1835 / 156 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

belobend an, da auch sie, wenn gleich

gleich Null zu rechnen“ b 1 als die gekroͤnte Schrift,

nicht in der umfassenden Vollstaͤndigkeit, b von vieler Sachkenntniß der Verfasser zeugen und die Resultate reifer und nuͤtzlicher Erfahrungen darbieten. Die Deputation wuͤnschte deshalb die Bekanntmachung auch dieser Schriften durch den Druck und ersuchte die Herren Verfasser um ihre desfall⸗ sige Erklaͤrung. Gleichzeitig wurde der Preis von 50 Rthlrn. bis Ende Februar 1836 uͤber folgende Frage wiederholt ausge⸗ setzt, da bis jetzt zwar einige werthvolle Abhandlungen, aber keine vollstaͤndige Preisschrift uͤber den Gegenstand derselben eingegan⸗ gen sind, naͤmlich: „Wie verhaͤlt sich die Milch⸗Erzeugung des Wiesenheues, Kleeheues, der Kartoffeln, Oelkuchen und Roggen⸗ Kleie (letztere beide als Trank), an Kuͤhe gegeben, zu einander?“ Auch ward der Preis von 30 Rthlrn. auf die beste Abhand⸗ lung vom Nutzen der Thierschau ꝛc., woruͤber keine Preisschrift eingegangen ist, bis Ende Maͤrz 1836 wiederholt ausgesetzt. Nachdem nun einige Aufsaͤtze: a) uͤber die Pruͤfung der jungen Oekono⸗ men; b) uͤber den Milch⸗Ertrag verschiedener Futterungs⸗Mit⸗ tel und uͤber Molkerei im Allgemeinen, von dem Ober-⸗Amt⸗ mann Karbe zu Petershagen, und c) uͤber das Waschen der Schafe vor der Schur, von dem Amtsrath Cochius zu Dreetz vorgetragen, auch die sehr dankenswerthen Geschenke, namentlich eine Sammlung vieler Varietaͤten des Welschkorns aus Nord⸗ Amerika, von des Fuͤrsten Max von Neuwied Durchl., ein voll⸗ Verbindezeug fuͤr Thier⸗Aerzte, von dem Hof⸗Mechanikus Amuel, und 62 seit einem halben Jahre eingegangene Druckschrif⸗ ten vorgezeigt worden, begab sich der groͤßere Theil der Anwe⸗ senden nach dem Felde vor dem Jaͤger⸗Thore, um den von dem Gutsbesitzer Schroͤder zu Johannishoͤhe bei Berlinchen erfunde⸗ nen neuen Pflug zu pruͤfen. Dieser Pflug hat in seiner Bau⸗ art viel Eigenthuͤmliches und weicht von den jetzt bekannten bes⸗ seren Pfluͤgen nicht sowohl in einzelnen Theilen als vielmehr in der Zusammenstellung sehr ab. Er zeichnet sich durch Vermin⸗ derung der Friction aus, ist leicht zu regieren, hat eine, fuͤr die cabsichtigte Breite und Tiefe der Furche zweckmaͤßige Stellung, ind seine Kuͤrze erleichtert das Auspfluͤgen an Ecken und Win⸗ keln des Landes. Die Construction ist dauerhaft und bequem und jeder Schmidt wird diesen, wenigstens fuͤr leichten und muͤr— ben Boden sehr empfehlenswerthen und vielleicht noch weiter zu vervollkommnenden Pflug fuͤr den gewoͤhnlichen Preis eines soonst uͤblichen guten Pfluges herstellen. Außer diesem Pfluge legte Herr Schroͤder noch einen Kraftmesser von seiner Erfin⸗ dung, so wie einige andere Modelle landwirthsthaftlicher Werk⸗ zeuge vor, welche jedoch noch nicht im Großen ausgefuͤhrt wor⸗ den waren.

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

338,79 ‧Par. 337,9 2 „Par. 337,2 9 Par. Quellwärme 7,2 °R. 9,0 °R. 17, °0 °R. 11,7 °R. [Flußwärme 13,0 °R. B 1 8 8 99 Bodenwärme 10, 6 °R. Dun 92 pCt. 60 pCt. 1 116 Wetter. 8 beiter. heiter. UItr.... ei. C,09 8 Nv. Wind ONSO. ÕNO. OSNO. Mieederschlag 0. Wolkenzug ONO. Nachtkälte D,7 °R. Tagesmittel: 338,0 v Par. 12,6 °R. 9,00 R. 78 vCt.

1835. 3. Juni.

Luftdruck. Luftwaͤrme

Berliner Börse. 1 Den 4. Juni 1835. Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. 8☛887 100 ¾ 100 ¼ 98 ½ 98 ½ 63 ½ 63 ½ 101+⁄%buê½˖—

100¾ 100 ¾

(Preuss. Couz.) 2f, Brief dheln.

Ostpr. Pfandbr. 4 [101¾ Pomm. do. 4A 1106 ¾ Kur- u. Neum. do.] [103 ¼ Schlesische do. 4 106 ¾ Rkst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N.

CArRAEn St.-Schuld-Sch.

bör. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seech. Karm. Obl. m. I. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. 100 ½ igsb. do. Gold al marco 215 ¾ Neue Duk. .. . Friedrichsd'or..

Disconto

99 ½ 41 101 102 ¾

2

13 ½ 421 Preu’ss. Cour. Rruef.] Geld. 141 141 ¾

=g

151 150 6 25 ¾ 80½ 103 ¾

6 25

103 ½ 103

99 ½

ödbRTkTbFö6 150 Fl.

Augsbur 150 Fl. Breslau-. 100 Thl. Leipzig 100 Thl. . Frankfurt a. M. WZ. 7I. 1 102 ½ 100 Rbl.

.. . 600 Fl.

102 102 30

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 30. Mai.

iederl. wirkl. Schuld 5513.., 5 % do. 101. Ausg. Schuld —. Kanz-Bill. 25 ½. 4 ½ 9 Amort. 94 ¼. 3 ½ 8 79 ¾. Russ. 98 ⅛. Oesterr.

8 ½. Preuss. FPräm.-Scheine 111¼. do. 48 Anl. 101. Spun. 5 3 441. 88 20 ⅞. Antwerpen, 29. Mai

Span. 5 8 45 ½. 338 Zinsl. 18 ¾. Cortes 42 ¼.

Neue Span. Anl. 56.

Coup. 241. Hamburg, 2. Juni. Hope in Cert. 99.

Port. 53 91.

Preuss. Präm.-Scheine

Engl. Kuss. 105 ¼. 38 633.

Uoln. 136 ½. Dän. 74 .

wien, 30. Mai. 1 5e Met. 101 ½. 97 ½½. Bank-Actien 1330 ¾. Neue Aul. 591 ⅛.

241.

Koͤnigliche Schauspiele.

Freitag, 5. Juni. Im Schauspielhause: Der Roman, Lust⸗ spiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. Hierauf: Die feindlichen Bruͤder, Possenspiel in 3 Abth., von E. Raupach.

Wegen Unpaͤßlichkeit der Dlle. Stephan kann die Oper: „Die Hochzeit des Figaro“ an diesem Tage nicht gegeben werden.

. Koͤnigstaͤdtisches Theater.

Freitag, 5. Juni. Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von Friedrich Genée. Vorher: Judith und Holofernes, Lustspiel in 2 Akten, von L. Angely.

Neueste Nachrichten.

Paris, 29. Mai. Vorgestern Abend hatte der Preußische Gesandte, Freiherr von Werther, eine Audienz bei Sr. Majestaͤt. Gestern arbeitete der Koͤnig mit dem Minister des oͤffentlichen Unterrichts. 1

Heute begann in der Pairs-Kammer, und zwar in dem neuen Gerichts⸗Saale, der Prozeß gegen die 109 Vertheidiger der April⸗Gefangenen fuͤr das in der „Tribune“ und dem „Röä⸗ formateur“ erschienene Schreiben (s. Nr. 139 der Staats⸗Zei⸗ tung), so wie gegen die verantwortlichen Herausgeber dieser bei⸗ den Blaͤtter, von denen das erstere bekanntlich seitdem eingegan⸗ gen ist. Der Namens⸗Aufruf ergab etwa 90 abwesende Pairs. Von den Angeklagten waren mehrere ausgeblieben, unter diesen auch Herr Audry⸗de⸗Puyraveau, der um dieselbe Zeit den Verhandlungen in der Deputirten⸗Kammer beiwohnte. Andere erschienen im Beistande von Advokaten, und der Herausgeber der „Tribune“, Herr Bischat, hatte den ehemaligen Haupt⸗Redacteur dieses Blattes, Herrn Sarrut, als Defensor mitgebracht. Dieser erklaͤrte vorweg, daß alle Ange⸗ schuldigte den Mitangeklagten Michel (einen Advokaten aus Bourges) mit der Beweisfuͤhrung der Inkompetenz der Pairs⸗Kammer beauftragt haͤtten. Der Praͤsident wollte diesen Auftrag Anfangs nicht gelten lassen, indem ein Angeklagter nicht fuͤr den anderen das Wort fuͤhren koͤnne; indessen entschloß er sich zuletzt doch, den Herrn Michel zu hoͤren, der darauf in ei⸗ nem fast zweistuͤndigen Vortrage die Einrede der Inkom⸗ petenz hauptsaͤchlich darauf gruͤndete, daß der inkrimi⸗ nirte Artikel den Pairs⸗Hof und nicht die Pairs⸗Kam⸗ mer angreife, waͤhrend das Gesetz der Pairs⸗-Kammer nur dann die Befugniß ertheile, sich selbst Recht zu verschaffen, wenn sie als gesetzgebender Koͤrper angegriffen worden sey. Zugleich aber erinnerte er daran, daß jenes Gesetz bei Erlassung desselben von den Koryphaͤen der jetzigen Pairs⸗Kammer selbst als ein schlechtes angegriffen worden sey. Nachdem Herr Michel seinen Vortrag beendigt hatte, wurden die Angeklagten aus dem Saale gefuͤhrt, und die Kammer berieth sich uͤber die Kompetenz⸗— Frage. Herr Tripier war der Meinung, daß der Advokat Michel das Wesen und die Befugnisse der Pairs⸗Kammer als gesetzgebenden Koͤrpers und als Gerichtshofs mit einander vermengt habe; es sey ganz gleichguͤltig, ob die Kammer in der einen oder der anderen Gestalt Sitzung halte, da die Elemente der Versamm⸗ lung dieselben waͤren; hiernach sey er der Meinung, daß die Kammer uͤber den Antrag des Advokaten Michel gar nicht wei⸗ ter zu berathschlagen, sondern sofort zu der Vernehmung der Angeklagten zu schreiten habe. Die Versammlung erklaͤrte sich einstimmig mit dieser Ansicht einverstanden. Die Angeklagten wurden darauf in den Saal zuruͤckgefuͤhrt. (Hier schließt unser Bericht.)

In der heutigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer wurden die Berathungen uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen Er⸗ richtung einer Dampfschifffahrt-Verbindung zwischen Frankreich und der Levante wieder aufgenommen und die 4 Artikel dessel⸗ ben erst einzeln, dann zusammen mit 218 gegen 16 Stimmen angenommen. Der Gesetz⸗Entwurf besagt im Wesentlichen, daß dem Finanz⸗Minister zur Erbauung und zu den Kosten der er⸗ sten Einfuͤhrung von 10 Dampf⸗Packetboͤten zwischen Frankreich und der Levante pro 1835 3 Millionen und pro 1836 2,971,600 Fr. bewilligt werden sollen. Die Versammlung beschaͤftigte sich darauf mit dem Budget des Ministeriums des oͤffentlichen Unterrichts. 1

Die Herzoge von Orleans und von Nemours begaben sich gestern mit dem Prinzen Leopold von Sicilien nach Meudon.

Es heißt, der Herzog von Orleans werde in einigen Tagen mit dem Prinzen Leopold nach Toulon abreisen, um sich dort nach Neapel einzuschiffen, und diese Reise wuͤrde eine neue Un⸗ terhandlung uͤber eine Vermaͤhlung des Ersteren mit einer Nea⸗ politanischen Prinzessin zum Gegenstande haben.

Im Messager liest man: „Es wird uns versichert, daß der Spanische Ex-Minister Calomarde und der Visconde de Canellas kuͤrzlich eine Audienz bei Ludwig Philipp gehabt haben. In dieser Konferenz sollen dem Koͤnige die Vortheile, die fuͤr Frankreich aus der Aufrechterhaltung des Salischen Gesetzes Ludwig's XIV. hervorgehen wuͤrden, auseinandergesetzt und selbst auf die Moͤglichkeit einer Vermaͤhlung des aͤltesten Sohnes des Don Carlos, sobald der Buͤrgerkrieg erst beendigt waͤre, mit der Prinzessin Klementine von Orleans, der Tochter des Koͤnigs, hingewiesen worden seyn. Zugleich wurden dem Koͤnige uͤber die anarchischen Folgen, zu denen der Geist

Neapolitanischen Koͤnigshause ist.“

Die Flotte zu Toulon war am 22sten d. aus dem dortig Hafen nach der Levante ge ihrer Abfahrt trafen aber, wie man erfaͤhrt, zwei telegraphische Depeschen in Toulon ein, die dem Theil der Schiffe, welche die Flotte bildeten, eine andere mung gaben. Nur die „Bellone“ und der „Suffren“ hah ihre Fahrt weiter fortgesetzt. die Kuͤsten Spaniens beordert worden seyn.

unter Segel gegangen. Im Augenblt

heute keine neuere Details uͤber den Krieg in Navarra. l5ten d. hatten 2 Divisionen Christinos Vittoria verlassen,

Hauptmacht der In tige. Ein Schreiben aus Bayonne vom sten d. berich tet: „General Valdez hat sein Hauptquartier in Vin⸗ aufgeschlagen. Er hatte den Auftrag erhalten, alle 9%, Offiziere zu versammeln und ihnen unter Anderem fölgende Fragen zur Begutachtung vorzulegen: Koͤnnen die insargzeten Provinzen allein durch militairische Gewalt okkupirt meden? Ist es moͤglich, sie vollstaͤndig zu verwuͤsten und die Einwohner zu vertreiben? Beide Fragen sind von dem versammelten Rauhe verneinend beantwortet worden. In den militairischen Divise⸗ nen von Bayonne und Perpignan hat keine Bewegung satte funden. Das Observations⸗Corps ist gegenwaͤrtig 30,000 Nm stark, mit Einschluß der Kavallerie und Artillerie.“

Den neuesten Berichten der Sentinelle des Pyrenzeg zufolge, haͤtte Zumalacarreguy sich mit etwa 10,000 Mam Stadt Pampelona genaͤhert und einen Ausfall der Garnisen g ruͤckgewiesen.

Nach dem Indicateur von Bordeaux vom . waͤre das Geruͤcht, Vittoria sey von den Karlisten blokirt, n gruͤndet. Es heißt, der General Aldama und der Brigts Iriarte seyen ihres Kommando's entsetzt worden; die Ma. dieser Maßregel sind noch unbekannt.

Der Messager meldet: „Wir erfahren aus Mahm vom 2lsten d. auf außerordentlichem Wege, daß der Consi

zem in einer außerordentlichen Mission nach London abtrse sollte; Herr Martinez de la Rosa wird in der Praͤstdentsche durch den Grafen v. Toreno ersetzt werden. General Valdez 9e seine Entlassung eingereicht. Der erste Chef des Generastale der Nordarmee, Don Evariste San Miguel, ist interimzstsc mit dem Ober⸗Kommando dieser Armee beauftragt. Die Protu radoren haben am 2lsten d. eine geheime Sitzung gehalten, an geblich in Betreff der Intervention.“

In diesen letzteren Tagen ist, dem Vernehmen nac, Paris und London eine offizielle Note des Divans eingetroff Sie enthaͤlt, wie es heißt, des Sultans Antwort auf das w dem Lord Ponsonby und dem Admiral Roussin gestellte Vane gen der freien Schifffahrt auf dem Schwarzen Meert. 2 Pforte hat sich, wie versichert wird, durchaus geweigert, in a Anforderung einzuwilligen, obschon sie, besonders von Eik des Englischen Botschafters, auf eine drohende Weise geschehens

Weder der Impartial noch der Temps glauben an Ausscheiden des Herrn Humann aus dem Ministerium.

Waͤhrend der ersten Sitzungen des Pairshofes sind die tritts-Karten fuͤr die oͤffentlichen Tribunen fuͤr 20 bis 30 verkauft worden. 1

Es ist eine Subscription zur Aufbringung der dem „„ formateur“ von der Deputirten⸗Kammer aufgengten Strafe 10,000 Fr. eroͤffnet worden. Im Redactions⸗Bvreau die Blattes selbst waren heute bereits 1252 Fr. eingegangen; a der „National“ hat schon bedeutende Beitraͤge gesammelt.

Die Boͤrse ist in der groͤßten Bestuͤrzung. Die Fran schen Fonds sind fortwaͤhrend angeboten. man Kaͤufer. Am meisten Eindruck auf die Spekulanten m⸗ ten die Berichte von der Londoner Boͤrse am 27. Mai. Daß dem Monate Oktober auf dem hiesigen Platze in Piästern Geschaͤfte auf Zeit mehr gemacht werden duͤrfen, so lasse großen Kapitalisten ihre Operationen auf Zeit in diesen (flh in London ausfuͤhren. Auf solche Weise wurden in nd wahrhaft enorme Geschaͤfte gemacht. Als nun die Liguhhe vom 27. Mai kam, waren die Differenzen so bedeutend, nur wenige Spekulanten im Stande waren, zu bezahlen. ist das Haus Rothschild, welches enorme Partieen verkauf im Augenblick der Liquidation nicht bezahlt worden; die renzen, die nicht bezahlt worden, belaufen sich, wie es heist zwoͤlf Millionen Franken; was denn auch Herrn Rothschse stimmt hat, darein zu willigen, daß die Londoner Aaguhe vom 27. Mai um vierzehn Tage verschoben werde. nun auch die lebhaftesten Besorgnisse fuͤr die hiesig am naͤchsten Montag. Die Schwankungen der Rente enorm gewesen, daß man viel Ungluͤcksfaͤlle befuͤrchtet. Spanischen Fonds sind ebenfalls gesunken. .

Heute schloß dproc. Rente pr. compt. 106. 60. sun 106. 50. 3proc. pr. compt. 78. 60. fin cour. 78. 85 8 Neap. pr. compt. 97. 75. sin cour. 96. 70. 5proc. 8 40 ¾. 3proc. 27 ½. Cortes 40. Guebhard 46. Port. 5prn

Frankfurt a. M., 1. Juni. Oesterr. 5 proc. I. 1015. 101 ½. Aproc. 96 22. 96¼. 2⁄proc. 58. B. lymh B. Bank⸗Actien 1580. 1579.

Part.⸗Obl. 141. Br. zu 100 G. 212 ½ Br. Preuß. Praͤm.⸗Sch. 63. Br. der Anl. 983. G.

der Unordnung in Spanien fuͤhren koͤnnte, Besorgnisse er⸗ regt. Es heißt auch, daß der Prinz Leopold von Sicilien den Koͤnig zu Gunsten der Politik des Don Carlos zu stimmen suche. Bekanntlich war der Neapolitanische Hof der erste, der gegen die Veraͤnderung in der Spanischen Thronfolge⸗Ordnung prote⸗

Holl. 5proc. Obl. von 1832 100 ¾. Br. Loose 69. B. bproc. Span. Rente 41 ¼. 41 ½. 5proc. do⸗.

Redacteur Cottel.

wannemveraeer nt,eena:n.

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men? r AmeaeEeExArzrh sradatahene „ee „etbn er⸗

Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen

Bekanntmachungen.

Von dem ehemaligen Prof. Jur. Publ. zu Leipzig und Kanzler des Stiftes Zeitz DFr. Johann Andreae ist im Jahre 1589 ein Stipendium fuͤr seine Ange⸗ hoͤrigen gestiftet worden, wobei solchen, die sich den academischen Studien widmen, der Vorrang vor den nbrigen eingeraͤumt ist. Im Fall nun gegenwaͤrtig Femand von der Familie des obgedachten Stifters schon actu studens ist, oder zu studiren gedenkt, wird der elbe aufgefordert, sich bei dem academischen Se⸗ nate zu melden. Leipzig, den 23. Mai 1835.

W. Wachsmuth, d. z. Rector

niß gesetzt.

tig seyn.

Nordsee-Bad der Insel Helgoland. Ein geehrtes Publikum wird hiermit von der Er⸗ oͤffnung des hiesigen Seebades am 15. Juni in Kennt⸗

Auf eine zweckmaͤßige Erweiterung und Vervoll⸗ kommnung aller Anstalten, welche die so sehr guͤn⸗ stige Aufnahme des Bades in den letzten Jahren noͤ⸗ thig machte, wurde fuͤr die naͤchste Saison mit Eifer hingearbeitet, und namentlich durch viele neuerbaute Logis, Vermehrung der Badekutschen auf funfzig Stuͤck, durch Ueberfuͤhrung von lebendigem Schlacht⸗ vieh ꝛc. ꝛc., den Beduͤrfnissen und Anforderungen der resp. Badegaͤste moͤglichst entgegen gekommen.

Als Badearzt wird, wie fruͤher, Aschen aus Bremen

Die Ueberfahrt geschieht woͤchentlich g den sehr

mit bekannten Packetboͤten.

Helgoland, Mai 1835.

elegant eingerichteten Hamb. Dampfschiffen von Ham⸗ burg und Cuxhaven aus, und von sonstigen Haäͤfen

Bestellungen von Logis besorgt mit Vergnuͤgen Die Dtrection

20 Thlr. Eisenberg und S traͤge, 18 Bde, geb. 10 Thlr. 8 rist. Monatsschrift, 11 Bde, in Pme⸗ 6 Thlr., in Hldfrzbd. geb. 7 Thlr. 15 sgr träge z. jurist. Literatur, 8 Samm Zusaͤtze. 4 Thlr. 8

Imn

compl. fuͤr 32 Thlr. Herr Dr. von waͤhrend der Curzeit gegenwaͤr⸗ 3 Bde. 5 Thlr. 15 sgr. Crim.⸗Rechts

Literarische Anzeigen Bei G. Walter in Berlin, Leipzigerstr Nr. 29 (Ecke der Friedrichstr.), ist zu haben: v. Kamptz, Jahrbuͤcher d. Pr. Ges., 84 Hefte, v. Kamptz, Annalen, Jahrg. 1817 bis 1833, geb. und geh. 24 Thlr. v. Kamptz, Sammlung von Prov. Gesetzen, 3 Hitzig, Zeitschrift der Pflege, 418 Hefte u. 2. Repert.

xena 11““ 7,

Bei C. W. Froͤhlich & Comp. (Unterwiisch Nr. 8), ist erschienen: 8,Ina

F. W. Jaͤhns, A vierstimmige Gesaͤnge pran, Alt, Tenor und Baß. Op. ¹9. 1 der Freundschaft. Liebesfreude. Ug Lustiges Lied” Partitur und Stimmeg

Wielhorsky, Graf von, Kaiserl. An merherr, 2 Lieder mit Begleitung des hi 1 Nr. 1: Auf der Liebe dunklem Meere⸗

Ich liebte Sie. 5 sgr.

kurz hinter einande groͤßten Bestim⸗ Die uͤbrigen Fahrzeuge sollen,

Die Blaͤtter von der Spanischen Graͤnze üͤberbringe 2 156 5

sich nach Biscaya zu begeben, in Folge der Nachricht, daß di Insurgenten einen Angriff auf Bilbao beabsch

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Praͤsident und Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten in ee

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Berlin, Sonnabend den 6ten Juni

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Amtliche Nachrichten. 1““ Im Bezirke des Koͤnigl. Konsistoriums der Provinz Brandenburg ist der Prediger in Naben, Friedrich Jugust Fischer, als Prediger zu Rotstock; der Prediger in zlͤthen, Daniel Liba, als Prediger zu Buch; der Kandidat Idolph Theodor Tuncke als Pfarr⸗Adjunkt zu Fuͤrstenwer⸗ er; der Prediger Werkenthin zu Putlitz als Prediger zu Kemnitz; der Kandidat Karl August Wilhelm Buͤückardt als Prediger zu Mannsfeld, und der Kandidat Jakob David Grauert als Archidiakonus zu Neu⸗Ruppin angestellt worden.

Angekommen: Se. Excellenz der Kaiserl. Russische Ge⸗ neral⸗Lieutenant und General⸗Adjutant, Suchosanet II., von St. Petersburg.

Der Koͤnigl. Schwedische General⸗Zoll⸗Direktor, Graf von posse, von Stockholm.

Abgereist: Der Wirkliche Geheime Ober⸗Regierungsrath und Kammerherr, Graf von Hardenberg, nach Schlesien.

Zeitungs⸗Nachrichten. Auese lhand.

Frankreich. Pairs⸗Kammer. Sitzung vom 29. Mai. (Nach⸗ nag.) Bevor in dieser Sitzung die Verhandlungen in der Angelegenheit der Unterzeichner des Schreibens an die April⸗ befangenen begannen, legte der Minister des Innern einige von der anderen Kammer bereits angenommene Gesetz⸗Entwuͤrfe vot, und der Graf Mollien berichtete uͤber den Rechnungs⸗ Aschluß von 1832. Hiernaͤchst erfolgte der Namens⸗Aufruf der an⸗ wesenden Pairs, um zu verhindern, daß in sofern der Prozeß mehrere Sitzungen ausfuͤllen sollte, solche Pairs an dem Ur⸗ hjeilsspruche Theil naͤhmen, die bei den Debatten nicht zugegen ewesen. Die Zahl der anwesenden Pairs belief sich auf 141. zvußer den beiden Herausgebern des „Réformateur“ und der chemaligen „Tribune“ erschienen von den 110 angeblichen Unter⸗ ichnern jenes Schreibens etwa 80. Unter den 30 fehlenden be⸗ and sich auch Herr Audry⸗de⸗Puyraveau. Auf die von dem Praͤstdenten an Herrn Bichat, ehemaligen Herausgeber der „Tribune“, gerichtete Frage, ob er die Nr. vom 11. Mai unterpeichnet habe, erwiederte derselbe: Ja. Jetzt ergriff aber Herr Sarrut das Wort, um als ehemaliger Haupt⸗Redacteur der „Tribune“ dem Praͤsidenten anzuzeigen, daß vor der Eroͤff⸗ nung der eigentlichen Debatten noch eine Praͤjudicial⸗Frage, naͤmlech die Kompetenz der Kammer zu eroͤrtern bleibe, und daß die Angeklagten den Advokaten Michel mit der Entwickelung dieser Frage beauftragt haͤtten. Der Praͤsident wollte hierzu anfangs nicht die Erlaubniß ertheilen, indem Herr Michel jene Frage behandeln koͤnne, sobald die Reihe an ihn komme. Diesem widersetzte sich aber der Advokat Crémieux, den Herr Bichat und die uͤbrigen Angeklagten zum Rechtsbeistande gewaͤhlt ha⸗ ben, indem derselbe der Meinung war, daß die Frage uͤber die Kompetenz der Versammlung jeder andern vorgehen muͤsse. Der Praͤfident wollte darauf ihm das Wort ertheilen, um uͤber die Kompetenz⸗Frage zu plaidiren, Herr Crémieuy erklaͤrte je⸗ Tdoch wiederholt, daß Herr Michel mit diesem Geschaͤfte beauf⸗ tragt worden sey, worauf der Praͤsident sich endlich entschloß, diesen Letztern zu hoͤren. Nachdem Herr Michel sich darauf die Meüechigtmn Papiere hatte holen lassen, hob er in folgender Als wir uns der Vertheidigung der April⸗Angeklagten in dem dacsceöst ihrer Ehre, ihrer Freiheit und ihres Lebens unterzogen, dhh. dag alles, was uns an der Erfuͤllung dieser Pflicht Diesen ieiee im hoͤchsten Grade schimpflich und tadelnswerth waͤre. ööö. erklaͤrt Ihnen das inkriminirte Schreiben. daß die Eie Fönen, dessen Ramen mir entfallen ist, hat geglaubt, hgt dbes Kammer durch dasselbe gefaͤhrdet worden sey, und eindruck ae⸗ „Schreiben Bericht abgestattet. Dieser Bericht machte Uhrs d . Sie. Auch dies galt die Erfuͤllung einer Pflicht; düteech e Etats⸗Körper mlegne gich vertheidigen und ihre Wuͤrde tigteic zc⸗ danssr. Unter diesen Umstaͤnden lag es Ihnen ob, die Gerech⸗ Relichen Nlanefe azurgsen, und haͤtten Sie uns daher vor unsere na⸗ Foraus var zter, vor⸗ die Jurp, geschickt, sowaͤre unser Benehmen uns im nsderrufen Wir haͤtten entweder unsere Worte dth oder mpi ee gedeutet und ihnen einen mildernden Sinn unterge⸗ rechfertie V wir bei denselben verharrt und haͤtten sie ge⸗ legem digtga⸗ ein zu unserem und vielleicht zu Ihrem Ungluͤck drd. deschanesan anders: Zu sehr. mit Ihrer eigenen verletzten Fhner 9 sg kuͤmmerten Sie sich zu wenig um das Interesse und C Hecht t daß Sie zwischen der Rolle des Anklaͤgers zngesprochtn; 8 EE1131A1A1““”“ Sie sich cbeide seseon g, b; 9 die Anklaͤger, jetzt wollen Sie Rich⸗ e echen 8 glich ganz billig finden, wenn wir un⸗ tr Republil ur 1 V. 80 e bedienen. Hier soll weder von 1.“ s er vnege eh hie gesprochen werden; einfach und 1 1n. zu wissen; ob im Jahre 1835 tsch sey, dnS g b5 Pairs⸗Kammer so ganz iden⸗ bis zu der 111A4X“ ee; sweitens, ob die Pairs Weamer um tef hen Göö. n raͤchen, dem Angekla ten diejeni en G nrantie öb erhei dem Pairshofe selbst si 2 Biese egeha gan⸗ kenschaft doch ob ewer ndet. Diese Fragen koͤnnen weder Lei⸗ von großer en; es sind bloße Rechtsfragen, aber 2 g. So gut also, als ich mich zur Enthal⸗

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sng von jeder volitischen Erdrterun indli 1h , g verbindlich mache, wer⸗ 1 Sie zuch Ibrerseits mir eine ungetheilte Aufmerk famteit nicht davon nicht versagen; ich bin in meinem Rechte, ich werde zwingen in abweichen, und ich will Sie durch meine Haltung ohl a ach bis zum Schluß anzuhoͤren. Eines nur muß ich benfürchten, daß ich Sie langweilen werde.. Was auch Rechts nee dieser Versammlung seyn moͤgen, es giebt wenig gelehrte unter Ihnen. Doch sehe ich einige sehr auf⸗

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solidarisch fuͤr die Uebrigen verurtheilten,

——

geklaͤrte Juristen hier, und diese werde ich vor allen Uebrigen als meine Richter betrachten. Wie Jedermann leicht vegreift, besteht ein Unterschied darin, gute Gesetze zu machen und sie richtig an⸗ zuwenden. Mithin fassen Sie sich in Geduld, und da es eine reine Auslegung des Terxtes der Gesetze gilt, so seyen Sie Rechtsgelehrte, wenn Sie es koͤnnen. Besonders moͤgen dieijenigen unter Ihnen, deren Beruf es ist, mit den Gesetzen umzugehen und sie im Leben anzuwenden, mir Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken, damit sie, sollte ich mich nicht deutlich genug auzdruͤcken, meine Worte den Uebrigen erklaͤren koͤnnen.“ Hier ging nun Herr Michel in eine Eroͤrterung des Gesetzes vom 25. Maͤrz 1822 ein. Zuerst be⸗ ruͤhrte er die Zeit⸗Umstaͤnde seiner Abfassung und sagte: „Ick be⸗ wundere die verhaͤngnißvolle Fuͤgung, daß diejenigen von Ihnen, die vielleicht am ersten geneigt seyn werden, das Gesetz von 1822 auf mich anzuwenden, die naͤmlichen sind, welche dasselbe damals mit der meisten Kraft und Beharrlichkeit unterstuͤtzten. Das J. 1822 war fuͤr die Patrioten eine verderbliche Epoche: die Sergeanten von la Rochelle waren auf dem Schaffott gestorben; zur selben Zeit hatte man Berton guillotinirt und den Obersten Caron erschossen. Der De⸗ putirte Koͤchlin war, weil er die bei der Angelegenheit des ungluͤck⸗ lichen Caron von der Polizei veruͤbten Schaͤndlichkeiten angegeben hatte, zu 6 Monaten Gefaͤngniß verurtheilt. Zuletzt, ich erinnere daran mit Stolz als Buͤrger, wie als Advokat, zuletzt ward der

Advokat Koͤchlin, weil er, so sagte man, dem Gerichtshof nicht Ach⸗

tung genug erwiesen haͤtte, von seinem Umte suspendirt. Sie wis⸗ sen es, m. H., sowohl der Praͤsident, der den Advokaten suspendirte, als auch der Advokat, welcher suspendirt wurde, sitzen neben einan⸗ der auf Ihren Baͤnken und sind in diesem Augenblick unsere Richter.“ Der Redner erinnerte hiernaͤchst an den Widerstand, den dieses Ge⸗ setz in der Deputirten⸗Kammer von Seiten der Opposition, die sich damals des Abstimmens gaͤnzlich enthielt, erfahren habe, und nannte die Namen Benjamin Constant's, General Foy's und Casimir Pé⸗ rier’'s. Von den Gegnern, die das Gesetz in der Pairs⸗Kammer ge⸗ funden, erwaͤhnte er Portal's, Talleyrand's, Barante's, Molé's und Ségur’s. Zur Epoche von 1830 übergehend, hob der Redner den ersten Artikel des Gesetzes von 1830 hervor, welcher die Erkenntniß uͤber Preß⸗Vergehen von da ab vor die Assisenhoͤfe verwies, eine An⸗ ordnung, die der Redner als die erste Eroberung der Revolution von 1830 darstellte. Er fuͤhrte sodann als eine billige Ausnahme von diesem Gesetze solche Preß⸗Vergehen an, welche Privat⸗Beleidigungen enthielten, weil man den Buͤrger nicht zwingen koͤnne, einer Beleidigung durch ein oͤffentliches Verfahren noch groͤßere Oeffentlichkeit zu geben. Was aber den dritten Artikel anlangte, so fand er sich veranlaßt, gerade das Gegentheil von der Auslegung und Erklaͤrung des Praͤsidenten aufzustellen: daß die Pairs⸗Kammer in der vorliegenden Angelegen⸗ heit Richterin seyn muͤsse. Ein politischer Koͤrper, meinte er, habe als solcher eben so gut seine Leidenschaften, als eine einzelne Per⸗ son. Diese Leidenschaften entspraͤngen aber aus dem esprit de corps, und jedes Mitglied, wenn es schon nicht sich selbst fuͤr be⸗ leidigt hielte, wuͤrde glauben, die Ehre seines Nachbars raͤchen zu muͤssen. (Hier wurde Herr Michel, azf den Aatrag des Grafen Molé, durch einen Thuͤrhuͤter mehr in die Mitte des Saales ge⸗ fuͤhrt, um, da er eine sehr schwache Stimme hat, besser verstanden werden zu koͤnnen.) „Ich komme nun“, so fuhr der Redner fort, „zu dem Geiste des Gesetzes: ich will ferner nach Kraͤften Alles vermeiden, was die Versammlung, vor der ich rede, verletzen koͤnnte. Den Geist des Gesetzes, meine Herren, suche ich vergebens! ein schlechtes Gesetz kann wohl nur einen schlechten Geist haben. Ich versichere Ihnen, daß ich zu seiner Zeit den Verhandlungen in beiden Kammern mit aller dem Gegenstande schuldigen Aufmerksam⸗ keit gefolgt bin, und stets habe ich an der Grundlage des Gesetzes, der Unabhaͤngigkeit und Souverainetaͤt der Pairs⸗Kammer, Anstoß genommen. Wie! das Koͤnigthum ist vollkommen eben so souverain und unabhaͤngig; es hat sogar einen weit erhabene⸗ ren Charakter, zumal 1822, zu jener Zeit, wo seine Fuͤße die Erde beruͤhrten und sein Scheitel bis in den Himmel reichte. Der Koͤnig muͤßte also ebenfalls die ihm zugefüg⸗ ten Beleidigungen in Person raͤchen! Diese Macht verldre aber allen Sinn, wenn sie sich diese hohe Gerichtsbarkeit zuerken⸗ nen wollte. und doch, ich zweifle nicht daran, wuͤrde ein Koͤnig von Frankreich als Richter in seiner eigenen Sache, langmuͤthiger, großmuͤthiger als Sie seyn, weil es Großmuth ist, gewisse Beleidi⸗ gungen zu vergessen.“ Der Redner beleuchtete nun, in die Sache selbst eingehend, den großen Unterschied zwischen dem legislati⸗ ven und dem richterlichen Charakter der Pairs, und nachdem er ihn zuerst im Allgemeinen besprochen hatte, faßte er ihn in Beziehung auf seine persoͤnliche Stellung als Vertheidiger auf, indem er sagte: „Ich bin aus Bourges; dort lebe ich meines Berufs; wenn meine schwache Stimme einem meiner Mitbuͤrger mit Erfolg zu Huͤlfe kommen kann, so beeile ich mich, ihm meinen Dienst anzubteten. Hierin besteht mein Ruhm. Es sind 5 Jahre her, daß ich meinen Mitbuͤrgern nuͤtzlich seyn konnte, und es sollte mich nicht wundern, wenn ich nach 10 Jahren Manchen von denen, die mich heute richten wollen, meine Dienste anbieten duͤrfte; sie koͤnnen zum Voraus darauf rechnen. (Bewegung in verschiede⸗ nem Sinne.) Als ich an der Vertheidigung der Angeklagten Theil nehmen sollte, begab ich mich nach Paris auf die ausdruͤckliche Ein⸗ ladung, nicht des Herrn Praͤsidenten der Pairs⸗Kammer, son⸗ dern des Herrn Praͤsidenten des Pairshofes. Ich habe den Brief zur Stelle, den der Herr Praͤsident mir zu schreiben mich beehrte. In diesem Briefe stand Pairshof und nicht: Pairs⸗Kammer. Wenn Sie mich eingeladen haͤtten, vor der Pairs⸗Kammer zu plaidiren, so wuͤrde ich auf diese Ehre verzichtet haben; denn ich sinde, daß die Demokratie der Aristokra⸗ tie gegenuͤber sich sehr schlecht ausnimmt. Ich bin vor den Pairs⸗

hof erschienen, nicht um Gegenstaͤnde der Gesetzgebung zu verhan⸗

deln, sondern um uͤber Gegenstaͤnde des Kriminal⸗Rechts zu kaͤm⸗ pfen; ich bin gekommen, nicht um auf diese Baͤnke mich zu setzen, sondern einige Schritte weiterhin; nicht um in meiner, sondern in Anderer Sache zu reden. Haben Sie mich als Pairs⸗Kam⸗ mer rufen lassen? War es die Pairs⸗Kammer, die mir den Zutritt zu ihrem Verhoͤre verweigerte? Noch vor einem Monat zerschellte ich mir den Kopf an dieser Thuͤr, als ich mit aller Gewalt eingelassen werden wollte; wer hat mich zuruͤckge⸗ wiesen? Der Pairshof! An wen mußte ich mich wenden? An den Pairshof! Ueber wen habe ich mich zu beklagen? Ueber den Pairshof! Sind Sie der Pairshof in diesem Augenblick? Sie sind die Pairs⸗Kammer. Bin sch Publicist, habe ich mich in Ihre legislativen Debatten gemischt? Nein, ich bin Advokat, meine Pflichten als Advokat bin ich zu erfuͤllen gekommen; Sie aber hin⸗ derten mich daran als Pairshof. Der Pairshof also ists, den ich angegriffen habe, und vor der Pairs⸗Kammer soll ich mich vertheidigen! Wenn Sie mich wirklich zu 3 Jahre Gefaͤngniß und 5000 Fr. Geldstrafe fuͤr meine Person, oder selbst zu 500,000 Fr. so wuͤrden Sie mir wohl

meine Freibeit geraubt und mein Vermoͤgen zerruͤtt

““

Ehre, mein Gewissen blieben unverletzt. Was will ich also? Sie sollen hier keine richterliche Luͤge begehen. Sie sagen; in bem Richter sey zugleich auch der Pair beleidigt worden. Welche moy⸗ stische Transsubstantiation! Verzeihen Sie, m. H., mit Ihrem dop⸗ pelten Geschaͤft kommen Sie mir vor, wie Maitre Jacques in io

liere's Cg Freilich, in der Deputirten⸗Kammer berief man sich auf diese Untheilbarkeit! Aber welcher seltsame Widersyruch! Der Pair soll in dem Richter beleidigt seyn, und der Richter kann den Pair nicht raͤchen! Hier, m. H., halte ich ein. Sophiemen

Ungerechtigkeiten. Warum fuͤhlte die Pairs⸗Kammer sich beleidigt!

und sie machte hier von einem Ausnahme⸗Gesetze Gebrauch. sind noch nicht zu Ende, geruhen Sie, mich weiter zu hoͤren.“ (Ei⸗ nige Aufregung.) In dem naͤchsten Abschnitte seiner Nede be⸗ muͤhte sich nun Herr Michel, die wesentlichsten Unterschiede

wie sie mit der Staats⸗Verfassung und der Charte zusammenhingen; und nachdem er die wichtigsten Folgerungen zu Gunsten seiner Pro⸗

aus gezogen, wollte er zeigen, daß eine persoͤnliche Beleidi⸗ gung der Pairs⸗Kammer nicht stattgefunden habe, und mithin auch kein Gegenstand gerichtlicher Verfolgung seyn koͤnne. Er be⸗ rief sich zu dem Behufe auf die Stimmen der Deputirten v. Golbery, Odilon⸗Barrot, Dufaure und des Praͤsidenten der Deputirten⸗

nin und Audry⸗de⸗Puyraveau. Zugleich citirte er die Hauptstellen Kammer, worin der Patrs⸗Kammer als solche die Jurisdiction voll⸗ kommen abgesprochen wird. Er wandte endlich die vorliegende Fra⸗ ge auf eine eventuelle Beleidigung des Pairshofes nicht von Außen, sondern im Verhoͤre selbst an, und zeigte, wie der klagte, vor die Pairs⸗Kammer gestellt, dieselbe nicht anerken⸗ nen duͤrfe; und nach einem Ruͤckblick auf einen fruͤheren aͤbnlichen Fall, kehrte er zu seiner ersten Ansicht zuruͤck, daß, wenn eine Beleidigung des Pairshofes stattgefunden, sie vor di⸗ Jury gebracht werden muͤßte. „Die Jury“, so schloß er, „ist die oͤffentliche Meinung; und die Entscheidungen, die von der Obrigkeit ausgehen, fallen dem Urtheile ihrer Mitbuͤrger anheim. Dies leagt Ihnen ein ewiges Hinderniß in den Weg. Vor dem Pairshofe gilt

31 1vaaege Ange⸗

Jury wird die Verurtheilung unmdoͤglich. sch lebe. Ich bin in die politische Krists hineingekommen und habe mir gesagt, hier gilt es Freiheit und Vermoͤgen oder wir triumphiren. Wir haben es mit keiner theoreti⸗ schen Frage, keinem agrarischen Gesetze, keiner der Laͤnder und Guͤter zu thun, sondern mit dem Gesetze.

Ich kenne die Zeit, worin

Das auch mit Fuͤßen treten, Sie muͤßten ihm doch Achtung erweisen:

gemacht. Was endlich mich selbst betrifft, speerklaͤre ich, daß ie

tenten Richter Erklaͤrungen abzugeben, ich mir doch Zeit nehmen wuͤrde, zu uͤberlegen, ob meine Wuͤrde es auch zuließe, daß ich diese Erklaͤrungen einem Staatskoͤrper machte, fuͤr welchen der Brief

nicht bestimmt war.“

sammlung sich, nach dem Antrage des Herrn Tripier, einstim⸗ mig fuͤr kompetent. Die Angeklagten wurden darauf in den

das Resultat der Berathschlagung mitgetheilt, sollte das Verhoͤr des Herrn Bichat beginnen. Herr Sarrut erhob aber noch eine zweite Praͤjudizial⸗Frage. „Dreißig Angeklagte“, sagte er, „sind nicht regelmaͤßig vorgeladen worden, und daher auch nicht erschienen. Die Sache der „Tribune“ und des „Réformateur“ kann aber nicht verhandelt werden, bevor nicht alle angebliche Unterzeichner des inkriminirten Schreibens verhoͤrt worden sind., Der Advokat Crémieux stimmte dieser Ansicht bei, und verlangte sonach, daß der Prozeß so lange vertagt werde, bis saͤmmtliche Angeklagte vorgeladen worden. Allein auch dieser Antrag wurde von der Versammlung fast einstimmig verwor „Als jetzt Herr Bichat von dem Praͤsidenten verhoͤrt wurde, er⸗ klaͤrte derselbe, er habe die Nummer der „Tribune“ vom 11. Mai in Blanco unterzeichnet gehabt; er wisse sehr wohl, daß er nichts desto weniger vor dem Gesetze verantwortlich sey, indessen koͤnne er versichern, daß er bei der Unterzeichnung jener Nummer die in dasselbe aufzunehmenden Artikel gar nicht gekannt habe; dies sey seine einzige Vertheidigung, und stelle er die Entscheidung lediglich der Weisheit der Kammer anheim. Herr Jauffeenou⸗ der Herausgeber des „Réformateur“, erwiederte, daß er sich Herrn Raspail zum Vertheidiger gewaͤhlt habe. Dieser erhob sich darauf von seinem Sitze und sagte: „Der Herausgeber des „Réäformateur“ hat mir, dem Heupt⸗ Redacteur dieses Journals, der moralisch verantwortlicher ist für das, was darin gedruckt wird, als er, seine Vertheidigung uüͤbert gen. Sie wissen besser, als ich, bis zu welchem Punkte das Gesetz uͤber die Journale moralisch ist und bis zu welchem Punkte wir die Verantwortlichkeit uͤbernehmen koͤnnen. Der Her⸗ ausgeber des „Reformateur“ wuͤrde Ihnen keine Erlaͤuternn uͤber die Insertion des inkriminirten Schreibens und uüͤber die Art, wie die Unterschriften binzugekommen, geben koͤnnen. Was dieses Schreiben selbst betrifft, so glauben Sie ig nichr, daß ich hierher gekommen bin, um eine oͤffentliche Abbitte zu rhun. Sie haben Ihre Salons, Ihre Palais, wo Sie unser Betragen tadeln koͤnnen; wir haben unser Journal, das ist unser Palais, unser Kd⸗ nigreich, unsere Macht. Wenn wir uns dessen bedienen, so geschioht es auf loyale Weise. Rufen Sie uns in Ihren Saal, wenn Sie wollen, und ermaͤchtigen Sie uns, das zu sagen, was wir 8 Sie auf dem Herzen haben; wir werden es Ihnen offen sagen. d 8 ter der Bedingung, daß die Abbitte und das Gefaͤngniß auch 89 als Werkzeuge der Rache zu Gebote stehen wider Sie, und dos h Partie auf beiden Seiten gleich sey Cheftiges Murren);, fabir wenn wir in unserem Blatte uns gegen eine Meinung recht⸗ fertigen, die Sie unbilliger Weise gegen uns gefaßt haben⸗ so achten Sie wenigstens unsere Loyalitaͤt. Sie erwarten Rere nicht, meine Herren, daß wir hier ein einziges unserer Work wiß ruͤcknehmen werden; Sie sind zu sehr Franzosen, als daß Sie 1 entschuldigen eöͤnnten, wenn wir vor Ihnen erblaßten. Den Brian⸗ welcher mit einer so großen Menge von Unterschriften verschen ist 88 vetetnn an dem Vorabend seiner Aufnahme. Es befand sich keine un⸗ terschrift Hhüihtg nd s glaube, daß mein Kollege, der Redacteur

sind nicht bloß Sophismen, nein, sie sind auch der Deckmantel fuͤr

Weil der Pairshof keine Macht uͤber uns hatte. Die Kammer konnte es⸗,

zwischen der Pairs⸗Kammer und dem Pairshofe auseinanderzusetzen,

testation gegen die Pairs⸗Kammer als Raͤcherin des Patrhofes dar⸗

Kammer bei Gelegenheit der Verhandlungen uͤber die von der Pairs⸗ Kammer begehrte Autorisation zur Verfolgung der Herren Corme⸗

aus dem betreffenden Vortrage des Praͤsidenten der Oeputirten⸗

keine Anwendung des Gesetzes; denn es giebt keines:; und vor der

Vertheilung Gesetz fordert Achtung von Jedermann; sollten Sie es daher jetzt denn es ist ihr Werk, und für Sie selbst eben so gut, wie fuͤr Andere

wie entschlossen ich auch bin, uͤber meinen Brief vor dem kompe⸗s

„Niach einer halbstuͤndigen Berathung, waͤhrend welcher die Angeklagten aus dem Saale gefuͤhrt wurden, erklaͤrte die Ver⸗

Sitzungssaal zuruͤckgefuͤhrt, und nachdem ihnen der Praͤsident