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entspann sich eine lebhafte Debatte zwischen den Lords Wicklow, Melbourne, Londonderry und Haddington uͤber die Prozession, mit welcher Lord Mulgrave bei seinem Einzuge in Dublin em⸗ pfangen wurde. Der Graf von Wicklow wollte naͤmlich in der Art und Weise dieses Empfanges etwas Gesetzwidriges und Aufruͤhrerisches finden, denn es sey nicht eine geziemende Kund⸗ gebung der oͤffentlichen Gesinnung gewesen, wie etwa bei dem Abgange des Grafen von Haddington von Dublin, sondern eine von einem einzigen Individuum, das in Irland große Macht und Einfluß besitze, organisirte Zusammenrottung von Volksmas⸗ sen, indem sogar in den katholischen Kapellen Dublins und der eumgegend den Leuten befohlen worden sey, sich zu ei— ner bestimmten Stunde zu versammeln, und man habe, einer unter dem Greyschen Ministerium erlassenen Akte zum Trotz, Partei⸗Symbole und Paniere bei dieser Gelegenheit tragen sehen. Wenn nun die Berichte uͤber diesen Einzug des Lord⸗Lieutenants von Irland in Dublin gegruͤndet waͤren, fuhr der Redner fort, und wenn Lord Mulgrave sich zu einer solchen Prozession hergegeben habe, so sey derselbe unfaͤhig, das Schwerdt der Gerechtigkeit in Irland unparteiisch zu handhaben. Wie koͤnne Graf Mulgrave die Gesetze gegen Andere ausfuͤhren, wenn er selbst gleich bei seinem Einzuge eine so direkte Ver⸗ letzung derselben geduldet habe? (Hoͤrt, hoͤrt!) Ein solches Benehmen muͤsse die Loyalen und Gutgesinnten in Irland entmuthigen, denn sie koͤnnten kein Vertrauen zu einem Ministerium haben, das sich zu den Demonstrationen einer Partei hergebe, die von den jetzigen Ministern selbst im Parlament so oft angeklagt worden sey. (Hoͤrt, hoͤrt „Noch ein anderer Umstand“, sagte Graf Wicklow, „soll statt⸗ gefunden haben, der, wenn er wahr ist, scharf geruͤgt werden muß. Ich hoͤre naͤmlich, daß der General⸗Fiskal fuͤr Irland bei einem oͤffentlichen Diner einen Toast sanctionirt hat, der auf eine baldige Aufhebung der Union gerichtet war. Dies mit dem Um⸗ stande zusammengehalten, daß in der Prozession Banner mit der Inschrift: „Aufhebung der Union, keine Zehnten und O'Connell fuͤr immer“ getragen wurden, so scheint mir das ganze Verfah⸗ ren von hoͤchst besorglichem Charakter, und ich hoffe, der edle Viseount, den ich heute auf seinem Platz sehe, wird diese Gele⸗ genheit ergreifen, um die Gemuͤther des Volks in der genannten Beziehung zu beruhigen. Ich frage daher erstens, ob der edle Viscount eine authentische Nachricht daruͤber erhalten hat, daß der edle Graf auf die beschriebene Weise in Dublin eingezogen ist, und zweitens, welche Schritte die Regierung ge⸗ than hat, um ihr Mißfallen uͤber ein solches Verfahren zu be⸗ zeigen.“ (Hoͤrt, hoͤrt!) Lord Melbourne antwortete, er habe keine offizielle Nachricht uͤber den beregten Gegenstand erhalten, sondern nur aus den Zeitungen erfahren, daß der Einzug des Lord⸗Lieutenants in Dublin eine große Menschenmenge versam⸗ nelt und daß sich die oͤffentliche Gesinnung dabei auf eine sehr nthusiastische Weise kund gegeben habe, aber von ungesetzlichen Zusammenrottungen und vom Umhertragen von Partei⸗Bannern wisse er nichts.
„Wenn das Gesetz verletzt worden waͤre“, fuhr der Premier⸗ Minister ses. „so wuͤrde es ohne Zweifel durch die gewoͤhnlichen Mittel, die der Regierung zu Gebote stehen, geraͤcht werden. Was
ie Bemerkung betrifft, daß man sich bemuͤht habe, Personen zu⸗ ammenzubringen, um die Ankunft des Lord⸗Lieutenants zu feiern, o will ich nur sagen, daß solche Versammlungen nicht immer aus freiem Antriebe hervorgehen. Ich kann nicht umhin, zu glauben, daß die Protession, mit welcher meinem edlen Freunde (dem Grafen von Haddington) bei seinem Abzuge aus Dublin das Geleit gege⸗ ben wurde, auch nicht ganz unvorbereitet war, und daß die Anhaͤn⸗ ger der Grundsaͤtze meines edlen Freundes nicht etwas dafuͤr gethan
daben sollten; und es liegt in der Natur der Dinge, daß es so ist. Spolche Versammlungen koͤnnen nicht ganz aus freien Stuͤcken im
Augenblick entstehen, sie muͤssen immer vorher verabredet werden. Uebrigens mein edler Freund, der jetzt an der Spitze der Irlaͤndischen Regierung steht, ein so unparteiischer und gerechtigkeit⸗ liebender Mann, daß er gewiß die Gesetze gegen alle Parteien red⸗ lich und gewissenhaft verwalten und der Erste seyn wird, der sie ge⸗
en Personen, von denen sie bei dieser Gelegenheit uͤberschritten wor⸗
en h oder bei einer anderen uͤberschritten werden moͤchten, gel⸗ tend machen wuͤrde. (Hoͤrt, hoͤrt!) Der edle Graf (Wicklow) hat noch einiger anderen Thatsachen erwaͤhnt, auf die ich mich nicht ein⸗ lassen kann, weil sie mir ganz unbekannt sind. Ich kann jedoch diese Gelegenheit nicht voruͤbergehen lassen, ohne die Grundlagen zu be⸗ zeichnen, auf welchen das Ministerium sowohl in diesem Lande als in Irland zu handeln entschlossen ist, und ich erklaͤre daher, daß alle diejenigen, die sich eine Uebertretung der Gesetze zu Schulden kommen lassen sollten, dafuͤr werden zur Rechenschaft gezogen wer⸗ den.“ (Hoͤrt, hoͤrt!) b
Der Marquis von Londonderry, der hierauf das Wort nahm, aͤußerte sich im Wesentlichen folgendermaßen:
Ich wundere mich nicht uͤber den Panegyricus zu Gunsten des jetzigen Lord⸗Lieutenants von Irland, womit der edle Viscount seine Rede geschlossen hat; doch will ich noch eine Frage in dieser Bezie⸗ hung thun, naͤmlich ob die Befehle zu jener Prozession von dem Protektor der Verwaltung des edlen Viscounts, von dem ehrenwer⸗ then und gelehrten Mitgliede fuͤr Dublin, vor der Ankunft des ed⸗ len Grafen in Irland ertheilt worden (hoͤrt, boͤrt, und Gelaͤchter), und, wenn dies der Fall war, wem das Geschaͤft uͤbertragen wurde, sie zu vollziehen (boͤrt!), und ob dies Verfahren die Sanction des Lorb⸗Lieutknants erhalten? (Hoͤrt!) Der edle Viscount sagt, er habe von dem Umhertragen von Flaggen und Bannern mit der In⸗ schrift. „Aufbehung der Union, O Connell fuͤr immer, die aufge⸗ hende Sonne u.s. w.“ nichts gehoͤrt; aber die Sache ist so ausfuͤhr⸗ lich in verschiedenen Briefen und in den oͤffentlichen Blaͤttern er⸗ zaͤhlt worden, daß der edle Viscount, wenn er wirklich nichts da⸗ von gehoͤrt, der einzige Mann im Lande ist, dem diese Vorfaͤlle un⸗ bekannt geblieben sind. Es muß also, da dies allgemein berichtet worden sst, sogleich eine Untersuchung uͤber die Sache eingeleitet werden (hoͤrt!), und das Ministerium muß ven dem Lord Licutenant von Irland Aufschluͤsse daruͤber fordern, ob sich wirklich Alles so verhaͤlt. (Hoͤrt, hoͤrt!) Ich bestehe darauf um so dringender, als mir von einer — in Irland, die mit dem Zustande jenes Landes genau bekannt ist, Folgendes geschrieben wird; „Lord Mulgrave's Einzug in hiesiger Stadt hat eine gewaltige Demonstration der Macht O'Connell’s veranlaßt, und da man dieser Partei er⸗ laubt hat, ihre Farben beig dieser Gelegenheit zur Schau zu tragen, so wird sich die loöhale protestantische Partei bewogen fuͤhlen, am 12ten Juli dieses Jahres ebenfalls einen öffentli⸗ chen Aufzug zu halten, und dann fuͤrchte ich einen schreckli⸗ chen Kampf.“ Wenn also der Lord⸗Lieutenant oder irgend ein Mitglied des Ministeriums nicht augenblicklich eine Erklaͤrung oder einen Befehl erlaͤßt, worin das Mißfallen der Regierung an jener Prozession kundgegeben wird, so kann der edle Viscount versichert seyn, daß die Hrangisten nicht ruhig bleiben werden, in welchem Fall am 12 Juli das Schlimmste zu gewaͤrtigen ist. Wenn man deen Geruͤcht glauben naefse hat ein edler Lord von hohem Anse⸗ hen selne Stelle im Koͤniglichen Haushalt in Folge der muthmaßli⸗ chen Gewalt des Herrn O'Connell niedergelegt, und wenn man die Sachen so ecce gechn laͤßt, dann wird alles Eigenthum, alle Einsicht Irlands sich erheben muͤssen, um die unhetlvollen Folgen E- gus einem solchen System entsprießen muͤßten.“ (Hoͤrt, hoͤrt! — ¹ Lord Melbourne hielt mehrere dieser Bemerkungen fuͤr ganz vafetetg; daß Partei⸗Versammlungen verbeten werden muͤß⸗ ten, fuͤhle er so gut wie der edle Marquis, aber er frage, ob der
edle Graf (Mulgrave) hier in England im Stande gewesen sey, “ zu seinem Empfange in Dublin zu verhindern.
rt.
bgnn mein edler Freund gegenuͤber (Graf Haddington)“, sagte der Minister, „den ich dabei nicht im mindesten tadeln will, konnte er die Versammlung der Prozesston verhindern, die ihn von Dublin aus begleitete? (Hoͤrt!) Niemand kann solche Demonstra⸗ tionen weniger wuͤnschen, als ich, weil ich weiß, daß sie immer eine aͤhnliche Demonstration von Seiten der anderen Partei, die ihre Macht dann guch zeigen will, zur Folge haben. (Hoͤrt!) Aber die Frage ist, wie man sie verhindern soll? Doch will ich ohne Be⸗ denken erklaͤren, daß, wenn bei der erwaͤhnten Gelegenheit etwas Gesetzwidriges vorgekommen seyn sollte, eine Untersuchung daruͤber eingeleitet werden wird. (Hoͤrt, hoͤrt!) Es stand nicht in der Macht der Englischen oder der Irlaͤndischen Regierung, bei der Ankunft eines Ober⸗Statthalters, den das Volk mit Genug⸗ thuung begruͤßte, die Versammlung einer Prozession mit Panieren, die allgemeine Kundgebung der oͤffentlichen Gesinnung zu verhin⸗ dern. Niemand kann uͤbrigens mehr als ich die Leidenschaftlichkeit der Parteien in Irland, Niemand mehr als ich die starke Scheide⸗ wand bedauern, die zwischen den verschiedenen religidsen Sekten in jenem Lande noch immer besteht, und Niemand kann eifriger be⸗ muͤht seyn, ein Mittel aufzufinden, um sie zu beruhigen und aus— zusoͤhnen. Wenn beide Parteien dahin gebracht werden koͤnnten, ihre Erbitterung gegen einander fahren zu lassen, dann koͤnnte etwas Wirksames zur Sicherung des Friedens und Gedeihens von Irland grthan werden. (Hoͤrt, hoͤrt!) Was das Geruͤcht anbetrifft, welches sich, wie der edle Marquis sagte, uͤber die Resignation einer edlen Person, die ein hohes Amt im Koͤniglichen Haushalt bekleidete, verbreitet hat, naͤmlich, daß der Grund davon eine Meinungs⸗Ver⸗ schiedenheit gewesen sey, in der sich dieselbe mit den Ministern in Betreff einer großen politischen Frage befunden habe, so bin ich von dem edlen Marquis, von dem hier die Rede ist (dem Marquis von Wellesley), zu der bestimmten Erklaͤrung autoristrt, daß die Ursa⸗ chen, welche man seiner Resignation (als Ober⸗Kammerherr) unter⸗ gelegt hat, ganz ungegruͤndet sind. Er hat sich von seinem Posten nicht aus den angegebenen Gruͤnden zuruͤckgezogen. Jener edle Mar⸗ quis billigt die Politik des jetzigen Ministeriums mit Hinsicht auf die Irlaͤndischen Angelegenheiten, und er kann also nicht aus den von dem Geruͤcht bezeichneten Gruͤnden abgetreten seyn.“
Hierauf erhob sich der Graf von Haddington und sagte, er fuͤhle sich gedrungen, uͤber die Vergleichung desjenigen, was bei seiner Abreise von Dublin vorgefallen, mit dem, was bei der Ankunft seines Nachfolgers stattgefunden, einige Bemerkungen zu machen; im ersteren Fall habe man weder Flaggen, noch Ban⸗ ner, noch Farben, noch irgend ein Partei⸗Zeichen gesehen, sondern es sey eine freiwillige, nicht veranlaßte Manifestation der ihm von einer großen und zahlreichen Menge gezollten Achtung und Gewogenheit gewesen; haͤtte er auch Schritte thun wollen, um die Prozession zu verhindern, so glaube er, sie wuͤrden nichts geholfen haben (hoͤrt!), und es wuͤrde auch sehr undankbar fuͤr eine so große Guͤte gehandelt gewesen seyn (hoͤrt!); ob es in der Macht seines Nachfolgers gestanden habe, die Manifestationen zu verhindern, die bei dessen Ankunft stattgefunden haͤtten, daruͤber wolle er kein Urtheil aussprechen.
Lord Brougham bestaͤtigte die Versicherung des Premier⸗Mi⸗!
nisters hinsichtlich der Resignation des Marquis von Wellesley, indem er erklaͤrte, daß ihm die Absicht des edlen Marquis, sein Amt als Ober⸗Kammerherr niederzulegen, schon bekannt ge⸗ wesen sey, ehe noch eine Nachricht von dem, was bei der Ankunft des Lord Mulgrave in Irland vorgefallen, zu den Ohren des Ministeriums gelangt waͤre, so daß also diese Vorfaͤlle nicht der Anlaß zu jener Resignation haͤt⸗ ten seyn koͤnnen; er brauche, fuͤgte er hinzu, nicht den ganzen Inhalt der Unterredung anzufuͤhren, die zwischen ihm und dem Marquis von Wellesley uͤber dessen Entschluß stattgefunden, aber so viel koͤnne er versichern, daß die Gruͤnde, die denselben dazu bewogen haͤtten, den angegebenen direkt entgegengesetzt seyen. Der Marquis von Londonderry meinte, es wuͤrde mehr Ein⸗ druck gemacht haben, wenn das, was der edle und gelehrte Lord gesagt, dem Hause von einem der vertraulichen Rathgeber Sr. Majestaͤt versichert worden waͤre, woruͤber Lord Brougham einige spoͤttische Bemerkungen nicht unterlassen konnte, unter an⸗ deren, daß aus den Worten des edlen Marquis hervorginge, man duͤrfe einer Angabe keinen Glauben schenken, wenn sie nicht von einem der 12 Minister des Koͤnigs bestaͤtigt wuͤrde. Der letztge⸗ nannte Lord uͤberreichte hierauf eine Bittschrift des Londoner Ge⸗ meinderaths zu Gunsten der Aufhebung des Zeitungs⸗Stempels und wiederholte bei dieser Gelegenheit seine schon oͤfters mit⸗ getheilten Ansichten uͤber diesen Gegenstand.
Unterhaus. Sitzung vom 15. Mai. Herr O'Brien fragte den Kanzler der Schatzkammer, ob der Bericht der Ir⸗ laͤndischen Kirchen⸗Kommissarien noch nicht eingegangen sey, und wann das Ministerium mit der Kirchen⸗Frage vorzuschreiten ge⸗ denke? worauf Herr Spring Rice erwiederte, der Bericht sey noch nicht in den Haͤnden des Ministeriums, werde aber naͤch⸗ stens erwartet, und die Minister wuͤrden es dann fuͤr ihre Pflicht und fuͤr ihr Interesse halten, die Irländische Kirchen-Sache so bald als moͤglich zur Sprache zu bringen. Lord Chandos ver⸗ schob auf eine Vorstellung des Herrn Spring Rice seine Motion in Bezug auf die Noth der ackerbautreibenden Klasse bis zum 25. Mai. Hierauf folgte ein langer Wortwechsel rein persoͤnlicher Art zwischen Herrn Roebuck und Herrn Spring Rice, indem Ersterer dem Minister vorwarf, daß er in seiner fruͤheren Stellung als Kolonial⸗Minister unred⸗ lich gegen Kanada gehandelt habe, und ihn fragte, ob er dem Gouverneur dieser Kolonie, Lord Aylmer, die Summe von 31,000 Pfund aus der Militair⸗Kasse des General⸗Einnehmers oder aus den Kolonial⸗Fonds habe zahlen lassen. Der Kanzler der Schatzkammer aͤußerte sich sehr entruͤstet uͤber diesen ganz unzeitigen Angriff, fand sich jedoch bewogen, sein Beneh— men in einer langen Rede zu vertheidigen, die nichts von allgemeinem Interesse enthaͤlt. Die Frage des Herrn Roebuck bezeichnete er ebenfalls als eine bloße Schikane, da der⸗ selbe sehr gut wissen muͤsse, daß jene Summe nicht aus den Kolo⸗ nial⸗Fonds genommen worden sey. Das Haus verwandelte sich sodann in einen Subsidien⸗Ausschuß und bewilligte 109,558 Pfd. fuͤr die Veoomanry und das Freiwilligen⸗Corps, nachdem ein Amen⸗ dement des Herrn Hume, diese Summe um 48,650 Pfd. zu reduziren, mit 77 gegen 17 Stimmen verworfen worden war. Schließlich erhielt Oberst Evans die Erlaubniß, eine Bill zur Aufhebung der jetzt bestehenden Gesetze in Betreff fremder Wer⸗ bungen in England einbringen zu duͤrfen.
London, 16. Mai. Der Koͤnig ertheilte gestern dem Gra⸗ fen Liverpool im St. James⸗Palast eine Audienz. Nachmittags kam Se. Koͤnigl. Hoheit der Herzog von Cambridge von Rot⸗ terdam hier an und stattete Ihren Majestaͤten sogleich in Be⸗— gleitung des Prinzen Georg einen Besuch ab. Ihre Majestaͤten kehrten darauf nach Windsor zuruͤck.
Die Hof⸗Zeitung meldet die Erhebung des General⸗Fis⸗ kals Herrn Robert Monsey Rolfe zum Ritter.
estern uͤberreichte der Graf Wilton, begleitet von den Herren Barton, William Garnett, Coirie, Trafford und Ande⸗
ren, Sir Robert Peel eine Adresse der Staͤdte Manchester un
worunter eine große Zahl der reichsten, intelligentesten und ach barsten Bewohner dieser wichtigen Staͤdte. tet folgendermaßen: „An den sehr ehrenwerthen Baronet Sir Robert Peel, Sir! Wir, die unterzeichneten Bewohner der Staͤdte Man und Salford und der Umgegend, fuͤhlen uns veranlaßt, bei der ge genwaͤrtigen Krisis der oͤffentlichen Angelegenheiten, Ihnen unsen Gesinnungen uͤber Ihr der Krone waren, darzulegen. Indem wir deshalb eine Adresse Sie richten, muͤssen wir aussprechen, wie sehr wir Ihre Talent, wodurch Sie Ihre politischen Gegner zur Anerkennung Ihrer un. bestreitbaren Ueberlegenheit noͤthigten, bewundern, wie sehr wir Fhn Entscheidungen billigen, Ihre Rechtlichkeit zu wuͤrdigen wissen/ die Opfer, welche Sie dem Staatsdienst gebracht, dankbar anerfn⸗ nen. Seit der Versammlung des jetzigen Parlaments sind wirg alle Bemuͤhungen, die man sich gegeben, um das Land Ihrer Ia. ste als Minister zu berauben, aufmerksam gewesen. Wir habenz selben ihres Zweckes wegen mit Argwohn, und die Art, wie dac schaͤndliche Zweck erreicht wurde, mit großem Mißfallen wahrgenmn men. Mit Interesse und Bewunderung sind wir Zeuge Ihres Km, pfes mit einer unnatuͤrlichen Coalition der Parteien gewesen. 1 haben gesehen, wie diese Parteien, nachdem sie den Versuch aufgag ben, Sie durch einen direkten Antrag zu entfernen oder auf Ihre He ausforderung zu antworten und ihre eigenen Drohungen zu diesem 3ne auszufuͤhren, einen Gang eingeschlagen haben, der mit Gefahr fͤr Protestantismus verknuͤpft ist, und wie sie uͤbereilte Beschluͤsse gesth haben, die von ihren eigenen Anfuͤhrern (indem sie auf Zeugen⸗Am sagen sich stuͤtzen, die noch gar nicht geliefert worden sind) als w zeitig bezeichnet worden sind. Wir hoffen ernstlich, daß Ihr Rüͤt tritt von der hohen Stellung, die Sie vor kurzem mit so ausgezest. neter Geschicklichkeit und Maͤßigung einnahmen, nur eine kurze z dauern wird, und wir glauben, nach unserer aus der Vergangenhea geschoͤpften Erfahrung, daß wir, wenn Sie wieder zum Amte zurit kehren, nur Gelegenheit finden werden, den Ausdruck des in dies Adresse ausgesprochenen ungeheuchelten Vertrauens und das Ana bieten einer solchen ergebenen Unterstuͤtzung und Ermuthigung Ihren Anstrengungen zum Besten des Landes, als jener Ausdruch verleihen im Stande ist, zu wiederholen.“ — Sir Robert Peel hat auf diese Adresse die nachstehende wort ertheilt: „Mylord! Erlauben Sie mir, die Ihnen heute Morgen mum lich gegebene Versicherung, daß die Adresse, welche Sie von Mu⸗ chester, Salford und Umgegend mir bei Gelegenheit meines qlue⸗ scheidens aus dem Amte zu uͤberreichen beauftragt waren, mir we groͤßten Genugthuung gereicht, hierdurch schriftlich zu wied erholn Sie hat mit mehreren Adressen, die ich empfangen habe, daß e⸗ mein, daß sie Unterschriften traͤgt von Maͤnnern, die wegen ihte Standes, Vermoͤgens und Charakters der hoͤchsten Achtung genie⸗ ßen, so wie von Personen aus allen Klassen der Gesellschaft, ne saͤmmtlich ein hohes Interesse haben an der Erhaltung der Ordmmg und jener Institutionen, welche die beste Garantie der Wohg⸗ fahrt und der geregelten Freiheit sind. Aber sie hat noch da Vorzug, daß sie von Personen unterzeichnet ist, mit dena ich (ich bin stolz darauf, es zu sagen) noch durch anden Bande, als Gleichheit der Ansichten uͤber politische Angelegenhte⸗ ten, verbunden bin — von denjenigen naͤmlich, welche die natuͤrl⸗ chen Repraͤsentanten von Interessen sind, denen ich sowohl, als meine Familie, zur lebhaftesten Theilnahme verpflichtet bin, und die in e⸗ nem Distrikte leben, zu dessen Landsleuten ich mich auch fast rechnen moͤchte, und an dessen Woblfahrt ich stets den waͤrmsten und innigsten an⸗ theil nehme. Ich kann mit voͤlliger Wahrheit versichern, daß fuͤr die Anstrengungen, welche das mir uͤbertragene Amt von mir gefordert, oder fuͤr die Kraͤnkungen, welche eine unbillige Opposition mir zu gefügt hat, durch diesen herzlichen Beweis der Achtung und des ertrauens, der mir auf einem Wege zu Theil geworden in, der,
wenn es moͤglich waͤre, seinen inneren Werth noch erhoͤhen wuͤrde
mehr als belohnt bin. Ich habe die Ehre u. s. w. Robert Peel.“
Gestern begab sich eine Deputation zu Sir R. Peel, m ihn zu einem oͤffentlichen Diner einzuladen, welches die Waͤhlen schaft von Marylebone ihm zu geben beabsichtigt. Herr Mackuy non, Wortfuͤhrer der Deputation, sagte, er koͤnne die gegenwir⸗ tige Gelegenheit nicht vorbeigehen lassen, ohne auszusprecha wie sehr sie Alle das Benehmen Sir Robert Peel's in w schwierigen Lage, in der er vor kurzem sich befunden, bewund ten. Sir Robert Peel sprach seine voͤllige Anerkennung der ißr zugedachten Ehre aus, glaubte indeß, daß der Zweck, den ma mit einem oͤffentlichen Diner beabsichtigte, schon durch die Anwe senheit der Deputation erreicht sey. Er habe vor kurzem ein aͤhnliche von der City von Westminster und eine au dere von seinen Freunden im Parlament an ihn ergangen Einladung abgelehnt. Er glaube, daß durch oͤffentliche Versomme lungen der Art, weil sie die Mittel zur Aeußerung der äfentl chen Meinung darboͤten, viel Gutes geleistet werden kännte allein man koͤnne auch darin zu weit gehen, und im gegenwaͤrtigen Augenblick habe er hinreichende Gelegenheit, die politischen Gesa— nungen seiner Freunde im Parlament auszusprechen. Wenn den von der Deputation beabsichtigten Zweck durch die Annahn ihrer Einladung zu einem oͤffentlichen Diner befoͤrdern koͤnne, wolle er, mit Beiseitsetzung aller persoͤnlichen Ruͤcksichten, ihre Wuͤnschen nachgeben, aber fuͤr jetzt muͤsse er um die Erlaubni bitten, die ihm zugedachte Ehre ablehnen zu duͤrfen.
Nach den letzten Nachrichten aus Staffordshire ist es knn zu bezweifeln, daß Sir Francis Goodricke mit einer bedeutend Mehrheit gewaͤhlt werden wird. In einer zu Wolverhampla gehaltenen Versammlung wurde beschlossen, die Kosten sein Wahl durch Subscription aufzubringen, und an demselben Abe wurden noch 2090 Pfd. unterzeichnet.
Ein Handels⸗Circularschreiben aus Liverpool vom 16. M giebt folgende Zusammenstellung der Nachtheile des gegenwaͤn gen Britischen Getreide⸗Zollsystems: „Die Consumtion Groh britaniens und Irlands besteht in 12 Mill. Quarters Weize und 40 Mill. Auarters aller uͤbrigen Kornarten, 52 Mil.] sammen. Der woͤchentliche Durchschnittspreis in London ie am 4. Maͤrz 42 Sh. 9 P. fuͤr Weizen, und mit Ruͤcksicht a Quantitaͤt des Consumos anderer Getraidesorten 25 Sh. 6, im Durchschnitt. Die Anzahl der Quarters mit diesen Prels multiplicirt, bringt den Werth des Consumos in runder Summ mit 75 Mill. Pfd. Nun sind in diesem gegenwaͤrtigen Mant Maͤrz die Londoner Preise 75 pCt. hoͤher als die Amsterdame und 90 pECt. hoͤher als die Hamburger, und ist das Resul wie folgt:
Platz: London
London Consumo kostet: bezahlt demnach mehe⸗ . 75,000,000 Pfd. Amsterdam. 43,000,000 » 32,000,000 Pfd.. Hamburg . 39,000,000 » 36,000,000 „ und der Durchschnitts⸗Ueberschuß dieser zwei Plͤtze zeigt, g die Englische Nation eine Brodtaxe (an sich eine der allersche testen Arten von Besteuerung) von 32 Mill. Pfd. pr. Jahr — zahlt, eine Summe, die uͤber 2 Mill. die Zinsen der Gouvem⸗ ments⸗Schuld Englands uͤbersteigt. Diese Berechnung besaͤn sich ebenfalls richtig dadurch, daß man die gegenwaͤrtigen Bio preise fremden Getraides mit Ruͤcksicht auf den Consumo Kornarten gegen Englisches vergleicht, welches ein aͤhnliches
Salford und deren Umgegend, die 10,602 Unterschriften reän giebt. 7
Diese Adresse lau
cheste
Benehmen, waͤhrend Sie Premier⸗Minisin
tsgenossen die wohlwollendsten Beweise der Theilnahme an sei⸗
— Bei dem gegenwaͤrtigen Korngesetze Englands. kann fuemden Laͤndern nicht konveniren, ihre Felder zu kul⸗ um groͤßere Quantitaͤten Getraide zu produziren, die Zulassung fremden Korns so ungewiß in England und Jahre daruͤber hingehen koͤnnen, wo die Ein⸗ durch hohe Zoͤlle als verboten anzusehen ist, dagegen iden sich wieder einstellen, wo große Massen erfordert wer⸗ So findet es sich, daß seit 1815 im Durchschnitt 0,000 Quarters im Jahr importirt wurden; doch von die⸗ 20 Jahren giebt es 5, wo wenig oder nichts eingefuͤhrt ward, 72 Mill. A., 1828 weniger als die Haͤlfte, 1830 2,760,000 1832 nur l des letzten Quantums, 1833 und 1834 fast und da man nicht auf Englands bestaͤndigen Bedarf nen kann, so wird zu Zeiten Mangels oder etwaiger Hun⸗ bnoth die Schwierigkeit, Zufuhr zu erhalten, dadurch ver⸗ ert. — Man findet kein Land der Welt wie England, wel⸗ t wegen seiner so großen Bevoͤlkerung bestaͤndig mit ndem Korn versehen seyn ollte, und welches so Mittel besitzt, sich diese Zufuhr regulair zu sichern. nrch seine schoͤnen Fabrikate kann es fuͤr Getraide zah⸗ und jenes billiger, wie irgend eine andere Nation i seine Vorzuͤge in Schifffahrt, Haͤfen, Landstraßen, Eisen⸗ nen und dem herrschenden Unternehmungs⸗Geist herlegen. — Zufuhr von Englischem Getraide beweiset sich nicht hinlaͤng⸗ uͤrden Bedarf, wodurch die Nation in ihrem unentbehrlichsten nsmittel geschmaͤlert wird, und durch besondere Umstaͤnde ht in Mangel kommen kann. Unser Consumo, das 75 Mill. d. pr. Jahr kostet, sollte nicht mehr als 43 Mill. Pfd. kosten, en wir hier so mit Getraide wie Holland und andere Laͤnder ehen. Die Korn⸗Tarxe ferner ist eine Kopfsteuer von 25 .1P., sey es Mann, Frau oder Kind; sie ist 10 Mill. mehr, was die Erhaltung der Armeen, der Kriegsschifffahrt, der il⸗Behoͤrden dem Koͤnigreiche kostet, — sie ist zehnmal groͤßer, die ganzen Civil⸗ und Militair⸗Kosten der Vereinigten Staa⸗ Amerika's. — Jede 6 P., die den Quarter kuͤnstlich ver⸗ ern, ist eine Steuer aufs Volk von 1,300,000 Pfd., jeder hilling 2,600,000 Pfd., jede 2 Sh. 6 P. 6 ½ Mill. Pfd., eine gabe leicht fuͤr die Reichen, maͤßig fuͤr die Mittelklasse und swer fuͤr die Armen.“ Briefen aus Lissabon zufolge, hat die Koͤnigin von Por⸗ al den Baron Billing, Franzoͤsischen Geschaͤftstraͤger in Ma⸗ d waͤhrend der Jahre 1831 und 1832, wegen seiner thaͤtigen terstuͤtzung der constitutionnellen Sache und vornehmlich, weil sich dem Eindringen Spanischer Truppen in Portugal zur gerstuͤzung Dom Miguel's widersetzt, zum Commandeur des srstus⸗Ordens ernannt. 8 1
““
Kopenhagen, 16. Mai. Morgen wird fuͤr den verstor⸗ in Erzherzog Anton von Oesterreich Kaiserl. Hoheit die Hof⸗ ner auf 14 Tage angelegt.
In Allerhoͤchster Anwesenheit JJ. MM. des Koͤnigs und Königin und des ganzen Koͤnigl. Hofes wurde vorgestern Se. urchlaucht Prinz Christian von Schleswig⸗Holstein⸗Gluͤcksburg n dem Geistlichen Herrn Glahn konfirmirt.
Gestern wurde die Leiche des Prinzen Friederich Wilhelm il Ludwig von Hessen⸗Philipsthal⸗Barchfeldt aus der Petri⸗ rche nach Rothschilds Domkirche abgefuͤhrt.
Gestern brach auf dem Koͤnigs⸗Neumarkt ein Feuer aus, bbei ungluͤcklicherweise mehrere Menschen beschaͤdigt wurden, gleich der Brand bald geloͤscht war.
Deutschland.
Schwerin, 12. Mai. (Hamb. Korr.) Unser verehrter roßherzog hat von den meisten seiner hohen Deutschen Bun⸗
hts,
in Regierungs⸗Jubilaͤum erhalten. Se. Majestaͤt der Kaiser n Oesterreich haben bei dieser Veranlassung an Hoͤchstdenselben hstehendes Schreiben, d. d. Wien, 10. April 1835, erlassen: „Durchlauchtigster, freundlich lieber Vetter und Großherzog! hh bin benachrichtigt, daß Ew. Liebden am 24sten d. das Fest einer fzigiaͤhrigen Dauer Ihrer Regierung feiern. Zu diesem frohen eignisse beauft agge Ich Meinen Gesandten am Koͤniglich Preußi⸗ hen Hofe und Wirklichen Geheimen⸗Rath, Grafen von Trautt⸗ ansdorff, Denenselben Meine aufrichtigen Gluͤckwuͤnsche darzubrin⸗ n. Mit hefriedigtem Gemuͤthe koͤnnen Ew. Liebden auf die zu⸗ ackgelegte lange Herrscher⸗Laufbahn blicken, denn Dieselben haben ns Fhnen von Gott anvertraute Erbtheil Ihrer Vaͤter, inmitten r Stuͤrme einer Alles umwaͤlzenden Zeit — streng an den Grund⸗ hen des Rechts festhaltend — gluͤcklich bewahrt, an Ehre vergroͤ⸗ rt und zu einem in ganz Deutschland fuͤr musterhaft geltenden Zustande on Wohlseyn und ruhiger Zufriedenheit gebracht. Moͤge der Him⸗ el Ew. Liebden noch viele Jahre, zum Gluͤck Ihrer Familie und hrer Unterthanen, dann zur Freude Ihrer Bundesgenossen und keunde erhalten! Indem Ich Ew. Liebden schließlich bitte, von ir das Großkreu; Meines Koͤnigl. Ungarischen St. Stephans⸗ dens, welches Ihnen Graf Trauttmansdorf zu uͤberreichen die hre haben wird, als ein Merkmal Meiner aufrichtig freundschaft⸗ hhen Gesinnungen und Meiner Anerkennung der von Denselben einem verewigten Vater, gottseligen Gedaͤchtnisses, waͤhrend der nzen Dauer Seiner Regierung stets bewiesenen Anhaͤnglichkeit zunehmen, verbleibe ich Ewr. Liebden gutwilliger Vetter. Ferdinand.“ Tuͤrket. Konstantinopel, 29. April. Wir entlehnen der Tek⸗ imi Wekaji vom 23. April noch folgende Notizen: „„In dem freudenspendenden Serai der erlauchten Tochter keiner Höoheit, der gluͤckseligen Sultanin Saliheh und ihres rdigen Gemahls Chalil Pascha, ist am 22sten des verwichenen histaadeh, gegen Abend, eine Rosenknospe des Gartens der errlichkeit, ein Sproß vom Rosenhaine des Serai, ein herzer⸗ ickendes Knaͤblein zur Welt gekommen. Schon am folgenden ge stattete Seine Hoheit der Sultan dem erhabenen Paar ei⸗ n gnadenvollen Besuch ab und geruhte bei dieser Gelegenheit in neugebornen Prinzen aus der Fuͤlle herrlicher Namen den Namen dul Hamid *) zuzuerkennen. Des folgenden Tages brachen Großwesir, der Seriasker, der Kapudan Pascha und der Muschir sascha, Einer um den Anderen, nach dem Serai des Großherr⸗ hen Schwiegersohns auf, um ihre Gluͤckwuͤnsche darzubringen. ie uͤbrigen Großbeamten thaten der Reihe nach ein Gleiches.“ ertDasselbe Blatt meldet auch den Abschluß eines Handels⸗ s zwischen Toskana und der hohen Pforte und die An⸗ 1 eines Toskanischen Geschaͤftstraͤgers. Es wird ferner dar⸗ erichtet, daß der Sultan die Beamten des Muͤnzhauses mit eichnungen begluͤckt, und namentlich dem Direktor desselben, isa Efendi, einen kostbaren Brillant⸗Ring uͤberreicht haben. ndlich wird unter dem Titel „Etwas Wunderbares“ (Gharibe) futztt⸗ mitgetheilt, daß einem Bauern in dem Sandschak Rie ein Sohn geboren worden, der mit einer Fortsetzung nckgrates ausgestattet sey, die einem Widderschwanz gleiche.
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Berlin, 23. nung vom 16.
Landes⸗Gericht als Hypotheken⸗,
verbleiben.
denjenigen
auch dem Geistlich gen Sr.
— Aus Fran ein Beispiel seltene richtet,
von Kuͤstrin aus di
wohnende Wittwe Huͤlferuf der Veru
bergte und sie am nung anzunehmen, befindet.
ihrer Gemeinden be
Durchlaucht des Fuͤrsten stadt Reisen, mit 40 Rthlr. bewilli auf zu Gunsten der dadurch dieser Anstalt ten Tische und Baͤnke
Moͤge dieser Knabe“, so ru t der Mensch froͤhlich gedeihen!“
Inland.
In Folge der Allerhoͤchsten Verord⸗ Juni v. J. wegen Einrichtung der Justiz⸗Behoͤr⸗ den im Großherzogthume Posen wird das Koͤndgliche Ober⸗ zu Posen am 12. Juni d. J. seine Wirksamkeit Prozeß⸗, Spruch⸗ und Vormundschafts⸗Behoͤrde fuͤr den Posener Regierungs⸗Bezirk beginnen; die Aufsicht uͤber die Unter⸗Gerichte und Inquisitoriate wird vorlaͤufig und bis auf weitere Bestimmung dem Ober—
Mai.
— Um die Theilnahme an der Befoͤrder im Großherzogthum Posen zu beleben rungen durch das Hohe Ministerium der und Medizinal⸗Angelegenheiten in den Stand gesetzt worden, Pfarrern, welche in dieser Beziehung sich das Wohl sonders angelegen seyn lassen, des Jahres Gratificationen zu ertheilen. Eine solche ist fuͤr 1834 gen Stroinski, Propst in der zu den Besitzun⸗ Sulkowski gehoͤrigen Mediat⸗ gt worden, welcher indeß dar⸗ katholischen Schule zu Reisen verzichtet und die Mittel gewaͤhrt hat, sich die benoͤthig⸗
anzuschaffen.
kfurt a. d. O. wird nachtraͤglich noch uͤber r Beherztheit und großer Menschenliebe be— das sich in der Naͤhe der Stadt Kuͤstrin ereignet hat und wohl der Veroͤffentlichung werth seyn duͤr foͤßer, saͤmmtlich Familienvaͤter, Abends in einem kleinen Kahne
der Kahn durch die Gewalt des Stur in demselben befindlichen fuͤn Waͤhrend mehrere am Ufer sturmbewegten Fluthe
ngluͤckten herbei, war heit und der augenscheinlichsten Le Kahn und vollbrachte gluͤcklich die ten, indem sie dieselben theils in ihren Kahn aufnahm, theils daran sich festhalten ließ und so an's Ufer brachte, worauf die Retterin sie in ihre Wohnung aufnahm, ihre Kleider trocknete, sie mit Speise und Trank erquickte, waͤhrend der folgenden Morgen entließ, ohne eine Beloh⸗ obgleich sie sich selbst in duͤrftigen Umstaͤnden
Appellations⸗Gerichte zu Posen
ung des Schulwesens ‚sind die Koͤnigl. Regie⸗ geistlichen⸗, Unterrichts⸗
fte. fuhren am 26. Maͤr ,„ waͤhrend eines heftigen
e Warthe hinauf. Unfern der Stadt wurde ms umgeworfen und die f Maͤnner stuͤrzten in den Strom. liegende Schiffer sich nicht auf die n wagen wollten, eilte die in der Naͤhe des verstorbenen Schiffbauers Engel auf den f sich trotz der Dunkel⸗ bensgefahr in einen kleinen Rettung der fuͤnf Verungluͤck⸗
am Schlusse
Fuͤnf Holz⸗
Nacht beher⸗
1835. 22. Mai.
Nachmitt. 2 Uhr.
Abends 10 Uhr.
Meteorologische Beobachtung.
Morgens 6 Uhr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Luftwaͤrme Thauvunkt Dunstsaͤttg Wetter... Wolkenzug
truͤbe.
Tagesmittel, 2isten: 22sten:
Luftdruck. 336,⸗ 0“ Par. 335,5 2 Par. 335, 02 Par. 9,0° R. 7, 0 ° R. 85 pCt.
11,3 °R. 7, 1 -o R. 72 pCt. truͤbe. WSW. WSW. 337,5 9 Par... 335, 0 4 777 2.
9,4 °R.
7,4 °R. 85 pCt. truͤbe.
V WSW.
11,1 °R..
Quellwärme 7,0 °R. Flußwärme 11, 5 °R. Bodenwärme 10,0 °R. Ausdünst. 0,08 1“%Rh. hiiederschlag 0,079 Rh.
6,4 °R.. 70 pCt. 11“ 81 ⸗
Berliner Börse.
Den 23. Mai 1835.
—2
Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preust. Couz.)
[2Zf. Friefsc eli.
St.-Schuld-Sch. LPr. Engl. Obl. 30. Prüim. Sch. d. Sech. Kurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbing. do. DDanz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grosshz. Pos. do.
vräIEeeenenn
1 Wechsel-Cours.
100 ½ 98 ½ 64¼
100 ½
bomm.
100 ½
40%
2
102 ½
Ostpr. Pfandbr.
Kur- u. Neum. do.
Schlesische
Ukst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N.
Gold al marco Neue Duk.
Friedrichsd'or.. — Disconto. .
do. do.
102 106v ½ — 103 ⅔˖ 103 ½ — [106 ¼
—
— 80 ¼ 215
216 18 ½ 13 ½¾ 13 ½
—- 3 342
Amsterdam dito Hamburg dito London Paris
Augsburg Breslau Leipzig
Petersburg... Warschau
Frankfurt a. M. WZ.
250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. . 300 Mk. 1 Lst. 300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl. 600 Fl.
2 2 Mt. 2
Kurz 2 Mt. Kurz 2 Mt. 3 Mt. 2 Mt.
Mt.
Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 Woch. Kurz
— maxmm Preuss. Cour. Erazef.] Weldl.
142¾ 1412 152 151; 6 25 ½ 80 ⅔ 103 ¾ 103 ¾ 103 103
Niederl. wirkl.
99½. 3 ½ 30277
Lond. 10 ½ ½. Rub. 357 ½. 638 in
Sonntag, 24. Th. Hell. senspiel in 4 Abth.
des andern, Seydelmann: Dr.
En. Ho
” Ii Arabisch und heißt „Knecht des Hochgepriesenen x.
risches Drama in
Kanz-Bill. 269 56. 4 ½ 9 Amort. 96. Preuss. Präm.-Scheine 114. do. 42 Anl. —.
Dienstag, 26.
Auswürtige Börsen.
Amsterdam, 18. Mai.
Schuld 57 ½.
St. Petersburg, 15 Amsterdam 53. Hamburg 9 ⅛. Paris 112. Silber-
B. A. 135.
89 do. 102 f 3 † ⁸ 817 8
Mai.
Ausg. Schuld 12½ Kuss. 99 ¼.
Oesterr. Spaun. 5 3 49 .
8
Mai.
* Schauspielhause: Guten Morgen, Vie in 1 Akt, von A. v. Thale.
, von E. Raupach. Mai.
8
Koͤnigliche Schauspiele. Im Opernhause: Bajadere, Oper in 2 Abth., mit Ballets. Vorher: Strudelkoͤpfchen, Lustspiel in 1 Akt,
Im Opernhause: Mit Allerhoͤchster Genehmigung 82 Benefiz des Hrn. Seydelmann, Regisseur Theaters zu Stuttgart:
ustspiel in 1 Akt, von Frau von Berg.) Hierauf: der Abbé de l'Epée, 5 Abth., von Bouilly, agus dem Franz. uͤber⸗
Der Gott und die Musik von Auber. nach Etienne, von
lliebchen! Lustspiel Hierauf: Die Schleichhaͤndler, Pos⸗
Ein Mann hilft den Weißenthurn.
(Hr. histo⸗
setzt von Kotzebue. v. Hagn: Julius.)
Seydelmann, Charlotten⸗Straße Nr. 42 bourg), Parterre, von Morgens 8e
Oper in 1 Akt, nach dem Musik von F. H. Truhn. sikalisches Quodlibet in
Antoine, oder: der Franzoͤsischen Revolution, in 3 Abth., nach Melesville frei bearbeitet von Friedr. Genée. Die Familie Saint Vallier.
Die Republik.
(Hr. Seydelmann: Abbé de l'Epée. Fraͤu Billets zu dieser Vorstellung sind in der Wohnung des Hrn.
(Hotel de Brande- 9 bis Mittags 2 Uhr zu den
nlichen Preisen zu haben. Die Abonnements⸗Plaͤtze, so wie die in Folge eingegangener
schriftlichen Meldungen bestellten Billets bleiben bis Montag Vormittags 11 Uhr reservirt, nach welcher Zeit solche aber ander⸗ weitig verkauft werden muͤssen.
Im Schauspielhause: Zum erstenmale wiederholt: Trilby, Franz. des Scribe, von L. W. Both. Hierauf: Der reisende Student, mu⸗
2 Abth.
Konigstaͤdtisches Theater. Sonntag, 24. Mai. Zum erstenmale wiederholt: Der alte Die drei Generationen, dramatische Bilder aus
Erste Abtheilung (spielt 1789): Zweite Abtheilung (spielt 1793): Dritte Abtheilung (spielt 1829): Der Erbe.
Neueste Nachrichten.
Paris, 17. Mai. Gestern Abend war große Konferenz im Schlosse der Tuilerieen. Man bemerkte dort die Herren Persil, Broglie, Decazes und Pasquier. Herr von Broglie sah ganz heiter aus, als er den Palast verließ. Die Konferenz dauerte zwei Stunden.
In der Deputirten⸗Kammer wurden gestern auch noch 3 Kommissions⸗Berichte uͤber verschiedene Geldforderungen auf das Bureau des Praͤsidenten niedergelegt; der eine dieser Berichte betraf das Budget der Kammer fuͤr 1836; der zweite eine Summe von 250,000 Fr. zu der diesjaͤhrigen Juli⸗Feier; der dritte einen Vorschuß von 400,000 Fr. fuͤr die Pensionairs der alten Civil⸗Liste. Herr Salverte entwickelte eine Proposi⸗ tion des Inhalts, daß die Kammer hinfuͤhro und auch fuͤr alle kuͤnftige Sessionen taͤglich eine Stunde, und zwar von 1 — 2 Uhr, den bei ihr eingegangenen Bittschriften widme. Jetzt ist be⸗ kanntlich nur immer ein Tag in der Woche (der Sonnabend) fuͤr die Bittschriften⸗Berichte bestimmt. Der Antrag wurde in⸗ zwischen mit großer Stimmenmehrheit verworfen. Am Schlusse der Sitzung beschaͤftigte die Versaͤmmlung sich noch mit ver— schiedenen oͤrtlichen Gesetz⸗Entwuͤrfen.
In der gestrigen Sitzung des Pairshofes ist die Vorle⸗ sung der Anklage⸗Akte noch beendigt worden. Die Archivare Cauchy und von Lachauvinidère loͤsten sich bei dem Vortrage die⸗ ses voluminoͤsen Aktenstuͤckes mit einander ab. Die Sitzung
auf den naͤchsten Dienstag anberaumt, wo mit dem Verhoͤre der Angeklagten der Anfang gemacht werden soll.
Der Marschall Soult hat an den Praͤsidenten des Pairs⸗ hofes, Herrn Pasquier, geschrieben, das Motiv seiner Nicht⸗ theilnahme an dem großen Prozeß liege darin, daß er glaube, wegen der Maßregeln, die er als Kriegs⸗Minister im April 1834 habe nehmen muͤssen, nicht als Richter den Prozeß⸗Verhandlun⸗ gen beiwohnen zu duͤrfen.
Die Herren Cormenin und Audry de Puyraveau wurden heute vor die Kommission beschieden. Hr. Cormenin verfuͤgte sich alsbald dorthin und erklaͤrte, daß er das von der Pairs⸗Kam⸗ mer angeschuldigte Schreiben weder unterzeichnet, noch eine Er⸗ maͤchtigung dazu gegeben haͤtte, dasselbe fuͤr ihn zu unterzeichnen. Herr Audry de Puyraveau war nicht in seiner Wohnung, als der Brief des Praͤsidenten der Kommission uͤberbracht wurde. Es ist daher eine neue Einladung an ihn gerichtet worden, sich am Montag einzufinden. Man glaubt, daß sich Herr Audry⸗de⸗Puy⸗ raveau, wie noch viele andere der angeblichen Unterzeichner des Schrei⸗ bens an die Angeklagten, in dem naͤmlichen Falle befindet, wie Hr. Cor⸗ menin. Es waͤre also nun nicht mehr noͤthig, daß die Deputirten⸗ Kammer die von den Pairs verlangte Ermaͤchtigung, jene bei⸗ den Deputirten gerichtlich verfolgen zu duͤrfen, ertheilte, und es fragt sich bloß noch, ob auch die uͤbrigen Vertheidiger, deren Namen unter dem Schreiben an die Angeklagten angefuͤhrt sind, dem Beispiele Herrn Cormenin's folgen werden.
Es wird versichert, die Herren Michel und Trelat haͤtten sich als die einzigen Unterzeichner des in der „Tribune“ erschie⸗ nenen und gegenwaͤrtig von der Pairs⸗Kammer verfolgten Schreibens bekannt.
Nach dem Journal des Dobats sollen mehrere der An⸗ geklagten die Absicht kundgegeben haben, sich zu vertheidigen, und ihnen ex officio Advokaten zugetheilt worden seyn.
Herr Arnaud, Advokat am Koͤnigl. Gerichtshofe, hat in den oͤffentlichen Blaͤttern folgende Mittheilung an die Inhaber der ausgesetzten Schuld Spaniens bekannt gemacht: „Der Praͤsi⸗ dent der Kommission, da er erfahren hat, daß viele Inhaber der ausgesetzten Schuld noch an dem lebhaften Interesse zweifelten, welches die Regierung an ihrem Schicksale nimmt, glaubt dieselben beruhigen zu muͤssen. Am vergangenen Montag, dem Tage, wo, die Note des Herrn von Toreno bekannt gemacht worden, ist eine neue und dringende Reclamation gemacht worden, und der Conseils⸗Praͤsident, nachdem er die gerechten Motive derselben gewuͤrdigt, hat sich beeilt, dem Herrn von Rayneval zu schreiben und ihm sehr ausdruͤcklich an⸗ zuempfehlen, Alles, was nur von ihm abhaͤngen wird, zu thun, damit vor dem Schlusse der Cortes das Schicksal der ausgesetz⸗ ten Schuld den Prinzipien der Billigkeit gemaͤß bestimmt werde. So sind die Ausdruͤcke des Briefes, den der Conseils⸗Praͤsident am 13ten d. an mich gerichtet hat, und von dem ich Kenntniß geben zu muͤssen glaube.“
Es ist noch immer keine irgend positive Nachricht uͤber die Entlassung des Herrn Martinez de la Rosa hier eingegangen.
Einer Mittheilung von der Spanischen Graͤnze im Phare von Bayonne zufolge, blokiren 18 Karlistische Bataillone un⸗ ter den Befehlen Zumalacarreguy's St. Esteban; sie sind am 7. d. vor diesem Platze erschienen. Die Besatzung, zur Uebergabe aufgefordert, erwiederte, daß sie sich bis auf den letzten Mann wehren wuͤrde. Zumalacarreguy hatte 4 Arrilleriestuͤcke bei sich.
Frankfurt a. M., 20. Mai. Oesterr. 5proc. Metall. 1021¼. 102 ⁄1⅛. 4proc. 98 *. 98 ½. 2 ½proc. 58 ¼. G. lproc. 25 ½. G. Bank⸗Actien 1628. 1627. Part.⸗Obl. 141⁄. 141. Loose
u 100 G. 213. 212 ½. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 64 ¾. 64 ½⅜. do. Aproc. nl. 98½. G. Holl. 5proc. Obl. von 1832 101 †¾. 101 ½. Poln. Loose 70 ½. 70. 5proc. Span. Rente 47 ½. 47¹. 3proc. do. perp. 28 ½. 28 ¼.
Redacteur Cottel. ———;——;;;;—;—
Gedruckt bei A. W. Hayn.
wurde um 5 Uhr aufgehoben und die Fortsetzung der Debatten