1835 / 181 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

den der Verein seit dem vorigen Jabresfeste durch den Tod mehrerer

mann, Maassen, von Itzenplitz, Schuͤbler, wurden in schmerzlicher

Joseph von Kosinski, ein Sohn des verstorbenen Ge⸗ nerals Anton Hamilcar von Kosiüski, welcher als Freiwilliger im Jahre 1806 in das 10te Polnische Infanterie⸗Negiment trat, und seit der Zeit nichts hat von sich hoͤren lassen, so wie dessen etwa hinter⸗ lassene Erben und Erbnehmer aufgefordert, von sei⸗ nem Leben und Aufenthalte unverzuͤglich und spaͤtt-. stens bis zu dem auf den 26. Mearz 1836, Vormittags um 10 Uhr, vor dem Referendarius Witteler im Instructions⸗ Polen mit den Handlungshaͤusern S. A. Fraͤnkel Zimmer des Koͤnigl. Ober⸗Landesgerichts hieselbst anberaumten Termine melden und weitere Anweisung im Falle des Aus⸗ bleihens aber zu gewaͤrtigen, daß derselbe fuͤr todt erklärt und dessen Vermoͤgen seinen legitimirten naͤch⸗ sten Erben ausgeantwortet werden wird.

Posen, den 11. Mai 1835.

Ceneral- Versammlung vird eingetretener Hinder- nisse wuagen

8

Feder⸗Nelken, so wie ausgezeichnete Orangen⸗Fruͤchte und zwet zier⸗

Direktor des Vereins, Geheime Medizinal⸗Rath Professor Dr. Link,

Verhaͤltnisse des Vereins, gab Nachricht von dem Personalstande, der sich auf 967 Mitglieder belaͤuft, Kassen⸗ und Rechnungs⸗Wesens, Ruͤckstaͤnde ein Gegenstand der Bibliothek des Vereins und von dem erfreulichen Zustande der seiner Mitverwaltung anvertrauten und Landes⸗Baumschule. des Vrreins und den hierauf gerichteten Inhalt seiner Verhandlun⸗ gen, die nicht bestimmt sind, wie ten zu sammeln, noch weniger Anzeigen von Schriften oder Recen⸗ sionen und gelehrte Untersuchungen zu liefern, sondern vorzuͤglich eigene Erfahrungen enthalten sollen und deshalb nur seltener als jene Schriften in angemessenen Zwischenraͤumen erscheinen koͤnnen.

der verschiedensten Sorten von dem Hof⸗Gaͤrtner Her n. 6“ b;. uͤberr

arten Sr. Excellenz des Herrn Kriegs⸗Ministers von Witzleben in Charlottenburg dargebrachtes reiches Bouquet ausgezeichneter Geor⸗

ren neuen aus den Samen gezogenen

t⸗ den Gaͤrten der hie gen Kunst⸗ und Handels⸗Gaͤrtner zur Zierde des fuͤr die Febe estr überhaupt seltenen, doch auf den Namen einer Blumen⸗Ausstellung keinen Anspruch machenden Festschmuckes, alle zu nennen, verbietet der Raum dieser Blaͤtter, daher nur einige der vorzuͤglicheren hier folgen, wie: Protea grandiflora, Boronia serrulala. Lisium longiflo- rum und Erica grandiflora vom Herrn Justizrath Meyer; Boronia denticulata und Zephiranthes grandillora, vom Herrn R. Decker; Erica perspicua und her. Cypripedium canadense und Poronia hinnata vom Kunst⸗Gaͤrtner Herrn Mathieu; Lupinus nanus. Tro- pagolum hicolor, Pelargonium Klierianum, Malope grandiflora, Pho- idota imbricata, hybrida und Hemimeris gran- dliflora vom Hof⸗ Gaͤrtner Herrn Brasch; Melia Azederach. vom Kunst . Gaͤrtner Herrn Toussaint; 8. mpervrivum ur- bicum und Spartium janceum vom Kunst⸗Gaͤrtner Herrn P. Fr. Bouché; „Cactus hybridus vom Geheimen Kaͤmmerier Herrn Timm; Thunbergia alata vom Kaufmann Herrn Libo:

ein großes Exemplar von Aloe picta, sehr schoͤn gezeichnete liche Blumen⸗ Gestelle mit niedlichen Bouquets, vom Kunstgaͤrtner Herrn Faust; zwei ungemein hohe vorzuͤglich schoͤn gezogene Rosen⸗ amme, vom Kunstgaͤrtner Herrn Fuhrmann,; eine große Anzahl außerordentlich schoͤn gezogener Mirthenstaͤmme mit den herrlichsten Kronen, vom Kunstgaͤrtner Herrn Limprecht, zwei ganz ungewoͤhn⸗ lich große, reich mit Bluͤthen bedeckte Exemplare vom Cactus spe- ciosissimus von den Kunstgaͤrtnern Herren Kraatz und Zietemann; verschiedene schoͤn bluͤhende Georginen in Toͤpfen vom Hofgaͤrtner Herrn Fintelmann in Charlottenburg; auch verdienen Erwaͤhnung die vorzuͤglich schoͤnen Paͤonien des Handels⸗Gaͤrtners Herrn Kraatz, die in besonders netten, von dem hiesigen Spediteur Herrn C. L. umbert hingesandten Blumen⸗Toͤpfen von Teplitzer Terralith⸗ Geschirr aufgestellt waren. Von den Fruͤchten traten insbesondere hervor, die ausgezeichnet schoͤnen Ananas aus den Treibereien der inst- und Handels⸗Gaͤrtner Herren Gaͤde, Fuhrmann, Limprecht ind D. Bonché, wie die Pflaumen aus den Treibereien der Frau Graͤfin von Itzenplitz, die auch eine Quantitaͤt sehr gut konservir⸗ ter Gold⸗Peppins (beppin G'or) eingesandt hatte; die doppelte Swo⸗ ler⸗Pfirsich und Hollaͤndische Aprikosen vom Herrn Hofgaͤrtner Nietner in Sanssouci gezogen; die rothe Troyes⸗Pfirsich (double de Troyes) und die blauen Malvaster⸗Trauben, vom Handels⸗Gaͤrtner Herrn Nicolas, Ananas⸗Aprikosen und weiße Himbeeren von dem Garten⸗Kaͤnfiler Herrn Klengel im Thiergarten. Ferner war be⸗ merkenswerth eine Partie ausgezeichnet großen Spargels, wovon 4 Stangen uͤber ein Pfund wogen, von dem Handels⸗Gaͤrtner Herrn Schultze. Der große Reichthum und die Mannigfaltigkeit der auf das Anziehendste geordneten Pflanzen und Fruͤchte gab einen spre⸗ chenden Beweis, wie sehr die Gartenkunst in allen ihren Zweigen hier vorgeschritten ist und die zahlreiche Versammlung der Mitglie⸗ der des Vereins, geehrt durch die Anwesenheit Ihrer Koͤniglichen Hoheiten der Frau Prinzessinnen Wilhelm und Karl, und Sr. Koͤ⸗ niglichen Hoheit des Prinzen August von Preutzen, so wie Ihrer Excellenzen des Geheimen Staats⸗ und Kabinets⸗Ministers Herrn Grafen von Lottum, des Groß⸗Kanzlers Herrn von Beyme und vieler anderer hober Staats⸗Beamten, zeugte von dem leb⸗ haften Interesse fuͤr den Gegenstand, das sich auch noch am Nachmittage nach dem Schlusse der feierlichen Versammlung und am folgenden Tage durch den Besuch eines gewaͤhlten Publi⸗ kums aus allen Staͤnden, auf die dazu ausgegebenen mehr denn 42500 Einlaß⸗Karten, in erfreulicher Weise best tigte.

Nachdem die Mitglieder des Vereins zur statutenmaͤßigen Wahl des Vorstandes in den Sessions⸗Saal der Akademie der Wissenschaf⸗ ten sich zuruͤckgzezogen und die bisherigen Beamten (wie in diesen Blaͤttern schon vorlaͤufig gemeldet worden) ins gesammt bestaͤtigt hatten, begaben sie sich, gemeinschaftlich mit den eingefuͤhrten Frem⸗ den, in den großen Saal der Akademie der Kuͤnste zur Linken des Vestibüls, wo aus einer großartig gebildeten Gruppe von Lorbeern und Myrthen, durchwebt mit den glaͤnzenden Bluͤthenbuͤscheln hoher Melaleuten und gehoben durch den Bluͤthenschmelz eines Guͤrtels von Jerium splendens. die wohlgetroffene Buͤste Sr. Majestaͤt des Koͤnigs der feierlichen Versammlung entgegen leuchtete. Hier sprach der

die Festrede. Derselbe erwaͤhnte zuerst des betruͤbenden Verlustes,

ihm besonders werther Mitglieder erlitten; die Namen von Schuck⸗ Erinnerung genannt. Der Redner schilderte sodann die inneren von der hefriedigenden Lage des obgleich noch immer die Beitrags⸗ Sorge sind, von dem Umfange der

Institute, der Gaͤrtner Lebr⸗Anstalt

Er deutete auf die rein praktische Tendenz

Journale und Zeitungen, Nachrich⸗

736

geschehenen Ertheilung zweier

Er gab Nachricht von der

Gaͤrtner Lehr⸗Anstalt Hering und Seeger, fuͤr die beste Loͤsun von Aufgaben der praktischen Gaͤrtnerei, Geen 85 Preisfragen des Vereins eingegangenen Beantwortungen nicht ge⸗ nuͤgend erachtet und deshalb die unten folgenden Aufgaben erneuert wurden. Der Redner beruͤhrte die Leistungen und Bestrebungen der Gesellschaft mit der Andeutung, daß die wahre Wirksamkeit eines Vereins, wie eines Mannes, die stille, langsam fortschreitende, ge⸗ beime, sey; doch hob er fuͤr die Unglaͤubigen den Umstand heraus, daß eine durch ungemein reichen Ertrag und vorzuͤglichen Wohlgeschmack ausgezeichnete Kartoffel, die Liverpool⸗Kartoffel, i. J. 1825 in vier Knollen aus England dem Vereine zugekommen, durch denselben so weit vermehrt und verbreitet worden, daß sie jetzt Wispelweise zu Markte kommt, und daß eine andere, durch zarten Geschmack und große Fruchtvarkeit nicht minder ausgezeichnete Kartoffel, die Algier⸗ sche, i. J. 1830 in einer einzigen Knolle durch die Koͤnigliche Fran⸗ zoͤsische Gesandtschaft dem Verein zugestellt, schon bei der ersten Aus⸗ saat sich hundertfach vermehrt hat und jetzt in alle Provinzen der Monarchie vertheilt ist. Der Vortragende gedachte ferner der Ver⸗ bindungen des Vereins mit anderen seinen Zwecken verwandten Ge⸗ sellschaften des In⸗ und Auslandes, 49 an der Zahl, wovon seit dem vorigen Jahresfeste neu gebildet sind, der Verein zur Verschoͤnerung der Stadt Posen und ihrer Umgebung, die landwirthschaftliche Gesell⸗ schaft fuͤr Litthauen, und der Verein zur Befoͤrderung der Landwirth⸗ schaft, der Intelligenz und Sittlich keit im Kreise Greifenhagen. In besonderer Beziehung auf diese letzte Verbindung wies er darauf hin, welchen maͤchtigen Einfluß die Sittlichkeit auf die Befoͤrderung alles Guten uͤbe und daß, wenn alle Bildung und Veredlung des Menschen⸗Geschlechtes darin bestehe, den Menschen vom Thiere zu entfernen, von der groben Materie zur reinen und schoͤnen Form zu fuͤhren, eben der Gartenbau die Stufenfolge aller Bemuͤhungen zur Erreichung dieses Zweckes darbiete. 8 In geistreicher Weise dies weiter ausfuͤhrend, schloß der Redner seinen gehaltvollen Vortrag, indem er die Gefuͤhle der Versamm⸗ lung ausdruͤckte in Worten der innigsten Verehrung des Koͤnigs, des⸗ sen wahrhafte Maiestaͤt den Staat von Außen und im Innern in Frieden und froͤhlicher Ruhe erhaͤlt. H —.

Erneuerte Preisfragen des Vereins zur Befoͤrderung des Garten— baues in den Koͤnigl. Preußischen Staaten.

„Durch welche Mittel kann man die Hyazinthen⸗Zwiebeln vor den unter den Namen „Ringelkrankheit“ und „weißer Rotz“ bekannten pestartigen Krankheiten schuͤtzen, oder wie sind die von diesen Uebeln schon ergriffenen Zwiebeln auf eine sichere Art davon zu heilen?“

Die Beantwortungen sind bis zum 1

den. Der dafuͤr ausgesetzte Preis im

drichsd'or kann erst, nachdem das

theilt werden.

II.

„Welches ist das beste Verfahren, Pflanzen durch Stecklinge zu

vermehren und welche die am meisten dazu geeignete Zeit?“ Bei der Beantwortung dieser Frage soll hauptsaͤchlich nur auf die schwer zu vermehrenden Pflanzen, so wie auf diejenigen Ruͤck⸗ sicht genommen werden, wesche Knorren bilden (sich verknorpeln) und dann nicht leicht Wurzeln schlagen. Termin der Einsendung: Januar 1837. Preis nach geschehener Pruͤfung: Zwanz

im 1. Januar 1838 einzusen⸗ Betrage von zwanzig Frie⸗ Mittel gepruͤft worden ist, er⸗

8

ig Friedrichsd'or.

111A11“ Börse Den 30. juni 1835. Amtl. Fonds. und Geld-Cours-Zettel. 1

. vragaen.,z

4 [101 ¼ 1100¼ ¹4 988 98; 63 22

1 82 1100 ½ 100 19190.3

mnmmemnemnsem St.-Schuld-Sch. för. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seekh. Kucrm. Obl. m. J. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt Obl]. Könignb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grofshz. Pos. do.

A [102 ½ 101¾ Pomm. o. 106 ½ Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Kkst. C. u. Z. Sch.

d. K.- u. N.

Ostpr. Pfandbr.

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2 87 1012 100 ¼ 99 ½ 41

Gold al marcs

Noue Duk.

102 ½ 1101 ½⅔ Friodrichsd'or..

103 ½¼ 102 ½ Fihisconta E“““

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Wechsel-Cours.

250 F. 250 Fl. 300 Mk. Mk. LSt. Fr. ö b- Fl. 2 0 Thl. 0 Phl. 0 Fl. 0 Rbl.

Amsterdam dito Hamburg dito London Paris

Kurz 2 Mt. Mt. Mt.

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Augsburg 88 Breslau

Leipzig

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3 Woch.

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Petersburg ...

Er; gesch raͤmien à 50 Rthlr. aus der von Seydlitzschen Stiftung an die i Nran der

Niederl.

98 ¾. Preuss 39h 26 ½

Oesterr. 18 25 ½ G.

Loose

78. 29 fin ce 3 ½ do. 27 ¾ à 41 9. 57. 2.

1835.

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Luftwaͤrme Thaupunkt Wind... Wolkenzug Tagesmittel,

Seush 1158 Sin ö. 2 Kanz- Bill. 25 226. 4 ½ % Amort. 94 ½. 3 ½ 9 79 ¾

Span. 5 ½ 42. Anl. 42 ¾. Belg.

zu 100 G. 212 ¼. Br. Aunl. 982. 972. 8 G. 59 Span. Rente 40 ¾. 40 r.

5 9% Kente pr. compt. 108. 20. fin côur. 108. 25. 3

Morgens Nachmitt. 1 Luftdruck. 338,1 5 Par. 337,87

79 Ct.

27sten: 28sten: 336,95 29sten: 337, 8 5

BRBörsen. Amsterdam, 25. Juni. Schuld 55 ½ 59 do. 100 ⁄9½. Ausg. Schuld- Russ. 99. Oester, 48% Anl. —. Span. 5 ½ ½

uswärtige wirkl.

Präm.-Scheine 111. do. Antwerpen, 24. Juni.

Zinsl. 17. Cortes 31 ½. Coup. 18. 100 ½.

„Frankfurt a. M., 27. Juni.

58 Metall. 102 ¼. 102 1 ½3. 4 ½ 9841. 98 ½. 2 ½ 9 58. F Bank-Actien 1620. 1618. Part.-Oblig. 140 ¼. Pceuss. Präüm.-Sch. 63 ½. 63 ½. do. Holl. 59 Oblig. v. 1832 101. B. Poln. Loose 38 do. perp. 25 Paris, 24. Juni.

Neue Spa-

6 3 8 pr. comy 53 Span. Rente A0¹ Ausg. Schuld 16 ⅔. HH

our. 78. 25. 5 3 Nenap. 96. 21 8 8 4 27 ¼. Cortes 34. Coup. 17.

Meteorologische Beobachtung.

lachm Abends Nach einmaliger 2lübr. 10 Uhr. Beobachtung. s 4⁴ gF Cxesrt amer b 8 Par. 337, 5 2 Par. Quellwärme 7,1 °N. 5 3. 14¼ R. Fluzwärme 14 0 N 4,2 8 6,3 °R. Vodenwär 09 45 pCt. 64 pEt. * 8 wärme II, 6 bezogen. bewoͤlkt. [Ausdünst. 0,07 6 NW. WNW. Miederschlag 0. NW. Nachtkälte 8, 3 °R. 5,30

334, 69⁄Par... 10,9° 2 9, 2* 66 7

0 88 11, 8 2 5,60 63

6 Uhr.

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-,8. 8 N.

6,4 ° R.

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8 Freitag, Portici, Oper Bieling, vom

11 8v. 4

Akten, nach

scher 5 als fuͤnfte Preise de des ersten

8 8.) NRat

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Lustspiel in 1

Peter.) frei nach dem Abendster

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Zu Land

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auch 1 Rthlr. 1 Hafer 1 Rthlr.

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* I1“ At. I“

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Worschuad

MMittwoch, 1.

von C. Blum.

Liebe, Trauerspiel in 5 Abth.

Preise der Plaͤtze: 5 1 Rthlr. 10 Sgr.

Mi ttwoch, 1.

([Dlle. Vial: Anna, als Gastrolle.

Donnerstag, 2. Juli. Posse mit Gesang in 2 Akten, ler. (Dlle. Muzarelli, vom K. u Wien: Julerl, als erste Freitag, 3. Juli. meister von Venedig, musikalisches

Breitenstein. Musir von verschiedenen Meistern. Vorher:

Markt⸗Preise vo Zu Wasse

Das Schock Stroh 8 Rthlr. 25 Sgr., auch

Koͤnigliche Schauspiele.

9, Juli. Im Schauspielhause: Zur sten ist wahnsinnig, Drama in 2 Abth., nach Melet est folle’ bearbeitet von L. Angelv. Hierauf des Tausendschoͤn, Burleske in 1 Akt, mit Gesam ag, 2. Juli. Im Schauspielhause: 1 „von Schiller. ls letzte Gastrolle. Hr. Rott:

Kabale un (Hr. C. Müuͤller den Praͤsidenten

Mad. Werner: Lady Miffort.)

Opernhause: Die Stu

111“ hause: D mme von in 5 Abth., mit Ballet. Musik von Auber. b taͤdtischen Theater zu Lemberg: Pietro, als Garac⸗

Ein Platz in den Logen des ersten Ra Mc.

Koͤni Th

nigstaͤdtisches Theater. ““

Jui. Die weiße Dame, komische Oper in; Granz. des Seribe. Musik von Boyeldien. Hr. Bayer, Koͤnigl. Bayer⸗

dem

Hossaͤnger zu Muͤnchen: Georg Brown, als dritte Gas⸗ Hr. Lortzing, vom Stadt⸗ Gastrolle.)

Theater zu Leipzig: Dickson,

r Plaͤltze iges 1 Rthlr. ꝛc.

von Meisl. Musik von A. Muͤl⸗ 1 K. K. priv. Theater an der Wien d ee Gastrolle.) Vorher: Die Ehrendame Akt, nach Dupin, von A. Cosmar. G 1 Zum erstenmale wiederholt:

* 2 ale wie Der Kapell Auodlibet in

2 Akten, von Nach Sonnenunterga 1 „SHr. Lorting: 8. Nach Sonnenuntergang, Lustspiel in 2 Akten, Sranz., von G. Lotz. (Hr. Lortzing: Baron von

n, als letzte Gastrolle.)

——

ZͤFZIZZZZIZZSbSZZZbbb1111“““

8 ““ m Getraide.

Berlin, den 29. Juni 1835.

e: 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf. r: Weizen (weißer) 1 Nthlr. 28 Sgr. 9

und 1 Rthlr. 15 Sgr.; Noagen 1 zitckr ss⸗ - v Sgr. 3 Pf.; kleine Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf. Sox. Pf., auch 28 Sgr. 9 Pf.; Erbsen (schlecht Sonnabend, den 27. Juni 1825.

rroh 7 Rthlr.; de lr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr. 8 G.

nümeüemmnn—

Igem

—————

ecxLx asasander

8 8* *

Bekanntmachungen.

Ediectal⸗Citation. Von dem unterzeichneten Landgerichte werden der

6

des Casino's, Nacl

Juli in den gesvöh Rechnungsführer, genommen werder Elberfeld, den Die Direction d Ber

u

M i

und Joseph Ep

AKnleihe vo „Die aus Privat⸗D zuͤge der oben gen garantirten neuen

„schriftlich oder persoͤnlich zu

Koͤnigl. Preußisches Landgericht. (gez) Bielefeld. Bestaͤtigung vorlie

————

Deutsch-amerikanischer Bergwerks- Verein. Juli d. J.

zur Einsicht liegen 1 . Berlin, den 26. auf den 10. angebündigte 19te

u f1an bI a

emeiner Anz

hinauszeschoben, und wird an diesem Page im Lokol

Die üblichen Stimmzettel können am 29. und 30.

in Betreff der von der

in der Staats Zeitung: Erwaͤhnung geschehen, uͤber vorlaͤufig bekannt

gungs⸗Plane bei mir einzusehen so wie auch seiner Zeit der noch zu gewaͤrtigende officielle Plan bei mir

2

eiger fuͤr die

amittogs 3 Uhr, gebalten werden. in Warschau nlichen Büceau-Stunden bei dem Herrn von Zwehl, in Empfang 1.

23. Juni 1835.

es deutsch-amerikanischen gwerk-Vereins.

wie die Certificate 1 April d. J. stattgefundene zahlbar werden, vom 3.

Pfandbr

11 89 *. Berlin, den 29. Juni 1835.

½ [u] ööö“

ttheilung 1 Regierung des Koͤnigreichs

Literar Im Verlage der Sander schen Krausenstraße Nr. 62

Sammlung der fuͤr die Koͤnigl.

Provinz selt dem Rechts⸗ setze, Verordnungen, Min seripte u. s. w. Im Auftrag Ministerii der Gesetzgebung und tung der Rhein⸗Provinz

A Lottner. Vierter Außer den im nungen enthaͤlt dieser Band ein S zu den Gesetzen, Verordnungen un Rescripten der Jahre 1816 bis incl. her erschienenen 3 Baͤnde, welche ni werden, kosten 5 Thlr., und sind n

stein in Warschau contrahirten 5* 150 Millionen Gulden.

Nachrichten entsprungenen Grund⸗ annten, von Sr. K. K. Majestaͤt Polnischen Anleihe, von welcher „Nr. 17, Artikel Polen“ sind schon jetzt mit dem dar⸗ gewordenen hoͤchsten Orts zur genden Verloosungs⸗ und Til⸗

wird Juni 1835. Arons Wolff, Linden Nr 44.

11““

9 3 †¼ 89½ % f

reu zische 4 Der Unterzeichnete ist von der Bank von Polen beauftragt die Johanni d. Coupons der von dieser Behörde ausgestellten Cer⸗ tificate uͤber Pfandbriefe des Koͤnigreichs selbst, insofern sie durch die am

Course von 97 ½ Thlr. Preuß. Counr. Poln auf Verlangen der Inhaber hier einzuloͤsen. Moritz Robert, Behrenstr. Nr. 25. ANE,Ferch wvrrea b, Eee]; eAkas txcKean; ,erschien so eben:

dem Jahre 1813, hinsichtlich der und Gerichtsverfassung, ergangenen Ge⸗

herausgegeben von F. 8 8 Band gr. 8v. Preis! Thlr. bekannt, und dies neueste Produkt seiner Jahre 1834 ergangenen Verord.

.

J. faͤlligen Polen, so ief⸗Verloosung

1835 zum fuͤr 600 Fl.

puli

en. Buchhandlung,

Preuß Rhein⸗

es 2* 7

taagren.

staͤndige Exemplare de alle Buch ziehen.

8 Bei Duncker und Humblot, Franzoͤsische Str. Nr. 20 , ist so eben erschienen und in allen Buch⸗ bandlungen zu haben: 11A161a; Roman von Ludroig Rellstab. Svo. geh. 1 ½ Thlr

—.

r Sammlung à 6 Thlr. durch handlungen der Monarchie zu be⸗

——

Buchhandlun⸗ er, Friedrichẽ

So eben ist erschienen und in allen gen zu haben, in Berlin bei W. Logi Straße Nr. 161:

b Oesterreichs Stellung 9

im Zeitalter Franz des Ersten.

isterial⸗Re⸗ e Eines Hohen Justiz⸗Verwal⸗

ach-Register d Ministerial 834. Die fruͤ⸗ cht getrennt

Betrachtungen bei dem Tode dieses Kaisers. Dr. Friedrich Ludwig Lindner, Koͤnigl. Bayer Legationscath. Preis 10 sgr. 1 des Herrn Verfassers ist hinlaͤagglich f— B 2 1 Feder wird dazu beitragen, seinen Ruf als politischen Schrift⸗ steller zu vermehren. Stuttgart, im Mai 1835.

Der Name

unmehr voll⸗

140”

69

: Ein Platz in den Logen und im Balkin

Julerl, die Putzmacherin, parodirende

AlI gemeine

Berlin, Donnerstag den

1835.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben dem praktischen 2 rzte, Dr. Aegidi zu Duͤsseldorf, Allergnaͤdigst zu gestatten geruht, in Allerhoͤchstdero Staaten den Hofraths⸗Titel fuͤhren zu duͤrfen.

Kronik des Tages9..

2

.

Berlin, den 2. Juli 1835. Ihre Durchlaucht die Frau Fuͤrstin von Liegnitz sind nach Teplitz abgereist.

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung

zu Marienwerder ist die erledigte katholische Pfarrstelle zu Neumark dem Vikar Ignaz Zyska uͤbertragen worden.

Angekommen: Der Ober⸗Praͤsident der Provinz Pom⸗ mern, von Bonin, von Stettin.

Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Kriegs⸗Minister, General⸗Lieutenant und General⸗Adjutant von Witzleben, und 1

Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Kammer⸗

err, Freiherr Alexander von Humboldt, nach Teplitz.

Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Minister des Innern und der Polizei, von Rochow, nach Neu⸗Strelitz.

ungs-Nachrichten. Aruslan⸗d. 8

Rußland. St. Petersburg, 24. Juni. Fuͤr die Dauer der Abwe⸗ senheit des gegenwaͤrtig in Deutschland befindlichen Kaiserlichen Vice⸗Kanzlers Grafen von Nesselrode ist der Geheime Rath und Senator Rodofinikin mit der Leitung des Ministeriums der aus⸗ waͤrtigen Angelegenheiten beauftragt worden.

Der Metropolit von Nowgorod und St. Petersburg, Se⸗ raphim, hat den St. Wladimir⸗Orden erster Klasse erhalten.

Der General⸗Major Brajko ist zum Militair⸗Ge werneur von Tiflis ernannt worden.

Die hiesigen Zeitungen publiziren nachsteheneer „Re⸗ glemenr in Beteeff der Hebraͤer“: „Mittelst Allerhoche mutka⸗ ses an den dirigirenden Senat vom 13. April haben Se. Ma⸗ jestaͤt der Kaiser das von einem besonders dazu niedergesetzten Comité abgefaßte und vom Reichs⸗Rathe durchgesehene Regle⸗ ment uͤber die buͤrgerliche Existenz der Hebraͤer zu bestaͤtigen ge⸗ ruht. Demgemaͤß wird denselben der bestaͤndige Aufenthalt ge⸗ stattet: in den Gouvernements Grodno, Wilna, Wolhynien, Po⸗ dolien, Minsk und Jekaterinoßlaw, wie auch in den Provinzen: Bessarabien und Bjelostock; ferner in den Gouvernements Kijew und Cherson, gleichwie in Taurien, mit Ausnahme der Staͤdte Kijew, Ni⸗ kolajew und Sewastopol; in den Gouvernements Mohilew und Wi⸗ tebsk, mit Ausnahme der Dorfschaften; in Klein⸗Rußland (den Gou⸗ vernements Tschernigow und Pultawa), mit Ausnahme der Kron⸗ und Kosaken⸗Doͤrfer, aus welchen die Hebraͤer schon entfernt sind. In Kurland, so wie auch in Riga und Schlok, wird nur denje⸗ nigen Hebraͤern der bestaͤndige Aufenthalt erlaubt, welche nach der Revision mit ihren Familien bis jetzt daselbst angeschrieden waren; die in andern Gouvernements ansaͤssigen aber duͤrfen sich daselbst, so wie auch in den weniger als 30 Werst von der Graͤnze entfernten Ortschaften der westlichen Graͤnz⸗Gouvernements, nicht niederlassen. Wenn ein Hebraͤer ein bewohntes oder ein in den Gouvernements, wo er sich nicht niederlassen darf, befindliches unbewohntes Gut erbt, so ist er verpflichtet, es in Zeit von ei⸗ nem halben Jahre zu verkaufen. Ehen duͤrfen zwischen Hebraͤern nicht geschlossen werden, bevor der Braͤutigam das 18te und die Braut das 16te Jahr erreicht haben. der bestehenden Gesetze, zu einem gewissen buͤrgerlichen tande gehoͤren; im entgegengesetzten Falle wird er als Landstreicher an⸗

esehen und demgemaͤß behandelt. Hebraͤer, welche sich dem eldbau widmen, werden auf 25 Jahre von der Kopf⸗Steuer befreit. Bilden sie bei ihrer Ansiedlung groͤßere Dorfschaften, so werden sie auf 50 Jahre, oder, wenn sie sich in kleinen Ge⸗ sellschaften ansiedeln, auf 25 Jahre von der Rekrutirung und auf 10 Jahre von den Land⸗Abgaben befreit; denjenigen aber, welche Laäͤndereien von Privatleuten in Pacht nehmen und sich auf denselben haͤuslich niederlassen, werden auf 5 Jahre die Kopf⸗Steuer, die Rekrutenstellung auf 25, die Land⸗Abgaben aber auf 10 Jahre erlassen. Ueberdem erhaͤlt ein Hebraͤer, wenn er Land kauft, und auf demselben nicht weniger als 50 maͤnn— liche. Individuen von seinen Glaubens⸗Genossen ansiedelt, die Rechte eines persoͤnlichen Ehren-Buͤrgers, wenn er aber derselben 100 ansiedelt, so kann er drei Jahre, nach⸗ dem solche vollkommen festen Sitz gefaßt haben, um die Rechte eines erblichen Ehrenbuͤrgers ansuchen. Die Kaufleute, Buͤrger und Handwerker unter den Hebraͤern genießen in den ihnen zum bestaͤndigen Aufenthalt angewiesenen Ortschaften gleiche Rechte und Vorzuͤge mit den ihrem Stande nach ihnen gleich⸗ kommenden Russischen Unterthanen, in sofern diese Vorrechte dem gegenwaͤrtigen Reglement nicht zuwider sind, und muͤ, wenn sie auch in Flecken oder Doͤrfern wohnen, sich in 4 Staͤdten anschreiben lassen. Fabrikanten, die zum Behufe ihrer Fabriken Gebaͤude ankaufen, werden im Laufe von 10 Jahren befreit von allen Gebuͤhren, welche sonst bei An⸗ kauf von Haͤusern zu entrichten sind. Die Kinder von Hebraͤern koͤnnen in den Ortschaften, wo ihren Vaͤtern der Aufenthalt gestattet ist, in den Kreis⸗ und Parochialschulen, in den Gymnasien, Privatschulen und Pensionen und nach Beendi⸗ gung ihres Gymnasial⸗Kursus auch auf den Universitaͤten, Aka⸗ demieen und anderen hoͤheren Lehr⸗Anstalten des Reichs ange⸗

8 auf gelehrte Grade erhalten haben, steht es ihnen frei, auf Vor⸗ stellung des Ministers des oͤffentlichen Unterrichts im Lehr⸗ oder TCipilfache Dienste zu nehmen, jedoch nicht ohne Allerhoͤchste Ge⸗ nehmigung. Diejenigen, welche nicht in Dienste treten wollen, koͤnnen, wenn sie den Grad eines Doktors oder eines Medico⸗ Chirurgen erhalten haben, um die Rechte eines erblichen Ehren⸗ buͤrgers, die graduirten Studenten, Kandidaten, Magister, Kuͤnst⸗ ler (der Akademie der Kuͤnste), Chirurgen und Pharmaceuten aber um die Rechte von persoͤnlichen Ehrenbuͤrgern nachsuchen. Ueberdies wird denjenigen, welche die Erlaubniß haben, im Lehr⸗ oder Civilfache Dienste zu nehmen, das Recht ertheilt, sich in den inneren Gouvernements und in den Hauptstaͤdten aufzuhalten.“

Riga, 25. Juni. Im Provinzial⸗Blatte liest man: „Mit dem letzten Mai lief der endliche Termin ab zur Erfuͤllung der waͤhrend des Winters abgeschlossenen Kontrakte auf Waaren⸗ Lieferungen aus dem Innern; aus authentischer Quelle kann also nun uͤber die fruͤher erwaͤhnten Verluste berichtet werden, welche die hiesige Boͤrse in diesem Jahre durch das Ausbleiben inlaͤndischer Lieferanten erlitten hat. Sie belaufen sich nicht so hoch, als die erste Berechnung vermuthen ließ. Die Summe aller zum 31. Mai unerfuͤllt gebliebenen kontraktmaͤßigen Ver⸗ bindlichkeiten, gegen Vorschuͤsse auf Russische Produkte, und ge⸗ gen auf Zeit verkaufte Zucker, belaͤuft sich nur auf etwas mehr als eine Million Rubel B. A. (also 280,000 Rubel S., oder ungefaͤhr 47,000 Pfd. Sterling). Noch mehr vermindert wird sie dadurch, daß Abmachungen zu 50 pCt., mehr oder weniger, mit einigen Schuldnern bereits getroffen und mit andern in Un⸗ terhandlung sind.“

Frankreich.

Paris, 24. Juni. Der Moniteur enthaͤlt heute in dem nicht amtlichen Theile seines Blattes Folgendes: „Mehrere Journale, und der Moniteur selbst, haben gemeldet, daß in der Einrichtung des Gendarmerie⸗Corps Veraͤnderungen vorgenom⸗ men worden waͤren. Jene Journale sind schlecht unterrichtet ge⸗ wesen; es ist wahr, daß das berathende Comité einige Aende⸗ rungen in der Uniform der Gendarmerie vorgeschlagen hat; aber auch in dieser Beziehung ist noch nichts entschieden.“

Als einer auffallenden Erscheinung erwaͤhnen die Blaͤtter, daß man gestern in dem Foyer des Théarre des Variétés Herrn Viennet Arm in Arm mit Herrn Philippon, dem Herausgeber des „Charivari“, und dann in der Loge *es Herrn Jules Janin gesehen habe.

Gestern sollte vor dem hiesigen Assisenhofe der letzte Prozeß der jetzt eingegangenen „Tribune“ verhandelt werden. Herr Bichat, der ehemalige Herausgeber dieses Blattes, war auf den Grund eines im Monat April publizirten Artikels, worin der Prokurator eine Beleidigung der Person des Koͤnigs erblickt hatte, vorgeladen. Er erschien aber nicht, und da sein Advokat uͤberdies bemerklich machte, daß die uͤber die „Tribune“ verhaͤng⸗ ten Strafen bereits das gesetzliche Maximum erreicht haͤtten, so wurde der Prozeß bis auf die naͤchsten Assisen verschoben.

Die Nouvelle Minerve, ein neu entstandenes, unter dem Einflusse vieler Deputirten stehendes Journal, giebt einige interessante Aufschluͤsse uͤber die in Betreff der Intervention stattgehabten Unterhandlungen, aus denen Folgendes das Wesent⸗ liche ist: „Geschichte und Ergebniß des Gesuchs um Interven⸗ tion sind von den Journalen sehr entstellt worden. Die Sache ist so zugegangen: Das Madrider Kabinet hatte nicht offiziell um eine Intervention angehalten, sondern nur fuͤr den Fall, daß sie durchaus noͤthig werden sollte, die Frage gestellt: ob man dazu geneigt waͤre? Das Minister⸗Conseil theilte sich in zwei Lager; der Koͤnig, der Herzog von Broglie, Marschall Maison und Hr. Humann erklaͤrten sich entschieden gegen die Intervention; die 3 erstgenannten aus Gruͤnden, die noch ein Geheimniß bleiben muͤssen, jedoch bald aus den Ereignissen hervorleuchten werden. Herr Humann wollte nichts von der Intervention wissen, weil er ein guter Haushalter ist und die Millionen nicht gern weg⸗ wirft. Nach einer Aussage des Herrn Viennet hat uͤbrigens der Koͤnig seine Abneigung vor der Intervention durch folgende Worte ausgesprochen: „„Wenn man bei sich zu Hause Herr bleiben will, muß man nicht darauf ausgehen, bei Anderen zu dominiren.”“% Die Herren Thiers und Persil erklaͤrten sich dagegen aus Selbsterhaltungstrieb fuͤr die Intervention; Herr Guizot rieth dazu, weil er den Sieg der revolutionnairen Grundsaͤtze in Spa⸗ nien und daraus einen neuen Brand fuͤr ganz Europa besorgte. Es war ein lebhafter Kampf: der thaͤtige Egoismus und der traͤge Egoismus standen sich schroff einander gegenuͤber. Herr

Thiers erklaͤrte zuletzt mit Bestimmtheit, er werde abtreten, wenn die

Intervention nicht durchginge. Der Koͤnig war in großer Verlegen⸗ heit, denn er weiß, wie schwer es halten wuͤrde, Herrn Thiers zu er⸗ setzen. Durch den Fuͤrsten von Talleyrand und Herrn von Rigny ward ein Ausweg vermittelt; man kam uͤberein, den Ent⸗ schluß noch auszusetzen und eine Erklaͤrung von der Englischen Regierung zu fordern. Herr Sebastiani wurde angewiesen, dem Kabinet von St. James drei Fragen vorzulegen. Sie besagten Folgendes: 1) Glaubt das Londoner Kabinet, daß unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden und bei der Lage der Dinge in Spa⸗ nien eine bewaffnete Intervention als Folge des Auadrupel⸗ Allianz⸗Vertrages angesehen werden muͤsse? 2) Im Fall die Englische Regierung das System bewaffneter Intervention an⸗ nimmt, welchen Theil will dieselbe daran nehmen, sowohl in Be⸗ zug auf die Kosten als hinsichtlich der aufzustellenden Land⸗- und Seemacht? 3) Sollte die Englische Regierung es fuͤr gut finden, an der bewaffneten Intervention nicht Theil zu nehmen, Frank⸗ reich allein dazu schreiten und unerwartete Kollisionen mit den Kontinental⸗Maͤchten daraus entstehen, welches Verfahren wuͤrde in einem solchen Falle Großbritanien in Bezug auf Frankreich beobachten? Man antwortete zu London auf die erste Frage: Die in Spanien eingetretenen Umstaͤnde seyen nicht zureichend, einen Casum foederis (Fall, wo Unterstuͤtzung Bundespflicht ist)

nommen werden, und wenn sie in denselben ausgezeichnete Fort⸗ schritte in den Wissenschaften und Kuͤnsten gemacht und Attestate

zu constituiren; auf die zweite: sie waͤre durch die Erwiederung auf die erste abgethan; auf die dritte: wenn Frankreich jemals

wegen der Grundseaͤtze seiner Regierung und der Natur seiner In⸗ stitutionen angegriffen werden sollte, moͤchte es auf Bundeshuͤlfe von Seiten Englands zaͤhlen; wenn aber Frankreich angegriffen wuͤrde um einer besonderen Thatsache willen, die als Herausfor⸗ derung von seiner Seite gelten koͤnnte wie etwa die Inter⸗ vention in Spanien unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden als⸗ dann wuͤrden die Grundsaͤtze der Englischen Regierung nicht we⸗ niger als die Ruͤcksichten auf die in der Nation vorherrschende Meinung es dem Kabinet zum Gesetz machen, keinen Theil an dem Kriege zu nehmen. In diese Form hat England den Rath gekleidet, den es uns geben will, daß wir naͤmlich nicht allzu tollkuͤhn auf Abenteuer ausgehen sollen. Es kommt hinzu, daß Lord Melbourne sich uͤber unsere Anspruͤche auf Off⸗ und Defensiv-Allianz mit England sehr kurz geaͤußert haben soll, so daß man sich nun nicht laͤnger uͤber den Werth des Buͤndnisses mit England, dem wir so große Opfer der Demuͤthigung gebracht haben, taͤuschen kann. Die Spanische Complication war der Probierstein; wir wissen jetzt, welchen Gehaltes die Allianz ist, worauf sich die Doktrin so viel einbildet. Wohin sich auch die Juli⸗Revolution wende, uͤberall sieht sie nur erklaͤrte Feinde oder zweifelhafte Freunde.“ b

In einem hiesigen Blatte liest man: „Man versichert, daß dasjenige Bataillon der Fremden⸗Legion, welches aus Spa⸗ nischen Refugié's besteht, sich weigere, nach Spanien zu gehen. Man scheint sich uͤbrigens nicht sehr damit zu beeilen, Transport⸗ Schiffe nach Algier und Oran zu schicken, um die Fremden⸗ Legion abzuholen. Herr Thiers, der bekanntlich ein Anhaͤnger der direkten Intervention ist, hatte sich sehr beeilt, Befehle nach Toulon zu geben, um die Absendung von Transport⸗Schiffen zu beschleunigen, 1 weil er hoffte, daß diese indirekte Intervention doch am Ende zu einer direkten fuͤhren koͤnnte. Zwei Tage spaͤter aber wurde er durch den Koͤnig selbst genoͤthigt, Gegenbefehle zu ertheilen, woran, wie man glaubt, die Reclamationen einiger fremden Maͤchte Schuld sind. Jetzt unterhandelt man mit verschiedenen Gesandten, die gegen die Absendung der Fremden⸗Legion mit der dreifarbigen Fahne protestirt haben, und will ihnen beweisen, daß diese Maßregel durchaus nicht als eine direkte Intervention be⸗ trachtet werden koͤnne. Man wird vielleicht noch viel Zeit mit den Unterhandlungen verlieren, und mittlerweile machen die Kar⸗ listen immer mehr Fortschritte, waͤhrend die Armee der Koͤnigin auf eine furchtbare Weise demoralisirt wird.“

Auch das legitimistische Blatt la France bezeichnet die Ver⸗ wundung Zumalacarreguv's als durchaus unerheblich. „Wir er⸗

selbst die Nachricht, daß Zumalacarreguy in der That am Schen⸗ kel verwundet worden ist, jedoch so leicht, daß er nicht einen Augenblick das Kommando niedergelegt hat, vielmehr die Be⸗ lagerung von Bilbao um so hartnaͤckiger fortsetzt. Wir verbuͤr⸗ gen uns fuͤr diese Nachricht, trotz der widersprechenden Version des Telegraphen.“

In Bezug auf den (gestern unter Madrid gegebenen) Bericht der „Revista? uͤber die in der Hauptstadt Spaniens stattgefun⸗ denen Verhaftungen, sagt die Auotidienne: „Wir wissen nicht, wieviel Wahres an dieser Meldung der Revista ist; offen⸗ bar aber uͤbertreibt sie die Thatsachen. Gewiß wird die Partei der Ordnung und des Rechtes sich nicht mit solchen Angriffen auf das Eigenthum, das auch eine Legitimitaͤt ist, besudeln. Wenn man uns um unsere Meinung uͤber die angefuͤhrten That⸗ sachen befruͤge, so wuͤrden wir uns dahin aussprechen, daß die Spanische Regierung vielleicht auf diese Weise die revolutionnai⸗ ren Leidenschaften aufzuregen hofft; dies waͤre indeß ein so ge⸗ faͤhrliches Spiel, daß wir an die Fortsetzung desselben nicht glau⸗ ben koͤnnen., Marie Christine mag es wohl bedenken: jene we⸗ nigen Zeilen der Revista koͤnnten leicht das Vorspiel zu einem neuen 2. September werden. Wir schmeicheln uns jedoch, daß das gute Gluͤck des Don Carlos aͤhnlichen Katastrophen vorbeu⸗ Fe gg Spanien vor den ihm drohenden Unfaͤllen bewahren werde.

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 24. Juni. Auf den Antrag Lord Melbourne’s wurde die Kommission zur Untersuchung der Frage, wie es ins⸗ kuͤnftige mit den Aemtern der Parlaments⸗Registratoren zu hal⸗ ten sey, von neuem ernannt. Der Premier⸗Minister beantragte sodann eine Danksagung an den bisherigen Registrator, jetzigen Grafen von Devon, bei welcher Gelegenheit der Herzog von Wellington und die Lords Lyndhurst und Brougham dem Grafen viele Komplimente uͤber seine ausgezeichneten Dienstleistun⸗ gen machten.

Unterhaus. Sitzung vom 24. Juni. Herr Schole⸗ field uͤberreichte eine Bittschrift von Birmingham, worin uͤber das jetzige System der Anglikanischen Kirche in Irland Klage gefuͤhrt wurde, und die wieder zu einer kurzen Debatte uͤber den Eid der katholischen Mitglieder des Unterhauses Anlaß gab. Eine von Lord Grimston uͤberreichte Bittschrift aus Berkhampstead klagte uͤber die mißbraͤuchliche Verwendung der fuͤr den Unter⸗ richt ausgesetzten Fonds, indem ein Diener der Kirche, der in Lincolnshire wohnt, ein bedeutendes Gehalt als Schullehrer von Berkhampstead empfaͤngt, obgleich er die Schule des letzteren Orts nie betritt. Die Haupt⸗Diskussion in dieser Sitzung wurde jedoch durch den von Lord Mahon gestellten Antrag auf Vorlegung des auf die Werbungen fuͤr die Madrider Regierung bezuͤglichen Geheime⸗Raths⸗ Befehls veranlaßt. Der Antragsteller gab zwar zu, daß die Akte in Betreff der fremden Werbungen den Koͤniglichen Geheimen⸗ Rath ermaͤchtige, die Bestimmungen derselben zu suspendiren und daß die Minister in dieser Hinsicht die verfassungsmaͤßigen Graͤnzen nicht uͤberschritten haͤtten (hoͤrt, hoͤrt!); er gab zu, daß die Koͤnigin von Spanien Englands Verbuͤndete sey, und daß letzteres sie in Folge von Traktaten und Stipulationen nicht nur als solche ansehen, sondern sich auch freisinnig und freundlich ge⸗ gen sie zeigen, ja, daß es ihr sogar, wenn sie es verlange, Waf⸗ fen und Munitionen liefern muͤsse, wobei er sich uͤbrigens auf eine

Wuͤrdigung der Klugheit und Politik der Quadrupel⸗Allianz nicht

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halten“, sagt dasselbe, „unterm 19ten vom Kriegs⸗Schauplatze 1