Ausfuͤhrung von Getraide, Mehl, Getraͤnken, gesalzenem Fleisch und
Innern und der Finanzen mit der Vollziehung dieser Verordnung.
daß Merino in die
Zumalacarreguy's gezogen wurde. Unter denselben befindet sich
Generale Latre und Espartero am 28. Juni bei Bilbao einige
8— — “ * 8* 8 11
Neueste Nachrichten.
Paris, 7. Juli. Die Gesandten von Portugal und Bra⸗ 8 ai gestern eime lange Konferenz mit dem Herzog von Broglie.
Der Pairshof hielt heute seine 30ste Gerichts⸗Sitzung unter dem Vorsitze des Barons Pasquier. Von den Angeklag⸗ ten, die in der letzten Audienz zugegen waren, fehlten Lagrange und Mercier. Es hieß, dieser Letztere habe sich gestern in sei⸗ nem Zimmer verbarrikadirt gehabt, so daß man sich genoͤthigt gesehen, die Thuͤr gewaltsam zu erbrechen; er sey wegen dieses Widerstandes nach der Conciergerie gebracht worden. Um 1 ½ Uhr wurde die Session eroͤffnet. Der Namens⸗Aufruf ergab einen abwesenden Pair; es war der Graf Reille. Die Debatten wa⸗ ren von keinem erheblichen Interesse.
Was die angeblich in Paris entdeckte Verschwoͤrung anbe⸗ trifft, so hat man bis jetzt noch nicht das Geringste von politi⸗ schen Verhaftungen erfahren, sondern nur wahrgenommen, daß die Polizei in vielen Hotels und Chambres garnies Nachsuchun⸗ gen anstellte. Aus Marseille aber soll Herr Thiers gestern die Nachricht erhalten haben, daß dort mehrere Karlisten verhaftet worden seyen.
Der heutige Moniteur enthaͤlt folgende vom 3. d. datirte Koͤ⸗ nigliche Verordnung: „Mit Ruͤcksicht auf den Art. 34 des Gesetzes vom 17. Dezember 1814 und auf den Bericht Unsers Minister⸗
Staats⸗Secretairs der Finanzen haben Wir verordnet und ver⸗ ordnen, wie folgt: Art. 1. Die Ausfuͤhrung von Waffen aller Art, von Blei, Schwefel, Pulver, Salpeter, Kriegsgeschossen, Feuersteinen, militairischen Kleidungs, und Equipirungs⸗Stuͤcken kann an der Landgraͤnze der Unter⸗Pyrenaͤen nur in Kraft einer Autorisation des Ministers des Innern statthaben. Art. 2. Die
gesalzenen Fischen und andern Lebensmitteln jeder Art, von Pfer⸗ den und Vieh, so wie von Gegenstaͤnden, die zur Verfertigung von militairischen Kleidungs⸗ und Equipirungsstuͤcken geeignet sind, bleibt auf allen den Punkten an der naͤmlichen Graͤnze er⸗ laubt, wo die Graͤnz⸗Positionen auf dem Spanischen Gebiet von den Truppen der Koͤnigin Isabella besetzt gehalten sind. Sie ist untersagt auf allen uͤbrigen Punkten.“ Der 3te Artikel enthaͤlt die Auf⸗ zaͤhlung aller der Gegenstaͤnde, die als geeignet zur Verfertigung von militairischen Kleidungs⸗ und Equipirungsstuͤcken betrachtet werden muͤssen. Der Ate ermaͤchtigt die Handeltreibenden, diejenigen Stoffe von Leinewand, Tuch und Leder, die in dem vorhergehenden Artikel nicht benannt sind, so wie uͤberhaupt alle in dieser Verordnung nicht bezeichnete Waaren, auch fernerhin auf allen Punkten der Graͤnze auszufuͤhren, und der 5te beauftragt die Minister des
Die Sentinelle des Pyrénées vom Iten d. berichtet, Stadt Roa eingedrungen sey und mehrere Haͤuser in Brand gesteckt habe; die Urbanos aber haͤtten sich apfer vertheidigt und zuletzt die Karlisten zuruͤckgeschlagen. Vit⸗ oria wird ringsum von Karlisten umschwaͤrmt; doch ist es nicht einer eigentlichen Belagerung unterworfen. Nach dem Phare de Sayonne vom 2. hat Don Carlos am 25. v. M. die Aerzte zu ver⸗ zaften befohlen, die dabei zugegen waren, als die Kugel aus der Wunde
Don Theodore Gelos, erster Stabsarzt. Sie sollen ihm vor der Operation eine allzu starke Dosis Laudanum gegeben haben. Nach Pripatschreiben aus Bayonne vom Isten d. sollen die
2* “ 8 792 8 8— nicht unbedeutende Vortheile uͤber die Karlisten errungen und dies Don Carlos zur Aufhebung der Belagerung bewogen ha⸗ ben. Am 27. Juni ist in Bergamo und auf allen Punkten der Ebro⸗Linie in Castilien ein Freudenfest wegen des Todes Zuma⸗ lacarreguy's gefeiert worden.
Aus Madrid sind Zeitungen vom 30. Juni hier einge⸗ gangen. Die Hof⸗Zeitung vom 29. enthaͤlt Folgendes: „Ihre Maj. die Koͤnigin⸗Regentin hat die Entlassung angenommen, die der General Don Geronimo Valdez als Ober⸗Befehlshaber der Operations⸗ und der Reserve⸗Armee eingeschickt, und hat zum Ober⸗General der Nord⸗Armee und zum Vice⸗Koͤnig, Gouver⸗ neur und General⸗Capitain Navarra's den General⸗Lieu⸗ tenant Grafen von Saarsfield ernannt, in Beruͤcksichti⸗ gung seiner Loyalitaͤt und seiner erprobten Ergebenheit, seiner Strenge in der Disziplin und seiner militairischen Kenntnisse.“ Ein Courier hatte am 30. Juni dem Conseils⸗Praͤsidenten die offizielle Nachricht von dem Tode Zumalacarreguy's uͤberbracht Der Kriegs⸗Minister zeigte in einem Schreiben an den Grafen Toreno an, daß sich der General la Hera an die Spitze der Ar⸗ mee gestellt habe, und daß er, den General Valdez, der sein Kommando niedergelegt habe, ad interim ersetzend, gegen Bilbao ruͤcke. Die Nachricht von Zumalacarreguy's Tode hat in Ma⸗ drid um so groͤßere Sensation gemacht, als man in den Reihen der Karlistischen Offiziere Niemand kennt, der die Erb⸗ schaft Zumalacarreguy's anzunehmen faͤhig und wuͤrdig waͤre. Die Abeja, ein ministerielles Blatt, hat schon den General La Hera als einen Karlisten angegriffen, weil er der Schwiegersohn des Marquis von Zambrano, Kriegs⸗Minister unter dem Mini⸗ sterium Calomarde, ist. La Hera ist 40 Jahre alt und hat sich angeblich bis jetzt noch durch keine Waffenthat ausgezeichnet.
Der Rénovateur hat aus Madrid folgende Mitthei⸗ lung uͤber die Entlassung des Generals Valdez und die Ernen⸗ nung La Hera's erhalten: „Sobald Valdez erfahren hatte, daß Toreno uͤber das Kriegs⸗Ministerium zu Gunsten des Marquis de las Amarillas verfuͤgt habe, reichte er seine Entlassung als Ober⸗Befehlshaber der Armee ein. Sie wurde angenommen und La Hera, Ober⸗General der Reserve⸗Armee, mit dem Kommando der Operations⸗Armee beauftragt. Kaum aber waren diese neuen Befehle abgegangen, so traf die Entlassung La He⸗ ra's in Madrid ein. Dieser General, Valdez Freund und Ge⸗ faͤhrte, hatte naͤmlich dessen Beispiel nachahmen zu muͤssen ge⸗ glaubt und, wie dieser, Gesundheits⸗Ruͤcksichten vorgeschuͤtzt. Diese Entlassung wurde ebenfalls angenommen und der Befehl an La Hera abgeschickt, sich nach Port⸗Mahon ins Quartier zu begeben und sich niemals wieder dem Hofe oder den Koͤniglichen Residenzen in einem Umkreise von mehr als 20 Lieues zu nahen. La Hera aber hatte schon Kenntniß von seiner Ernennung zum Ober⸗Befehlshaber der Nord⸗Armee erhalten und war sogleich abgegangen, um Bilbao zu Huͤlfe zu eilen. Hatte er die letzten Be⸗ fehle des Hofes von Aranjuez noch nicht erhalten? Dies wissen wir nicht. Es ist nun die Frage, wie dieser ganze Wirrwarr enden wird.“
In einem Privat⸗Schreiben aus Madrid vom 30. Juni heißt es: „Die Hauptstadt ist fortwaͤhrend ruhig. Heute ist das Dekret uͤber die Bildung einer Kommission bekannt gemacht wor⸗ den, die sich mit Allem, was sich auf die Operationen der Ar⸗ mee bezieht, zu beschaͤftigen beauftragt ist. Der Marechal de Camp, Moscoso, und der Brigadier Carillo de Albornoz werden
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zusammengekommen sind, um Instructionen uͤber die Weise zu erha ten, wie sie in Zukunft 88 schwierigen Functionen ausuͤben se 38 W. kennen die Details dieser Sitzung nicht, glauben aber, daß der Min ster des Innern die liberalen Prinzipien, die man ihm beilegt nicht verleugnet haben wird. Er soll sich gegen die Censoren 1 aͤußert haben: die Journalisten beschwerten sich nicht ohne Grung uͤber die Strenge, mit der gegen ihre Schriften verfahren werde. die Preßfreiheit muͤsse beguͤnstigt werden, damit sie die Mißbraͤuch aufdecke und deren Unterdruͤckung verlange. Der Minister soll med dnzugefüͤgt haben, bis zur Veroͤffentlichung des so sehr gewuͤnsch esetzes uͤber die Preßfreiheit sollten die Censoren weniger streng inz Ausuͤbung ihrer Functionen seyn und nur da einschreiten, h die Religion, die Moral oder die Freiheit selbst benachtheit werden koͤnnten. Herr von Toreno hat die Ehre gehabt, Ihrg Maj. den ersten Band seiner 1808 — 1823 zu uͤberreichen. Diesem Werke hatte Herr v. „ rezo zum großen Theile seine Emigrationsjahre gewidmet. Berichte aus Lissabon vom 23sten, die auf außerordentlighe Wege eingetroffen sind, melden, daß in Portugal mit graf Thaͤtigkeit die Equipirung von 6000 bestimmt sind, betrieben wird.“
Es fehlte an der heutigen Boͤrse nicht an Nachrichten, darauf berechnet waren, die Fonds in die Hoͤhe zu schnell Einige versicherten ganz ernstlich, es stehe mit der Gesundhe des Herzogs von Bordeaux sehr schlimm; andere gingen sog so weit, ihn fuͤr todt zu erklaͤren. Diese Geruͤchte fanden jede nur sehr wenig Glauben. Ferner hieß es, die Herren Palma und Daine, die der Spanischen Regierung angeboten hatten, se Rechnung derselben eine Legion Freiwilliger in Belgien auszuhehe haͤtten aus Madrid eine abschlaͤgige Antwort erhalten, obschond Kabinet Toreno's noch keine Kenntniß von dem Tagesbefehle d Kriegs⸗Ministers Evans gehabt. Spanische Ministerium nehme nur 6000 Mann von der En lischen Legion an, anstatt der 10,000, die geworben werden se ten. Endlich hatte sich auch das Geruͤcht verbreitet, General Hera habe die Karlistische Armee auf deren Ruͤckzug angegrise und voͤllig in die Flucht getrieben. Alle diese Nachrichten . jedoch die Spanischen Fonds nicht zum Steigen gebracht, die gar noch angebotener waren als gestern.
General Romarino soll sich jetzt in London befinden und; der Expedition nach Spanien Theil nehmen wollen.
— Heute schloß öproc. Rente pr. compt. 109. 15. n cour. 109. 35. Zproc. pr. compt. 79. 55. fin cour. 79. 7— 5proc. Neap. pr. compt. 97. 25. fin cour. 97. 45. Span. 41 ½. Zproc. do. 28 ½. Ausg. Schuld 17 . 2 proc. Holl. 56. 85.
Frankfurt a. M., 10. Juli. 102 ½. 102 ¾. 4proc. 98 1.¼2. 98 12. G. Se eeh 1632. 1630. zu 500 G. 117 ¾. 117 ½. Loose zu 100 G. 213. G. reuf Praͤm.⸗Sch. 61 ⅛. Br. do. 4proc. Anl. 98 ½. 98. Pe Loo⸗
69 . 69 ½. 5proc. Span. Rente 41. 40 ¼. 3proc. do. 25 %. 2
5. Nhrecc Cortes w.
Oesterr. 5proc. Mehl 2 3proc. 58. 57 ¼. 1proc. 25 % Part.⸗Obl. 140 . 140 ¾. Loos
Redacteur Cottel. Deen
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als Mitglieder dieser Kommission bezeichnet. Man weiß positiv, daß die Koͤniglichen Censoren gestern im Ministerium des Innern
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Anal rnreti aen.
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L. Hayn.
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Bekanntmachung. Eins der von dem Herrn Landes⸗Aeltesten von
Bekanntmachungen.
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nzeiger fuͤr die Preu
Frankreich.
ßischen S
Zur Biographie Charles Nodier's.
Bei Vetter & Rostosky in Leipzig ist so che
— Franzoͤsische erschienen und in der Stuh r'schen Buchhandlun
Geschichte von Spanien vom Jaü
Mann, die nach Spam ünd das daruͤber sprechende Patent Allerhoͤchsteigenhaͤndig zu voll⸗
Es wurde hinzugefuͤgt, dih
RNeoöothwendiger Verkauf Das den Erben des Kaufmanns Daniel Gottlieb Marrx zugehoͤrige, zu Freudenthal bei Oliva Nr. 47 des Hypotheken⸗Buchs gelegene, erbemphyteutische Grundstuͤck, abgeschaͤtzt auf 5394 Thlr. 10 sgr. 2 pf. zufolge der nebst Hypotheken⸗Schein und Bedingun⸗ gen in der Registratur einzusehenden Taxe, soll den 16. Januar 1836, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle verkauft werden. Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht zu Danzig.
1½ 8
Bekanntmachung. Von den Unterzeichneten als Collatoren der Stif⸗ tungen der Frau Landes⸗Aeltesten von Gersdorf, geb. von Hohberg, wird hierdurch bekannt gemacht, daß 2 Stipendia fuͤr Studirende auf den Universi⸗ taͤten Halle und Lelpzig von jaͤbrlich 51 Thlr. 18 sgr. seit Weihnachten 1832 und ein Stivendium von jaͤhrlich 51 Thlr. 18 sgr. fuͤr Studirende auf dem Gymnasio zu Gorlitz vpon Johannis 1835 ab erledigt, zu ihrem Genuß vorzugsweise Studirende aus dem von Gersdorfschen Geschlecht, naͤchst diesen aus andern oberlausitzschen adeligen Familien, nach
ihnen aber auch buͤrgerlichen Standes berechtigt sind,
SDie vandstaͤnde der Koͤniglich
*
und die darum Ansuchenden ihre Gesuche und At⸗ teste bis spaͤtestens Ende September d. J. bei uns einzureichen haben. Gorlitz, den 1. Juli 1835. 9— Preußischen 9* Bekanntmachung. Die nnterzeichneten Collatoren der Johann Erd⸗ mann von Nostitzschen Stipendien machen hierdurch
bekannt, daß
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6
2) ein Stipendium von 200 Thlr. jaͤhrlich fuͤr
solche, welche auf den Universitaͤten Halle oder!
Leipzig studiren, seit Johannis 1833, 71 h) ) solche, welche im Militairdienst stehen, und wenigstens Faͤhnrich sind, von Weihnachten Je) ein Stipendium von 100 Thlr jaͤhrlich fuͤrFraͤu⸗ leeins seit Wethnachten 1833 erledigt, und hierzu Personen aus oberlausitzschen adeligen Geschlechtern, vorzugsweise aus dem von Nostitzschen Geschlecht, und insbesondere die Ver⸗ wandten des Stifters berechtigt, die Gesuche um Ver⸗ leihung dieser Stipendien abder nebst erforderlichen Attesten spaͤtestens bis Ende September d. J. bei uns einzureichen sind. Gbrlitz, den 1. Juli 1835. Die Landstaͤnde der Koͤniaglich Preußischen Ober⸗Lausitz. “ 1“] 22
81 8
%◻ b 1— Tagen zu erhalten sein. ein Stivendium von 150 Thlr jaͤhrlich fuͤr
Schindel gestifteten Stipendien zu 50 Thle. fuͤr Soͤhne armer Prediger aus der Ober⸗Lausitz, welche auf dem Gymnasio zu Goͤrlitz oder nach dem Abgang von diesem auf der Universitaͤt studiren, wird im November d. J. offen. Dies wird hierdurch mit der Aufforderung bekannt gemacht, die Gesuche um Ver⸗ leihung desselben und die erforderlichen Atteste spaͤ⸗ testens bis Ende September d. J. bei uns einzureichen. Gorlitz, den 1. Juli 1835. Die Landstaͤnde der Koͤniglich Preußischen Ober⸗Lausitz.
Die diesjaͤhrige General⸗Versammlung der Mit⸗ glieder des Kunstvereins fuͤr Pommern zu Stettin, nebst der Verloosung der erworbenen Kunstwerke, wird am 23. Juli, Nachmittags genau um drei Uhr, im Saale des hiesigen Schuͤtzenhauses stattsinden. — Diejenigen, welche an dem Vereine, vor der Verloosung, noch Theil zu nehmen wuͤnschen, werden ersucht, den Beitrag von 2 Thlr. fuͤr das laufende Jahr dem Schatzmeister des Vereins, Herrn Brauereibesitzer H Scheeffer hier, bis zum 18. Juli zukommen zu lassen, indem die diesjaͤhrige Actienrolle an diesem Tage wird geschlossen werden.
Stettin, den 7. Juli 1835.
Der Vorstand des Kunstvereins fuͤr Pommern.
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Literarische Anzeigen.
Anzeige.
Von dn von Kamptzschen Annalen der Preußischen innern Staats⸗Verwaltung ist jetzt das dritte Heft des Jahrgangs 1834 erschienen, welches die Herren Abonnenten hieselbst in den Vormittagsstunden von 10—1 Uhr bei mir gefalligst
Aufschluͤsse uͤber Freimauerei. — Etretat und der Haͤringsfang. — Was sichert in Paris den Erfolg der Theaterstuͤcke? — Die General⸗Probe der Gluck schen Iphigenia in Tauris. — Mein erstes Wieder⸗ sehen der Vaterstadt. Von Charles Nodier. — Ein⸗ theilung des Menschen. Von Ph. Dufour. — Das Hauptquartier Napoleon's. Von Alexis Plater Wo⸗ lowski. — Die Tuilerieen. Von Paul Vermond. — Bibliographische Mittheilungen. CCECIICIen.
Méry's Italiaͤnische Reise. Zweiter Artikel. Geschichte der Italiaͤnischen Literatur. Von Giu⸗ seppe Maffei. — Briefe beruͤhmter Italiaͤner, die vom Anbeginn des 18ren Jahrhunderts bis auf un⸗ sere Zeit lebten. — Bibliographische Mittheilungen.
85 England.
Charakteristiken, von Charles Lamb. II. Waͤhrend der Genesung. — Capitain Roß zweite Entdeckungs⸗ reise nach dem Nordpol. — Coleridge's Tischgespraͤche. — Ueber Ursprung, Gestaltung und Fortschritt der Englischen Sprache. Vom Gluͤck der uͤblen Laune.
Die Wissenschaft, eine Quelle des reinsten Ge⸗ nusses. — Von Lord Brougham. — Bibliographische Mittheilungen.
—
8
Norwegen. Die erste Verkuͤndigung des Christenthums in Nor⸗ wegen. Von Snorre Sturlason erzaͤhlt in der Heims⸗ kringla. Aus dem Islaͤndischen. Tuͤrkei. Sultan Mahmud. Dargestellt von einem Offizier der Nhe Eenen c7, Flotte. ie n. Die Frauenbaͤder im Orient. — Einige neue De⸗ tails uͤber Lokalitaͤten und Sitten der Beduinen. China. Uebec die Bevoͤlkerung von China. MNMEdeum [. Die Poesie der Nord-Amerikaner. — Cineinnati
in Empfang nehmen wollen. In den Provinzen wird dasselbe binnen 8 — 14
Berlin, den 11. Juli 1835. 188 Schmidt, Hofrath
Magazinn fuͤr die Literatur des Auslandes.
Verzeichniß der im Monat Juni 1835 von dieser Zeitschrift gelieferten Artikel: Spanien. Ein Ausflug nach Spanien im Mai 1835 Es⸗ pelate. — Ainhoa. — Navarra. — Ein Christinos⸗ Posten. — Das Quartier Landibar. — Urdach. —
und die heutigen Nord⸗Amerikaner. Mannigfaltiges. Meteorologische Feste. — Merkwuͤrdige astronomi sche Theorie. — Gold⸗Literatur. — Der Miniatur⸗ Modellirer Sangiovanni. — Hoͤlzerne Artillerie — Maurische Trinker. — Pocken⸗Impfung in London — Fruchtbarkeit des Getraides. — Die Baumeister von Tunis. — Wieder ein neuer Kopernikus. — Bevoͤlkerung der Franzoͤsischen Kolonieen. — Canning als Dichter. — Logir⸗Haͤuser in London. — Kalte Winter waͤhrend der letzten zehn Jahrhunderte. — Das Aprikosen⸗Oel der Chinesen. — Der Zunder in China. — Kriminal⸗Berichte aus London. — Das Rindvieh in China — Frankreichs und Englands Lederhandel. — Ein toller Elephant. — Shakespeareana Der Praͤnumerations⸗Preis auf diese Zeitschrift
Das St. Augustiner⸗Kloster. — Don Carlos (Karl's V) beimliche Abreise von London. Von Auguet St. Sylvain. — Die Besetzung von Madrid durch die
Englaͤnder. — Bibliographische Mittheilungen.
pedition der Staats⸗Zeitung, Mohrenstraße Nr. 34),
betraͤgt 3 Thlr. jaͤhrlich (22 ½ sgr. vierteljaͤhrlich), wofuͤr sie den Abonnenten in Berlin (durch die Er⸗
frei in's Haus und denen in der Provinz ohne Porto
in Berlin, Schloßplatz Nr. 2, zu haben: 8 „Taschenbuch der Fruͤhlings- und Sommerkuren oder Anweisung, wie man dieselben mit Erfolg ge⸗ brauchen und seine Gesundheit dadurch erhalten und befestigen kann. 16mo. geheftet. 15 sgr.
Im Verlage von Gebruͤder Reichenbach Leipzig ist so eben erschienen und durch alle sole Buchhandlungen zu erhalten (in Berlin bei E. Amelang, Breite Straße Nr. 11): Mnemosyne, oder stufenweis geordneter zu Gedaͤchtniß⸗Uebungen. Ein nuͤtzliches He buch fuͤr die Jugend und ihre Bildner. 9. ausgegeben von einem Lehrervereine. 14 Boh gr. 8vo. Preis 10 sgr. (Bei Partien ein d haͤltnißm. Ravbatt) Inhalt: I. Denk⸗ Sittenspruͤche (824); II. Fabeln, Lieder (3 IV. Sprichwoͤrter und sprichwoͤrtl. Redensam (517); V. Leichtverstaͤndl. Bibelverse, mit ziehung der sinnverwandten Denkspruͤche au (in 7 Abtheil. geordnet); VI. Gebete (Morgen Abend⸗, Tisch⸗, Schul⸗Gebete u. s. w.): N hang, enthaltend: die Hauptstuͤcke des Luth
schen Katechismus. Dies nuͤtzliche Buch ist von einem Vereine, der geistigen und sittlichen Ausbildung der Juga⸗ wohlerfaͤhrener Maͤnner mit sorgfaͤltiger Befolgun eines, seinem Zwecke besonders entsprechenden nes ausgearbeitet, dessen vornehmlicher Grundzug,
chen) zum Schwerern (Mehrfaltigen), geordnete A gaben den Gedaͤchtniß⸗Uebungen ein in jeder Bes hung geeigneter Stoff geboten werde. Bei dem uͤber aus billigen Preise verdient daher dies Buch t mner Vollstaͤndigkeit und zweckmaͤßigen Einrichtu halber, allen Familienvaͤtern, so wie den resp. W 5. von Realschulen besonders empfohlen/ werden.
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men werden: .
Bornemann, Dr. W., Kammergerichts⸗Nah Systematische Darstellung des Preußi⸗ schen Civilrechts mit Benutzung der M terialien des Allgemeinen Landrechts. 3r. Band enthaltend den speziellen Theil des Obligattonen Rechts. — Der jetzt eingetretene Ladenpreis 3 Thlr. 20 sgr.
C H. Jonas, am alten Packhof Nr.⸗ unweit der Schleusenbruͤcke.
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Erhoͤhung zugesandt wird.
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ist, daß durch, im Fortschritt vom Leichten (Enh.
seribenten fuͤr 2 Thlr. 27 ½ sgr. in Empfang genof
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Berlin, Mittwoch den 15ten
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem bisherigen Geschaͤfts⸗ ager bei der Schweizer Eidgenossenschaft, Legations⸗Rath von Difers, den Titel eines Geheimen Legations⸗Raths beizulegen
II]
sehen geruht. u
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den seitherigen Regierungs⸗ Referendarius von Motz zum Landrath des Kreises Samter,
Regierungs⸗Bezirk Posen, zu ernennen geruht. 1
Des Koͤnigs Majestaäͤt haben dem ordentlichen Professor in ger evangelisch⸗theologischen Fakultaͤt der Universitaͤt zu Bonn, r. Nitzsch, das Praͤdikat „Konsistorial⸗Rath“ Allergnaͤdigst heizulegen und das diesfalls ausgefertigte Patent Allerhoͤchstselbst u vollziehen geruht. “
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Abgereist: Se. Excellenz der Koͤnigl. Schwedische General⸗ kieutenant und Staatsrath, Graf von Loͤwenhjelm, nach Karlsbad.
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889
Zeitungs⸗Nachrich
Ausland.
Frankreich.
Paris, §. Juli. Der Kaiserl. Russische Geschaͤftstraͤger speiste vorgestern in Neuilly beim Koͤnige. Gestern arbeiteten 1 Maäjestaͤt daselbst mit dem Handels⸗Minister.
Der Fuͤrst von Talleyrand hat gestern fruͤh Paris verlassen, um sich nach Bourbonne⸗les⸗Bains im Dept. der oberen Marne zum Gebrauche der dortigen Baͤder zu begeben. Von hier wird er zu der Herzogin von Dino nach Genf reisen. .
Der Pairshof setzte heute die Verhandlungen in dem Prozesse der Lyoner Angeklagten fort. Von den Richtern fehlte wieder Einer, naͤmlich der Graf von Hvudetot. Von den Zeu⸗ gen⸗Aussagen war die interessanteste die des Hrn. Petetin, ehe⸗ naligen Redacteurs des „Précurseur de Lyon“, der das Beneh⸗ men des Militairs bei den Lyoner Unruhen strenge ruͤgte, und es unter Anderem als eine in Lyon allgemein bekannte Thatsache bezeichnete, daß die Truppen einzelne Gefangene erschossen haͤtten.
Der heutige Moniteur enthaͤlt eine Koͤnigliche Verordnung, wodu’ch die medizinische Fakultaͤt an der hiesigen Universttaͤt zur Annahme des ihr von dem Baron Dupuytren ausgesetzten Legats von 200,000 Fr. zur Errichtung eines Lehrstuhls fuͤr pathologische Anatomie ermächtigt wird.
Man spricht jetzt wieder von der Ernennung des Grafen von Rigny zum Commandeur der Flotte, die 9 Kreuzen an der Spanischen Kuͤste bestimmt ist. Herr von Rigny wuͤrde in Folge von Depeschen, die ihm zugeschickt worden, in den naͤch⸗ sten Tagen aus Achen hier zuruͤckerwartet.
Der General⸗Lieutenant und General⸗Inspektor der Kaval⸗ lerie, Graf von France, ein ausgezeichneter Offizier, ist am 5ten d. M. auf dem Schlosse Epinay bei St. Denis, und der ehe⸗ malige General⸗Prokurator beim hiesigen Koͤnigl. Gerichtshofe, Herr Jacquinot de Pampelune, Mitglied der Deputirten⸗Kam⸗ mer, am 6ten hier in Paris mit Tode abgegangen.
Die Geruͤchte von einer Verschwoͤrung, die hier entdeckt worden waͤre, dauern noch fort. Der Courrier frangais versichert, die Regierung waͤre vor vierzehn Tagen durch ihre Korrespondenz aus den Departements benachrichtigt worden, daß einige naͤher bezeichnete Personen in der Absicht, den Koͤnig zu ermorden, nach Paris gehen wuͤrden. Diesen Personen waͤre auf den Straßen von Versailles und Neuilly aufgepaßt und vor einer Woche waͤren sie wirklich verhaftet worden. Durch Briefe, die man bei den Verhafteten gefunden, habe die Regierung er⸗ hren, daß sie noch nicht alle Geschworne in ihrer Gewalt habe. eeue Verhaftungen haͤtten deshalb gestern stattgehabt. Die Ent⸗ deckung der Verschwoͤrung sey sehr geheim gehalten worden, um die Regierung in den Stand zu setzen, sich aller Schuldigen zu bemäͤchtigen; jedoch wegen der Geruͤchte, die sich daruͤber ver⸗ breitet, waͤren die Maßregeln der Polizei beschleunigt worden.
Es heißt, der Lieutenant de la Roncieère habe gestern auf Cassation des gegen ihn erlassenen Urtheils angetragen.
Eine telegraphische Depesche aus Bayonne vom 6. Juli meldet, daß am 3ten die Truppen der Koͤnigin noch in Bilbao waren, sich aber bereiteten, an demselben Tage eine Bewegung zu machen.
An der Boͤrse war heute das Geruͤcht verbreitet, die Trup⸗ pen der Koͤnigin haͤtten am 4ten Bilbao verlassen, um die Kar⸗ listen aufzusuchen, und la Hexa haͤtte eine starke Division detaschirt, um Puente de la Reyna, welches von vier Karlistischen Bataillo⸗ nen belagert wird, zu entsetzen.
Ueber die Art, wie eigentlich die Belagerung von Bilbao aufgehoben worden ist, fehlen noch die Details. Indessen scheint es, daß die Garnison und die Urbanos niemals Capitulations⸗ Vorschlaäͤge gemacht hatten, wie es fruͤher geheißen. Es wird von einigen heftigen Angriffen, die am 28sten und 2osten auf die
tadt gemacht worden waͤren, gesprochen; mehrere Karlistische
nfuͤhrer, die in die Stadt einzudringen suchten, sollen geblieben leyn. Noch immer hat sich das Geruͤcht nicht verloren, Eraso sy mit dem Pferde gestuͤrzt, und die Folgen dieses Sturzes haͤtten hm den Tod zugezogen. Die Journale von Bordeaux vom 4ten sprechen von der Ankunft la Hera's an der Spitze von 21 Ba⸗ taillonen in Portugalette am 30. Juni. Am Abend hielt er eine
evue uͤber alle in Portugalette versammelte Truppen. Sie wa⸗ ren uͤber 20,000 Mann stark. Zwei Divisionen waren von den Generalen Espartero und Latre befehligt. Die Belagerer hatten ihre Kanonen zum Theil demontirt.
Es sind im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten Depeschen aus Madrid vom 1. Juli eingetroffen. Man erwar⸗
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tete dort mit Ungeduld die Nachricht von der Ankunft der Ope⸗ rations⸗Armee in Bilbao und von der endlichen Entsetzung die⸗ ses Platzes.
Der Moniteur publizirt eine Koͤnigliche Verordnung fol⸗ genden Inhalts: „Die Verordnung vom 10. Maͤrz 1831 wird hiermit zuruͤckgenommen; demnach hoͤrt die in Folge jener Ver⸗ ordnung gebildete Fremden⸗Legion auf, zur Franzoͤsischen Armee zu gehoͤren, unter Vorbehalt der Rechte, welche die Offtziere kraft des Gesetzes vom 19. Mai 1834 geltend machen koͤnnten.“
Der National enthaͤlt Folgendes: „Wir lesen heute im Journal des Débats: „„In drei kurzen Saͤtzen fassen wir die Phasen zusammen, welche die Interventions⸗Frage zu durchlau⸗ fen gehabt hat: Spanien hat die Intervention verlangt; Frank⸗ reich und England haben sie verweigert; die Nothwendigkeit hat sie, trotz der Weigerungen der Politik, bewilligt.““ — Diese Zei⸗ len beschließen einen Artikel, dessen Schluß mit der Mitte und dem Anfange in dem vollkommensten Widerspruche steht, wie das bei dem Journal des Débats gewoͤhnlich der Fall ist. In der Stelle, welche wir eben angefuͤhrt haben, wuͤnscht sich das doc⸗ trinaire Journal doch offenbar Gluͤck, daß die Intervention, de⸗ ren Anhaͤnger es immer gewesen ist, durch die Gewalt der Um⸗ staͤnde, wenn auch auf verdeckte Weise, herbeigefuͤhrt worden ist; und im Eingange des Artikels beklagt es sich, daß die Opposi⸗ tions⸗Journale, welche die Regierung bekaͤmpft haͤtten, als die⸗ selbe zur direkten Intervention schreiten wollte, noch immer in ihrer Opposition beharrten, trotzdem daß die Regierung ihrem Rathe gefolgt sey, und auf indirektem Wege intervenire. — Wenn die Oppositions⸗Journale die indirekte Intervention bekaͤmpfen, so geschieht es eben deshalb, weil sie darin, ganz wie das Journal des Débats, eine versteckte direkte Inter⸗ vention erblicken; sicherlich ist bei dieser Gelegenheit die Regie⸗ rung nicht dem Rathe der opponirenden Presse gefolgt; denn diese hat immer, und mit Recht behauptet, daß man die Spanier ihre Sache allein verfechten lassen, und ihnen nicht die Freiheit zufuͤhren muͤsse, so lange sie, im Besitz der Hauptstadt und der Verwaltung und Huͤlfsquellen des ganzen Landes, im Stande sind, selbst einem Praͤtendenten die Spitze zu bieten, der nur von wenigen Provinzen unterstuͤtzt wird.“
Aus Oran wird vom 22. Juni geschrieben: „Endlich ist zur Freude aller, die in den Angelegenheiten Algier's klar sehen, der Frieden mit Abdel Kader gebrochen. Obschon die Ersetzung des Generals Desmichels andeutete, daß die Regierung die Po⸗ litik desselben mißbillige, und daß es ihre Absicht sey, die Ver⸗ traͤge wieder aufzuheben, die dem Ehrgeize des Arabischen Emirs zu großen Spielraum ließen, war dennoch alles bis jetzt in statu quo geblieben. Abdel Kader, stark durch unsern unvorsichtigen Schutz, verfolgte seine Vergroͤßerungs⸗Plaͤne. Er ging sogar weiter, als er jemals zu thun gewagt hatte; im Monat Mai hatte er einen Akt der Souverainetaͤt in Medea, in kurzer Ent⸗ fernung von unseren Vorposten, ausgeuͤbt, indem er einen Bei er⸗ nannte und den Hadjuten Gesetze vorschrieb. Noch einige Tage zuvor hatte ihm der General⸗Gouverneur eine bedeutende Sen⸗ dung von Pulver und Flinten zugehen lassen. Diejenigen Mau⸗ ren, die der Franzoͤsischen Sache aufrichtig ergeben sind, sagten, es waͤre eine Schlange, die wir groß zoͤgen, und alle beklagten die verderbliche Verblendung, mit der wir die Macht eines Mannes foͤrderten, der eines Tages unserer Niederlassung an der Afrika⸗ nischen Kuͤste furchtbar und gefaͤhrlich werden mußte. End⸗ lich hat diese nachgiebige Politik ihr Ende erreicht. General Trezel ist am 13. mit seiner ganzen Division aus Oran ausge⸗ ruͤckt, um den Emir in Mascara, dem Mittelpunkte seiner Macht, aufzusuchen. Mit uns sind alle Staͤmme der Douairen und der Ismelas. Ismail, einer ihrer Haͤuptlinge, war von den Leuten Abdel Kader's aufgehoben worden; zum Gluͤck wurde er wieder befreit, im Augenblicke, wo ihm der Kopf abgeschlagen werden sollte. Nicht so gluͤcklich, wie er, war der Sohn Musta⸗ phas; er wurde in Mascara vor den Augen Abdel Kader’'s enthauptet. — Am 20. waren die beiden Lager nur noch sechs Lieues von einander entsernt. Es hatten schon die Scharmuͤtzel begonnen.“
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Großbritanien und Irland.
Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 7. Juli. Auf den Antrag des Marquis von Lansdown wurde eine Adresse an Se. Majestaͤt genehmigt, worin der Kö⸗ nig ersucht wird, dem Vorschlage der Bau⸗Kommission gemaͤß die Errichtung eines temporairen Gebaͤudes fuͤr die Sitzungen des Oberhauses waͤhrend der naͤchsten Session anzubefehlen. Fer⸗ ner wurde auf den Antrag des Marquis von Salisbury be⸗ schlossen, daß am Donnerstag Anwalte der beiden Parteien, die bei der Bill wegen Einrichtung eines Marktes zu Islington be⸗ theiligt sind, naͤmlich Islington's und der City von London, an der Barre des Hauses vernommen werden sollten.
Unterhaus. Sitzung vom 7. Juli. Der Alderman Wood zeigte an, daß er naͤchstens um die Erlaubniß nachsuchen werde, eine Bill uͤber das schnelle Fahren der Dampfboͤte auf der hens einbringen zu duͤrfen. Lord Morpeth brachte dann seine Bill in Betreff der Irlaͤndischen Kirche ein, die zum erstenmal verlesen und deren zweite Verlesung auf den Montag angesetzt wurde. Sir Robert Peel ergriff diese Gelegenheit, um zu erklaͤren, welches Verfahren er mit Hinsicht auf diese Maßregel zu beobachten gedenke. „Die Bill“, sagte der⸗ selbe, „enthaͤlt mehrere Bestimmungen, deren Politik ich im Allgemeinen billige; sie enthaͤlt aber auch andere, denen ich mich, ihres Prinzips wegen, aufs entschiedenste widersetzen muß. Ich billige es, daß man einen Grundzins an die Stelle der Entrichtung des Zehnten in natura und an die Stelle des Zehnten⸗Austausches setzen will. Aber ich kann nicht dafuͤr stim⸗ men, diesen Grundzins perpetuell zu machen; ich kann nicht fuͤr die Abloͤsung dieses Grundzinses und Verwandlung desselben in eine Abtretung von Grundstuͤcken stimmen. Zugleich wuͤrde es mir jedoch, bei dem jetzigen Zustande Irlands und bei meiner festen Ueberzeugung, daß es die Politik erheischt, unverzuͤglich eine Anord⸗
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mir, ungeachtet meiner entschiedenen Abneigung gegen andere Theile der Bill, doch schwer werden, bei der zweiten Lesung der Bill ein solches Votum abzugeben, welches, wenn es von Erfolg waͤre, wahrscheinlich die Zustandebringung jener Anordnung in Betreff der Umwandlung des Zehnten in einen Grundzins, die ich im Allgemeinen fuͤr politisch zweckmäͤßig halte, verhindern wuͤrde. Andererseits indeß kann ich nicht umhin, zu geltehen⸗ daß die bedeutenden Ausstellungen, die ich gegen andere Theile der Bill zu machen habe, namentlich gegen die Verwendung des kirch⸗ lichen Eigenthums zu anderen als kirchlichen und unmittelbar mit den Interessen der herrschenden Kirche verbundenen Zwecken, so wie meine Einwuͤrfe gegen die gaͤnzliche Unterdruͤckung der Seelsorge in so vielen Irlaͤndischen Kirchspielen, es mir nicht erlauben, darein zu willigen, daß der Vortheil einer Umwandlung des Zehnten mit solchen Bedingungen, wie der edle Lord daran geknuͤpft hat, er⸗
kauft werde. Das Verfahren, welches ich einzuschlagen gedenke, ¹
wird daher Folgendes seyn: sobald der Antrag gestellt werden wird, daß der Sprecher seinen Stuhl verlasse, damit die Bill in den Ausschuß gelangen koͤnne, werde ich darauf antragen, dem Ausschuß den Auftrag zu ertheilen, die Maßregel in zwei Bills zu scheiden. Ich will dies deshalb thun, damit ich, bei den Ansichten, welche ich hege, im Stande bin, demjenigen Theil der Bill, den ich billige, meine Zu⸗ stimmung zu geben, so wie in der ausdruͤcklichen und offe⸗ nen Absicht, das Meinige zu thun, um die gaͤnzliche Ver⸗ werfung derjenigen Theile der Bili, die ich ganz und gar mißbillige, herbeizufuͤhren. Auf diese Weise beseitige
ich die Unannehmlichkeiten, die, wenn ich diese Bill bei der zwei⸗ ten Lesung ohne Weiteres verwuͤrfe oder zu verwerfen schiene, mit Ruͤcksicht auf die jetzige Lage der Irläͤn⸗ dischen Geistlichkeit daraus entstehen duͤrften, daß man mein Verfahren so auslegen koͤnnte, als sey ich nicht ge⸗ neigt, eine Anordnung, von der fuͤr jene Geistlichkeit we⸗ nigstens ein Theil der Abhuͤlfe zu erwarten waͤre, auf welche sie so gerechte und natuͤrliche Anspruͤche haben, mit guͤnstigem Auge zu betrachten und in Erwaͤgung zu ziehen. Wenn meine Mo⸗ tion durchgeht, wenn dem Ausschusse der Auftrag ertheilt wird, die Bill zu trennen, so werde ich dann Gelegenheit haben, dem⸗ jenigen Theil der Bill, den ich zu unterstuͤtzen bereit bür, mit den etwanigen Modificationen, die darin vorzuschlagen seyn moͤch⸗ ten, meine Zustimmung zu geben und mich dagegen denjenigen Bestimmungen, auf welche ich hingewiesen, näͤmlich einer anderen Verwendung der kirchlichen Einkuͤnfte und der Aufhebung der Seelsorge in 860 Kirchspielen Irlands, aufs energischste zu wi⸗ dersetzen.“ Lord John Russell erklaͤrte, er werde sich seiner⸗ seits einem solchen Verfahren von vorn herein widersetzen und darauf bestehen, daß die Klauseln in Betreff der Verwendung der Kirchen⸗Einkuͤnfte nicht von den auf den Zehnten bezuͤglichen Artikeln getrennt wuͤrden. Auf eine Frage Sir R. Peel's, wann die Irlaͤndische Kirchen⸗Bill wohl in den Ausschuß gelangen duͤrfte, erwiederte Lord J. Russell, daß Lord Morpeth darauf antragen werde, sobald die Munizipal⸗ Reform⸗Bill die dritte Lesung erhalten haͤtte. Ebenderselbe erklaͤrte, daß er, in Folge einiger mit der Munizipal⸗Reformbill vorgenommenen Aenderungen und wegen der zur Abaͤnderung der betreffenden Klauseln erforderlichen Zeit, an dem heutigen Abend nicht mehr diese Klauseln zur Eroͤrterung bringen koͤnne, sondern dies bis zum Donnerstag aussetzen muͤsse. Er nahm hier⸗ bei Gelegenheit, zu zeigen, auf welche absurde Weise man sein Benehmen in Betreff der Ernennung des Herrn Lindsay zum Ober⸗ sten der Miliz in Fife dargestellt habe. „Die Ernennung von Miliz⸗ Obersten“, sagte der Minister, „ist Sache des Lord⸗Lieutenants der Grafschaft, nur muß derselbe den Staats⸗Secretair des Innern von dieser Ernennung in Kenntniß setzen, und wenn binnen 14 Tagen keine Anzeige erfolgt, daß Se. Maj. die Ernennung miß⸗ billigen, so wird sie als guͤltig betrachtet. Hieraus ergiebt sich, daß die Ernennung keinesweges durch den Staats⸗Secretair, son⸗ dern durch den Lord⸗Lieutenant der Grafschaft geschieht. Erste⸗ rer hat nur zu untersuchen, ob nicht vielleicht in Betreff des Charakters der ernannten Person Einwendungen gegen die Er⸗ nennung zu machen sind, und in diesem Falle allein hat er die Verwerfung derselben von Seiten der Krone anzuzeigen. Ich habe kaum noͤthig, dem Hause zu versichern, daß eine solche Miß⸗ billigung nur aus sehr ernsten Gruͤnden, aber nie aus polttischen Gruͤnden erfolgt ist. Natuͤrlich war also gegen die Ernen⸗ nung des Obersten Lindsan nichts einzuwenden.“ Sir Robert Peel bezeugte die Genauigkeit von Lord John Russell's Dar⸗ stellung des in solchen Faͤllen beobachteten Gebrauchs und fuͤgte hinzu, daß, da die Ernennung von Lord Rosslyn ausgegangen sey, er sich uͤberzeugt halte, daß billigerweise auch nicht ein Schat⸗ ten von Einwand dagegen erhoben werden koͤnne. Der Gene⸗ ral⸗Prokurator erwiederte auf eine an ihn gerichtete Frage, daß er mit der Bill in Betreff der Verhaftung wegen Schulden am Donnerstag weiter vorschreiten werde. Das Haus vertagte sich schon sehr fruͤh, da nicht mehr die hinreichende Anzahl von Mitgliedern anwesend war. 8c. 7. EET8T“
London, §. Jult. Lord Melbourne begab sich gestern fruͤh nach Schloß Windsor, wo er eine Audienz bei Sr. Majestaͤt hatte, und kehrte Nachmittags nach London zuruͤck.
Im Standard liest man: „Bei der letzten Geheime⸗Naths⸗ Versammlung, in welcher Sir Charles Grey, einer der nach Ka⸗ nada bestimmten Kommissarien, vereidigt wurde, fanden es Se. Maj., nachdem jener Herr den Eid geleistet hatte, fuͤr angemes⸗ sen, dem Kommissar ziemlich ausfuͤhrlich die Beschaffenheit der Pflichten, die derselbe zu erfuͤllen habe, vorzustellen, ein Verfah⸗ ren, welches von Seiten des Koͤnigs gewiß sehr weise und ganz verfassungsmaͤßig war, wenn es auch in der letzten Zeit außer Gebrauch gekommen ist. Hat man uns recht berichtet, so zeigte der Koͤnig dem Sir Charles Grey, wie ihm durch seinen Eid die Graͤnzen seiner Functionen vorgezeichnet seyen, erinnerte dann den Kommissar daran, daß die beiden Kanada's durch Britische Tapferkeit gewonnen, mit Britischem Blut erkauft,
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