗ ser Botschaft, daß dieselbe nicht hinreichend sey, um die Kammer zur Bewilligung der verlangten Autorisation, die Deputirten Herren Audry⸗de⸗Puyraveau und Cormenin als Mitunter⸗ zeichner des gedachten Schreibens vor die Pairs⸗Kammer zu laden, zu ermaͤchtigen. Der Großsiegelbewahrer, der dies vorausgesehen hatte, zog darauf unverzuͤglich ein von ihm abgefaßtes Gesuch dieserhalb aus der Tasche und legte es auf das Bureau des Präsidenten nieder. Jetzt verlangte Herr Comte das Wort und begehrte von dem Großsiegelbewahrer u wissen, ob er auch das Original⸗Dokument mit den Original⸗ Unterschriften jener beiden Deputirten gesehen habe und solches der Kammer mitzutheilen im Stande sey, da diese sonst die ver⸗ langte Autorisation nicht wuͤrde ertheilen koͤnnen. Der Minister erwiederte, daß er hierauf keine Antwort zu geben habe, da seines Amtes bloß sey, zur Ausfuͤhrung der von der Pairs⸗Kam⸗ mer gefaßten Resolution mitzuwirken. Auch der Praͤsident bemerkte, daß jede Debatte hieruͤber durchaus voreilig sey, indem alle auf diesen Gegenstand bezuͤgliche Fragen in den Buͤ⸗ reaus zur Eroͤrterung kommen wuͤrden. Die Kammer verfuͤgte darauf mit großer Stimmen⸗Mehrheit den vorlaͤufigen Druck der gedachten Resolution und beschloß, sich mit derselben am naͤch⸗ sten Freitag (l15ten) in den Buͤreaus zu beschaͤftigen.

In der heutigen Sitzung wurden die Berathungen uͤber das Budget des Ministeriums der auswaͤrtigen Angelegenheiten fortgesetzt. Herr Lejoindre forderte die Regierung auf, den gegenwaͤrtigen Augenblick zu benutzen, um mit den Deutschen Staaten eine gute Handels⸗Convention abzuschließen. Der Her⸗ zog von Broglie erwiederte, daß diese Sache zwar weniger ihn, als den Handels⸗Minister angehe; so viel koͤnne er indessen sagen, daß die verschiedenen Deutschen Staaten gegenwaͤrtig, auf den Grund der Wiener Kongreß⸗Akte, einen Handels⸗ und Zoll⸗ Verband unter sich schloͤssen. Da nun die Franzoͤsische Regierung dieses Vorhaben in keinerlei Weise hindern koͤnne, so bleibe ihr vor der Hand nichts weiter uͤbrig, als den gaͤnzlichen Abschluß abzuwarten, um sodann ihrerseits unter den vortheilhaftesten Bedingungen zu un⸗

terhandeln. Nach der Annahme des Budgets des auswaͤrti Ministeriums (auf dessen einzelne Positionen wir zuruͤckkomm werden) kam das Kriegs⸗Budget an die Reihe. Zwar ward Marschall Maison bei der Eroͤffnung dieser Debatte nicht gen, was einige Deputirte mißbilligend bemerkten. Dies aber nicht, daß die ersten Paragraphen seines Budgets ohne heblichen Widerspruch angenommen wurden. Bald darau auch der Marschall selbst mit zwei Regierungs⸗Commissairen den Saal; die Sitzung bot indessen bis zum Abgange der 9 wenig Interesse. .

Diesen Morgen fand bei Herrn Odilon⸗Barrot eine Zusah menkunft einer großen Anzahl seiner Kollegen statt, um uͤber 9 Verhalten der Ipposition in Betreff des gestern in der Deput ten⸗Kammer von dem Großsiegelbewahrer gestellten Antrages berathschlagen.

Die Boͤrse war heute ein wenig belebter, als waͤhreg . letzten Tage. Mit dem Prozesse vor dem Pairshofe beschiüin, man sich fast gar nicht. An Geruͤchten in Bezug auf Sgae fehlte es dagegen nicht. So hieß es, Herr Martinez de da gn habe seinen Abschied genommen und Graf Toreno sey zum n seils⸗Praͤsidenten ernannt worden, mit dem speziellen Aufte Unterhandlungen mit Don Carlos wegen eines Arrangements m knuͤpfen; eine der Bedingungen dieses Arrangements waͤre die a maͤhlung des Prinzen von Asturien, des Sohnes des Don Cag mit der Koͤnigin Isabella II.; General Cordova wuͤrde beauft werden, die Unterhandlungen mit Don Carlos hieruͤber zuss ren. Diese Nachrichten sollen durch einen außerordentlichen rier uͤberbracht worden seyn, der von Madrid an eines unse ersten Banquierhaͤuser abgeschickt worden waͤre. In der leu mistischen Ecke suchte man, jedoch vergebens, dem Geruͤchte E ben zu verschaffen, daß Valdez in Folge der Niederlage, die ihmg malacarreguy beigebracht, den Verstand verloren habe. Ein liches Geruͤcht war fruͤher auch einmal uͤber den General Luau verbreitet. Die Spanischen Fonds halten sich.

Die halten keine neuere Nachricht von dem Kriegsschauplate; Navarra.

Man schreibt aus Madrid unterm 6. Mai: „In der Sihr der Prokuradoren,Kammer richtete gestern Herr Isturitz an Ministerium die Frage: ob irgend ein Umstand der Art eie treten waͤre, daß eine Aenderung der Politik des Ministerim uͤber die Fortdauer und die Unvperletzlichkeit des Gesetzes m 27. Oktober 1834, welches den Don Carlos und seine Dim⸗ denten fuͤr immer von der Thronfolge ausschließe, und uͤberm Prinzip der Nichtintervention der auswaͤrtigen Maͤchte in Spanischen Angelegenheiten zu erwarten sey. Graf Torenge klaͤrte, die Regierung koͤnne nicht aus eigener Autoritaͤt dase waͤhnte Gesetz modifiziren, und die Minister wuͤrden niene den Rath geben, bei den Cortes auch nur die geringste Neil rung dieses Gesetzes zu beantragen. In Betreff der auf Intervention bezuͤglichen Frage versicherte er, daß die Mizise diese Frage bis jetzt nicht als eine Kabinetsfrage behandelt i ten. Er fuͤgte hinzu, er waͤre nicht ermaͤchtigt, sich uͤber ein so delikaten Gegenstand weiter zu erklaͤren. Die Kammer 9e dann zur Diskussion uͤber die Nationalguͤter uͤber. Diesel auch heute noch nicht beendigt worden. Die verwittwete g. nigin ist nach Aranjuez abgereist, wo sie, wie man glaubt,¹ zu Ende Oktober bleiben wird. Der Franzoͤsische Botschaftn Graf von Rayneval, trifft Anstalten, sich eben ben. General Cordova ist mit seinen beiden angekommen. Gleich am Tage nach seiner Ankunft dae de Conseil unter der Praͤsidentschaft der verwittweten Koͤnigin ei Sitzung. Cordova war bei der Berathung zugegen, uͤber den Resultat jedoch noch nichts verlautet. Er hat den mit Zumg carreguy abgeschlossenen Vertrag mitgebracht. Graf Torg wird sich in 14 Tagen mit der Marquise von Villamanos maͤhlen.“

Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 108. 35. finen 108. 55. 3proc. pr. compt. 82. —. sin cour. 82. 20. M. Neap. pr. compt. 99. 25. fin cour. 99. 45. 5proc. 49 ½. 3proc. 31 ½4. Ausg. Schuld 20 ¾. Cortes 50 ½.

Redacteur Cottel.

Gedruckt bei

1

2

A. W. Havyn.

.“ Allgemei Bekanntmachungen.

Die dem Milchbauer Johann Bielfeldt zugehdrigen, in dem Dorfe Stueblau belegenen Grundstuͤcke Nr. 12, 13, 8 6; und die Parcelle in Osterwick Nr. 8 0 und Zugdam Nr. 8 1) des Hypothekenbuchs, auf 8100 Thlr. und 1616 Thlr. 6 sgr. pf. gerichtlich veranschlagt, welche in einem Hofe mit ½ Hufen und 8½⁄ Morgen Hofmannsland, einem Hofe von 3 Hu⸗ fen und 3 Morgen Hofmannsland, 1 Hufe 5 Mor gen und ¾ Morgen Hofmannsland und einem ¹ An- rheil in dem Hofe Nr. 8 0). Osterwick, bestehend in einem Hofe mit Wohn⸗ und Wirthschafts⸗Gebaͤuden und 3 freien Schulzen Hufen, und 2 Hufen 12 ½ Mor⸗ gen gedoppelt Land und einer Kathe und; Antheil in dem Hofe Zugdam Nr. 8 D) von 1 Hufe 15 Mor⸗ gen Land bestehen, sollen nebst Inventario in noth wendiger Subhastation verkauft werden.

werden

Koͤnigl.

er Anzeiger fuͤr Bekanntmachung.

Das dem Kaufmann Christian Wendt zugehoͤrige, in der Langgasse unter der Servis⸗Nummer 375 und Nr. 63 des Hypotheken⸗Buchs 5174 Thlr. 6 sgr. 8 pf. gerichtlich veransc 1 stuͤck, welches in einem Vorderhause, Seiten⸗Gebaͤude, Hinter⸗Gebaâude und 2 Hofplaͤtzen bestehet, soll in nothwendiger Subhastation verkauft werden, gegen baare Zahlung der Kaufgelder. G Hierzu ist ein Termin auf den Vier und Zwanzigsten vor dem Auctionator Herrn Engelhardt vor dem Ar⸗ tushofe angesetzt. 1

Die Taxe, der neueste Hypotheken⸗Schein und die besonderen Kauf⸗Bedingungen koͤ Registratur, so wie bei dem Auctionator eingesehen

Danzig, den 28. April 1835. Preuß

Febegeaßn auf lagte Grund⸗

schen Zeitung vom 2. Mal dieses

macht werden,

24) Noybr. Ülischen Gemeinden den gleichen Kirchengesang gewährt.

koͤnnen in unserer

und höchst wohlfeilen Hüllsmitte ken zu wollen.

Land⸗ und Stadtgericht

Hiczu ist ein Termin auf ben. Fanf und Zwanzigsten September e, Vormittags 10 Uhr, 8 8

vor dem Herrn Oberlandesgerichts⸗Assessor v. Frant⸗ zius an der Gerichtsstelle angesetzt.

* Die Taxe, der neueste Hypothekenschein und die besonderen Kaufbedingungen koͤnnen in unserer Re gistratur eingesehen werden. Hiebei wird bekannt gemacht, ruͤndstuͤch Halfte des Tarwerths, und wenn der Kaufpreis we niger als die Taxe sein sollte, nur die Hälfte des

. 2

Kaufpreises auf 21 digung fuͤr das General⸗Devpositorium belassen wer⸗ den kann, von der zweiten Haͤlfte ferner der Kaͤufer 1000 Thlr. erst nach Verlauf eines Jahres und 1000 Thlr. nach Verlauf von 2 Jahren seit der Publication des Adjudications Erkenntnisses mit Zinsen ¾ 5pEt. zah⸗ len darf, der Rest des Kaufgeldes aber von dem Ac⸗

Gas⸗,

richten sind.

Bekanntmachung.

B a d

Die Erdffnung der Bade⸗Anstalt zu Nenndorf fin⸗ det wie bisher am 1. Juni wieder Statt, und von diesem Tage an werden die Föweßsl. . Seloghr⸗, 2 1, n⸗ Douche⸗, Tropf⸗ und Sturz⸗Baͤder, die Salz⸗ daß dem Acquirenten der Grundstuͤcke die „Baͤder aber vom 15 Juni an veniben werden. 1— Einem geechrten wgüä g wird solches mit vhs

b * ℳ☛ 7. Bemerken bekannt gemacht, daß Anfragen in aͤrztli⸗ den Grundstücken 4 5pCt, gegen Küͤn⸗scher Beziehung an den dasigen Brunnenarzt Herrn Hofrath d'Oleire in Bremen und Logis Bestellungen an den Herrn Burggrafen Ruͤck in Renndorf zu

Cassel, am 7. Mai 1835. Kurfuͤrstliche Brunnen⸗Direction.

Nenndorf.

verschickt worden: Mag a

dungen. Herausgegeben v Neueste Fo Band II., Heft V., mit 33 Abbi mit 10 Aöbbildungen. in Aäto.

zu 10 sgr.

quirenten sofort nach publicirtem Adjudicatorio baar bezahlt werden muß. 1““ Wauzig, den 24. Februar 1835.

Koönigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

—-y8;ss

Literarische Anzeigen.

Im Verlage der Buch- und Musibhandlung von T. PTrautwein in Berlin,

h

Wichtige Anzeige fuͤr

Breite Strafso No. 8, ist schen Lesern anzeigen zu koͤnnen,

die Preußischen Staaten.

Melodien

zum Gesangbuch für evangelische Gemeinden. 2te Auflage. 64 gr. Octav-Seiten. Preis broch. 6 sgr. Mit Bezugnahme auf die in No. 102. dee Vols-

günstige Beurtheilung dieses Melodienbuchs, welche! den Nutzen desselben ausser allen Zweifel stellt, muls nur noch ausdrücklich darauf aufmerksam ge- dals es nicht blos zu dem neuen Gesangbuch anwendbar ist, sondern allen evange-

Die He

Vorsteher aller evangelischen Gemeinden dürfen 8

daher unbedenklich ersucht wer

dienten Verbreitung dieses lür die Verbesserung des

Kirchengesanges ihrer Gemeinden so zweckmälsigen

Is geneigt mitwir-

In Baumgaͤrtners Buchhandlnng zu Leipzig ist so eben erschienen und an alle Buchhandlunge

8 1 der neuesten Erfindungen, Entdeckungen und Verbesserungen der Englaͤnder, Fran⸗ zosen, Italiener, Amerikaner und Deut schen, in der gesammten Gewerbkunde, fuͤr Fabri⸗ kanten, Manufakturisten, Kuͤnstler, mit vielen Abbil⸗

Dr. Friedrich Eduard Thieme.

Subscribenten. Unermuͤdlich fuͤr die Verbesserung unserer Zeit⸗ schrift besorgt, ist es uns erfreulich, unsern zenegeghe

gen ist, die Direktion des bekannten Londoner Me- 11

schanies-Magazine (welches unstreitig unter alln 3 schriften, die neue Erfindungen und Verbessermn ꝛc. behandeln, den ersten Platz einnimmt) dahin bestimmen, uns die Abklatsche ihrer Abbildungen den Aushaͤngebogen zu uͤbersenden, so daß wit Zukunft befaͤhigt sind, die interessantesten Auß nach der Art wie sie in unserm Magazine schon— langen Jahren aus dem Mechanies-Maxgazine enll wurden, fast gleichzeitig mit Letztern, begleitet den englischen Original⸗Abbildungen, vringen koͤnnen. Wir sind uͤberzeugt, daß unsere Lesct uns uͤber den großen Vortheil, welchen wir! den Abschluß dieses Vertrages fuͤr unsere Zeilste errungen haben, uͤbereinstimmen werden und sc cheln uns mit einer beifaͤlligen Anerkennung ul Bemuͤhungen. Leipzig, im Monat April 1835.

8N Baumgaͤrtners Buchhantl

Jahres belindliche

Nutzen bei dem rren Preodiger und

den, zu der ver-

Im Verlage des Geogeaphischen Insti- nzu Weimar sind im Aprib 1835 folgende neuel sten erschienen und bei Simon Schropp & C iin Berlin zu haben:

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on bezs e l[dungen, Heft VI., broch. Jedes Heft

die Herren

Generalkart

daß es uns gelun⸗

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Journale und Briefe von der Spanischen Graͤnze

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Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Kaufmann und Stadtrath

ilipp Jakob Albrecht zu Danzig zum Kommerzien⸗ und lomiralitaͤtsrath und kaufmaͤnnischen Mitgliede des dortigen Kom⸗ ety und Admiralitaͤts⸗Kollegiums zu ernennen geruht.

1“

Der bisherige Friedensrichter Scholz ist zum Justiz⸗Kom⸗ issarius bei dem Land⸗- und Stadtgerichte zu Schrimm und otarius im Departement des Ober-Landesgerichts zu Posen, er Referendarius Schuͤtz zum Justiz⸗Kommissarius bei dem and⸗ und Stadtgerichte zu Birnbaum, der Referendarius Proßmann zum Justiz⸗Kommissarius bei dem Land⸗ und Stadtgerichte zu Trzemeszno, und der Referendarius Simon m Justiz⸗Kommissarius bei dem Land⸗ und Staͤdtgericht zu Hamter im Großherzogthum Posen ernannt worden.

I Im Bezirke der Koͤnigl. Regieruug

zu Koͤnigsberg ist der Predigtamts⸗Kandidat und bishe⸗ ige Lehrer an der Loͤbenichtschen hoͤheren Buͤrgerschule zu Koͤ⸗ igsberg, Dr. Leopold Sauter, zum zweiten Prediger der vangelischen Kirche zu Wehlau berufen worden;

u Koͤslin ist der Kandidat des Predigtamts Weise als prediger⸗Adjunktus in Jamund bei Koͤslin angestellt worden;

zu Minden ist dem bisherigen Pfarrer zu Altenbuͤren, helm Hillebrand, die Pfarrstelle zu Boke verliehen borden.

Abgereist: Se. Durchlaucht der Fuͤrst Ernst zu Ho— senlohe⸗Langenburg, nach Magdeburg.

Der General⸗Major und Inspecteur der Isten Artillerie⸗In⸗ pettion, von Diest, nach Stettin.

Der Koͤnigl. Bayerische Kaͤmmerer und Staatsrath, außer⸗ identliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am hiesigen hofe, eat von Luxburg, nach Dresden. 11

EEö] 7.

Zeitungs⸗Nachrichten.

GSGankreich.

Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 13. Mai. (Nach⸗ ag.) Bei der Eroͤffnung der Debatten uͤber das Budget des Ninisteriums der auswaͤrtigen Angelegenheiten ergriff vorweg err Mauguin das Wort, um an den Herzog von Broglie erschiedene Fragen uͤber die auswaͤrtige Politik, namentlich uͤber ie Angelegenheiten Spaniens und der Schweiz, zu richten.

„Was sich gegenwaͤrtig in Spanien zutraͤgt“, sagte er, „muß die Cegierung veranlassen, uͤber den zu fassenden Entschluß reiflich nach⸗ denken, denn es laͤßt sich nicht in Abrede stellen, daß, was auch e Folgen jener Ereignisse seyn moͤgen, sie nur nachtheilig fuͤr kankreich seyn können. Eben so wenig wird man aber bestreiten, dieser schlechte Ausgang der Spanischen Angelegenheiten haupt⸗ ichlich den Mißgriffen unseres Kabinets zur Last faͤllt. Ich gebe „daß es bei dem Tode Ferdinands VII. schwer war, einen Ent⸗ chluß zu fassen. Man hatte die Wahl zwischen der Beibehaltung es Salischen Gesetzes, die unserer Gegenwart nachtheilig, aber un⸗ rer Zukunft guͤnstig war, oder der Abschaffung dieses Gesetzes, die unserer Zukunft nachtheilig werden konnte, jedenfalls aber der Ge⸗ genwart guͤnstig war. Das Kabinet erkannte sofort die Rechte der Honng Isabella an; statt aber gleichzeitig dem Spanischen Ministe⸗ ium den Impuls einer fortschreitenden Bewegung zu geben, ließ z sich Herrn Zea Bermudez und sein Manifest gefallen, und trat eem von diesem Minister angekuͤndigten statn quo unbedingt bei. us diesem ersten Fehler sind die gegenwaͤrtigen Ereignisse hervor⸗ egangen. Im vorigen Jahre hat das Kabinet der Tuilerieen ei⸗ en zweiten Fehler begangen: Spanien ordnete seine Finanzen;

hatte zwischen dem Kredit⸗ und dem Bankerot⸗Sy⸗ ünre. iu waͤhlen. Das erstere haͤtte den Spaniern die Mit⸗ 1 verschafft, ihre Armee und ihre Flotte wieder herzustellen, und oße Wohlfahrt uͤber das Land zu verbreiten. Das zweite mußte en. nothwendig den Parteien und namentlich der Karlistischen * geben. Das Franzoͤsische Ministerium haͤtte daher erklaͤren bosteem abe, falls die Spanische Regierung sich fuͤr das Bankerot⸗ sstem entscheiden sollte, es ihr seinen Schutz entzichen wuͤrde. 6 geschah aber nicht; der Bankerot wurde erklaͤrt, Spanien

d l Armee und wird vom Buͤrgerkriege zerfleischt. Der dritte gehte Fehler aber, den unser Kabinet begangen hat, ist, daß hne d190n Caklos nicht strenger beaufsichtigt hat. Dieser konnte rankreic Hinderniß England verlassen, ganz gemaͤchlich durch ine Gt ) reisen, und dem Oberbefehlshaber der Karlisten durch zg. Feentwart einen mäͤchtigen Beistand leihen. Diese Fehler, isere Herren, erscheinen um so groͤßer, wenn man bedenkt, daß

v Regierung die Rechte der Donna Jsabella anerkannt hatte, S methin uch zu hehaupten haͤtte suchen sollen. Wir muͤssen

1 89 ernste Lehre ziehen, daß, wenn eine Sache einmal schlecht 599 gen worden, auch nichts als uͤble Folgen daraus hervorge⸗ g Der Redner wandte sich hierauf zu den Angelegenheiten 5* chweit, tadelte die Politik, die Frankreich in Bezug auf dieses Botsch folge, und fand es unverantwortlich, daß der Franzoͤsische

schafter sich nicht einmal auf seinem Posten befinde. Die frem⸗ FHaseechte⸗ behauptete er, haͤtten in Bezug auf die Schweiz bei

5 Medr Haltung und Gewandtheit bewiesen. Herr Mauquin alage Köclett noch von dem Herzog von Broglie einige Auf⸗ ee er die Lage der Unterhandlungen mit dem Roͤmischen Hofe

er Bisthuͤmer und mit der Belgischen Regierung wegen

nes Handels⸗ und Zoll⸗Vertrages, so wie ferner uͤber gewisse Forderun⸗

n, deFrankreich an Preußen, Holland und Portugal zu machen habe. zorten d.n hcg von Broglie erklaͤrte, daß er in wenigen eee 8 von dem vorigen Rener gestellten Fragen beant⸗ vlicsn * e; er sage absichtlich in wenigen Worten, da der ührlache Horizont gluͤcklicherweise so heiter sey, daß er zu aus⸗ ex. Mittheilungen durchaus keinen Stoff biete. alté” dgencschs Spanien betrifft’, aͤußerte der Minister, „so ern ich a age dieses Landes durchaus nicht fuͤr verzweifelt, son⸗ ) glaube, daß sich von dessen Zukunft noch immer

erwarten laͤßt. Der vorige Redner aber hat die Schwierigkeiten, mit denen die Spanische Regierung zu kaͤmpfen hat, den Fehlern des Franzoͤsischen Kabinets zur Last gelegt; und hier wird es mir schwer werden, seinem Raisonnement zu folgen. Allerdings mußte nach dem Tode Ferdinands ein Entschluß gefaßt werden. Er wurde aber auch gefaßt und die Donna Isabeha wurde als Koͤnigin anerkannt. Jetzt verlangt nun Herr Mauguin, daß, nachdem diese Anerkennung einmal erfolgt, das Franzoͤsische Ministerium der Spanischen Regie⸗ rung auch ihre Minister haͤtte vorschreiben und ihrem ganzen Systeme von Paris aus den Impuls haͤtte geben sollen. Dies war aber nicht die Ansicht Frankreichs, und wuͤrde es auch jetzt nicht seyn, wenn die Sachen noch einmal von vorn wieder anzufangen waͤren. Die Fran⸗ zoͤsische Regierung glaubte, daß sie die Spanische sich durchaus frei bewegen lassen, und daß sie sich auf jenen einsichtsvollen und gemaͤßigten Einfluß beschraͤnken muͤsse, welchen befreundete Maͤchte sich unter⸗ einander schuldig sind. Der vorige Redner will uns einen Vorwurf daraus machen, daß wir dem Ministerium des Herrn Zea beigetre⸗ ten; aber er bedenkt gar nicht, daß Herr Zea schon 2 Stunden nach dem Tode Ferdinands zum Minister ernannt wurde, und daß die Hintertreibung dieser Wahl sonach unmoͤglich war. Er will uns ferner wegen unseres Beitrittes zu dem Manifeste des Herrn Zea tadeln; aber auch dieses Mantfest war schon erlassen, bevor einmal die Nachricht von dem Tode des Koͤnigs nach Paris gelangte. Haͤtte aber auch unsere Regierung Zeit genug zum Protestiren gehabt, so wuͤrde sie nicht protestirt haben, denn wahrlich, wie haͤtte ste einer im Entstehen begriffenen Regierung, wie haͤtte sie der Regierung eines Wei⸗ bes und eines Kindes anrathen koͤnnen, mit einer Umwaͤlzung alles Bestehenden zu debuͤtiren? Wer von uns, m. H., haͤlt sich fuͤr un⸗ terrichtet genug, um von Paris aus die AÄngelegenheiten eines frem⸗ den Landes zu leiten? Und wissen Sie auch, was die Folgen eines soͤlchen Unternehmens waͤren? Wir wuͤrden uns dadurch verpflichten, die von uns geleitete fremde Regierung, wenn sie angegriffen wird, zu unterstuͤtzen, uͤber ihr Schicksal zu wachen, und uns mit einem Worte fuͤr Alles, was sie betreffen koͤnnte, verbuͤrgen. Moͤchten wir dies wohl? Nachdem wir der Spanischen Regierung mit unserem Rathe an die Hand gegangen, ist gerade das geschehen, was der vorige Redner wuͤnscht: die verfassungsmaͤßigen Begriffe haben in Spanien Wurzel geschlagen, und unter dem Schuß⸗ der neuen In⸗ stitutionen herrschen, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, Ord⸗ nung und Regelmaͤßigkeit. Ich sollte meinen, daß ein solcher Er⸗ solg dem wahren Interesse Spaniens mehr entspraͤche, als wenn wir ihn direkt veranlaßt haͤtten. Daß dieses letztere uͤbrigens unange⸗ messen gewesen waͤre, dafuͤr buͤrgt uns das Beispiel der Geschichte. Ludwig XIV. und Ludwig XVIII. wollten Spanien regieren, und verloren nach und nach dort allen Kredit. Hiernach rechnen wir es uns zur Ehre an, daß wir uns nicht offen in die inneren Angelegenheiten dieses Landes gemischt haben. Doch kann ich noch eine andere Beschuldigung, daß naͤmlich die Franzoͤsische Re⸗ gierung den Spanischen Bankerot zugegeben habe, nicht unbeantwortet lassen. Es ist nicht meine Absicht, die von den Cortes beschlossenen Finanz⸗Operationen in jeglicher Beziehung gut zu heißen. Alle Welt weiß aber auch, daß die, dem Kredite, der Billigkeit, der Recht⸗ lichkeit, so wie der Achtung vor wohlerworbenen Rechten, guͤnstigen Maßregeln, die in Madrid noch getroffen wurden, wenn auch nicht unter dem Einflusse, doch auf die dringendste und beharrlichste Empfeblung der Franzoͤsischen Regierung beschlossen worden sind. Dies ist Alles, was ich hieruͤber sagen kann. Was endlich den Don Carlos betrifft, so ist er wahrlich nicht auf unseren Wunsch nach Spanien zuruͤckgekehrt; er ist der Wachsamkeit der Polizei ent⸗ schluͤpft; man wird aber leicht begreifen, wie schwer es ist, alle Ausgange einer gebirgigen Graͤnze zu bewachen.“

Der Minister wandte sich hierauf zu den Angelegenheiten der Schweiz. Ihm sey, aͤußerte er, so viel er von dem gegen⸗ waͤrtigen Zustande dieses Landes Kenntniß habe, nichts von einer Streitigkeit irgend einer Art zwischen der Eidgenossenschaft und den Deutschen oder den andern nordischen Maͤchten bekannt; viel⸗ mehr wisse er nicht anders, als daß Friede und Freundschaft in den gege nseitigen Verhaͤltnissen obwalteten. Nur zwischen dem Kanton Bern und mehreren Deutschen Regierungen gebe es einige Differenzen auf Anlaß eines im vergangenen Sommer stattgefun⸗ denen Gastmahls, wobei Trinkspruͤche von beleidigendem Charak⸗ ter fuͤr jene Regierungen ausgebracht worden waͤren. Diese Dif⸗ ferenzen aber seyen fast beigelegt; ja in diesem Augenblicke staͤn⸗ den beide Parteien, die ohnehin uͤber nichts weiter verschieden daͤchten, als uͤber den Grad von Wichtigkeit, den man je⸗ nem Ereignisse beizulegen habe, auf dem Punkte, sich zu verstaͤndigen, und nachdem dies geschehen, wuͤrde je⸗ der Zwiespalt zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Nachbarstaaten fuͤr immer beseitigt seyn. Was ferner die kommerziellen Unterhandlungen mit Belgien an⸗ lange, so sey es gewiß das Bestreben der Regierung, in dem Zoll⸗ systeme Veraͤnderungen von der Art vorzunehmen, daß die In⸗ teressen beider Laͤnder moͤglichst in Einklang gebracht wuͤrden. Doch wisse Jedermann, wie schwierig eine Vereinigung dieser⸗ halb sey und auf wie viele Gegner innerhalb und außerhalb der Kammer man stoße, sobald man ein etwas liberales Zollsystem in Vorschlag bringe. Diese großen Schwierigkeiten aber haͤtte der vorige Redner beruͤcksichtigen sollen. „Was die uͤbrigen Fra⸗ gen betrifft“, so schloß der Minister seinen Vortrag, „welche Hr. Mauguin am Schlusse seiner Rede beruͤhrte, so kann ich einige von ihnen nicht recht verstehen. So z. B. weiß ich nicht, was es mit unserer Schuld⸗Forderung an Preußen fuͤr ein Bewenden ha⸗ ben soll; ich habe davon niemals reden hoͤren. Und was die Forderung an Holland angeht, so wuͤßte ich mich nicht zu entsinnen, daß waͤhrend der zwei Jahre, die ich im Ministerium der auswaͤr⸗ tigen Angelegenheiten zugebracht habe, irgend etwas der Art mir vor die Augen gekommen waͤre. Die Schuldforderung an Por⸗ tugal dagegen ist zwischen beiden Regierungen beinahe regulirt, und die zur Ausfuͤhrung des getroffenen Abkommens gewaͤhlten Mittel werden binnen kurzem zur Verfuͤgung der Regierung ge⸗ stellt werden.“ 3 5

Paris, 14. Mai. In der gestrigen und heutigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer wurden fur das Budget des Ministe⸗ riums der auswaͤrtigen Angelegenheiten folgende Summen be⸗ willigt: 1. An Gehalten fuͤr die Central⸗Verwaltung 534,700 Fr.; 2. Bureau⸗Kosten 149,000 Fr.; 3. Gehalte fuͤr die Agenten im Auslande und zwar a. fuͤr die diplomatischen 2,405,000 Fr., b. ögr die Konsular-Agenten 1,730,000 Fr. 4. Zu Inactivitaͤts⸗Gehalten 80,000 Fr.; 5. zu den Einrich⸗

tungs⸗Kosten der Gesandten und Konsuls 300,000 Fr.; 6. zu

Reise⸗ und Courier⸗Kosten 600,000 Fr.; 7. zu Wohnungs⸗Ent⸗ schaͤdigungen und den Bureau-⸗Kosten der Gesandten und Kon⸗ suls 697,000 Fr.; 8. zu diplomatischen Geschenken 50,000 Fr.; 9. zu Entschaͤdigungen und Unterstuͤtzungen 60,000 Fr.; 10. zu geheimen Ausgaben 650,000 Fr.; 11. zu außerordentlichen Missionen und unvorhergesehenen Ausgaben 100,000 Fr. Die Kommission der Pairs⸗Kammer zur Pruͤfung des Ge⸗ setz⸗Entwurfs uͤber die 25 Millionen fuͤr die Vereinigten Staa⸗ ten hat den Baron von Barante zu ihrem Berichterstatter ernannt. „Das Journal du Commerce ruͤhmt sich, etwas Aus⸗ fuͤhrlicheres uͤber die in den beiden, am 12ten und 13ten stattge⸗ habten geheimen Sitzungen des Pairshofes gepflogenen Verhand⸗ lungen in Bezug auf die Denunciation des Herzogs von Mon⸗ tebello erfahren zu haben. „In dem vorgestrigen geheimen Co⸗ mité“, sagt dieses Blatt, „ergriff zuerst Herr Gautier das Wort, um die Proposition zu Tee Man muͤsse sich, meinte er, vor jeder Beruͤhrung mit den Terroristen unserer Tage, gleichsam den Nachfolgern und Nacheiferern der Terrori⸗ sten von 1793, huͤten; er, als der Sohn eines auf dem Schaffotte, als Schlachtopfer der revolutionnairen Raserei gefallenen Man⸗ nes, werde gewiß des Mitgefuͤhls fuͤr die republikanischen Theo⸗ rieen nicht bezuͤchtigt werden; allein die wohlverstandene Wuͤrde der Kammer gebiete, in seinen Augen wenigstens, diesmal den gegen den Pairshof ausgestoßenen Beleidigungen mit Verach⸗ tung zu begegnen. Der General Lallemand stimmte fuͤr die Proposition, wie er solches schon im Voraus bei einem bei dem Herzoge Decazes stattgefundenen Mahle versprochen haben soll. Der Vicomte Dubouchage suchte zu beweisen, wie unpolitisch und unklug es seyn wuͤrde, wenn man denselben Vertheidigern, denen man als Anwaͤlten das Wort verweigert, jetzt eine Gele⸗ genheit geben wollte, die so gefuͤrchtete Exposition ihrer Prinzi⸗ pien vorzubringen; letztere wuͤrden jetzt unfehlbar mit um so groͤßerem Erfolge herausgestrichen werden, als die Vorgeladenen es mit stummen Richtern zu thun haͤtten, da kein General⸗ Anwalt, wie bei dem Pairs⸗Gerichtshofe, ihre Ansichten zu wi⸗ derlegen zur Hand sey. Ueberdies sey das inkriminirte Schrei⸗ ben sehr geschickt abgefaßt, und gerade die anstoͤßigsten Stellen in demselben truͤgen mehr den Charakter allgemeiner Prinzipien, als direkter Persoͤnlichkeiten gegen die Kammer; man moͤchte also lieber die Augen zudruͤcken, als die etwanigen Be⸗ leidigungen auf sich selbst anwenden. Der Herzog von Montebello suchte seinen Vorgaͤnger zu widerlegen; doch die Herren Bérenger, Barbé Marbois, Roͤderer und Villemain erhoben sich nach einander gegen seine Propo⸗ sttion. Herr Bérenger entwickelte die Gruͤnde des Vicomte Dubouchage mit noch groͤßerer Kraft und Beredtsamkeit. Der Marquis von Barbé⸗Marbois erinnerte bewegt an die Pro⸗ seription, die schon einmal auf ihm gelastet, und warnte die Kammer, gestuͤtzt auf seine langjaͤhrige Erfahrung, den ihr zugemu⸗ theten Schritt zu thun. Der Graf Roͤderer machte bemerk⸗ lich, daß, wenn die 91 Angeklagten sich zusammen 91 Vertheidi⸗ ger mitbraͤchten, die alle sprechen wollten, eine unendliche Weitlaͤuf⸗ tigkeit die Folge davon seyn wuͤrde. Herr Villemain sprach sich in demselben Sinne aus. Dagegen hielt Herr Cousin im höͤchsten Eifer eine uͤber ³ Stunden lange Rede zu Gunsten des Vorschlags, obschon er weniger auf diesen, als auf den großen Prozeß selbst sich einließ. Nach ihm redete, und zwar auf das entschiedenste gegen den Vorschlag, Herr Tripier. Es war gegen drei Uhr, und die Maäjoritäͤt schien fuͤr die Verwerfung des Vorschlags gewonnen zu seyn. Da bat der Graf von Argout, die Verhandlung auf den fol⸗ genden Tag zu verschieben, indem vielleicht Moeohrere, wie er, den Gegenstand erst reiflicher uͤberlegen wollten. Demnaͤchst las am 13ten Vormittags um 11 Uhr zuerst Herr Sylvestre⸗de⸗ Sacy eine Rede ab, worin er alle Nachtheile entwickelte, wozu der Vorschlag des Herrn von Montebello Veranlassung geben wuͤrde Hierauf improvisirte der Graf von Montalivet eine uͤber eirte Stunde lange Rede, worin er alle bisher porgebrachten 2 rgu⸗ mente gegen die Proposition bekoͤmpfte. Die vorgeschlagenen ee namentlich gegen die Unterzeichner des denuncirten Schreibens, waͤren von der hoͤchsten politischen Wichtigkeit. Vor der großen Anzahl der Vorgeladenen brauche man nicht zu erschaek⸗ ken, da die Kammer das Recht habe, sich streng an die Aktenstuͤcke u halten, und was die in Anschlag gebrachten 91 Vertheidiger betreste so falle auch dieser Uebelstand damit fort, daß, da wegen der Gemeinschaft des Verbrechens auch die Vertheidigung eine ge meinschaftliche seyn muͤßte, zwei oder drei Anwaͤlte hinreichen wuͤrden, ihre Sache zu fuͤhren. Der Graf von Fréville er⸗ klaͤrte sich gegen die Rede des Herrn von Montalivet sowohl in Ansehung ihrer Form, als ihres Inhalts. Jetzt hielt noch Herr Barthe einen langen Vortrag zu Gunsten des Vorschlaas, wor⸗ auf die Kammer die Verhandlung schloß, ohne demn Herrn Vil⸗ lemain, der noch einmal Alles aufbot, um die Majoritaͤt auf seine Seite zu bringen, Gehoͤr zu schenken. Jetzt brachte der Graf von Argout einige Bemerkungen uͤber die Form der De⸗ liberation zur Sprache; zuerst fragte er, ob die Kammer als legisla⸗ tiver Staatskoͤrper oder bloß als Gerichtshof verfahren wolle: das letztere erschien zuerst vortheilhafter, insofern naͤmlich durch es. Schluß der Session keine Unterbrechung herbeigefuͤhrt werden wuͤrde: dennoch erklaͤrte sich die Majoritaͤt fuͤr die erstere Form beschloß jedoch, die Sache moͤglichst zu betreiben. Die folgenden drei 8. solutionen wurden nun durch Aufhebung der Haͤnde bejahend entschieden, naͤmlich 1) mit 100 Stimmen gegen 25 oder 30 (ungefaͤhr 20 enthielten sich des Mitstimmens), daß die we Ahe geber der „Tribune“ und des „Reformateur“, so wie die Unt 3 zeichner des inkriminirten Schreibens vor die Schranken 8 8 84 mer geladen; 2) daß diese Resolution, in Betracht daß zw F 8-ℳ den Unterzeichnern Deputirte seyen, der Deputirten Kamner d de8 Botschaft mitgetheilt und 3) auf den Antrag der Herr ** EIEEEE -. 5 Herren Mou⸗ nier, Bérenger, Dubouchage, Villemain, und Barbé⸗Marbois aber erst nach einer lebhaften Opposition, daß ein Duplikat die ser Resolution dem Großsiegelbewahrer uͤberreicht werden solle. um die Regierung von den beschlossenen Maßregeln in Kenntniß zu setzen, damit dieselbe die zur Ausfuͤhrung erforderlichen Maßres