unter dem Greyschen Ministerium ernannte Kommission zur Pruͤ⸗ sung der Zweckmaͤßigkeit einer Vereinigung der Civil⸗ und Mi⸗ litair-Branchen des Feldzeug⸗Amts wieder erneuert werden solle. Das Haus verwandelte sich dann wieder in ei⸗ nen Subsidien⸗Ausschuß, und es wurde die Verwendung verschiedener Summen fuͤr das Feldzeug⸗Amt bewilligt. In eben diesem Ausschuß trug Sir R. Peel, als einer der Vorsteher des Britischen Museums, auf eine Bewilligung von 17,790 Pfd. fuͤr dieses Institut an, und bemerkte bei dieser Ge⸗ legenheit, daß sich die Zahl derer, die dies Museum besuchten, und die dort laͤsen, außerordentlich vermehre, denn im Jahre 1833 habe die Zahl der Ersteren sich auf 210,000, die der Letz⸗ teren auf 5800, im Jahre 1834 aber die der Ersteren schon auf 237,000 und die der Letzteren auf 7256 belaufen. Die Summe wurde genehmigt.
London, 19. Mai. Morgen wird der Koͤnig eine Geheime⸗ Raths⸗Versammlung halten, in welcher Lord Morpeth als Se⸗ cretair fuͤr Irland vereidigt werden soll.
Lord Cowley ist in Begleitung seines Neffen, Herrn Cul⸗
ling Smith, und Lord Elliot in Begleitung des Oberst Gur⸗ wood von Paris hier eingetroffen. Die angesehensten unter den nach der Levante Handel trei⸗ benden Londoner Kaufleuten gaben dem Tuͤrkischen Botschafter,
Nuri Efendi, am Sonnabend in Richmond ein großes Diner,
dem auch noch der außerordentliche Gesandte der Ottomanischen
Pforte, Namick Pascha, beiwohnte, welcher seitdem von hier ab⸗
gereist ist.
8 Der bestimmten Erklaͤrungen ungeachtet, welche Lord Mel⸗
bourne und Lord Brougham im Oberhause uͤber die Abdankung
des Marquis von Wellesley abgegeben haben, beharrt die Ti⸗ mes bei ihrer Behauptung, daß Unzufriedenheit mit dem jetzi⸗ gen Ministerium, besonders mit der Ernennung des Lord Mul⸗ grave zum Lord⸗Lieutenant von Irland, den Marquis von Wel⸗ esley zum Resigniren bewogen habe, wogegen der Courier dar⸗ auf hinweist, daß diese Ernennung schon bekannt gewesen sey, is der Marquis Ober⸗Kammerherr wurde, und daß er daher diese Stelle gar nicht angenommen haben wuͤrde, wenn er die Wahl des Lord⸗Lieutenants gemißbilligt oder etwa selbst dessen Stelle haͤtte uͤbernehmen wollen. Die Morning Chronicle fuͤhrt als Grund der Resignation die Altersschwaͤche des sehr be⸗ jaßrten Marquis von Wellesley an, welche so groß gewesen sey, daß derselbe, als er zuletzt bei dem Lever des Koͤnigs seine Functio⸗ nen verrichtet habe, sich mehrmals habe niedersetzen muͤssen. Uebri⸗ ens ist seine Stelle, dem Courier zufolge, schon wieder durch den Marquis von Conyngham besetzt, an dessen Statt der Graf on Lichfield General⸗Postmeister werden soll. In Inverneßshire hat der konservative Parlaments⸗Kandi⸗ dat, Herr Chisholm, mit 28 Stimmen uͤber den ministeriellen,
Herrn Grant, den Sieg davongetragen. Dagegen wird in Staf⸗ fondshire die Wahl des Oberst Anson von den ministeriellen Blaͤttern fuͤr sicher gehalten, obgleich die Tory⸗Zeitungen schon behaupteten, der Oberst wolle dem Konservativen, Sir Francis Goodricke, ganz das Feld raͤumen. In Stroud haben die Tories einen Herrn Mildmay bewogen, als Gegner des Lord John Russell aufzutreten. Die Whigs halten dies aber fuͤr eine rein vergebliche Muͤhe und wollen schon jetzt das Resultat der dorti⸗ gen Wahl berechnen; von 1300 Waͤhlern nämlich, meinen sie, wuͤrden 1100 stimmen, und darunter befaͤnden sich 850 Whigs
und Radikale und nur 250 Tories.
Der John Bull behauptete am Sonnabend, daß beim Ministerium des Innern von verschiedenen Seiten Berichte ein⸗ gelaufen seyen, aus denen hervorgehe, daß die Ausfuͤhrung des neuen, bekanntlich unter dem vorigen Ministerium Melburne zu Stande gekommenen Armengesetzes vielfache Aufregung im Lande hervorgebracht und große Besorgniß bei den Ministern er⸗ weckt habe, welche deshalb dieser Tage verschiedene Kabinets⸗Con⸗ seils gehalten und auch einen Expressen an Lord John Russell, den Staats⸗Secretair des Innern, abgesandt haͤtten, der sich, wie bekannt, seiner Wiedererwaͤhlung halber in Stroud befindet. Aus den heutigen Zeitungen geht nun in der That hervor, daß we⸗ gen der neuen Armengesetze, namentlich in Bedfordshire, ziemlich ernstliche Unruhen ausgebrochen waren, und daß man schon glaubte, es wuͤrden Truppen dorthin beordert werden muͤssen. Es wurden jedoch fuͤrs erste nur von London aus ein Polizei⸗ Inspektor und 22 Offizianten requirirt, denen es gelang, die Hauptraͤdelsfuͤhrer festzunehmen, welche vorlaͤufig im Gefaͤngnisse bleiben werden. Das Feldgeschrei der aufruͤhrerischen Armen war: „Geld oder Blut, und kein Brod!“
Lord Winchelsea, von dem schon oͤfters Aufrufe an die Pro⸗ testanten erschienen sind, hat neuerdings wieder einen Brief an die Protestanten von Großbritanien in den Standard ein⸗ ruͤcken lassen. Er ruft dieselben darin zu gemeinsamen Angriffen
agüc die Macht des Papstthums und des Unglaubens auf und
childert die furchtbare Krisis, in welcher sich die Nation jetzt be⸗ uf welches die buͤrgerliche und ge⸗
finde, in der jedes Prinzip, mit Aufloͤsung bedroht
sellschaftliche Ordnung begruͤndet sey, werde.
Unter dem fingirten Namen „Isaak Tomkins“ sind noch ein paar Broschuͤren erschienen, die sehr viel persoͤnliche Belei⸗ digungen gegen angesehene Staatsmaͤnner enthalten, und die Ti⸗ mes schreibt dieselben ebenfalls, so wie die Broschuͤre „uͤber die Englische Aristokratie“, der Feder des Lord Brougham zu.
Herr Miles verlangte neulich im Parlament, daß auf der neuen sogenannten westlichen Eisenbahn, zwischen London und Bristol, des Sonntags nicht gereist werden solle, fand aber keine Bei⸗ stimmung.
Der Admiral Sir A. Kay Legge, Oheim des Grafen von Dartmouth, ist mit Tode abgegangen.
Der Globe meldet, daß Herr Karl Guͤtzlaff mit einem jaͤhr⸗ lichen Gehalt von 800 Pfund zum Secretair der Britischen Kom⸗ mission in China ernannt worden sey.
Die Nachrichten aus Lissabon gehen bis zum 11. d. Mts. Es herrschte Ruhe in der Hauptstadt, und es war uͤberhaupt nichts von Interesse vorgefallen.
Man glaubt jetzt, daß die neulich von hiesigen Blaͤttern mitgetheilten Nachrichten aus Persien (s. Nr. 140 der St.⸗Z.) uͤber Bombay gekommen und aͤlter seyen, als die fruͤheren, fuͤr den von England und Rußland anerkannten Fuͤrsten so guͤnstig lautenden Berichte. (Vergl. auch unten den Artikel aus dem Morning Herald unter Tuͤrkei.) Der dort genannte Prinz Mohammed Mirsa scheint Niemand anders zu seyn, als der jetzt wirklich regierende Schach von Persien. Eben so meint man, daß die letzten Nachrichten aus Para (s. ebenfalls Nr. 140 der St.⸗Z.) auch nur eine andere Verston der schon fruͤher gemelde⸗ ten Empoͤrungs⸗Geschichte seyen.
Berichte vom Vorgebirge der guten Hoffnung vom 22. Maͤrz melden, daß die Kaffern einen neuen Einfall von der Seite des Fisch⸗ und Keiskama⸗Flusses gemacht und zwar vom Oberst⸗Lieutenant Somerset zuruͤckgeschlagen worden seyen, jedoch nicht, ohne daß die
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Kolonial⸗ Truppen neue bedeutende
588 Verluste erlitten haben. Man erwartete jedoch, daß der Oberst Somerset, der sehr verstaͤrkt worden war, wiederum den Krieg in das⸗Land der Kaffern selbst versetzen werde.
Laut Nachrichten aus Jamaika vom 1. dieses ist der Koͤniglich Britische Schooner „Firesly“ bei Belize verungluͤckt und Lieu⸗ tenant Macdonald, der ihn befehligte, nobst 25 Mann dabei um⸗ gekommen.
Aus Barbadoes sind Nachrichten vom 10. v. M. ange⸗ kommen. Die Kolonial⸗Versammlung befand sich noch immer in Opposition gegen den Gouverneur in Bezug auf eine Maßregel uͤber eine neu einzufuͤhrende Polizei, uͤber welche dem Gouver⸗ neur nicht unumschraͤnkte Macht zustehen soll. Der Gouverneur verlangte, daß die Kolonial⸗Versammlung nicht eher auseinander gehen solle, als bis ein ihm genuͤgendes Gesetz uͤber diesen Ge⸗ genstand angenommen worden sey. Die Versammlung faßte dar⸗ auf einstimmig einen Beschluß, in welchem ein solches Verfahren des Gouverneurs als ungesetzmaͤßig bezeichnet wird.
Briefe von St. Michael, einer der Azorischen Inseln, melden, daß dort ein Aufstand der Strafgefangenen gegen das Milttair stattgefunden habe, und daß dieselben Herren des Ka⸗ stells geworden seyen. Sie zogen die Miguelistische Flagge auf, wurden aber, nachdem sie sich einige Zeit vertheidigt hatten, wieder zur Haft gebracht. Die Meisten scheinen darauf auf eine grausame Weise hingerichtet worden zu seunn.
Niederlande.
Aus dem Haag, 18. Mai. Ihre Kaiserl. Hoheit die Prinzessin von Oranien ist heute mit ihrer Tochter, der Prin⸗ zessin Sophie, nach Tilburg abgereist, um sich, dem Vernehmen
nach, zu ihrem Gemahl nach dem Hauptquartier und von da
nach Baden⸗Baden zu begeben. “ Se. Majestaͤt der Koͤnig wird im Laufe dieser Woche im
Loo erwartet.
Bei Baarle Nassau haben Belgische Douaniers einen aus Belgien gekommenen Karren, welcher von Hollaͤndischen Linien⸗ Beamten nach Baarle Nassau zur Untersuchung gebracht wurde, mit bewaffneter Hand wieder weggefuͤhrt, und sich dadurch eine Verletzung des Hollaͤndischen Territoriums zu Schulden kommen lassen. “ “ “ “
““ 1 Bruͤssel, 18. Mai. Der Moniteur theilt in seinem heutigen Blatte ausfuͤhrlich die Gutachten der verschiedenen Bel⸗ gischen Handelskammern uͤber die Errichtung einer Kriegsflotte zum Schutze der inlaͤndischen Handels⸗Marine mit. Die meisten Handelskammern sprechen sich gegen die Nothwendigkeit einer solchen Errichtung aus und berufen sich dabei auf das Beispiel Preußens, welches ebenfalls einen nicht unbetraͤchtlichen See⸗ handel betreibe, ohne doch des Schutzes einer Militair⸗Marine zu beduͤrfen. Nur die Handelskammer von Bruͤgge hat sich fuͤr die unbedingte Nothwendigkeit der Herstellung einer recht an⸗ sehnlichen Belglschen Flotte erklaͤrt.
Man liest in oͤffentlichen Blaͤttern: „Zu keiner Zeit der neueren Geschichte Belgiens gingen die Anmaßungen der Priester⸗Partei in diesem Lande so weit wie gegenwaͤrtig. Zum Beweis mag Folgendes dienen: Als sich zur Osternzeit in der Fabrik⸗Stadt Verviers die Glaͤubigen bei ihren Beichtvaͤtern zur Beichte und Absolution meldeten, ward diese allen denjenigen verweigert, die an dem dort auf Subscription bestehenden Thea⸗ ter als Abonnenten Theil genommen hatten. Die Beichtvaͤter wiesen zu ihrer Rechtfertigung einen ausdruͤcklichen Befehl des Dioͤcesans — des Bischofs von Luͤttich — vor, der ihnen jenes Verhalten gebot.“
Dieser Tage wurde ein sogenanntes Moͤrser⸗Ungeheuer, 8120 Kilogr. schwer, durch Tirlemont nach der Citadelle von Antwer⸗ pen gebracht.
Wenn die großen National⸗Eisenbahnen in Belgien schnell vor sich gehen, so werden die Zweig⸗Eisenbahnen fuͤr Privat⸗Un⸗ ternehmungen nicht weniger schnell befoͤrdert. Die Straße von Valenciennes nach Mons ist schon von zwei kleinen Eisenbahnen durchschnitten, die von den oͤstlichen nach dem Ka⸗ nal der Hayen, von Mais nach Condé gehen. Der Zweig von dem Ort Gnaregnon geht uͤber die Landstraße fort, der zweite, beim Dorfe Jemappes, geht unter der Chaussee weg, die an die⸗ sem Orte von einem kleinen Tunnell durchbohrt ist.
82Eö1ö1 v Kopenhagen, 18. Mai. Das in der Sache des Prof. David verkuͤndete Urtheil lautet folgendermaßen: „In soweit der General⸗Fiskal in der gegenwaͤrtigen Sache Beschwerde gefuͤhrt hat uͤber den Inhalt der in Nr. 3 und 4 des Blattes ‚Faͤdre⸗ landet“ aufgenommenen Artikel mit den Ueberschriften: „Wel⸗ ches ist der letzte Grund der Staaten?“ und: „Ueber die Be⸗ rathung unserer berathenden Provinzialstaͤnde“, wird die Klage abgewiesen. Im Uebrigen soll der Beklagte, Professor der Staatswirthschaft an der Universitäaͤt Kopenhagen, Dr. philos. Christian Georg Nathan David, von der Anklage des General⸗ Fiskals in dieser Sache frei seyn, doch traͤgt er alle aus der Be⸗ handlung rechtlich erwachsenen Kosten.“
“ Peeuunssland. Schwerin, 19. Mai. Se. Koͤnigl. Hoheit der Großher⸗
—
zog ist heute auf der Reise von Ludwigslust nach Dobberan, durch
hiesige Stadt gekommen.
Dresden, 21. Mai. Das Ministerium des Innern hat 2 —
durch eine Verordnung vom I1ten d. M. den ferneren Vertrieb
der sogenannten Streichzuͤndhoͤlzchen, wegen ihrer Feuergefaͤhr⸗ lichkeit, bei fuͤnf Thalern Strafe untersagt.
Muͤnchen, 17. Mai. Unsere Stadt ist noch heute voll von dem Unfall, der uns gestern betroffen hat, und von der gro⸗ ßen Gefahr, welcher wir entgangen sind. Denn nimmt man, statt der 300 Pulverfaͤsser, die in die Luft flogen, nur das Dop⸗ pelte, oder einen andern Grund und Boden unter Muͤnchen an, als dieses Kieslager, das die Erschuͤtterung nur wenig fortpflanzt, so laͤge jetzt ein Theil der Stadt in Truͤmmern und ihre Be⸗ wohner unter diesen verschuͤttet. Die Wirkungen der Explosion erstreckten sich nicht nur uͤber die ganze Stadt und ihre Vorstaͤdte, sondern auch auf die benachbarten Doͤrfer, und bis nach Harla⸗ ching hinauf haben, in einem Umkreis von fast einer Meile, die Fenster der Ortschaften Schaden gelitten. In Schwabing stuͤrzten einige „Stadel“ ein. Die Qantitaͤt des Pulvers wird heute auf wenigstens 250 Centner angegeben.*) Auffallend sind viele Erscheinungen dabei und wie der Druck der Atmosphaͤre auf Men⸗ schen und Gebaͤude gewirkt hat. Manche Personen wurden um⸗ geworfen oder erschuͤttert (ein Maurer am Postbau stuͤrzte von dem Geruͤste), waͤhrend in kleiner Entfernung von ihnen an⸗ dern nichts geschoeh. An mehreren Haͤusern wurden die Fenster
des ersten, an andern die der obern Stocke vorzuͤglich besch aͤdi bräͤsident die Diskusston wieder und es werden Beri wieder an andern nur eine gewisse Anzahl in derselben Re de eeadarn der Praͤsident die oͤffentliche Sitzung vetzche tung, und der durch ihr zersplitterndes Glas in die Zimmln, erfolgten Abstimmungen. Die Beschwerde⸗Vorstelluͤng des brechende Luftstoß war so heftig, daß er zugleich die Thuͤg sofgerichts⸗ Advokaten, pens. Justtz⸗Raths Buchner, wegen Ruͤck⸗ afrih 1”” heg San. e 88 1n be e ee; ward einstimmig das desfallsige Amende⸗ rscheinunge e an, daß der Dr Abg. Glaubr it 30 2 i . Atmosphaͤre wie in einzelnen Strahlen cylinderfoͤrmig wirke uu. 4“ erklaͤrt sich auch, wie solche in großer Heftigkeit fortgestoße Luftstrahlen oder Cylinder auf hohe Gegenstaͤnde zerstoͤrend druͤcke und z. B. von dem Dach der Frauen⸗Kirche eine große Flzgh aufgehoben und auf die Straße herabgeschleudert werden konn Eben so sicher ist, daß die Exploston zugleich als eine Erdersch terung wirkte. In mehreren Haͤusern, besonders in den hoͤhen
ODOesterreich.
Wien, 14. Mai. Se. Maj. der Kaiser haben heute wieder bienzen ertheilt. Der Koͤnigl. Hannoversche Staats⸗ und abinets⸗Minister, Graf von Alten, Schretben zur eeeeesa des.e zu uͤberreichen, 3 — EE“ 1 ie beiden neuernannten Geheimen Raͤthe raf Bertoletti Etagen, wankten die Mobilien und stuͤrzten die Menschen zu ge neanmandirender General von eG 28 8 ees medcben⸗ den, in andern sielen die Plafonds nieder oder die Oesen Gouverneur von Steiermark, legten in erstgenannter Ei⸗ sammen, die Scherben von den Fenstern und Gestellen, um eenschaft ihren Diensteid in die Haͤnde des Kaisers ab.
Welsten Zimmer waren mit Staub gefuͤllt, zum Zeichen, doß is Konstantinopel melbet man unterm 28. April das Fugen alle geruͤckt und gewankt haben. An einigen haben leben des dortigen armenisch⸗katholischen Patriarchen. sogar Risse gezeigt. Der Schaden der Stadt laͤßt sich zi 8n 1b lich nicht schaͤtzen; der an Koͤniglichen Gebaͤuden, der vae dem Zeughaus, der Pinakothek (deren gegen das HPulvermu gelegene große Bogenfenster auf das schrecklichste sammt n eisernen Staͤben verbogen und zerrissen sind), der Glpptns die beinahe alle Fenster verloren hat, und der Koͤnigk Reste wird auf 25,000 Fl. angeschlagen, der an Glasscheiben in Stadt auf 100,060 Fl. In der Hofgarten⸗Kaserne allein wung 1149 Fensterscheiben zerschmettert. In der ganzen Karls⸗ und kenstraße blieb nicht Ein Fenster verschont. — Man weiß jetzt, die Anzahl der Verungluͤckten leider auf 9 Personen steigt. Oberfeuerwerker Dahler, welcher das Geschaͤft in dem Manz leitete, hinterlaͤßt fuͤnf unmuͤndige Kinder und eine schwan Frau. Außer ihm ist ein Faßbinder, der mit der Repatt von Pulverfaͤssern beschaͤftigt war, und ein Unteroffizier, junger und gebildeter Mann, Namens Hagemann, dessen Ve ein Caffetier, auf dem Schauplatz des Jammers unter den sten war, ohne zu wissen, daß sein Sohn dort auf der Ve gewesen, in das Ungluͤck verwickelt worden, dann fuͤnf Artil⸗ sten und ein Wachtposten. Dieser war bei der Explosione gehoben und in eine Entfernung von 300 Schritten geschleu worden, auf das furchtbarste zerrissen von Pulver, Blei h selbst von den Backsteinen, deren mehrere in seinem Unterl hafteten, aber doch noch kenntlich als menschliche Gestalt; n den uͤbrigen haben sich nur einzelne Gliedmaaßen und Fte ganz geschwaͤrzt und verbrannt aufgefunden. Ein Arm war' in das Innere der Pinakothek geschleudert worden. Die nahme, daß die Veranlassung zufaͤllig sey, stuͤtzte sich bisher danuf daß vor kurzem 100 Centner Pulver aus Gruͤnewald in u Magazin waren gebracht worden, und bei der Explofion der hu binder mit Reparatur der Faͤsser, welche waͤhrend des Tmm ports gelitten hatten, beschaͤftigt war. Bei solcher Arbeit km ungeachtet aller Vorsicht, irgend wie mit den Schlaͤgen, Funke springen und zuͤnden. Heute jedoch wurde bekannt, vorbedachter und freiwilliger Entschluß eines verzweifelten M schen die Katastrophe herbeigefuͤhrt hat. Man fand naͤmlich! dem Tornister eines der dabei Umgekommenen, des Artillerise Stanislaus Schmitt, einen Brief an seinen ommandanten,] welchem er diesem seinen graͤßlichen Entschluß verkuͤndig — Dieser Mensch, Sohn eines Schullehrers aus 998 Schwaben (Guͤnzburg, wie es heißt), war fruͤher Studen und als solcher unnuͤtz und traͤg. Er wandte sich darum sche vor drei Jahren zum Militair, ohne daß er sich dort Zasser ach⸗ faͤhigte. Darum blieb er ohne Avancement, und der peinlücht Unterschied zwischen seiner Lage und seinen Erwartungen vnd Be duͤrfnissen hat ihn am Ende der Verzweiflung und einem Cnh schlusse hingegeben, der mit ihm acht Ungluͤckliche in den Unte gang gerissen hat. Man weiß, daß er fuͤr diesen Tag nicht! das Pulver⸗Magazin kommandirt war, und einen Kameraw durch ein kleines Geschenk bewog, mit ihm zu tauschen, und! anderer Artillerist, welcher kurz vor der Explosion durch! Unteroffizier nach der Stadt geschickt wurde, hat ausgesg Schmitt habe kurz vorher nachdenkend und bei einem . 8 der bG og sen von 1 8 vwiederholt gemahnt worden, an sein Geschaͤft zu gehen, ihn se F ger Fe. Se aber habe er mit den Worten aufzuhalten ö er nnsch lahl Fremder erhoͤhte den Eindruck der
ein wenig waͤrten: sie wuͤrden bald Alle zusammen . Lurkei. hen. Der Soldat, der sich entfernte, soll dem Magazins⸗68%¶q¶Das Journal d⸗Odessa enthaͤlt Nachstehendes aus Kon⸗ seher geklagt haben, daß er von einer furchtbaren Bangitetntinopel vom 1. Mai: „Gestern Abend sind Couriere aus Cö ö 1 88 Lundrien bet der hohen Pförte angekommen. Die von ihnen
/ Br. u besor gegeben habe. Der kurz daaerbrachten Depeschen sollen v Wichtigkeit se erfolgte Schlag ereilte ihn auf dem Wege, warf ihn zu Femsgsch ist nichts 8. “ jedoch ohne ihn weiter zu beschaͤdigen. Es ist wahrscheinlih uggen etwas nachgelassen, es starben nur noch etwa 200 Perso⸗
Schmitt die Entzuͤndung mit einem chemischen Schwefelhlücen, taͤglich. Unter den Fremden welche diesem Uebel erlagen das durch einfaches Reiben augenblicklich in Feuer gerälth, sefant man einen Capitain Battaglicrini, und den ersten Dra ⸗ That solirte H 1 rch eigne heauf, zu erfahren, welcher Nati inienschiffe Hoffnungslosigkeit getriebenen Verbrechers ist. 8 88 b öö.; “ 91 Se
Die hiesige politische Zeitung sagt bei ihrer Erzähluvser einigen Tagen in den Gewaͤssern von Meteliuo hat kreu 1 von dem Hergange der Explosion: „Es waren eben mehrezten. Wahrscheinlich ist es die Flotte Mehmed Ali's, welche den Aif⸗
100 Centner Pulver angekommen, welche des andern Tags wg hat, die Bewegungen der, unter dem Befehl Hassan Bey's, nach ter transportirt werden sollten, und ein Kommando Artilles arbarei bestimmten Flotte des Sultans zu beobachten Le tere war mit den noͤthigen Vorbereitungen hierzu beschaͤftigt. Mg inde noch nicht dis Dasedanellen verlassin und man sa 6 so⸗ vorgeschriebenen ET1“ waren beobachtet, die at, daß der Feldzug gegen Tripolis nicht statthaben iSe 68 Magazine arbeitende Mannschaft hatte die Kleider gewechselt vn 29. April ist der Armenisch⸗katholische Bischof gestorben 11g FheSg. sa⸗ G 5 LLG s9 1 8 Leichen⸗Begaͤngniß fand mit großer Pracht statt. Ein Dia⸗ in der Stadt und in den Vorstaͤdten, selbst in der nd trug auf einem Becken die Ir. 1 .-78 umliegenden Ortschaften eine unzaͤhlige Menge Fenster zersprate ultan 88 ö1““ wurden, Zimmer⸗Plafonds einstuͤrzten, und verschlossene Thirzfnehmen Person gehoͤrte, wurde der Sarg dicht an d Thuͤr aufsprangen, indem durch sie die Verkleidung herausgeneett, worauf der Eigenthuͤmer erschien und dem Bischof die wurde. Merklich schwankten die Haͤuser selbst, besonders in nnd kuͤßte. Dies hat die Bewohner von Pera begeistert, da hheeenng. deegbehthhe kam. 8 Wat Pöne Gebaun segezum ersten Male dieser Gunst erfreuen. — Der Palast
ndet sich n ie mindeste Spur mehr, alle Steine, en8 ist i 6 er. 8 werk wurde in ganz kleine Theile zerbroͤckelt auf mehrere hungege der beeeseste n eronsse dcs Seübsehra desthint zun⸗ shaer⸗ eh alisi Ferangen EE—“ Blatt Aüen Sein Harem hat sich am 28. April und sene Soh⸗
gart, 18. Mai. a egierungs⸗ vnns u vorherge Tage rthi 3
haͤlt eine Koͤnigl. Verordnung in Betreff des bei Begnadigumzende gcShegden,, “ ““ deph e
Gesuchen zu beobachtenden Verfahrens. 8 zt, damit Niemand, und namentlich nicht die Franke 8 b Darmstadt, 20. Mai. Bei den Verhandlungen der der Sultaninnen sich naͤhern. — Der haͤuft e I. e 16
Kammer der Staͤnde am 18ten d. legte der Praͤsident als g Wechsel in der letzten Zeit ist Veranlassung zu 8l Kr . p Eingabe einen Antrag der Abg. Wolff, Praͤtorius, Schneider, wnjen geworden. — Das schoͤne Oesterreicht whe Dar “ ville, Zulauf, Perrot, Fritz, Hardy und Goldmann, auf Volzi karia Dorothea“, welches am 14. April von 88 eassche des Art. 103. der Verfassungs⸗Urkunde, oder Einfuͤhrung zm bangluͤck gehabt, am 17ten um 8 Uhr Abends zwischen Te⸗
elle hohe R c 2 oßen. T Stoß vfüu Har Fin * diesem dngz. 76 Venübzüge 88 aügemeinen Sesägs damofboo leh a wa, . vorzulegen. ach Vorlegung mehrerer anderen Einga Mleudert und ertranken. Die „Mari 7. nete der Praͤsident, in Gegenwart des Praͤsidenten dee seenden Tage in Smyrna i Vetes ben er ehen öö Ministeriums, Freiherrn v. Hofmann, die Berathung 103% angen und hat ihr Gallion verloren. Jeder legt sich dies Er⸗ Bericht des 1sten Ausschusses, den Antrag der Staats⸗Reg heeinach seitler 8 eise aus, das vielleicht nur dem Zufall zu⸗
ist. Man sagt, daß die Kosten der Ausbesserungen
auf Verlaͤngerung des Finanzgesetzes bis zum Schluß d vI s res 1835 betreffend. Da keine Bemerkungen erfolgen, 1 Dampfboots wohl 30,000 Piaster betragen wuͤrden. Es hat
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Fealien. 8
Matland, 15. Mai. Das K. K. Institut fuͤr Wissen⸗ haften und Kuͤnste hier hielt gestern eine außerordentliche Siz⸗ ig, um das Andenken an den verewigten Kaiser Franz zu an. Die Vortraͤge bezogen sich fast saͤmmtlich auf das Leben, Regenten⸗Tugenden und die segenvolle Wirksamkeit des Ver⸗ ibenen. Namentlich gab Herr Gironi ein sehr lebhaftes Bild
der Lombardei unter der Spanischen Herrschaft im Ver⸗ iche mit ihrem jetzigen Zastenge; er zeigte, in welchen Verfall mals das schoͤne Nord⸗Italien gekommen war und wie dage⸗
die gluͤcklichen Regierungen Maria Theresia's, Joseph's II., vpolds und besonders Franz I. das Land zu seiner gegenwaͤr⸗ en Bluͤthe wieder emporgehoben. Der Gouverneur der Lom⸗ dei und viele andere hohe Staatsbeamte waren bei dieser tzung anwesend.
Aus Sicilien gehen noch immer Klagen uͤber die ausblei⸗ de warme Jahreszeit ein. Am 24. April waren noch alle rge rings um Palermo mit Schnee bedeckt, doch standen im haften Kontraste dagegen die Ebenen am Fuße derselben in
Rom, 9. Mai. (Allg. Ztg.) Dom Miguel, den man in örtugal noch immer zu fuͤrchten scheint, indem man zu seiner obachtung eine Fregatte in Genua unterhaͤlt, lebt hier anschei⸗ d ganz ruhig. Er verfolgt hauptsaͤchlich eines seiner Lieblings⸗ cgnügen, die Jagd, ohne sich sonderlich um die Welt⸗Verhaͤlt⸗ se zu bekuͤmmern, welche auch bei dem jetzigen Stande der ge nicht vortheilhaft fuͤr ihn gestaltet sind. Uebrigens darf uͤberzeugt seyn, daß er, wenn sich eine Gelegenheit zeigen n, mit seinen Anspruͤchen schon vortreten wuͤrde. Es finden Himmer mehr seiner Anhaͤnger in Italien ein, die ihr Vater⸗ d verlassen haben, um den Verfolgungen der herrschenden artei zu entgehen.
Vorgestern wurde in der Deutschen National⸗Kirche, S. jaria dell' Anima, ein Todtenamt fuͤr den verstorbenen Kaiser Hesterreich gehalten. Ein vom Papst damit beauftragter ischf verrichtete die heilige Handlung der Messe, welche durch Gesang der Paͤpstlichen Kapelle begleitet wurde. Die ganze rche war mit den in Trauer gehuͤllten National⸗Farben Oester⸗ chs ausgeschmuckt; der sich in der Mitte erhebende Katafalk ar mit den Statuͤen der Gerechtigkeit und des Friedens zu bei⸗ n.Seiten verziert. Auf dem Piedestal waren zwei Basreliefs gebracht, wie der Kaiser seinen Staaten das Gesetzbuch dar⸗ icht, und wie er Wissenschaften, Kuͤnste und Ackerbau durch fmunterung unterstuͤtzt. Die Wappen der verschiedenen Pro⸗ zen umgaben das Ganze. Der Sarg, worauf die Kaiser⸗ one, der Mantel, Scepter und Reichs⸗Apfel lagen, war von r kolossalen Doppel⸗Adlern getragen. Auf vier Kandelabern erten große Flammen, und viele Kerzen brannten rund umher. le Kunstwerke an dem Katafalk hatten die sich hier aufhalten⸗ Oesterreichischen Kuͤnstler ausgefuͤhrt, und sie gereichen den gen Maͤnnern sehr zur Ehre. Die Gegenwart vieler Kardi⸗ e und Praͤlaten, des diplomatischen Corps und einer großen
—
hatte die Ehre, das Gratula⸗
das Steuerruder verloren und ist bedeutend am Hintertheil beschaͤdigt Am 24. April ist bei Beschick⸗Tasch durch 85 hehoen nnsh eine Tuͤrkische Goelette umgeschlagen und zu Grunde gegangen. Vier Matrosen sind ertrunken. — Man spricht von Mißverstaͤnd⸗ nissen zwischen dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten und dem des Innern. Es scheint, daß Ersterer entlassen werden wird. — Aus Kahira schreibt man, daß etwa 400 Personen taͤglich daselbst an der Pest starben.“
— Der Morning Herald giebt folgendes Schreiben aus Konstantinopel vom 22. April: „Ein aus Persien ange⸗ kommener Tartar bringt die Nachricht, daß dort Alles so gut geht, wie es die wahren Freunde jenes Landes nur wuͤnschen koͤnnen. Unser Gesandter, Sir John Campbell, besitzt großen Einfluß und wendet denselben auf die zweckmaͤßigste Weise an. Ohne ihn wuͤrde Persien nur ein allgemeiner Schauplatz von Graͤueln und Blurvergießen seyn und diejenigen, welche das Schwerdt des Krieges verschonte, ohne Gnade hingerichtet werden. ZSIên Alexandrien wuͤthet die Pest noch immer, und das Volk ist in der groͤßten Bestuͤrzung. Mitten unter diesen Schreckens⸗ Scenen ist es erfreulich, zu sehen, wie ein junger Englischer Wundarzt, Latdlaw, sich mit dem Feinde in den Kampf einlaͤßt und ihn seiner Furchtbarkeit beraubt. Er behandelt die Pest wie jedes andere boͤsartige Fieber, und man moͤchte fast sagen, daß er alle heilt, die er beruͤhrt. Ein Englischer Capitain und vier See⸗ leute befinden sich jetzt unser seinen Patienten. Es ist wirklich troͤstend, zu sehen, daß auch dieses Ungeheuer zu baͤndigen ist. Ausge⸗ zeichnete hiesige Aerzte sind daruͤber einig, daß diese furchtbare Krankheit eben so leicht zu heilen ist, als jeder andere Ty— phus, aber sie wollen es nicht selbst versuchen, denn sie wuͤr⸗ de wenn man wuͤßte, daß sie sich auf Buͤchsenschuß⸗Weite einem 9* estkranken genaͤhrt haͤtten, sogleich ihre ganze Praxis verlieren, und Niemand wuͤrde innerhalb vierzig Tagen dieselbe Luft mit ihnen athmen wollen. Wenn sie daher einen von der Pest Be⸗ fallenen behandelt haben, so suchen sie dies sorgfaͤltig zu verheh⸗ len, waͤhrend sie oft unter anderem Namen Pestkranke geheilt
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Berlin, 24. Mai. Das Großherzogthum Posen, in welcher
bei der im J. 1815 ersolgren Wiederbesitznahme desselben durchaus keine
Kunststraßen vorgefunden wurden, hat sich seitdem auch in die⸗ ser Beziehung der thaͤtigen Fuͤrsorge der Regierung zu erfreuen gehabt. Es sind naͤmlich angelegt worden: 1) Eine Chaussee welche, das Bromberger Departement durchschneidend, von Ru⸗ schendorf aus die von Berlin nach Koͤnigsberg fuͤhrende Chaussee verlaͤßt, uͤber Schneidemuͤhl, Grabowo, Wirsitz, Nackel nach Bromberg fuͤhrt und sich in Dirschau wieder mit der Berliner⸗ Koͤnigsberger Chaussee vereinigt. Ihre Laͤnge im Bromberger Departement betraͤgt 15 bis 16 Meilen. 2) Eine Chaussee in der Richtung von Posen nach Berlin, welche von ersterer Stadt uͤber Bythin, Pinne, Kaehme, Schwerin, Sonnenburg nach Kuͤstrin fuͤhrt, wo sie in die von Berlin nach Koͤnigsberg fuͤh⸗ rende Chaussee muͤndet. Sie ist innerhalb des Departements Posen 15 Meilen lang. — So vortheilhaft diese beiden Kunst⸗ straßen auf den Verkehr der Provinz einwirken, so blieb dieser doch noch der Wunsch uͤbrig, nach derjenigen Provinz der Mo⸗ narchie, mit welcher sie mehr als mit jeder andern in den man⸗ nigfachsten Beziehungen steht, eine gleiche Chaussirung der ge— genseitigen Verbindungswege zu erhalten. Dieser Wunsch kommt nunmehr ebenfalls zur Erfuͤllung, indem die, zwar schon vor ei⸗ nigen Jahren begonnene, aber nur auf einer Strecke von 3 Meilen fertige Schlesische Chaussee in diesem Jahre fortgesetzt wird. Sie geht von Posen uͤber Stenszewo, Gluchowo, Lissa Fraustadt, Schlichtingsheim nach Glogau, und zaͤhlt innerhalb des Departements 14 Meilen. Es ist Aussicht vorhanden, daß sie im naͤchsten Jahre vollstaͤndig beendigt seyn wird. g
— Nachrichten aus Breslau zufolge, haben sich zu dem auf den 2. Juni anstehenden Wollmarkte schon jetzt viele Aus⸗ laͤnder, und unter ihnen mehrere Englische Kaufleute, dort einge— funden. Da im Ganzen bedeutend weniger Wolle, als im vori⸗ gen Jahre gewonnen worden ist, woran hauptsaͤchlich der große Futtermangel die Schuld traͤgt, so erwartet man, daß die Preise mindestens diejenigen von 1833 erreichen werden. Taͤglich wird an der Instandsetzung der Rennbahn zu den diesjaͤhrigen Pferde⸗ Rennen gearbeitet; auch sind bereits viele Pferde, die an den Rennen heil nehmen sollen, eingetroffen.
— Die statistischen Aufnahmen fuͤr das verflossene Jahr
geben im Regierungs⸗Bezirk Oppeln folgende Haupt⸗Resultate: Der Regierungs⸗Bezirk säöc gegenwaͤrtig 748,210 Seelen. Im Jahre 1831 betrug die Zahl der Einwohner 719,427, so daß sie seitdem um 28,783 zugenommen hat. 6 Jahre 1834 wurden 37,823 Kinder beiderlei Geschlechts geboren; es starben dagegen 29,660 Personen; mithin betraͤgt der Zuwachs fuͤr dieses Jahr 8163 Seelen. Auffallend ist die Zahl der an den Pocken Ge⸗ storbenen mit uͤberhaupt 704 Personen. Diese Seuche herrschte fast in allen Kreisen, am staͤrksten aber in den Kreisen Kosel Oppeln, Pleß, Rybnick, Groß⸗Strehlitz und Tost⸗Gleiwitz. Un⸗ ter den 748,210 Personen, die gegenwaͤrtig den Regierungs⸗Be⸗ zirk bewohnen, befinden sich, der Konfession nach, 71,737 Evan⸗ gelische, 663,750 Katholiken, 7 Griechen und 12,716 Juden. 8 Aus Marienwerder wird nachtraͤglich uͤber eine selt⸗ same Art gewaltsamer Diebstaͤhle berichtet, die sich in neuerer Zeit im Kreise Deutsch⸗Crone zugetragen haben. In mehreren Ortschaften dieses Kreises sind naͤmlich die Diebe in die Schaf⸗ staͤlle eingebrochen, haben die Schafe abgeledert, und mit Zurüͤck⸗ lassung der Cadaver bloß die Felle mitgenommen. So fand z. B. eines Morgens der Muͤller in Hoppenmuͤhl in seinem Schaf⸗ stalle 19 Hammel ohne Haͤute aufgeschichtet liegen.
Koͤnigstaͤdtisches Theater.
Die „weiße Dame“, diese mit Recht beliebte per, auf dem Repertoir beider hiesigen Buͤhnen, und ihre Wiederkehr nach laͤngerer oder kuͤrzerer Pause ist immer willkommen. Aber einen neuen, ausnehmenden Reiz hat sie bei ihrer diesmaligen Wie⸗ derkehr auf der Koͤnigstaͤdtischen Buͤhne dadurch gewonnen, daß Dlle Vial die Haupt⸗Rolle, die „weiße Dame“, uͤbernommen hat. Fuͤr uns unterlag es nicht dem mindesten Zweifel, daß die von der Natur so reich begabte, mit Fuͤlle und Woͤhllaut der Stimme aus⸗ gestattete und in der Kunstfertigkeit des Gesanges so geuͤbte und ge⸗ wandre Saͤngerin auch in einer anderen Gattung der Musik, als der Italiaͤnischen, Beifall, großen Beifall einaͤrndten wuͤrde. Ein Talent, wie das ihrige, macht sich, ganz abgesehen von der ange⸗ nehmen Persoͤnlichkeit der Darstellerin, uͤberall geltend und gewinnt sich Beifall und Anerkennung. Es hier nicht der Ort, alle einzelnen Schoͤnheiten ihres Gesanges aufzuzaählen: gleich ihre erste Erscheinung im zweiten Akte imponirt; die Monotonie des angenommenen Geistertones wußte sie mit dem unterdruͤck⸗ ten Gefuͤhl der Liebe gluͤcklich zu verschmelzen, und in dem Duett zwischen ihr und dem Geliebten trat dann die ganze Kraft
erhaͤlt sich
und der Wohllaut ihrer Stimme nicht nur in de - 1 “ . t n so geschmeidig als sicher ausgefuͤhrten Passagen, sondern auch in nen rlsseür⸗ des
wir einen trefflichen Stich
Gefuͤhls hervor; namentlich in den bedeutenden Worten: „Gewiß, Du sollst sie sehen; sie erscheint, ich schwoͤr' es Dir“ — Was hi vollends die Bravour ihres Gesanges betrifft, so ist daruͤber nich Allem, was bei Gelegenheit ihrer Leistungen als Semiramis, Auna Boleyn und der Rosine im Barbier von Sevilla in diesen Blaͤttern gesagt worden, jedes weitere Wort uͤberstuͤfsig. Die Kuͤnstlerin glaͤnzt in den brillantesten Farben des Gesanges, und der Zauber ihrer Toͤne in ihren staͤrksten Ausbruͤchen, wie in den weichsten Inflexio⸗ nen der Zartheit, im raschen Wechsel vom Anschwellen und Verklin⸗ gen, riß zu einem Beifall hin, wie er kaum bei den herrlichsten Mo⸗ menten der gefeierten Sontag in diesem Hause gehoͤrt worden. Wie wir vernehmen, hat der Jrhaber dieser Buͤhne Blle. Vial auf laͤn⸗ gere Zeit engagirt, was seinem Eiter fuͤr die Genuͤsse des mustelie⸗ benden Publikuns eben so zur Ehre gereicht, als es hoffentlich dem Theater selbst hoͤchst ersprießlich seyn wird. Auch die uͤbrige Vorstellung der Oper war groͤßtentheils lobenswerth; namentlich Herr Holzmiller als Georg Brown, Herr Fischer als Gaveston, Herr Greiner als Pachter und Dlle. Beckaͤr als seine Gattin; es scheint,
anerkannt wuͤrde n ““
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„„„. Vervielfaͤltigende Kuͤnste.
Es ist fruͤher haͤufig und mit Grund geklagt worden, daß Kupferstich und Steindruck bei uns mit dem sichtbaren gusschwange der Malerei nicht gleichen Schritt hielten; in neuester zeit dag /gen boͤrt man diese Klage immer seltener, und wirtlich ist jetzt alles (Gute zu hoffen. Der Kupferstich wird immer einer eigenen Schale und vieljähriger Vorbildung bedürfen; hier mußte besondere Unterstüͤz⸗ zung das Beste thun, sowohl um junge Kuͤnstler ins Ausland rei⸗ sen, als auch um mit der erworbenen Kunst daheim groͤßere werke unternehmen zu lassen. Das erstere ist durch die Konigliche Aka⸗ demie, das letztere durch den hiesigen Kunst⸗ Verein, so⸗ dann neuerdings durch das Köͤnigliche Museum geschehen, endlich auch durch die wohlthaͤtige Absicht des Herrn Gebauer, welchem nach Hildebrandt's Krieger mit dem
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Kinde von Fishet verdanken.
„Der Steindruck, dessen Werke schneller entstehen und ringern Preis gegeben werden koͤnnen, mußte sich selot unß dem ge⸗ woͤhnlichen Wege des Kunsthandels sein Fortkommen suchen, und dies um so mehr, als er es ja nur eigentlich wage, welch er dem Kupferstich den Kauf verdarb. Leider gilt auch hier, was von den meisten E findungen gegolten hat: sie sind in Deutschland gemacht worden, werden aber im Auslande besser ausgeuͤot. Auch abgesehen vavon, daß das Aetzen und Drucken viel Sorgfalt und Erfahrung verlangt, so mußten doch auch die Talente erst dichter sich einfin⸗ den, um fuͤr diese bioß reproduzirende Kunst sichere Zeichner zu gewinnen. Am leichtesten waͤre ihr freilich geholfen, wenn die erfindenden Kuͤnstler sich selbst einmal haͤtten zur Lithographie ent⸗ schließen wollen: wenigstens scheint eben dadurch Frankreich einen bedeutenden Vorsvrung erlangt zu haben, und so sehr es un⸗ sern fruͤheren Leistungen auch am Druck, an der Schwaͤrze oder an dem Koen des Steins und dessen Benutzung fehlte, so nollen wer uns doch jetzt nicht verhehlen, daß es noch mehr an Geis ge⸗ fehlt habe; sehr natuͤrlich, weil die Lithographie gleich in unter⸗ geordneie Haͤnde fiel, welche, bald zu leichtünnig, bald aber auch zu peinlich, in beiden Faͤllen erfolglos die Voroilder wiedergaben: statt daß der selbststaͤndige Kuͤnstler den eigenthuͤmlichen Vortheilen dic⸗ ser Technik sich fret wuͤrde hingegeben haben. Dies ist denn auch anschaulich geworden, so oft unser Kruͤger sich selbst an den Stein setzte, und dies ist es, was Meierheims Blatter so vor⸗ trefflich macht. Seitdem sind nun aber auch die Lithogr phen von Profession zahlreicher und besser geworden. Jentzen hat in Paris die ausgezeichneisten Kuͤnstler dieses Fachs arbeiten gesehen, und diesen Vorzug unterstuͤtzt er durch Sorgfalt und Liebe, wel⸗ che ihn ruhig, aber staͤtig fortschreiten lassen; Hermann hat eine große Uebung fuͤr sich, sowohl im Genre als der Land⸗ schaft; fuͤr letztere haben wir noch von Tempeltei manch es Gelungene gesehen; neuerdings aber haben sich die Herren Wildt und Eichens der juͤngere als sehr geschickte Steinzeichner belannt gemacht. Jenem danken wir schon fruͤher ein Blatt nach Hilde⸗ brandts Krieger und jetzt die schoͤne Kirchengaͤngerin nach dem be⸗ liehten Bilde auf der letzten Ausstellung von Blanc. Daß der Reiz des Bildes großentheils in der Farbe bestand, war aller⸗ dings dem Lithographen unguͤnstig, doch hat er jedenfalls etwas recht Gefaͤlliges und durch schoͤnen Ausdruck Anspr echendes zu Stande gebracht. Fleisch und leichtes Gewand zeichnen sich durch eine zarte Behandlung aus, und was anderen Theilen an Klarheit und farbiger Tiefe abging, ersetzte der Kuͤnstler wenigstens durch Kraft und Schwaͤrze. Sehr empfehlenswerth ist ein Blatt von Her⸗ mann Eichens, nach einem Oelbilde von Meierheim: die Kegel⸗ bahn. Eine leise, sanfte, aber zugleich bestimmte und ken tolle Fuͤhrung des Crayons weist dieser Arbeit unter den hesigen Leistungen einen vorzuͤglichen Platz an. Wenn dagegen das Blatt zu voll und namentlich in dem Hintergrunde zu „laden erscheint, so liegt dies mehr an dem Vorbilde. Ein farbiges Werk hat freilich mehr Mittrl zu unterscheiden und unterzuvrdnen. als eine bloß schwarze Zeichnung; darum scheint es gut, daß der Litho⸗ graph, falls der Maler nicht schon an ihn gedacht hat, lieber eini⸗ ges unbestimmter nehme, oder als Masse zusammenfasse. Ueberhaupt moͤchten viele unserer Bilder mehr durch das Detail wirken wollen, als fuͤr den Steindruck geeignet ist; die Französischen Lithographen baben aber hinsichtlich des Effektes und der Leichtigkeit noch den Vortheil, daß sie haͤufig nach Aquarellen arbeiten, die ihnen hierin schon besser entgegenkommen und ihnen hinsichtlich des Aussparens besser den Weg weisen, dagegen wieder in der Frische und Tonung mehr darbieten, als ein monochrones Vorbild. Vielleicht wird sich dies gch 1 uns eAnfänden. b ine Lithographie des Seitenstuͤcks zur Kirchengaäͤngerin, nöäͤm⸗ lich des Edelknaben von Wittich, ist don der Töö Herren Sachse u Comp., in deren Verlage auch jene beiden Blaͤt⸗ ter erschienen sind, versprochen, und die Kunsthandlung von Schrd⸗ vegesfpscher 1— dh Uiehsgeapoie von Sohr’s Leonore an gekuͤndigt. Da Herr Wildt dieselbe uͤber: hat, so laͤßt si 8ge wnns. erwarten. PE“
Wir wuͤnschten, daß uns zugleich Gelegenheit gegeben woͤre, mehr uͤber einen andern Zweig deboleffattigerger Kong Cö welcher offenbar im Aufbluͤhen ist. Wir meinen den Holzschnitt und wer waͤre nicht schon auf die trefflichen, oft meisterhaften We aufmerksam geworden, denn die große Verbreitung und der geringe Preis kann ihnen diesen Werth nicht entziehen. Der Holzschnitt konnte weder vom Kupfergtich noch vom Steindruck verdraͤngt wer⸗ den, weil er zugleich mit der Schrift unter der gewoͤhnlichen Buch⸗ drucker⸗Presse gedruckt werden kann; es war also leicht zu berechnen, daß er aus der Vernachlaͤssigung, in der er sich eine Zeit lang be⸗ funden, wieder erwachen mußte, weil sein Schicksal zu enge mit dem Gedeihen der Presse verbunden ist, letzteres aber unaufh iltsam seyn duͤrfte. Die Pfennigblaͤtter, welche mit mehr typographischer Pracht, als es bisher geschehen, gemeinnuͤtzigen Kenntnissen die aus⸗ gedehnteste Verbreitung verschaffen wollen, wuͤrden trotz des bunten Allerleis doch mit ihrem abgerissenen Wissenskram bald ermuden wenn sie nicht diese bildliche Beigabe enthielten, welche sogleich die Augen gewinnt und zum Lesen anreizt. Das war nun fuͤr den Holzschnitt Aufforderung genug, sein Bestes zu leisten, und dies kann nur dadurch geschehen, daß er seine Mittel richtig vuedigt, nicht aber in der Nacheiferung von Vorzuͤgen, die ihm versagt sind, sich vergeblich abmuͤbt. Versagt ist dem Holzschnitt die Zartheit⸗ namentlich der Uebergnge, aber auch schon die Feinheit der einzeln stehenden und auslaufenden Linien, weil sich naͤmlich im Druck da 1b Papier um die erhabenen Kanten umlegt und alsdann unvermeidlich mehr beruͤhrt als die bloße Schaͤrfe, so daß also, was gerade an feinsten ausfallen sollte, vergröbert erscheint. Man hat al s ver⸗ sucht, um diesen Uebelstand in heben, hauptsaͤchlich dadurch, daß man an solchen Stellen den Gegendruck verminderte. Die verbienst- lichen Bestrebungen des Herrn Prof. Gubitz in unserer Mitte
fuͤr ge⸗