1835 / 197 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

der besser anwenden koͤnnte. Wenn man schnell zu Werke gehen und einen Ausschuß zur Untersuchung der Sache ernennen wollte, so koͤnnte wenigstens ein betraͤchtlicher Theil des schon vorgeschossenen Geldes noch gerettet werden. Ehe ich schließe, will ich dem Hause noch eine Mittheilung vorlesen, die ich von einem Herrn erhalten habe, der fuͤr den Bau der Londoner Bruͤcke großen Antheil nahm, und der fest uͤber⸗ zeugt ist, daß der beabsichtigte Tunnel niemals zu Stande kom⸗ men wird. „„Man ist““, sagt derselbe, „„noch nicht zu dem schlimmsten Theil des Flusses gelangt. Bei dem Bau der neuen Bruͤcken, der Londoner und Southwarker, machte man die Erfah⸗ ung, daß der Boden der Nordseite des Flusses sehr elastisch, voller Triebsand und in jeder Hinsicht gefaͤhrlicher und schwieri⸗ ger fuͤr einen solchen Bau ist, als die Suͤd⸗ oder Surrey⸗Seite, wo das Werk angefangen wurde. Wenn man sich eine vernuͤnf⸗ tige Aussicht auf Erfolg haͤtte sichern wollen, so haͤtte man den Tunnel um mehrere Fuß tiefer anlegen muͤssen. Ohne Koffer⸗

daͤmme kann der Bau gar nicht vollendet werden, und kein Bau⸗ holz ist lang genug, um es zu den in jenem Theil des Flusses

erforderlichen Pfaͤhlen zu benutzen. Die groͤßte Laͤnge, zu der 88 dn⸗ 81b koͤnne, ist 55 bis 60 Fuß, und es war schon sehr schwer, zu den Kofferdaͤmmen beim Bau der neuen Londoner Bruͤcke hinreichend lange Pfaͤhle zu erhalten. Die Kofferdaͤmme wuͤrden das ganze schon vorgeschossene Geld kosten und die Passage auf dem Fluß unterbrechen, wo nicht ganz un⸗ moͤglich machen.““ Wie gesagt, das Schwierigste ist noch zu thun. Der Tunnel naͤhert sich einem Theil des Flusses, welcher tiefer ist, als der, unter dem er bis jetzt fortgefuͤhrt worden, und wo also noch weniger Boden zwischen dem Wasser und dem Tun⸗ nel bleiben wird.“ Sir R. Peel stimmte auch dafuͤr, daß eine reifliche Untersuchung angestellt werde, ehe man fernere Summen zu diesem Unternehmen bewillige, und er hielt daher den Antrag des Herrn Walter, daß dem Hause, ehe es sich in einen Subsidien⸗Ausschuß verwandle, die auf die Bewilligung eines Vorschusses von 270,000 Pfd. zu Gunsten jenes Baues bezuͤglichen Papiere vorgelegt werden sollten, fuͤr ganz angemessen. Herr Spring Rice, der Kanzler der Schatz— kammer, erkannte dem Hause das Recht zu, die Verwendung des Geldes, so wie die Aussicht auf die Zuruͤckzahlung desselben und auf die Vollendung des Baues zu untersuchen, und hatte gegen die Vorlegung der verlangten Papiere nichts einzuwenden; nur meinte er, es waͤre besser gewesen, der Antragsteller haͤtte sich seine heutige Rede bis nach der Genehmigung seiner Motion varbehalten; auch bezeichnete er es als ganz unangemessen, daß derselbe die Motion als ein Amendement zu dem Antrage auf

ung in den Subsidien⸗Ausschuß gestellt habe, und er hoffte daher, das ehrenwerthe Mitglied werde in dieser Form nicht darauf bestehen, sondern seinen Antrag am Schluß der Sitzung vorbringen, in welchem Fall er (der Minister) sich demselben mies; widersetzen wolle. Uebrigens, fuͤgte er hinzu, sey die Be⸗

4*

zoicngung des besagten Vorschusses, die jedoch in jeder Hinsicht zu rechtfertigen waͤre, da sie in der Form eines gewoͤhnlichen offiziellen Aktes geschehen, und da man ein so großes oͤffentliches Unternehmen nicht unvollendet lassen duͤrfe, schon zu der Zeit gemacht worden, als Lord Althorp noch Kanzler der Schatzkam⸗ mer gewesen. Herr Walter nahm hierauf seine Motion vor⸗ laͤufig zuruͤck, und das Haus ging in den Subsidien⸗Aus⸗

8 4983 ““ EIIEae Venn uh 28 1S ö vb11““*“

8 . 6 5 8 vee“ DEC11““

2 8 London, 11. Juli. Der Koͤnig ertheilte gestern im St. James⸗Palast dem Großsiegelbewahrer, Lord Duncannon, eine Audienz. Abends war großes Diner und Konzert bei Sr. Maj. Der Koͤnigliche Geheime⸗Rarh hielt gestern eine Versamm⸗ lung, um eine Petition der Insel Guernsey, worin um Verbes⸗ serung der dortigen Pfaͤrren gebeten wird, in Erwaͤgung zu iehen. Der (gestern erwaͤhnte) Artikel des Standard, aus wel⸗ chem man auf einen nahe bevorstehenden Ministerwechsel schloß, lautet solgendermaßen: „Wir koͤnnen zu unserer großen Freude unseren Mitbuͤrgern versichern, daß der Koͤnig noch immer fest ist. Lord Melbourne koͤnnte, wenn er wollte, mit vollkommener Wahrheit erzaͤhlen, daß die letzte Unterredung, die er mit seinem Souverain hatte, dem er so schnoͤde Zumuthungen macht, nichts weniger als befriedigend fuͤr ihn ausfiel. Alle Versuche Sr. Herrlichkeit, die Sacrilegiums⸗Bill und die Irlaͤndische Corpo⸗ rations⸗Bill in Gunst zu bringen, verungluͤckten. Auch im Ka⸗ binet sind die Meinungen uͤber die letztgenannte Bill eben so getheilt, wie im Geheim⸗Zimmer des Koͤnigs. Es befinden sich unter den amtlichen Rathgebern Sr. Majestaͤt mehrere, die Herrn O'Connell's Macht nicht durch das Vermoͤgen der Cor⸗— porationen noch zu vergroͤßern wuͤnschen. Vielleicht duͤrfte um den 2lsten August herum (dies ist der Geburtstag des Koͤnigs) Lord Melbourne die Gelegenheit und Freiheit haben, seine auf⸗ gehobenen Erklaͤrungen mitzutheilen.“ Die Times sagt, es gingen jetzt aus dem Verfahren der Whigs und ihrer Verbuͤndeten zwei Dinge sonnenklar hervor: 1) daß dem Unterhause das abstrakte Appropriations⸗Prinzip

der Grundsatz, wie die Einkuͤnfte der Anglikanischen Kirche in Irland verwendet werden sollen) von den Whigs als ein bloßes Partei⸗Geschrei aufgedrungen worden sey, um eine faktioͤse Ma⸗ oritaͤt zu erlangen und die Konservativen vom Staatsruder zu vertreiben; 2) daß dieses Prinzip den Whigs wiederum von den Repealers aufgedrungen worden, und zwar nicht als ein leerer, nichtsbedeutender Klang, sondern als eine wesenhafte, fuͤhlbare, praktische, gegen die Irlaͤndische Kirche zu veruͤbende Abscheu⸗

chkeit, indem die Repeal⸗Politik der Regierung so gestaltet sey, daß jedenfalls ein Ueberschuß herausgebracht werden muͤsse, wenn auch dies bezweckte Resultat nicht anders zu erreichen waͤre, als dadurch, daß man die ganzen Einkuͤnfte der Kirche fuͤr einen Ueberschuß erklaͤren ließe.

Der Albion meldet, Lord John Russell habe vorgestern den Befehl gegeben, daß die „Morning Post“, der „Morning He⸗ rald“ und der „Albion“ im Ministerium des Innern nicht mehr gehalten werden sollten. -

Die Portugiesische Regierung hat in den hiesigen Zeitungen eine ausfuͤhrliche Anzeige in Bezug auf die Zuh Verkauf gestell⸗ ten National⸗Guͤter bekannt gemacht. An ahlung werden an⸗ genommen: 5pCtige Portugiesische Obligationen al pari oder 20 pCt. baar und die uͤbrigen 80 pCt. in behecn jaͤhrlichen Termi⸗ nen, jedesmal zu 5 pCt. Von der ausgesetzten Schuld hat der Kaͤufer 2 pCt. Zinsen jaͤhrlich an entrichten; man zahlt der Kaufsumme, 1 bleiben zu 5 pCt. Zinsen stehen und werden in 216 Jahren abgetragen. Bis zu Ende Juli's werden Kaufgebote angenommen. Die Verkaufs⸗Gegenstaͤnde sind meist Kloster⸗ Guͤter. Man ersieht aus der Liste derselben, daß die geistlichen Orden in Lissabon und anderen Staͤdten viele Haͤuser, ja 3an9e Straßen mit Laͤden besaßen, die sie vermietheten. Die Liste nennt folgende fruͤhere Eigenthuͤmer: 1) Die Canonici von St. Johann; 2) die Barfuͤßer vom Orden des heiligen Augustinus (diese besaßen Haͤuser und Magazine zum Taxations⸗Werth von

26 Millionen Reis); der Orden vom heiligen Geist (14 Mill. Reis); 4) die Barfuͤßer vom Karmeliter⸗Orden (11 Mill.); 5) Die Bernhardiner⸗Nonnen (13 Mill.); 6) die Fran⸗ ziskaner zu Lissabon (4 Mill.); 7) die Congregation von St. Bruno zu Laveiras (4 Mill.); 8) das Kloster St. Vincenz

(3 Mill.); 9) die Karmeliter (9 Mill.); 10) das Minimen⸗

Kloster (10 Mill.); 11) verschiedene andere geistliche Guͤter zum Belauf von 8 bis 9 Mill. Reis; 12) ein Grundstuͤck zu Belem mit 35 Haͤusern, zum Werth von 9 Mill. Reis taxirt.

Die Zeitungen aus New⸗Orleans vom 9. Juni wider⸗ sprechen dem Geruͤcht, daß die Cholera in dieser Stadt herrsche; es seyen zwar unter der Schiffsmannschaft im Hafen einige Er⸗ krankungen vorgekommen, aber die Sanitaͤts⸗Behoͤrde habe nur von 3 Todesfaͤllen erfahren.

ö““

Bruͤssel, 11. Juli. Ein Belgisches Blatt (der Politique) meldet, daß der Posten eines Belgischen Gesandten zu Berlin, der seit der Ruͤckkehr des Generals Goblet erledigt ist, einem ge⸗ achteten Senator werde uͤbertragen werden, der zur hohen Aristo⸗ kratie von Bruͤssel gehoͤre und mit Recht des Rufes eines ver⸗ staͤndigen, gebildeten und faͤhigen Mannes genieße.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 7. Juli. Auch diesesmal wurde, und zwar am 18. Juni in Gothenburg auf seiner Heimreise, dem Mit⸗ gliede des Bauern⸗Standes Anders Danielson „zur Ehre des Volksfreundes und Repraͤsentanten“ von einer betraͤchtlichen Zahl achtungswerther Buͤrger eine oͤffentliche Mahlzeit gegeben, wobei Verse abgesungen wurden und er eine Rede hielt. Folgende Toasts wurden, außer dem fuͤr den Gast selbst, ausgebracht: Sr. Maj. dem Koͤnige; Sr. K. H. dem Kronprinzen; dem Koͤnigl. ause; den Koͤnigreichen Schweden und Norwegen; redlichen Schwedischen Buͤrgern; dem Bestehen der Realisation (bei der Bank); dem inlaͤndischen Wechselgesetze; einer zweckmaͤßigen Re⸗ praͤsentations⸗Aenderung; der Aufhebung der Einziehungs⸗Be⸗ fugniß (der Zeitungen); dem Wohle Gothenburgs.

Aus Norwegen wird gemeldet, daß laut Koͤnigl. Resolution vom 15. v. M. zwei Artillerie⸗Offiziere die Verguͤnstigung erhal⸗ ten sollen, sich auf einer zweijaͤhrigen Reise im Auslande Kennt⸗ niß von den Einrichtungen, Waffen u. s. w. fremder Heere zu verschassen, zu welchem Zwecke jedem eine jaͤhrliche Zulage von 500 Sps. aus der durch Einschraͤnkung der Exercir⸗Uebungen im vorigen Jahre ersparten Summe, außer der Fortdauer ihrer vol⸗ len reglementsmaͤßigen Gage nebst Emolumenten waͤhrend ihrer Abwesenheit, werden soll.

Es scheint nun ausgemacht, daß die im Werk gewesene und angekuͤndigte Dampfschifffahrts⸗Verbindung zwischen hier und Luͤ— beck dieses Jahr nicht zu Stande kommt.

Bei der diesjaͤhrigen Versteigerung von Electoral⸗Schaafen auf der Stamm⸗Schaͤferei Naͤs (die stets vortrefflichere Produkte liefert) wurden die besten Widder zu 50 bis 120, die Mutter⸗ Schaafe zu 15 bis 20 Rthlr. Schwed. Banco, also weit hoͤher wie voriges Jahr, groͤßtentheils fuͤr Rechnung Finnischer Guts⸗ besitzer angekauft. ““ ““ .

Deutschland.

Hannover, 13. Juli. Das Comité des Kunst⸗Vereins fuͤr das Koͤnigreich Hannover hat folgende Aufforderung an Deutsche Maler ergehen lassen: „Das unterzeichnete Comité ist durch einen Beschluß der General⸗Versammlung ermaͤchtigt, fuͤr den Verein jaͤhrlich ein groͤßeres Oel⸗Gemaͤlde bei einem durch fruͤhere Leistungen bewaͤhrten Deutschen Kuͤnstler zu bestellen. Der Gegenstand muß entweder religioͤsen Inhalts oder aus der Hannoverschen Landes⸗Geschichte seyn. Diejenigen Kuͤnstler, welche eine Bestellung fuͤr naͤchstes Jahr zu erhalten wuͤnschen, werden ersucht, zu der im Februar 1836 stattfindenden Ausstel⸗ lung eine Skizze einzusenden, welche in Oel⸗Farben und von der Groͤße wenigstens eines Viertels des beabsichtigten Gemaͤldes seyn muß. Die Auswahl derjenigen Skizze, welche ausgefuͤhrt wer⸗ den soll, geschieht durch das Schiedsgericht. Naͤhere Auskunft wird von dem Secretair des Vereins, Herrn B. Hausmann, gern ertheilt werden.“

Leipzig, 16. Juni. Die hiesige Zeitung schreibt aus Saalfeld: „Die Porzellan⸗Fabriken Thuͤringens, besonders im Innern des Thuͤringer Waldes, haben im Laufe des jetzigen Jahrhunderts nicht allein an Zahl, sondern auch fast jede an Ausdehnung gewonnen. Dies kommt besonders auf Rechnung der Zunahme der Porzellanmalerei, welche wohl nirgends so zu Hause ist, als in unseren Gegenden. Nur allein bei Wallendorf zaͤhlt man in einem Umkreise von drei Stunden zwischen 400 und 500 Porzellanmaler. Obwohl Einzelne derselben ihre freie Kunst mit verdienter Celebritaͤt treiben, so existirte denn doch bis jetzt weder eine Schule zur geregelten Heranbildung der Juͤn⸗ ger, noch viel weniger irgend eine innungaͤhnliche Versorgung alter oder nicht selten erblindeter Maler, oder sonst ein gemein⸗ sames Band. Doch auch hierin soll und wird es besser wer⸗ den. Am 21. vorigen Monats kamen hier uͤber 60 Kuͤnstler zu⸗ sammen, und stifteten eine Gesellschaft, welche den zeitherigen Maͤngeln abhelfen will; sie nennt sich: „Thuͤringischer Kuͤnstler⸗ Verein.“ Die Statuten sind nun entworfen und einigen Her⸗ zoglich Saͤchsischen, so wie den Fuͤrstlich Schwarzburgischen Re⸗ gierungen zur Bestaͤtigung uͤbergeben worden; denn nur durch kraͤftige Unterstuͤtzung derselben lassen sich die vorgesteckten Zwecke 1eg01che. den Vortheilen des Deutschen Zollverbandes zaͤhlt der Freund der Humanitaͤt, und zwar nicht zuletzt, den Wegfall des Schleichhandels. An der Graͤnze der Herzoglich Saͤchsischen Laͤnder und Bayerns hatte derselbe steigernd viel Unwesen er⸗ zeugt, und nicht leicht duͤrfte ein Gewerbe, dessen man sich in der Regel nicht schaͤmt, die Moralitaͤt so untergraben, als gerade der Schleichhandel. Die Klagen des Verlustes desselben, aus Coburg und anderen Orten, werden daher wohl kein sonderliches Mitleid erregen.“

In derselben Zeitung liest man: „Wie wir so eben in Erfahrung bringen, ist der Trakt der zwischen Magdeburg und Leipzig projektirten Eisenbahn von ersterem Orte bis an die Saͤch⸗ sische Graͤnze von einem Ingenieur und einem Mitgliede des dortigen Comité juͤngst bereiset und einer vorlaͤufigen Untersuchung unterworfen worden. Das Ergebniß derselben soll hoͤchst guͤnstig ausgefallen, und das Direktorium der Leipzig⸗Dresdener Bahn veranlaßt worden seyn, die Vermessung und das vorlaͤufige Ni⸗ vellement des Terrains von der Preußischen Graͤnze bis Leipzig ehemoͤglichst in Betracht zu nehmen. Die Wahrscheinlichkeit, Magdeburg und Halle mit Leipzig bald in Eisenbahn⸗Verbindung zu sehen, steigert sich sonach immer mehr zur Gewißheit, so wie es kaum einem Zweifel unterliegen duͤrfte, daß der großartige Plan einer gleichen Verbindung zwischen Hamburg, Bremen, Celle, Hannover und Braunschweig unter sich und mit Magde⸗ burg, folglich auch mit Leipzig, in der naͤchsten Zeit ebenfalls sei⸗ ner Ausfuͤhrung werde entgegengefuͤhrt werden.) Ing vn.

8—

Gotha, 15. Ihre Durchlaucht die Herzogin von Sachsen⸗Koburg, Gemahlin des Kaiserl. Oesterreich sch arschall-Lieutenants und kommandirenden Gen Boͤhmen, Grafen von Mensdorf⸗Pouilly, ist in der Nach Prag mit Tode abgegangen.

wester unseres regierenden Her

Feld⸗M

Sten zum 9ten d. M. in Durchlaucht, eine Sch am 19. August 1778 geboren.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog von Sachsen⸗ ist heute, von Weimar kommend, hier durch gereist, wo sich in diesem Augenblicke gerin, die Prinzessin von Oranien,

nach Baden⸗Bad oͤchstdessen erlauch aiserliche Hoheit

Muͤnchen, 11. Juli. K. H. die Erbprin mstadt ist zum Geburtstage Ihrer Majest

Hessen⸗Dar Seine Hoheit der Erhm 9

nigin in Bruͤckenau eingetroffen. wurde gleichfalls erwartet.

Das heute erschiene kanntmachung, die E kreise betreffend.

Darmstadt, 14. Juli. sische Regierungs⸗Blatt enthält die Zoll, und Handels⸗V Baden betreffend:

„In Folge einer Verabr ßen Deutschen Zoll-Vereins vom 19. Juli an bis zu dem abgeschlossene Vertrag uͤber vollstaͤndig zur Ausfuͤhrung kommt, heit bei dem Waaren⸗Uebergange ar zogthume Baden und umgeke Vereinslanden fuͤr

ne Regierungsblatt enthaͤlt eimg infuͤhrung der Binnen⸗Kontrolle im N7

heutige Großherzoglich . 1s folgende Bekanntmachu erhaͤltnisse mit dem Großherzogthe

edung zwischen den Staaten des und dem Großherzogthum Baden ie Zeitpunkte, wo der am 12. Mai h. tt Badens zum Zol⸗Ve vorläͤufig schon die Zoll⸗F is den Vereinslanden nach hrt aus dem Großherzogttzt 3 alle im steuerlich freien P anderen Vereinsgebietes besindlic stattfinden. unbedingt

den Beitri

Baden nach den

sind hien ausgeschlossen: Baumwolt Reis, Thee, Vij

Gegenstaͤnde nur folgende Artikel a) Garn, Zucker, Syrup, Kaffee, (mit alleiniger Ausnahme jun Herbste von 1835, Weine von geschriebenen Bedingung), Tabacks Fabrikate ohne Unterschied, kurze ganz seidene und halb seidene Waaren; ungs⸗Zeugnisse von Fabrikante tigen Gebiete koͤnnen steuer

Kakao, Gewuͤrze, ger Weine von 1834 und nach ze der weiterhin blaͤtter und Stengel, 7 Waaren (Quincalllerieg gegen obrigkeitl n oder Produca frei eingehen: M von 18349 m Vereinbarung si 1) Bei dem Waum⸗ gach dem Zoll⸗Vereine aden muͤssen im Allimi⸗ Verabredung beziehtwe e bestehen den ii⸗ er ist daher m eilen noch fortbth ⸗Straßen und Abfertigungs⸗Befugnisse er Landwirthschaft und wie die nach dem 394 e Einhaltung der 2) Gegenstaͤnde, w hen koͤnnen, 8 und insoweit sie fen sind, von den Eingan⸗ ⸗Bezirk mit Legl en abgabenfreier. ungs⸗Zeugnisse Haupt⸗Zoll⸗Aemter und

Neben⸗Zoll⸗Aemtern i. U⸗Aemtern abgefertigt e⸗ a) von den Fabrikane sicherung, an Eidesstatt dahin Fabrikat (Erzeugniß) sey: b) n Bezirks⸗Ver

diesem Jahre unter

beglaubigte Urspr ten der beidersei lene Waaren, Baumwollene Waa 1835r Gewaͤchs. folgende Anordnungen verabredet Uebergang aus dem Großherzogthum Baden: biet, und aus dem Zoll⸗Vereins⸗Gebiet nach nen auch in der Periode, auf welche sich Waaren⸗Uebergang aus dem Aus Vorschristen befolgt werden; seitigen Graͤnzen einstw mit Einhaltung der Zoll r innerhalb der Rohe Erzeugnisse d Viehzucht sind jedoch, in gleichem M abgabefreien Gegenstaͤnde, an di Aemter und Zoll⸗Straßen nicht gebunden.

abgabenfrei behandelt,

ren, junge Weine

Zur Ausfuͤhrung dieser

ordnungsmaͤßigen uͤber die an den b henden Zoll⸗Aemter, Reben⸗Zoll⸗Aemter nu selben gestattet.

Tarif ganz

che sofort gleich den tarffmaͤßigen freien Legitimationsschein⸗Kontrolle unterwor Aemtern zum weiteren Transport in mationsscheinen versehen. 3) Ge⸗ bergang nur auf obrigkeitlich beg genseitig gestattet ist, bei einigen, besonders zu bezeichnenden Klasse eingehen und nur von solchen Zo den. 4) Die Ursprungs⸗Zeugnisse sind oder Produzenten unter der Ver zustellen, daß die Waare eigene muͤssen sodann von der betreffender (in beiden Hessen von den Kreis⸗ von den Bezirks⸗Aemtern) nach

bigt seyn. Von der Bestimmung zu a ist b che sich nicht mehr im Besitz der nabme in so weit zulaͤssig, Haͤndlern ausgestellt werden koͤnnen, Bescheinigung eine sorgfaͤltige Pruͤ vorausgehen muß. 5) Gegenstäaäͤnde bedingt ausgeschlossen sind, Vorschriften fuͤr den

und dem Großherzogthume Verkehr des einen oder des anderen Gebietes genstaͤnden auf jenen Strecken des Rheins fer zum Zoll⸗Vereinsgebiet

gegenseitig

genstaͤnde, der aubigte Urspr koͤnnen nur uͤber

waltungs⸗Behwn oder Landraͤthen, in Bae Pruͤfung begle gen Weinen, ve Produzenten befinden, eine N Ursprungs⸗Zeugnisse auch! jedoch alsdann der amtlic fung der beglaubigenden Behst welche vom freien werden in jeder Beziehung em Auslande behe zwischen dem

befindlichen 6 und Mains das andere“ findet neben den Vorschri rt⸗Kontrolle in der Art gen zu ihrer Legitimation waͤhr em Scheine, in welchem der! gs⸗Amt des andern Staates au

Waaren⸗Uebergang aus dem

findet, wo nur ein U zum Großherzogthume Baden gehoͤrt, in den 8§. 2, 3, A und 5 eine Transpo wendung, daß die Waarensendun des Transports jederzeit mit ein der Einladung und das Eingan geben ist, versehen seyn muͤssen. Schiffsladungen, welche mit Manifesten be Waaren, welche der Ursprungs⸗S und beziehungsweise Ursprungs⸗Sch 7) In Ansehung der G schein⸗Kontrolle aus dem einen das andere nach dem Auslande gehen, sind d Anordnungen fortwaͤhrend zu befolgen. des Transit⸗Zolls bestehenden Anordn waͤhnten Verabredungen keine Zoll⸗Direction ist mit der Au gen beauftragt. Die Großhe auf die Bestimmungen der §. 3. un gung, besonders aufmerksam gemacht.

Großherzogl. Hessisches Ministerium d

Schweiz.

Neuchatel, 9. Juli. Die neuen gebenden Koͤrper sind nunmehr dem hiesigen Constitutionne waͤhlten Mitglieder als vermittelnd oder Partei gehoͤr

egleitet sind, und/ beduͤrfen, diese Mans eine die Stelle der Tranzgu lche unter Bällit andere, oder dur die desfalls bestebunce 8) Die wegen der Erheke. In ungen erleiden durch Abaͤnderungen. D sfuͤhrung der vorste

cheine bed

egenstaͤnde, we Gebiet in das

ie Großherzogle d henden Anordme Kreis⸗ und Landraͤthe weu Jzu ibrer genauen öt, den 9. Juli 1c. er Finanzen

Wahlen fuͤr die 9i im ganzen Fuͤrstenthume beendi l zufolge, gehoͤren von den 25 n 18 der royalistischen Meinun zweifelhaft, und endlich end angesehen werden.

Der Oberst⸗Lieutenant von Meuron Terr des ersten Militair⸗Departements er

g an, 3 koͤm⸗ 5 als zur radihs

isse ist zum di nannt worden.

igen zweiten Sitzung d gepruͤft und dann Dr. Gornze Staatsschreiber fuͤr 1836 und 1837 best Sitzung fand bei Ber sion des Tagsatzungs⸗R aturen außer dem Titel: H welches sich nachdruͤcklich rcellenz und Hochgeachtete Herm Abstimmung ergaben sich nur 2 ½ bisherigen Titulaturen. . aubuͤndten faßte den Beschluß, el⸗Bischof von Chur⸗St. G

Bern, 9. Juli. In der vorgestr Tagsatzung wurden die Kreditive bach als eidgenoͤssischer tigt. In der gestrigen Entwurfes uͤber Revi 31, welcher alle Titul starken Widerspruch von Wallis, Beibehaltung des Titels E verwendete; allein bei der fuͤr Beibehaltung der

Der große Rath von Gr Herrn Bossi nicht als Dopp

athung des Gest eglements der A-

Soph anzuerkennen, ihm aber die Anerkennung nicht mehr zu versa⸗

en, wenn das Doppel⸗Bisthum aufhoͤre und Herr Bossi bloß

Bischof der Churer Dioͤcese bleibe.

Die Lehner⸗Rhode, die groͤßte der Inner⸗Rhoden, worin der Flecken Appenzell liegt, hat beschlossen, keine Steuer mehr an die Geistlichen und Kloͤster abgeben zu wollen, bis man ihre

chulen verbessere.

Der Erzaͤhler giebt die Nachricht, daß der Thurgauische große Rath die Beseitigung des Galgens beschlossen, und fuͤrs nücste, Jahe den Advokaten Graͤflein zum Praͤsidenten ge⸗

st hat. ühhe Die Allgemeine Zeitung schreibt vom Gen fer See, 6. Juli: „Es scheint beschlossen zu seyn, daß unsre arme Schweiz nie Ruhe haben soll. Kaum neigte sich nach langem ader die radikale und diplomatische Differenz in Bern zum Ende, so waren auch die religioͤsen Wirren, die katholischen, protestantisch⸗katholischen und protestantisch⸗methodistischen We⸗ hen, die uns jetzt plagen, an der Thuͤre. Unsre Ufergegenden

aben daran ihr redlich Theil. Waͤhrend, wie neulich berichtet vurde, die Katholiken die Genfer protestantischen Bethaͤuser estoͤren, und ihre Pfarrer mißhandeln, erwiedert ein Theil der Waadtlaͤndischen, unter methodistischem Einflusse stehen⸗ den Geistlichkeit, auf Genfs freundliche Einladung zum nahen eformations⸗Jubilaͤum, sie koͤnne nicht kommen, denn Genfs Geistlichkeit habe sich von Calvin's Protestantismus entfernt, dund bekenne also keine reine Reformation mehr. In Deutschland, der Wiege des Protestantismus, und in andern Schweizer Kan⸗ tonen denkt man nicht so eng, so unbruͤderlich und so ganz un⸗ protestantisch; dort weiß man recht gut, daß die Genfer Kirche u der Einfalt der Christenkirche in ihren ersten und schoͤnsten eiten ohne die spaͤter erfundenen Konfessionen und Symbole zu⸗ uckgekehrt ist, daß sie allein auf Christum und seine Lehre schwoͤrt, nicht aber auf alle Grundsaͤtze Calvin's, der wie Wiklef, Huß, Zwingli, Luther und Melanchthon ein Mensch war, sich zuwei⸗ len irrte, und dies in hellen Momenten selbst bekannte. Die Genfer National⸗Kirche protestirt bekanntlich gegen die Unfehl⸗ barkeit aller Menschenlehre und Menschensatzung, erkennt aber dankbar, ehrend und feiernd die Verdienste der großen Reforma⸗ wren um das erhabene Werk der Geistes⸗Befreiung an. Auf dem andern Wege ist vom protestantischen Methodismus zum Nomanismus nur ein kleiner Schritt, und es haͤtte sich kaum

der Muͤhe verlohnt, mit so ungeheurem Blutvergießen gegen

Nom zu protestiren.“ Spanien.

Madrid, 29. Juni. (Times.) Der neue Minister des

Innern hat mehrere Dekrete erlassen, deren eines den Civil⸗ Gouverneuren befiehlt, in jeder Provinz, in jedem Distrikte und in jeder Stadt genaue Untersuchungen uͤber den Zustand dersel⸗ ben anzustellen und in jeder Woche Berichte uͤber die Maͤngel und die Mittel zu ihrer Abhuͤlfe einzusenden. Ein anderes De⸗ kret verfuͤgt, daß von dem Schlusse des jetzigen Kursus an, der hoͤhere Unterricht in den Schulen nicht mehr den Moͤnchen und Zesuiten uͤberlassen werden soll, indem ein neues Unterrichts⸗ System vorbereitet wird.

Unter den Personen, welche man als Kandidaten fuͤr den Botschafter⸗Posten in London nennt, befindet sich auch Herr Cam⸗ puzano, bisheriger Spanischer Gesandte in Wien, so wie der Herzog von Ossuna. Man glaubt, daß die Wahl auf den Erste⸗ ren fallen werde, da der Letztere jung und unerfahren ist. (Vergl. Nr. 195 der Staats⸗Zeitung, Art. Spanien.)

Die heutige Hof⸗Zeitung enthaͤlt die Ernennung des Ge⸗ neral Saarsfield zum Ober⸗Befehlshaber der Armee. Man sagt, daß die Koͤnigin ihn in einem eigenhaͤndigen Schreiben um die Annahme dieses Postens ersucht habe.

An den Abenden vor dem 24. und 29. Juni, welche hier als Festtage mit Tanz und Belustigungen gefeiert werden, san⸗ gen die Bewohner von Madrid auf allen Plaͤtzen die Tragala und die Hymne Riego's. Sie sangen beide Lieder auch unter Martinez de la Rosas Fenster, als ob sie ihm sagen wollten, sie seyen entschlossen, frei zu bleiben. Die Liberalen treffen, wie es heißt, große Vorbereitungen fuͤr den Fall, daß Don Carlos sich der Hauptstadt naͤhern sollte.

Die Kavallerie der hiesigen Stadt⸗Miliz fuͤhrte gestern in ihrem Quartiere auf der Plaza Mayor eine Abend⸗Musik aus. Das Bildniß der jungen Koͤnigin war in einer geschmackvoll ver⸗ zierten Nische aufgestellt. Der Platz war erleuchtet und das

olk stroͤmte dane eh⸗ um die Musik zu hoͤren, welche den groͤ— Feren Theil der Nacht hindurch aus patriotischen Liedern bestand.

Es ist jetzt offiziell bekannt, daß Valdez das Kommando der Armee an den Brigadier Tello abgetreten hat. Die Veranlas⸗ sung dazu ist folgende: Zwei Regimenter, welche sich dadurch entehrt fuͤhlten, daß der Ober⸗Befehlshaber den tapferen Verthei⸗ digern von Bilbao nicht zu Huͤlfe eilte, begaben sich in das Haupt⸗Quartier und verlangten den Kopf ihres Ober⸗Generals zur Strafe fuͤr seine Verraͤtherei. Sie trafen auf den General St. Miguel, den Chef des General⸗Stabes, der ihnen sagte, Valdez liege krank, worauf sie zu ihrer Pflicht zuruͤckkehrten. Valdez war wirklich, um sein Leben zu retten, gezwungen, sich wahnsinnig oder krank zu stellen und er uͤbertrug das Kommando dem Brigadier Tello, dem nächsten im Range. General Breton beeilte sich jedoch, es zu uͤbernehmen, sobald er von dem Ent⸗ schlusse des General Valdez Nachricht erhielt. General Cordova, welcher Mitglied des Klubs der Agitatoren war, aber vor sechs Wochen die Armee und sein Kommando in der Provinz Alava verließ und nach Madrid ging, um dort, wiewohl ohne Ersatz, fuͤr die Botschafter⸗Posten in London und Paris, und endlich für das Ober⸗Kommando der Armee zu intriguiren, erhielt den bestimmten Befehl, sich auf seinen Posten zur Armee zu begeben, wohin er denn auch, nach einigem Zoͤgern, vorgestern Abend abgegangen ist. Die Freunde von Valdez ver⸗ sichern, daß er das Opfer der treulosen Politik Frankreichs ge⸗ worden sey, welches die Bekanntmachung seiner Depeschen ver⸗ anlaßte und vor einiger Zeit dreierlei Vorschlaͤge empfahl, wo⸗ durch er mit seiner Armee in eine so mißliche Lage gerieth, naͤm⸗ lich das Zuruͤckziehen der Garnisonen aus den kleinen Staͤdten, das Aufschieben des Angriffs und der Ruͤckzug bis an den Ebro. Seitdem diese Vorschlaͤge befolgt worden sind, haben die Insur⸗ genten große Fortschritte gemacht.

Den 40 Englaͤndern, welche in Bilbao eine Batterie bedien⸗ ten, wird großes Lob ertheilt. Sie feuerten nicht, wie die Spa⸗ nier, als der Feind noch eine halbe Meile enrfernt war, sondern warteten ruhig, bis zwei Bataillone sich bis auf 100 Schritte enäͤhert hatten, und vernichteten dieselben dann durch ihr Kar⸗ weschen⸗Feuer. Bei dieser Gelegenheit soll Zumalacarreguy, der den

agriff leitete, verwundet worden seyn.

Die Abneigung des Volks gegen eine Franzoͤsische Inter⸗

vention wird taͤglich groͤßer. Die Liberalen hoffen, daß die Bri⸗

chen Huͤlfs⸗Truppen bald eintreffen und die. Ankunft ihrer schbarn uns ersparen werden.

807

Die Morning Chronicle aͤußert sich uͤber die Mitglie⸗ der des jetzigen Spanischen Ministeriums folgendermaßen: „Der neue Kriegs⸗Minister, Marquis de las Amarillas, hat schon ein⸗ mal in dieser Eigenschaft fungirt und bedeutende Faͤhigkeiten ent⸗ wickelt. Der Minister des Innern, Alvarez Guerra, ist voll⸗ kommen vertraut mit denjenigen gesetzlichen Reformen, die Spa⸗ nien Noth thun, und trifft schon Vorbereitungen, um sie so⸗ gleich auszufuͤhren. Mendizabal's Geschicklichkeit im Finanzwesen ist durch das, was er fuͤr Portugal gethan, allgemein bekannt, und es ist keinem Zweifel unterworfen, daß, wenn er sich nicht der Portugiesischen Angelegenheiten angenommen haͤtte, Dom Miguel heute noch auf dem Throͤne saͤße. Der Antheil, welchen Mendizabal an der Revolution von 1820 genommen hat, ist wohl nur Wenigen bekannt. Wir haben Grund, zu glauben, daß er damals der Hauptleiter der Bewegung war, und wir fuͤhren dies in diesem Augenblicke als eine Buͤrgschaft dafuͤr an, daß jedenfalls unter seiner Verwaltung die Freiheiten Spaniens nicht werden beschraͤnkt, sondern im Gegentheil so weit als moͤg⸗ lich ausgedehnt werden. Wir sehen seinen finanziellen Anordnun⸗ gen mit einem solchen Vertrauen entgegen, wie dies selten bei einem Minister, der sich mit diesem in Spanien so schwierigen Gegen⸗

stande beschaͤftigte, der Fall war. Garcia Herreros, der Justiz⸗

Minister, hat sich als ein Rechts⸗Konsulent des ersten Ranges ausgezeichnet. Er hat dies Amt schon zweimal bekleidet und der Name keines Staatsmannes ist populairer in seinem Vaterlande, als der seinige. Ueber den neuen Marine⸗Minister, General Alava, ist es kaum noͤthig, ein Wort zu sagen. Er ist in Eng⸗ land eben so gut bekannt, wie unter seinen besten Freunden in Spanien, und beide Nationen stimmen in der hohen Achtung, die seinem Charakter gebuͤhrt, uͤberein. Von solchen Maͤnnern, welche das gesunde Urtheil des Grafen Toreno in das neue Ka⸗

binet berufen hat, lassen sich mit Vertrauen kraͤftige Maßregeln

erwarten, und zwar zunaͤchst ein zweckmaͤßiges Verfahren in Be⸗ zug auf die Baskischen Provinzen, Sparsamkeit in allen Zwei⸗ gen der Verwaltung, finanzielle Anordnungen, die, auf sicheren Grundlagen fortschreitend, den hohen Rang, welchen der Kredit Spaniens einst behauptete, wieder herstellen werden, eine Gesetz⸗ gebung im Geiste der Freiheit und der unbeugsame Entschluß, alle Hindernisse zu uͤberwinden, welche sich dem Frieden der Halbinsel entgegen zu stellen suchen.“ Tuͤrkei. Konstantinopel, 24. Juni. Am 19ten d. M. hat uns endlich Fakir Achmed Pascha, ernannter Botschafter an dem Wie⸗ ner Hofe, mit seinem zahlreichen Gefolge verlassen. (Er ist be⸗— reits in Belgrad eingetroffen, wie die neuesten Berichte von dort melden, und die Quarantaine⸗Zeit ist ihm auf Befehl aus Wien von 26 Tagen auf 7 herabgesetzt worden.)

Bitoglia, 24. Juni. So eben eingehenden Briefen aus Praͤstini vom 19. Juni zufolge, war alldort die erfreuliche Nach⸗ richt eingetroffen, daß die Mißhelligkeiten des Pascha mit den Einwohnern von Scutari ausgeglichen waren. Die Hoffnun⸗ gen, welche die Insurgenten auf den beruͤchtigten Tasil Busi ge⸗ setzt hatten, waren durch die trefflichen Maßregeln der benach⸗ barten Pascha's, vorzuͤglich des Pascha von Banat, gaͤnzlich ver⸗ eitelt worden. Tasil Bust wurde von seinen eigenen Leuten ver⸗ lassen, und hat sich diesem Pascha unterworfen. (Nach anderen Berichten ist er auf fluͤchtigem Fuße.) So viel ist gewiß, daß sich sein ganzes Corps zerstreut hat. In Praͤstint wurde demzu⸗ folge bekannt gemacht, daß der Jahrmarkt unverzuͤglich eroͤffnet, und daß die Kaufleute von Scutari denselben besuchen wuͤrden, woruͤber Alles erfreut war. An der Griechisch⸗Tuͤrkischen Graͤnze war die Gegend noch durch Kleften aus Griechenland und Albanien beunruhigt, allein Koͤnig Otto soll mit Einver⸗ staͤndniß der Tuͤrkischen Graͤnz⸗Kommandanten deren baldige Vernichtung beschlossen haben.

Smwyrna, 15. Juni. Die Pest zeigt sich, dem Himmel sey Dank, so gelinde, daß die Besorgnisse nach und nach ent— schwinden. Seit dem 10ten d. M. weiß man von keinem neuen

Pestfalle mehr.

92

Aus St. Jean d'Aecre lief ein Schiff in 11 Tagen ein, und

brachte die Nachricht, daß Ibrahim Pascha um keinen Preis die

2

Englische Dampfschifffahrts⸗Expedition am Euphrat weiter lassen

wolle. Der hiesige Englische Konsul soll aber geaͤußert haben, daß England schon Mittel finden werde, es zu erzwingen.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Boston, 12. Juni. Die Kuratoren der Staats⸗Universitaͤt Columbia (Suͤd⸗Karolina) haben den in Amerika durch mehrere in Englischer Sprache herausgegebene Werke ruͤhmlichst bekannten Dr. Franz Lieber aus Berlin einstimmig zum Professor der Ge⸗ schichte und Staats⸗Oekonomie ernannt.

Weetlan, 17. Juli. Im vergangenen Jahre wurde in meh⸗ reren oͤffentlichen Blaͤttern (auch in der Staats⸗Zeitung Nr. 296) die Zusicherung gegeben, daß statt des abgetragenen, mit dem Wirthshause auf dem Brocken verbunden gewesenen Thurms ein neuer, getrennt vom Hause, erbaut werden solle. Letzteres ist im Laufe dieses Jahres in der Hauptsache geschehen, der neue Thurm ist hereits so weit vollendet, daß man darin, ge⸗ schuͤtzt vor dem Winde, auf sehr bequemen Treppen, die Galle⸗ rie desselben, ungefaͤhr 50 Fuß uͤber dem Plateau des Brockens erhaben, ersteigen und von hier sich der unbegraͤnzten herrlichen Umsicht, welche diese Hoͤhe gewaͤhrt, erfreuen kann.

Man schreibt aus dem Magdebu rgischen: „Die nun⸗ mehr beendigten Wollmaͤrkte in Berlin und Magdeburg haben in die Tuch⸗Fabrication neues Leben gebracht und diese in die groͤßte Thaͤtigkeit versetzt, so daß namentlich in den Burgschen Tuch⸗Fabriken ein Tuchmacher⸗Geselle woͤchentlich 2 Rthlr. 20 Sgr. bis 3 Rthlr. Lohn verdient. Waͤhrend des vorigen Monats sind zu Burg 2223 Stuͤcke Tuch verfertigt und 2625 Centner 44 Pfund rohe Wolle daselbst eingefuͤhrt und auf der Rathswaage verwogen worden.

In Zoerbig im Regierungs⸗Bezirk Merseburg ist im vergangenen Monate der Grund zu einem neuen Pfarrhause ge⸗ legt worden.

In diesem letzten Fruͤhjahre sind im Schweinitzer Kreise des Regierungs⸗Bezirks Merseburg an den Wegen innerhalb der Dorffluren 4433, in den Gaͤrten 9696 und auf den Stra⸗ ßen und Communicationswegen 7366, zusammen 21,495 Baͤume angepflanzt worden.

Vom 27. Mai bis 27. Juni d. J. sind bei Halle auf der Saale stromaufwaͤrts gefahren 53 Elbkaͤhne und zwar 8 mit Guͤtern, 1 mit Effekten, 3 mit leeren Tonnen, 15 mit Stabholz, 1 mit Brennholz, 1 mit Mauersteinen und 24 leer; 106 Oder⸗ und Saalkaͤhne, als 4 mir Guͤtern, 5 mit Ge⸗

1

nen, 1 mit Glas, 4 mit verschiedenen Steinen, 35 leer. Strom⸗ abwaͤrts fuhren 41 Elbkaͤhne, als 1 mit Guͤtern, 12 mit Getraide, 18 mit Salz, 10 leer; 92 Oder⸗ und Saalkaͤhne und zwar 26 mit Getraide, 1 mit Guͤtern, 10 mit verschiedenen Steinen, 5 mit Braunkohlen, 4 mit Salz, l mit e und 45 leer. Vorbeigefloͤßt wurden 423 Stuͤck Baustaͤmme, Schock 34 Stuͤck Zaͤngelbaͤume, 54 Schock 40 Stuͤck Bretter, 5 Schock Schwarten und 42 Schock 24 Stuͤck Latten.

Am lhten d. M. wurde zu Nieder⸗Thomaswaldau, Kreis Bunzlau des Reg. Bez. Liegnitz, eine unverheirathete Per⸗ son von einer doppelten, aus zwei zusammengewachsenen, aber voͤllig ausgebildeten Koͤrpern bestehende Mißgeburt weibli⸗ chen Geschlechts, und zwar ohne Kunsthuͤlfe entbunden. Die⸗ ses Zwillingspaar, dessen Koͤrper sich erst zwei Zoll unter dem Nabel absondert, ist mittelst des Brustbeins aneinander gewach⸗ sen. Dasselbe hat zwei, Gesicht gegen Gesicht gewendete Koͤpfe, vier Arme (von denen zwei um Ruͤcken und Hals, wie zur in⸗ nigen Umarmung geschlungen, so daß auf jeder Schulter ein Haͤndchen liegt, wodurch das Ganze einen wahrhaft lieblichen Anblick darbieret), ferner vier Fuͤße, zwei Posteriora und nur einen Leib. Erst nach Verlauf von 1 Stunden starb diese merkwuͤrdige Zwillings,Mißgeburt, welche auf Veranlassung des Kreis⸗Physikus, Dr. Claß, in Spiritus nach Bunzlau gebracht, und von dort zur weitern Verfuͤgung an die Koͤnigl. Regierung zu Liegnitz gesandt worden ist.

Berliner Börse.

vW““ Den 17. Juli 1835.

Amtl. Fonds. und Geld-Gours-Zottel. (Brecss½. Cbur.) 2 2 1821 7* 7 27,2 q8 —2 IIE. Brualecela. St.-chuld-Sch. %4 101 ½ 101 Ostpr. Pfandbr. 4 1 Pr. Eugl. Ohl. 30.é 4 99 ½ 08 ½ Pomm. do. 4 190 Prüm. Sch. d. Sech. 60 ⅔˖ [Kur- u. Neum. do. 4 1092 ½2 % m -— Kurm. Obl. m. l. C. 4 100 Schlezische do. ³2 106 ½ Neum. Int. Sch. do. 4 100 ¾ Rkat. C. u. Z.-Sch. Berl. Stadt Obl.] 4 101 ¼†ꝙ† ꝑß§&d. K.- u. N. 684 Königsb. Jo. A 4 4 4

88 8. V

(Gold al marco 216 ½ 215 ½

Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grosshz. Pos. do.

1 [— Neue Duk... 18½ 102 ¾ Friedrichsd'or.. 13 ½ 13 ½ 103 Disconto 3 4

Auswäürtige Börsen. Amsterdam, 12 Juli. Niederl. wirkl. Schuld 56 . Kanz-Bill. 25 ½. Span. 3 3 27 ½ Antwerpen, 11. Juli. Span. 58 41 ¾¼ Cortes 36 Frankfurt a. M., 14. Juli. Oesterr. 58 Metall. 102 ¼ ½. 102 9 49 98 ‧. 984¼. 2 ½ 8 57 ¾.

8 25 ¼. G. Bank-Actien 1629. 1628. Part.- Oblig. 140 ¾. Loose zu 500 G. 117 ½. 117 ½. Loose zu 100 G. 21 8. G. Präm.-Sch. 60 ¾. B. do. 49 Anl. 98 ½. 98. Poln. Loose 69 ¾. 69 ¼. Span. Rente 41 ½. 41 ½. 3 8 do. perp. 25 ½. 25

wee.aeJ. ne hesn 53% KRente pr. compt. 108. 95. fin cour. 109. 10. 33 pr. compt. 79. —. fin cour. 79. 15. 5 % Neap. pr. compt. 97. 5. fi 97. 20. 5 8 Span. Rente 41 ½. 3 % do. 27 ½. Cortes 40 ½. Ausg. Schuld 173.

8 Meteorologische Beobachtung. 1835. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 16. Juli. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung. Luftdruck.... 336,62“ Par.] 336,610 „Par. 336,77 Par.] Quellwärme 7,3 ° R. Luftwärme.. 9,9 °R. 20,4 °R. 15,0 R. Flußwärme 16,2 °⁊R. ; 9 5 2,.3 0 9 0 0 . Dünffetrgz. 8 3 8 1 85 8 1 360 22* 1““ V p 588 Ausdünstung 0,094 Rh.

Wetter heiter. heiter. heiter. Wind W. SSW. NO. Niederschlag 0. Wolkenzug 89 W. Nachtkälte 11,2 ° R. Tagesmittel, 15ten: 335,59„ Par.. 13,8 ° R.. 8,8 °R. 74 pECt. 16ten: 336,67% 15,0 9 9,7 9 67

Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 18. Juli. Im Opernhause: Oberon, Koͤnig der Elfen, romantische Feen⸗Oper in 3 Abth., mit Ballet. Musik von C. M. v. Weber. (Mad. Fischer: Rezia, als Gastrolle.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ran⸗ ges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

Sonntag, 19. Juli. Kein Schauspiel.

Montag, 20. Juli. Im Hpernhause: Zum erstenmale wie⸗ derholt: Das eherne Pferd, Zauber⸗Hper in 3 Abth., nach dem Franz.: Le cheval de bronze des Scribe, von dem Freiherrn v. Lichtenstein. Musik von Auber.

In Charlottenburg. Zum erstenmale: Erloschene Liebe, Lust⸗ spiel in 1 Akt, nach Theaulon, von L. Angely. Hierauf: Die buchstaͤbliche Auslegung der Gesetze, Lustspiel in 1 Akt, von Broͤ⸗ mel. Und: Die Familie Hellbrandt, Posse in 2 Abth., nach Melesville und Caramouche, von L. Angely.

Koͤnigstaͤdtisches Theater.

Sonnabend, 18. Juli. Nach Sonnenuntergang, Lustsp 2 Akten, von Lotz. Hierauf: Judith und Holofernes, Lustspie in 2 Akten, von L. Angely. .“

Sonntag, 19. Juli. Kein Schauspiel. e“

Montag, 20. Juli. Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, frei nach Desnoyer, von Friedr. Genée. Die Musik ist vom Musik⸗Di⸗ rektor Kugler arrangirt. Vorher: Die eifersuͤchtige Frau, Lust⸗ spiel in 2 Akten, von Kotzebue.

Markt⸗Preise vom Getraide. 8 Berlin, den 16. Juli 1835.

Zu Lande: Noggen 1 Rthlr. 15 Sgr.; Große Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.; Hafer 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 1 Rthlr. Eingegangen sind 88 Wispel 22 Scheffel.

Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.: Hafer 28 Sgr. 9 Pf. auch 26 Sgr. 3 Pf. Eingegangen sind 1209 Wispel 4 Scheffel. 1

Mittwoch, 9 1835.

Das Schock Stroh 9 Rthlr., auch 6 Rthlr.; der 1 1

1 Rthlr. 10 Sgr., auch 20 Sgr. 3 ö Fe Branntwein⸗Preise vom bis 19 Juli 1835.

Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 t. or 0 p. Richter gegen baare Zahlung und sofortige ddh goder nn nat Branntwein 20 Rthlr., auch 21 Rthlr.; Kartoffel⸗Branntwein 19 Rthlr. 15 Sgr, auch 21 Rthlr.

Redacteur Cortek...8

—ͤZIZͤͤsͤͤͤͤsͤsͤͤͤͤsͤͤͤͤIͤ

traide, 9 mit Steinkohlen, 47 mit Bruchsteinen, 1 mit Kalkstei⸗ 8