brauchst nur zu halten, das heißt: die Theater⸗’ ausgewaͤhlten Schriften“ schon nach Erscheinen der Zeitung. — ersten Baͤndchen fand, so wie der vielseitig geaͤußerte Wir wollen bloß zum Schlusse dem verehrten Le⸗ Wunsch nach einer
ber durch Theorie und Praris zu bilden. Um diesem Zwecke nachzukommen, mußte der Bedarf der Briefschreibekunst in Bezug auf beiderlei Ge⸗ schlecht, so wie auf jedes Alter und jeden Stand ins
ampf-Packetfahrt „zwischen — Lübeck, Swinemünde und Riga,
AI119
L11“ Incek nas9. nag “]
schoͤnen, aber nicht minder wohlfeilen
durch das mit Kaiserl. Russ. Privilegien verschene Dampfschiff: „Alexander Nieolajewitsch,“ Cap. A. J. Aebers. Die Abfahrts-Tage dieses Dampfschiffes sind für dieses Jahr. wie folgt, festgesetzt worden: Von Lübeck nach Swinemünde und Riga d. 6. Mai, den 17. Juni, d. 8. Juli, d. 19. August, d. 27. Mai, d. 29. Jali, d. 9. Septhr., d. 30. Septhbr., präcise 10 Uhr Morgens.
Die Ankunft und Ablahrt von Swinemünde findet
jedesmal einen Tag spüter statt. Preise von Lübeek nach Riga:
Iste Cajůͤte 12 Ducaten, 2te Cajüte 8 Ducaten, 1 Wagen mit 4 Rädern 15 Ducaten, 1 Wagen mit 2 Rädern 8 Ducaten.
Preise von Lübeck nach Swinemünde:
Iste Cajüte 6 Ducaten, 2ie Cojüte 4 Ducaten.
Die Rebkenden haben die Bequemlichkeit von Stadt zur Stadt gebracht zu werden. Für leichte Güter is! die Fracht nach Riga: 1) ½ Rb. Be. Billis., 2) für schwere Güter 2 Rb. Beo. p. 100 Pfd. alles mit 10 pCt. Caplacken.
Nühere Nachricht ertheilt in Lübeck
D. G. Witte.
Literarische Anzeigen. Saphirs Praͤnumerations⸗Ankuͤndigung 1 der Wiener allgemeinen Theater⸗Zeitung und Originalblatt fuͤr Kunst, Literatur, Musik, Mode und geselliges Leben. 92 Acht und zwanzigster Jahrgang. Zweite Haͤlfte, JZuli bis Ende Dezember 1835. 8 „Alles wiederholt sich nur im Leben, Ewig jung ist nur die Phantaste!“ Wenn sich Alles wiederholt, warum sollte sich eine Praͤnumexrations⸗Ankuͤndigung nicht wiederho⸗ len? Eine Praͤnumerations⸗Ankuͤndigung bleibt ewig jung, denn eine Praͤnumerations⸗Ankuͤndigung ist die
ser süigen, was wir versprechen koͤnnten, wenn wir wollten, und was wir halten wollten, wenn wir koͤnnten; zum Beispiel: — —
Jedoch nein, da wir nicht „zum Beispiel“ die⸗ nen wollen, so wollen wir es dieses Mal bei dem Androhen des Versprechens bewenden lassen, und machen blos auf die Leistungen der Theater⸗ Zeitung bis jetzt aufmerksam und auf die ausgezeich⸗ neten Mitarbeiter, die sie besitzt. Zugleich machen wir noch auf die Schnelligkeit unserer Mittheilung uͤber Theater, Kunst, Literatur u. s. w. aufmerksam, eine Schnelligkeit, die fast die Schnelligkeit unserer verehrten Praͤnumeranten noch uͤbertrifft! Unsere Correspondenz von allen bedeutenden Punkten ist auch kein unbedeutender Punkt. Theil des Blattes haben wir die Herren Castelli, Langer, — hier erroͤthe ich ein wenig — Saphir u. a. m. — ich bitte zu lesen: „und andere Meh⸗
— gewonnen. Die Modenbilder, die wunderschoͤnen, theatrali⸗
rylographischen Beigaben erfreuen sich eines stets ge⸗ steigerten Beifalls, ein Beifall, dessen Steigerung uns sehr hoch kommt, mit einem Worte, wir sparen
befriedigter Leser allein macht noch keinen be⸗ friedigten Redacteur; aus dem befriedigten Leser muß auch ein befriedigter Praͤnumerant werden. Wenn es der verehrliche Praͤnumerant dem verehrli⸗ chen Leser nicht wieder sagen will, so wollen wir ihm gestehen, daß uns im Grunde ein unbefrie⸗ digter Praͤnumerant lieber ist, als zwei befrie⸗ digte Leser. Darum wuͤnschen wir im Grunde nicht sowohl, daß der Praͤnumerant der Theater⸗ Zeitung auch die Theater⸗Zeitung lese, als wir viel⸗ mehr wuͤnschen, daß der Leser der Theater⸗Zeitung auf die Theater⸗Zeitung praͤnumerire.
Wir kommen also wieder auf die interessante No⸗ vitaͤt des Praͤnumerirens zuruͤck, und zwar nicht so⸗ wohl zum Besten der Leser, als zum Besten der Re⸗ daction. Dieses aufrichtige Gestaͤndniß allein ist werth, daß man praͤnumerire!
Also, ohne Furcht, mein geliebter Praͤnumerant,
Phantasie, die schoͤnste Phantasie des Redacteurs: eine Phantasie, die er vom Blatte wegspielt, und zwar à quatre maius, denn er spielt in der Phantasie dabei auch noch mit den beiden Haͤnden der Praͤ⸗ numeranten!
Es giebt nichts Einladenderes auf der We als einen Redacteur! Zweimal im Jahre laͤßt er seine Einladung ergeben, nicht eben an Diesen und Jenen, an Einzelne; nein, an die ganze Menschheit, an das Universum, an die belebte und unbeledte Natur, wenn sie nur Geld hat zu praͤnumeriren!—
Es giebt zwei selige Empfindungen im irdischen Leben: Praͤnumeranten zu haben, und Praͤ⸗ numerant zu seyn; welche Empfindung von bei⸗
„nur naͤher, nuͤr ganz nahe!“ fortan soll uns nichts mehr trennen, „Arm in Arm mit dir, so fordere ich mein Jahrhundert in die Schranken!“
Nun noch eine Kleinigkeit fuͤr unvorhergesehene
Welt, Faͤlle: Man praͤnumerirt bei den loͤbl. Post⸗Aemtern
0
des In⸗ und Auslandes, vorzuͤglich in Berlin, Achen, Koͤnigsberg, Breslau u. s. w und im ganzen Koͤnigl. Preuß. Staate, bei welchen jedoch bis zur Oesterr. Graͤnze mit freier Zusendung die Theater⸗Zeitung halbjaͤhrig 12 Fl. C.⸗M. kostet; ferner in allen soli⸗ den Buchhandlungen Deutschlands, oder im Bureau der Theater⸗Zeitung, Wien, Wollzeil, Nr. 780, im 2ten Stock.
den die suͤßere ist, kann nur der entscheiden, welcher es weis, ob es fuͤßer ist, selbst zu lieben oder geliebt zu werden. g 8
Es ist eine unbegreifliche Erfindung — das Praͤ⸗ numeriren! Der Mensch legt 10 Fl. C.⸗M. nieder, und bekommt dafuͤr sechs Monate lang oder viel⸗ mehr, alle Woche fuͤnfmal Gelegenheit, sich zu freuen, oder, was noch erbaulicher, zu bereuen. Freilich ist der Augenblick schmerzlich, in welchem man 10 Fl. C.⸗M. hingibt, allein,
Kurz ist der Schmerz und ewig ist die Freude! Es rouliren viele schoͤne Bonmots durch das Weltall, das classischste Bonmot ist das: Praͤnu⸗
merirt! Aber zu einem classischen Bonmot gehdͤ⸗ ren elassische Hoͤxer, und diese giebt es nur unter 1* Cian der Praͤnumeranten; das sind die wahren Classiker!
Der verehrliche Leser, der den Eingang dieser Ein⸗ ladung gelesen hat, glaubt nun wahrscheinlich fuͤr gewiß, nach diesem Vorberichte wird die Redaction dieser Blätter kommen, und wird zur Praͤnumeration auf die Theater⸗Zeitung einladen, denn wir kennen den verehrlichen Leser, als ob wir den verehrlichen Leser gelesen haͤtten; und warum sollten wir dem verehrlichen Leser die Freude nicht goͤnnen, uns er⸗ rathen zu haben? Also blos deßhalb, um dem ver⸗ ehrlichen Leser diese Freude zu goͤnnen — fuͤr welche Freude gar keine Praͤnumeration angenommen wird — kommt die Kedartion dieser Blaͤtter, und ladet zur Praͤnumeration auf die Theater⸗Zeitung ein.
Es ist vielleicht nicht zum erstenmale, verehrlicher Leser, daß du diese Toͤne aus unserm Munde gehoͤrt bast, und wenn uns unser zartes Gedaͤchtniß nicht truͤgt, so hat die keusche Luna kaum sechsmal die bleiche Wange gewechselt, als du eben diese Toͤne von uns hörtest, und wahrscheinlich wiest du, bevor die keusche Luna noch sechsmal die bleiche Wange gewechselt hat, wiederum eben diese Toͤne von uns hoͤren; allein das ist es jg eben, was uns diesen unwiderstehlichen Reiz verleiht, diese eiserne Consequenz, diese liebenswuüͤr⸗ dige Ausdauer, diese Beharrlichkeit, mit welcher wir das Wohl der Menschen ihnen auf dieselve Weise stets unermuͤdet anbieten. 1enn,
„Guten Morgen!“ das kann man alle Tage sa⸗ gen, und Niemand wird sagen: Der hat schon gestern „guten Morgen“ gesagt; gutes Brot kann man alle Tage essen; essen kann man, wie wir aus Buͤchern hoͤren, oft dreimal im Tage; und wenn man die Voͤgel jeden Fruͤhling hoͤren kann, warum soll man einen Redaecteur nicht zweimal im Jahre hoͤren kön⸗
Die Redaction der Wiener allgemeinen Theater⸗Zeitung.
Den verehrlichen Zeitungsfreunden im Koͤnigl. Preuß. Staate diene Folgendes zur hesonderen Nach⸗ richt. Da viele den heurigen ersten halben Jahrgang der Wiener Theater⸗Zeitung zu besitzen wuͤn⸗ schen, so wird ihnen folgende Proposition geboten. Sie praͤnumeriren naͤmlich auf ein ganzes Jahr mit 24 Fl. C.⸗M., entweder vom 1. Jaͤnner vdis Ende Dezember 1835 oder vom 1. Juli 1825 bis Ende Juni 1826. Im ersteren Falle werden dem Abonnenten alle, seit Entstehung der theatralischen Costume⸗Bil⸗ der (vom Jahre 1833 bis Ende 1835) erschienenen und noch erscheinenden wirklich meisterhaften, groͤß⸗ tentheils in Stahl gestochenen und fein colorirten Portraite und Darstellungen der groͤßten deut⸗ schen Buͤhnenkuͤnstler in ganzer Figur (in Groß⸗ Quart auf franzoͤsischem Velinpapier abgedruckt) gratis und portofrei zugemittelt, oder im zwei⸗ ten Falle bei einer Praͤnumeration vom 1. Juli 1835 bis Ende Juni 1836 wird die aus 130 Nummern Text bestehende Haͤlfte des Jahres 1835 der Wiener Theater⸗Zeitung portofrei uͤbermacht. Es muß je⸗ doch der ganzjaͤhrige Praͤnumerations⸗Betrag von 24 Fl. C.⸗M. oder 16 Thlr. Saͤchs. direkte und baar oder in einer Anweisung an das unterzeichnete Bureau, gesendet werden. 1t
Bei dieser Gelegenheit stellt die Redaction der Wiener Theater⸗Zeitung an die verehrlichen Schrift⸗ steller im Koͤnigl. Preußischen Staate eine besondere Bitte. Wohl ist es diesem Journal schon gelungen, bedeutende Verbreitung in Preußen zu ge⸗ winnen: es wuͤnscht jedoch seinen Eingang noch mehr zu befestigen. Sie bietet demnach sechs Dukaten in Gold fuͤr den gedruckten Bogen des Formats ihrer Zeitung fuͤr jeden Beitrag an, der den In⸗ teressen und Wuͤnschen der Bewohner des großen Preuß. Staates angemessen und dabei der Tendenz dieser Zeitung entsprechend ist. Vor⸗ zuͤglich wuͤnscht sie Berichte aus allen bedeuteaden Staͤdten Preußens, Nachrichten uͤber Leben, Litera tur und Kunst, Correspondenz⸗Artikel des Theater, aber nur die wichtigsten Erscheinungen des Theaters betreffend, sodann Inserate uͤber Tages⸗ Ereignisse und wichtige Begebenheiten, kurz, Bei⸗ traͤge, welche dem geistvollen Preußen Antheil und Wuͤrdigung abzugewinnen vermoͤgen. Doch ist auch jede andere werthvolle Mitthetlung der Redaction willköommen. Sie bezahlt fuͤr jede gut geschriebene Original⸗Erzaͤhlung, fuͤr jede interessante No⸗
nen? Ist denn ein Redacteur nicht auch ein Vogel? Ein Vogel, der sich jaͤhrlich um die Pranumerarions⸗ zeir zweimal mauset, um welche Zeit ihm Federn aus⸗ fallen, oder ihm neue Federn wachsen, wie's eben
imt. 5' verehrlichen Leser werden uns also entschul⸗ digen, daß wir sie wieder zur Praͤnumeration einla⸗ den, dafuͤr werden wir den verehrlichen Leser auch entschuldigen, wenn er praͤnumerirt; dazu ist man ja auf der Welt, um sch gegenseitige Schwaͤchen zu vergeben. Die Schwaͤche aber, unsern Praͤnumeran⸗ ten zu vergeben, ist unsere Staͤrke.
Was wir Alles in den naͤchsten sechs Monaten leisten werden, kannst du, verehrlicher Leser, freilich nicht wissen, denn wir wissen es selbst noch nicht, und das ist fuͤr uns deide ein Gluͤck, denn „das Wissen ist der Tod!“ Daß wir es aber noch nicht wissen, ist uns sehr lieb, denn desto eher konnen wir nun dem Leser Außerordentliches versprechen. Wir versprechen aber gar nichts, hoͤchstens wollen wir ver⸗ sprechen, kuͤnftig nichts mehr zu versprechen; wir wollen aber nicht versvprechen, daß wir das Verespre⸗ chen halten werden. Da bist du, verehrter Leser, besser daran, du brauchst nichts zu versprechen, du
velle, fuͤr jeden pikanten humoristischen Auf⸗ satz dasselve Honorar und noch mehr (schl eßt aber lyrische Beitraͤge aus) und berichtigt ihre Honorare immer baar, jedes nal nach dem Abdruck eines Bei⸗ trages, der Perfaner mag nur bestimmen, auf wel⸗ chem Wege ihm der Ehrensold zukommen soll. Hin⸗ sichtlich der Zusendung werden alle groͤßere Beitraͤge durch Buchhaͤndler⸗Gelegenheit erbeten, Correspon⸗ denz Artikel durch die Briefpost.
Buͤreau der Wiener Theater⸗Zeitung. b(bßwWien, Wollzeile Nr. 780.)
2 —,——ö— n“ heaa
In der Stuhr’schen Buchhandlung zu Berlin, Schloßplatz Nr. 2, wird Subseription angenommen auf eine schoͤne Octav⸗Ausgabe von VICTOR I1U GO's
klassischen Werken in sechs Baͤnden, Velinpapier. Mit dem in Stahl gestochenen Portrait des Verfassers
Suhscript.⸗Preis 1Fl. 12 Kr., 22; sgr. pr. Band. unsere
Fuͤr den humoristischen!
rere,“ aber nicht etwa: „und alte Manuscripte“
schen, praͤchtig illuminirten Costume, Bilder und
keine Kosten, um die Leser zu befriedigen, jedoch ein I. 6 1 sir. p gom⸗ 1 nirenden Paragraphen — nach der Zeitfolge geordnet
Detav⸗Ausgabe, bestimmte uns, bei Gelegenheit eines bereits noͤthig gewordenen zweiten Abdruckes unserer Taschen⸗ Ausgabe, unter dem Titel: Victor Hugo's klassische Werke, teutsch bearbeitet von Friedrich Seybold Mit dem in Stahl gestochenen Portrait des Verfassers. auch eine Detav⸗Ausgabe nach Art von Schil⸗ lers Werken, in 6 Baͤnden, Velinpapier, mit ganz neuen Lettern das Ganze in 12 Halbbaͤnden von je 12 bis 15 Bogen à 36 Kr., 9 Gr. oder 11¼ Silbergroschen, erscheinen zu lassen. Rieger & Comp. in Stuttgart. Einladung zur Subscription. V Allgemeine Criminal⸗Ordnung fuͤr die Preußischen Staaten, mit den zur Zeit noch anwendbaren, vor und seit der Gesetzeskraft der Criminal⸗-Ordnung bis zum Jahre 1834 incl. erschienenen, hinter jedem concer⸗
— woͤrtlich abgedruckten, denselben ergaͤnzenden, abaͤndernden oder erlaͤutern⸗ den Gesetzen, Verordnungen u. Reseripten. Rebst einer schematisch zusammengestellten Ueberstcht der Marginalien und einem vollstaͤndigen Register.
Herausgegeben von C. Paul.
2 Bde. gr. 8vo. Subsecriptions⸗Preis 2 ¾ Thlr. Cour.
Unter den neueren Bearbeitungen des Preuß. Rechts zeichnet sich die gegenwaͤrtige durch moͤg⸗ lichste Vollstaͤndigkeit in vorzuͤglichem Grade aus. Die ausfuͤhrliche Ankuͤndigung, welche sich uͤber den Plan dieses Werkes speciell ausspricht und zugleich eine Druckprobe enthaͤlt, wied in allen Buchhandlungen der Preuß. Staaten gratis ausge⸗ geben. Der iste Band erscheint binnen 3 Wochen. Indem ich zu geneigter Subseription auf dieses in seiner Art vollstaändigste und fuͤr jeden Juristen, ins⸗ besondere fuͤr den praktischen Eriminalisten hoͤchst brauchbare Werk ergebenst einlade, bemerke ich, daß jede solide Suchhandlung (namentlich E. S Mitt⸗ ler in Berlin, Stechbahn Nr. 3) Bestellungen darauf annimmt.
Quedlinburg, im Juni 1835. Gottf
PIvv 11 9.
Folgende Werke des Herrn Obersten von Sche⸗
peler sind auf unbestimmte Zeit im Preise herab⸗ gesetzt:
Geschichte der Spanischen Monarchie von 1810 bis 1823. Erster Theil von 1810 bis 1813. Worin die Geschichte der außerordentlichen Cor⸗ tes und Uebersicht der Kriegsbegebenheiten in der Halbinsel. gr. 8vo. Geh. 1829. Fruͤhe⸗ rer Preis 3 Thlr. 20 sgr. Herabgesetzt auf 2Thlr.
Desselben Werkes 2r Band. Nebst Verbesserungen des ersten Bandes, auch des Werkes der Revo⸗ lution Spaniens ꝛc. Von 1813 bis 1814. Worin die Geschichte der gewoͤhnlichen Cortes, Ueber⸗
Die ungewoͤhnliche Theilnahme, welche e wohlfeile Taschen⸗Ausgahe von „Vietor Hugo's
sicht der Kriegsbegebenheiten in der Halbinsel, und Umsturz der Constitution 1814. Geh. 1830. Fruͤherer Preis 2 Thlr. 5 sgr., herahgesetzt auf 1 Thlr. 10 sgr.
Beitraͤge zu der Geschichte Spaniens; enthaltend:
Maler; Dokumente, betreffend Karl V., Phi⸗ livp II., Don Sebastian von Portugal, den In⸗ fanten Don Karlos, Don Juan von Oesterreich, den Herzog Alba, die unuͤberwindliche Flotte ꝛc ꝛc. gr. 8vo. Geh. 1828. Fruͤherer Pr. 2 Thlr. Herabgesetzt auf 1 Thlr.
Ideen und Notizen uͤber Kuͤnste und Spanische; die meisterhafte
Auge gefaßt, und die darnach entworfene Theorie durch Beispiele aus allen Gattungen von Sendschrei⸗ ben erlaͤutert werden. Man findet daher hier die mannigfaltigen Interessen des schoͤnen Geschlechts,
welche dasselbe zum Briefschreiben zu veranlassen
pflegen, chen so wenig vernachlaͤssigt, als die Veran⸗ lassungen, welche den Gewerbsmann, Kuͤnstler, Oe⸗ konom, den Familienvater und gut geartete Soͤhne und Toͤchter, ja selbst den Staats⸗Beamten in den
Fall bringen konnen, daß er den Ausdruck seiner gedruckt, zu veranstalten, und Ideen nach guten Mustern zu formen wuͤnsche. Die⸗
sem Wunsche wird hier auf jede moͤgliche Art ent⸗ sprochen.
Jede der achtzehn streng charakterisirten Rubriken beginnt mit einer faßlichen Belehrung uͤber den ei-⸗ genthuͤmlichen Ton, welchen diese oder jene Brief⸗-⸗
gattung erfordert und uͤber die dabet zu beruͤcksichti⸗ genden Verhaͤltnisse ssowohl des Schreibers als des Empfaͤngers, und setzt diese Theorie mit ihrer prak⸗
stischen Anwendung auf eine gan; neue Art in Ver-: bindung, indem dei jeder Rubrik den vollstaͤndigen
Briefmustern eine (zuweilen 50 und 100 Nummern uͤberschreitende) Beispiel⸗Sammlung von Eingangs⸗
und Schlußformen der betreffenden Sendschreiben
vorangeschickt wird. Diese Eingangsformen werden sich als das beste Huͤlfsmittel, den oft im Geiste schlummernden Ideen eine bestimmte Richtung des Ausdrucks zu geben, kund thun, so wie die reiche Auswahl von Schlußformen den Schreiber der Ver⸗
koͤmmlichkeiten zu verstoßen, uͤberhebt. In Folge dieser Vorzuͤge hoffen wir, daß dieses
ziehung und dem Unterrichte im deutschen Style ab⸗ geben soll, zumal die Reghae hc eine gedraͤngte deutsche Sprachlehre und ein Fremdwoͤrterbuch enthaͤlt, und der Verfasser in der Schriftstellerwelt sich schon lange den Ruhm eines ausgezeichneten Stylisten erwor⸗
Ruͤcksichtlicher der einzelnen Abschnitte des zweiten Theils — des Haus⸗Secretaͤrs erwaͤhnen wir bloß, daß auch hier wieder G und Beispiele Hand in Hand gehen: die Musterbeispiele aber den besten Quellen, als Handlungs⸗Comptoiren, Ar⸗ chiven ꝛc. ꝛc. entnommen sind, und darum das Ge⸗ praͤge der Wahrheit des Anlasses an sich tragen; da aber, wo der Gegenstand zur Streitsache werden mag, die Grenze streng bezeichnen, bis zu welcher der Private sich selbst vertreten kann oder seine An⸗ gelegenheit beglaubigten Agenten uͤbergeben muß.
—,— —.
In der unterzeichneten, wie in allen guten Buch⸗ handlungen Preußens ist zu haben:
Das Eisenbahn⸗Journal und National⸗ Magazin
fuͤr die Fortschritte im Handel, Gewerbe und Acker⸗
bau, fuͤr National⸗Unternehmungen und oͤffentliche
Anstalten, fuͤr statistische Nachrichten und neue Ent⸗
deckungen jeder Art und fuͤr interessante Erscheinun⸗
gen in der Literatur und Praxis der National⸗ Oekonomie uͤberhaupt. Herausgegeben von Fr. List,
Consul der vereinigten Staaten fuͤr das Koͤnigreich Sachsen.
Altona und Leipzig, Expedition des Eisenbahn⸗Jour⸗ nals (Hammerich’sche Verlagshandlung). Preis 1 Thlr. 10 sgr. fuͤr 20 Nummern.
Die große Theilnahme, welche die von diesem Journal behandelten Gegenstaͤnde im Publikum fin⸗ den und mit jedem Tage mehr finden werden, und 8 Weise, womit der Hr. Herausgeber sie behandelt, machen jede Anpreisung desselben uͤber⸗ fluͤfsfig. Wie bemerken nur, daß in den ersten Num⸗ mern gruͤndliche Vorschlaͤge zur Herstellung eines Preußischen Eisenbahn⸗System enthalten sind.
Auch ein Wort uͤber Friedrich's 1I. und Friedrich Wilhelm's II. Politik in Polens Unfaͤllen, oder Bemerkungen uͤber Polens Untergang von Hrn. v. Raumer. 8vo. Geh. 1833. Fruͤherer Preis 15 sgr. Herabgesetzt auf 10 sgr.
Die Nonne⸗Faͤhnrich, oder Geschichte der Donna Catalina de Erauso, von ihr selbst geschrieben. Ins Deutsche uͤbersetzt vom Obersten von Sche⸗ peler. Mit dem Bildnisse der Donna Catalina Svo. Geh 1829 Fruͤherer Preis 1 Thlr. 10 sgr. Herabgesetzt auf 22 ½ sgr.
Segundo, J., neue Gebisse und Methode ein Pferd gut zu zaͤumen. Mit eiunigen Noten her⸗ ausgegeben vom K. P. Obersten von Schepe⸗ ler. Mit 5 Steintafeln. gr. Svo. Geh 1829. Fruͤherer Preis 1 Thlr. 15 sgr. Herabgesetzt auf 20 sgar
Nachtraͤge und Verbesserungen dazu. Vom Ober⸗ sten von Schepeler. Geh. Mit 1 Tafel. 1830. Fruͤherer Preis 10 sgr. Herabgesetzt auf
Duncher und Humblot, Franzoͤs. Str. Nr. 20 . In F. Beck s Universitaͤts⸗Buchhandlung in Wien lin in der Plahn⸗ Jägerstraße Nr. 37,
ist so eben erschienen und in Berlin in der schen Buchhandlung (L. Nitze), zu haben:
1 Darstellung der Fabrikation des Zuckers aus Runkelruͤben, in ihrem gesammten Umfange. Aus Veranlassung der K. K. Landwirthschafts⸗Gesellschaft in Wien,
verfaßt von v Ludwig Angust Krause 8 Mit 4 Kuvpfertafeln. gr 8vo. geh. Preis 1½ Thlr.
3 1 — In allen Buch⸗ und Kunsthandlungen ist zu ha⸗ ben, in Berlin auch bei George Gropius, Schloß⸗ platz Nr 1:
Neue Landschaftschule,
5 sc r
Sämöntliche Werke sind durch alle Buchhandlun⸗
gen Deutschlands von nun an zu diesen Preisen zu
haben.
Aachen, im April 1835. 8 J. A. Mayer Bestellungen nehmen wir darauf an.
Nicolaische Buchhandlung in Berlin, Bruͤderstraße Nr. 13. b
Bei C. H. Jonas in Berlin, am alten Packhof Nr. 8 (unweit der Schleusenbruͤcke) und in allen Buchhandlungen Deutschlands ist neu zu haben:
Allgemeiner deutscher Muster⸗Briefsteller fuͤr die verschiedenen gesellschaftlichen Verhaͤltnisse, und Haus⸗Sekretaͤr fuͤr das Privat⸗ Geschaͤftsleben, und alle jene Faͤlle, wo man ohne Dazwischenkunft beglaubigter Agenten mit Staats⸗Behoͤrden schrift⸗ lich verkehren, rechtsguͤltige Privat⸗Urkunden ferti⸗ gen und in Streitsachen sich selbst vertreten kann Rebst einem Abriß der Buchhaltungswissen⸗ schaft, vergleichenden Muͤnz⸗, Maß⸗ und Ge⸗
wichtstabellen und der noͤthigsten Auskunft uͤber
Postgegenstaͤnde.
Von Georg von Gaal. 1835. Bei Reich ard in Guͤns. (62 Bo⸗
gen stark) 2 Thlr. 15 sgr.
Dieser Briefsteller unterscheidet sich von aͤhnlichen Buͤchern dieses Titels dadurch, daß er sich zum Ziele gesetzt hat — statt blinden Nachschreibern als noth⸗ duͤrftige Kruͤcke zu dienen — gute Briefschrei⸗
gr. S8vo.
oder Vorlegeblaͤtter in Aquatinta oder Tuschmanier auf Stahl, zur Uebung des Pinselvortrags in der Lanbschaft. Erstes und Zweites Heft, 26 Vorlagen auf 4 große Folioblaͤtter. Subscriptionspreis 1 Thlr Da in jeder Buch- und Kunsthandlung Exemplare dieses Werkes vorliegen, so unterlaͤßt die Verlags⸗ handlung jede Anpreisung und bittet nur die Herren Lehrer und Vorsteher aller Erziehungsanstalten das⸗ selbe zur Ansicht und eigenen Pruͤfung zu nehmen, um den hohen Werth dieses Werkes kennen zu lernen.
Die Buch⸗ und Kunsthandlung von
Conr. Glaser, zu Schleusingen.
* Bei G. Reimer, Wilhelmstraße Nr. schienen: Burmeister., IHI., zoologischer Handatlas lste Liect, enthaltend 6 Tafeln nebst erklärendem Text, schwarz 1 Thlr., illuminirt 1 Thlr. 20 sge Demosthenis Philippicace. In usum chgsermn tertium edidit J. Bael- kerus. Edit. stereot 10 sgr. Fein pap. 15 sgr. 1 Shö 8. Taschenbuch fuͤr ker, enthaltend: Beitraͤge zur Kunstfeuer i. Ein Versuch diese Kunst’ in nftfs he schaftlich begruͤndetes System zu bringen Mit a Steintafeln 222½ sgr. WIIIͤö GO. Längenprofil durch die Wien bis Chambery, schwarz illuminirt 1 Thlr. 20 sgr. Grimm, J. L., Oestliche und kugel in 8 Blättern. 5 Thlr.
ist er
—„ 437
Kunstfeuerwer⸗
Alpen von 1 Thlr. 5 sgr.,
westliche Halb-
legenheit, gegen gewisse dabei zu beohachtende Her-⸗
Werk auch ein vortreffliches Huͤlfsbuch bei der Er⸗
geht die Graͤnze den Fluß Kutschuk⸗Karaßu
nach Tscherkask fuͤhrenden
3“
“
Eo11“ A.
9 br. Sxe
. Ner 49½ van Antane
—,
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Kaufmann Samuel Scholtz zu Breslau den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen geruht.
Der bei dem Land- und Stadtgerichte zu Worbis angestellte Justiz⸗Kommissarius Reinhold ist zugleich zum Notarius in dem Departement des Koͤnigl. Ober⸗Landesgerichts zu Halber⸗ stadt ernannt worden.
Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und Kom⸗ mandant von Stralsund, von Borstell, nach Stralsund.
8
chte
Rußland.
St. Petersburg, 27. Juni. Des Kaisers Majestaͤt ha⸗ ben den Prinzen Friedrich der Niederlande Koͤnigl. Hoheit zum Chef des Rostowschen Grenadier⸗Regiments ernannt, welches von nun an den Namen „Grenadier⸗Regiment des Prinzen Friedrich der Niederlande“ fuͤhren soll.
Einem Allerhoͤchsten Befehle zufolge, sollen die im vorige Jahre fuͤr die Ferienzeit und Beurlaubung der Mitglieder 8 Senats getroffenen Anordnungen auch im gegenwaͤrtigen Jahre fuͤr die in den St. Petersburgischen und Moskauischen Depar⸗ tements des dirigirenden Senats Sitz nehmenden Senatoren in Kraft treten und die beiden allgemeinen Versammlungen des St.
Petersburgischen Departements zu Einer Sitzung vereinigt wer⸗
den. Die temporaire allgemeine Versammlung des Senats aber. soll, wegen der geringen Zahl der in derselben zu verhandelnden Sachen, fuͤr die Ferienzeit gaͤnzlich geschlossen werden.
Se. Kaiserl. Majestaͤt haben in Bezug auf das (in Nr. 181 der St. Ztg. mitgetheilte) neue Reglement hinsichtlich der buͤr⸗ gerlichen Verhaͤltnisse der Israeliten den nachstehenden Ukas an den dirigirenden Senat erlassen: „Im Interesse der israelitischen Bewohner Rußlands wurde im Jahre 1803 ein besonderes Re⸗ lement fuͤr ihre buͤrgerliche Organisation erlassen. Aber zu der Zeit, wo es in Ausfuͤhrung kam, erhoben sich lokale Schwierig⸗ keiten, die von Anfang an die Nothwendigkeit zeigten, daß einige Modificationen eintreten. Diese Schwierigkeiten, so wie die Um⸗ staͤnde und anderweitige Beouͤrfnisse gaben zu einer Menge ein⸗ zelner Verordnungen in Ruͤcksicht auf den Zustand der Israeliten Veranlassung. Die verschiedenen Prinzipien, auf welche diese Verordnungen gegruͤndet waren, und die Schwierigkeiten, die sich ihrer Ausfuͤhrung entgegenstellten, ließen die Nothwendigkeit erkennen, ein Comité zu bilden, welches alle in Betreff der Israe⸗ liten bestehenden Reglements pruͤfen und mit den durch die Er⸗ fahrung bewaͤhrten Beobachtungen zusammenstellen sollte, um so⸗ dann ein allgemeines Reglement zu entwerfen, das alle ihre Rechte und Pflichten, so weit dieselben ihre Person und ihr Ei⸗ genthum betreffen, umfaßt, bei dessen Entwerfung aber zugleich diejeni⸗ gen Ausnahmen von der allgemeinen Gesetzgebung im Auge behalten
werden muͤßten, welche durch die Religion der Israeliten, ihre
Lebensart und die von ihnen bewohnten Gegenden unerlaͤßlich ge⸗ macht werden. Dieses Reglement sollte hauptsaͤchlich mit dazu dienen, die Lage der Israeliten nach denjenigen Grundseaͤtzen fest⸗ zustellen, die es ihnen moͤglich machen, sich durch Landbau und Gewerbe ihren Unterhalt zu erwerben und allmaͤlig den Unterricht der Jugend zu vervollkommnen, wodurch ihnen jede Gelegenheit, sich dem Muͤßiggange oder ungesetzlichen Erwerbs⸗Zweigen zu er⸗ geben, geraubt wird. Wir legen dem dirigirenden Senat den nach diesen Grundsaͤtzen von dem Spezial⸗Comité angefertigten Reglements⸗Entwurf vor, der, nachdem er im Staats⸗Rathe ge⸗
.pruͤft, Unsere Genehmigung erhalten hat, und Wir befehlen dem
Senat, die geeigneten Anordnungen zu treffen, um ihn in Aus⸗ fuͤhrung zu bringen.“
Se. Majestaͤt der Kaiser haben die vom Meß⸗Departement des dirigirenden Senats getroffene Anordnung, wegen Feststellung
der Graͤnze zwischen dem flachen Lande der Krimm und den
Gebirgs⸗Gegenden mit Einschluß der Suͤdkuͤste Tauriens, Aller⸗ hoͤchst zu bestaͤtigen, und die zu diesem Zwecke entworfene Karte zu pruͤfen geruht. Diese Granze, welche gezogen werden muß,
weil nach der Allerhoͤchst bestaͤtigten Meinung des Reichs⸗RNathes
den Gebirgsgegenden andere Rechte zu Theil werden als dem Steppen⸗Lande, durchschneidet die Halbinsel in der Richtung von W. nach O. folgendermaßen: Von der Muͤndung des Bulganak
laͤuft sie diesen Fluß hinauf bis zum Dorfe Kotschmes, und geht
nun bei den Doͤrfern Sodana, Kijat⸗Aktatschi, Karp⸗Kifat, Es⸗ kejdor, Takil, Dshabanak, Tobe⸗Tschokrak und Ssarabus vorbei und folgt dann dem Laufe des Ssalgir⸗Flusses bis zu der Stelle, wo solcher die Suja aufnimmt; geht nun diesen Fluß aufwaͤrts bis zum Dorfe Jukary⸗Kanyschi (Konetschi?) und zieht hin bei den Doͤrfern Kosran (Koj⸗Aran), Kangyl, Tschawlysch und To⸗ hanaj; folgt dann dem Flusse Bijuk⸗Karaßu, bis zur Muͤndung des Fluͤßchens Kutschuk⸗Karaßu bei dem Dorfe Chrußnike; von hier geht di hinauf bis zum Dorfe Munaj, und zieht endlich bei den Doͤrfern, Ssargyl, Jeßenyki, Karabaj, Bachtschieli, Ortaj, Kuletsch, Oj⸗Kuju und Adshikal vorbei bis zur Stadt Theodosia. G
In den hiesigen Zeitungen liest man: „Ein aus 40 Mann bestehender Trupp Tscherkessen, welcher am 20. Oktober 1834 vom jenseitigen Ufer des Kuban gegen den von Stawropol Weg vordrang, faßte, nachdem die ge⸗ gen sie abgeschickten Kosaken sie geschlagen hatten, von diesen ver⸗ folgt, in einem Gehoͤlze in der Naͤhe des Kosaben⸗Dorfes Ka⸗ menojBrod festen Fuß. Da die s durch die Kosaken umring⸗ ten Tscherkessen keine Moͤglichkeit ahen, sich durch die Flucht zu — 6
retten, so stachen sie ihre Pferde nieder, zerbrachen ihre Gewehre, und warfen sich nun mit Dolchen und Saͤbeln verzweifelt auf 12 Verfolger. Als der in Kamenoj⸗Brod wohnende, wegen Wunden und Verlustes der rechten Hand des Dienstes entlassene Gemeine vom Regiment der Chevalier⸗Garde Ihrer Kaiserlichen Majestaͤt Koptew dieses hoͤrte, eilte er mit den Kosaken herbei, und wurde, da er den Zug anfuͤhrte, stark im Gesicht verwundet. — Se. Majestaͤt der Kaiser haben, nachdem uͤber diese Sache berichtet worden, befohlen, daß dem genannten Koptew fuͤr seine Tapferkeit der militairische Orden und eine lebenslaͤngliche Pen⸗ sion ertheilt und außerdem noch im Namen Sr. Majestaͤt des Kaisers sowohl, als auch im Namen Ihrer Majestaäͤt der Kai⸗ serin je 300 Rbl. als Geschenk verliehen und das Betragen des⸗ selben in den oͤffentlichen Blaͤttern bekannt gemacht werde.”) Polen. 958
Warschau, 30. Juni. Die hiesigen Zeitungen melden Folgendes uͤber den diesjaͤhrigen Wollmarkt, der mit dem 15ten d. M. begann und vier Tage dauerte: „Waͤhrend der ganzen Dauer dieses Marktes befanden sich 15,576 Ctr. am Päatz, also mehr als in irgend einem Jahre seit der Einfuͤhrung der Woll⸗ maͤrkte in Warschau. Es folgt daraus, daß seit der Wiederher⸗ stellung der Ruhe und Ordnung im Lande bedeutende Fortschritte in diesem Industrie⸗Zweige gemacht worden sind und daß, indem die hiesigen Maͤrkte immer mehr an Bedeutung gewinnen, sie unfehlbar fuͤr das Ausland große Wichtigkeit erlangen und dem Koͤnigreich diejenigen Vortheile gewaͤhren werden, deren es ver⸗ moͤge der Vorzuͤglichkeit seines Erzeugnisses und bei seiner Lage mit Recht gewaͤrtig seyn kann. Obgleich man gestehen muß, daß sich, was die feinen Sorten betrifft, besonders die Schaͤfereien von Maluschin und Szezypiorna in der Kalischer, von Brzo— zow in der Masowischen und von Grodka in der Podlachischen Wojewodschaft auszeichneten, so sah man dennoch, daß sich im Allgemeinen die Besitzer der Schaͤfereien bemuͤhen, ihr Produkt zu verbessern und es folglich kaͤuflicher zu machen. Es wurde auch saͤmmtliche Wolle verkauft, theils an inlaͤndische Fabrikanten, theils an Englische, Hamburger, Danziger und Breslauer Kauf⸗ leute. Die feinen Sorten wurden sehr gesucht und erhielten bei— nahe den vorjaͤhrigen Preis, die mittleren und ordinairen stan⸗ den etwas niedriger, was indeß auch in diesem Jahre auf allen auslaͤndischen Plaͤtzen der Fall war. Die Preise waren: fuͤr sehr feine Wolle 100 bis 120 Thaler der Centner zu 132 Pfd.; feine 80 bis 90; mittlere 50 bis 60 und ordinaire 30 bis 40 Thaler. Uebrigens kann man im Allgemeinen das Resultat des diesjaͤhri⸗ gen hiesigen Wollmarktes fuͤr befriedigend ansehen.“
Frankreich.
DParis, 27. Juni. Vorgestern Abend ertheilte der Koͤnig in Neuilly dem Herzoge de la Force und dem Marschall Lobau Privat⸗Audienzen. G
Der Constitutionnel bezweifelt es, daß der Baron Pas⸗ quier den Vorsitz in den Audienzen des Pairshofes wieder werde uͤbernehmen koͤnnen, und spricht demnach den Wunsch aus, daß sein Nachfolger mindestens von denselben Gesinnungen der Maͤßigung und Unparteilichkeit, beseelt seyn moͤge, wie er. Man will wissen, daß die Vice⸗Praͤsidenten sich den Vorsitz un⸗ ter einander streitig machten, so ermuͤdend dieses Amt auch ist. Bei der letzten Sitzung des Pairshofes (am 22sten) waren nicht 135, sondern noch 139 Pairs zugegen. — Der Impartial sagt: „Es scheint jetzt beschlossen, daß die Debatten vor dem Pairshofe unter dem Vorsitze des Vice⸗Praͤsidenten Bastard de [Etang fortgesetzt werden sollen, und, was auch das ministerielle Organ sagen mag, man erwartet sehr lebhafte wenn die Angeklagten Lagrange und Reverchon vor die Barre gefuͤhrt werden. Dieser Umstand vermehrt noch das Bedauern uͤber die Abwesenheit des Herrn Pasquier.“ Nachstehendes ist uͤbrigens die gegenwaͤrtige Lage des Prozesses: Die Zahl der Lyoner Angeklagten belaͤuft sich auf 60. Von diesen sind erst 51 verhoͤrt worden, so daß noch 9 zu vernehmen sind. Außer die⸗ sen 9 gehoͤren noch 10 zu den Klassen der Angeklagten von St. Etienne, Grenoble, Marseille, Arbois und Besanson. Im Gan⸗ zen muͤssen also noch 19 Personen sammt den Zeugen verhoͤrt werden, bevor die Plaidoyers der Advokaten beginnen koͤnnen und der Urtheilsspruch erfolgen kann, wobei noch vorausgesetzt wird, daß es die Absicht des Gerichtshofes ise, den Prozeß der Pariser Angeklagten von dem der Lyoner zu trennen.
Im Journal de Paris liest man: „Das System des Widerstandes gegen die Justiz, welches die republikanischen Blaͤt⸗ ter seit einiger Zeit predigen, und dem selbst einige Journale der dynastischen Opposition beigestimmt haben, faͤngt an, auch anderswo als vor dem Pairshofe seine Fruͤchte zu tragen. Seit einigen Tagen haben sich mehrere wegen politischer Vergehen An⸗ geklagte, die vor einen der Instructions⸗Richter des Tribunals erster Instanz gefuͤhrt wurden, geweigert, Rede zu stehen. Der Instructions⸗Richter hat uͤber ihre Weigerung zu antworten ein Protokoll aufgenommen. Ehe acht Tage vergehen, werden sicher⸗ lich die anderen Klassen von Angeklagten dasselbe System versu⸗ chen, besonders diejenigen, fuͤr die es bequemer ist, angeklagt zu bleiben, als sich fuͤr ihre Thaten richten zu lassen. Und ist nicht in der That das Recht fuͤr Alle gleich? Wenn ihnen ein solches Beispiel oͤffentlich gegeben, wenn es ihnen un⸗ ter dem Beifallruf der angeblichen Freunde der Ordnung und der constitutionnellen Monarchie gegeben wird, so muß man ge⸗ stehen, daß sie sehr einfaͤltig seyn muͤßten, wenn sie es nicht be⸗ folgten, besonders wenn die Richter sie jemals auf diesem Wege ermuntern sollten. Zum Gluͤck aber ist dergleichen nicht zu be⸗ fuͤrchten, und welche Beredtsamkeit auch die Prediger der „Re⸗ form“ entwickeln moͤgen, so glauben wir doch nicht, daß sie in diesem Punkte große Fortschritte machen werden.“
Das Journal des Debats enthielt vor einigen Tagen ein Schreiben des Generals Bugeaud, worin derselbe bei Gelegen⸗ heit des jetzt in Spanien wuͤthenden Buͤrgerkrieges die Ueberle⸗ genheit disziplinirter Truppen uͤber insurrectionelle Massen zu beweisen suchte. Dieser eben nicht sehr neue Satz, und zu dessen
Auftritte,
schen Reform anschließen wuͤrde.
London, 26. Juni.
Anwendung noch obenein ein sehr unpassendes Beispiel gewählt wurde, giebt dem National zu folgenden, vor der Be⸗ kanntwerdung der letzten telegraphischen Depesche geschrie⸗ benen Gegen⸗Bemerkungen Anlaß: „Das Journal des Débats wird einraͤumen, daß der Ort, diese neuen und schoͤnen Dinge auszukramen, ziemlich schlecht gewaͤhlt ist. In Spanien ist es gerade die Insurrection, welche siegreich ist; es ist ein Un⸗ bekannter, ein einfacher Offizier, der sich ploͤtzlich zu einer solchen Stufe emporschwingt, daß alle Boͤrsen Europa's, alle Hoͤhlen der Agiotage bei seinem Namen in Bewegung gerathen, und das Buͤlletin uͤber seinen Gesundheits⸗Zustand zum Maßstabe fuͤr das Fallen oder Steigen der Papiere annehmen. Lebt er? Ist er todt? fragt man sich seit acht Tagen mit aͤngstlicher Besorgniß. Wir kennen nicht viele Leute vom Fach, nicht viele Brigade⸗ oder Divisions⸗Generale, selbst nicht viele Marschaͤlle, die jetzt in Eu⸗ ropa dieselbe Wichtigkeit haͤtten, wie der Insurgenten⸗Chef Zumalacarreguu. Man sehe nur die offiziellen Generale der Koͤnigin Christine; man suche sie; wo sind sie? Es waͤre fuͤr sie zu wuͤnschen, daß sie in diesem Kriege niemals genannt worden waͤren. Und doch kommandiren sie regelmaͤßige Truppen, und erhalten Befehle von einer regel⸗ maͤßigen Regierung, welche durch eine Auadrupel⸗Allianz regel⸗ maͤßiger Regierungen unterstuͤtzt wird. Wie geht es zu, daß jene Regierung gezwungen ist, fremde Bajonnette zu Huͤlfe zu rufen? Weshalb reicht ihre National⸗Armee nicht hin? Herr Bugeaud weiß von dem Allen nichts, und giebt sich nicht die Muͤhe, uns daruͤber zu belehren; er kann nicht zwei Gedanken zu gleicher Zeit haben — er hat nur einen, und da er sich daran gewoͤhnt hat, seit vier Jahren bei allen Gelegenheiten unveraͤndert zu wieder holen, daß die Insurrectionen nichts gegen die Macht der regu⸗ lairen Streitkraͤfte einer Regierung vermoͤgen, so weiß er auch jetzt uͤber Spanien nichts Anderes zu sagen, obgleich daselbst die Insurrection siegreich, und die Regierung besiegt ist.“
Der Messager enthaͤlt Folgendes: „Wir haben gestern in mehreren Journalen eine Note gefunden, worin gesagt wird, daß das Haus Ardoin ermaͤchtigt sey, die Cortes⸗Bons gegen die Obligationen der neuen Anleihe umzutauschen, und daß dieser Umtausch unverzuͤglich in den Bureaus des genannnten andlungs⸗ hauses stattfinden werde. Im Interesse der ungluͤcklichen Glaͤubiger Spaniens wuͤnschten wir von den Spanischen Kommissarien u erfahren, warum jene Operation bis jetzt verschoben worden ist, und weshalb die Glaͤubiger noch immer der Ruͤckstaͤnde und Zinsen beraubt bleiben, auf die sie ein Recht haben? Seit dem
[98 9
03
1. Mai d. J. ist ein Semester ruͤckstaͤndig, welches nur auf die neuen Obligationen der aktiven Schuld erhoben werden kann; man macht aber noch gar keine Anstalten zur Umschreibung des emprunt royal, so wie der 5procent. und der Zprocent. Rente. Man behauptet, die Finanz⸗Agenten der Koͤnigin Christine fuͤrch⸗ teten, daß das letzte Dekret des Don Carlos die Inhaber jener Effekten so eingeschuͤchtert habe, daß sie die angebotene Umschrei⸗ bung ablehnen wuͤrden, was dem Kredite der Spanischen Regie⸗ rung unberechenbaren Schaden zufuͤgen wuͤrde. Uns scheint aber im Gegentheil, daß es fuͤr jene Regierung von wahrem politi⸗ schen Interesse seyn muͤßte, ihre alten Glaͤubiger der zweideu⸗ tigen Lage zu entreißen, in der sie sich jetzt befinden, und die sie wenigstens gleichguͤltig gegen die Erfolge des Don Carlos macht. Wenn jene Glaͤubiger aufgefordert wuͤr⸗ den, ihre Obligationen gegen Obligationen der neuen Schuld umzutauschen, wenn alsdann Maßregeln getroffen wuͤr⸗ den, um sie in den Besitz sowohl der Ruͤckstaͤnde der aktiven Schuld, als des ½ pCt. Amortissement zu setzen, welches, dem Beschlusse der Cortes zufolge, dem Ruͤckkaufe jener Schuld ge⸗ widmet werden soll, so unterliegt es keinem Zweifel, daß die Masse der Betheiligten sich entschieden der Sache der Spani⸗ schen Reform Warum geben die Spanischen Glaͤubiger in London eine Geneigtheit kund, die gegen Don Ear⸗ angeordneten Maßregeln zu unterstuͤtzen? Weil in London die Masse jener Glaͤubiger aus Inhabern von Cortes⸗ Bons besteht, welche nur von der anti⸗ salischen Regierung etwas zu hoffen haben; waͤhrend in Paris die Glzͤu⸗ biger der Anleihen Ferdinand's VII., nachdem sie schon eine Reduction von 50 pCt. erlitten haben, immer noch nicht recht wissen, welcher Partei sie den Sieg wuͤnschen sollen, und welche von beiden ihnen die meiste Buͤrgschaft fuͤr die Si⸗
cherheit ihrer Forderungen gewaͤhrt. Was bis jetzt am deutlich⸗
sten aus den Operationen der Spanischen Regierung in Bezug auf ihre Schuld hervorgeht, ist, daß einerseits die alten ausfaͤn⸗ dischen Glaͤubiger nichts von den Zinsen erhalten haben, fuͤr wel⸗ che die Cortes Fonds votirt hatten, und daß andererseits Herr von Toreno, gleich nach dem Schlusse der Session der Kammern aus eigener Macht⸗Vollkommenheit außergesetzliche Maßregeln er⸗ grissen hat, um der inneren Schuld Vortheile zu gewaͤhren, die nicht in dem Budget vorausgesehen waren. Hieraus läͤßt sich fuͤr die Franzoͤsischen Glaͤubiger wenig Trost und Beruhigung schoͤpfen.“
Man versichert, daß der bekannte Franzoͤsische General Don⸗ nadieu sich in Biscaya bei Don Carlos befinde.
In Agde, im Dept. des Hérault, sind in dem Zeitraume vom I. bis 17. Juni 87 Cholerafaͤlle vorgekommen. Die Seuche ist am 16ten auch in Vias, 1 Lieue von Agde, ausgebrochen. Großbritanien und Irland.
Es wird jetzt fuͤr gewiß angesehen. daß der Irlaͤndische Beneral⸗Peeörihhlür „ der Pehriansesehen, Irland erledigte Richterstelle erhalten, daß der General⸗Fiskal Herr O'Loghlin, an seiner Stelle zum General⸗Prokurator Herr Woulfe zum General⸗Fiskal und Herr N. Ball zum Sergeant fuͤr Irland ernannt werden wuͤrde. G
Am St. Johannistage sind der Alderman Lainson und Herr Rich. Salomons zu Sherifs von London und Middlesex einstim⸗ mig gewaͤhlt worden. Herr Salomons ist der erste Buͤrger juͤ⸗
dischen Glaubens, der in London zu diesem wichtigen? nannt worden ist. 3 sem wich igen Amte er⸗
Mitt Hinsicht auf die Vorwuͤrfe, die mehrere Zeitungen dem