1835 / 193 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nem Palais zuruͤckkehrte.

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Koͤnigl. Regierung zu Stralsund und des Koͤnigl. Konsistortums

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einen Winkel in Griechenland giebt, wo nicht die Liebe zum Köͤ⸗ nige gefunden werden koͤnnte. Ja, oft habe ichs gesehen, wie ir⸗ gend eine Matrone, irgend ein ganz raͤuberisch aussehender Pa⸗ likar das Bild Otto's an die Brust druͤckte und herzte und kuͤßte, als huldige er den brennenden Lippen einer Hydriotischen Jung⸗ frau. Und das ist bei Gott keine Verstellung. Dies sah man an dem uͤber alle Begriffe steigenden Jubel, als der Koͤnig

nach angehoͤrter feierlicher Messe die sogenannte Friedens⸗Kirche

von St. Irene verließ, und zum Empfange der fremden Gesand⸗ ten und zur Huldigung seiner obersten Staats Beamten nach sei⸗ Vorher fand die Verkuͤndigung der Proclamation durch einen festlich gekleideten Herold zu Pferde statt, die, in vielen tausend Exemplaren vertheilt, auch in demsel⸗ ben Momente die Amnestie fuͤr die Gesangenen nach dem Pala⸗ mides brachte. Eben die Amnestie war es aber, die dem erlauchten

Ddtto gewiß alle Griechischen Herzen gewann, mochten sie auch nooch immer im Parteizwiste verstrickt gewesen seyn.

Man kann kaum glauben, welche Popularitaͤt der Koͤnig sich durch die Frei⸗ assung des immerhin ehrwuͤrdigen Greises und Helden Koloko⸗ coni erwarb. Ich mischte mich unter einen Haufen Hellenen, ie fruͤher mir scheu ausgewichen waren, und nun mich beim Rock, bei der Hand, kurz wo sie mich nur immer erwischen konn⸗ ten, faßten und druͤckten, und ploͤtzlich schrie Einer aus vollem Halse: unser Vater ist frei, es jebe der Koͤnig! und der ehrwuͤr⸗ dige Titel „Vater“ galt dem Greise auf dem Palamides. Die mitraͤgige Hitze erlaubte keine uͤbermaͤßige Fortsetzung des Jubels; aber unter den uͤberall aufgeschlagenen Gezelten floß der TCyprer, als gelte es, fuͤr die Ewigkeit zu trinken. Bei Hofe war große Tafel, wo man sich der heitersten und ungezwungensten Laune Pberließ. Der zum Reichs⸗Kanzler ernannte Graf von Arman⸗ sperg, der Geachtetste unter allen bisherigen Regentschafts⸗Mit⸗ gliedern, brachte die ersten Toaste auf das Wohl des Koͤnigs aus, und kaum hatte eine Salve von der Akropolis herab eingestimmt, als die Hellenen von allen Tischen, die meisten vom bloßen Boden

ie mit einem Zauberschlage aufsprangen, und das tausendstimmige

vro aufs Neue durch die schwuͤlen Luͤfte schmetterte. Dem Koͤnig⸗ lichen Vater in Bavyern wurden mit gleicher Herzlichkeit auch üͤberall Lebehoch's gebracht. Abends waren Athen und die Akro⸗ polis beleuchtet. Mit geringer Begleitung, aber unter erneu⸗ rein Zujauchzen der Menge, schritt der Koͤnig durch die nun vollens gereinigten Straßen der Stadt, und druͤckte Jedem, dem er Funte, Freude und ungeheucheltes Wohlwollen fuͤr seine Griechen aus. An der westlichen Seite der Stadt wurden Feuer⸗ perke abgebrannt. Festschießen, von Deutschen veranstaltet, und Wettrennen, Tanz im Freien, Gesang und Militair⸗Musik unter einander ab. Von Nauplia geht die Nachricht ein, daß auch dort der Jubel des Volkes aufs Hoͤchste stieg. Und so hat denn Koͤnig Otto seine Regierung selbst angetreten. Niemand traͤgt auch das geringste Bedenken, daß Griechenland nun nicht einer schoͤnen Zukunft entgegen gehen werde. Die erste und wichtigste Aufgabe ist die Errichtung von Schulen in moͤglichst vielen Theilen des Reiches, damit der sonst sehr gesunde geistige Kern des Volkes eine be⸗ stimmte Form erhalte; sodann die Versoͤhnung der bereits ohne⸗ hin sehr schlaff gewordenen Parteien. Beides wird geschehen.

Anderes Gute kann folgen.“ 1

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Berlin, 12. Juli. Am 24sten v. M., seinem Sisten Ge⸗ burtstage, feierte der Superintendent der Synode Loitz (Neu⸗ vorpommern), Konsistorial⸗Rath !)r. Barkow, sein funfzigjaͤhriges Amts⸗Jubilaͤum. Das Jubelfest dieses hochverdienten Geistlichen ward von allen Seiten gern benutzt, um ihm Beweise der An⸗ haͤnglichkeit, des Wohlwollens und der Hochachtung zu geben.

Gluͤck widerfahren war, von Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Kronprin⸗ zen, bei Hoͤchstdessen Durchreise durch Loitz Worte huldreicher Theilnahme zu vernehmen, erschienen am Festtage selbst die zahl⸗ reichen Gluͤckwuͤnschenden: der Magistrat, der zugleich einen werthvollen, mit einer Lateinischen Inschrift versehenen silbernen Pokal uͤberreichte; die Synode, welche ihrem wuͤrdigen Vorsteher ebenfalls einen silbernen Pokal verehrte; der aͤlteste Sohn des Jubilars, Professor )r. Barkow und der Hofgerichts⸗Rath Ziem⸗ ben aus Greifswald mit Gratulations⸗Schreiben der dortigen Universitaͤt und des Koͤnigl. Hofgerichts; der Bischof Dr. Ritschl aus Stettin, der Regierungs⸗Praͤsident von Seydewitz und der Konsistorial⸗ und Schul⸗Rath Dor. Mohnike aus Stralsund und mehrere andere, welche theils ihre Gluͤckwuͤnsche darbrachten, theils Festgedichte uͤberreichen. Um 9! Uhr ward der Jubilar in die festlich geschmuͤckte Kirche gefuͤhrt. Der Gottesdienst begann mit einem zu diesem Tage beson⸗ ders verfaßten Liede; darauf folgte die Liturgie und die Predigt uͤber 2. Sam. 19, 34. 35. Nach letzterer betrat der Bischof Dr. Ritschl den Altar und uͤbergab am Schlusse seiner Rede dem Jubilar als ein Zeichen Koͤniglicher Huld die Schleife zum Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse, bezeugte ihm auch die Theilnahme des Koͤnigl. Ministeriums der geistlichen 81. heiten und behaͤndigte ihm die Gluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben der

Nachdem ihm schon am Vorabende des Festes das besondere V

und Provinzial⸗Schul⸗Kollegiums zu Stettin. Zuletzt wurde

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An den folgenden Tagen wechselten Baͤlle,

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licher Geistlichen unter Auflegung der Haͤnde und Gebet feier⸗ lich eingesegnet. Nun betrat auch der Jubilar selbst den Altar, sprach mit vieler Kraft zu der Gemeinde und den Mitgliedern seiner Synode und ertheilte der ganzen christlichen Versammlung den Segen. Zum Schlusse des Gottesdienstes ward das Halle⸗

mit dem Jubilar, außer seinen Angehoͤrigen, saͤmmtliche anwe⸗ sende Mitglieder der Koͤniglichen und staͤdtischen Behoͤrden, die Geistlichen der Synode und mehrere andere fremde Gaͤste auf dem Rathhause zu einem Festmahle versammelt, bei welchem sich vor Allem die Verehrung und Liebe gegen des Koͤnigs Majestaͤt und das ganze Koͤnigliche Haus laut kund gab.

Der in Breslau bestehende Verein fuͤr Pferderennen und Thierschau wird am 9. September d. J., zu der Zeit, wo Se. M. der Koͤnig daselbst erwartet werden, ein außerordent i⸗ ches Rennfest veranstalten, bei welchem 6 Rennen stattfinden sol⸗ len, und zwar: I) um das von Sr. K. H. dem Prinzen Karl verltehene silberne Pferd, 2) um einen Preis von 100 Rthlr., 3) um den von Ihrer Durchlaucht der Frau Fuͤrstin von Lieg⸗ nitz ausgesetzten silbernen Pokal, 4) um einen Preis von 150 Rthlr., 5) um einen von des Koͤnigs Majestaͤt Allergnaͤdigst be⸗ willigten Preis von 500 Rthlr., 6) um einen silbernen Pokal oder eine Schaale mit bezuͤglichen Verzierungen auf die freudige Bedeutung des Tages.

Meteorologische Beobachtung. * Morgens Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

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337,92" Par.] Quellwärme 7,4 ° R. 9,9 °R. Flukwärme 17,5 ° R. 789 N 3 23 0 ˙ι R. Bodenwärme 13,3 °R. 84 vrCt. halvheiter.

1835. 11. Juli.

Nachmittags 2 Uhr.

ursmeem

Luftdruck... V 335,71° par. 336,65““ Par. Luftwärme. 13.4 ° R. 16,4 ° R. Thaupunkt. 12,0 ° R. 7,6° R. Dunsisättig. 90) vEt. 51 pCt.

——ᷓNn

Wetter. regnig. halbheiter.

Wind 1 W. W.

Wolkenzug.. W. Tagesmittel⸗ 13,5 5 R...

W. Niederschlag 0,146 Rh. [Nactkatte 6,8 R. 9,1 9 R. .

330,76"„ Par.. 75 pCt.

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Auswärtige Börseu.

Amsterdam, 7. Juli. 8 Schuld 56 91 5 9 do. 101 ¾. Ausg. Schuld —. 3 ½ 38 80 ½. Kuss. 9 2%. Oesterr.

do. 13 Anl. —, Span. 5 3 42.

Niederl. wirkl. Kanz-Hill. 25 3 A4 ½ 9 Amort. 945 9 1⁄% Freuss. Priim.-Scheine 107 3 27

*

Antwerpen, 6 Juli. 8 Coup.

Span. 5 % 42 ½¾ Zinsl. 17 ½. Cortes 35;. Span. Anl. 48 Belg. 100 ½.

19 ½. Neue

HIamburg, 10. Juli. 1G Engl. Russ. 105 . Hope in Cert. 99 ¾. Preuss. Präm.-Scheine Polu. 1381 Jene Poln. Am 176. Dän. —. Port. 5 89.

—.———

London, 7. Juli.8 18 Cons. 398 90 ½. Belg. 100. Span. Cortes 49 ½3. Obl. v. 1834 46 ½. Zinsl. 13 ¾, Ausg. 23. 2 ½ 8 Holl. 55 ½. 598 do. 101 ⅛. Fort. 5 8 99. 3 8 60, Engl.-Kuss. 109 ¼. Mex. 36 ½. Peru 31 ½.

121.

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Wien, 7. Juli. 48 972 ½. Neue Aunl. 58 ½.

5 ½ Met. 101¾ Bunk-Actien 1329. 6 56 ¾ Koͤnigliche Schauspiele. 8 Montag, 13. Juli. Im Schauspielhause: Der Kausmann

von Venedig, Schauspiel in 5 Abth., von Shakespeare, uͤbersetzt

von Schlegel.

Dienstag, 14. Juli. Im Schauspielhause: Posten. Hierauf: Die Einfalt vom Lande.

Mittwoch, 15. Juli. Im Opernhause: Zum erstenmale: Das eherne Pferd, Zauber⸗Oper in 3 Abth., nach dem Franz. des Scribe, von dem Freiherrn v. Lichtenstein. Musik von Auber.

Die neue Decoration des dritten Aufzuges: „Der Zauber⸗ garten auf dem Planeten Venus“ ist von dem Koͤnigl. Decora⸗ tionsmaler Herrn Gerst, die darauf folgende Decoration: „Pa⸗

Nicht vem

gode“ von dem Koͤnigl. Decorationsmaler Herrn Koͤhler.

Koͤnigstädtisches Theater.

Montagz, 13. Juli. Scenisch⸗musikalische Abend⸗Unterhal⸗ tung in 3 Abth. (Im Kostuͤm.) Erste Abtheilung: 1) Hu⸗ verture und Scenen aus der Oper: „der Frzischuͤtz“, von C. M. v. Weber. 2) Scene und Arie aus der Oper: „Zampa“ von Herold. 3) Große Scene mit Chor aus der Oper: „Semi⸗ ramis“ von Rossini. 8 nen aus der Oper: „Wilhelm Tell“ von Rossini. Dritte Ab⸗ theilung: Scenen aus der Oper „Othello“ von Rossini. (Dlle. Vial, vom K. Sardinischen Hof⸗Theater zu Turin: Semiramis

und Desdemona, als Gastrolle. Hr. Bayer, K. Bayerischer

ubelgreis von dem Herrn Bischofe in Gemeinschaft saͤmmt⸗

luja aus Haͤndel's Messias aufgefuͤhrt. Am Mittage waren

Alpen statt des Herrn Saladin, dieser zum Praͤfekten des Drom

Ausdünstung 0,083“Rh.

rations⸗Armee nur interimistisch und bis zur Ernennung eincz

Zweite Abtheilung: Ouvertuͤre und Sce⸗

Hofsaͤnger zu Muͤnchen, wird hierin auf vieles Begehren vo⸗ seiner Abreise als Zampa, Arnold Melchthal und Othello noc einmal auftreten.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkan des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

Dienstag, 14. Juli. Hinko, der Stadtschultheißen⸗Sohn von Nuͤrnberg, Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorspiel⸗ „der juͤngere Sohn“, mit freier Benutzung des Storchischen Romans, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer.

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MNeueste Nachrichten.

Paris, 6. Juli. Vorgestern Abend wurde der Prifch des Seine⸗Departements in Neuilly von dem Koͤnige empfan

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gen. Gestern Mittag begaben S. M. sich nach Versailles. N. Minister waren um dieselbe Zeit in der Hauptstadt zu ehh Konferenz bei dem Herzog von Broglie versammelt. 1

Der Prinz Leopold von Sicilien wird am naͤchsten M woch (8ten) mit dem Paketboot von Brighton in Dieppe wartet. Man versichert, der Prinz werde sich von dort dir nach dem Schlosse Eu begeben, wo die gesammte Koͤnigliche milie ebenfalls einige Tage zubringen wuͤrde.

Unter den Praͤfekten haben mehrere Versetzungen stattgefe den. Der Unter⸗Praͤfekt von Douai, Herr Germeau, ist zu Praͤfekten des Departements der obern Vienne statt des Hen Mourgue, dieser Letztere zum Praͤfekten des Depts. der obe

Depts. statt des Herrn Henry, und Letzterer zum Praͤfekten e Depts. der Ardennen statt des verstorbenen Barons von . cours ernannt worden. Die Praͤfekten des Depts. des Lot w des Depts. der oberen Pyrenaͤen haben unter einander getauscht

Herr Odilon⸗Barrot ist gestern fruͤh von hier nach dem deorte Nöris abgereist.

Heute Mittag verbreitete sich hier das Geruͤcht, es sey eben eine weit verzweigte republikanische Verschwoͤrung entdes worden, die dem Minister des Innern und dem Polizei⸗Prͤfe ten viel zu schaffen mache.

Man schreibt aus Toulon unterm 29. Juni: „Vorgeste sind alle hier befindlich gewesene Last⸗Korvetten und Gabarn nach Algier, Bona, Oran und Bugia abgesegelt, wo sich verschiedenen Detaschements der Fremden⸗Legion befinden, w nach Spanien eingeschifft werden sollen. Morgen gehen die Liyim schiffe, Duquesne“, „Triton“ und „Nestor“ nach derselben Besim⸗ mung ab. Dagegen sind heute das Linienschiff „die Stadt Marsilk“ und die Fregatte„Arthemisia“ aus Griechenland hier eingetrofsen mm uͤber die Huldigung des Koͤnigs Otto Bericht zu erstatten. Fe⸗ kanntlich war der Tontre⸗Admiral Massieu de Clairval mit h nem Linienschiffe und einer Fregatte nach Griechenland abgeft tigt worden, damit Frankreich bei jener Feierlichkeit wuͤrdig praͤsentirt werde. Derselbe ist aber zu spaͤt eingetroffen, so d bloß der Capitain Lalande, der „die Stadt Marseille“ befehlig bei der Huldigung zugegen war.

Die neuesten Nachrichten aus Madrid melden unter „. derem, daß dem General Latre das Kommando der Reserve⸗Arme das fruͤher der General de la Hera hatte, uͤbertragen worden sey, den sagen sie nicht, daß dieser Letztere den Oberbefehl uͤber die 9p rations⸗Armee im noͤrdlichen Spanien erhalten habe; vielmee war immer noch von den Generalen Quesada oder Saarsfiel zu diesem Posten die Rede, da der General Morillo ihn Kreaͤnk lichkeits halber ausgeschlagen hatte. Briefe von der Gragafe b richten, der General la Hera habe das Kommando uͤber die Ha⸗

neuen Ober⸗Befehlshabers erhalten. Valdez soll nach Madrt abgereist seyn, um uͤber sein Benehmen Rechenschaft abzulegen,

Das Journal des Débats meldet nach Briefen a Athen vom 10. Juni, daß der Koͤnig Otto, nach Aufloͤsung se nes Ministeriums, Herrn Coletti zum Botschafter in Paris nannt habe, und daß der aus St. Petersburg abberufene Fumgt Suzzo zum Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten bestimmt sen

Die hoͤheren Course der Englischen Fonds an der Londonge Boͤrse vom 4ten haben auch den hiesigen einen neuen Impll gegeben. Uebrigens war an der Boͤrse durchaus keine neler Nachricht aus Spanien bekannt. Es hieß nur, die Regierun, habe von dem Madrider Kabinet die Verficherung erhalten, da das politische System des Ministeriums Martinez de la Ro aufrecht erhalten werden wuͤrde.

Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 168. 90. 1 ceur. 109. 10. 3proc. pr. compt. 79. 20. sin cour. 79. öproc. Neap. pr. 6ompt. 97. 5. fin conr. 97. 25. 599 Span. 41 ⅛. 3proc. do. 28 ½. Ausg. Schuld 17. Cortes 39

Frankfurt a. M., 9. Juli. Oesterr. 5proc. Mem 102 ¾. 4proc. 98 ⁄¼⅛. 98 ¾. 2 ½proc. 58. 57 ½. lproc. 2 G. Bank⸗Actien 1633. 1631. Part.⸗Obl. 140 ½. 140 ¾, Llm zu 590 G. 117. 117 ½¼. Loose zu 100 G. 213 ½6. G. Pre Praͤm.⸗Sch. 61 ½. Br. do 4proc Anl. 98 ¾. 98 ½. Poln Lae 69 ¼. 60 ½. 5proc. Span. Rente 40 ¾ 40 ⅞. 3pror. do. 25 ½. 9

Reedacteur Cottel..

Gedruckt bei A. W. Hayn.

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3 Der Jahrgang 1835, von dem die Nummern 1

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dem Jahrgang 1834 der:

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thuͤmlichen Charakter. ein Diminutivum alles dessen zu liefern, was in fruͤheren Zeiten geschehen ist. punkt dieser neuen Aera, ein Diminutivum der Revolution von 1789? Auch sie hat ihre entthronte Dynastie gehabt, aber ohne blutige Katastrophe; eine veraͤnderte Verfassung, aber nur in einigen Punkten. ihre Feldzuͤge am Rhein und ihre Feldzuͤge in Italien; wir haben die militairische Promenade nach Belgien und die Besetzung Ankona's gehabt. mit einer Armee von 100,000 Mann; wir gedenken, die Frem⸗ den Legion und einige Pariser Freiwillige hinzusenden. wir in gewisser Beziehung ein Diminutivum der Restauration seyn, wie diese ein Diminutivum der Kaiserlichen Regierung war? Und wohin wuͤrde uns eine solche Progression fuͤh⸗ ren? Alles koͤmmt daher, Grund, den Krieg fuͤrchten, und daß wir uns doch nicht den Schein geben wollen, ihn zu fuͤrchten; daher alle die Demonstra⸗ tionen, welche darauf berechnet sind, die Ehre zu retten, ohne die Dauer eines fuͤr noͤthig erachteten Friedens zu gefaͤhrden. Zwei Erinnerungen beherrschen Frankreich: die Erinnerung an die re⸗ volutionnairen Greuelthaten und die Erinnerung an die Kriege der Kaiserlichen Regierung. die Freiheit auf seiner Hut ist, die andere, daß man den Krieg um jeden Preis vermeiden will.

iebt Allem, was man thut, einen kleinlichen und zweideutigen

harakter. mus, weder Frieden noch Krieg. len, daß in dem, was vorgeht, in der Art, wie man Spanien zu Huͤlfe kommen will, mehr Hinterlist als Groͤße liegt, und daß man, aus Liebe zum Frieden, zu den barbarischen Zeiten des Krieges zuruͤckkehrt.“

Cervante’'s Werke, aus dem Span v. Hit⸗ det hat.“

Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August ist von hier nach Magdeburg abgereist.

Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Arnsberg ist dem Geistlichen Johann Heinrich

Kluͤppel die. erledigte Kaplaneistelle zu Lethmate verliehen worden;

zu Erfurt ist die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Felchta

dem Kandidaten des Predigtamts, Chriseean Adolph Fuͤhr, aus Muͤhlhausen, konferirt und die erledigte evangelische Diako⸗ natstelle zu Walschleben dem bisherigen ordinirten Kollaborator zu Wandersleben, Julius Eduard Lauter, verliehen worden.

Angekommen: Se. Excellenz der Koͤnigl. Schwedische

General⸗Lieutenant und Staatsrath, Graf von Loͤwenhjelm, von Stockholm. 8

Abgereist: Der Ober⸗Praͤsident der Provinz Pommern,

von Bonin, nach Stettin.

Zeitungs⸗Nachrichten. v 111614“*“

NRußland. 1 Odessa, 23. Juni. Der Erzbischof von Kischineff und

Chotin ist hier angekommen, und der Staats⸗Secretair, wirk⸗ liche Geheimerath Willamoff, der einige Tage in hiesiger Stadt zugebracht hat, ist gestern von hier nach Sebastopol abgereist.

Die hiesigen kuͤnstlichen Mineralbrunnen kommen jetzt im⸗

mer mehr in Aufnahme, und man erwartet in diesem Sommer, besonders wenn erst die Gutsbesitzer der benachbarten Provinzen zum Gebrauch der Seebaͤder nach Odessa kommen, eine sehr starke Benutzung derselben.

11“ Paris, 6. Juli. Der Fuͤrst von Talleyrand hatte gestern

in Neuilly eine mehrstuͤndige Besprechung mit dem Koͤnige.

Die Pairs werden morgen und uͤbermorgen eine Gerichts⸗

F. und am Donnerstag wieder eine legislative Sitzung hasten.

Im Temps liest man: „Jede Epoche hat ihren eigen⸗ Es scheint, daß die unsrige bestimmt ist,

War nicht die Juli⸗Revolution, der Ausgangs⸗

Die Revolution und das Kaiserthum hatten Die vorige Regierung intervenirte in Spanien

Sollten

daß wir, und nicht ohne

Die eine bewirkt, daß man gegen Aber diese doppelte Besorgniß

Wir haben weder die Freiheit noch den Despotis⸗ Wir koͤnnen uns nicht verheh⸗

Eben dieses Blatt bemerkt in seinem heutigen Bulletin:

Seit der Juli⸗Revolution, und sogar noch laͤnger, ist kein Er⸗ eigniß vorgefallen, welches ein so maͤchtiges Interesse darbot, daß es die oͤffentliche Aufmerksamkeit von den politischen Angelegenhei⸗ ten abgelenkt haͤtte. Der Prozeß, welcher waͤhrend dieser ganzen Woche den Assisenhof beschaͤftigt hat, macht in dieser Beziehung eine merkwuͤrdige Ausnahme. gierde niemals so lebhaft unter allen Klassen der Gesellschaft er⸗ regt war, so daß seit sechs Tagen fast von nichts Anderem die ede gewesen ist. Allerdings bot auch diese traurige Angelegen⸗ heit mehr als eine Frage der Moral dar, und in dieser Hin⸗ sicht gab es wenige Familien, die dem Ausgang des Prozesses cht mit einer Besorgniß entgegen sahen, die den Gesinnungen unseres zu sehr verleumdeten Zeitalters noch Ehre macht. ten auch hat der Grundsatz der Oeffentlichkeit eine vollstaͤndigere

nwendung erhalten. Es wurden hin und wieder einige Aus⸗ aͤlle auf die reinen Grundsaͤtze der Sittlichkeit gewagt, vielleicht aus Mangel an richtigem Takt; aber die ernste Haltung eines aufgeklaͤrten Publikums ließ sogleich jedem unzeitigen Worte sein echt widerfahren, und man darf behaupten, daß jener skanda⸗

Man muß gestehen, daß die Neu⸗

Sel⸗

Prozeß der Sittlichkeit im Ganzen mehr genutzt als gescha⸗

Das Journal des Doͤbats enthaͤlt heute einen langen

Arüike⸗ worin es sich viel Muͤhe giebt, um den Beweis zu fuͤh⸗

Einmischung dieselben Resultate haben wuͤrde, als wenn Frank⸗

daß die von England und Frankreich beschlossene indirekte

reich vorweg mit einer Armee von 50— 60,000 Mann uͤber die Pyrenaͤen gegangen waͤre.

Die hiesigen Pferde⸗Rennen werden in diesem Jahre an den Tagen des 6., 10., 13., 17. und 20. September stattfinden.

Großbritanien und Irland.

London, 7. Juli. Prinz Georg von Cambridge wurde vorgestern mit großer Feierlichkeit an der Universitaͤt Cambridge immatrikulirt.

Der neue Saͤchsische Gesandte am hiesigen Hofe, Freiherr v. Schulenburg, ist hier eingetroffen. 8

Das mit dem öten d. M. zu Ende gegangene Einnahme⸗ QAuartal betraͤgt 10,542,287 Pfund und ergiebt einen Ausfall von 656,407 Pfund gegen das entsprechende Quartal von 1834, welcher ziemlich gleichmaͤßig uͤber alle Theile der Einnahmen ver⸗ theilt ist. Die gesammte Einnahme des mit dem 5ten d. M. zu Ende gegangenen Etatsjahres betraͤgt 41,913,018 Pfund, und zwar 1,758,886 Pfund weniger als das verwichene Jahr. Dieser Ausfall ruͤhrt mehrentheils von der Steuer⸗Verminde⸗ rung her.“

Die Maͤnner der Hochkirchen⸗Partei halten jetzt oͤfters Ver⸗ sammlungen in Exeter⸗Hall, wo sich der Graf von Roden, der Marquis v. Londonderry und andere Haͤupter dieser Partei ein⸗ finden, und wo zwei eifrige Orangisten, die Prediger H'Sulli⸗ van und M'Ghee, das Wort fuͤhren, um nachzuweisen, daß der Katholizismus nach wie vor von dem Grundsatze ausgehe, daß außerhalb der Kirche kein Heil zu suchen und die Ausrottung der Ketzer ein gutes Werk sey. Zum Beweise dessen stuͤtzen sie sich auf ein von dem katholischen Kirchen⸗Kollegium in Irland angeblich anempfohlenes Religions⸗Compendium eines gewissen Dens, welches dieselben Grundsaͤtze enthalten soll, wie die be⸗ ruͤchtigte Schrift des Jesuiten Sanchez.

Am Sonnabend trat eine Anzahl besonders Irlaͤndischer Parlamentsglieder zusammen, um sich wegen Maßregeln zur Beschaͤftigung des Irlaͤndischen Landvolks zu besprechen. Den Vorsitz fuͤhrte Herr O'Connell, welcher den Plan aufstellte, daß die Regierung ein genehmigen moͤge, um eine Million Pfund zu diesem Behufe aufzubringen, waͤhrend er sich selbst anheischig machte, noch zwei Millionen Pfund zu gleichem Zwecke herbei zu schaffen.

Der prachtvolle Landsitz der Prinzessin Amalie, genannt Gun⸗ nersbury⸗House, bei Ealing, ist von Hrn. Rothschild fuͤr 20,000 Pfund nJIZ; worden.

Die Times ereifert sich gegen das zum 1. August ange⸗ kuͤndigte Erscheinen einer ungestempelten „taͤglichen National Zei⸗ tung“, welche zwei Stunden spaͤter als die Morgen⸗Blaͤtter aus⸗ gegeben, diesen ihre Parlaments⸗Berichte und Privat⸗Korrespon⸗ denzen nachdrucken und fuͤr 3 Pence verkauft werden soll. Der⸗ selben Anzeige zufolge, staͤnden mehrere angesehene Maͤnner, worunter Parlaments⸗Glieder, an der Spitze dieses Unterneh⸗ mens. Sollte sich, meint die Times, eine solche Diebes⸗Bande wirklich bilden, so wuͤrde es die Pflicht des General⸗Anwalts seyn, sie wegen einer Conspiration zu belangen; wollte die Re⸗ gierung aber dem Unfug ruhig zusehen, wie wuͤrde es dann um das Budget des Kanzlers der Schats⸗Kammer stehen, wenn die Herausgeber der gestempelten Zeitungen nun einmuͤthig beschloͤs⸗ sen, kuͤnftig ihre Blaͤtter ohne Stempel auszugeben.

Der Aufruhr des Poͤbels in Birham wegen Einfuͤhrung der neuen Armengesetze, der mit den groͤbsten Ausschweifungen und Zerstoͤrungen begleitet war, ist zwar schon gestillt, doch hat man zu mehrerer Sicherheit eine Abtheilung des sechsten Dra⸗ goner⸗ Regiments dorthin geschickt.

In den letzten Berichten aus Lissabon heißt es, der Her⸗ zog von Palmella sey etwas unwohl, doch litten die Geschaͤfte seines Departements dadurch keine Unterbrechung. Die beabsich⸗ tigte Intervention in Spanien machte den Ministern viel zu schaffen, zumal da uͤber den Stand der Finanzen geklagt wird. Es waren Geruͤchte von Wiedereinfuͤhrung des Papiergeldes im Umlauf, die man jedoch fuͤr ungegruͤndet hielt. Die Bank hatte beschlossen, der Regierung 22,000 Pfund vorzuschießen, um faͤl⸗ lig gewordene Wechsel aus England zu decken, allein das Aus⸗ bleiben eines lange erwarteten Dampfbootes mit Geld hatte die⸗ sec bewogen, mit seiner Unterstuͤtzung fuͤr jetzt zuruͤck⸗ zuhalten.

Mit Hinsicht auf das muthmaßliche Schicksal, welches der in England fuͤr den Dienst der Koͤnigin von Spanien angewor⸗ benen Mannschaften harren duͤrfte, sagt der Standard: „FEi⸗ nen Verlust wuͤrde unser Land nicht gerade leiden, wenn auch alle diese Soͤldlinge, die ihr Blut fuͤr fremdes Geld verkaufen, vom hoͤchsten bis zum niedrigsten, in die Bucht von Biscaya, wo sie am tiefsten ist, gestuͤrzt oder von den Karlisten erschossen oder erhaͤngt wuͤrden. Das einzige Unheil, was wir zu fuͤrchten haben, ist, daß diese Leute wieder nach England zuruͤckkom⸗ men koͤnnten. Aber obgleich jeder Vernuͤnftige erfreut seyn wuͤrde, wenn sie zu den Antipoden oder in eine an⸗ dere Welt reisten, so ist es doch ein schrecklicher Gedanke, daß die Majestaͤt des Englischen Namens dadurch beschimpft werden soll, daß diese Leute, so schlecht sie auch seyn moͤgen, auf den Ausspruch fremder Kriegsgerichte und von der Hand frem⸗ der Henker die Strafe des Hochverraths erleiden sollen. Doch es steht natuͤrlich ganz in dem Belieben des Don Carlos, ob England von dieser Schmach getroffen werden soll oder nicht. Die Britische Regierung kann sich, ohne daß sie sich offen als Partei in dem Kriege bekennt, nicht unterfangen, fuͤr diese ge⸗ mietheten Banditen, die sie an den Kuͤsten eines von einem harm⸗ losen Volke bewohnten Landes will aussetzen lassen, Bedingungen stipuliren zu wollen. Die Britische Regierung legt ihnen keinen nationalen Charakter bei, und sie will, daß Don Carlos es thun soll? Die Britische Regierung haͤlt sich fuͤr deren Benehmen im Kriege nicht verantwortlich, und sie will fordern, daß Don Carlos diese Leute, wenn sie in seine Hände fallen, so behandeln soll, als ob sie im Dienst eines unabhaͤngigen Staats und unter dem Schutz des Voͤlkerrechts staͤnden? Es steht wohl in Lord Mel⸗ bourne’'s Macht, den Bramarbas gegen die Karlistischen Gene⸗

rale zu spielen, und er wird dies ohne Zweifel thun, aber dann ist es auch mit dem Schein der Neutralitat zu Ende, un die Lage der Söͤldlinge wuͤrde dann um so schlimmer seyn. Man wuͤrde sie nicht mehr bloß als einzelne Helfers⸗ helfer von Verraͤthern betrachten, sondern als die Re praͤsentanten des schaͤndlichsten Verraths einer ganzen Na tion. Man glaube nicht, daß wir Partei in dem Kampf nehmen. Wir wuͤnschen wahrlich dem Don Carlos kein Gluͤck; aber es handelt sich hier um eine von der Spanischen Politik ganz unabhaͤngige Frage; es ist uns nur um Englands Ehre zu thun. Wenn die Miethlinge die Erlaubniß erhalten haͤtten, dem Praͤtendenten zu dienen, wie ihnen erlaubt worden ist, der Kö⸗ nigin zu dienen, so wuͤrde die Sache zwar nicht aͤrger, aber doch gerade eben so arg seyn.“ 16

Außer dem „Royal Tar“ ist auch das Koͤnigliche Schiff „William Faweett“, mit Waffen, Munition und Geld beladen von hier nach Spanien abgegangen. 1“

Das Linienschiff „Melville“ mit der Flagge des Vice⸗Admi⸗ rals Sir John Gore, ist, laut telegraphischen Berichts bei der Admiralitaͤt, von Ostindien in Portsmouth eingetroffen. Mit demselben ist der bisherige Gouverneur von Bombay, Graf vorn Clare, in England angelangt. Der General⸗Gouverneur, Lor William Bentinck, wurde bei der Abfahrt des Linienschiffe stuͤndlich an der Kuͤste erwartet, wo ein Kriegsschiff fuͤr ihn be reit gehalten wurde.

Ein maͤchtiger Ostindienfahrer, der „Herefordshire“ vo 1335 Tonnen, ist am 3ten d. M. mit 400 Mann Truppen nach Madras und Kalkutta abgesegelt. b

Die Times berichtet: „Die Niederlagen der Aegypter in Sprien haben die Folgen gehabt, die man davon erwarten mußte Die Arabischen Volksstämme haben sich gegen ihre Unterdruͤcken erhoben. Nach Briefen aus Bagdad vom 25. April hatten die verschiedenen Staͤmme von Yemen eine Coalition gegen Mehmed Ali gebildet. Der Chef der Wechabiten ist wieder in den an den Persischen Meerbusen graͤnzenden Arabischen Provinzen erschie⸗ nen. Er hat schon imposante Streitkraͤfte unter seinen Bannern versammelt.“

Aus Launceston vom 31. Januar wird gemeldet, daß nun der letzte Rest der Ureinwohner von Vandiemensland, der noch aus einem Mann, drei Weibern und einigen kleinen Kindern be⸗ stand, von jener Insel Prsgescgec worden sey. b

Man hat Zeitungen aus Jamaika vom 25. Mai. Es herrschte dort eine dumpfe Besorgniß, daß alle solche schwarze Lehrlinge, die nicht gehoͤrig registrirt worden, vermittelst Procla⸗ mation des General⸗Gouverneurs fuͤr gaͤnzlich frei erklaͤrt werden duͤrften. Sonst war alles ruhig, und man sah der Zahlung der Entschaͤdigungsgelder, die sich fuͤr Jamaika auf 4 Mill. Pfund beliefen, zum Juli entgegen. Die Einwohner der Kaimans⸗In seln, deren Sklaven niemals registrirt worden, und welche des halb nicht entschaͤdigt werden sollten, gedachten sich an die Re⸗ gierung zu wenden, und der Marquis von Sligo hat ihnen seine Unterstuͤtzung zugesagt.

Belgien.

Bruͤssel, 8. Juli. Der Brigade⸗General Goblet ist (wie es in der betreffenden Koͤniglichen Verordnung heißt) zur Be⸗ lohnung seiner ausgezeichneten Dienste und namentlich wegen seiner Entwerfung des Vertheidigungs⸗Systemes an der Nord⸗ Graͤnze des Koͤnigreiches, zum Divisions⸗General und General⸗ der Fortificationen und des Genie⸗Corps ernannt worden.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 7. Juli. Der Koͤnigl. Griechische Gesandte, Fuͤrst Michael Suzzo, welcher aus St. Petersburg Sn ange kommen ist, hat die Ehre gehabt, Sr. Maj. dem Koͤnige ein Schreiben seines Souverains und das Großkreuz des Erlöͤser⸗ Ordens zu üͤberreichen.

Professor Berzelius hat in diesen Tagen eine Reise uͤber Kopenhagen, Hamburg und Holland nach Paris angetreten, von wo sich derselbe zur Versammlung der Deutschen Naturforscher nach Bonn begeben wird.

Vorgestern lief hier, seit 14 bis 15 Jahren zum ersten Male wieder, ein auf dem hiesigen Werft erbautes großes Schiff von 280 Tonnen Last vom Gravpel Das Schiff erhielt den Namen des Kronprinzen, „Oskar“, Hoͤchstdessen Geburtstag zugleich vorgestern gefeiert wurde.

Deutschland.

Hannover, 10. Juli. Der in diesen Tagen abgehaltene erste hiesige Wollmarkt hat die Erwartungen, welche man bei der erst kurz vor Eroͤffnung desselben moͤglich gewordenen Ankuͤndi⸗ gung dieser neuen Einrichtung davon hegen konnte, befriedigt. Die Zahl der Kaͤufer und Verkaͤufer war bedeutend. An Wolle wurden in verschiedenen Gattungen 1850 Centner an den Markt gebracht, und nur 150 davon, theils ordinaire Leine⸗, theils Weser⸗Wolle, nicht verkauft. 1700 Centner wurden schnell ver⸗ kauft, und zwar feine Wolle zu 90 Rthlr., und 61 75 Rthlr.; feine Landwolle zu 42 54 Rthlr., ordinaire dito 34 38 Rthlr.; ordinaire Weser⸗ und Leine⸗Wolle 25 31 Rthlr.

Hamburg, 11. Juli. In der hiesigen Neuen eitung liest man: „Bei dem Interesse, mit welchem wir schon seit iange die Maßregeln wahrnahmen, welche waͤhrend der letzten zioei Jahre mit so vieler Ausdauer von einem Luͤbecker Kaufmann und seinen Freunden zur Erlangung einer Eisenhahn zwischen hier und Luͤbeck ergriffen wuͤrden, ist es uns schmerzlich, aus gu⸗ ter Quelle anfuͤhren zu koͤnnen, daß, nachdem es den Urhebern des Planes gelungen, in London ein, aus den angesehensten und erfahrensten Maͤnnern bestehendes Comité zur ferneren Be⸗ treibung der Angelegenheiten zu bilden, und dasselbe zur kraͤftig⸗ sten Aufnahme des Projektes zu veranlassen, es wahrscheinlich ist, daß alsbald allen ferneren Schritten ein Ziel gesetzt, und der so lange thaͤtig verfolgte Plan aufgegeben werꝛen muß. Der Hanseatische Konsul in London naͤmlich, Herr J. Colquhoun