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er auf der Bank des Schatzamts. Er sagt: „„Wir’ wollen dies thun, oder „„Wir““ wollen dies nicht thun. Es ist also nicht moͤg⸗ lich, den edlen Viscount an der Spitze der Verwaltung von Herrn O'Connell zu trennen; sie sind eine und dieselbe Person. (Gelaͤch⸗ ter.) Sein Ministerium haͤngt von Herrn O'Connell’s Hauch ab; wenn es morgen jenem ehrenwerthen Mitgliede beliebt, die Ver⸗ waltung des edlen Viscount im Stich zu lassen, so muß der edle Viscount die Siegel niederlegen. (Hoͤrt, hoͤrt!) Moͤge der edle Viscount mir aufrichtig sagen, ob er jetzt eben so wie fruͤher von Herrn O'Connell und seinem — ich haͤtte fast gesagt Schweife, ich will aber sagen von Herrn O'Connell und seinem Anhange denkt. Wenn jener ehrenwerthe Herr, der das große magische Wort Re⸗ soem so oft im Munde fuͤhrt, sich selbst ein wenig reformiren wollte, so wuͤrde es nicht nur fuͤr Irland heilsam seyn, sondern ich wuͤrde ihn, als meinen Landsmann, auch weit mehr achten.“
Lord Melbourne machte noch einmal auf das unregelmaͤ⸗ ßige Verfahren des Marquis von Londonderry in Bezug auf die von ihm vorgelegte Petition aufmerksam, da derselbe sich ei⸗ genmaͤchtig erlaubt habe, sie seit dem 31. Oktober bis jetzt in der Tasche zu behalten; er ruͤgte es ferner, daß diese Bittschrift in einer ausdruͤcklich zu diesem Zweck zusammenberufenen Ver⸗ sammlung von lauter Protestanten angenommen worden sey, und
daß es gehaͤssig sey, das Land auf solche Weise in zwei abgeson⸗
derte Klassen zu theilen; in das Lob, welches der vorige Redner dem Marquis von Wellesley gespendet hatte, stimmte der Mini⸗ ein, nur meinte er, die Zeit dazu sey merkwuͤrdig gewaͤhlt, und es waͤre besser gewesen, man haͤtte ihm dies Lob widerfahren lassen, als er Lord⸗ Lieutenant von Irland war; dann beschwerte sich der Minister daruͤber, daß der Name O Connell's immer das dritte Wort des Marquis von Wellesley sey, und erinnerte an eine fruͤhere Be⸗ merkung des Grafen Roden, daß man durch die häufige Erwaͤh⸗ nung desselben diesem Manne einen Einfluß beilege, den er sonst nicht besitzen wuͤrde; endlich widersprach er allen Behauptungen
des Marquis, als ob irgend eine Ernennung in Irland von
*
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O'Connell diktirt worden sey, und meinte, was die Unterstuͤtzung anbetresse, die dieses Individnum dem jetzigen Ministerium an⸗ gedeihen lasse, so sey es O' Connell's Sache, zuzusehen, wie dies mit dessen fruͤheren Reden und Schriften uͤbereinstimme, nicht Sache des Ministeriums. Im Laufe der Debatte uͤber diese Petition, die noch eine Zeit lang fortdauerte, erregte besonders eine Aeußerung Lord Hatherton's, der die Versammlung, in
welcher jene Bittschrift angenoemmen worden, die Versammlung von Mitgliedern einer besonderen Sekte nannte, großen
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ein solcher Ausdruck, und noch dazu aus dem Munde eines Mannes, der einst eine der hoͤchsten Stellen in der Irlaͤndischen Regie⸗ rung bekleidet, sey unerhoͤrt in den Mauern dieses Hauses. Der
Anstoß bei der Opposition; der Erzbischof von Canterbury sagte,
Graf von Fitzwilliam aber vertheidigte den Ausdruck und behauptete, die Anglikanische Kirche sey im strengen buchstaͤb⸗ lichen Sinne des Worts eben so gut eine Sekte in England wie
die katholische und die presbyterianische Kirche, wie die Congre⸗ gation der Baptisten und der Unitarier. Lord Hatherton kenkte jedoch selbst ein und sagte, er habe den Ausdruck nicht in dem Sinne gebraucht, wie ihn der ehrwuͤrdige Praͤlat genom⸗ men, denn er habe damit nicht sagen wollen, daß die Anglika⸗ nische Kirche in Irland eine Sektirer⸗Kirche sey.
Unterhaus. Sitzung vom 2. Juni. Nachdem Sir Francis Goodricke fuͤr Staffordshire und Herr Chisholm fuͤr Inverneßshire ihren Sitz eingenommen und den Eid geleistet hatten, erhob sich Herr Pease und erklaͤrte, er habe es fuͤr seine
Pflicht gehalten, sich bei seinen Wählern in Durham zu erkun⸗
digen, ob die Gesinnungen, welche in der neulich hier uͤberreich⸗ ten Bittschrift von dort ausgesprochen worden, die den Beschluß des Unterhauses, das uͤberfluͤssige Irlaͤndische Kirchen⸗Eigenthum zu anderen als kirchlichen Zwecken zu verwenden, als hochverraͤ⸗ therisch bezeichnete, wirklich die ihrigen seyen, weil er in diesem Fall, da er diese Ansichten nicht theile, seinen Parlaments⸗Sitz haͤtte aufgeben muͤssen, und er habe von ihnen zur Antwort erhalten, daß jene Petition von Haus zu Haus zerumgeschickt worden sey, daß Viele, die sie unterzeichnet, den Sinn derselben nicht verstanden, ja Manche sie nicht einmal gelesen haͤtten, und daß man im Begriff sey, eine Gegen⸗Petition an das Unterhaus ein⸗ zusenden. Fast der ganze uͤbrige Theil dieses Abends wurde mit einer Debatte uͤber den Antrag des Herrn Grote hinge⸗ bracht, daß die geheime Abstimmung durch Kugelung bei den Wahlen eingefuͤhrt werden sollte. Herr Gisborne trug auf die vorlaͤufige Frage an, weil es noch nicht hinlaͤnglich erwiesen sey, daß das Ballottement die guten Folgen haben werde, die man sich davon verspreche, welchem Amendement anfangs auch Lord John Russell beistimmte; da aber von anderen Seiten bemerklich gemacht wurde, daß eine bestimmte Entscheidung, also entweder die An⸗ nahme oder die Verwerfung des Groteschen Vorschlages, ange⸗ messener sey, so ließ Herr Gisborne sich bewegen, sein Amen⸗ dement zuruͤckzunehmen, stimmte aber nun, da eine direkte Ver⸗ werfung der vorgeschlagenen Maßregel nicht in seinem Sinne lag, fuͤr die urspruͤngliche Motion. Lord John Russell, Sir R. Peel und Lord Stanley sprachen sich dagegen aus, und bei der Abstimmung ergaben sich 317 Stimmen gegen und 144 fuͤr den Antrag, so daß derselbe mit einer Majoritaͤt von 173 Stimmen verworfen wurde.
Oberhaus. Sitzung vom 3. Juni. Lord Brougham brachte eine Bill zur Veraͤnderung und Verbesserung der Patent⸗ Gesetze ein, die zum erstenmal verlesen wurde.
Unterhaus. Sitzung vom 3. Juni. Unter den in bieser Sitzung uͤberreichten Bittschriften befand sich auch eine,
in der uüͤber das Verfahren eines Geistlichen Klage gefuͤhrt
wurde, der die Erhebung seiner Zehnten selbst von Huͤtten, wo er nur 9 Pence zu fordern hattt, durch Klagen beim geistlichen Gerichtshose, deren Kosten uͤber 15 Pfd. betrugen, erzwungen halte. Herr Hume brachte sodann einen Streit zwischen ihm und einem Herrn Charlton zur Sprache und klagte den Letzteren einer Verletzung der Privilegien des Hauses an; die Sache wurde jedoch nach einigen Debatten ausgeglichen. Gegen den Schluß der Sitzung wurde die Sabbaths⸗Bill des Herrn Poul⸗
ier auf den Antrag des Herrn Ward mit 317 gegen 144 Stim⸗
men verworfen. 1 Oberhaus. Sitzung vom 4. Juni. In dieser Sitzung am nichts von Bedeutung vor. Lord Brougham berichtigte einige Irrthuͤmer, die in Bezug auf die Richter am Central⸗Kri⸗ minal⸗Gerichtshofe verbreitet worden waren, und es wurden ei⸗ nige Petitionen überreicht. Unterhaus. Sitzung vom 4. ston und der Generab⸗Prokurator fuͤr Irland, Herr Perrin, nahmen ihre Sitze ein. Dann echielt die Bill zur Verhinde⸗ rung von Bestechungen bei den Wahlen die erste Lesung, und Herr Bish trat mit dem Antrage hervor, daß der Hof und das Parlament bald in diesem, bald in jenem Theil des Vereinigten Koͤnigreichs gehalten werden möchten; kaum aber hatte derselbe seine Rede begonnen, als das Haus sich vertagen mußte, weil nicht mehr bdie erforderliche Anzahl von Mitgliebern zugegen war.
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Juni. Lord Polmer⸗
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London, 5. Juni. Der Koͤnig kam vorgestern von Wind⸗ sor nach der Stadt und hielt im St. James⸗Palast ein Kapitel des Bath⸗Ordens, in welchem der General⸗Major Sir James Stevenson Barns von Sr. Majestaͤt mit Stern und Band der weiten Klasse dieses Ordens bekleidet wurde. In dem darauf Lever hatte der Griechische Gesandte, Herr Trikupi, eine Audienz bei Sr. Majestaͤt und uͤberreichte dem Koͤnige ein Schreiben seines Souverains. Dann wurden Sr. Majestaͤt mehrere Adressen zu Gunsten der herrschenden Kirche eingehaͤn⸗ digt. Abends fuhr der Koͤnig wieder nach Windsor zuruͤck.
In der heutigen Sitzung des Unterhauses wurde die Wahl des Herrn Fergus O (Tonnor fuͤr Cork fuͤr unguͤltig erklaͤrt. Lord John Russell trat sodann mit seinem Antrage auf Er⸗ laubniß zur Einbringung einer Bill in Betreff der Reform der Munizipal⸗Corporationen hervor.
Sir Charles Bagot ist von Paris hier angekommen.
Lord Palmerston ist in Tiverton ohne Opposition gewaͤhlt worden. In der Rede, welche er bei dieser Gelegenheit hielt, sagte er unter Anderem:
„Ich bin stolz darauf, der Gegenstand Ihrer Wahl zu seyn. Ich stimme mit Ihnen darin uͤberein, daß das Greysche Ministe⸗ rium dem Englischen Volke große und wichtige Wohlthaten erzeigt hat. Die Verdienste der Reform⸗Bill bestehen, wie ich dies schon in meiner Adresse gezeigt habe, nicht sowotzl in der bloßen Ertheilung der Wahl⸗Freiheit, als vielmehr in dem sicheren und festen Grund, welchen sie zu groͤßeren und ausgedehnteren Reformen gelegt hat.“ Die Freilassung von 6 Millionen Sklaven und die Aufhebung des Mono⸗ pols der Ostindischen Compagnie durch das Greysche Ministerium erwaͤh⸗ nend, sagte der Redner dann in Betreff der auswärtigen Angelegenhei⸗ ten: „Wir gelangten zum Amt zu einer Zeit, als Niemand an die Moͤglichkeit glaubte, drei Monate lang den Frieden in Europa zu erhalten; wir haben ihn nicht nur drei Monate, sondern vier Jahre erhalten (großer Beifall), und als wir am Ende dieser vier Jahre das Amt niederlegten, waren die Aussichten auf Frieden unendlich groͤßer, als damals, wo wir die Zuͤgel der Regierung uͤbernahmen. Wir erhielten also nicht allein den Feieden, sondern begruͤndeten ihn auch fester. Wie fanden Belgien in einem Zustande der Anar⸗ chie und Revolution und haben es ruhig und gluͤcklich hinterlassen; wir fanden Portngal unter der despotischen Gewalt eines Usur⸗ pators seufzend und seine edelsten Maͤnner in der Verbannung oder in den Gefaͤngnissen, und wir haben es in dem Genusse freier Institutionen und innerer Nuhe verlassen.“ Der Redner ging nunmehr auf den Minister⸗Wechsel vom November vorigen Jahres uͤber und bemerkte in dieser Beztehung: „Der Gang, welchen die vorigen Minister in der Zeit von der Eroͤffnung der Session bis zu ihrer Resignation befolgten, war nicht den Grundsaͤtzen der Briti⸗ schen Verfassung gemaͤß. Sie versuchten, was kein Ministerium ver⸗ suchen sollte, noͤmlich das Land vermittelst einer Minoritaͤt im Un⸗ terhause zu regieren. Sie loͤsten das Unterhaus auf und wandten sich an das Land, und als sie fanden, daß dies ihnen unguͤnstig war, als sie fanden, daß sie eine Majoritaͤt im Unterhause, welches in Folge der von ihnen selbst bewirkten Aufloͤsung zusammenbe⸗ rufen war, gegen sich hatten, so versuchten sie dennoch, sechs Wochen lang die Regierung des Landes fortzusetzen.“”“ Ueber die von dem jetzigen Minesterium vorzuschlagenden Maßregeln aͤußerte sich der Redner solgendermaßen: „Es sind mebrere Ge⸗ genstaͤnde, die, wie jeder weiß, die Aufmerksamkeit des Parlaments dringend erheischen. Die Lage der Dissenters kann nicht so fort⸗ bestehen. Es giebt buͤrgerliche Unterschiede zwischen den Dissenters und den Bekennern der herrschenden Kirche, die, zum Wohle beider, bald auf eine zufriedenstellende Weise geloͤst werden sollen. Es kann kein traurigeres Schauspiel in der menschlichen Gesellschaft geven, als wenn man sieht, daß die Religion, welche das Band des Friedens und das Symvol der Barmherzigkeit seyn soll, durch politische Irrthüͤmer der Gesetzgebung eine Quelle von Unzufriedenheit, Eifersucht und Haß wird. Die Einsammlung der Zehnten, sowohl hier als in Irland, ist ein Gegenstand, der Aufmerksamkeit und Abanderung erfordert. In unserem Baterlande ist das Unbequeme der gegenwaͤrtigen Art der Zehnten⸗Eintreibung eben so fuͤhlbar und allgemein, wie in Irland. Nicht nur das jetzige, sondern auch das vorige Ministerium fuͤhlte die Nothwen⸗ digkeit eines Systems zur Abloͤsung der Zehnten. Doch ist diese Angelegenheit nicht so dringend in England, wie sie es leider in Irland ist. Der volitische Zuͤstand der Gesellschaft und der religid⸗ sen Sekten in Irland machen es weit nothwendiger, unverzuͤglich in Betreff des Zehntens in diesem Lande Maßregeln zu ergrelfen. Ich hoffe auch, daß die Regierung im Laufe dieser Session eine Maßregel in Betreff der Corporations⸗Reform wird einbringen koͤn⸗ nen, denn naͤchst der Parlaments⸗Reform ist diese die wichtigste fuͤr das Land.“
Sir Frederick Roe ist von Lord John Russell nach Wol⸗ verhampton gesandt, um die neulichen Vorfaͤlle an diesem Orte zu untersuchen, und wird seine Geschaͤfte heute beginnen.
Gestern uͤberreichten Sir Edward Codrington und Sir Ge⸗ orge Grey dem Lord John Russell eine von 4000 Einwohnern
von Devonport unterzeichnete Adresse, worin dieselben ihre voͤl⸗ 8 ruaB i F 1 it sei fentli UtsGre,; isie Parlamentswahlen seyn maf ige Zufriedenheit mit seinem oͤffentlichen Benehmen ausspre⸗ Veraͤnderung in Hinsicht auf die Pa swahlen seyn
lige Zuf h s 1 ) h spre⸗ so werden sich doch die Minister unter
chen. In einer zur Beantragung dieser Adresse zusammenberu⸗
fenen Versammlung waren unter 1400 Personen nur 3, die da⸗
gegen stimmten.
Der Graf von Eldon hat gestern, am 4. Juni, sein 84stes . er Graf hat gestern, an Juni, s. stes wollte, welche zugleich ein richterliche
Jahr begonnen.
Es soll im Kanzleigericht darauf angetragen werden, Herrn
Brinsley Sheridan aufzuerlegen, daß er seiner von ihm entfuͤhr⸗ ten Gattin, der Tochter des Sir Colqhoun Grant, ein anstaͤn⸗ diges Auskommen sichere, widrigenfalls aber ihm allen Genuß ihres jetzigen und kuͤnftigen Vermoͤgens, zu ihrem und ihrer Kin⸗ der Besten, zu entziehen.
Briefe aus Liberia, einer Kolonie der Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika in Afrika, melden, daß unter den Staͤmmen der Eingebornen an der Graͤnze der Kolonie ein Krieg ausgebrochen und wenig Aussicht zum Aufhoͤren der Feindseligkeiten ist. Auch am Cap Mount ist es zwischen zwei Haͤuptlingen, Gomes und Brown, uͤber den Besitz des Strandes, zum Kriege gekommen. Der Handel liegt daher jetzt ganz nieder. Beim Abgange die⸗ ser Briefe befand sich Brown zu Gambia, einer Stadt, die drei Meilen von der Kuͤste entfernt ist, und man erwartete stuͤndlich eine Schlacht.
Dem New⸗Yorker Handels⸗Journal zufolge hat sich daselbst eine Gesellschaft zur Errichtung einer Dampfschiff⸗ fahrt zwischen New⸗York und Liverpvol gebildet, wobei die neue Dampf⸗Maschine des Ur. Church angewendet werden soll. Der Bau des ersten Schiffes wird sogleich beginnen.
Neueren Nachrichten aus Mexiko zufolge, hat Santana, um den Aufstand zu unterdruͤcken, Zacatecas mit 5000 Mann verlassen, und man sah einem heftigen Kampf entgegen. Gene⸗ ral Alvarez, das Haupt der Revolution, ist Gouverneur des Staates Zacatecas und sehr populair daselbst. In Veracruz herrschte bei dem Eintreffen dieser unguͤnstigen Nachricht große Aufregung. Die nach der Hauptstadt fuͤhrenden Straßen werden fortwaͤhrend durch Raͤuberbanden unsicher gemacht. In seinem heutigen Blatte sagt jedoch der Globe: „Wir hoͤren, daß in der Eity Briefe aus der Hauptstadt Mexiko bis zuͤm 2. April angekommen sind, die nichts von einem Aufstande einiger Staaten erwaͤhnen, und viele Umstände lassen sich auch, wie wir schon vorgestern bemerkten, gar nicht mit dem Datum und
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wird,
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der Entfernung zusammenreimen. Wir glauben daher, diese Geruͤchte bloße Mystificationen sind, die nur zu 5 Nachrichten, welche wir uͤber Nord⸗ kommen.“
— — London, 5. Juni. Seit der vorigen Wo
wei Fragen das Parlament beschaͤftigt, wobei 89 Whe heh Tories oft auf derselben Seite fand, ja, bei einer mancher hitzige Tory mit der Familie O'Connell und fast all anderen Radikalen. Die erste dieser beiden Fragen betraf fa Vorschlag, daß es rathsam sey, allmaͤlig mit dem Eirculatian Mittel zu dem Zustand zuruͤckzukommen, woraus Peel's Bill 8 uns gezogen, d. h. zum Papier statt des Gace
er Streit uͤber diesen Punkt und das Wichtigste, was sich 1. beiden Seiten daruͤber sagen laͤßt, ist wohl denjenigen von Ihren 8 sern, welche sich dafuͤr interessiren, hinlaͤnglich bekannt; Und ji die Uebrigen wuͤrde eine auch noch so ko rze Auseinanderfäun desselben nur langweilig werden. Lesen ja selbst hier nur dnig Personen etwas daruͤber; besonders da man sich uͤberzeugie daß, ohne einen Druck von Außen her, z. B. einen kostspi Krieg, das Parlament nie in eine neue Veraͤnderung willigen de, so sehr auch manche den schnellen Uebergang von Papia g Gold, als ungerecht und fuͤr Viele verderblich, verdammen nig Dies zeigte sich schon in der ernstlichen, redlichen Weise, veg Maͤnner aus allen Parteien einander unterstuͤtzten. Merkwin ist es indessen, daß, fast alle Radikale fuͤr die Ruͤckkehr Fa
igs un Frage stimm
Papiergelde sind. Die zweite der obigen Fragen betraf den ie schlag des Herrn Grote, daß die Vertreter der Nation küni durch geheimes Stimmen (Ballot) gewaͤhlt werden sollten. c aber waren die Radikalen alle auf einer Seite, und die dn stimmten einmuͤthig mit den Ministern und allen gemaͤßn Whigs. Der Grund, auf welchen die Radikalen fußen, ist
die Tories als Gutsbesitzer so großen Einfluß auf die Mene
der Waͤhler haͤtten, daß trotz aller Verbesserungen der Reform denselben noch zu viel Macht im Unterhause bliebe. Der 80 ker muͤsse vor Mißhandlungen geschuͤtzt werden, wenn er n Gewissen und bester Einsicht zu stimmen wuͤnsche, und nich koͤnne diesen Schutz gewaͤhren, als wenn es ihm moͤglich gemat wuͤrde, die Art und Weise, wie er gestimmt, vor denen zu w bergen, von welchen oft seine buͤrgerliche Existenz abhange. Ne. ses ist auch wirklich der Fall, und zwar nicht nur auf dem Lan und in kleinen Staͤdten, wo bekanntlich Leute oft wegen der m ihnen abgegebenen Stimmen, und oͤfters nur, weil sie zu stimme sich geweigert, von Haus und Hof vertrieben werden, sondern au in dem ungeheuren London, wo Viele gegen ihre Ueberzeugm stimmen muͤssen, oder sich ganz und gar des Stimmens entha. ten, weil ihre Kunden oder Klienten bei beiden Parteien gli zahlreich und bedeutend sind. Da dieses aber offenbar zum Ie theil der gebildeten Staͤnde, ja, ich moͤchte sagen, zum Vorth der allgemeinen Ordnung, Ruhe und Sicherheit gereicht, so du man sich nicht wundern, wenn sowohl Whigs als Tories st abmuͤhten, Gruͤnde gegen den neuen Plan vorzubringen, die i⸗ nen auch gewiß in großer Anzahl zu Gebote stehen. Auf jen Fall, meinen jene, sey es so bald nach der Durchsetzung der F formbill, und ehe man noch Zeit gehabt, die Wirkung dersehba voͤllig zu erkennen, zu fruͤh, eine andere wichtige Verzͤndermn in Bezug auf die Wahlen machen zu wollen; besonders da mang dem Punkte stehe, eine durchgreisende Veraͤnderung im Staͤdtewese zu machen, welche nothwendig zu einer groͤßeren Liberalistrim des Unterhauses fuͤhren muͤsse. Denn bekanntlich sind die me sten Corporationen den Tories guͤnstig und haben bisher di Mittel besessen, der Erwaͤhlung von Maͤnnern dieser Partei ihren Staͤdten großen Vorschub zu leisten. Diese Ruͤcksichten,
wie daß es fuͤr die Whigs in diesem Augenblicke nicht rathsen seyn wuͤrde, das Land durch die Ergreifung einer solchen Fraf zu beunruhigen, bewogen wohl Viele, gegen den Vorschlag
stimmen; denn es ist offenbar, daß der Wunsch nach dieser N von Abstimmung, besonders seitdem die Reform⸗Bill so Vien mehr das Recht zu stimmen gegeben, bedeutend zugenommen ha⸗ Fuͤr jetzt also wurde derselbe durch eine große Mehrheit venn⸗ fen. Diesen Abend indessen bringt Lord John Russell seim er⸗ porations⸗Reformbill vors Unterhaus. Was dieselbe enthata wird, weiß man im Publikum durchaus nicht; doch glanht man mit Zuverlaͤssigkeit voraussetzen zu koͤnnen, daß de Wahl der Staͤdtraͤthe der Gemeinde uͤberlassen werde und dieselbe Qualisication, welche in Staͤdten dae Stimmrecht fuͤr die Wahlen der Vertreter im Parlamente giebe
auch als Berechtigung fuͤr die Wahl der Vertreter im Stadtrathe vor
.“
geschlagen werden wird. So unangenehm die hierdurch bewirt
1 1 den obwaltenden Umstih den diesem Vorschlage nicht widersetzen. Aber sie werden es wiß, und wahrscheinlich mit Erfolg, im Fall man auch derselbe großen Masse die Wahl derjenigen Beamten anheimgehe s Amt zu verwalten se —0 Gß
ben. — Lord J. Russell’'s Plan begreift 183 Staͤdte mit? M. lionen Einwohnern. Die Wahl sowohl des Mayors als d Raths⸗Mitglieder ist den Einwohnern überlassen, und zwar alle solchen, welche 3 Jahre lang fuͤr die Stadtlasten besteuert gewe sen und nichts darauf schuldig sind. Die Graͤnzen der Sma sollen 7 Meilen im Umkreis mit begreifen, was in manchen Fi len den Landleuten des Uebergewicht uber die Staͤdter gebe koͤnnte. Der panische Schrecken, der dieser Tage an unsen Boͤrse geherrscht, wird von Einigen den Speculationen des Roth schildschen Hauses, von Anderen aber dem Umstande zugeschte ben, daß Leute, welche den sogenannten Jobbers (Spekulanim Gelder a e esg um Spanische Obligationen zu kaufen, durt das ploͤtzliche Zuruͤckfordern ihrer Vorschuͤsse jene genoͤthigt dh ten, den Markt auf einmal mit denselben zu uͤberschwemma Die Verluste sollen ungeheuer groß seyn, doch weiß man woe nicht mit Gewißheit, wer alles dabei betheiligt iist.
Niederlande.
Aus dem Haag, 5. Juni. Ihre Kaiserl. Hoheit d. Prinzessin von Oranien und Hoͤchstderen Tochter sind vorgestm Abend von Tilburg hier wieder eingetroffen. h
Dem Journal de la Haye zufolge, war es der Beceic General Daine, welcher Unterhandlungen angeknuͤpft hatte, im ein Belgisches Armee⸗Corps fuͤr Spanische Rechnung anzumer ben. General Daine soll in diesen Tagen mehrere Aubienze beim Koͤnige der Belgier gehabt haben.
Bruͤssel, d. Juni. Die Zeit der Reise Ihrer Majestäͤte nach Ostende ist noch nicht festgesetzt, indem dieselbe erst na Ihrer Ruͤcktehr von Fontaineblequ stattsinden soll, wohin Hochs dieselben in kurzem auf einige Wochen sich zu begeben gedenka
Der heutige Moniteur enthaͤlt einen vom Minister des Innern an den Koͤnig abgestatteten Bericht uͤber die anzuord nende Wiederherstellung der von den Franzosen im Jahre Im
büt
Feutschen, Schweden, Daͤnen, Englaͤndern und Franzosen; einige
““ 88 estuͤrzten Statue des Erzherzogs Karl Alexander von Loth⸗ gen, Gouverneurs der Oesterreichischen Niederlande (gestorben Jahre 1780). Dieser Bericht faͤngt mit den Worten an. se Belgier waren zu allen Zeiten ein ihren Souverainen sehr haͤngliches Volk, das die Sorgen derselben fuͤr ihr Gluͤck stets lebhaftem Danke anerkannte.“ — Der Koͤnig hat unterm
M. gestattet, daß Behufs der Wiederherstellung dieser ine Subscription im Lande veranstaltet werde.
Die Oppositions⸗Blaͤtter machen ihre Glossen daruͤber, daß Koͤnig dem Praͤsidenten der Repraͤsentanten⸗Kammer und n Vice⸗Praͤsidenten des Senats, so wie mehreren Mitgliedern zletzteren, den Leopold⸗Orden verliehen hat.
Seit der Eroͤffnung der Eisenbahn hat auch der Verkehr bischen Bruͤssel und Antwerpen ungemein zugenommen. Ge⸗ etn ss wäͤhrend der Fahrt auf derselben ein Mann ploͤtzlich im Schlage geruͤhrt worden und gestorben. Ein Priester, der h chenfalls in einem der „Wagons“ befand, reichte, waͤhrend e Maschine eine Zeitlang angehalten wurde, dem Sterbenden e lette Oelung. — In Mecheln, das jetzt gleichsam zur Vor⸗ abt von Bruͤssel geworden ist, werden jetzt taͤglich die Komoͤ⸗ ienzettel des hiesigen Theaters angeschlagen, dessen Besuch den inwohnern jener Stadt durch die Eisenbahn so bequem gemacht
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sen d. atue e
Teplitz, 4. Juni. Dem Vernehmen nach, wird nach Been⸗ igung der im Herbste bei Kalisch auszufuͤhrenden großen Ma⸗ doer im Monat Oktober d. J. eine Zusammenkunft unsers Kaisers und der gesammten Kaiserlichen Familie mit des Kaisers nd der Kaiserin von Rußland, so wie des Koͤnigs von Preu⸗ en Majestaͤten und der Mehrzahl der Mitglieder des Kaiserli⸗
hen und Koͤniglichen Hauses hier in Teplitz stattsinden.
Wien, 5. Juni. Die Wiener Zeitung theilt nunmehr uch die feierlichen Anreden mit, welche die Staͤnde von Maͤh⸗ ien und Oesterreichisch Schlesien, so wie die Staͤnde von Kaͤrnthen nd Krain an Se. Majestaͤt den Kaiser und an Ihre Majestaͤt je Kaiserin gehalten haben. Allerhoͤchstdieselben haben beiderlei Stinden auf das Huldreichste zu antworten geruht. ““
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Die Hannoversche Zeitung enthaͤlt folgenden Kunst⸗ Berict aus Rom, 16. Mai: „In Ansehung der bildenden sunst bleibt Rom ein Sanmelplatz bedeutender Talente. Ich vil Ihnen hieruͤber Einiges anfuͤhren, was mir am naͤchsten segt, ohne irgend auf Vollstaͤndigkeit Anspruch zu machen, denn sind hier der Anregungen so viele, daß man nicht die Zeit inden kann, Alles nach Wunsch zu sehen und zu wuͤrdigen, es unn daher leicht begegnen, etwas nicht zu erwaͤhnen, was dessen büͤrdig waͤre. Von neu angekommenen Englischen Kuͤnstlern ind mir der geschmackvolle Landschafter Leech, der geschickte Portraitmaler Boxall und der Bildhauer Longh begegnet, welche sugleich als wissenschaftlich gebildete Leute angenehme Erschei⸗ ungen sind. Von dem Ersteren habe ich vornehmlich Werke in Wasserfarben gesehen, der Zweite folgt zwar dem Wege des Sir Thomas Lawrence, aber seine Zeichnung ist sorg⸗ amer; dem Dritten, einem jungen Manne, koͤnnte man viel⸗ eicht noch den Fehler des Ueberflusses vorwerfen, denn es schein, daß er den Reichthum seiner Ideen zu baͤndigen haben wird, bevor er zur Ruhe kommt. Bisher ist er hier nur mit Werken der alten Kunst umgegangen und hat außer einigen Landsleuten teine Kuͤnstler gesehen, weil er nur Englisch spricht. Es wird Ihnen angenehm seyn, zu hoͤren, daß das Treiben der Deutschen in historischer Kunst bei den vornehmsten Kuͤnstlern underer Nationen immer mehr an Achtung gewinnt und allem Aehnlichen vorangesetzt wird. Dieses bemerkte ich schon seit letz⸗ eren Jahren mit Vergnuͤgen an dem großen Bilde, welches Hverbeck fuͤr das Städelsche Institut in Frankfurt am Main malt, und an welchem er fleißig arbeitet. So hat auch der Larton des juͤngsten Gerichts, den Cornelius fuͤr die Ludwigs⸗ jeche in Muͤnchen nun fertig hat, die allgemeinste Anerkennung, Hochschaͤtzung und Bewunderung gefunden. Kaum haͤtte man es fuͤr moͤglich halten sollen, daß ein Kuͤnstler unserer Tage, nach Vorgangern wie Orgagno, Fiesole und Mich. Angelo, noch neu seyn koͤnnte. Leidek ist die Beendigung dieses großen Werks das Ziel seines letzten hiesigen Aufenthalts. In kurzer Zeit wird er uns verlassen. Am 11ten d. M. haben die Kuͤnstler ihm ein Abschudsfest gegeben, bei welchem 140 Personen zusammenkamen. Ein vorzuͤglicher Landschafter, Fernley, ein Norweger, der seit einigen Jahren, im Style von Ruisdahl, treffliche Arbeiten lie⸗ ferte, it im Begriffe, Rom zu verlassen und nach England zu gehen. Die anerkannten Haͤupter der Landschaftskunst bleiben immer unser Reinhardt und Koch, deren Kuͤnstlerjugend die An⸗ zahl ihrer Jahre nicht zu mindern vermag. Gern moͤchte ich hinzufuͤgen, daß sie auch nach dem Maße ihrer Verdienste be⸗ sohnt wuͤrden; aber je groͤßer die Menge der Fremden, desto mehr scheint sich der Geschmack auf das Kleinere zu werfen; leine Genrestuͤcke, Mosaiken, geschnittene Muscheln wer⸗ hen in großer Menge davon getragen, wenn es hoch kommt, laͤßt eine Familie Pater oder Mutter, oder die schoͤnste der Toͤchter in Miniatur oder kleinem Format malen; aber von großen Bestellungen war in den beiden letzten Wintern kaum ein Beispiel. Reinhardt hatte mehrmals Auftraͤge fuͤr seinen Koͤnig; Koch aber, der mit seiner unversiegbaren Dich⸗ rerkraft immer von Neuem die gediegensten Werke hervor⸗ Vingt, hat ein ganzes Vorzimmer voll unverkaufter herrlicher 5 6 Wer sie versteht, wuͤnscht sich Reichthum, um ihn hr 8* zu lassen, aäber die Meisten verstehen sie nicht, weil vln 6 Gehalt nicht darauf achtet, mit geringeren Mit⸗ end G hünelcheln. D ie Kunse⸗ Ausstellung, welche hier vom he; därz bis Mitrte Mai dauert, war etwas besser, wie 9* ahr. Zwar keine historische Stuͤcke, die man so Fömen kann; denn die hiscorische Fhnst. wie die meisten uster 8 treiben, ist entweder leblose Nachbildung antiker dügre b ie herrschende; ferner acht is zehn Landschaften von
der weniger Bedeutung, die besseren von Nordlaͤndern,
dee Vortraits; Veduten und Architekturen von sehr guter Hand, 1ern in Wasserfarben. „Zu einigen der letzteren waren Ge⸗ gastaͤnde aus Scottschen Romanen entlehnt. Der Stand der hücdcater läͤßt sich hier weniger als irgendwo aus den Ausstel⸗ 1gen Femssse. Denn die angesehensten Kuͤnstler von Italiaͤnern itts wene hen verschmaͤhen es, ihre Werke auszustellen; von aus⸗ in Den ir nichts eingesandt, weil die Sendungskosten nicht, wie tschland, ersetzt werden, und das Comité enthaͤlt zu we⸗
ni 2 4 2 — Ge Kunstverständige, um das Schlechte wegzuweisen und das Die hiesigen Beguͤterten sind
te zur Verloosung auszulesen. zu kaufen; die Eintretenden
sich daher nicht absehen, wie
der Kunst⸗Verein zu einem ersprieß⸗ lichen Einflusse gelangen sollte, wie denn in der That sein Stre⸗ ben von fuͤnf bis sechs Jahren ohne irgend sichtbare Fruͤchte war. Thorwaldsen ist mir vielen Werken seiner zahlreichen Be⸗ stellungen beschaͤftigt, wobei er noch an einem HPosrelief, dem laͤngsten, was er je ersonnen, zu eigener Befriedigung arbeitet, dessen Gegenstand der Triumph des Parnasses ist. Er litt zu⸗ weilen an gichtischen Beschwerden, ist aber nun wieder besser. Schon seit Jahr und Tag bereitet er sich zur Reise nach Ko⸗
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penhagen vor.“) b““
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*Konstantinopel, 12
kwimi I2 Mai. Die neueste Nummer der Tekwimi Wekaji vom 11.
9 8 Mai (13. Muharrem des neuen 1251sten Jahres der Hedschra) enthaͤlt einige lang gedehnte Ar⸗ tikel, die fuͤr Eurepaͤische Leser wenig Pikantes haben. Der Alai⸗Emin (Major) Kiamil⸗Bei, welchen der Sultan, einem der vorigen Blätter zufolge, nach Bosnien abgesandt, ist (wie die Tuͤrkische Zeitung jetzt meldet) am 22sten des verflossenen Monats mit den Großherrlichen Belobungs⸗Schreiben sammt schriftlicher Anweisung zur Organisation und Einuͤbung der dortigen Mili⸗ zen in der Hauptstadt Bosna⸗Serai angekommen. Eine halbe Stunde von der Hauptstadt entfernt war ein Zelt aufgeschlagen, in welchem der Kadi von Bosnien, der Stellvertreter des Pa⸗ schas und viele edle Bosniaken der Ankunft des Geschaͤftsträ⸗ gers entgegenharrten, um ihn voll Ehrerbietung zu bewillkomm⸗ nen. Kiamil⸗Bei rastete hier eine Weile und nahm Erfrischun⸗ gen ein, worauf er mit Pomp nach Bosna⸗Serai geleitet wurde. An den Stufen zur Pforte des Palastes empfing der Pascha das an ihn gerichtete Großherrliche Schreiben und kuͤßte dasselbe ehrerbietigst. Dann wurde der Diwan zusammenberufen und das Sendschreiben im Beiseyn aller Rathsglieder erbrochen und vorgelesen. Sein Inhalt erregte große Freude und Begeisterung, die man auch durch Abfeuern von Kanonen kund that.
Die Kuppeln der zu Konstantinopel befindlichen Moscheen, Grabkapellen, Monumente und anderer frommen Stiftungen wurden vormals mit Bleiplatren von je 25, 30 und mehr Ok⸗ ka's Gewicht uͤberdeckt. In der neueren Zeit aber hat man derglei⸗ chen Platten so duͤnn gegossen, daß sie nur hoͤchstens 11 Okka's wogen. So duͤnne Bleibedeckung kann Wind und Wetter auf die Laͤnge keinen Widerstand leisten, und ihre Zerstoͤrung wirkt, wie sich von selbst versteht, sehr nachtheilig auf die Gebaͤude. In Erwaͤgung dessen hat der zeitige Direktor der frommen Stif⸗ tungen eine Verfuͤgung erlassen, wodurch den fatalen, bisher so oft nothwendigen Reparatur⸗Kosten vorgebeugt wird. Es sollen naͤmlich hinfuͤhro Bleiplatten von zweierlei Gewicht — zu 22 und zu 18 Okka's — gegossen und in jede Platte der Name des Gießortes eingegraben werden, damit man, wenn an dem festgesetzten Gewicht etwas fehlen oder wenn die Pläatte schad⸗ haft seyn sollte, den Gießer zur Verantwortung ziehen koͤnne. Diese Verfuͤgung ist an den betreffenden Orten publizirt worden. Die Tuͤrkische Zeitung enthaͤlt außerdem wieder eine Reihe abgedroschener Neujahrs⸗Wuͤnsche fuͤr das Heil des Sul⸗ tans, in welchen, der alten Sitte gemaͤß, die Jahreszahl (1251) durch Buchstabenwerth unzaͤhlige Mal ausgedruͤckt ist.
Griechenland. 8 Aus Athen vom 320. April wird der Times geschrieben: „Die Graͤnz⸗Kommissarien kamen neusich hier an, um der Grie⸗ chischen Regierung ihre Graͤnzbestimmung vorzulegen, und Jeder hielt die Sache nun fuͤr abgemacht, als der Russische Kommissar, Oberst Escalon, erklaͤrte, er koͤnne, in Folge einer Mittheilung
Gesundheit des Jubilars ausbrachte. 1 guͤnstigte die Feier des Tages, die ein Feuerwerk beschloß. — Am folgenden Tage wurde dem Jubilar noch die hohe Freude zu Theil, durch den persoͤnlichen Gluͤckwunsch Sr. Koͤnigl. Hoh. des Prinzen Albrecht auf der Ruͤckkehr von Seiner Inspections⸗ reise uͤberrascht zu werden.“
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Das schoͤnste Wetter be⸗
— Die von dem Vereine zur Befoͤrderung der Pferdezucht
in der Provinz Sachsen veranstalteten Wettrennen fanden auch⸗ in diesem Jahre wieder am 31. Mai zu Pretsch an der Elbe
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statt. Es haͤtten sich zu denselben eine große Menge von Zu⸗ schauern aus der Naͤhe und Ferne eingefunden, so daß bereits bei guter Zeit die Tribunen uͤberfuͤllt waren. Zu dem er⸗ sten Rennen um die von Sr. Koͤniglichen Hoheit dem Prinzen Wilhelm (Sohn Sr. Majestaͤt des Koͤnigs), als dem hohen Protektor des Vereins, verliehene silberne Schaale (½ꝗ Meile, einfacher Sieg) waren nur zwei Pferde angemeldet worden, naͤmlich die dunkelbraune Stute „Shalot“ des Kammer⸗ herrn von Wilamowicz⸗Moͤllendorff auf Gadow, und die braune Stute „Eleanor“ des Herrn A. Mosson in Berlin. „Sha⸗ lot“ siegte um zwei Pferdelaͤngen in 4 Min. 30 Sek. — Das zweite Rennen galt den von dem Koͤnigl. Ministerium des In⸗ nern fuͤr Handel und Gewerbe ausgesetzten Preis von 300 Rthlr., zu dessen Erlangung eindoppelter Sieg erforderlich war. Es erschienen der braune Hengst „Pincher“ des Herrn A. Mosson, die braune Stute „Helene“ des Majors Brée zu Potsdam, die braune Stute „Young⸗Johanna“ des Amtsraths Freitag zu Wol⸗ mirstaͤdt und der „Romulus“ des Barons von Herteseld auf Liebenberg. Bei dem ersten Laufe gewann „Pincher“ um eine halbe Pferdelaͤnge, bei dem zweiten „Romulus“ mit einer gan⸗ zen Pferdelaͤnge. Es mußte daher ein dritter Lauf unternommen werden, bei welchem „Romulus“ widerspenstig wurde und nicht zu bewegen war, seinen Lauf fortzusetzen, wogegen „Pincher“ den seinigen beendigte und im Trabe gewann. „Helene“, die den zweiten Lauf noch mitgemacht hatte, war vor dem dritten Ren⸗ nen zuruͤckgezogen worden. — Das dritte Rennen um einen von dem Vereine bewilligten Pokal fand nicht statt, indem nur ein einziges Pferd dazu angemeldet worden war, das noch vor dem Ren⸗ nen zuruͤckgezogen wurde. — An dem vierten Rennen um ein silber⸗ nes Besteck zu 12 Personen, 140 Rthlr. an Werth (1 Meile, do pelter Sieg), bei welchem Herren ritten, nahmen 3 Pferde Theit, und zwar der Fuchs⸗Wallach „Oskar“ des Lieutenants von Haͤseler in Berlin, der Rapp-Wallach „Nero“ des Lieutenants Hann⸗ von Weyhern zu Duͤben und der braune Hengst „Pascha“ des Majors Brée zu Potsdam. Drei andere Pferde wurden zuruͤckgezogen. Im ersten Laufe siegte „Oskar“, dicht gefolgt von „Pascha“, in 2 Min. 15. Sek. Der zweite Lauf wurde anhaltend in gleichem Tempo sehr regelmaͤßig fortgesetzt, bis „Pascha“ den „Oskar“ um 1 Pferdelaͤnge in 2 Min. 25 Sek. schlug. Es mußte hier⸗ nach noch ein dritter Lauf unternommen werden, in welchem „Oskar“ von Anfang an die Spitze nahm, und zuletzt mit 4 Pferdelaͤngen in 2 Minuten 18 Sekunden den Sieg davontrug. Bemerkt muß jedoch werden, daß der „Pascha“ durchaus nicht trainirt war. — Bei dem fuͤnften Rennen um ein Doppel⸗Gewehr (½ Meile, doppelter Sieg), bei welchem ebenfalls Herren ritten, konkurrirten 3 Pferde, und zwar der Rapp⸗Wallach „Nero“ des Lieutenants Hann⸗ von Weyhern zu Duͤben, die braune Stute „Shalot“ des Kammer⸗ herrn von Stute „Eleanor“ des Herrn A. Mosson zu Berlin. Sieben andere Pferde waren vor dem Rennen von ihren Besitzern zuruͤckgezo⸗ gen worden. Bei dem ersten Laufe machten besonders „Eleanor“ und „Shalot“ sich das Terrain streitig, bis von der letzten Ecke
des Kaiserl. Gesandten hierselbst, das Dokument nicht unterzeich⸗ nen. Oberst Baker, der Englische, und Oberst Barthͤlömi, der Franzoͤsische Kommissar, gingen hierauf sogleich nach Konstantino⸗
schreibt aus Wittenberg: sestlicher Tag, denn es beging
v. Brockhusen, der als Kom⸗ mandant von Wittenberg nun schon seit 20 Jahren in unserer Mitte gelebt und gewirkt hat, sein 50jäͤhriges Dienst⸗Jubilaͤum. Nachdem derselbe am Vorabend durch einen Fackelzug mit 3 Mustk⸗ Choͤren uͤberrascht
worden, erfreuten ihn am festlichen Morgen selbst die Gluͤckwuͤnsche einer Anzahl junger Maͤdchen aus allen Staͤnden, welche ihm einen von 21 Damen der Staͤdt geschmack⸗ voll gearbeiteten Teppich sammt einem Gedichte uͤberreichten. Hierauf trat das Ossizier⸗Corps ein, an dessen Spitze der kom⸗ mandirende General der Provinz, General der Infanterie, von Jagow, dem Jubilar das nachstehende Allerhoͤchste Kabinets⸗ Schreiben einhandigte:
Verlln, D0. Junt, Mat „Der 4. Juni war fuͤr uns ein an demselben der General⸗Major
Es ist Mir angezeigt worden, daß Sie am bevorstehenden
3t 4. Juni Ihr funfzigstes Dienstjahr zuruͤckgelegt haben werden. 2
Es gereicht Mir zum Vergnuͤgen, Ihnen zu diesem seltenen Ereigniß Gluͤck zu wuͤnschen, und Ihnen, in Anerkennung Ihrer langjäaͤhrigen treuen und guten Dienste, Meinen Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse zu verleihen, dessen Insignien Sie hierbei erhalten. Potsdam, den 17. Mai 1835. (gez.) Friedrich An den General⸗Major von Ieochusen, Kommandanten von Wittenberg. Auch der General⸗Lieutenant von Thile, Commandeur 7. Division, der Oberst von Maltitz, Commandeur des 27. J fanterie⸗Regiments, der GenerabLieutenant a. D. Graf Henckel von Donnersmarck und andere Fremde hatten sich zur Begluͤck⸗ wuͤnschung des Jubilars eingefunden. Das Offizier⸗Corps und die Militair⸗Beamten uͤberreichten ihm einen schoͤnen silbernen Pokal mit einer Ansicht von Wittenberg, die Civil⸗Beamten eine silberne Blumenvase mit den Namen der 44 Geber. Ma⸗ gistrat und Stadtverxordneten⸗Versammlung hatten dem Jubilar das Buͤrgerrrecht verliehen, und begleiteten ihren Gluͤckwunsch
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Wilhelm.
1
8. de
in einer mit dem Wappenschilde des Empfaͤngers verzierten, bei
G. Hossauer in Berlin gefertigten Kapsel uͤbergeben wurde.
einer Ansicht von der Mittagsseite der Stadt dargebracht. Di
den Jubilar mit der eisernen bronzirten Buͤste Sr. Maj. des Koͤnigs erfreuten. Außerdem waren noch, zum Theil aus ent⸗ fernten Gegenden, viele andere Zrichen der Liebe und Verehrung eingesandt worden. Mach beendigter Gratulation fand eine Parade statt, welcher sich die Buͤrger⸗Compagnieen aus freiem Antriebe anschlossen. Bei dem darauf veranstalteten Festmahle,
des Dankes, der Treue und Anhaͤnglichkeit fuͤr Se. Maj. den Koͤnig in ergreifenden Worten und mit einem Toast auf Aller⸗
mit dem in Urkundenform ausgefertigten Buͤrgerbriefe, welcher
aͤußeres Erinnerungszeichen ward noch eine Porzellanvase mit
e⸗ ser Deputation solgten 2 Abgeordnete eines Buͤrgervereins, die
große
das aus 174 Gedecken bestand, sprach der Jubilar die Gefuͤhle
an „Shalot“ Vorsprung gewann und wenigstens um 5 Pferde laͤngen in 2 Minuten 22 Sekunden siegte. Bei dem zweiten Laufe behielt bis letzten Biegung „Eleanor“ die Spitze; von da ab aber gewann „Shalot“ mit Leichtigkeit das verlorne Terrain wieder und schlug „Eleanor“ um 4 Pferdelaͤngen in 2
1 Das sechste (Unterschrifts⸗) Rennen jedes Landes, die sich schon jetzt auf der
an der 2
8 9 ½ . —9 „ Minuten 18 Sekunden. — e. 7.2 . 312q fuͤr dreijaͤhrige Pferde jedes Kontinente befinden (2 Meilen, 39 Fr.d'or Einsatz) unterblieb, d
511 91 017 opr. „9„* 8 88 1n 8 keine Anmeldung dazu erfolgt war; eben so das 9 50 o por 228 258.09 8 8*
siebente (½ M 8A2 v 8 2 . 1 A —2 — . Einsatz). Beide waren von Herrn Paul Eb in Berlin proponirt worden. — Als e Traß⸗Wette
Rennen wurd Werte durch den Lieutenant von Jagow und den Faktor Trossin ausgefuͤhrt, welche von ersterem innerhalb Min. 4 ek. gewonnen wurde. — In den Pausen zwischen den einzelnen Laͤufen wurden vier Bauer⸗Rennen abgehalten. st in 2 39. Sek. beendigt
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3) der Bauer Große den von den siibernen Syoren; 5)
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Ueber die Gaftwiele der Madame Erelinger in Wien ge⸗ die Kaiserstadt bereits verlassen hat, ein Bericht
ter, Bertha und Clara Stich, daden iöre Gasispiciec auf m „Conradin“ in dem Raupachschen Orama beschlossen ame Crelinger hat nun auch bei ihrem vierten Besuch die 8 Jahren das aufbluͤbende reiche Talent. z9 Ausbruch des Beifalls war oft uͤberscwen lich, und a viermaliges Hervorrufen fehlte nich: stelungen der Sapybo, Phaͤdra, der⸗
von Messina““ und dem Conr adin. „ 2 1. 4
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kritischen Blaͤtter wetteiferten in Lobpreisunger zum Theil gruͤndlichen Auseinandersetzungen idres deß darin ausgezeichneten Kunst⸗Werths, daß sie dem Ausdruck des darzustellenden Charakters vom Anfang dis immer treu bleibt, nicht mehr, nicht wentger t einzelnen Effekten hascht und auch in den tragischen und veroischen Kraft
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Gesammt⸗ zum Ende tdut, niemals nach Kädürksten Aeuserungen nicht nnweiblich wird.
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meistens zu unwissend, um etwas weil sonst zu wenige kommen wuͤrden. Es
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hoͤchstdessen Wohl aus, worauf der kommandirende General die
Dasjenige, was wan Virago nennt, ist ihr cben so fpemd, als im
Wilamowicz⸗Moͤllendorff auf Gadow und die braune