1835 / 141 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Fri, 22 May 1835 18:00:01 GMT) scan diff

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geln treffen koͤnne. Der Tag der Vorladung sollte in einer spaͤ⸗ keren Sitzung anberaumt werden. Unter den Mitgliedern der Hpposition, und denen, welche sich des Mitstimmens enthielten, nennt man die Herren Bassano, Molé, Excelmans, Flahault,

Becker und Ornano.“

Die 13 Angeklagten, welche man im Gefaͤngnisse des Lu⸗ xembourg mit den 28 Nachgiebigen zusammen gelassen hatte, in der Hoffnung, diese wuͤrden sich durch ihre Beruͤhrung mit jenen zu gleicher Nachgiebigkeit bewegen lassen, sind jetzt gleich den fuͤnfen, die sich seit Sonnabend von den Vechandlungen ausgeschlossen haben, nach der Conciergerie gebracht worden, so daß die verschiedenen Gefaͤngnisse in folgender Weise besetzt sind: Ste. Pélagie enthaͤlt 44; die Abtei 8; die Conciergerie 46; das Luxembourg 24 Gefangene, in Summa 122, mit Einschluß des Girod, der sich am vorigen 1“ Gefangener gestellt hat.

Die zwischen den Generalen Valdez und Zumalacarreguy abgeschlossene Convention veranlaßt heute die Gazette de France zu folgenden Betrachtungen: „Aus der am 27. und 28. April wischen den Generalen Zumalacarreguy und Valdez getroffenen Uebereintunst entspringt eine wesentliche Aenderung in den Folgen des Buͤrgerkrieges in Spanien. Abgesehen von dem Triumphe der Gesetze der Menschlichkeit in den fuͤr die Erhaltung des Le⸗ bens unter den Gefangenen und Verwundeten getroffenen Maß⸗ regeln, hat man den Begriffen der Ordnung und der Nationali⸗ taͤt ein großes Zugestaͤndniß gemacht. Die Namen Verraͤther, Empoͤrer, Karlisten und andere, welche die Partei de facto der Partei der Prinzipien beilegte, sind verbannt worden. Die Re⸗ gierung de facto verzichtet sogar auf die aͤußeren Zeichen der Oberherr⸗ schaft uͤber ihre Gegner. Beide Generale haben sich auf die naͤmliche Linie gestellt, damit eine vollkommene Gleichheit stattfinde. Beide Armeen sind kriegfuͤhrende Parteien, und die Uebereinkunft fin⸗ det auf saͤmmtliche Spanische Poh ggec Anwendung, obgleich der Krieg sich nur erst auf den Norden beschraͤnkt. Man konnte dem militairischen und moralischen Anspruche des Don Carlos kein deutlicheres Recht widerfahren lassen, und man darf unter diesen Umstaͤnden sagen, daß die Spanische Revolution sich das Joch habe auflegen lassen.“,

Großbritanien und Irland.

b111“ Unterhaus. Siz⸗ zung vom 12. Mai. (Nachtrag.) Herr F. Buxton machte dem Hause folgende Mittheilungen uͤber die Ausdehnung, welche der Sklaven⸗Handel noch immer hat:

„Aus den offiziellen Berichten unseres in Brastlien befindlichen Konsuls“, sagte er, „geht hervor, däß die Zahl der Sklaven, welche binnen anderthalb Jahren, vom 1. Januar 1829 bis zum 30 Juni 1830, in fuͤnf Haͤfen jenes Landes eingefuͤhrt wurden, sich in Para auf 799, in Maranham auf 1252, in Pernambuco Fäf 8079, in Ba⸗ hia auf 22,202 und in Rio Janeiro auf 81,956 belief, zusammen also in dem benannten Zeitraum auf 114,288. Außerdem ist es welt⸗ bekannt, daß noch in mehreren anderen Brasilianischen Haͤfen Skla⸗ ven eingefuͤhrt werden. In einem einzigen Hafen, naͤmlich in dem von Rio Janeirv, wurden binnen viertehalb Jahren 150,537 Neger⸗ Sklaven eingefuͤhrt; so viel langten lebendig an; wie viel aber auf der Fahrt uͤber den Ocean gestorben seyn moͤgen, wer weiß es Und dies war in einer Zeit, wo dem Sklaven⸗Handel schon Schranken entgegenstanden. Seit 1830 ist dieser Handel gesetzlich abgeschafft, aber lelder wird er noch immer so lebhaft fortgefuͤhrt, wie je⸗ mals. Unser Konsul in Brasilien bemerkte keine Abnahme in dem Sklavenhandel, und mehrere Schiffs⸗Capitaine haben mir dasselbe versichert. Ich will noch eine andere Thatsache anfuͤhren. Der Brasilianische Marine⸗Minister sagte in dem Bericht, den er am 17. Juni 18233 an seine Regierung abstattete, es wuͤrden alle gesetz⸗ liche Bestimmungen uͤber diesen Handel aufs schaͤndlichste umgan⸗

en, und derselbe Beamte empfahl die Errichtung eines Gesund⸗ eits⸗Cordons. Unter den mancherlei Ursachen der jetzigen Ausdeh⸗ nung des Sklavenhandels wird auch die Besorgniß angegeben, die hoffentlich gegruͤndet ist, daß die Europaͤischen Maͤchte bald mit ver⸗ einten Kraͤften diesem abscheulichen Gewerbe ein Ende machen wuͤr⸗ den; ein anderer Grund, der sich gewiß als nichtig zeigen wird, ist der, daß man glaubt, der kuͤrzlich in Westindien gemachte Versuch werde fehlschlagen, und es werde daher große Nachfrage nach Bra⸗ silianischem Zucker entstehen; noch ein Grund, daß die Brasilianischen Bergwerke, in denen Britisches Kapital vangfleh⸗ ist, von Sklaven bearbeitet werden. Um zu zeigen, welche Ausdehnung der Sklaven⸗ handel gewonnen hat, brauche ich nur anzufuͤhren, daß in den Hhag⸗ ren 1822 bis 1826 allein aus dem Hafen von Havana 96 Schiffe, als Sklavenhaͤndler, nach der Afrikanischen Kuͤste absegelten, und daß die Zahl derselben Schiffe zwischen denselben Punkten sich vom 1. Januar 1827 bis unr 30. Oktober 1833, also binnen siebentehalb Fahren, auf 264 belief. Wie hoch sich die Sterblichkeit an Bord solcher Sklavenschiffe helaufen mag, die nicht aufgebracht worden, kann man nicht wissen, aber die Sterblichkeit auf den weggenom⸗ menen Schiffen kennt man genau, und sie erreicht einen furchtbaren Grad. Ich will nur des Schiffes „Midas“ erwaͤhnen, das im Mo⸗ nat Maf mit 562 Sklaven an Bord von der Afrikanischen Kuͤste absegelte und im folgenden Juni von den Britischen een aufgebracht wurde. Als es in ihre Gewalt kam, waren schon 162 Sklaven gestorben; 40 stuͤrzten sich im Augenblick ihrer Befreiung uͤber Bord; 79 Neger starben, ehe das Schiff Havana erreichte; also kamen im Ganzen nicht weniger als 281 Sklaven um; und in der Zwischenzeit von da an, wo das Schiff an die Kuͤste gebracht, bis dahin, wo es als ge⸗ setzlich weggenommen erklaͤrt wurde, verminderte sich die Zahl der noch am Laben gebliebenen bis auf 253, und die Aerzee, welche diese Elenden untersuchten, erklaͤrten, daß sie alle im jaͤmmerlichsten Zu⸗ stande seyen. Man kann die Sterblichkeit unter den Sklaven in ei⸗ nem gewissen Zeitraume auf 13 pCt. anschlagen, so daß binnen 8 Monaten alle an Bord eines Schiffs befindliche Sklaven sterben muͤssen. Der naͤchste wichtige Punkt, auf den ich das Haus aufmerksam machen muß, ist der gepretzte Zustand der Sklaven auf den Schiffen. So kam auf der „Maria“, die im Jahre 1831 in Havana gach wurde, nur eine Tonne Naum auf Menschen. Die Ungluͤcklichen koͤnnen meistentheils kaum gerade sihen. Ich glaube nun genug gesagt zu haben, um die Noth⸗ wendigkeit einer Maßregel zur Unterdruüͤckung dieses scheußlichen Handets darzuthun, und es fragt sich nur, worin 7 Maßregel bestehen soll. Man hat gemeint, ein Gesetz, daß alle Sklavenschiffe, wenn sie genommen wuͤrden, augenblicklich vernichtet werden soll⸗ ten, wuͤrde gute Wirkung thun. Die Ansicht ist nicht ganz unrich⸗ tig, denn bekanntlich werden die verurtheilten Schiffe verkauft und dann wieder zum Sklavenhandel gebraucht. Auch hat man geglaubt, es moͤchte gut thun, wenn dieien gen, welche mit der Unterdruͤckung des Sklavenhandels beaclte⸗ t sind, in Betracht der Gefahren und Muͤhen, die sie zu bestehen haͤtten, fuͤr ihre Dienste nach Gebuͤhr befördert und wenn die Prisengelder nicht nach Verhältniß der Tonnenlast der aufgebrachten Schiffe, sondern nach Verhaͤlt⸗ niß der Zahl der befreiten Sklaven gezahlt wuͤrden. Doch dies sind geringfuͤgigere Maßregeln im Vergleich zu dem, was das S- auf dem Wege der Traktaten thun sollte. Die be⸗ reits bestehenden Vertraͤge werden von fremden Maͤchten schamlos verletzt. Vier Punkte sind es, auf die man bei der Abschließung ei⸗ nes ordentlichen Traktats zur hntererhahog des Sklavenhandels Ruͤcksicht nehmen muß. Erstens muß der Sklavenhandel fuͤr See⸗ raͤuberei erklaͤrt, zweitens das gegenseitige Recht, die Schiffe zu un⸗ tersuchen, ausbedungen, drittens dieses Recht auf die ganze Afrika⸗ nische Kuͤste ausgedehnt und viertens ein jedes zum Sklavenhandel eingerichtete Schiff, wenn es auch keine Sklaven an Bord hat, der Wegnahme und Verurtheilung unterworfen werden. Nun ist aber bis jetzt in allen zur Unterdruͤckung des Sklayenhan⸗

dels abgeschlossenen Traktaten stets einer oder der andere die⸗

ser Punkte uͤbergangen worden, und es ist noͤthig, daß eine gleichfoͤrmige Norm fuͤr solche Vertraͤge aufgestellt wird. Ich glaube gewiß, daß es nicht schwer seyn wuͤrde, Frankreich zur Mit⸗ wirkung in dieser Sache zu bewegen; und ich denke, daß auch in Spanien und Portugal bessere Gesinnungen, als fruͤhere Regierun⸗ en dieser Laͤnder sie zeigten, die Oberhand zu gewinnen anfangen. ber wie auch Spanien gesinnt seyn mag, England hat ein Recht, die thaͤtige Mitwirkung dieses Landes zur Unterdruͤckung des Skla⸗ venhandels zu fordern, denn der mit Spanien abgeschlossene Ver⸗ trag ist in den schaͤrfsten Ausdruͤcken abgefaßt, und England hat an Spanien geradezu 400,000 Pfund sur Unterdruͤckung des Sklaven⸗ handels gezahlt. Jetzt werden jaͤhrlich nicht weniger als 100,000 Reger durch diesen schaͤndlichen Handel zu Grunde gerichtet, und das zum Vortheil von Geschoͤpfen, die, wenn Gerechtigkeit geuͤbt wuͤrde, den Tod als Moͤrder und Seeraͤuber sterben muͤßten.“

London, 15. Mai. Die Prinzessin von Beira hat ihre Abreise aufschieben muͤssen, weil sie bettlaͤgrig krank geworden ist.

Herr Stuart Wortley, der als Gegner des Lord Morpeth in Yorkshire durchfiel, hatte sich seine Bewerbung um diesen Parlamentssitz große Summen kosten lassen. Der fruͤhere Re⸗ praͤsentant von Porkshire, Herr Wilson, soll sich jedoch erboten haben, 10,000 Pfd.“ zur Deckung der Kosten herzugeben, die Herr Wortley sich vergebens gemacht.

Die Stadt Stroud, fuͤr welche Lord John Russell sich jetzt als Parlaments⸗Kandidat gemeldet hat, ist einer von den Orten, die erst durch die Reform⸗Bill das Wahlrecht erhalten haben. Sie zaͤhlt 5000 Einwohner, mit Einschluß des Weichbildes jedoch uͤber 40,000. In der Rede, welche Lord Russell am Dienstage vor den dortigen Waͤhlern hielt, rechtfertigte er sich gegen die Verleumdungen, die, wie er sagte, seine Niederlage in Devonshire herbeigefuͤhrt haͤtten. Zugleich aber lauteten seine Aeußerungen demm ch konservativ, indem er jede gewaltsame und uͤbereilte Ver⸗ sogdereine fuͤr gefaͤhrlich erklaͤrte, da man, wiewohl allerdings Englands Institutionen der fortgeschrittenen Bildung angepaßt werden muͤßten, doch auf alle Interessen und Meinungen dabei Ruͤcksicht zu nehmen habe. Besonderes Gewicht legte der Red⸗ ner darauf, daß er sich nicht fuͤr Tavistock, einen Burgflecken, in 88 Samtälse 8 Herzogs von Bedford großen Einfluß esitzt, habe waͤhlen lassen wollen.

sie,h e n 8s8 der Wahl des Sir Francis Goodricke in Suͤd⸗Staffordshire baten die Konservativen 1500 Pfund sub⸗ scribirt, zu welcher Summe unter Anderen auch Sir Robert Peel 100 Pfd. beisteuerte. Die Haͤlfte der Subscription soll schon in Essen und Trinken 17 seyn.

Ueber die Anzeige Lord Brougham's, daß er am naͤchsten Donnerstage dem Oberhause eine Bittschrift des Londoner Ge⸗ meinderaths um Abschaffung des Zeitungs⸗Stempels vorlegen wolle, sind die oͤffentlichen Blaͤtter keinesweges erfreut; sie be⸗ haupten vielmehr, daß die Presse durch eine solche Maßregel so⸗ wohl in Betreff ihrer Redaction als in Betreff ihres Lese⸗Publi⸗ kums sehr herabsinken wuͤrde, waͤhrend sie jetzt zunaͤchst fuͤr die besitzende und gebildete Klasse bestimmt sey.

Die hohen richterlichen Beamten Englands beziehen jetzt fol⸗ gende Gehalte und Pensionen: Lord Eldon, als ehemaliger Lord⸗ Kanzler, 4000 Pfd.; Lord Lyndhurst, als ehemaliger Lord⸗Kanz⸗ ler, 5000 Pfd.; der Ober⸗Aufseher der Archive, Sir Ch. Pepys, 7000 Pfd.; der Vice⸗Kanzler, Sir L. Shadwell, 6000 Pfd.; der Unter⸗Richter, Herr Bosanquet, 5500 Pfd. (und diese drei zusam⸗ men, als Kommissarien des großen Siegels, außerdem noch 10,000 Pfd.); Lord Seenngng⸗ als ehemaliger Lord⸗Kanzler, 5000 Pfd.; der Lord⸗Ober⸗Richter des Gerichtshofes der King's Bench, Lord Denman, 8000 Pfd. und dazu noch 4000 Pfd. als nunmehriger Sprecher des Oberhauses.

Die Times ist sehr entruͤstet uͤber die Art und Weise, wie Lord Mulgrave, der neue Lord⸗Lieutenant von Irland, in Dublin empfangen wurde. „In dieser sagt sie, „spielte O'Connell die Hauptrolle, und Lord Mulgrave war nur sein Repraͤsentant. Muß Lord Mulgrave sich nicht schaͤmen, daß er sich gebunden und geknebelt einer rebellischen Faction preis giebt? Und glaubt er, diese Knechtschaft lange aushalten zu koͤnnen?“

Unter den Englischen Katholiken, welche die an Brooke’s Klub gerichtete Requisition gegen O'Connell unterzeichneten, be⸗ fand sich auch der Herzog von Norfolk. Diese Unterzeichner werden von dem Irlaͤndischen Agitator in seiner letzten Adresse an seine Landsleute „kriechende Sklaven“ genannt. 5

Der General Sir Henry Fane ist mit seiner Familie nach Ostindien abgegangen.

1 Zu Rodengrehatn in Kent hat die Ausfuͤhrung der Armen⸗ Bill zu tumultuarischen Auftritten Anlaß gegeben, so daß 120 Mann Militair von Chatham dorthin beordert werden mußten, um die Ruhestoͤrer zur Ordnung zu bringen. Der Poͤbel, ob⸗ gleich mit Stoͤcken und Knitteln bewaffnet, wurde bald zerstreut, und 21 der aͤrgsten Tumultuanten fuͤhrte man nach Canterbury ab. Auch in der Gegend von Rye haben die Feld⸗Arbeiter eine Union gegen die Vollziehung jenes Gesetzes gebildet, die bereits mehr als 1000 Mitglieder zaͤhlt.

Aus Mexiko hat man Nachrichten vom 28. Maͤrz; es

errschte wieder vollkommene 9. in dieser Republik; Santana 8 sich sehr tadelnd uͤber die Militair⸗Empoͤrung in Veracruz

ausgesprochen, und obgleich man wohl einsah, daß er ein geschei⸗-

tertes Unternehmen in keinem Fall billigen konnte, so hielt man ihn doch fuͤr unschuldig, und das Vertrauen war wieder herge⸗

I1“ db Niederlande.

Alus dem Haag, 16. Mai. Der Herzog von Cambridge

hat seine Reise nach London fortgesetzt.

Dem Militair⸗Commissair Schmidt in Harlem ist der Rang eines General⸗Majors verliehen worden.

Wie man vernimmt, sind zur Theilnahme an der Anleihe der Handels⸗Gesellschaft von 10 Millionen nicht weniger als 120 Millionen unterzeichnet worden. Da nun fuͤr die bevorzug⸗ ten Actionaire an 9 Millionen als Antheil schon abgehen, so bleibt fuͤr die andern Konkurrenten nur 1 Million uͤbrig.

Der Ingenieur Brade hat in Amsterdam einen Prospektus za einer Eisenbahn von dort nach Harlem, Leiden, dem Haag, Delft und Rotterdam herausgegeben.

Amsterdam, 16. Mai. Der hohe Stand, den die Hollaͤndischen Staats⸗Papiere im Laufe der vorigen Woche einnah⸗ men, hat sich waͤhrend dieser Woche nicht erhalten koͤnnen; das Ausbleiben von neuen Auftraͤgen zum Einkaufe mußte bei dem juͤngsten schnellen Steigen unvermeidlich eine Reaction zuwege brin⸗ gen; dies ist nun der Fall gewesen und außerdem suchten auch noch viele Spekulanten ihren Gewinn zu realisiren, wodurch denn die Course allmaälig zuruͤckgingen; der niedrigste Stand trat vorgestern mit dem Abrechnungstage ein, wo Integrale 57 ½¼ pCt., zprocentige wirkliche Schuld 102 ½, Syndikat⸗Obligationen 95 ½ pCt. und Kanz⸗ Billets 26 72 gegolten haben; nach Ankunft der letzten Englischen Post meldeten sich indeß wieder mehrere Kaͤufer, welche fuͤr Inte⸗ grale ½ pCt. mehr anlegten und wodurch alle uͤbrigen Fonds wie⸗

der eine festere Haltung annahmen. sellschaft haben sich, nachdem sie bis 107 pCt. herunter stern wieder auf 107 ½ pCt. gestellt; bei der diese Woch nen Subscription fuͤr die Anleihe der Handels⸗Gesellscha Millionen Gulden hat sich ergeben, daß ungefaͤhr 120 eingeschrieben waren; die nicht bevorzugten J demnach schwerlich mehr als 1 pCt. der subskribirten Su

halten; die neuen Obligationen galten gestern 102 pCt. 2 waͤrtigen Staats⸗Papiere folgten dem Gange der Hollaͤndi gleich kein erheblicher Umsatz darin vorfiel. onds variirten Cortes⸗Obligationen und aufgeschobene okumente am meisten im Preise; erstere stie doch fielen sie bei Eingang von niedrigeren auf 19 pCt.; letztere erreichten 23 pCt. und wichen spaͤt 21 ½8 pCt. Die Course der Perpetuebzen richteten sich na Gange der Boͤrsen zu Paris und Antwerpen; 5proc. sind v allmälig auf 4912 pCt. und zproc. von 31; auf 30 ¼ pCt. gest Auch die meisten Suͤd⸗Amerikanischen Effekten wurden in Folge Nachrichten aus London niedriger abgegeben. Nach Geld st etwas mehr Frage ein; einige Prolon . 3 pCt. Zinsen abgeschlossen. Am Getraide⸗Markt ging d Woche etwas lebhafter wie gewoͤhnlich her; es zeigen si Weizen noch Roggen eifrige Verkaͤufer und dies veranlaßte zi keit in den Preisen; von Roggen sind mehrere Partieen abgeneme worden; der Umsatz in Weizen war weniger erheblich. zahlte man fuͤr 131pfuͤnd. neuen weißbunten

Fl., fuͤr 128 pfuͤnd. jaͤhrigen bunten dito 190 F Rostocker 180 Fl., fuͤr 180pfuͤnd. neuen Pommerschen 172 Fl,) 116. 120pfüᷓünd. alten Preußischen Roggen 140. 152 F 99 121pfünd. Preußisch⸗Pommerschen 140. 143 Fl., fuͤr I16pfuͤnd. Stettiner Roggen 133 Fl. Von Hafer war gestern we Markte; bloß 84pfuͤnd. dicker ist zu 92 Fl. weggegangen.

Bruͤssel, 15. Mai. Es ist hier eine Subscription net worden, um den beiden Ingenieurs Simons und de welche 18 um den Bau der neuen Eisenbahn so verdien hren⸗Medaillen zu verleihen.

Die Emancipation sagt in Bezug auf die (gestern waͤhnte) unerwartete Schließung der Kammern: sion uͤber das Gemeindegesetz, die Frage uͤber die Baumwut Fabriken, die in der Central⸗Section schon so weit vorgeschen war, die zur Organisation der freien Universitaͤten so nothen dige Pruͤfungs⸗Jury, der Antrag in Bezug auf die Erheh der zehn Zusatz⸗Centimen, alles dieses ist zugleich gehemm n Wir wollen nicht sagen, daß alle diese Sachen den neuen Wahlen haͤtten verhandelt werden koͤnnen, wir vssa daß binnen 14 Tagen die Session von selbst abgelaufen in aber die Arbeiten waͤren bis dahin fortgegangen und uns ist bekannt, was zu diesem urploͤtzlichen Entschluß Anlaß konnte. Waͤre es wahr, wie man behauptet, das Ministei habe gefuͤrchtet, Montag die Kammer bei der zweiten Ahsi mung uͤber das Gemeindegesetz auf ihren ersten Beschluͤssen harren zu sehen? Wer aber kann ihm dafuͤr einstehen, daß naͤchste Kammer seinem Verlangen guͤnstiger seyn werde? 1 unerwartete Schließung duͤrfte ihm die Waͤhler nicht gen machen. Man wird sagen, das Ministerium habe sich sii Rechts bedient. Gewiß; allein die Ausuͤbung dieses Rechts i. auch Grund haben; es sollte ein solcher Entschluß nur ind allerwichtigsten Faäͤllen gefaßt werden, aber Niemand kennt! Gruͤnde, welche den Herrn Minister des Inn

macht,

suspendirt.

der Maßregel bewogen haben.“

Die Wittwe des im vorigen

trennten Gemahlin.“

Januar 1835 18° 37 51“ 5. Zeitfristen fanden ebenfalls

Nuͤancen auf gleiche Weise o

ie Goͤttinger er. mehrere wesentliche

Die Actien der Handels⸗ G

en anfangs bis 51 sotirungen aus 9

ations⸗Geschaͤfte wug

G lnischen Weiha fuͤr 132pfuͤnd. w

ern (Rogier)

Schweden und Norwege

Stockholm, 15. Mai. Der hier accreditirte Koͤnigl. nische außerordentliche Gesandte, Graf Moltke, hat am 1 d. M., nachdem er bei Sr. Maj. und bei der Koͤnigl. Fam eine Abschieds⸗Audienz gehabt, Stockholm verlassen, um sich seiner Heimath zu begeben. Der Graf wird, dem Vernes nach, erst im November d. J. wieder hier erwartet. In Abwesenheit wird der Legations⸗Secretair Grevenkoͤp Castensc die Functionen eines Geschaͤftstraͤgers versehen.

ahre hier verstorbenen Kw Preuß. Gesanoͤten, Geheimen Lagationsraths von Tarrach borne Graͤfin von Rosen, hat mit ihrer Tochter ebenfalls die sige Hauptstadt verlassen, um sich nach Berlin zu begeben. Schwedische Staats⸗Zeitung bemerkt: „Der verfstort von Tarrach hat sich waͤhrend seines beinahe 40jah Aufenthaltes in Schweden die ungetheilteste

sehr viele wahrhafte Freunde erworben; ein gleiches And folgt auch seiner hinterbliebenen, nun von ihrem Vatersande

ochachtung!

1 Deutschland.

Hannover, 18. Mai. In der Sitzung der Köͤnigl. cietaͤt der Wissenschaften vom 14. Februar erstattete Herr ner Berichte werden beginnen koͤnnen. rath Gauß Bericht uͤber die Beobachtungen, welche in magnetischen Observatorium, und in waͤrts angestellt worden waren. Die taͤglichen zweimaligen eichnungen des Standes der Nadel sind ununterbrochen f sest worden, und umfassen nun bereits beinahe ein volles, Der monatliche Mitteldurchschnitt des Standes war im tember 1834 um 8 Uhr Vormittags 18° 36 58“, 4, mg Die verabredeten Def ununterbrech

erbindung damit in

in kurzen und die ausgebreitet, Unter den Bel

tungen an bestimmten Tagen

an denselben hat sich bereits weiter wird bald noch weiter verbreitet werden. 1 tungen vom 1. und 2. Oktober und vom 29. und 30. Non in Goͤttingen, Leipzig und Berlin herrschte Harmonie; merkwuͤrdiger aber ist die Uebereinstimmung der Beobach vom 5. und 6. November in Kopenhagen und Mailand in⸗ ahlreichen und auffallend großen her in eine Welt von geheimnißvollen Naturkraͤften, wunderbar wechselndes Spiel sich uͤber den halben Durch von Europa in gleichem Augenblick und bis in die enbart, und deren Wirkungg u ermessen, diese Standlinie noch viel zu klein 8 en fuͤr magnetische Beobacha rweiterungen erfa 834 ist auch in der Sternwarte ein großer haͤngt, mit uͤbrigens ganz aͤhnlichem Zubehoͤr, wie der dem magnetischen Observatorium. Der Magnetstab in der warte, gleichfalls aus Uslarschem Gußstahl, ist 4 3 Zoll breit, und uͤber ½ Zoll dick, und wiegt 25 hing fruͤher an einem 16 Fuß langen tausendfachen S jetzt dagegen an einem Stahldraht, der oberhalb der Dece⸗ Saales seine Befestigung hat, und durch eine kleine in die gemachte Oeffnung frei durchgeht. Der naͤchste Grund zu eines so schweren Stabes war die Absicht, den Luftzug, in diesem Lokale nicht immer ganz abge der auf die kleineren Apparate, ungeach s einen umschließenden Kasten, oͤfters stoͤrend einwirkte, un

chwankungen.

ren. Seit 1. Magnetstab

halten werden kann, tet der Beschuͤtzu

u machen. Absolute Beobachtungen der Deelination und In⸗ tensitaͤt bleiben natuͤrlich wegen des in der Sternwarte vielfach vorhandenen Eisens bei diesem Stabe ausgeschlossen. Die geoͤßte Schwingung, welche der den Stab einschließende Kasten verstattet, betraͤgt etwa 27 Grad. Ist der Stab einmal in Schwingungen gesetzt, so nehmen diese in geometrischer Progres⸗ son so langsam ab, daß sie oft erst nach 10 und mehr Stunden zuf die Haͤlfte herabkommen, obwohl zuweilen wegen besonderer Fruͤnde auch viel fruͤher. Die Dauer einer Schwingung des seht eingehaͤngten Stabes betraͤgt etwas uͤber 42 Sekunden, und diese Groͤße, welche wegen Temperatur und Veraͤnderlichkeit des

Erdmagnetismus einigen, obwohl sehr kleinen Veraͤnderungen un⸗

terworfen ist, wird aus einigen wenigen Schwingungen schon so scharf bestimmt, daß man dann den Stab auf 8 und mehrere Stunden verlassen kann, ohne nachher uͤber die Anzahl der in⸗ wischen vollendeten Schwingungen zweifelhaft zu bleiben. Ehen so interessant, wie diese rein magnetischen Beobachtungen sind die mit diesem Apparate anzustellenden electrodinamischen Ver⸗ suche. Zu diesem Zwecke ist der Stab von einem aͤhnlichen Mul⸗ tiplicator umgeben, wie der Stab des magnetischen Observato⸗ riums, nur daß jener groͤßere Dimensionen, und eine Draht⸗

ünge von 2700 Fuß in 270 Umwindungen hat. Dieser Multi⸗

plicator ist in eine große Drahtkette gebracht, welche die Sternwarte, das magnetische Observatorium und das physikalische Kabinet ver⸗ bindet, und in welcher der galvanische Strom zusammen eine Drahtlaͤnge von 11,000 Fuß, also fast von einer halben geogra⸗ ffücgen Meile zu durchlaufen hat, und dann drei magnetische

pparate zugleich affizirt, nämlich 1) den 25pfüͤndigen Stab in der Sternwarte, 2) den 4pfuͤndigen Stab im magnetischen Observa⸗ vrium, und 3) den einpfuͤndigen Stab im physikalischen Kabinet. Wenn nun ein galvanischer Strom mit dieser Kette in Verbin⸗ dung gesetzt wird, so erscheinen die Bewegungen der Magnetstaͤbe in den drei Apparaten so augenblicklich, daß ihr Anfang sich auf

heinen kleinen Bruch einer Zeitsekunde genau beobachten laͤßt. Die

Vergleichung der Uhren bei den drei Apparaten liefert so vollkom⸗ men uͤbereinstimmende Resultate, daß daraus die Unmeßbarkeit der zeit, in welcher der Strom eine halbe Meile durchlaͤuft, vollkom⸗ men bestaͤtigt wird. Nach den interessanten Versuchen von Wheat⸗ sione, nach welchen der elektrische Strom in Metall eine groͤ⸗ here Geschwindigkeit zu haben scheint, als das Licht im Raume, sieß sich freilich ein solcher Erfolg schon vermuthen, obwohl sich daraus doch noch nicht unbedingt auf das Verhalten eines gal⸗ vanischen Stromes und dessen Einwirkung auf die Magnet⸗ nadel schließen ließ. Es ist schon oben erwaͤhnt, daß die Ab⸗ nahme des Schwingungsbogens bei den Schwingungen der gooßen Nadel in verschiedenen Zeiten oft sehr ungleich ist. die Abnahme des Schwingungsbogens, von einer Schwingung zur folgenden, schwankt zwischen vogg und „„. Diese merk⸗

wuüͤrdige Erscheinung hat die Aufmerksamkeit des Herrn Hof⸗

nth Gauß besonders auf sich gezogen, und es scheint dabei in Zusammentreffen mehrerer Ursachen statt zu finden, die zum Theil noch jetzt raͤthselhaft bleiben. Inzwischen ist es dem Hr Hofraͤth Gauß gelungen, diesenige Ursache, welche bei Weitem der staͤrksten Einfluß hat, auszumitteln. Er hemerkte naͤmlich, daß allemal der Schwingungsbogen viel schnel⸗ ler abnahm, wenn die Kette geschlossen, als wenn sie offen war, und so war es leicht, als Ursache jener schnellen Abnahme die Reaction eines in der Kette durch die Schwingung der Nadel selbst (vermoͤge der Induction) erzeugten galvanischen Stromes zu erkennen, welcher bei der folgenden Ruͤckschwingung die ent⸗

Peengesebe Richtung hat, und stets auf Vermeidung des

CIö“ wirkt. Kassel, 13. Mai. Der Koͤnigl. Bayerische Gesandte am

9. Deutschen Bundestage, Herr von Mieg, ist zugleich von

einem Hofe zum Gesandten in Kurhessen ernannt worden, und vor einigen Tagen hier eingetroffen, um sein Beglaubigungsschrei⸗ ben 1. zu Fe.

tuttgart, 16. Mai. Die seit dem 15. Maͤrz versam melte staͤndische Kommission, welche mit Begutachtung 1- eg⸗

von Gesetzes⸗Entwuͤrfen uͤber der innern und Fi⸗

nanz⸗Verwaltung beauftragt ist, hat heute nach beendigter Be⸗ rathung ihrer Berichte uͤber saͤmmtliche ihr bis jetzt Zuzechiesene Geset⸗Entwuͤrfe ihre Sitzungen geschlossen und sich bis auf Wei⸗ teres vertagt. Sie soll sehr umfassende Berichte uͤber die Ent⸗ scaͤbigung der Gutsherrschaften fuͤr die aufgehobenen Leibeigen⸗ schafts⸗Gefaͤlle, uͤber die Abloͤsung der Frohnen, uͤber die Aufhe⸗ bung und Abloͤsung der Beeden und aͤhnlicher aͤlterer Abgaben, über das Notariatswesen, uͤber die Gleichstellung der Markungs⸗ eer und endlich uͤber die Erhaltung der Flurkar⸗ ten in den Gemeinden entworfen und beschlossen haben, so, daß bei dem Wiederzusammentritt der Kammern dieselben alsbald die Berathung uͤber die genannten Gegenstaͤnde auf den Grund je⸗

Oesterreich.

2 8 f

Wien, 12. Mai. (Schles. Ztg.) Vorgestern wurde di sauptstadt durch das Geruͤcht von einem Uebelbefinden Sr. Ma⸗ jestaͤt des Kaisers in Angst gesetzt; allein bald erfuhr man, daß

kaum der allerentfernteste und keineswe ges ein beunruhigender Grund zu dieser Sage vorhanden war. Noch ist Se. Mrjestat

nicht nach Schoͤnbrunn gezogen; doch werden Vorbereitun dazu gMache damit solches bei guͤnstiger Witterung geschehen

ei der Armee haben wieder ahibetche efoͤrderungen statt⸗

efunden; 6 82 1 en; namentlich ruͤckten zwei General⸗Majors zu Feldmar⸗

challLieutenants und 9 Obersten zu General⸗Majors vor.

e5 Der Freiherr von Carlowitz ist von Seiten der Herzoglich

chsischen Haͤuser hierher geschickt worden, um Sr. Majestaͤt

dem Kaiser das Großkreuz des von j 6 enen ens zu uͤberreichen. 1 1 chofen . üin

SE1gg. 1 Venedig, 12. Mai. Die Gazzetta di Venezia enthaͤlt

folgenden Artikel: „Wir haben in einer fruͤhern Nummer un⸗

eres Blattes mit ein wenig zu gutem Gla 1 1 9 3L uben eine Trie t aus der Mailaͤnder Zeitung aufgenommen,

„daß auf der Oesterreichischen Brigantine, „il Pilato“", nachdem

evon Alexandrien in Aegypten ab esegelt war, die Pest ausge⸗

hübro V dchen, und auf der kurzen Fahrt bis in die Gewaͤsser von Can⸗

die Haͤlfte der Schiffsmannschaft daran gestorben sey: ere wollen wissen, die Krankheit habe den auf b.seSen⸗

gewuͤt shen n daß Niemand am Leben geblieben, der dasselbe haͤtte

nen, und daß es daher den Wogen und Wi eute uͤberlassen worden sey.“ Um diese irrige Pengen 2-

Mailaͤnder Zeitung zu widerle Settun gen, muͤssen wir melden, d Flenr. Brigantine hil Leone“, Cap. Vincenzo Pilato, di⸗ 5 Ldung ab 29. Alexandrien in Aegypten mit einer Baumwollenla⸗ ei ging, am 26. April gluͤcklich in den hiesigen Hafen mit

ner ganzen, gesunden und wohlbehal inli z tenen Mannschaft einl ne daß je am Bord derselben sich ein Pestfall 19

11 anderen eben daher eingelaufenen Schiffen ihre Contumaz bestanden, befindet sich die saͤmmtliche Bemannung dieser Schiffe, im Ganzen 135 Personen, im vollkommensten Wohlsein. Das Vertrauen der hiesigen Einwohner zu den Behoͤrden, welche das allgemeine Wohl bewachen, ist so groß, daß sie, trotz der Naͤhe so vieler bedenklichen Schiffs⸗Intraden, nicht die mindeste Be⸗ sorgniß hegen; und obschon viele Geruͤchte uͤber Capitain Pilato vor seiner Ankunft in dieser Hinsicht ausgestreuet waren, so er⸗ fuhr man doch nachher, daß er wirklich selbst seit einigen Tagen sich bei uns besinde. Zur groͤßeren Aufklaͤrung dient es auch noch zu wissen, daß es in der Handels⸗Marine nur Einen Capi⸗ tain Pilato giebt.“

Florenz, 11. Mai. Vorgestern ist hier der Ritter Jakob Casanova, General⸗Major der Großherzoglichen Truppen, im 61 sten Jahre seines Alters mit Tode abgegangen.

8189 Spanien.

Madrid, 2. Mai. (Allgemeine Zeitung.) Das erste Unternehmen, welches der Kriegs⸗Minister ausgefuͤhrt hat, sein Zug in das Gebirge von Andia, in die Amescoas, hat die Er⸗ wartungen, die man theils in seine Geschicklichkeit, theils in sein Kriegsgluͤck setzte, keinesweges gerechtfertigt. Bereits vorgestern verbreiteten sich hier, namentlich an der Boͤrse, sehr nachtheilige Geruͤchte uͤber den Ausgang dieses Zugs; man behauptete, Val⸗ dez habe sich, um nicht uͤberfluͤgelt zu werden, zuruͤckziehen muͤs⸗ sen, und Cordova habe so schlecht operirt, daß er vor ein Kriegs⸗ gestellt worden sey. Der gestern bekannt gemachte amt⸗ iche Bericht des Kriegs⸗Ministers aus Estella, vom 24. April, verbreitet sich uͤber die am 2isten, 22ͤsten und 23sten in den Ames⸗ coas gelieferten blutigen Treffen, und es geht daraus hervor, daß, wie gewoͤhnlich, die Karlisten sich Anfangs zuruͤckzogen, um die Truppen der Koͤnigin in ein diesen unguͤnstiges Terrain nach sich zu ziehen. Am 22sten Morgens waren die Koͤniglichen Truppen in einen Hinterhalt gerathen, und verloren durch das feindliche Feuer eine Menge Leute; am Abend zog sich, so sagt der Be⸗ richt, der Feind uͤberall zuruͤck, die Koͤniglichen Truppen uͤber⸗ nachteten ig Estella, und gingen am folgenden Tage nach Viana und Logrono zuruͤck, um sich mit Lebensmitteln zu versehen, ihre Verwundeten zu pflegen und sich zu erholen. Pas ist nun das Resultat dieses neuen Blutvergießens gewesen? Die oͤffentliche Stimme beantwortet hier diese Frage mit Achselzucken; Valdez selbst sagt, der Zug habe dazu gedient, die Truppen mit einander bekannt zu machen, und dem Feinde zu zeigen, daß er auch im Gebirge nicht unuͤberwindlich sey; er sfüdem die von dem be⸗— kannten 2ten leichten Regimente bewiesene Bravour, aber nicht alle Bataillone sollen sich so tapfer geschlagen haben! In Ecija ist so eben eine Karlistische Verschwoͤrung entdeckt worden, welche in ganz Andalusien verzweigt zu seyn scheint; man beab⸗ sichtigte, alle Urbanos zu ermorden, und Karl V. zu proklamiren. Aus der Gegend von Toledo wird gemeldet, daß die groͤßeren Banden sich in kleinere aufloͤsen, und die Sicherheit des Landes um desto mehr gefaͤhrden. Und unter diesen Umstaͤnden hat sich J. Maj. die verwittwete Koͤnigin entschlossen, uͤbermorgen ihren Aufenthatt nach Aranjuez, vier Meilen von Toledo, dem Haupt⸗ sitz aller Karlistischen Umtriebe, zu verlegen; es ist bereits diesen Morgen das Bataillon der Provinzial⸗Garde⸗Grenadiere mit klingendem Spiel dahin abmarschirt. Das diplomatische Corps h ecg chlic binnen kurzer Zeit Ihrer Majestaͤt dahin nach⸗ 8 Tuͤrkei. 8 8 9 Konstantinopel, 29. April. (Oesterr. Beob. ze um 11 Uhr Vormittags wurde 29 Lfer r Hancn 221 außerordentlichen Gesandten bei der hohen Pforte, Freiherrn von Stuͤrmer, in der unter Senererichichüm Schutze stehenden hiesigen Pfarrkirche zu S. Maria Draperis ein feierlicher Trauer⸗ gottesdienst fuͤr weiland Se. Majestaͤt den Kaiser Franz I., vom katholischen Erzbischofe und Paͤpstlichen Vikar, Msgr. Püügrean, im Beiseyn des groͤßten Theils des katholischen Klerus der Haupt⸗ stadt gehalten. Dieser Feierlichkeit wohnten saͤmmtliche Mitglie⸗ der des diplomatischen Corps in der Staats⸗Uniform, und alle hier befindlichen Oesterreichischen Unterthanen bei. Die Kirche war zu diesem Ende nebst dem Hochaltar anz mit schwarzem Tuche behangen, und an den Waͤnden derselben die verschiedenen Wappen der unter Oesterreichs Scepter vereinigten Laͤnder ange⸗ bracht worden. In der Mitte der Kirche erhob sich ein großer Katafalk in Form einer auf einem hohen Piedestal ruhenden, un⸗ terhalb bogenfoͤrmig durchbrochenen Pyramide, welche von Cande⸗ labern mit brennenden Wachskerzen umgeben war, und an deren vier Ecken sich auf marmornen Postamenten Vasen mit Wein⸗ geistflammen befanden. Unter der Woͤlbung der Pyramide lagen der Kaiserliche Purpurmantel mit den Kronen des hoͤchstseligen Kaisers und den uͤbrigen Reichs⸗Insignien, und zwar letztere auf schwarzsammetnen, goldverbraͤmten Polstern. An den vier Waͤn⸗ den der Pyramide waren dieselben Inschriften angebracht, welche fuͤr die in der Augustiner Hofkirche Ib gehaltenen Trauer⸗ andachten verfaßt worden waren. aͤhrend des Seelenamtes ward ein Requiem von Abbé Stadler von einer zahlreichen Di⸗ lettantengesellschaft ausgefuͤhrt. Nach vollendetem Gottesdienste wurde eine dem erhabenen Gegenstande vollkommen angemessene Trauerrede gehalten, welche saͤmmtliche Anwesenden in die tiefste Ruͤhrung versetzte.

Den neuesten Berichten aus Trapezunt vom 8. April zufolge war die Armee des Mohammed Schah von Persien, unter den Befehlen des Sir Henry Bethune, in Ispahan eingezogen, aus welcher Stadt sich einige Zeit vorher der rinz Hussein Ebn Mirsa entfernt, und nach Schiras begeben d Vergl. Nr. 137 der St.⸗Ztg. Art. Persien.)

Das neue e Blatt der Tuͤrkischen Zeitung vom 2. Sil⸗ idsche (23. April) enthaͤlt außer der Ernennung des Osman hairi Pascha zum Kommandanten von Nissa nichts Bemerkens⸗ werthes. Der vorige Kommandant Salich Pascha, der wegen Bedruͤckungen, die er sich gegen die Raaja's erlaubt hatte, a ge⸗ setzt wurde, ist nach Ilbessan verwiesen worden. 8

Griechenland.

Die Allg. Ztg. aͤußert in einem Schreiben aus Trie

vom 5. Mai: „Die Nachrichten aus Griechenland reichen 9- in die Mitte des Aprils und melden, daß im Peloponnes durch Gefangennehmung oder Toͤdtung einiger Haͤuptlinge der Kolokotronisch⸗Plaputas'schen Banden die Ruhe mehr gesichert, und einer groͤßern Bewegung jener gefaͤhrlichen und verwegenen Partei dadurch vor der Hand vorgebeugt worden ist. Die Thaͤ⸗ tigkeit und Energie, welche bei dieser Gelegenheit in einer Krisis, die vielleicht gefaͤhrlich werden konnte, der Minister des Innern (Koletti), unter welchem die Gendarmerie steht, von Neuem entwickelt hat, und die Unerschrockenheit der Moirarchen dabei findet uͤberall einstimmige Anerkennung, nur

ei ne andere Krankheit sich gezeigt hat; und nachdem sie jetzt mit

in Athen nicht, das bei dieser Lage der Dinge schon ein wahres Nest der Intrigue geworden ist. Mib Rch sagt ee. hh. heren

ein Journal, um zu wissen, was dort vorgehe, brauche man nur das Wort 04àαον (ich treibe Schlimmes oder Intriguen) durch alle Personen, Numeri und Zeiten durchzukonjugiren, so habe man die ganze Geschichte der bis jetzt dort entwickelten Thaͤtigkeit. Am schlimmsten steht es dabei mit den Finanzen, und wir wissen nicht, wie der Stand der Kassen in Griechenland mit dem Stande der Rechnungen, welche, wie man uns aus Muͤnchen schreibt, ein Griechischer Staatsmann in Ihrer Zeitung bekannt gemacht hat, uͤbereinstimme. Jene sind leer; der Umzug nach Athen, welcher in den Rechnungen mit 200,000 Drachmen figurirt, hat sie vollends erschoͤpft und nach den Rech⸗ nungen Ihres Budgets sind von den beiden ersten Serien des Anlehens noch neun Millionen Drachmen uͤbrig. Auch hat die Rechnung beunruhigt, insofern sie auf die Zukunft gestellt ist. Nach der Meinung der Freunde von Griechenland und der wahren Griechen sollte das Anlehen benuͤtzt werden, gerechte Reclamationen zu befriedigen, durch Vermehrung der Bevoͤlke⸗ rung, der Mittel und Wege des Ackerbaues und Verkehrs den materiellen Wohlstand zu heben, und durch weise Ordnung des Unterrichts das intellektuelle Gedeihen der Nation vorzuberei⸗ ten, waͤhrend man abgerechnet die voruͤbergehenden Kosten der fremden Truppen im Uebrigen mit den Einkuͤnften von 6 bis 8 Millionen das Laufende auf Griechische Weise, d. h. einfach und verstaͤndig, bestreiten konnte. Nach jenen Rechnungen des Griechischen Staatsmannes ist davon nicht die Rede, son⸗ dern das Anlehen wird benutzt, um die jaͤhrlichen Defizits zu decken, im laufenden Jahre mit etwa 9 Millionen, und dieses auf die Hoffnung, daß nach drei bis vier Jahren, wo man mit den Deckungsmitteln am Ende seyn wird, die Einnahmen so weit gestiegen seyn werden, daß sie die Ausgaben ohne weitern Zuschuß decken. Auf welchem Grund aber beruht diese An⸗ nahme? Auf dem Grunde der zunehmenden Bevoͤlkerung. Denn erwaͤgt man, daß Griechenland mit einer Bevoͤlkerung von etwa 600,000 Einwohnern nach jener Rechnung das letzte Jahr uͤber neun Millionen gezahlt hat, also auf den Kopf großen⸗ theils blutarmer, zu Grunde gerichteter Leute, und nur sehr weniger wohlhabender 15 Drachmen kommen, so erscheint diese Bevoͤlkerung schon jetzt so belastet, wie die Hochbesteuerten in Europa bei großem und geordnetem Wohlstande. Ist aber jene Hoffnung auf die steigende Bevoͤlkerung eine gegruͤndete? Bis jetzt hat nach uͤbereinstimmenden Angaben dieselbe nicht zuge⸗ nommen, sondern waͤhrend der regentschaftlichen Regierung sich vermindert, und im Falle man, wie jene Rechnungen und ihre Urheber voraussetzen, auf diesem Grunde fortbaut, wird die Vermehrung, mit ihr aber der bedeutend hoͤhere Ertrag, auf den man vertraut, nothwendig ausbleiben. Man sehe also nach, ob man nicht mit diesen Haushaͤltern und Bauherren auf Sand baut, und der jungen Monarchie Verlegenheiten berei⸗ tet, die mit jedem Jahre schwerer zu besiegen seyn werden. Man fuͤhlt diese Lage und die Falschheit des Kalkuͤls schon jetzt in Athen, an der Stelle naͤmlich, wo man den Blick offen und das Gemuͤth von phanariotischen Taͤuschungen frei hat, und es wird uns in dieser Hinsicht vorzuͤglich Herr v. Greiner genannt, der zu sehr praktischer Geschaͤftsmann ist, um sich uͤber Zahlen zu taͤuschen, und zu gerad, um andere durch sie taͤuschen zu wollen, und der in Folge davon offene Sprache fuͤhrt, und die finanzielle Sichel zum Schrecken der Parasiten und unnüͤtzen Planmacher aller Art und Farbe uͤber dem uͤppig wuchernden Unkraute der Ausgaben schwingt.“

Ign d.

Berlin, 21. Mai. Allerhoͤchster Bestimmung zufolge, wer⸗ den die Truppen der Potsdamer und Spandauer Garnison am 27. d. M. zur Ausfuͤhrung der diesjaͤhrigen Fruͤhjahrs⸗Uebungen in Berlin einruͤcken und bis zum 31. hieselbst verbleiben.

Am l5ten d. M. fand zu Stargard in Pommern das schon in Nr. 133 der Staats⸗Zeitung angedeutete, von der Di⸗ rection des Vereins fuͤr Pferde⸗, Rindvieh⸗ und Schafzucht in Hinterpommern V. Pferderennen statt. Von den An⸗ wesenden hatten der Divisions⸗Commandeur, General⸗Lieutenant v. Ruͤchel⸗Kleist Excellenz, der Geheime Regierungsrath, Land⸗ rath v. Schoͤning und der Ober⸗Buͤrgermeister Weier das Rich⸗ teramt uͤbernommen. Zu dem 1sten Rennen (5 Friedrichsdor Einsatz, halb Reugeld, ½ Meile) um den von Sr. Koͤnigl. Hoh. dem Kronprinzen gnaͤdigst verliehenen Ehrenpreis, bestehend aus einem silbernen Postamente, auf dessen Plateforme der sehr kunst⸗ und geschmackvoll gearbeitete Pommersche Greif in mattem Sil⸗ ber prangt, zu dessen beiden Seiten zwei ebenfalls matt gearbei⸗ tete Pferde angebracht sind, waren 4 Pferde angemeldet. Den Preis trug nach einem zweimaligen Laufe von resp. 4 Minuten 38 Sekunden und 4 Minuten 40 Sekunden, der 5 Jahr alte, dem Herrn Paul Ebers in Berlin gehoͤrende „Brownlock“ mit einer Pferdelaͤnge davon. Zu dem 2ten Rennen mit um den von der Stadt Stargard ausgesetzten

reis, bestehend in einem sehr geschmackvoll gearbeiteten Hum⸗ pen (Herrenreiten, ½ Meile) waren 5 Pferde angemeldet, wovon jedoch 2 zuruͤckgezogen wurden. Der Schimmelhengst „Gladia⸗ tor“, dem Hrn. v. Waldow auf Steinhoͤfel gehoͤrig, siegte um einige Laͤngen in 2 Minuten 45 Sekunden. Vier Pferde lie⸗ fen im Zten Rennen um den Vereinspreis von 400 Thlr. fuͤr den Sieger und 150 Thlr. fuͤr das zweite Pferd (Pferde in Hinterpommern oder in der Neumark gezogen, und in ungestoͤr tem Besitz ihrer Zuͤchter befindlich, Meile). In den beiden er sten Laͤufen ließen der dreijaͤhrige Schimmelhengst des Hrn. vo Waldow, „Meteor“, und der „Achilles“ des Baron v. Senfft Pilsach, brauner Wallach, 4 Jahr alt, die andern beiden Pferde bald hinter sich. Im ersten gewann „Achilles“ um eine Laͤnge nach einem Laufe von 5 Minuten 16 Sekunden; im zweiten aber „Meteor“ um einige Laͤngen in 5 M. 9 S. Es mußte daher ein dritter Lauf veranstaltet werden, in welchem Meteor“ in 5 Mi⸗ nuten 25 Sekunden siegte. Beide Pferde liefen vorzuͤglich Zu dem 4ten (Vereins⸗) Rennen um den Preis von 150 Rthlr. (Pferde jedes Landes, Meile.) waren 8 Pferde angemeldet; 3 wurden zuruͤckgezogen, 1 warf den Reiter ab und brach nach Caemga n Laufe um die Bahn aus und eins wurde distancirt. J beiden Laͤufen siegte des Herrn A. Mosson aus Berlin braumn Stute „Eleanor“, 6 Jahre alt, mit dem Vorsprung von resp einigen Laͤngen in 4 Minuten 14 Sekunden, und von einer hal ben Laͤnge in 4 Minuten 43 Sekunden. Der erste Lauf i wohl einer der schnellsten, die bisher auf dem Kontinent statt vSeen haben, und es duͤrfte nicht ohne Interesse bleiben, di eistungen der „Eleanor“ zu verfolgen, die erst seit 5 Wochen aus geschifft ist, auf der Stargarder Bahn zum ersten Male auftra und vielleicht jetzt eines der schnellsten Pferde diesseits des Kanals ist. In dem 5ten (Bauern⸗) Rennen siegte das Pferd des Freischulzen Schlieter aus Klempin in 3 Minuten 45 Sekunden und erhielt die Praͤmie von 25 Rthlr. Am löten d. M. wurde sta⸗

tutenmaͤßig eine Thierschau abgehalten. Es fanden Bewerbungen statt: 1) um die Praͤmie von einem Zaum oder 5 Rthlr. für”2,

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