foll jedoch nach ver vesen seyn, daß man glaubte, er wuͤrde in wenigen Stunden
„Diese
fuͤr ihren Commandeur erwiederten. Uniformen und hatten, als sie equipirt waren, ein stattliches mi⸗
ahn, diese Provinzen nicht verloren gehen zu lassen.
„„Denken Sie daran, Sir““, dies waren, wie wir hoͤren, buchstaͤblich die Worte Sr. Majestaät, „„denken Sie daran, daß diese Provin⸗ en nicht verloren gehen, nicht preis gegeben werden duͤrfen. Was Ihnen auch Andere sagen moͤgen, Ich sage Ihnen dies, Kanada darf uns nicht verloren gehen, darf nicht preis gegeben werden.““ Die Times meint, dies wuͤrde zwar, wenn es wahr sey, der Gesinnung des Koͤnigs, als echten und hochherzigen Briten, zur Ehre gereichen, aber bei allem Respekt vor Sr. Ma⸗ jestaͤt halte sis eine solche außer⸗offizielle und ungewoͤhnliche War⸗ nung doch nicht fuͤr den besten und sichersten Weg, auf welchem ein Koͤnig von England, der verantwortliche Rathgeber habe, seine Befehle denjenigen mittheilen koͤnne, von denen sie vollzogen werden sollten. — Die Zeitungen theilen mehrere in der letzten Zeit dem Par⸗ lamente vorgelegte Aktenstuͤcke mit. Es befindet sich darunter ein am 26. Juli v. J. zu Kopenhagen vollzogener Traktat, wodurch der Koͤnig von Daͤnemark den zwischen Großbritanien und Frank⸗ reich abgeschlossenen Conventionen zur Unterdruͤckung des Skla⸗ ven⸗Handels beitritt, und eine Korrespondenz zwischen dem bis⸗ herigen Sergeant⸗at⸗Arms des Unterhauses, Herrn Seymour, und den Komnnissarien fuͤr die Hauses, aus welcher hervorgeht, daß das Gehalt jenes Beamten sich bisher auf 2300 Pfund belief, daß es aber nach einer im vorigen Jahre angenoinmenen Parlaments⸗Akte inskuͤnftige nur 1500 Pfund betragen soll, und daß Herrn Seymour sein Ge⸗ such, die Differenz zwischen diesen beiden Gehalten, naͤmlich 800 P’und jaͤhrlich, als Pension beziehen zu duͤrfen, so daß dem Un⸗ terhause durch seine Pensionirung kein groͤßerer Kosten⸗Belauf erwaͤchst, bewilligt worden ist. Im Court⸗Journal heißt es: „Man spricht von einer baldigen Aussoͤsung des Parlaments; Herr O Connell soll näͤm⸗ lich dem Ministerium eine Verstaͤrkung seiner Streitkraͤfte um 30 Mitglieder versprochen haben, vor der bevorstehenden Waͤhler⸗Registrirung vornaͤhme, und wenn es vorher noch eine Munizipal⸗Reformbill fuͤr Irland durch⸗ braͤchte.“ Die Times enthaͤlt eine sehr weitlaͤuftige Beschreibung der ferneren Festlichkeiten, die gestern zur Feter der Installation des
—
meiten Kanzlers der Universitaͤt Cambridge, Marquis von Cam⸗
den, daselbst stattfanden. Der Mittelpunkt derselben war am
gestrigen Tage die Creirung von Doktoren. Der Times zufolge, wurden die Lords Melbourne, Lansdown und Brougham bei ihrem Erscheinen in der Aula von den Studirenden mit Zischen empfangen.
Briese aus Plymouth melden, daß das erste Detaschement
der Spanischen Expedition auf dem „Royal Tar“ am Sonnabend dort ankam und noch an demselben Abend weiter fahren wollte,
aber in Folge einer Reschaͤdigung an der Dampfmaschine des Fahrzeuges genoͤthigt war, wieder umzubehren. Der Schaden Aussage des Ingenieurs so unbedeutend ge⸗
gusgehessent werden und das Schiff werde Montags (vorgestern)
seine Nrise fortsetzen oͤnnen. Ueber die Abreise der zweiten Abtheilung
der Spanischen Expedition, die gestern fruͤh auf dem Dampfboot „London Merchaͤnt“ zu Greenwich erfolgte, meldet die Times: nach St. Sebastian bestimmte Abtheilung bestand aus
800 Mann, im Allgemeinen schoͤne junge Leute, nebst einigen
alten erprobten Spldaten, welche Unteroffiziersstellen haben, saͤmmt⸗
lich vom besten Muth beseelt und von guter Auffuͤhrung. Der Oberst (jetzt General) Evans musterte sie vor ihrer Abfahrt an Bord und redete sie mit eindrvinglichen Worten an, die sie mit einem einstimmigen Lebehoch fuͤr die Koͤnigin von Spanien und Sie erhielten sodann ihre
tairisches Ansehen. Beim Voruͤberfahren am Greenwich⸗Hos⸗
ital ließen sie noch ein Vivat erschallen, welches die am Ufer be⸗
ndlichen Personen beantworteten. Sieben Offiziere waren mit an Vord, und die anderen erwarteten das Schiff weiter unten am Fluß.“ Ueber den letzten Tagesbefehl, den der Belgische Kriegs⸗ Minister, General Evain, an die Armee gerichtet hat, macht der Globe folgende Bemerkungen: „Nach der Lage, worin sich Belgien, als neutraler Staat befindet, uͤberrascht uns der Tages⸗ befehl des Baron Evain keinesweges. Es waͤre den Grund⸗ saͤtzen zuwider, die eine neutrale Regierung beobachten muß, wenn dieselbe auf ihrem Gebiet Werbungen fuͤr eine fremde Macht erlauben wollte. Die Belgische Regierung, die bei dem Kampfe in Spanien neutral ist und nicht, wie Frankreich und England, zur Quadrupel⸗Allianz gehoͤrt, mußte so, wie sie es ge⸗ than hat, auf die hinsichtlich der Werbungen an sie gerichteten Anfragen antworten.“
Der Standard sagt, es gehe das Geruͤcht, die Regierung von Spanien sey mit einem Plan beschaͤftigt, den Fonds⸗Markt von einem Theil der ungeheuren Masse von Fonds, womit der⸗ selbe uͤberschwemmt ist, zu befreien; wie dies aber anders zu be⸗ wirken seyn duͤrfte, meint das genannte Blatt, als durch eine Einloͤsung der Obligationen mit Geld, das koͤnne man nicht be⸗ greifen. Sans, um auunu
815 8 3 1e stesnn.
“ Niederlande. Aus dem Haag, 8. Juli. Der Referendar des Finanz⸗ Departements, Beudt, der am vorigen Freitage Zeuge von den Unruhen in Amsterdam gewesen ist, hat am Sonntage einen muͤndlichen Vortrag daruͤber an Se. Majestaͤt den Koͤnig ab⸗ gestattet. 1 Die Provinzial⸗Gouverneurs sind von der Regierung beauf⸗ tragt worden, ihr einen Bericht uͤber die Saͤumigen abzustatten, welche in den letzten Jahren mit der Zahlung der Personalsteuer zuruͤckgeblieben sind, und gegen dieselben auch ferner nach der Strenge des Gesetzes zu verfahren. Dem Vernehmen nach, soll das Hauptquartier des Gene⸗ rals de Favauge von Utrecht nach Amsterdam verlegt werden. 1 Belgien. — Bruͤssel, 9. Juli. Unsere Zeitungen widersprechen sich noch immer gegenseitig in ihren Vermuthungen uͤber das Gelin⸗ gen des Planes, den Major Kessels entworfen hat, um, trotz dem ministeriellen Verbote, ein Belgisches Huͤlfs⸗Detaschement fuͤr die in London sich bildende Spanische Legion zusammenzu⸗ . E1111“ 111“ 1““ Warschau, 10. Juli. Am Dienstag wurde hier der 39ste Geburtstag Sr. Majestaͤt des Kaisens und Koͤnigs aufs festlichste begangen. In allen Kirchen war von fruͤh an Gottesdienst. In der Kathedrale wohnten saͤmmtliche Beamten und in der Schloß⸗ Kapelle der Fuͤrst von Warschau, die Generale und Offiziere dem⸗ selben bei. Nach dem Tedeum empfing der Feldmarschall in den Saͤlen des Schlossos die Gluͤckwuͤnsche der Behoͤrden und vieler
1““ 1u“ 8 “
Besoldung der Beamten dieses
wenn es die Aufloͤsung noch bas Huber sind von ihrer Reise durch Hesterreich zuruͤckgekom⸗ men und haben in Ober⸗Hesterreich 12 und in Tyrol 6 junge und gelehrte Benediktiner gewonnen, welche mit dem Anfang des
angesehenen Personen. Im Garten des Lazienkischen Palastes war ein großes Amphitheater errichtet, zu welchem Jedermann Zutritt hatte, und vor welchem von den hiesigen Opern⸗Saͤngern eine Hymne auf den Monarchen ausgefuͤhrt und sodann ein praͤchtiges Feuerwerk abgebrannt wurde. In dem genannten Palaste gab der Fuͤrst Paskewitsch einen glaͤnzenden Ball, den derselbe mit der Fuͤrstin Zajonczek eroͤffnete. Die Stadt war aufs brillanteste erleuchtet, und das schoͤnste Wetter beguͤnstigte diese Festlichkeiten.
Die hiesigen Zeitungen enthalten jetzt das Kaiserliche Dekret in Betreff der Anleihe von 150 Millionen Gulden fuͤr das Koͤnigreich Polen, von welcher diese Zeitungen bereits fruͤ⸗ her eine genaue Mittheilung machten (die auch in der Staats⸗ Zeitung seiner Zeit gegeben worden ist). Das Dekret ist aus St. Petersburg vom 31. Mai (12. Juni) datirt und enthält außer dem schon Bekannten noch die Bestimmungen, daß die Polnische Bank mit dem Geschaͤft der Tilgung dieser Anleihe beauftragt ist, und daß die Einkuͤnfte aus dem Salzverkauf, aus der Tabacks⸗ und Lotterie⸗Verwaltung als Sicherheit fuͤr die An⸗ leihe gestellt werden.
Ein Englischer Reisender, der dieser Tage hier anlangte, hat die Errichtung einer Kettenbruͤcke uͤber die Weichsel zwischen War⸗
schau und der Vorstadt Praga angerathen und behauptet, daß die⸗
ses anscheinend kostspielige Unternehmen nicht so schwer auszufuͤh⸗ ren seyn und die jaͤhrlichen bedeutenden Ausgaben ersparen wuͤrde, welche die Erhaltung der jetzigen Schiffbruͤcke verursacht.
Nachrichten aus Krakau zufolge, ist das Wasser der Weich⸗
sel dort um 2 Fuß gestiegen.
V b Dieutschland.
Muͤnchen, 8. Juli. Se. Maj. der Koͤnig sind am 1. d.
M. in Kissingen eingetroffen und am 3ten wieder nach Bruͤckenau
zuruͤckgekehrt,
Der Bischof von Augsburg, v. Rieg, und der Abt Barna⸗
neuen Schuljahres die katholische Studien⸗Anstalt in Augsburg uͤbernehmen werden. — Die Leipziger Zeitung schreibt aus Muͤnchen: „Unsere neuliche Mittheilung in Betreff der Verehelichung Ihrer Maj. der Koͤnigin Maria von Portugal mit dem Herzoge Max von Leuchtenberg bestaͤtigt sich vollkommen. Der Herzog, welcher be⸗ reits in Stockholm angekommen seyn wird, wird sich demnaͤchst nach London begeben und sich dort nach Lissabon einschiffen.“
Karlsruhe, 7. Juli. Der Abgeordnete von Itzstein erstattete in der heutigen Sitzung der zweiten Kammer den Kom⸗ missions⸗Bericht uͤber den Antrag v. Rottecks, „die Ergaͤnzung und Sicherstellung unserer Verfassung“ betreffend. Die Kom⸗ mission billigt in der Hauptsache die Antraͤge des Antragstellers, und v. Itzstein schließt seinen Bericht also: „In der Voraussez⸗ zung, daß die Kammer die Ansichten der Kommission in einer Sache theile, wo es sich um die hoͤchsten Interessen der Buͤrger und um das des ganzen Landes handelt, und daß sie aus den gegebenen Darstellungen die Nothwendigkeit entnommen, die Verfassung zu ergaͤnzen und mit der noͤthigen Buͤrgschaft zu um⸗ geben, werden nachstehende einfache Antraäͤge zur Genehmigung vorgeschlagen: 1) Die Kammer wolle in ihre Protokolle durch foͤrmlichen Beschluß die Bitte niederlegen: die hohe Regierung moͤge den Staͤnden die Entwuͤrfe fuͤr die zur Ergaͤnzung und Sicherstellung der Verfassung noͤthigen Gesetze, welche in der Ver⸗ fassungs⸗Urkunde selbst theils verheißen, theils angedeutet, theils auch von der Regierung schon fruͤher zugesichert sind, naͤmlich uͤber Preß⸗ freiheit, uͤber Verantwortlichkeit der Minister und Beamten und uͤber die persoͤnliche Freiheit, oder, in letzterer Beziehung, viel⸗ mehr den Entwurf uͤber die peinliche Prozeß⸗Ordnung selbst, nicht minder aber auch eine, dem Sinn und dem Geiste der Verfassung entsprechende, authentische Erlaͤuterung der Art. 66 und 67. der Verfassung, vorlegen. 2) Die Kammer spreche die Zuversicht aus, und lege diesen Ausspruch in ihre Protokolle nieder, daß die hohe Regierung den, an den Badischen Gesandten bei dem Bundestage zu erlassenden, Verhaltungs⸗Befehlen immer nur eine, der Repraͤsentativ⸗Verfassung des Landes entsprechende und sie schuͤtzende, Richtung geben werde, nach welchem also der Ge⸗ sandte sich allen, die Verfassung und die Rechte der Kammern bedrohenden, Vorschlaͤgen nicht anschließen koͤnne. — Es wurde hierauf mit der Berathung des Gesetz⸗Entwurfs uͤber die Ei⸗ genthums⸗Abtretung im Zwangswege, welche gestern noch bis zum 24. Paragraphen gediehen war, fortgefahren.
Frankfurt a. M., 10. Juli. Heute feierte hier der Fuͤrst⸗ lich Thurn- und Taxische General⸗Post⸗Direktor, Freiherr von Vrients⸗Berberich, sein 50jaͤhriges Dienst⸗Jubilaͤum. Bei den hohen Verdiensten, die sich der Jubelgreis um die Vervollkomm⸗ nung des Deutschen Postwesens erworben, und bei der allge⸗ meinen Achtung, deren sich derselbe erfreut, war natuͤrlich die Theilnahme sehr groß, und von nah und fern liefen sowohl schmeichelhafte Gluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben als kostbare Geschenke ein. Die Oberpostamts⸗Zeitung theilt das sehr zahlreiche Verzeichniß der ersteren wie der letzteren mit, und enthaͤlt zu⸗ gleich einen Ueberblick des Lebens und der Wirksamkeit des Ge⸗ feierten. Heute wird demselben im Weidenbusch ein glaͤnzendes Festmahl gegeben, dem saͤmmtliche Post⸗Beamten beiwohnen, und zu morgen hat der Handelsstand ihm zu Ehren ein Diner auf dem Sandhofe veranstaltet.
— Frankfurt a. M., 11. Juli. Der Handel in Staats⸗Ef⸗ fekten war im Laufe der heute zu Ende gehenden Woche ziemlich lebhaft. Die meisten der couranten Papier⸗Sorten erfuhren, bei an⸗ sehnlichen Umsaͤtzen sowohl pr. Comptant als auf Lieferung, einiges Bessergehen. Vornehmlich wurde vieles gemacht in 5proc. Metal⸗ liqnes, Bank⸗Actien und Integralen. Von letzterem Papter wurden zwar am ersten Boͤrsentage der Woche (6. Juli) starke Posten zu b51s abgegeben; allein von da an bis Ende der Woche zog der Cours so an, daß wir heute 50 ½ notiren. Auch 5proc Metalliques und Bank⸗Actien hielten sich gesucht und stiegen nachgerade im Preise. In zproc. Metalligues ging wenig um; man will wissen, die Til⸗ gungs⸗Kasse zu Wien haͤbe augenblicklich ihre Einkaͤufe dieser Effek⸗ ten ausgesetzt. Auf Ende August fix sind die 5proc. und 4proc. Me⸗ talliques fortwaͤhrend um * à ¾ vCt. niedriger als pr. Cassa zu haben. — In Lotterie⸗Fonds war das Geschaͤft unbedeutend. Nur kleine Posten Polnischer und Darmstaͤdtischer Loose wurden ange⸗ kauft. Neue Polnische Loose waren auf Lieferung 2 Monate nach der Emission zu 88 ¼ Rthlr. angeboten. Die Umsaͤtze in Spanischen Papieren sind seit einigen Tagen wieder belangreich geworden. In Folge des Steigens zu Antwerpen, London und Amserdam fanden solche auch hier bereite Nehmer zu hoͤheren Coursen. — Die 5vroc. Perpetuellen besserten sich vom 6. Juli heute um 2 bis 3 vCt., die zproc. um 1 ½ pCt. Cortes⸗Obligationen gewannen uͤber 4 „Ct. in 8 Tagen. In letzterem Fonds ward diese Woche uͤber viel gethan. Wechsel auf fremde Plaͤtze sind gesucht, namentlich die Devisen auf Hamburg, Leipzig, Berlin und London. Diskonto⸗Briefe sind zu 2 ¾ pCt. gern zu placiren. — Nachschrift. Heute, am Sonnabend, waren die Fonds im Ganze begehrt; Metalliques, Integre⸗
Spanische Papiere fanden viele Nehmer, waͤhrend es an Abgehern tehlte. Auch waren die neuen Polnischen Loose gesucht und stei 8
Bern, 6. Juli. Unter dem Zulaufe einer betraͤchtlichen Volksmenge, der Paradirung der Stadt⸗Legion, der jungen Ganze und der Garnison fand heute die Eroͤffnung der Tagsatzung in gewoͤhnlicher Form statt. Im Muͤnster war Gottesdienst fir die reformirten Deputirten und in der katholischen Kirche fuͤr die Katholiken. In der Stift vereinigten sich beide Religiong, Parteien, und zogen von da unter Vortretung der „Standeg⸗ weibel“ in die heil. Geist⸗Kirche, wo Herr Schultheiß v. Tave in einer passenden Rede die Tagsatzung als eroͤffnet erklaͤrte.
¹ Spanien.
Madrid, 30. Juni. Die hiesigen Zeitungen sprechen j⸗ ren Unwillen daruͤber aus, daß die Generale der Koͤnigin so lang zoͤgerten, zum Entsatz von Bilbao herbeizueilen, da ma hier in Madrid weiß, daß diese Stadt ganz allein auf ihre ei nen Huͤlfsquellen angewiesen war und sich mit der groͤßten Mo zu halten suchen mußte. Eine dieser Zeitungen theilt ein Sche ben aus Vitroria vom 23. Juni mit, worin es heißt: „I Rebell Verasteguy faͤhrt mit Veruͤbung seiner Grausamkeitenz unserer Nachbarschaft fort. Er hat den Marquis von Aravag einen alten Edelmann, der wegen seiner gemaͤßigten und wohlwo lenden Gesinnungen bei Jedermann beliebt war, fortschleppen un ihn in einen einsamen Kerker zu Salbvatierra einsperren lasse
wo er, ungeachtet seines hohen Alters, schwere Arbeiten verricht muß. unbedecktem Haupt arbeiten. G 1— ternahm kuͤrzlich eine Rekognoszirung bis Castillo, wo er auf ei
Die anderen Festungsgefangenen muͤssen baarfuß und me Ein Theil unserer Garnison w
feindliches Bataillon traf, das jedoch den Ruͤckzug antrat. A. 2lsten feierten die Einwohner und die Garnison den Jahresn der großen Schlacht von Vittoria, die den glorreichen Kampf ve 1813 mit Sieg kroͤnt. Anstatt einer bloßen Musterung liß der Kommandant die Truppen alle bei einer Belagerung vaf kommende Vertheidigungs⸗Manoͤver ausfuͤhren. Die Stadt⸗M. liz bestieg die Waͤlle an der Seite der Linien⸗Truppen. D
Kirchthuͤrme, besonders die der St. Marien⸗Kirche, von wo me
eine weite Umsicht uͤber die umliegende Gegend hat, waren mi Veteranen besetzt, die sich dort aufgestellt hatten, als ob sie dih Bewegungen des Feindes bewachen und davon Kunde gela wollten.“
— Franzoͤsische Blaͤtter enthalten noch folgende Po⸗ vat⸗Nachrichten aus Madrid vom 30. Juni: „Herr Anm Villalba, Unter⸗Secretair fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheim, ist so eben durch Herrn Julian Vellalba ersetzt worden. .
Mitbewerber des Letzteren war Herr Carnerero, und es hiehwe wiß schwer, zwischen zwei so ausgezeichweten Maͤnnern eine Mäͤs
zu treffen. Man versichert, daß General Cardova (!) gewiß da Ober⸗Befehl uͤber die Nord-Armee erhalten haben wuͤrde, win er in dem Augenblick in Madrid gewesen, als man erfuhr, di Valdez das Kommando niedergelegt habe. Herr Antonio Mu⸗ tinez, Aeltester des Finanz⸗Conseils und ehemaliger Finanz⸗M nister, hat seine Entlassung eingereicht, ohne einen Grund daflt anzugeben. Sein Nachfolger ist noch nicht ernannt. Der Cugp lische Gesandte hat einen Courier mit dem zwischen Spanien un) Großbritanien uͤber den Sklaven⸗Handel abgeschlossenen Trakta von Madrid nach London abgeschickt. Der Baron und Hen Lionel von Rothschild sind von hier nach Cadix abgereist, von wo sie sich uͤber Gibraltar nach London begeben wollen. Dies beiden Kapitalisten reisen unter anderen Namen, wahrscheinlich um nicht von Raͤubern angefallen zu werden.“ nahe
Griechenland. Athen, 3. Juni. Gestern war bei Hofe wieder graog Tafel, und darauf ein Wettlauf zu Fuß in der Aeolosstraß Der Koͤnig hatte auf dem Balkon eines Hauses vor der Irenm Kirche Platz genommen; gegenuͤber saßen die Agonotheta (Kampfrichter): der Staatsrath N. Botzaris, der Oberst Vassos⸗ der Professor Gennadios und Andere. Der Ausgangspunkt fih die Wettlaͤufer war am obern Ende der Straße, und bis a das Ziel hatten sie eine Strecke von etwa drei Stadien zu durc, laufen. Beide Seiten der Straßen waren so gedraͤngt voll vun Zuschauern, daß kaum Raum fuͤr die Athleten blieb, und de man bedauern mußte, daß die Demarchie nicht lieber die offen Ebene vor der Stadt zum Kampfplatz gewaͤhlt hatte. (Im Pro gramm war das Stadion hierzu bestimmt, aber man hatte es . der kurzen Zeit nicht reinigen und ebnen koͤnnen.) Die Kaͤmyfte liefen in drei Abtheilungen, und zuletzt liefen die drei Siegt⸗ unter sich. Sie wurden am Ziele mit betaͤubendem Beifallsge klatsch empfangen, und empfingen aus den Haͤnden der Kam richter Kraͤnze von Oelzweigen und die Preise. Den ersten Pre (250 Drachmen) gewann ein Hirt aus Mantinea in Arkadiu den zweiten (120 Drachmen) ein Megaraͤer aus dem Dorfe Kg dura, und den dritten (80 Drachmen) ein Salaminier. 2 Sieger wurden hierauf Sr. Majestaͤt dem Koͤnige vorgestellt, i einige belobende Worte an sie richtete. Abends gab die Su Sr. Maj. einen glaͤnzenden Ball, zu welchem uͤber achthunde Personen geladen waren. Die Stadt war wieder beleuchtet; ag der Akropolis bloß der Parthenon durch niedrige, rings um m Tempel angezuͤndete Feuer, von denen man nur den Widerschit auf den imposanten Marmormassen sah, was einen hoͤchst gro artigen Effekt hervorbrachte. b F 1 Heute fruͤh hat Se. Majestaͤt die Truppen der hiesigen Ga⸗ nison (das Lancier⸗Regiment, eine Abtheilung Artillerie, das lstt 2te und 6te Bataillon und die Pionier⸗ und Huvrier⸗Compagnitel, auf der Ebene vor der Stadt die Revue passiren lassen. Di Aeußere und die gute Haltung der Truppen ließen nichts wuͤnschen uͤbrig. . Die letzten vor der Thronbesteigung des Koͤnigs erschieneng Zeitungen sind merkwuͤrdig durch die in ihnen ausgesprocheneg Wuͤnsche. Man giebt zu erkennen, daß man die Anstellungm der Fremden moͤglichst beschraͤnkt zu sehen wuͤnscht; ja, — Athena, die sich immer in ihrer leidenschaftlichen Heftigkn den Fremden am abgeneigtesten erwiesen, moͤchte sie bis auf do Staats⸗Kanzler lieber gleich fortjagen. 1
Athen, 6. Juni. Am 3. Juni Nachmittags fand ang obern Ende der Aeolosstraße, auf dem geraͤumigen Platze c⸗ der Wohnung des Herrn v. Greiner, die Fortsetzung der Kamts⸗
iele statt. Am anziehendsten war das Ringen (4½ ÿƷτεα 8 18 Menge hehenen nahmen an dieser Uebung Thl. Sie waren, bis auf einen faltigen Schurz um die Huͤften, gan nackt; ihre Kampfweise scheint durchaus antik zu seyn. Paarweise hen sie im Kreise um einander herum, bis sie auf ein gegebene Zeichen sich fassen; mit weit vorgestrecktem Oberleibe, daß fast Srs mit Stirn zusammenstoͤßt, legen sie sich einander die Haͤnde a den Ruͤcken, und suchen nun, bald den Gegner draͤngend, 1 nachgebend, den guͤnstigen Augenblick zu erspaͤhen, wo sie den Gegn
um die Huͤften packen und zu Boden strecken koͤnnen, Auf das Ningen folgte der Sprung, und noch verschiedene Uebungen im Klettern und Schwingen. Die Spiele dauerten, in Gegenwart Sr. Majestaͤt und einer großen Zuschauermenge, einige Stunden bis nach Sonnen⸗Untergang; Abends besuchte der König die Soirée bei dem Staats⸗Kanzler. Am 4. Juni Nachmittags
„fand an der Piraͤischen Straße ein Pferderennen statt, das aber
weniger befriedigend ausfiel; die Griechen sind noch keine Reiter, und auch die vorgefuͤhrten Pferde waren hoͤchst mittelmaͤßig. Somit scheinen die Festlichkeiten geschlossen zu seyn, und man singt wieder an, sich zu ernsteren Geschaͤften zu wenden.
IkSneeew. 8 2 1, Sr.9
Inlaped. —
Berlin, 14. Juli. Des Koͤnigs Majestaͤt haben der Ge⸗
meinde Apollensdorf bei Wittenberg zur Herstellung ihrer Kirche eine Beihuͤlfe von 200 Rthlr. als Gnadengeschenk huld⸗ reichst zu bewilligen geruht. — Man schreibt aus Wolgast unterm 12. d. M. Abends: Der Koͤnigl. Geheime Staats⸗ und Minister des Innern und der Polizei, Feer von Rochow Excellenz, ist auf der Tour von Stralsund nach Stettin hier ploͤtzlich erkrankt und bisher an der Fortsetzung seiner Reise verhindert worden.“
— Auch in Muͤnster hat sich jetzt fuͤr den dortigen Regie⸗ rungs⸗Bezirk unter hoͤherer Genehmigung ein Verein zur Ver⸗ besserung der Pferdezucht gebildet, dessen Statuten den Herren Landraͤthen und Buͤrgermeistern mit dem Ersuchen zugefertigt worden sind, den Beitritt zum Verein moͤglichst zu foͤrdern.
ede einzelne Beitrags⸗Quote ist auf 3 Thaler festgesetzt wor⸗ den, und der sich bildende Fonds soll zunaͤchst zur ertheilung von Praͤmien fuͤr die besten selbst gezogenen Pferde, von Frei⸗ Scheinen zur Benutzung der Landbeschaͤler u. s. w. verwendet erden.
— Der verstorbene Ackerbesitzer
joven im Reg. Bez. Achen hat die dortigen Orts⸗Armen zu Erben seines ganzen unbeweglichen, ungefaͤhr 3232 Rthlr. an Werth betragenden Vermoͤgens eingesetzt, und hat dieses Ver⸗ näͤchtniß die Allerhoͤchste Genehmigung erhalten. — Von dem Koͤnigl. Konsistorium der Provinz Sachsen ind im Jahre 1834 gepruͤft worden: 91 Kandidaten pro mini- gerio und 14 Kandidaten haben das colloquium pro munere lestanden; von der Pruͤfungs⸗Kommission in Halle sind 107 Studirende pro licentia concionandi gepruͤft, davon 101 mit zeugnissen versehen und 6 zuruͤckgewiesen worden. Bei dem Medizinal⸗Kollegium dieser Provigz haben 32 Pruͤfungen statt⸗ gefunden, 2 Kandidaten bestanden die Physikats⸗Pruͤfung, 3 die pruͤfung als forensische Wundaͤrzte, 12 als Wundaͤrzte zweiter Klasse, 2 als Zahnaͤrzte, 8 als Geburtshelfer, 5 als Apotheker zweiter Klasse. — Die medizinisch⸗chirurgische Lehr⸗Anstalt zu Magdeburg zaͤhlte im Jahre 1834 uͤber 70 Zoͤglinge; es ain⸗ gen in diesem Jahre 28 ab und 36 traten ein. Von den Ab⸗ gegangenen sind 7 als Compagnie⸗Chirurgen eingetreten, 6 haben das Examen als Wundaͤrzte zweiter Klasse abgelegt und 12 woll⸗ ten ihre Ausbildung anderwaͤrts fortsetzen; 3 sind verstorben.
— Die im Kreise Langensalza des Reg. Bez. Erfurt ins Stocken gekommene Chaussirung der Dorfstraßen ist dort wieder azm men worden und duͤrfte baldigst ein erfreuliches Resul⸗
iefern.
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Kleinermanns zu Freialden⸗
q— oo , 8 ½ ꝙꝗ uv 1t Welche Vortheile darf Deutschland von der Einfuͤh⸗ rungz der Locomotiven erwarten, wie sie auf den neueren Englischen Eisenbahnen benutzt werden? Vom Ober⸗Baurath Hagen. „Die bewundernswuͤrdigen Resultate, welche der Betrieb auf der vverpool⸗Manchester⸗Eisenbahn sowohl in der Befoͤrderung des Verkehrs durch Ermaͤßigung der Frachtsaͤtze und Beschleunigung der Fabrten, wie auch durch den Vortheil einer reichen Dividende fet vier Jahren zeigt, hat den Vorschlaͤgen zu ahnlichen Unterneh⸗ mungen allgemeinen Eingang verschaft. In Eng sind seitdem nige Bahnen schon vollendet, auf welchen dieselbe schnelle Foͤrde⸗ ung, wie dort, eingefuͤhrt wird, und andere sind in der Ausfuͤh⸗ ung begriffen. Belgien hat gleichfalls eine Anlage dieser Art be⸗ vonnen, und theilweise ist sie schon dem Publtkum eroͤffnet. Auch n Deutschland sind so ernstliche Einleitungen dazu getroffen, daß nan an der Realisirung von manchen unter diesen Plaͤnen nicht mehr zweifeln kann. — Daß Unternehmungen dieser Art vortheil⸗ haft seyn koͤnnen, lehrt vor Allem das Beispiel der Liverpool⸗ Manchester⸗Eisenbahn, welche, trotz einer verschwenderischen Aus⸗ fäͤhrung, dennoch das Anlage⸗Kapital mit 9 pCt. verzinst; außer⸗ dem haden einzelne Beobachtungen, die oft genug bekannt gemacht nd, gezeigt, daß die Locomotiven beim Gebrauche beinahe gar richt leiden und daß sie nur eine sehr geringe Quantitaͤt Brenn⸗Mate⸗ jal beduͤrfen, um 1000 Centner und daruͤber mit großer Geschwin⸗ digkeit fortzuschaffen. — Bestaͤtigen diese letzten Annahmen sich aber durch den dauernden Betrieb auf der Liverpool⸗Manchester⸗ isenbahn, oder ist jener reiche Ertrag vielleicht nur eine Folge von hesondern lokalen Umstaͤnden? Haben die Eisenbahnen, auf welchen die schnelle Foͤrderung eingefuͤhrr ist, in England und Amerika wirk⸗ ich den gesammten Fracht⸗Verkehr an sich gezogen, und darunter nach die schweren, wenig werthvollen Guͤter, die man den Deut⸗ chen Eisenbahnen besonders zuweisen will? Wenn dieses aber auch der Fall waͤre, welche Frachtsaͤtze bestanden auf den Kanaͤlen und Straßen, mit denen jene Eisenbahnen in Konkurrenz traten, und duͤrfen wir hoffen, die Frachtsaͤtze fuͤr die schnelle Foͤrderung auf Eisenbahnen in demselben Verhäͤltnisse gegen die in England uͤbli⸗ scheen wohlfeiler zu stellen, wie die Frachten fuͤr gewoͤhnliche Land⸗ und Wasser⸗Transporte bei uns wohlfeiler, als in England sind?
Die bekannt gewordenen Thatsachen enthalten eine ziemlich vollttändige Beantwortung dieser Fragen; bevor ich sie jedoch zu⸗ sammenstelle, scheint es mir noͤthig, Einiges uͤber Eisenbahnen im Allgemeinen voranzuschicken, und von der Einfuͤhrung der schnellen Förderung auf denselben zu sprechen. “
Wenn ein Pferd sich im gewoͤhnlichen Schritte bewegt, wo⸗ bet es in der Stunde zwei Drittheile einer Preußischen Meile zurüͤcklegt, kann es bequem einen dauernden Zug von einem Centner ausuͤben. Mit diesem Zuge wird auf ganz hori⸗ zontalen Chausseen, oder gepflasterten Straßen, je nachdem sie in besserem oder schlechterem Zustande sind, ein Wagen bewegt werden koͤnnen, der mit Einschluß seiner Ladung 30 bis 50 Centner wiegt; auf horizontalen Eisenbahnen dagegen ein Wagenzug, der gleichfalls mit seiner Ladung 180 bis 200 Centner wiegt (bei neuen Wagen und neuen Bahnen sogar 250 bls 300 Centner). Waͤre also ein Wagenzug im Gewichte von 200 Ctnr. fortzuschaffen, so brauchte man dazu auf einer horizontalen Chaussee etwa 5 Pferde und auf emner Eisenbahn 1 Pferd. Sobald aber eine Steigung von „ oder. von Zoll auf die laufende NRuthe vorkommt, so wird zur Ueber⸗ windung derselben in beiden Faͤllen der noͤthige Zug um 1 Ctnr. verstärkt werden muͤssen; bei einer Steigung von 1 ½ Zoll um 2 Ctnr. ef., und eben so viele Pferde werden jedesmal noch dazu ge⸗ spannt werden muͤssen, damit jedes nur den Zug von 1 Ctnr. aus⸗ ües darf. Es ergiebt sich hieraus, daß schon bei sehr geringen teigungen die Eisenbahn ein Bedeutendes an ihrem Vorzuge vor nderen Straßen verliert, denn im letzten Falle ist der Zug schon beinahe halb so groß, als auf diesen, waͤhrend er fruͤher nur den ünften Theil betrug. Der Vortheil hoͤrt jedoch nie ganz auf;
80090 8 gieht sich vielmehr in dem gewaͤhlten Beisptele bei allen vorkom⸗ menden Steigungen immer in einer Ersparung von 1 Pferden zu erkennen, deren relativer Werth aber natuͤrlich heyne geringer wird. Wenn daher die Eisenbahnen die glänzendsten Resultate auch nur bei einer horizontalen Lage zeigen, so sind sie doch in einem gebir⸗ gigen Terrain noch immer von großer Wichtigkeit, und dieses um so mehr, als der Umstand, daß die Wagen die Bahn nicht verlassen koͤnnen, Gelegenheit giebt, zwei Mittel anzuwenden, wodurch die starken Steigungen um so leichter uͤberwunden werden. Naͤmlich erstens kann in diesem Falle das Gewicht der herabfahrenden Wa⸗ gen zum Heraufziehen der anstetgenden mit benutzt werden, wenn beide durch ein Tau, das oben uͤber eine Rolle geleitet ist, mit ein⸗ ander in Verbindung stehen. Sodann ist es aber auch nicht noͤthig, daß das Pferd, welches als Vorspann bei der Steigung benutzt wer⸗ den soll, selbst die Anhoͤhe heransteigt, und dabei axhegeben Zuge noch die Kraft entwickeln muß, um sein eigenes Gewicht auf die Anhoͤhe zu heben; es kann vielmehr oben in einen Gopel gespannt werden, wobet es die letzte Anstrengung erspart. — Beide Mittel sind haͤufig mit großem Vortheil angewendet worden: das erste hat sogar Gelegenheit gegeben, daß in vielen Faͤllen, wo die Frachten sich in der Richtung von der Hoͤhe nach dem Thale bewegen, der volle Wagenzug den leeren heraufzieht, und also gar keine Bespannung noͤthig ist, wie dies namentlich theilweise auf der Hetton⸗ und anderen Kohlen⸗Bahnen in der Naͤhe von New⸗Castle der Fall ist. — Aber auch das andere Mittel ist nicht minder wirksam, und besonders in dem Falle, wenn der Betrieb eine große Ausdehnung gewonnen hat,
und er mit Regelmaͤßigkeit erfolgt. Statt der Pferde werden dann
gewoͤhnlich stationaire Dampfmaschinen angewendet, welche die Wagenzuͤge auf stark geneigten Ebenen zu einer senkrechten Hbͤhe vonp106 Fuß. vagvdnrih 88 neg 79. hinaufziehen, waͤbrend d rde nur auf den zwischenliegenden, beinahe hori e benüzt werden zwiß g . he horizontalen Strech n In dieser Art erfolgt noch jetzt der Betrieb auf den meisten Englischen und Amerikanischen Eisenbahnen. Eine große Geschwin⸗ digkeit kann man dabei freilich nicht erreichen, aber dagegen stellen sich die Frachten so niedrig, daß selbst minder werthvolle Guͤter, wie Kohlen und Erz, noch mit Vortheil darauf gefoͤrdert werden koͤnnen. Daß Eisenbahnen mit bequemen und gleich langen Wasser⸗ wegen fuͤr den Guͤter⸗Verkehr in Konkurrenz getreten waͤren, dafuͤr giebt es kein Beispiel; aber wo der Anlage von Kanäaͤlen natuͤrliche Hindernisse entgegenstehen, da koͤnnen sie deren Stelle ersetzen. So ist die große Wa er-Verbindung in Nord⸗Amerika zwischen dem Susauchannah und Ohio durch den Suntata und Conemangh⸗ Fluß mittelst einer Eisenbahn geschlossen, die sich von Frankstown vis Sohnstown durch das Aleghanny⸗Gebirge erstreckt, wo die starken Gefaͤlle und der Wassermangel die Anlage eines Kanales nicht mehr erlauben. 1s Als die Liverpool⸗Manchester⸗Bahn erbaut wurde, beabsichtigte man aguch hier einen Betrieb einzurichten, der dem bisher uͤblichen ziemlich aͤhnlich seyn sollte. Auf die Foͤrderung mit Pferden ver⸗ zichtete man freilich, indem unter den lokalen Verhaͤltnissen die Dampfkraft wohlfeiler zu stellen war. Aber es entstand noch die Frage, ob man stehende Dampf⸗Maschinen laͤngs der ganzen Bahn ausfuͤhren sollte, welche die Wagen von einer Station zur anderen hinuͤberzoͤgen, oder ob man den bereits gemachten Versuch mit den locomotiven Dampf⸗Maschinen hier berfasgen sollte. Zwei ausge⸗ zeichnete Techniker erhielten den Auftrag, durch eine genaue Beob⸗ achten des Betriebes auf verschiedenen Eisenbahnen diese Frage zu entscheiden. Beide erklaͤrten sich bei ihrer Ruͤckkehr fuͤr die statio⸗ nairen Dampf⸗Maschinen, und namentlich fuͤr den Fall, daß man auf einen regelmaͤßigen Verkehr rechnen duͤrfte. Der Vorstand der Actien⸗Gesellschaft zog es indessen vor, durch direkte Versuche sich von der Anwendbarkeit der Locomotiven selbst zu uͤberzeugen, und setzte daher in einer Aufforderung vom 25. April 1829 einen Preis von 500 Liv. Sterl. aus, fuͤr die Aufstellung einer Locomotive, die bei einem bestimmten, sehr maͤßigen Gewichte der angehaͤngten Wa⸗ en in einer Stunde 10 Englische Meilen oder 2½ Preußische Mei⸗ en zuruͤcklegen wuͤrde, das heißt, die sich ungefaͤhr so schnell bewe⸗ gen sollte, wie die dortigen Personen⸗Wagen auf den Chausseen be⸗ reits fuhren. Die Konkurrenz erfolgte am 8. Oktober desselben Jahres, und mit Erstaunen sah man die eingesendeten Probewagen mitunter eine Geschwindigkeit annehmen, welche doppelt so groß war, als die feceehese. und welche man bisher fuͤr unerreichbar gehalten hatte. Der bedeutende Personen⸗Verkehr, der auf dieser Tour bereits stattfand, konnte bei einer solchen Schnelligkeit nur gewin⸗ nen, fuͤr die man sich daber auch entschied. Der Guͤter⸗Verkehr mußte dabei aber eine aͤhnliche Geschwindigkeit erfahren, um auf den ersten nicht stoͤrend einzuwirken, weil auf denselben Bahnen Guͤ⸗ ter⸗ und Personenwagen gefoͤrdert werden mußten. Man hielt diese ganze Anordnung keinesweges fuͤr nachtheilig, ja man glaubte sogar, daß die große Beschleunigung dem Waaren Transporte einen uͤber⸗ wiegenden Vortheil verschaffen sollte, und pries den Nutzen, den der Fabrikant und Konsument haben wuͤrde, wenn er keine großen Vor⸗ raͤthe mehr halten duͤrfte, sondern in wenig Stunden das be⸗ stellte Material oder die Waare beziehen koͤnnte. Mit diesem Grunde war es indessen wobl nicht ernstlich gemeint, denn der Umstand, daß die Guͤter auf dem 6 Meilen langen Wege statt 2 Stunden 9 un⸗ terweges geblieben waͤren, konnte durch die laͤngere Verzinsung ih⸗ ren Werth nicht erhoͤhen, und selbst in diesem Falle wuͤrde der Vor⸗ theil des Kaͤufers eben so groß seyn, als der Nachtheil des Verkaͤu⸗ fers, insofern der letzte die Waaren erst 7 Stunden spaͤter verkaufte. — Was die Bewunderung und Theilnahme des Publikums aber be⸗ sonders rege machte, war das Frappante der neuen Erscheinung, in⸗ dem die schweren Massen, die man sonst nur langsam hatte bewegen sehen, hier ohne Bespannung mit Pferden eine heschwindigkeit an⸗ nahmen, welche bisher das leichteste Fuhrwerk noch lange nicht er⸗ reicht hatte. Es fehlte weder in England noch auf dem Kontinente an phantastischen Beschreibungen und eifrigen Anpreisungen zur Nachahmung; doch alle spaͤteren Schilderungen des neuen Systems uͤberbot gleich der Rendant der Actien⸗Gese schaft, indem er meinte, die Locomotiven spruͤhten Feuer und Flammen, und stampften vor Tiehsssse 2 Land der Pyramiden wieder zu eroͤffnen bei Memphis und bei Theben.
Am 16. Sept. 1830 wurde der regelmaͤßige Personen⸗Verkehr auf der Liv.⸗Manch.⸗Bahn eroͤffnet und bald darauf auch der Fracht⸗ Verkehr, so daß jetzt der Betrieb 41 Jahre hindurch ohne Unter⸗ brechung und mit der groͤßten Puͤnktlichkeit fortgesetzt ist. Sehr wichtig sind die Rechnungs⸗Abschluͤsse, welche die Direktoren bisher halbjaͤhrlich bekannt gemacht haben, und unter diesen besonders die⸗ jenigen, welche den Zeitraum vom 1. Januar 1832 bis 30. Juni 183 umfassen, indem sich aus diesen die Ausdehnung des Betriebes und die Kosten im Einzelnen ziemlich genau uͤbersehen lassen. Die zwei vorhergehenden, so wie auch der uͤber das letzte Semester 183½, sind minder vollstaͤndig, und es fehlt darin die Mittheilung mancher wich⸗ tigen Data. Fn dem letzten erklaͤren die Direktoren aber, daß sie vfe grfeh ss nicht mehr in aͤhnlicher Art oͤffentlich bekannt machen wollen.
Die erwaͤhnten fuͤnf halbjaͤhrigen Rechnungen enthalten die ein⸗
zigen brauchbaren Data, welche uͤber einen Betrieb dieser Art bekannt ge⸗ macht worden, und die uͤberhaupt vielleicht so vollstaͤndig gesammelt sind. Es ist denselben auch die Berechnung der Transport⸗Kosten fuͤr den einzelnen Reisenden und die einzelne Tonne Ladung beigefuͤgt, doch sind hierin die Ausgaben des Guͤter⸗ und Personen⸗Verkehrs 15 gehoͤrig esondert: man wuͤrde diese Saͤtze daher ohne Nach⸗ tbeil dei aͤhnlichen Anlagen in England benuten koͤnnen, wo das Verhaͤltniß der Reisenden zu dem der Frachten dasselbe ist; aber bei einer Anwendung auf die Deutschen Essenbahnen, die hauptsaͤchlich fuͤr den Guͤter⸗Verkehr bestimmt sind, muß man die Ausgaben sorg⸗ faͤltiger trennen, um passende Resultate zu erhalten. — Außerdem sind wohl uͤber die Betriebs⸗ und Unterhaltungs⸗Kosten der Loco⸗ motiven noch manche Beobachtungen bekannt geworden; es fehlt da⸗ bei aber die Angabe der naͤheren Umstaͤnde, welche darauf Einfluß hatten. Wie noͤthig das Letzte ist, ergiebt sich 3. B. daraus, daß
ie Locomotive, welche regelmaͤßig die Guͤter von dem Berge nach
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dem Thale herabschafft (wie dieses etwa auf der Stockton⸗Darling⸗ ton⸗Bahn geschieht), weniger Brenn⸗Material erfordern wird, als wenn sie mitunter die Frachten auch heben muß. Sie vwird ferner auch mit weniger Brenn⸗Material eine gegebene Güͤtermasse foͤrdern, wenn das Gewicht der angehaͤngten Wagenzuͤge immer gerade ihrer Kraft und den lokalen Verhaͤltnissen entspricht, wogegen sie bei der Uebernahme eines Verkehrs, der von den zufaͤlligen Sendungen des Publikums abhaͤngt, oft mit halber Ladung oder noch weniger ab⸗ fahren muß. Der Uebelstand wird aber noch groͤßer, wenn auf Zwi⸗ schen⸗Stationen auch Guͤter dazukommen oder abgehen, in welchem Falle die Locomotive so kraͤftig gewaͤhlt werden muß, daß sie den moͤglichen Zugang noch aufnehmen kann. In allen diesen Punkten kommen die projektirten Deutschen Eisenbahnen der Liv.⸗Manch⸗ Bahn ungefaͤhr gleich es findet auf dieser nach beiden Richtungen ein Verkehr statt, der aber nicht gleichmaͤßig vertheilt ist, sondern etwa die Haͤlfte der Wagen kommt von Manchester leer zuruͤck; die zufaͤllige Benutzung der Bahn giebt Veranlassung, daß die Locomo⸗ tiven oft nur die halbe Ladung haben, die ihrer Kraft entspricht, und besonders klagen die Direktoren uͤber den Zwischen⸗Verkehr (der aber bei den meisten Deutschen Eisenbahnen noch viel bedeutender seyn moͤchte), der eine gehoͤrige Belastung der Locomotiven vollends unmoͤglich macht.
Es ergiebt sich aus dem Gesagten bereits, daß einzelne Beob⸗ achtungen, die besonders glaͤnzende Resultate gegeben haben, weni Beachtung verdienen. Außerdem muß noch bemerkt werden, da sowohl die Witterung bei dem fortgesetzten Betriebe zuweilen einen höͤchst nachtheiligen Einfluß uͤbt, als auch, daß die unvermeidlichen Beschaͤdigungen der Locomotiven ihre Wirksamkeit um sehr Vieles niedriger stellen. Als die Liv.⸗⸗Manch.⸗Bahn erbffnet wurde, behauptete Stephenson, daß auf 5 Locomotiven, die anhaltend im Gange waͤ⸗ ren, nur eine zur Reserve gerechnet werden duͤrfe, und diese Aeuße⸗ rung wird noch jetzt haͤufig wiederholt. Die Actien⸗Gesellschaft besitzt aber, wie es scheint, uͤber 30 Locomotiven, und doch muͤssen alle Naͤchte zur Huͤlfe genommen werden, um die taͤglich vorgekommenen Beschaͤdigungen wieder herzustellen, da⸗ mit beim Anbruche des Tages nur die noͤthige Anzahl auf die Bahn geschoben werden kann. Dabei ereignet es sich aber, wie Vignoles er⸗ zaͤhlt, noch sehr haͤufig, daß einer von beiden Dampf⸗Cylindern un⸗ terweges schadhaft wird, und die Maschine nur durch den uͤbrigblei⸗ benden bewegt werden kann.
Der Einfluß der neuesten Erfindungen und Verbesserungen im Bau der Locomotiven wird sich aus dem Folgenden ergeben: ich gehe jetzt uͤber zur Auseinandersetzung der Resultate, welche die Liverpool⸗ Manchester⸗Bahn in den benannten fuͤnf Semestern uͤber die Be⸗ triebs⸗Kosten der Locomotiven geliefert hat.
Die Laͤnge der Bahn, soweit sie durch Locomotiven befah⸗ ren wird, mißt 29 ¾ Englische oder 6 ½ Preußische Meilen. Die Ausdehnung des Verkehrs betreffend, so werden jaͤhr⸗ lich 377,645 Reisende in 6332 Personenfahrten gefoͤrdert es kommen daher auf jede Fahrt 60 Personen, und bei 310 Wochentagen auf je⸗ den Tag 20219 Fahrten. — An Guͤtern werden außer Waaren auch Steinkohlen transportirt, die in den Gruben neben der Bahn bre⸗ chen. Nach den erwaͤhnten Berechnungen ist im 2ten Semester 1832 nur etwa der vierte Theil des uͤber die Bahn gegangenen Kohlen⸗ Quantums auf Kosten der Gesellschaft gefoͤrdert, und in der folgen⸗ den Zeit sind gar keine Kosten dafuͤr mehr ausgeworfen, woraus folgt, daß die Foͤrderung derselben spaͤter nicht mehr durch die Bahn⸗ Gesellschaft besorgt wurde. Die gemachten Mittheilungen ergeben hiernach, daß durchschnittlich an Waaren und Kohlen zusammen jaͤhr⸗ lich 3,075,055 Centn. Pr. in 4681 Fahrten uͤber eine We estrecke, die der ganzen Laͤnge der Bahn gleichkommt, durch die Gesellschaft ge⸗ foͤrdert werden. Auf jede einzelne Fahrt treffen demnach 657 Cent. und es werden an jedem Tage 159. Guͤterfahrten gemacht. — Die Anzahl der Personen⸗ und Guͤterfahrten zusammen betraͤgt demnach 11,013, oder taͤglich 35 ½, und die ganze Laͤnge des von den Locomo⸗ tiven jaͤhrlich zuruͤckgelegten Weges mißt 69,749 Pr. Meilen.
Bei Bestimmung der Kosten der Locomotivkraft und des Trans⸗ vortes kommt zuerst 1) der Bedarf an Brenn⸗Material in Betracht Die Abschluͤsse ergeben, daß durchschnittlich in jedem Jahre sehr genau fuͤr 6000 Liv. St. Kokes zum Betriebe der Locomotiven an⸗ gekauft sind. Da nun nach dem Berichte vom 26. Maͤrz 1834 die Tonne Kokes 17 ½ Sb. kostet, so werden durchschnittlich bei jeder der 11,013 Fahrten 1395 Pf. Engl. oder 1353 Pf. Pr. verbrannt, oder fuͤr jede zuruͤckgelegte Meile 213 Pf. Es entsteht hier die Frage, ob man annehmen darf, daß bei den Guͤter⸗ und Personen⸗ fahrten ein gleicher Verbrauch eintritt: in den Berechnungen, welche den halbjaͤhrigen Abschluͤssen beigefuͤgt sind, ist diese Annaͤhme wirk⸗ lich gemacht, was nach der obigen Bemerkung auch nicht auffallen darf. Wenn man aber diese Erfahrungen benutzen will, um die Be⸗ triebskosten daraus herzuleiten, welche auf einer Bahn eintreten werden, die beinahe ausschließlich fuͤr den Guͤter⸗Verkehr bestimmt ist, so muß man zwischen beiden nothwendig einen Unter⸗ schied machen. Der Personenzug fuͤhrt durchschnittlich 60 Reisende, der Guͤterzug 657 Centner, jener legt den Weg in 1 ½, dieser in 2 Stunden zuruͤck, so daß also der Unterschied in der Geschwindigkeit nicht sehr bedeutend ist. Da das Gewicht eines Mannes 12 Ctnr. betraͤgt, und die Reisenden dort nicht viel Gepäcke mit sich fuͤhren, so wird in jeinem Zusatze von 1 Ctnr. fuͤr dir Person das relativ groͤßere Gewicht des Nehenmagsne, der 18 Plaͤtze enthaͤlt, und der Einfluß der etwas groͤßeren Beschwindigkeit schon reichlich in Ansatz gebracht seyn. Man kann daher den einzelnen Reisenden zu 2½ Ctnr. annehmen, oder 8 Reisende einer Tonne Ladung gleich setzen. Es ergiebt sich hieraus, daß durchschnittlich in jeder Fahrt nur ein Gewicht von 18 ¾ Tonnen fortgeschafft wird, oder auf die Tonne Ladung und Engl. Meile werden 2 ½ Pfd. Kokes konsumirt.
„Dieses Resuͤltat findet in dem erwaͤhnten Berichte vom 26. Maͤrz 1834 seine vollstaͤndige Bestaͤtigung. Die Kosten fuͤr die Dar⸗ stellung der Locomotiv⸗Kraft beim Guͤtertransport auf der Liv.⸗ Manch.⸗ Bahn stellten sich naͤmlich mehr als noch einmal so hoch, als man erwar⸗ tet hatte. Es wurde ein Sub⸗Comité niedergesetzt, das die Ursachen dieser Mehrkosten ermitteln sollte. Dasselbe entwickelte in seinem Berichte vom 24. April 1834 die Gruͤnde der eingetretenen Ueber⸗ schreitung, und bemerkte unter anderm auch, daß es durch die An⸗ wendung der Kokes statt der dem Gewichte nach gleich wirksame Kohlen herbeigefuͤhrt sey. Die betreffende Preiserhoͤhung wird p Tonne Ladung und Meile zu 0,1c2 Penny angegeben, woraus si mit Beruͤcksichtigung der mitgetheilten Preise von den Kokes Kohlen ergiebt, daß hier auf die Tonne und Meile 2 ½ Pfd. (oder eigentlich 2,50 Pfd.) Kokes kommen. — Dabei muß noch erwaäͤhnt werden, daß diese Kokes von der besten Sorte sind, und man es nicht gewagt hat, Kokes aus den Gasanstalten zu gebrauchen, die fuͤr den halben Preis zu erhalten waren. — Es ergiebt sich aus Delgen hach. Reduction og Peüahlsches Maaß und Gewicht, daß ur Fortschafung von 1 Ctur. Ladung auf 1 Meile 0,50 Pfd. Kokcs erforderlich snds Sees
2) An Tagelohn auf den Wasserstationen werden jaͤhrlich ver⸗ T g9 Liv. 19- sa 8, bei 11,013 Fedeten fuͤr die Preuß
eile 2 Sgr. und bei der Ladung von 657 Centner pro Centner und Meile H⸗ Pf. 6 . “
3) Fuͤr Oel, Talg, Hanf und dergleichen Materialien, die bei der Less eehen gebraufg mhegden, Ffersg⸗ die jahrliche Ausgabe
7 „St./ also fuͤr die Meile 4 Sgr. 2 Pf. oder Centner 1 Rechag, S8ng. 8 Pf⸗ pro Centner
4) Sehr bedeuten die Ausgabe fuͤr die Re⸗ den Ersatz der Locomotiven: es werden dafuͤr nteceeetaschzant schnitt jedes Jahr verausgabt 16,950 Liv. Sterling, das macht fuͤr jede Meile, welche die Maschine darchlaͤuft, 1 Rrhlr. 18 Sgr., also fuͤr die Guͤterfahrten pro Centner und Meile 0,878 Pf. — Diese Ausgabe stellt sich jaͤhrlich so hoch, daß dafuͤr etwa 20 neue Maschinen angekauft werden koͤnnten. Wenn es also gegruͤndet waͤre, daß durch die neuen Verbesserungen im Bau der Locomotiven den starken Beschaͤdigungen der aͤlteren vorgebeugt ist, so wuͤrde es gewiß ganz unpassend seyn, die letzteren noch ferner
beizubehalten, und sie immer aufs Reue in Stand zu setzen. Die⸗