den
1e“ “ “ der Isle of Dogs unter Segel gehen; das dritte soll am Don⸗ nerstage und die uͤbrigen Detaschements sollen auch in kurzen Zwischenraͤumen nachfolgen.
Der Hampshire Telegraph will von einem Karlisti⸗ schen, kuͤrzlich aus dem Hauptquartier des Don Carlos zuruͤck⸗ gekehrten Offizier gehoͤrt haben, daß durch den Tod Zumalacar⸗ reguy's die zwischen diesem und dem Christinischen General ab⸗ geschlossene (Elltotsche) Convention uͤber die Behandlung der Kriegsgefangenen außer Wirksamkeit getreten sey; nach derselben Auelle bestaͤnde die Armee des Don Carlos aus 25,000 Mann schlecht bekleideter, aber gut bewaffneter und wohldisciplinirter Truppen; die Bebauung des Landes ginge ungestoͤrt ihren Gang fort, und
die Berge waͤren mit weidendem Vieh bedeckt; von der Ernen⸗ nung des Grafen d'Espasia zum Gouverneur von Catalonien ver⸗ sprachen sich die Karlisten großen Gewinn, weil der Graf dort großen Einfluß haͤtte. 8— Der Globe enthaͤlt jetzt die dem Parlament vorgelegte Kor⸗ respondenz, welche zwischen dem General Alava und Lord Pal⸗ 8 hn in Betreff der Expedition nach Spanien stattgefun⸗ den hat.
Berichte von Vorgebirge der guten Hoffnung vom 11. Mai stellen den Krieg mit den Eingeborenen als beendet dar; das Buͤndniß unter den feindlichen Stamm⸗Haͤuptern war aufgeloͤst; die Kolonial⸗Truppen hatten ihnen 15,000 (oder 18,000) Stuͤck geraubten Viehes wieder abgejagt, und der Haupt⸗Anfuͤh⸗ rer Hinza wurde von den Englischen Truppen bis weit uͤber den Graͤnz⸗Strom hinaus verfolgt. — Aus New⸗York sind Zeitungen bis zum 17. v. M. hier eingegangen. In Boston wurden am I1ten v. M. in Gegen⸗ wart einer ungeheuern Menschenmasse 5 Spanische Seeraͤuber hingerichtet, welche uͤberfuͤhrt waren, auf offener See die Brigg „Mexican“ um 20,000 Dollars beraubt zu haben. Die Versuche der Verbrecher, kurz vor der Hinrichtung sich zu entleiben, wur⸗ den vereitelt. In der Stadt Charleston hatte in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni eine furchtbare Feuersbrunst stattgefunden, durch welche 182 Wohnhaͤuser und Magazine und 192 Scheu⸗ nen zerstoͤrt wurden. In New⸗York waren die Geschaͤfte sehr lebhaft und viel Geld an Markt. Zu New⸗Orleans ging es mit dem Baumwollenhandel außerordentlich gut, und die Preise stie⸗ gen fortwaͤhrend. 1 In dem vorgestrigen Blatte der Times liest man: „Direkte Briefe aus Mexiko vom J. und aus Vera⸗Cruz vom 6. Mai sind zwar nicht neuer, als die uͤber New⸗York erhaltenen Nach⸗ richten, dienen aher zur Berichtigung der in den New⸗Yorker Blaͤttern enthaltenen, sehr uͤbertriebenen Angaben in Betreff der Wichtigkeit des vom General Alvarez in den suͤdlichen Mexikani⸗ schen Provinzen erregten Aufstandes. Es geht daraus hervor, daß er sich in Hinsicht auf seinen Einfluß sehr getaͤuscht und we⸗ nig Aussicht auf einen gluͤcklichen Erfolg hat. Gut unterrichtete Personen zweifeln nicht daran, daß er von dem General Bravo, der mit einer uͤberlegenen Macht gegen ihn marschirt, ohne Schwierigkeit wird uͤberwunden werden. Auch die revolutionnaire Beywegung in Zacatecas ist sehr uͤbertrieben worden. Das Ganze beschraͤnkt sich auf den Widerstand gegen die von dem General⸗ Kongreß beschlossene Entwaffnung der Miliz. General Santana hatte sich mit 6000 Mann dorthin begeben, und es wird ihm, mit einer so betraͤchtlichen Macht, ohne Zweifel gelingen, die Ausfuͤhrung jenes Beschlusses durchzusetzen und die Provinz zur Unterwerfung zu beingen. Obgleich in Zacatecas große Vorbe⸗ reitungen zur Vertheidigung getroffen werden, so glaubt man doch allgemein, daß sie von keinem Nutzen sind, und daß die An⸗ gelegenheit ohne Blutvergießen beendigt mwerden wird. Man vermuthet, Santana werde den Umstand, daß er so viel Trup⸗ pen unter seinem Kommando hat, dazu benutzen, das Foͤderativ⸗System umzustuͤrzen, eine Central⸗Regierung zu errichten und sich zum Praͤsidenten auf Lebenszeit zu machen. Es ist bekannt, daß er schon lange diesen Vor⸗ satz hegt, und man glaubt, er zaͤhle bei der Ausfuͤhrung des⸗ selben sehr auf den Beistand der Geistlichkeit und Aristokratie des Landes. Der Handel leidet sehr bei diesem ungewissen Zu⸗ stande der oöͤffentlichen Angelegenheiten. Die Regierung ist, wie gewoöhnlich, in großer Geld⸗Verlegenheit, und es ist daher fuͤr jetzt wenig Hoffnung zu Geld⸗Sendungen nach England.
Rechnung und die Nachricht mitgebracht, daß das Britische
Schiff „Eden“ mit einer bedeutenden Summe am 23. April von San Blas nach Coquimbo absegelte.“ — Der heutige Globe
meldet bereits nach Amerikanischen Blaͤttern die Einnahme der Stadt Zacatecas durch Santana und bemerkt, daß diese Nach⸗ richten um so mehr Vertrauen verdienten, als sie von Nord⸗ Amerikanischen Blaͤttern mitgetheilt wuͤrden, die dem Praͤ⸗ sidenten Santana durchaus nicht guͤnstig sind. Es er⸗ giebt sich daraus, daß Santana am 6. Mai die Außen⸗ posten der Insurgenten zuruͤckdraͤngte, und da die von ihm gestellten Bedingungen verworfen wurden, griff er die Hauptmacht an, schlug sie, toͤdtete und verwundete 800 Mann und nahm die Stadt ein, wo er sogleich das Ansehen der Cen⸗ tral⸗Regierung von Mexiko wiederherstellte und die Miliz auf⸗ löͤste. getzteres war (wie oben gemeldet) eigentlich die Frage, um die es sich handelte, indem Zacatecas 10,000 Mann statt 500 Mann unter den Waffen haben wollte, um sich der Central⸗Re⸗ gierung widersetzen und den Gehorsam gegen die Gesetze des Kongresses verweigern zu koͤnnen, und dies ist die Haupt⸗Ursache der allgemeinen Anarchie und der finanziellen Verlegenheiten der Regierung, die so nachtheilig fuͤr ihr Ansehen und ihren Kredit gewesen sind. Einige Insurgenten sind nach Durango, an den Fraͤn en von Neu⸗Mexiko, geflohen, das sich jedoch schon fuͤr Fraͤsidenten erklaͤrt hat, weshalb dieser den Fluͤchtlingen aus acatecas erlaubt hat, nach Ablegung ihrer Waffen in ihre Hei⸗ math zuruͤckzukehren. — Die Provinz Chiapa an der aͤußersten Suͤd⸗Graͤnze der Union hat sich von dieser getrennt, nachdem der Gouverneur, Oberst Gil Perez, getoͤdtet worden, und wird sich wahrscheinlich mit Central⸗Amerika vereinigen. In Rio Janeiro ist die Mehrheit der Stimmen bei der Regenten⸗Wahl auf Herrn Feijo gefallen. Er hatte 500 Stim⸗ men mehr als die anderen Kandidaten. Man glaubte, daß in Bahia und in Pernambuco Herr Hollanda Cavalcante bei wei⸗ tem die Mehrheit erhalten, im Allgemeinen aber doch die Wah⸗ len zu Gunsten des Herrn Feijo ausfallen wuͤrden. Alles war ruhig, und die nach Para bestimmten Kriegsschiffe, mit dem neuen Praͤsidenten am Bord, waren unter Commodore Taylor abgesegelt.
Niederlande.
Aus dem Haag, 7. Juli. Se. Majestaͤt der Koͤnig von Wuͤrttemberg ist unter dem Namen eines Grafen von Teck nebst Hoͤchstseinen Kindern in Scheveningen eingetroffen, wo auch der Kaiserl. Russische Gesandte in Stuttgart, Baron von Meyen⸗ dorf, angekommen ist.
Das von allen als befriedigend angenommen worden ist.
Packetschiff „Eclipse“ hat 440,000 Dollars fuͤr kaufmaͤnnische
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Bruͤssel, 6. Juli. Gestern uͤberreichte Mse⸗ Koͤnige die Schreiben Sr. Heiligkeit, welche ihn bei Sr. Ma⸗ jestaͤt als Apostolischen Internuntius, mit dem Range eines au⸗ ßerordentlichen Gesandten und bevollmaͤchtigten Ministers, be⸗ glaubigen.
Der Major Kessels, der nach London abgereist war, um sich mit dem General Alava uͤber die Bildung einer Belgischen Legion zu verstaͤndigen, ist seit gestern Abend wieder in Bruͤs⸗ sel; er wird heute mit dem Kriegs⸗Minister wegen dieses Ge⸗ genstandes eine Konserenz haben.
Am 3. Juli hat man 17 Deserteurs des zu Ypern errich⸗ teten Fremden-Bataillons in das Arresthaus von Ostende ge⸗ bracht. Sie wollten wahrscheinlich nach Holland entwischen und wurden durch den Feldhuͤter⸗Brigadier der Gemeinde Breedene, der von 20 bewaffneten Bauern begleitet war, in einem Wirths⸗
hause bei dem Dorfe Vliesseghem verhaftet; sie leisteten, als sie.
die Sturmglocke des Dorfes hoͤrten, keinen Widerstand und lie⸗ ßen sich geduldig knebeln. 8
Deutschland.
Kassel, 8. Juli. Se. Hoheit der Kurprinz und Mitregent haben den bisherigen Geheimen Legations⸗Rath von Steuber, Hoͤchstihren Gesandten in Wien, zum Staatsrath ernannt.
Muͤnchen, 6. Juli. Der Kaiserl. Oesterreichische Gouver⸗ neur der Lombardei, Graf Hartig, ist gestern hier eingetroffen.
Oesterreich.
Wien, 4. Juli. (Schles. Ztg.) Se. K. H. der Herzog von Modena ist hier eingetroffen. Es heißt, daß Familien⸗An⸗ gelegenheiten die Zusammenkunft der drei Bruͤder der Familie Este, naͤmlich ebengenannten Herzogs und der Erzherzoge Ferdi⸗ nand und Maximilian, veranlaßt haben. — Morgen sollen einige Militairs in den in Vorschlag gebrachten, veraͤnderten Uniformen dem Kaiserl. Hofkriegsraths⸗Praͤsidenten vorgestellt werden. Die wesentlichste Veraͤnderung wuͤrde im Genehmigungsfalle vorzugs⸗ weise die Uniform der Artillerie treffen, welche, statt der engen weißen Hosen und hohen Stiefeln, blaue Uniform mit rothen Aufschlaͤgen, Pantalons und statt der Huͤte Czako's erhalten soll. Zunaͤchst aber wird die Einfuͤhrung von Pantalons statt der engen Hosen und Kamaschen bei den Jaͤger⸗Regimentern und dem Polizei⸗Militair in Wirklichkeit treten.
Wien, 6. Juli. Der Oesterreichische Beobachter enthaͤlt nachstehenden Artikel in Bezug auf die Wiederherstellung der diplomatischen Verbindungen mit dem eidgenoͤssischen Vor⸗ ort Bern: „Wir haben fruͤher unseren Lesern eine treue Dar⸗ stellung der durch einen fuͤr die Deutschen Staaten beleidigen⸗ den, im Kanton Bern am 27. Juli v. J. stattgefundenen Hand⸗ werker⸗Unfug veranlaßten Verhandlungen zwischen diesen Staa⸗ ten und dem eidgenoͤssischen Vororte geliefert, in Folge deren die diplomatischen Verhaͤltnisse mit gedachtem Kanton von den erste⸗ ren abgebrochen worden sind. Die Antwort des Vororts auf die von dem Kaiserl. Gesandten in der Schweiz, so wie von den daselbst befindlichen Gesandtschaften der anderen betheiligten Hoͤfe unterm 1. Januar d. J. erlassenen Note war nicht geeignet, das bestehende Mißverhaͤltniß zu heben; und das sonach seit der Tagsatzungs Erklaͤrung vom 22. Juli v. J. mit der Eidgenossen⸗ schaft wiederhergestellte freundschaftliche Vernehmen war fort⸗ dauernd gegen den Kanton Bern suspendirt, als der Vorort zuerst, bei Beantwortung des Kaiserlichen Notifications⸗Schrei⸗ bens uͤber das Ableben Sr. Maj. des hoͤchstseligen Kaisers, Gele⸗ genheit nahm, Namens des Kantons Bern die Mißbilligung des in Frage stehenden Unfugs und die Zusicherung eines kuͤnftig zu beobach⸗ tenden voͤlkerrechtlichen Benehmens auszusprechen. — Stets geneigt, seine wohlwollenden Gesinnungen gegen die Eidgenossenschaft so⸗ wohl, als gegen die einzelnen Kantone derselben zu bethaͤtigen,
machte der Kaiserl. Hof — in Folge seines mit den anderen be⸗
theiligten Deutschen Hoͤfen in dieser Angelegenheit gleichmoͤßig eingehaltenen Ganges — die Annahme dieser Erklaͤrung und die dadurch eintretende Wiederherstellung freundschaftlicher Verhaͤlt⸗
nisse zu Bern von einer an diese Hoͤfe zu erlassenden, voͤllig
gleichlautenden Erklaͤrung abhaͤngig, die sonach auch erfolgt und
schen hatte der Kaiserl. Gesandte, vor erfolgter Beendigung der Unterhandlung in Betreff Berns, seine neuen Beglaubigungs⸗ Schreiben fuͤr den eidgenoͤssischen Vorort, zugleich aber die Wei⸗ sung erhalten, dieselben mittelst einer Note an ihre Bestimmung
nach Bern — den jetzigen Sitz des Vororts — abgehen zu las⸗ abgelehnt. Heute begab sich der Herzog von Almeida na
sen, da seine persoͤnliche Erscheinung, vor beendigter Sache, der Wuͤrde des Allerhoͤchsten Hofes nicht angemessen war. Dieser von dem Vorort — als Unterpfand der wiederhergestellten guten Verhaͤltnisse — angeregten Erscheinung wurde, außer der nunmehr erfolgten Befriedigung saͤmmtlicher betheiligten Regierungen, die vorlaͤufige Annahme der erwaͤhnten Beglaubigungs⸗Schreiben als Bedingung gesetzt. — In Folge der daruͤber stattgefundenen Be⸗ sprechungen ist dem am 21. Juni von Zuͤrich nach Bern, in Ge⸗ sellschaft des Koͤniglich Bayerischen Residenten Freiherrn von Hert⸗ ling abgegangenen Herrn Grafen von Bombelles Tages darauf, an der Graͤnze des Bernischen Gebiets, von dem von dem Vor⸗ ort dahin abgeordneten Staatsschreiber von Gonzenbach die vom 12. Juni datirte Antwort dieser Behoͤrde auf sein Kreditiv uͤber⸗ geben worden, und Graf Bombelles am 23. Juni als accredi⸗ tirter Kaiserl. Gesandter in der Schweiz in Bern eingetroffen.“
A““ Schweiz. 3
Der zu Zuͤrich erscheinende Schweizerische Constitu⸗ tionnelle enthaͤlt folgenden Artikel: „Der eidgenoͤssische Staats⸗ schreiber Dr. Gonzenbach ist nach Bern zuruͤckgekehrt. An dem⸗ selben Tage kurze zeit nachher reiste auch der Oesterreichische und Bayerische Gesandte auf derselben Straße von Zuͤrich ab. Nach allem Bisherigen ist kein Zweifel, daß sie ebenfalls nach Bern fahren. Wir duͤrfen daher getrost annehmen: Der Friede mit den Deutschen Nachbarstaaten ist auch formell voͤllig hergestellt.“*) Der Kanton Bern hatte, radikalen Traͤumen folgend, den Frie⸗ den gehemmt und die Zwistigkeiten vergroͤßert. Der Vorort Bern, im Bewußtseyn, daß er fuͤr die Wohlfahrt der ganzen Schweiz sorgen muͤsse und daß die des eigenen Kantons auch gefaͤhrdet sey, unterhandelte mit unsaͤglicher Muͤhe den Frieden. Wer erkennt hier nicht einen Fingerzeig der Gerechtigkeit, welche auch die Schicksale der Staaten und Regierungen abwaͤgt? Bern hat den offenbaren Beweis geleistet fuͤr die Unzulaͤnglich⸗ keit jenes esaezprapagandisteschen Systems. Wenn irgend ein Kanton im Stande gewesen waͤre, dieses System zu befolgen, so waͤre es Bern gewesen. An Groͤße, materieller Kraft, ja auch an Entschlossenheit steht er allen voran. Ihn betrafen alle die
— —
*) Vergl. unter Wien den Artikel aus dem Oesterreichischen Beobachter.“ sh
gr. Gizzi dem
— Inzwi⸗
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kleinen Plackereien am wenigsten; selbst die Sperre haͤtte Bern nicht sehr zu fuͤrchten gebraucht. Im Jahre 1834 noch stand der Berner Radikalismus da als eine geschlossene feste Phalang nicht zerspalten, sondern geeinigt durch die Fuͤhrer. In der gan⸗ zen Schweiz blickte die radikale Partei voll Hoffnung und Vertrauen auf Bern, und gelobte, sich um diesen sesten Centrag
Punkt zu vereinigen. Das Haupt⸗Banner war in Bern; Berneblt e rne
Name war schon eine Macht. Und dennoch mußte Bern wes⸗ chen; es war genoͤthigt, den Radicalismus, die Propaganda 1 verleugnen, zu bekaͤmpfen. Es mußte den stolzen Trotz aufgeben sich fuͤr ein maͤßiges System nach Außen offen erklaͤren, den Frieden mit großer Anstrengung vermitteln. Das Alles sollte en fuͤllt werden, damit allem Volke die Augen geoͤffnet werden, daj jenes radikale, herausfordernde, kriegschuͤrende Treiben gegen dih Ausland zu nichts fuͤhre, als zu Demuͤthigungen, daß die Schwm des Friedens und des freundlichen Einvernehmens mit den Nath⸗ barn beduͤrfe, daß sie von Streit und Zwiespalt nichts zu hoffn habe. — Ein Vorort nach dem andern hat sich nun in di Doppel⸗Politik versucht. Einer nach dem andern war genoͤthe maͤßiger zu werden und die Macht des Bestehenden, die Gem der Verhaͤltnisse zu fuͤhlen. Wir koͤnnen es dem Himmel, nic unserer Schweizerischen Geschicklichkeit, verdanken, daß wir d Lehre nicht theurer haben bezahlen muͤssen; denn in der The wurde von der Schweiz aus fast Alles gethan, um ein moͤglich schlechtes Ende zu erleben. Man nehme nur die radikalen 3e tungen zur Hand; was fuͤr eine Ueberschaͤtzung der eigen Kraͤfte, was fuͤr eine Geringachtung der fremden sprach sich uͤberall aus? Wie drohten da die Schwachen den Starken Mit welchem Hohn wurden die Maͤchte gereizt! Ein paar hu dert Thurgauer speisten eben so viel Oesterreicher in der Ze tung zum Morgenbrot auf. Alle Throne waren wurmstichie wenn man die radikalen Zeitungen hoͤrte. Ein Wort von dies häͤtte es bedurft, um sie alle in Staub zu zertruͤmmern. Wen andere Blaͤtter riethen, den Uebermuth zu zuͤgeln, so wu den sie verlacht, verfolgt; wer nicht in der Raserei befm gen war, galt den Rasenden fuͤr einen Thoren. Was aus alle dem geworden? Wir behaupten und machen uns zun Beweise anheischig: Die Schweiz hat in den zwei letzten Jahre mehr Demuͤthigungen erlebt, als waͤhrend der ganzen so sch herabgewuͤrdigten Restauration, und an den meisten war Kn 1- genes verkehrtes Benehmen schuld. Eine sehr traurige ahr, heit, die wir gern widerlegt hoͤrten. — Doch wollen wir um durch diese Betrachtungen nicht die Freude uͤber den Frieden van bittern. Wir haben jene mehr angestellt, damit dieser nicht dinf neue tolle Ausfaͤlle der Radikalen und Pseudo⸗Nationalen gefßin werde, damit nicht der kleine ekelhafte Wortkrieg von neuem s breche, um uns in neue materielle Verwickelungen zu bringa und neue Schmach und Demuͤthigungen zu bereiten. Daß da Friede hergestellt sey, das ist ein Resuͤltat, wofuͤr wir dem Vi⸗ orte Dank schuldig sind; denn es ist nicht gut, mit seinen Nah barn im Streit und Hader zu leben, auch in der Politik nicht Der groͤßere Theil der Schweiz ist Deutschen Stammes, hu Deutsche Sitte, Deutsches Leben. Wie unnatuͤrlich waͤre si diesen eine Feindschaft mit dem ganzen uͤbrigen Deutschland, en Anschließen an das fremde Frankreich, und das zu einer Zeit wo Deutschland maͤchtiger, Frankreich schwaͤcher wird! Jeneg verkehrte Streben haͤtte die Einbuße unserer wahren, innersta Nationalitaͤt zur Folge gehabt. Nun ist diese wieder von der Gefahr befreit, und die Schweiz kann sich, gleich befreundet mi dem Deutschen wie mit dem Welschen Nachbar, frei von innen heraus ihre Institute volksthuͤmlich ausbilden.“
Florenz, 1. Juli. Ihre Majestaͤt die verwittwete Kin gin beider Sicilien, Mutter unserer Großherzogin, ist geste aus Naapel hier eingetroffen.
Ihre Koͤnigl. Hoheit die Herzogin von Leuchtenberg kaß am 27sten v. M. hier an, verweilte hier einige Tage und sett dann ihre Reise nach Livorno fort. 8
S.panlien.
Madrid, 27. Juni. (Globe.) Die Hof⸗Zeitung en haͤlt ein Koͤnigliches Dekret, wonach eine Militair⸗Kommissa aus mehreren Generalen gebildet werden und sich unter der Af sicht des Kriegs⸗Ministers mit der Leitung der Militair⸗Open tionen beschaͤftigen soll. Ein anderes Dekret enthaͤlt Bestimmu gen zu Gunsten der Familie derjenigen, welche unter den jetzige Umstaͤnden in die Gewalt des Feindes fallen.
Der General Murillo, Graf von Cartagena, hat, wegen s nes schlechten Gesundheits⸗Zustandes, das Kommando der Arm
Aranjuez, um Ihrer Maj. ein Verzeichniß von Kandidaten das Ober⸗Kommando der Armee vorzulegen. Die Kandidake sollen der Marquis von Moncayo, Sarsfield und der Fuͤrst we Anglona seyn. 1
Das Eco sagt, daß ein Generalstab der Armee, wie er! Jahre 1820 bestand, gebildet und der Feldmarschall Don N Moscoso zum Chef desselben ernannt werden soll.
Da der General Alava zum Marine⸗Minister ernannt in so glaubt man, daß er das Kommando der in England gebildete Fremden⸗Legion nicht wird uͤbernehmen koͤnnen. 3
Der Oberst Don F. Valdez, welcher sich im Jahre 1 auf der Insel Leon und im Jahre 1834 bei der Expedition nat Tarifa auszeichnete, ist hier angekommen.
Die Mitglieder der (gestern in der Nachschrift bereits 0 waͤhnten) Kommission zur Entwerfung eines Preß⸗Gesetzes sin Don Manuel G. Quintano, Don Pedro Gonzalez Vallejo, I schof von Majorca, Beide Proceres des Koͤnigreichs, der Mo quis von Someruelos, Prokurador, Don Julian Villalba, Chf der Abtheilung des oͤffentlichen Unterrichts im Ministerium dch Innern, und der Graf von Torramarim, Secretair der Abtheilun fuͤr das Innere im Koͤniglichen Conseil.
Die Militair⸗Personen und Andere, welche im Jahre 18 zu der Befreiungs⸗Armee auf der Insel Leon gehoͤrten, versmn melten sich gestern zu einem Festmahl, um die Ernennu eines ihrer Kameraden, Alvarez Mendizabal, zum Minister, feiern. Der General Quiroga, Anfuͤhrer und Organ jener 19 mee, hatte die Einladungen an die Gaͤste erlassen.
Portugal. Folgendes ist das (bereits fruͤher erwaͤhnte) Circular, wel ches der Herzog von Palmella bei Gelegenheit des letzten M. nisterwechsels an die Portugiesischen Agenten im Auslande 9e richtet hat, und welches als eine Art von Programm des neuen Ministeriums angesehen wird:
Die beiden letzten, im Laufe eines Monates erfolgten Veraͤn⸗ derungen im Kabinet haben im Auslande verschiedene, durchaln unbegruͤndete Geruͤchte veranlaßt, Nachtheil unseres Vaterlandes mißbraucht werden koͤnnten; es scheint daher angemessen, die diplomatischen Agenten Ihrer Majestaͤt mij
die von Uebelwollenden zum
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ben Grundsaͤtzen bekannt zu machen, zu denen die gegenwaͤrtige Re⸗ dierung sich bekennt; Grundsaͤtze, velche es genuͤgt haben wuͤrde, hen Cortes mitzutheilen, wenn diese versammelt waͤren. Es sind übr gens dieselben Prinzipien, welche ich aussprach, als ich bei der Chronbesteigung Fhrer Majestaͤt die erste Verwaltung bildete — naͤm⸗ sich die strengste Befolgung der constitutionnellen Charte in ihrem voll⸗ en Umfange und in ihrer weitesten Entwickelung, so wie der unveraͤn⸗ liche Entschluß, dleselbe gegen jeden Feind zu vertheidigen, der uns des n Palladiums unserer Rechte berauben wollte, mag derselbe Freiheit unmittelbar angreifen oder ihren Namen faͤlschlich antufen, um uns zur Anarchie zu fuͤhren.“ Es wird dann gesagt, bie die Regierung alle gesetzmaͤßige Mittel zur Aufrechthaltung der zsentlichen Ordnung anwenden wolle; ferner heißt es: „Bei der Eetheilung von Ehrenbezeigungen und bei der Ernennung von Be⸗ umten wird, wie die Gerechtigkeit verlangt, auf die der Koͤnigin ih der Verfassung geleisteten Dienste Ruͤcksicht genommen werden, d wie es einer zweckmaͤßigen Verwaltung am angemessensten ist Endlich ist auch die gewissenhafteste Beobachtung und Erfüllung von Vertraͤgen und Verbindlichkeiten, sowohl gegen Fremde als gegen ie eigenen Unterthanen, und in den oͤffentlichen Ausgaben die
der⸗ heilige unsere
ügeößte Sparsamkeit, welche die gegenwaͤrtigen Verhaͤltnisse er⸗
Theile des Glaubens⸗ Dies ist die Verfahrungsweise, belche das Ministerium sich vorgesetzt hat, und die ohne zweifel auch die Prinzipien einer jeden Administration um⸗ aßt, welche die Koͤnigin aus ihren Unterthanen auswaͤhlen koͤnnte; denn Gerechtigkeit und Treue, Anhaͤnglichkeit an die Charte, wie eist, nicht mehr und nicht weniger, aufrichtige Liebe zur Freiheit nd der unerlaͤßliche Geist der Maͤßigung bei Erhaltung derselben varen und sind die nothwendigen Bedingungen, unter denen allein in Ministerium in Portugal die Billigung der Koͤnigin und das zutrauen der Nation erlangen kann. Mit diesen Angaben werden Sie im Stande seyn, die falschen Geruͤchte, welche uͤber die letzte Ministerial⸗Veraͤnderung verbreitet werden moͤchten, zu zerstreuen; nd Sie koͤnnen versichert seyn, daß kein Portugiese, welcher den Mamen eines treuen Unterthans Ihrer Mazj. verdient, den in die⸗ er Depesche ausgedruͤckten Gesinnungen fremd ist. Gott erhalte Sie. Im Palast von Necessidades den 30. Mai. (Unterz.) Der Herzog von Palmella.“
jauben werden, einer der wichtigsten
hekenntnisses der Regierung.
— — Lissabon, 6. Junt. Die geheime, oft angedeutete Spaltung zwischen den beiden Fractionen der herrschenden Par⸗ ti, die ich der Kuͤrze wegen mit den Namen der Palmellaschen und Carvalhoschen zu bezeichnen mir erlaube, ist in eine offene fehde ausgebrochen, die sich durch rasche Ministerial, Repolutio⸗ nen kund gegeben hat. Palmella besaß einen großen und Alles berechnenden Einfluß am Hofe der jungen Koͤnigin, waͤhrend Silva Carvalho und Freire, die ehemaligen Vertrauten Dom Pedros, einen staͤrkeren Anhang in der Deputirten⸗Kammer und in den Handels⸗Staͤdten, vorzuͤglich aber zu Lissabon und unter den dortigen Kapitalisten de So lange die Deputirten⸗ Kammer versammelt war, mußte daher Palmella ein direktes Zu⸗ sammentreffen mit seinen Gegnern um so mehr scheuen, als der Schatz, in Erimangelung auch nur einigermaßen zulaͤnglicher Ein⸗ kuͤnfte aus den oͤffentlichen Auflagen, sich bloß durch die Zufluͤsse
erhielt, die ihm aus den in England gemachten Finanz⸗Hperatto⸗ / 2 9 8
nen zuwuchsen, welche wiederum wesentlich von dem persoͤnlichen Kredite Silva Carvalho's und des eng mit ihm verbundenen Herrn Mendizabal an der Londoner Boͤrse bedingt schienen. Der Her⸗ zog von Palmella glaubte daher, seinen Gegnern fuͤr den Augen⸗ blick das Feld raͤumen und aus dem Ministerium austreten zu muͤssen. Unterdessen naͤherte sich Palmella seinem fruͤheren Geg⸗ ner Saldanha, dessen Einstuß auf die Armee und dessen bei der Masse der herrschenden Partei populairer Name die Unpopula⸗ ritaͤt Palmella's zu neutralisiren gerignet schienen. Die Kammer⸗
Session endigte, und die so gegen das Silva Carvalhosche Mi⸗
nisterium gebildete Coalition erwartete nur den Augenblick, ihre Revanche fuͤr den Austritt des Herzogs von Palmella zu neh⸗
men. Man scheint indeß mit dem letzten entscheidenden Schritte aus den oben angegebenen Finanz⸗Ruͤcksichten noch gezoͤgert zu haben, als die junge Koͤnigin, wie man versichert, in einer der augenblicklichen Aufwallungen, die ihr nicht fremd seyn sollen, den Faden zerschnitt. Schon vor äaaͤngerer Zeit soll diese Fuͤr⸗ stin persoͤnlich gegen Silva Carvalho und Freire aͤußerst eingenommen gewesen seyn, und in der letzten Periode des Ministeriums dieser beiden Maͤnner sollen auf dem Tische der Koͤnigin nicht mehr die Regierungs⸗Zeitungen, sondern nur die heftigsten Oppositions⸗Blaͤtter zu finden gewesen seyn. Der Widerstand, den der Minister Freire dem Willen der jungen Fuͤrstin, welcher in Betracht ihres Alters schon sehr bestimmt und entschieden seyn soll, bet einer eben nicht bedeutenden Veran⸗ lassung entgegenzusetzen wagte, brachte die Sache zum Durch⸗ bruche. Als der Graf Linhares das Absetzungs⸗Dekret Freire's zu kontrasigniren Schwierigkeiten machte, eilte die Koͤnigin nach dem Schlosse Ramalhao, der bekannten Lieblings⸗Residenz der verstorbenen Koͤnigin Joaquima Carlotta, berief Palmella und Saldanha dorthin, und vollzog den Ministerwechsel, den das Dlario do Governo vom 28. Mai publizirte, und dessen Dotails ich, da saͤmmtliche Zeitungen dieselben enthalten, hier nicht wie⸗ derholen zu duͤrfen glaube. In Bezug auf die weniger bekann⸗ ten Namen des neuen Ministeriums duͤrfte indessen zu bemerken seyn, daß Joao de Souza Pinto de Magalhaes, Minister des Innern, als Deputirter bei den Cortes von 1821 bekannt zu werden an⸗ fing, und selbst in dieser Versammlung praͤsidirte. Nach der Re⸗ stauration von 1823 ernannte ihn der Herzog von Palmella, als damaliger Minister des Innern, zu seinem Kabinets⸗Secretair. Er gilt fuͤr einen sehr gemaͤßigten Mann, und dies war wohl die Ursache, daß, als er bei der Umwaͤlzung von 1828 seine
telle verlor, er nicht auswanderte. Waͤhrend der letzten Ver⸗ waltung Palmella's wurde er als dessen rechte Hand angesehen. — Emanuel Antonio de Carvalho, der jetzige Justiz⸗Minister, war von 1826 bis 1828 Finanz⸗Minister und genoß damals ei⸗ nes guten Rufs. Seine große Maͤßigung verschaffte ihm den
ortheil, daß er, waͤhrend der Regierung Dom Miguels, un⸗ verfolgt auf seinem Gute leben konnte. Er war zuletzt Mitglied der Muntzipalitaͤt von Lissabon, eben so wie der neue Finanz⸗ Minister F. A. de Campos, der fuͤr ein wenig eraltirt gilt und auf der linken Seite der Kammer saß. Sein großes Vermoͤgen und der Ruf seiner Rechtlichkeit haben seine
ahl zu dem unter den jetzigen Umstaͤnden so aͤußerst schwierigen Finanz⸗Departement bestimmt. — Unleugbar ist das neue Ministerium im Ganzen in einem gemaͤßigteren Sinne als
das vorhergehende, und wenngleich Saldanha in demselben praͤsidirt,
so herrscht doch sichtbar der Einsluß Palmella's darin vor. — je beiden Klippen, die seinen Lauf vorerst am meisten be⸗
drohen, sind die finanziellen Verlegenheiten des Schatzes, und
dann das Wiederzusammentreten der Deputirten⸗Kammer, an deren nahe Aufloͤsung und neue Wahlen man allgemein glaubt. zem die Englischen Kapitalisten, von denen die Portugiesischen Finanzen in diesem Augenblick unbedingt abhaͤngen, zu beruhi⸗
gen, hat Herr Jervis Atongia, Adjutant Saldanha's, eine Sen⸗
dung nach London erhalten. — Fast alle von Silva Carvalho angestellte Unterbeamte werden abgesetzt. Es scheint eine voͤllige Partei⸗Reaction zu seyn, und der unbetheiligte Beobachter kann
484 nur mit lebhaftem Interesse dieser jetzt offenbar gewordenen Spaltung der herrschenden Partei in ihren Wirkungen folgen.
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Ueber die neuesten Ereignisse in Tripoli, wovon die erste Nachricht durch die Franzoͤsische Korvette „Diligente“ nach Tou⸗ lon gebracht worden ist, enthaͤlt ein im Oesterreichischen Beobachter enthaltenes Schreiben aus Tripoli vom 2. Juni folgende naͤhere Angaben: „Am 25. Mai erschienen auf der Hoͤhe dieses Hafens 25 Segel, die man bald als die lang er— sehnte Ottomanische Flotte erkannte. Am 26sten bei Tagesanbruch lag sie bereits auf der Rhede vor Anker, und bald darauf liefen mehrere Kriegs⸗Fahrzeuge nebst saͤmmtlichen Transport⸗Schiffen in den Hafen ein. Die Flotte besteht aus einem Linienschiffe, fuͤnf Fregatten, zwei Korvetten, zwei Briggs, einer Goelette, einem Kutter und zehn Transport⸗Schiffen, in allem 22 Fahr⸗ zeuge. Am 26sten um 1 Uhr Nachmittags fuhr Ali Pascha (der bisherige Bei von Tripoli) von den Notabeln der Stadt und von seinem ersten Minister begleitet, nach der Rhede, um dem Seraskier und dem Vice⸗Admiral seinen Besuch abzustatten, von denen er mit den groͤßten Ehrenbezeigungen empfangen und mit 17 Kanonenschuͤssen begruͤßt wurde, welche die Forts von Tripoli Schuß fuͤr Schuß erwiederten. Am 27sten wur⸗ den die Tuͤrkischen Truppen in bester Ordnung ans Land gesetzt und 3500 Mann in der Stadt und in den Forts vertheilt. Die Haltung der Ottomanischen Truppen konnte nicht schoͤner seyn; Alles ist auf Europaͤischem Fuß eingerichtet, die Befehle werden puͤnktlich ausgefuͤhrt, und die Disciplin ist bewundernswerth. Es war ein so heiterer Tag, daß die Rebellen von Meschia die Lan⸗ dung der Tuͤrken und des kleinen aus 14 Kanonen und 2 Feld⸗ Haubitzen bestehenden Artillerie⸗Parks sehen konnten. Tausend Pulverfaͤsser und eine große Quantitaͤt anderer Kriegs⸗Munition wurden gleichfalls ans Land geschafft, und in den Magazinen un⸗ tergebracht. Unter den Rebellen in Meschia bemerkte man starke Bewegungen, und in der Stadt herrschte große Freude uͤber die Bekanntmachung des Großherrlichen Fermans, wodurch Ali Pascha in seiner Wuͤrde als Bei bestaͤtigt, und das unter den Befehlen des Seraskiers in Tripoli gelandete Armee⸗Corps unter seine Ober⸗ leitung gestellt ward. Mittlerweile verbreitete sich in der Stadt das Geruͤcht, daß die Rebellen auf dem Lande sich nicht ergeben woll— ten, fand aber deshalb wenig Glauben, weil die in den von den Auf⸗ ruͤhrern besetzten Distrikten ansaͤssigen Europaͤer der an sie er⸗ gangenen Einladung, sich vor dem Anfang der Feindseligkeiten in die Stadt zu begeben, keine Folge leisten wollten. Waͤhrend nun die Ottomanischen Truppen die Forts und alle Hauptpunkte der Stadt besetzten, erließ Ali Pascha einen Befehl, wodurch die Einwohner der Stadt von dem Wachtdienste, den sie seit drei
Jahren zur Vertheidigung derselben versehen hatten, entbunden, und ihnen zugleich verboten wurde, bewaffnet in den Straßen zu erscheinen. — Am 2Ssten wurden noch mehrere der Armee
gehoͤrige Gegenstaͤnde ausgeschifft, und um halb 10 Uhr Morgens
Neffen und der Notabein der Stadt, am Bord der Fregatte des Seraskiers. zur Kuͤste in zwei Reihen aufgestellt. Um die Mittagsstunde daß Ali Pascha vom Bord des Admiral⸗Schiffes, vom Seras⸗ kier begleitet, im feierlichen Zuge nach der Stadt zuruͤckkehre. Wirklich setzte sich auch der Zug in Bewegung; Trommler und Pfeifer voran, dann folgte ein Schwarm von Regierungs⸗ Beamten, hierauf der Seraskier und hinter ihm der erste Mi⸗ nister Ali Pascha's, ein Kennzeichen seiner Wuͤrde. Dies erregte allgemeines Erstaunen.
mit Freudenschuͤssen begrüßt. Noch in derseiben Stunde ließ Eßeid Mustapha Nedschib Pascha (der Seraskier), die Haͤupter der Gesetzgelehrten (Ulemas) und die Notabeln der Stadt nach dem Kastell bescheiden, wo ihnen ein Großherrlicher Ferman vor⸗ gelesen wurde, kraft dessen Nedschib Pascha zum Kaimakam (Stellvertreter des Statthalters) ernannt und von dem Sultan beauftragt wird, die Ruhe in der Regentschaft herzustellen und die Zuͤgel der Regierung bis zur Ankunft des neuen Pascha zu fuͤhren, den die hohe Pforte fuͤr Tripoli ernennen werde. Den
neigen und zu gehorchen.
Fermans wurden die Kanonen des Kastells geloͤst und Boten eilten nach der Umgegend, um die Bewohner von den Anordnun⸗ gen des Sultans in Kenntniß zu setzen; den Rebellen von Mes⸗ chia wurden 48 Stunden Bedenkzeit gegeben, um sich zu unter— werfen, nach deren Ablauf die Feindseligkeiten gegen sie eroͤffnet werden sollten. Die Thore der Stadt, welche seit drei Jahren verschlossen waren, wurden geoͤffnet, worauf eine große Menge Landvolk in die Stadt stroͤmte, die Waffen mußten jedoch beim Eingang auf der Wache zuruͤckgelassen werden. In der Nacht vom 2sSsten durchstreiften zahlreiche Patrouillen die Stadt, in welcher eine solche Stille und Traurigkeit herrschte, daß man in einer Einoͤde zu seyn glaubte. — Am Losten fiel nichts von Be⸗ deutung vor; Sidi Ali befand sich fortwaͤhrend am Bord der Tuͤrkischen Flotte, wo er mit aller seinem Range gebuͤhrenden Auszeichnung behandelt, und Jedermann erlaubt wurde, ihn be— suchen zu duͤrfen. — In der Nacht vom 2asten auf den 30sten wurde von den Scheichs in Meschia Rath gehalten, und einstim⸗ mig der Beschluß gefaßt, sich dem neuen Pascha zu unterwerfen; wirklich erschienen am 30sten um halb 6 Uhr Morgens gegen vierzig dieser Haͤuptlinge in der Stadt, um dem Seraskier, im Namen des Volkes, ihre Huldigung darzubringen. Die Verbin⸗ dung zwischen Stadt und Land wurde nun sogleich hergestellt, und die erste Sorge des neuen Pascha war, alles Geschuͤtz und Munition, in deren Besitz sich die Rebellen befunden hatten, in die Stadt schaffen zu lassen. Das Haupt der Rebellen, Sidi Mohammed Caramanli, floh gegen Osten in das Innere des Landes, und sein erster Minister, Bet⸗el⸗Mil, fluͤchtete sich an Bord der Englischen Fregatte „Favorite“. — Am 31sten besetzten 1000 Mann regulairer Truppen Meschia und Sakal. Der Englische Konsul verwendete sich zu Gunsten Bet⸗-el⸗Mil's und suchte die Erlaubniß fuͤr ihn zu erwirken, unter Englischem Schutze in die Stadt kommen zu duͤrfen; allein Nedschib Pa⸗ scha verweigerte dies und ließ Herrn Warrington bedeuten, daß sich Bet⸗el⸗Mil gleich allen uͤbrigen Scheichs des Landes den Be⸗ fehlen des Sultans zu unterwerfen habe. — Heute, den 2. Juni, hat Nedschib Pascha nachstehendes Cirkular⸗Schreiben an die Konsulate der Europaͤischen Maͤchte in Tripoli erlassen: „„Eßeid Mustapha Nedschib, von Gottes Gnaden, Pascha, General⸗Lieu⸗ tenant der regulairen Truppen, Wesir der Hohen Ottomanischen Pforte, mit außerordentlichen Vollmachten von selber beklei⸗ det ꝛc. — Durch Gegenwaͤrtiges machen wir Euch kund, daß
wir mit Vollmachten der Hohen Ottomanischen Pforte hier an⸗ gekommen sind, um den Unordnungen, welche dieses Land so
verfuͤgte sich Ali Pascha, in Begleitung seines Ministers, seiner Saͤmmtliche Truppen waren von dem Kastell bis
ertoͤnte der Donner der Kanonen, was man fuͤr das Zeichen hielt,
Ulema's und den Notabeln blieb nichts uͤbrig, als sich zu ver⸗
Nach Verlesung des ebenerwaͤhnten ”
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Alles erwartete nun, Ali Pascha zu erblicken; allein — Ali Pascha erschien nicht, er war auf der Großherrlichen Fregatte zuruͤckgehalten worden. — Nachdem der Seraskier im Kastell angelangt war, wurde er von den Forts
ten, in welcher Beziehung zwar hier nichts
lange Zeit zerruͤttet haben, ein
al Ziel zu seinen Dependenzen so lange
setzen und selbes nebst allen
zu regieren, als es unserem erlauch⸗
ten Herrn und Gebieter Sultan Mahmud gefallen wird. —
Ihr habt Euch also in allen und duͤrft uͤberzeugt seyn,
Vorfallenheiten an uns zu wenden, daß wir unsererseits stets geneigt seyn
werden, zur Aufrechthaltung jener freundschaftlichen Verhaͤltnisse beizutragen, welche gluͤcklicherweise zwischen der Hohen Pforte
und den christlichen Maͤchten bestehen.
— Nachschrift. Ali
Pascha ist so eben mit seinem erstgeborenen Sohne und gegen
vierzig Personen von seinem Gefolge
nach Konstantinopel abgese⸗
gelt. Sidi Mohammed Caramanli soll auf seiner Flucht nach dem Innern des Landes von einem feindlichen Volksstamme an⸗
gefallen worden seyn und seinem Leben
ein Ende gemacht haben.“
Von der Tuͤr
kischen Graͤnze, 22. Juni.
durch einen Pistolenschuß
Den uns
aus Skutari vom 10ten d. M. zugekommenen Nachrichten zu⸗
folge, sind zwar seit dem 2ten d. keine Feindseligkeiten
fallen, aber es ist auch andererseits eine Pacification herbeizufuͤhren.
— mehr vorge⸗ kein Schritt geschehen, um
Weder der Wesir noch die
Partei der Insurgenten hat irgend eine Verstaͤrkung bisher er⸗
halten.
Die 500 Miriditen, die sich bei Saderina, 3 Miglien
von Skutari, zeigten, scheinen Leute zu seyn, denen auch von
Seiten der Insurgenten nicht recht Letztern den Uebergang uͤber die
zu trauen ist, weshalb diese 8. . die Dwina zerstoͤrt haben. Da ganz Nieder⸗Albanien ebenfalls in Aufstand gegen die
Pforte ist —
wie dies von dem Oesterreichischen Konsul in Durazzo unterm
26sten v. M. bestaͤtigt wird — so
ten haben Todesstrafe darauf gesetzt, lichen Truppen Lebensmittel zufuͤhrt. Hoffnung, daß sich die 888
2östen v. Faͤt o hat natuͤrlich der Skutari keine Huͤlfe von dort erhalten koͤnnen.
esir von Die Insurgen⸗ wenn jemand den Großherr⸗ Noch hegen sie immer die
en Gebirgsvoͤlker ihnen anschließen
werden, und daß es ihnen gelingen wuͤrde, die Festung durch
Hunger zur Kapitulirung zu
1 ing zu zwingen. — In Triest sind Nachrichten aus Skutari 15. Juni eingegangen, bringen aber noch kein Ende seligkeiten zwischen den Einwohnern dieser
bis zum der Feind⸗ Stadt und den Trup⸗—
pen der Regierung, welche noch immer in der Citadelle einge⸗
schlossen waren und fortfuhren, von
beschießen, jedoch ohne Schaden anzurichten. der betraͤchtlichen Entfernung wegen, daß sie nur leichte Spuren zuruͤckließen.
lichen Einwohner und aus Ruͤcksicht
Zeit zu Zeit die Stadt zu 1 Die Kugeln fielen, groͤßtentheils so matt auf, Die Haͤuser der christ⸗
fuͤr diese — vermuthlich in
Folge der Vorstellung des Oesterreichischen Konsuls — wurde auch der Bazar von der Besatzung der Citadelle so viel wie moͤg⸗
lich geschont, wogegen auch Jene anfingen, neutral zu verhalten — was ebenfalls dem reichifchen Konsuls zugeschrieben wird. Die christliche Bevoͤlkerung der benachbarten
sich mehr und mehr Einflusse des Oester⸗ Miriditen (d. i, die Gebirgsgegend), welche zur
Uaͤter tuͤtzung ihrer Glaubensgenossen herbeigeeilt waren, haben sich in Folge dieses Umstandes zum Theil ebenfalls wieder nach Hause begeben, und so sind es jetzt nur noch die Tuͤrkischen Bewohner
mit ihren Morlackischen Soͤldlingen, selig gegenuͤberstehen, uͤbrigens noch
welche dem Pascha feind⸗ stark genug sind, um Mei⸗
ster der Stadt zu bleiben, und den Pascha, fuͤr den Fall, daß er
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die Citadelle, wo der Mangel an Nahrungsmitteln schon sehr stark eingerissen seyn soll, verlassen wollte, ernstlich zu bedrohen.
Auch in der Stadt herrschte theilweiser
teln, und als Folge hiervon eine Alle Nahrungsmittel werden
gewoͤhnlichen Werthes bezahlt.
Aus Salonichi schreibt man, ausgebrochen und bereits einige Haͤuser infizirt seyen.
Alexandrien angelangtes Schiff schleppt.
Mangel an Lebensmit⸗ außerordentliche Theurung
mit dem dreifachen Betrage ihres
daß in Cavalla die Pest Ein aus
hatte diese Seuche einge⸗
Es ist dies eine Aufforderung mehr, die groͤßte Strenge
gegen aus Aegypten kommende Schiffe und Waaren zu beobach⸗
GS
Wir entlehnen der Bayerischen nachstehende anziehende Beschreibung der
zu wuͤnschen uͤbrig ist. 6“ National⸗Zeitung
Festlichkeiten, welche
die fuͤr Griechenland denkwuͤrdigen Tage des 1. Juni und fol⸗
gende bezeichneten:
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und fast rauh vor dem Deutschen
ihm jetzt die Haͤnde, begruͤßt ihn als
b „Athen, 6. Juni. freundliches und immer hellere Aussichten nendes Leben hat hier und allerwaͤrts in
und wenn sonst der Hellene verduͤstert,⸗
Ein neues Leben, ein n in die Zukunft oͤff⸗ Griechenland begonnen, unwillig, unfreundlich voruͤberging, so druͤckt er halben Landsmann, ver⸗
traut ihm seinen Kummer und seine Freuden, tanzt und singt,
wo er ist, auf der Straße oder im ein ganz anderer Mensch geworden zu seyn. Koͤnig!“ hoͤrt man allerwaͤrts, aus jedem Liebe zu diesem trefflichen Fuͤrsten uͤbertrifft
wartung.
zu sehen, ihm zu huldigen;
Freien, kurz er scheint „Es lebe der Munde, und die
jede fruͤhere Er⸗
Aus allen Griechischen Nomen (Distrikten relng 6 riecht . (Distrikten), oft von bloßen Doͤrfern, sind Abgesandte hier, p
um ihren lieben Otto
auch Muselmaͤnner aus Ne⸗
groponte, Englaͤnder und Italiaͤner, Franzosen, Tuͤrken aus
den benachbarten Provinzen,
nun freies und
sogar Smyrna sind Gaͤste gekommen, um zu beobachten, wie er es selbst beginnt, selbststaͤndiges Volk gluͤcklich
von Konstantinopel und
den gefeierten Koͤnig ein lang gedruͤcktes, zu machen.
Kaum stieg die gluͤhende Sonne am heitern Morgen des lsten
Juni aus dem Spiegel des Meeres empor,
Donner der Geschuͤtze von der genden Griechenlands und der ersten Festtag verkuͤndete. Morgendaͤmmerung auf
Alles
als der maͤchtige
Akropolis herab nach allen Ge⸗ Inseln hin den laͤngst ersehnten war den Beinen,
natuͤrlich schon seit der vom Wohnen der unge⸗
heuern Menge in den ohnehin wenigen und noch dazu kuͤm⸗
merlichen Huͤtten war keine Rede, hen geringe Muͤhe. Und nun beiden Bataillons⸗Musiken in V Das 8 was Neues, aber in jeder
und so kostete das Aufste⸗
gings an die Reveille der „Musiken in Verbindung mit Blech⸗Musik. war den nicht Athenischen Griechen fast insgesammt et⸗ w Beziehung Willkommenes. 11 Uhr verließ der gefeierte Otto sein Palais. Beamten und Gesandten begleiteten ihn. Fuß uͤber die Schwelle gesetzt, als tausend Stimmen ihr „Zro“ (Vivat) riefen, so daß man
— Gegen Alle Staats⸗ Kaum hatte er den und wieder tausend glaubte, ein
Sturm woge mit aller Gewalt durch. die Straßen der Stadt.
Und nun ging's an ein Draͤngen und Manche Thraͤne den klaren Augen, und er war kaum Silbe uͤber jene hoͤheren Empfindungen, Augenblicke beseelten, der Umgebung zu vertrauen. in der That unbeschreibliche Momente der Ruͤhrung haben wir unser altes Griechenland wieder, Ve heisterung 1b , einer abgehrochenen Wort reckte er die Haͤnde gegen den Himmel, beroch d2e
muͤsse Jeder den Koͤnig sehen.
wir einen Koͤnig“, rief in der meiner Seite, und am Schlusse
eegeisterung sein zuro durch bebten. Und das war ein Mainot,
Druͤcken, als wolle und hraͤne glaͤnzte ihm aus maͤchtig, auch nur eine die ihn schon in diesem Das waren jetzt erst besitzen ein Grieche an
und rief mit einer
die Luft, daß mir die Nerven ein Beweis, wie es kaum