1835 / 143 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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damaligen so eminent vorzuͤglicheren zuschreiben, 1— Lobredner lassen sich gar nicht einmal den Gedanken einfallen, daß

Rollen ernsten Inbalts gegeben wurde, der komische, und gerade der mit seinem Publikum machen konnte, was er wollte, brachte ihr den Zu⸗ stellungen. Mit der Minoritaͤt der

und stroͤmt auch nicht immer herbei. nach seiner Erfahrung von dem außerordentli

Rthlr. verdient. 12,481 Rthlr.

„vEI 8

Die allgemeinen Unterhaltungskosten betrugen

G 1 2 Koͤnigliches Schauspiel.

Als im Januar d. J. „Fanchon“ aus einem vieliaͤhrigen Schlummer erwachte, da regte stc die Begierde, sie zu schauen und zu hoͤren auf eine sehr verschiedene, um nicht zu sagen tgegenge⸗ setzte Weise; der eine Theil des Publikums freute sich, die verklun⸗ genen Tone einer alten guten Zeit wieder zu vernehmen, der andere lah nur eine willkommene Gelegenheit, die sonnenklar zeigen wuͤrde, wie weit seit 30 Jahren die musikalische Bildung fortgeschritten und wie seicht und trivial der alte Geschmack gewesen sey. Beide Theile schienen darin einig zu seyn, daß die erneuerte Auffuͤhrung nicht viel tauge; aber jener wollte darum seinen alten Geschmack nicht anklagen und schob alle Schuld auf die neue, hinter der alten so weit zuruͤckgebliebene Vorstellung; dieser hingegen triumphirte laut: „das sey eine vergebliche Beschoͤnigung eines schlechten Ge⸗ schmacks und einer veralteten immer leer gewesenen Manier.“ Ref. bat es mit eigenen Ohren gehoͤrt, daß Musik⸗Entbustasten, alte und junge, die fuͤr Kenner gelten, die Musik der „Fanchon“ fuͤr mise⸗ rabel erklaͤrt haben; so ein eintoͤniges, mattes Geleier gegenwaͤrtig noch inmitten der Genuͤsse, die Rossini, Bellini u. A. so reichlich darboͤten, zu hoͤren, sey ganz unertraͤglich, und das Theater, das dazu noch einlade, muͤsse in Verruf erklaͤrt und des Hochverraths gegen den neuen Geschmack bezuͤchtigt werden. Als jemand in aller Bescheidenbeit dagegen bemerkte, datz das Einfache nicht eben das Miserable sey, und daß ja auch Gluck in einfachem Styl seine Opern komponirt habe, zuckten die Meisten bloß die Achseln und und nur Einer schien doch ein Paar Worte der Muͤhe werth zu halten, indem er erwiederte: dem Gluck habe es zwar an musikalischem Talent nicht gefehlt, wenn er aber bis 1835 gelebt und gegenwaͤr⸗ tig es ausgeuͤbt haͤtte, wuͤrde er seine Iphigenia nicht so arm und kahl ausgestattet haben. Diese woͤrtlich wahre Erzaͤhlung eines Faktums mag immerhin zu einem Kommentar uͤber die Intelligenz eines an Zahl nicht kleinen Theils der Veraͤchter der Fanchon und ihres musikalischen Geschmacks dienen; ein Mehreres uͤber ihn zu sagen, ist uͤberfluͤssig. Dagegen wendet sich Referent an den andern, mit der neuern Auffuͤhrung der Fanchon auch nicht zu⸗ friedenen Theil, der aber in seinem Glauben an die Schoͤnheit der Himmelschen Musik dadurch nicht irre gemacht worden ist. Refer. war bei der ersten Vorstellung der Fanchon im Mai 1804 gegen⸗

wartig, und so gut sie auch, ja so vortrefflich sie in einzelnen

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niedrig⸗komische Theil, der Tapezirer und die vis comica Unzelmanns, der lauf der Menge zuwege, und darum die haͤufige Wiederholung der Vor⸗ Gebildeten war es damals nicht anders wie jetzt; sie genießt, sie erfreut sich, aber sie klatscht nicht Das ist es denn, was Refer. chen Beifall, den Fan⸗ chon vor 30 Jahren gefunden haben soll und den die starren Lobredner der alten Zeit in Vergleichung mit der gegenwaͤrtigen Auffuͤhrung, der

aussagen muß. Diese

zerbrochen ist. Aber damit ist der Maßstab fuͤr die „Fanchon’ nicht zerbrochen. „Andere kommen und gehen, es werden uns Andere gefallen“, heißt es in der Elegie Goͤthe's zur Verrherrlichung einer jungen fruͤh verblichenen Schauspielerin. Genug, 88 Buͤhne darf sich an Dlle. Gruͤnbaum einer Fanchon’ erfreuen, die im Ge⸗ sang mit der Altmeisterin den Wettstreit haͤtte beginnen koͤnnen; in der Darstellung he Beheztager welce, Faschon sch angeblldee und wo⸗ durch sie auch ihre Geltung in der vornehmen Societaͤt erlangt hatte, gern von jener gelernt haben wuͤrde, da es ihr an der Faͤhigkeit, ler⸗ nen zu koͤnnen, gewiß nicht fehlt; und was endlich das Grund⸗ wesen der „Fanchon“, ihre urspruͤngliche Natur betrifft, da haͤtte gewiß die ausgelernte Altmeisterin gern in die Reinheit der Zustaͤnde, wie Dlle. Gruͤnbaum sie darlegt, und in die Frische und Staͤrke des unverdorbenen Gefuͤhls, wie sie es ausdruͤckt, zuruͤckkehren moͤgen. Hiernach konnte es uns nur erfreulich seyn, eine so innig bewegte und gefuͤhlvolle „Fanchon“ in der letzten Vorstellung im Opern⸗ hause am 15ten zu sehen und zu hoͤren, und den lebendigsten Antheil eines zahlreichen Publikums daran wahrzunehmen. Aber auch die an⸗ dern Darsteller, namentlich Herr Mantius als Francarville, Herr Devrient als St. Val, Herr Blume als Abbé, Herr Schneider als Savojarde und Dlle. Lehmann als Florine haben in Gesang und Spiel so viel Treffliches gegeben, daß man, wenn man nicht an den alten Bildern klebt, mit ihnen voͤllig zufrieden seyn kann, und dies schien auch die Stimmung des Publikums zu seyn. Es gewinnt biernach das Ansehn, daß, wie es im Grunde auch vor 30 Jahren der Fall war, „Fanchon“ sich wieder allmaͤlig die alte Gunst erwerben werde; doch fehlt es auch dem Herrn Ruͤthling (Tapezirer) nicht an Mitteln, sie wie der alte Unzelmann allenfalls zu forciren.

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Berliner Börse. Den 22. Mai 1835. 1 und Geld-Cours-Zettel. (Preufz. [2Zf. LriersGeld.] [Zf. [riefsGeld. 101 [100 ½ 102 99 ½ 98 106 64 ¾ 64 ¼ 103 101* [100 ½ 100 ½ 100¾

Amtl.

St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Prüm. Sch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. J. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grosshz. Pos. do.

Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rkst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N.

103 ½ 106 ¼ 1002

80½

Gold al marco Neue Duk.. Friedrichsd'or.. Disconto

40½

99½ 215

102 102 ½

½

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 17. Mai. Niederl. wirkl. Schuld 57 ½A. Kanz-Bill. 26 †. 2 % 30 ½. Ziusl. 21 ⅛.

Span. 59 492.

Antwerpen, 16. Mai

Span. 5 ½ 48 ½. 339 31.

Montag, 25. Mai. Seydelmann: pfindliche.

Dienstag, 26. Mai. Im Opernhause: Mit Allerhac Genehmigung zum Benefiz des Hrn. Seydelmann, Re des Koͤnigl. Hof⸗Theaters zu Stuttgart: Ein Mann hilft andern, Lustspiel in 1 Akt, von Frau von Weißenthurn., Seydelmann: Dr. Berg.) Hierauf: der Abbé de [Epée risches Drama in 5 Abth., von Bouilly, aus dem Franz⸗ setzt von Kotzebue. (Hr. Seydelmann: Abbé de l'Epée. 9 v. Hagn: Julius.)

Billets zu dieser Vorstellung sind in der Seydelmann, Charlotten⸗Straße Nr. 42 (Hotel de Prang bourg), Parterre, von Sonntag, den 2ästen d. M., Mnp 9 bis 12 Uhr Mittags, zu den gewoͤhnlichen Preisen zu sa

Die Abonnements⸗Pläͤtze, so wie die in Folge ein gegang schriftlichen Meldungen bestellten Billets bleiben bis eanar Mittag 2 Uhr reservirt, nach welcher Zeit solche anderwei. kauft werden muͤssen.

Im Schauspielhause: Der Student. 1

Köoͤnigstaädtisches T

Sonnabend, 23. Mai. Die weiße Dame, komische in 3 Akten. Musik von Boieldieu. (Dlle. Vial, vom 98 Sardinischen Hof⸗Theater zu Turin: Anna, als Gastrolle. Beckaͤr: Jenny.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im P. des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

Sonntag, 24. Mai. Zum erstenmale wiederholt: Da Antoine, oder: Die drei Generationen, dramatische Bilder der Franzoͤsischen Revolution, in 3 Abth., nach Melesvile bearbeitet von Friedr. Genée. Erste Abtheilung (spielt 1] Die Familie Saint Vallier. Zweite Abtheilung (spielt 1) Die Republik. Dritte Abtheilung (spielt 1829): Der Erhe⸗

Montag, 25. Mai. Der boͤse Geist Lumpacivagabunt oder: Das liederliche Kleeblatt, Zauberposse mit Gesang; Akten, von J. Nestroy. Musik von A. Muͤller.

Im Schauspielhause: Tlavigo.

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heater.

Markt⸗Preise vom Getraide.

Berlin, den 21. Mai 1835. 1 Zu Lande: Weizen 1 Rthlr. 18 Sgr. 9 Pf., auch 1gth 15 Sgr; Roggen 1 Rthlr. 15 Sgr.; große Gerste 1 Rthlr. Len 5 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr.: Hafer 1 Rthlr. 2 Sgr. auch 1 Rthlr. 1 Sgr. Eingegangen sind 126 Wispel 20 Scheft

Zu Wasser: Weizen weiter) 1 Rthlr. 27 Sgr. 6 Pf., n 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 15 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 15 ; auch 1 Rthlr. 13 Sgr. 9 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 5 Sar, 1 1 Rthlr. 2 Sgr 6 Pf.; Hafer 1 Rthlr., auch 26 Sgr. 3 Pf f gegangen sind 831 Wispel 14 Scheffel.

Wohnung des .

Carlos, als letzte Gastrolle.) Hierauf: Der l

giss

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143.

I. s

Berlin, Sonntag den

v.124 2 „8 2— 8 7

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Hauptmann und Adju⸗ inten bei der 10ten Landwehr⸗Brigade, Karl Heinrich Fer⸗ inand Julius Muͤller, in den Adelstand zu erheben geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Oberst⸗Lieutenant und rain⸗Depot⸗Rendanten von Dornis zu Ehrenbreitstein den othen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Sergeanten Michael zrehl der Ilten Divisions⸗Garnison⸗Compagnie das Allgemeine hrenzeichen zu verleihen geruht.

Se. Masestaͤt der Koͤnig haben dem Schulzen Zoͤller und

Kolonisten Arend aus Neu⸗Nuͤdenitz, so wie dem Damm⸗ Neister Wilschke die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande zu

rleihen geruht.

Se. Kaiserl. Hoheit der Großfuͤrst Michael Pawlo—

hitschvon Rußland ist von St. Petersburg hier eingetroffen. Bekanntmachung.

In Folge einer mit der Koͤnigl. Daͤnischen Ober⸗Post⸗Be⸗ rde getroffenen Uebereinkunft kann das zwischen Stettin und openhagen fahrende Dampfschiff „Dronning Maria“ nunmehr zuch zur Befoͤrderung von Geldern und Paͤckereien nach und zus Daͤnemark benutzt werden. Jeder Sendung dieser Art nach daänemark muß eine genaue Declaration des Inhalts und Werths eigefügt seyn. Es bleibt der Wahl des Absenders uͤberlassen, siese Sendungen entweder unfrankirt, oder franco bis Stettin, der aber franco bis Kopenhagen abgehen zu lassen. 8

Ueber den Franco⸗Betrag von Stettin bis Kopenhagen, so pie uͤber die, mit dem genannten Dampfschiffe im Zusammen⸗ unge stehenden Post⸗Verbindungen in Daͤnemark werden die

85

Gemeiner Diebstahl 907, gel Hats⸗ Handlungen im Dienste 551, Injurien 442, Toͤdtung 518, Ketze⸗ rei und Glaubens⸗Spaltung 352, Schlaͤgerei 340, gesetzwidriger Handel 316, Uebertretung der Handwerks⸗Ordnungen 315, Zer⸗ stoͤrung und Beschaͤdigung fremden Gutes 268, gewaltsame Besitz⸗Ergreifung 238, Wucher 225, Waldfrevel 2031 Faͤlle. Dagegen waren einige sehr schwere Verbrechen selten; so z. B. Kirchenraub 26, Brandstiftung 33, Raub 42, Selbst⸗ mord 11 Faͤlle. Bei den Criminalhoͤfen wurde beinahe der dritte Theil der Angeschuldigten, naͤmlich 31,420, freigespro⸗ chen; 11,537 wurden als verdaͤchtig von der Instanz entlassen; 1292 zu Zwangs⸗Arbeit, 9149 zur Ansiedelung, Festungs⸗Arbeit und zum Kriegs⸗Dienst, 39,417 zu leichten Strafen verurtheilt. Die Zahl der weiblichen zu den maͤnnlichen Verbrechern verhielt sich wie 1 zu 7. Das Verhaͤltniß der verschiedenen Arten von Verbrechen war vor diesen Gerichtshoͤfen im Allgemeinen un⸗ gefaͤhr dasselbe wie in den bei dem Senate entschiedenen Faͤllen. Am haͤufigsten wurden folgende Verbrechen begangen: Gemeiner Diebstahl 29,661, Wald⸗Frevel 13,303, Herbergung verdaͤchtiger Individuen 6212, Toͤdtung 4958, Schlaͤgerei 4867, verbotener Verkauf von geistigen Getraͤnken 4687, Injurien 3555. Der Verbrechen wider die Religion und die oͤffentliche Sicherheit machten sich nur Wenige schuldig; naͤmlich des Meineids 32, Aufruhrs und Verraths 27, aufwieglerischer Schrif⸗ ten wider die Regierung 17; von Zweikampf kam nur ein Fall vor. Auch bei diesen Gerichten tritt dasselbe Verhaͤltniß hin⸗ sichtlich des Standes, zu welchem die Verbrecher gehoͤren, ein, welches beim Senat bemerkt werden konnte, daß naͤmlich im Vergleich mit der Gesammtzahl der zu einem jeden Stande ge⸗ hoͤrigen Individuen ungleich mehr Verbrecher aus dem Buͤrgerstande als aus den Kronbauern, und aus diesen wieder viel mehr als aus den Leibeigenen von Gutsbesitzern waren. Fhca der Gouvernements, in welchen die einzelnen Verbrechen vorkamen, haben sich besonders die Deutschen ( ievland, Kurland, Esthland)

gende Verbrechen vor:

sparnisse belaufen sich im Ganzen auf etwa 980,000 Fr.

Die hiesigen Blaͤtter enthalten heute einige naͤhere An⸗ gaben uͤber die Berathungen, die in den 9 Bureaus der Depu⸗ tirten⸗Kammer der Ernennung der Kommission zur Pruͤfung des Antrages des Herzogs von Montebello vorangegangen sind. In dem ersten Bureau, wo sich die Ministeriellen in bedeutender Mehrzahl befanden, wurde der Antrag bloß von den Herren von Mosbourg und Laurence bekaͤmpft; unterstuͤtzt wurde er vo

den Herren Madier⸗de⸗Montjau und Hebert. Zum Kommissar wurde Herr Delessert ernannt. setzten sich der verlangten Autorisation die Herren Pagès, La⸗ rielle, Legrand und Dubois von der Niedern Loire. Herr Pageès

indem er die

lichen Beweis zur Begruͤndung derselben, fuͤr unzurei⸗

bloße Resolution der Pairs⸗Kammer an sich chend hielt. Dagegen trug vielleicht die Gegenwart Herrn Guizot mit dazu bei, daß die Herren J. Lefebvre, von Bastard und Emanuel Poulle sich dafuͤr erklaͤrten, mit dem Bemerken, daß es sich hier um eine bloße Foͤrmlichkeit handele. Herr Sapey wurde gegen die Herren Lavielle und Legrand mit 24 gegen 18 Stimmen zum Kommissar gewaͤhlt. Uebrigens fehlte Herr Cormenin, als Mitglied dieses Bureau's, zuglei 1 mit seinem Kollegen, Herrn Audry⸗de⸗Puyraveau. Das dritte Bureau waͤhlte Herrrn Bessibres. Die Argumente fuͤr und wider die Proposition wurden einerseits von den Herren

Lherbette vertreten. au er Herre Berryer und Odilon⸗-Barrot die Dazwischenkunft des Großsie⸗ gelbewahrers zugleich fuͤr verfassungs⸗ und gesetzwidrig. Ihnen gegen⸗ uͤber sprachen als Vertheidiger der Forderung die Herren Thiers und Martin. Die Wahl fiel auf Herren Sauzet, der sich Anfangs

zusprechen.

Fr. Die von der Kammer auf diese Kapitel bewirkten Er⸗

Im zweiten Bureau wider⸗ vermißte bei der Forderung des Großsiegelbewahrers jeden schrift⸗

des

Peyre und Bessieres, andererseits von den Herren Nicod unb Im vierten Bureau erklaͤrten die Herren

zur Opposition zu neigen schien, ohne sich jedoch bestimmt aus⸗ Man will wissen, daß er einige ministerielle Vora

Zinsl. 21 ¼. Cortes 48 ⅛. Coup. 31.

erhalten habe. Im fuͤnften Bureau bildeten die Herremn Etienne, Dugabé und Bureau⸗de⸗Puzy die Opposition. Herr Dugabé bestand darauf, daß das Original des inkriminirten Schreibens und namentlich die Unterschriften vorerst beglaubigt

sie nicht mehr die naͤmlichen sind, daß die meisten von ihnen damals unbeschriebene Blaͤtter waren, Blaͤtter, die gegenwaͤrtig so dick und voll geschriehen und druͤber und drunter corrigirt sind, je nachdem dies und jenes Wort ausgestrichen und ein anderes, drit⸗

tes, viertes, fuͤnftes dafuͤr successive hineingekritzelt worden, daß

zu ihrem Vortheil ausgezeichnet.“

Bei Gelegenheit des letzten Geburtsfestes Sr. Kaiserl. Ho⸗ heit des Groͤßfuͤrsten Thronfolgers ist auf Kosten der Kaufmann⸗ schaft in Moskau eine Schule fuͤr arme Buͤrgersoͤhne gestiftet

Mittwoch, den 20. Mai 1835. Das Schock Stroh 9 Rthlr. 5 Sgr., auch 7 Rthlr. der Centner Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr. Branntwein⸗Preise vom 15. bis 21. Mai 1825.

Post⸗Anstalten auf Verlangen naͤhere Auskunft ertheilen. Berlin, den 12. Mai 1835. 1u“ General⸗Post⸗Amt.

Belg. 101 ½3. Darmst. 26 ¼. Frankfurt n. M., 19. Mai. Oesterr. 58 Metall. 102 ⁄8. 102 z. 48 981 z. 97 ¼ ½. 2 ½ 9 58 ¼. G.

18 251¼. G. Bank-Actien 1625. 1623. Part.- Oblig. 141 ⅞. 141.

20 G-

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung

ren lassen will, gleichb

Personen: 1

gegenwaͤrtig kaum noch das kleinste freie werden kann. K.. man erleichtert sich dadurch freilich nach Bequemlichkeit das Ur⸗ theil, aber je weiter man die Vergleich man sie betrachtet, desto unpassender wird sie. Wir wollen demnach nicht fragen, als die von 1835, und am wenigstens wollen wir Bethmann eine meisterhafte, ja musterhafte sie war damals schon eine lang ausgebildete Schauspielerin, bei der die Faͤbigkeit zu einem leichten Gesange der Art, wie der Fanchon⸗ sche, nur noch ein schoͤnes Ueberbleibsel ihrer eingebuͤßten, aber immer noch seelenvollen Singstimme war, und wenn man doch in Beziehung auf sie die eeäcihen

Plaͤtzchen darauf getroffen Kurz, auch hier hinkt der Stab der Vergleichung; ung durchfuüͤhrt, je genauer

ob die Vorstellung von 1804 eine bessere war, zweifeln, daß die

Fanchon war; aber

des Wortes „Vergleichung“ durchaus nicht fah⸗ o thut man wenigstens wohl, sie eine Unver⸗

70. 58 Span. KRente 47 ½. 47 ¼.

Loose au 100 G. 213. 212 ½. Preuss. Präm.-Sch. 64 ¾. 64 ⅛. do. 49 Anl. 98 ⅛. G. Holl. 5 3 Oblig. v. 1832 101 ⁄½ 101 2. Poln. Loose 70¼ 38% do. perp. 28 ½. 28 ¼. Paris, 16. Mai.

58 Rente pr. compt. 108. 70. fin cour. 108. 80. 38 pr. compt. 82 20 fin cour. 82 35. 5 % Neap. pr. compt. 99. 40. fin cour. 99. 50. 5 Span. Kente 49 ½. 3 do. 314¼. Ausg. Span. Schald 214. Cortes 50 ¾. Holl. 2 ½ 6 59.

7

Koͤnigliche Schauspiele. . Sonnabend, 23. Mai. Im Schauspielhause: Die Royali⸗ en, Schauspiel in 5 Abth., von E. Raupach. (Hr. Seydel⸗

are zu nennen, fuͤr die mit ihrem Hingange der Maßstab

Richter gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: ttoffas

„Das Faß von 200 Quart nach Tran s 54

pCt. oder 40 p0 Kon

Branntwein 21 Rthlr. 15 Sgr, auch ran

20 Rthlr.; Ka wein 21 Rthlr., auch 19 Rthlr. Kartoffel⸗Preise vom 14. bis 20. Mai 1835.

ann: Oliver Cromwell, als Gastrolle.)

——

101. 7454 E.

ntmachungen.

„Edictal⸗Citation. Folgende seit laͤnger als 10 Jabren verschollene

) der Paul Dorsch, ein Sohn des adlig. Einsaßen Jacob Dorsch in Ploewken, geboren den 13. Januar 1791, hat als Landwehrmann im Jabhre 1813 an dem Feldzuge gegen Frankreich Theil genommen, seitdem aber von seinem Leben und Aufenthalt keine Nachricht gegeben, und ist sein auf 63 Thlr. pf ermittelter muͤtterlicher Erb. Antheil durch Eintragung auf Ploewken, Anth.

ten Erben in deren als Eigenthuͤmer u

Insterburg, den

erklaͤrt werden, deren

er zugesprochen werden wird. Bevollmaͤchtigten werden die rien Justiz Rath Lindenau,

d. Trenck und Collin vorgesch

Civil⸗Senat des Königl. Ober⸗Landes⸗

Der Schneidermeister

nenn sc AEAb 2 8

unaun babant ————e

7 2 &. 2

iger fuͤr die P Vermoͤgen aber den legitimir⸗ Ermangelung der Staats⸗Kasse

Nze

aber, da zur ten Disposttion des Stifters, berg auch Saͤchsisch gewesen, der Landestheilung mit der

die Justiz⸗Commissa⸗ in der Justiz⸗Commissarius v. agen. 19. Januar 1835. gerichts. zig oder Halle studiren. Akademie bilden, Zum Anmeldungs⸗Termin ist der 2. i 1835

al⸗Citation.

2 ,e g reußischen Sta In Berlin nimmt die S Zeit der vor dem 5. Fuli 1815 errichte⸗ lung Bestellungen an.

Preußischen Herzogthume Sachsen zu genießen, muͤssen

. Universitaͤt Halle verbun⸗ [den worden ist, nach der Koͤniglich Saͤchsischen und Koͤniglich Preußischen Konvention vom 27. 1825 dermalen auf einer der beiden Untversitaͤten Leip⸗ Doch werden auch Subjecte, welche sich auf der Dresdner chirurgisch⸗medicinischen von dem Genusse nicht ausgeschlossen.

aten.

chropp'sche Kunstlam

die Universitaͤt Witten⸗

In der P. Balzschen Buchhandlung iff ascht nen und in allen Buchhandlungen Deut schlands un Septbr. der angrenzenden Laͤnder zu haben: Worte eines Christen uͤber den Geis

des gegenwaͤrtigen Unterrichtz der Kinder aus den hoͤheren und hoͤchsten Stäͤnd an Aeltern und Lebrer. Zu einem Zeugnise 8 Evangeliums wider den Geist der gegenwaͤrtigen⸗⸗

Folge aber bei

u Liegnitz stader bisherige Ober⸗Kaplan in Glogau, htner, zum Pfarrer in Hochkirch, der bisherige Ober⸗Kaplan in Liegnitz, Segnitz, zum Pfarrer in Klopschen, und der Pre⸗ digtamts⸗Kandidat Muͤller zum dritten Prediger in Freystadt

rden; 1“ E Oypeln ist der bisherige Praͤbendarius in Nikolai,

Ernst Kosmeli, zum Pfarrer in Pleß berufen worden.

Angekommen: Se. Excellenz der Koͤnigl. Wuͤrttembergi⸗

sche General⸗Lieutenant, außerordentliche Gesandte und bevoll⸗

maͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, Graf von Bismarck, von Stuttgart. b

Der Kaiserl. Russische General⸗Major Bibikoff, von

St. Petersburg. 8 Großzerzogl. Mecklenburg⸗Schwerinsche General⸗Major und General⸗Adjutant, von Boddin, von Wien.

Der Koͤnigl. Franzoͤsische außerordentliche Gesandte und be⸗ vollmaͤchtigte Minister am Koͤnigl. Saͤchsischen Hofe, von Bus⸗ sieres, von Dresden. Abgereist: Der Fluͤgel⸗Adjutant Sr. Majestaͤt des Kai⸗ sers von Rußland, Oberst Fuͤrst von Lieven, nach Dre

Zeitungs⸗Nachrichten. heeeleae n d.

St. Petersburg, 16. Mai. Nachrichten aus Moskau

und unter angemessenen Feierlichkeiten eroͤffnet worden; es waren bei der Eroͤffnung 83 Knaben in der Schule aufgenommen.

Zu dem Waisenhause, das in Reval zum Andenken an Mar⸗ tin Luther gegruͤndet werden soll, sind bereits 2300 Rubel Silber und 13,245 Rubel B. A. zusammengeschossen.

Am 7ten d. M. ist das erste Russische Schiff aus Kronstadt ausgelaufen, und am 10ten das erste fremde Schiff daselbst an⸗ gekommen.

Das Dampfboot „Alexandra“ wird nun morgen (17. Mai)

die erste diesjaͤhrige Fahrt von Kronstadt nach Luͤbeck antreten.

Aus Hapsal wird berichtet, daß am 30. April dort der Capitain der Preußischen Galeasse „Nordstern“, Stemling, mit 5 Matrosen in einer Schaluppe angekommen, nachdem das Schiff auf der Fahrt von Danzig nach St. Petersburg durch Ansto⸗ ßen an einen Wrack am unteren Theile so beschaͤdigt worden, daß die Mannschaft die Hoffnung aufgeben mußte, Schiff und Ladung zu retten.

Die Nordische Biene enthaͤlt nachstehenden Auszug eines Schreibens aus Jerusalem, welches an den Erzbischof von Mos⸗ kau gelangt ist: „Wir wollen Dir, geliebter Bruder, eine ange⸗ nehme Nachricht mittheilen. Ibrahim Pascha hat uns die Er⸗ laubniß ertheilt, Alles wiederherzustellen, was unlaͤngst durch das schreckliche Erdbeben war beschaͤdigt worden; ja, er hat sogar be⸗ fohlen, die Fenster des Auferstehungs⸗Tempels, die seit der Zeit des Aegyptischen Sultans Paladin also 648 Jahre hindurch, zu⸗ gemauert geblieben waren, wieder zu oͤffnen. Durch das derge⸗ stalt vermehrte Licht hat das Heiligthum des Grabes Christi an Erhabenheit gewonnen, und alle in demselben anwesenden from⸗ men Christen wurden von Freude erfuͤllt. Da wir wissen, wie sehr Dich unser letzter Brief uͤber das Erdbeben von Jerusalem betruͤbt hat, so halten wir es fuͤr Pflicht, Dich durch diese Nach⸗

werden muͤßten. Die ministeriellen Redner waren die Herren Viennet und Rémusat, auf welchen Letzteren zugleich die Wahl fiel. Das sechste Bureau, meist aus ministeriellen Deputirten bestehend, waͤhlte Herrn Jacqueminot zum Kommissar. Im sieben⸗ ten Bureau stimmten die Herren Aug. Giraud, Amilhau, Humann, Guizard und Agier fuͤr die Proposition, letzterer jedoch nicht ohne einige Worte des Mißfallens daruͤber, daß der Praͤsident der Pairs⸗ Kammer alle Vertheidiger unter den? wandte der Angeklagten waͤren, in Dawider sprachen, und zwar ziemlich heftig, die Herren Hek⸗ tor d'Aulnay, Toulon, Hennequin, von Laboulie und Drault. Sie behaupteten, die Pairs⸗Kammer sey um so weniger befugt, die Beleidigungen des Pairshofes zu raͤchen, als viele Mitglie⸗ der sich der Theilnahme an dem Prozesse gaͤnzlich entzogen haͤt⸗ ten. Man bestritt beiden Kammern das Recht, Deputirte auf eine mit so unvollstaͤndigen Beweisen begleitete Anklage in Ver⸗ hoͤr zu nehmen. Ueberdies sey auch in der Kriminal⸗Gerichts⸗ pflege das bloße Gestaͤndniß eines Angeklagten von gar keiner Bedeutung, so lange die Beweise nicht beigebracht wuͤrden. End⸗ lich sey die Pairs⸗-Kammer von Natur keine Richterin uͤber Mit⸗ glieder der Deputirten⸗Kammer. Zuletzt sprach Herr Hennequi

noch im Allgemeinen uͤber die der ganzen Angelegenheit zum Grunde liegende Veranlassung. Herr Augustin Giraud wuürde gewaͤhlt. Im achten Bureau erklaͤrten sich gegen die Propo⸗ sition die Herren Salverte, Garnier⸗Pagès und von Tracy. Es koͤnnten, hieß es, die inkriminirten Deputirten nicht gezwun

gen werden, sich uͤber das corpus delicti zu erklaͤren. Her

Garnier⸗Pages bemerkte jedoch, daß der „Reformateur“ und di

„Tribune“ die Unterschriften nicht dem Manuskripte entlehnt

sondern sie in der Art und in der Ordnung gegeben haͤtten, wi

sie sich unter der in allen Blaͤttern gedruckten Protestation be

Ses. Advokaten, die keine Ver⸗ Masse ausgeschlossen habe.

Jacob Joseph Buchholz aus Riga in Liefland, welcher am . September 1881 von hier fort gewandert ist, und seit dieser Zeit keine Nachrecht von sich gegeben hat, wird auf den Antrag seiner Ehefrau Rostae, geb. Dohl, hierselbst, hier⸗ durch edietaliter geladen, sich binnen drei Monaten, und spaͤtestenz in dem auf

den 22 August c., Vormittags 11 Uhr, vor dem Devutirten, Herrn Landgerichts⸗Rath Mo⸗ del an Landgerichtsstelle hier anberaumten Termine zu melden, widrigenfalls derselbe die Annahme, als habe er seine Ehefrau boͤslich verlassen, und die ohne Weiteres durch Erkenntniß erfolgende Trennung der Ebe, zu gewaͤrtigen hat. Halle, den 7. April 183.

Koͤniglich Preuhisches Landgericht.

92 17, sichergestellt; Juli

die Elisabeth oder Else Sulimma, verehel. Wil⸗ kamowski, eine Tochter des Einfaßen Friedrich Sulimma in Ploewken, geboren den 15. Maͤrz 1773, ist im Juli 1802 ihrem desertirten Ehe⸗ manne, dem Fuͤstlier Bernhardt Willamowsky vei dem Bataillon von Schachtmeyer in Jo⸗ hannisburg, gefolgt, und hat seitdem von th⸗ rem Leben und Aufenthalt keine Nachricht ge⸗ geben, ihr elterlicher Erbtheil im Betrage von 12 Thlr. 11 sgr. 8 pf. bestndet sich im Deposi⸗ torium des Land⸗ und Stadtgerichts Johannis⸗ burg; 1

der Schmidt Wilhelm Sulimma, ein Bruder der vorgenannten Elisabeth Sulimma, geboren den 28. Decbr. 1775, ist im Jahre 1802 nach Polen gegangen, und seitdem verschollen, sein elterticher Erbtheil im Bet age von 12 Thlr. 11 sar. 8 pf befindet sich im Depositorium des Land⸗ und Stadtgerichts Johannis urg;

) tee Christoph Kewarkszlies, ein Sohn des Ei⸗ genkäthner Dawidus Kwarkszlies in Schaken bei Tilse, gebvoren den 17. Marz 1780, welcher als Kupferschmidt⸗Gesell vor etwa 30 Jahren auf die Wanderschaft aegangen ist, und seitdem keine Rachricht von seinem Leben und Aufent⸗

halt gegeben hat; sein elterliches Vermoͤgen im BZecrige von circa 30 Thlr. bestndet sich im Devpositorium des Justiz-Amts Winge, so wie ibee Erben und Erbnchmer und etwa zuruͤck⸗ gebliebenen Erhen werden hierdurch aufgefordert, binnen 9 Monaten bei dem unterzeichneten Civil⸗ Senate des Koͤntgl. Ober⸗Landesgerichts, spaͤtestens nche! in dem auf 8 den 28. Novbr. 1835,

Vormittags um 10 Uhr, vor dem Heputato Heern

Over⸗Landesgerichts⸗Rath v. Wulffen anberaumten 8 Terwin, sich unter Bribringung ihrer Legitimationen zu melden, widrigenfalßz die Verschollenen fuͤr todt

faͤnden, welches eben durch die Reihefolge der Namen in den beiden Blaͤttern bewiesen wuͤrde. Herr Pagss erklaͤrte deshalb, daß, obschon er selbst das betreffende Schreiben keinesweges unterschriebe haben wuͤrde, dennoch nur durch ein Versehen des Setzers se n Name weggeblieben sey. Hr. Rauter hielt schwere Praͤsumptio⸗ nen fuͤr hinreichend, um die Proposition zu motiviren. Hr. Pa rant sah die Sache aus einem neuen Gesichtspunkte an, insofern er der Meinung war, daß der Pairs-Kammer das Recht einer vorlaͤufigen Untersuchung nicht zustehe; sie haͤtte das Faktum de Deputirten⸗Kammer denunziren, und die Kommission haͤtte eine Untersuchung bewirken und den Drucker vorladen muͤssen. Her Parant wurde fast einstimmig gewaͤhlt. Das neunte Bureau ernannte zum Kommissar Herrn Salvandy, der nebst Herrn Pis⸗ catory, gegen die Herren Golbery und Baude die Proposition in Schutz nahm. Kurz nach der Beendigung dieser Berathung erklaͤrte Herr v. Cormenin in Gegenwart einer großen Anzahl vo Deputirten dem Herrn v. Salvandy, einem Mitgliede der Kom mission, daß weder er, noch Herr Audry⸗de Punraveau das in⸗ kriminirte Aktenstuͤck unterschrieben habe. Diese Erklaͤrung wollte er vor der Kommission und vor der Kammer wiederholen. 8

Die AQuotidienne bestaͤtigt nach einem Privat⸗Schreiben aus Bayonne vom Ilten das Geruͤcht, daß Estella seit dem 5ten von den Karlisten besetzt sey. Gleichwohl moͤchte dieser Nach richt nicht unbedingt Glauben zu schenken seyn, da alle üͤbrig Blaͤtter daruͤber schweigen. 1

Der Temps enthaͤlt einen Artikel, worin er aus den letz⸗ ten Ereignissen in Spanien darzuthun sucht, daß es dort mit dem anti⸗salischen Systeme zu Ende gehe, und daß der General Cordova nur nach Madrid abgefertigt worden sey, um der ver⸗ wittweten Koͤnigin anzurathen, mit dem Don Carlos unter den bestmoͤglichen Bedingungen zu unterhandeln.

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. zung vom 15. Mai. Nach Ueberreichung einiger

gr. 8vo. Velinpapier, geh. 12 ½ sar.

„Die ungemeine Sorgfalt, welche die Aeltern boͤheren und hoͤchsten Staͤnde in unseree Zeit Unterrichte ihrer Kinder widmen, verdiente sh laͤngst von Solchen, welche dem Reiche Gottes her stehen, eine gruͤndliche Beachtung. Zwar il

Unterrichtswesen in neueren Zeiten in seiner M tiakeit anerkannt worden, und demgemaͤß auf ei hohen Grad materieller und formeller Ausbih gezracht, und jeder Tag brinat neue Ideen von vo. besserung Auf gleiche Weise kommt aber aug

unserer Zeit die Religion wieder zu Ehren’ die Welt laͤßt sich's mehr und mehr gefallen, ie Anforderungen gelten zu lassen, denn sie ist des8 duͤcfnisses sich wieder bewußt geworden, Religion

haben. So wird denn wohl eine Stimme g

werden, die ein Echo des untruͤglichen und

Menschen⸗Weisheit ewig uͤberdauernden Wortes 0 tes auf die tiefen Gebrechen des Unterrichtsve dieser Zeit hinweist, und aus dem Gotteswomi die einzigen Mittel ihrer Abhilfe mit Ernst erinna

zufolge, sind Ihre Kaiserlichen Majestaͤten am Montag den I1. d. M. Morgens wohlbehalten daselbst eingetroffen.

Unterm 13. April d. J. haben Se. Majestaͤt der Kaiser fuͤr den Hofstaat Sr. Kaiserl. Hoheit des Großfuͤrsten Thron⸗ folgers einen neuen Etat genehmigt, der sich hiernach auf 327,000 Rubel belaͤuft und dessen Personale aus 35 Individuen besteht.

Der Hofstaats⸗Secretair Ihrer Majestaͤt der Kaiserin, Wirk⸗ hre Oenaterath Chambeau, hat den Stanislaus⸗Orden erster

asse erhalten. b e. Majestaͤt der Kaiser haben den Professoren an der Koͤ— niglichen Universitaͤt zu Berlin, Geheimen⸗Rath Lichtenstein, den wladimir,rden vierter Klasse, und Dr. Kranichfeld einen Bril⸗ ant⸗Ring verliehen.

„Die Kaiserlich Russische Akademie hat zu ihren wirklichen Mitgliedern den General der Infanterie Weljaminoff, den Ge⸗ each und Senator Malinowsky und den Hofrath Rus— ow erwaͤhlt.

Das Journal des Ministeriums des Innern ent⸗ nzigen haͤlt einen Auszug aus dem Berichte des Justiz⸗Ministers fuͤr Nicht die Lehrer allein, auch die Aeltern, img das Jahr 1833, wovon Nachstehendes einige Data sind: „Laut sich nicht mehr der naͤhern Bekanntschaft mit Uecden Angaben des Senats uͤber seine eigene Rechtspflege in sie so nabe angehenden und so hochwichtigen riminal⸗Angelegenheiten standen als Angeklagte vor Gericht: genstand entztehen, an welchem, mehr als an 90 2) Krons⸗Bauern 2475 (von 6,333,467 maͤnnlichen Individuen) 11. das Heil jedes einzelnen, wie des und Angehoͤrige von Privatleuten 2059 (von 9,787,762 maͤnnli⸗

Zu Pefffghenaen empfehlen sich in Berlin: Mi zaht . Sh b; vwsschen ge ler und die s dieser und aus jener asse i g allend. 2 us der Stuhrsche Buchhandlat so wenig zahlreichen Buͤrgerklasse (835,071 Seelen) 1100; also

86 8 Schloßplatz Nr. 2 ungefaͤhr der vierte Theil im Verhaͤltnisse zu den Angeschuldig⸗

nin C- dem Bauernstande, welcher beinahe 20 Mal zahlreicher st. 3) Die Zahl der Angeklagten weiblichen Geschlechts betraͤgt etwa 8” Sechstel der maͤnnlichen. 4) Von den Angeklagten wurden 4902 sculdig befunden und 1622 losgesprochen. 5) Zu schweren Strafen hurden 111 verurtheilt, 711 zur Deportation nach den Ansiede⸗ wugen, zu Festungsarbeit und zum Kriegsdienst; leichte Strafen urden 4170 Verbrechern zuerkannt. Am haͤufigsten kamen fol⸗

angesetzt, und es werden daher alle Subjecte, sowohl aus dem Koͤnigreiche Sachsen als auch Herzogthume Sachsen, welche nach obigen Anspruch auf das Sti⸗ pendium zu haben vermeinen, hiermit aufgesordert, am ersagten 2. Juli d. J. auf dem allhiesigen Rath⸗ hause persoͤnlich oder scheiftlich sich anzumelden, und ihre Verwandtschaft, Wuͤrdigkeit und sonstigen Er⸗ fordernisse zu bescheinigen, und sodann des Weitern zu gewaͤrtigen. 1 Bernstadt in der Koͤniglich Saͤchsischen Oberlausitz, am 1. Mai 1835. Der Stadtrath daselbst Samuel Gottfried Engelmann, Buͤrgermeister. racrmnaxxan Hza ürnsaCHDA. xnxmermemm rarische Anzeigen. Von dem, Sr. K nigl. Ioheit dem Kron- Prinzen von Preufsen ehrfurchtsvoll ge- widmeten Werke des Königl Bayersch. wfrkl. Geheimen Raths, Ritlers von Wiebekinz zu München, welches in 2zwei Quartbünden, bereichert mit einem Atlas, sechs und dreifsig topographisch-bydragraphii- sche genaue Karten und steben Kupler enthaltend. und das folgenden Tietel fuhrt: „Vier Bücher von dem Wissenswürdig- sten und Nützlichsten der Wasserbau- kun de, heglellet von den merkxvürdigsten und W“ hersatela 18 er g gen, erscheint der erste Band noch in diesem Jal ve. mandtschaften Subjecte studiren, dergestalt, daß die dieses Werk, wovon jeder Band 6 98 9 e 12 Haͤlfte ein Subject aus der einen, die andere scriptions-Preise kostet, der bei der Ablielerung Halfte aber ein Subject aus der andern Verwandt⸗bezohlt wird, sammelt jede solide Buchhandluns schaft bekommt, getheilt werden soll, und daß die Sabscription. Nuach Erscheinung des ersten Bandes hetsnseh . von dem hiesigen Overpfarrer bei uns tritt ders- Ladenpreis von 8 Dukaten füc jeden Band zu pr. sent ren sind. ein. Diejenigen, welche die Baukunde studicen oder Das Stipendium haben dermalen Subjeete sowohl ausühen. so wie die Liebhaber derselben, können qus dem Koͤnigreiche Sachsen als aus dem Koͤniglich sich auch direct an den Verkasser wenden.

richt zu beruhigen, damit Du auch die geistige Freude mit uns theilen moͤgest.“

Warschau, 19. Mai. Der Kaiserlich Oesterreichische Ge⸗ neral⸗Major Fuͤrst Karl von Liechtenstein ist auf seiner Ruͤckreise von St. Petersburg nach Wien hier wieder durchgekommen.

Der General⸗Lieutenant Golowin, praͤsidirender General⸗Di⸗ rektor der Regierungs⸗Kommission des Innern und der geistlichen bbbe ist von seiner Inspectionsreise nach Warschau zuruͤckgekehrt.

Auf den letzten Warschauer⸗Maͤrkten zahlte man fuͤr den Gerste 160

8

Forh Roggen 16 ½ 18 Fl., Weizen 20— 22 Fl., bis 18 ¾ Fl. und Hafer 10 ½ 12 Fl. 8

Frankreich.

Paris, 16. Mai. Die Deputirten⸗Kammer beschaͤf⸗ tigte sich (wie bereits erwaͤhnt) in ihrer vorgestrigen und gestrigen Sitzung mit dem Budget des Kriegs⸗Ministe, riums. Die Berathungen, die daruͤber gepflogen wurden, wa⸗ ren von keinem erheblichen Interesse, weshalb wir uns darauf beschraͤnken, hier die bewilligten Summen auf; ufuͤhren: 1) Ge⸗ halte fuͤr die Central⸗Verwaltung 1,354,000 bar. 2) Bureau⸗ Kosten 230,000 Fr.; 3) Druck⸗Kosten 130,000 Fr.; 4) fuͤr die Generalstaͤbe 14,300,000 Fr.; 5) ffp̃r die Gendarmerie 17,779,400 Fr.; 6) füuͤr das Rekrutirungswesen 475,000 Fr.; 7) fuͤr die Militair⸗Gerichtsbarkeit 209,000 Fr.; 8) fuͤr den Sold und Un⸗ terhalt der Truppen 118,645,000 Fr.; 9) fuͤr Bekleidung und Lager⸗Geraͤthschaften 10,096,000 Fr.; 10) fuͤr die Militair⸗Bet⸗ ten 4,855,000 Fr.; 11) fuͤr Zaumzeug 230,000 Fr.; 12) fuͤr Fourage 16,638,000 Fr.; 13) fuͤr Transporte 913,000 Fr.; 14) fuͤr das Kriegs⸗Depot und die große Karte von Frankreich 277,090 Fr.; 15) fuͤr das Artillerie⸗Material 6,905,000 Fr.; 16) an Inaktivitaͤts⸗Sold 388,000 Fr.; 17) fuͤr das Ingenieur⸗ Corps 9,475,000 Fr.; 18) fuͤr die Remonte der Armee 2,668,000

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Bekanntmachung. E; ist das von weil Heren Buͤrgermeister Tobias Engelmann allhier fundirte alademische Stipendium, bestehend in Zinsen von 1000 Thaler Kapital, vakant, und soll anderweit auf 3 Jahre, wenn der Pereipient so lange wirklich studirt, vergeben werden.

Die Disposttion des Stifters vom 14. Maͤrz 1717 geht dahln: daß es ein Subject, welches aus sei⸗ ner oder seiner Ebegattin, weil. Frau Elisabeth, geb. Schusterin, verehel. Engelmannin, Verwandtschaft auf Saͤchsischen Universitaten studirt, oder sonst ein geschicktes und frommes auf Saͤchsischen Universitaͤ⸗ ten studirendes biesiges Stadtkind drei Jahre hinter⸗ einander genießen, im Fall aber aus beiden Ver⸗

So eben ist bei mir erschienen und für 2 9 haben:

Numismata medil aevi inedita commer tariis ac tabulis illustravit Theophi lus Friedländer. Particula prima Ato. h-

TI. Trautwein in Berlin,

Zzu

Bittschriften

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