1835 / 200 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Tommandeur, General⸗Major von Kluͤx, vorbeidefilirten und so⸗ dann entlassen wurden. In Bezug auf die bereits gemeldeten gluͤcklichen Resul⸗ tate, welche in Breslau bei Bohrung eines artesischen Brun⸗ nens erreicht worden sind, enthalten die dortigen Zeitungen noch folgende umstaͤndlichere Mittheilungen: „Nicht am 10ten, son⸗ dern bereits am 8ten d. M., Mittags um 2 Uhr, stieß man in einer Tiefe von 290 Fuß bei Bohrung jenes Brunnens auf eine Sand-Ader, welche seitdem eine außerordentliche Menge Wasser zu Tage foͤrdert. Das bis jetzt durchaus nicht bugsirte Wasser stroͤmt 2 Fuß uͤber der Hofsohle, als der Hoͤhe des zu⸗ letzt aufgesetzten Rohrstuͤcks, mit außerordentlicher Lebendigkeit aus, wofuͤr der Umstand einigermaßen ein Zeugniß giebt, daß in den ersten 48 Stunden eine Masse von 204 Kubik⸗Fuß feinen weißen Auarz⸗Sandes mit ausgeworfen wurde, und zwar muß diese Quantitaͤt als das Minimum betrachtet werden, da eine Menge Sand, bevor an dessen Messung gedacht werden konnte, durch die Wasser⸗Abzugsgraͤben verschuͤttet wurde. Die in den ersten Tagen noch immer zunehmende Menge von Wasser schien am I1ten d. M. ihre groͤßte Hoͤhe erreicht zu haben. Von die⸗ sem Tage ab minderte sich auch der Sand⸗Auswurf sehr bedeutend und ist jetzt fast auf Null reducirt. Am 13ten d. haben wiederholte genaue Messungen uͤber die QAuantitaͤt des ausstroͤmenden Wassers stattgefunden, welche das außerordentliche Resultat lieferten, daß in einer Minute 11 ¾ Kubikfuß Wasser abfließen. Wenn nach den diesfaͤlligen Berichten der artesische Brunnen in Dresden in derselben Zeit nur 4 Kubikfuß, Nuͤrn⸗ berger Brunnen aber nur 6 Kubikfuß liefern, so steht der hie⸗ sige Brunnen unstreitig mit in der ersten Reihe der zeither in Deutschland erlangten Erfolge, denn er wuͤrde beispielsweise, wenn er dauernd diese große Wasserfuͤlle behalten sollte, den Ku⸗ bikfuß zu 27 Quart gerechnet, in 24 Stunden 456,840 Quart ausgießen, mithin genuͤgen, um jeden der 90,000 Einwohner Breslau's taͤglich mit 5 Auart Wasser zu versorgen. Eine wie⸗ derholte Untersuchung hat gezeigt, daß dies Wasser 10° R. Waͤrme hat. In der Kuͤrze der Zeit und bei dem aufgeregten Zustande der Auelle hat die Qualitaͤt des Wassers noch nicht chemisch untersucht werden koͤnnen, doch stimmt das Gutachten sachverstaͤndiger Maͤnner dahin uͤberein, daß gleichzeitig auch der Gewinn eines guten Trinkwassers zu hoffen ist.“

Zur Verbesserung des Einkommens der Lehrer an Ele⸗ mentar⸗ und hoͤheren Buͤrger⸗Schulen, wie auch fuͤr Reparatur aiter Schulhaͤuser und Neubauten sind im Laufe des Jahres 1834 im Reg. Bez. Duͤsseldorf uͤberhaupt 48,806 Rthlr. auf⸗ gebracht worden, naͤmlich 4348 Rthlr. durch freiwillige Beitraͤge, Schenkungen und Vermaͤchtnisse, und 44,458 Rthlr. durch Um⸗ lagen.

Im Monat Juni wurden im Reg. Bez. Duͤsseldorf geboren 2180 Kinder, und es starben 1582 Personen, mithin sind mehr geboren als gestorben 598 Personen. Zu Herd im Kreise Neuß ist eine Drillings⸗Geburt vorgekommen, und unter der Zahl der Gestorbenen besinden sich 3 Personen des Kreises Grevenbroich, welche 90 Jahre alt wurden, eine Person aber in Duͤsseldorf, die das Alter von 92 Jahren erreichte.

Die Rhein⸗ und Mosel⸗Zeitung meldet aus Bell (im Reg. Bezirk Kobsenz) vom 12. Juli: „Seit vielen Jahren gewahrte man in unserer Gegend nicht so viele Woͤlfe, als in diesem; sie haben sich augenscheinlich aus der Eifel hierher gezogen, und nehmen an Zahl immer mehr zu. Nicht vor langer Zeit brachen deren mehrere in einen, dem Herrn von Brewer angehoͤrigen, unweit Bell auf dem Felde stehenden Schafpferch Abends zwi⸗ schen 8 und 9 Uhr, als der Schaͤfer zum Abendbrod gegangen war, ein. Auf das anhaltende Gebell des angebundenen Hundes eilten zwei, nicht fern auf einem Fuhrweg gehende Bauern herzu, jagten mehrere Woͤlse (sie wollen deren fuͤnf gesehen haben) davon, und erwarteten den Schaͤfer, der auch bald zuruͤckkehrte. Eilf Schafe fand der Schaͤfer zerrissen, uͤber 50 mehr oder min⸗ der verletzt und fast die ganze Heerde zersprengt. Nach den Verletzungen des Hundes zu schließen, hatte dieser, obschon ange⸗ bunden, mit einem Wolfe den Kampf bestanden.“

Man schreibt aus Trier vom 6ten d. M.: „Der Einfluß der Witterung im verflossenen Monate ist den Boden⸗Erzeugnissen, je nach der verschiedenen Natur und der Entwickelungsstufe der letzte⸗ ren, theils guͤnstig, theils unguͤnstig gewesen. Fuͤr die Lenzfruͤchte, fuͤr Garten⸗Gewaͤchse und den Hanf gereichte die in der Zeit vom 1. bis 20. Juni herrschende Trockenheit offenbar zum Nach⸗ theile, waͤhrend der im Monat Mai sehr zuruͤckgebliebene Reb⸗ stock unter diesem Witterungs⸗Verhaͤltnisse nur gewinnen konnte. Umgekehrt aber war die Naͤsse in den letzten 8 Tagen des Juni den Felofuͤchten sehr heilsam, waͤhrend der Weinstock dadurch, und namentlich durch die herrschenden rauhen und stuͤrmischen Winde empfindlich zuruͤckgesetzt wuroe, zum Theil selbst Schaden litt. Im Allgemeinen darf man indessen mit dem Stande der Boden⸗Erzeugnisse und ihrer theilweise schon jetzt bewaͤhrten Er⸗ giebigkeit keinesweges unzufrieden seyn. Die Bluͤthe des Wei⸗ zens und des Hafers nimmt den erwuͤnschten Verlauf, Winter⸗ Gerste ist dem Schnitte nahe, und die Kornfelder prangen mit großen kraͤftigen Halmen und reich gefuͤllten Aehren; auch

Raps und Flachs stehen uͤppig. Eben so wenig haben die Er⸗ wartungen, welche man von der Reichlichkeit der Futterkraͤuter

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hegte, getaͤuscht. Die erste Schur des Klees fiel befriedigend aus und die Aerndte der Wiesengraͤser, welche den Landmann jetzt vorzugsweise beschaͤftigt, ist so vollkommen, daß auf lange in gegen Futtermangel gesorgt ist. Auch der Obstbaum ver⸗ pricht in den meisten Gegenden reichlichen Ertrag, wiewohl die Aepfelbaͤume diejenigen Erwartungen nicht uͤberall befriedigen, zu denen die Vollstaͤndigkeit und Fuͤlle der Bluͤthe berechtigte.“

Meteorologische Beobachtung. Nachmittags Abends Nach einmaliger 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

1“ 1

1835. Morgens 18. Juli. 6 Uhr.

Quellwärme 7,4 ° R. Flußwärme 17,9 °R. Bodenwärme 14,1 ° R. Ausdünstung 0,141“ Rh. Niederschlag 0.

337,10" Par. 16.8 ° R. 11,0 °R. 64 vCt.

heiter.

4- 928.

337,580 Par. 337,07“ Par. 15,1 °R. 23,4 °R. 12,2 °R. 8,4 °R. 80 vCt. 33 vCt.

heiter. heiter.

Fs 5 r2 0

Luftdruck.. Luftwärme.. Thaupunkt .. Dunstsätrig. Wetter

8,S

Wolkenzug.. OSO. Nachtkälte 13,1 °¶R. Tagesmittel: 337,25“ Par. 18,4 ° R. 10,4 °¶R. 59 pCt. In der Sonne sind jetzt zwei Gruppen ausgezeichneter Flecken. Der groͤßte in der einen Gruppe ist von 9 kleineren umgeben und hat in seinem Innern eine weiße Stelle.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 14. Juli. 8

Niederl. wirkl. Schuld 56. 5 % do. 101 ½. Ausg. Schuld —.

Kanz-Bill. 25 4 1 % Amort. 94 ½. 3 ½ 8 80 Kuss. 992. Ooesterr.

99 ¼. Preuss. Präm.-Scheine 106 ¼. do. 49 A Span. 5 3 411 ½. 39 26 ½.

Span. 5 3 41 ¼. Span. Aunl. 49 ½.

Antwerpen, 13. Juli.

Ziusl. 17 ½. Cortes 36 ½4.-Coup. 22 ¾

22 ¾. Neue Hamburg, 17. Juli.

8 8 52 9„ 227,. . Hope in Cert. 99 ¾. Preuss. Präm.-Scheine

Engl. Russ. 105 ¼. 1 8 Daän. —. Port. 5 % 871.

1191. Poln. 138 ½. Neue Poln. Anl 175 ½. 338 60. London, 14. Juli. Cons. 38 90 ½. Belg. 100 ½¼,. Span. Cortes à9 ¼. Obl. v. 1834 Ziusl. 13 ½. Ausg. 22 ½. 25 8 Holl. 54 ¾. 5 9 do. 101 ¼. Port. 5 8 90 ½. 38 60 ½. Engl.-RKuss. 109. Bras. 85 ½. Columb. v. 1824 37 ½. Mex. 37. Peru 31. Chih 47. Wien, 14. Juli. 5 %⅝ Met. 102 ⅞, 48 98 ½. Neue Anl. 580 ¼ 56. Bank-Actien 1329 1.

46.

Koͤnigliche Schauspiele.

Montag, 20. Juli. Im Opernhause: Zum erstenmale wie⸗

derholt: Das eherne Pferd, Zauber⸗Oper in 3 Abth., mit Tanz, 1n dem Franz.: Le cheval de bronze des Scribe, von dem Freiherrn v. Lichtenstein. Musik von Auber. (Im dritten Akt: Ensemble⸗Tanz, ausgefuͤhrt von den Damen Schulz, Wandt, Bethge, Schubart und dem Corps de Pallet) 8

In Charlottenburg. Zum erstenmale: Erloschene Liebe, Lust⸗ spiel in 1 Akt, nach Theaulon, von L. Angely. Hierauf: Die

mel. Und: Die Familie Hellbrandt, Posse in 2 Abth., nach Melesville und Caramouche, von L. Angely. 1

Dienstag, 21. Juli. Im Schauspielhause: Donna Diana, Lustspiel in 3 Abth., nach dem Span., von West. (Mad. Cre⸗ linger wird als Donna Diana wieder auftreten. Dlle. Bertha Stich und Dlle. Clara Stich, neu engagirte Mitglieder der Koͤ⸗ niglichen Buͤhne: Donna Laura und Donna Fenisa, als Debuͤt⸗ rollen. Hr. Karl Lucas: Don Cesar, als Gastrolle.) Vorher: Ein kleiner Irrthum, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Original des Murphy, von L. Angely.

Konigstaͤdtisches ITheater.

Montag, 20. Juli. Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, frei nach Desnoyer, von Friedr. Genée. Die Musik ist vom Musik, Di⸗ rektor Kugler arrangirt. Vorher: Die eifersuͤchtige Frau, Lust⸗ spiel in 2 Akten, von Kotzebue.

Dienstag, 21. Juli. Julerl, die Putzmacherin, parodirende Posse mit Gesang, in 2 Akten, von Meisl. Musik von A. Muͤl⸗ ler. (Dlle. Muzzarelli: Julerl, als siebente Gastrolle.) Vorher: Die Ehrendame, Lustspiel in 1 Akt, nach Dupin, von A. Cosmar.

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Neueste Nachrichten.

Paris, 13. Juli. Der Koͤnig kam gestern nicht zur Stadt, sondern begab sich in Begleitung des Grafen von Rigny, des Grafen von Montalivet und der dienstthuenden Adjutanten, von Neuilly nach Versailles.

Der National will wissen, daß der Kontrakt uͤber die Vermaͤhlung des Prinzen Leopold von Sizilien mit der Prin⸗ zessin Marie noch im Laufe dieser Woche unterzeichnet und daß die Vermaͤhlung selbst auf dem Schlosse Eu gefeiert werden wuͤrde; auch der Koͤnig und die Koͤnigin der Belgier wuͤrden dabei zugegen seyn.

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V Reitpferde und Kabriolets ihrer gewartet haͤtten, um sie so

6 auf den 6. Juli haben sich abermals 60 Erkrankungs⸗” 79 neue Erkrankungs, und 71 Todesfaͤlle hinzugekommen. d sche aus Bayonne vom Ulten, daß das in St. Sebastian gah

Eraso zum Ober⸗Befehlshaber in Navarra ernannt worden ist⸗

buchstaͤbliche Auslegung der Gesetze, Lustspiel in 1 Akt, von Broͤ⸗ V

Die heutigen Zeitungen melden die (bereits vorgeste von uns angekuͤndigte) Entweichung der meisten der in Ste. Pelzn verhaftet gewesenen April⸗Angeklagten, saͤmmtlich von der K V gorie von Paris. Der Réformateur ist bis jetzt das einzig Blatt, das sich uͤber dieses Ereigniß, welches gegenwaͤrtig gan Paris in Bewegung setzt, naͤher aͤußert: „Die in Ste. p. lagie befindlich gewesenen Gesangenen“, sagt dieses Blatt, „js gestern Abend um 10 Uhr durch eine unterirdische Oeffnung act ihrem Kerker entsprungen, ohne daß sie irgend auf Hindern

gestoßen waͤren. Die Polizei kannte diesen Plan (2), . schon gestern Vormittag sprach man von demselben. b 3 der Gefangenen sind zuruͤckgeblieben, obschon es ihf, ein Leichtes gewesen waͤre, dem Beispiele ihrer Kamerq zu folgen. Wir loben sie deshalb: sie haben der Regierung aui nicht den mindesten Vorwand leihen wollen, ihren Muth; Zweifel zu ziehen, und wollen lieber den Kelch bis zur Hefe⸗ ren.“ Tausenderlei Geruͤchte waren heute Morgen uͤbez⸗ Art und Weise, wie die Gefangenen ihre Flucht vorbereitenn Umlauf; es wird indessen jedenfalls gut seyn, den richt abzuwarten, den ohne Zweifel morgen der „M. teur“ uͤber dieses Ereigniß abstatten wird. Mitttlerme macht das Journal de Paris nur 29 Gefangene name denen die Flucht gelungen.

weichung noch ein Schreiben an den Baron Pasquier gerigt 8 worin sie ihm anzeigen, daß es keinesweges ihre Absicht sey, ihrem Urtheile zu entziehen, daß indessen Niemand es ihnen! denken koͤnne, wenn sie der Willkuͤr und Gewalt aus dem W. gingen. Die Entsprungenen, worunter auch Cavaignac und mand Marrast, hatten sich einen etwa 4 Fuß langen untern schen Gang nach einem Garten des Hauses in der Straße peau eroͤffnet, das einem ehemaligen Posamentirer gehoͤrt, z man will wissen, daß in den nahe gelegenen Straßen ber

* 200.

Amtliche Nachrichten. Fronit des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem vormaligen Landrath Es heißt, sie haͤtten vor ihrer de Freiherrn von Thermo zu Lipten, im Kalauer Kreise, den St. ohanniter⸗Orden zu verleihen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Revier⸗Foͤrster Braun u Spantekow und dem Regierungs⸗Boten Beister zu Koͤnigs⸗ berg das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.

Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ nd Minister des Innern fuͤr Gewerbe⸗Angelegenheiten, Frei⸗ herr von Brenn, nach Zeitz.

in Sicherheit zu bringen. Der Telegraph hat heute die N.

richt von diesem Vorfall nach den Departements gemeldet, in der Hauptstadt selbst haben sofort Haussuchungen stattgef

den, um der Entwichenen wieder habhaft zu werden. ten in der Straße Copeau ist heute militatrisch besetzt. Die Cholera setzt ihre Verheerungen in Toulon fort. P

Der 6 Auslangnd.

Frankreich

Paris, 13. Juli. Vorgestern Abend ertheilte der Koͤnig dem Baron Pasquier, und den Grafen von Argout und Molé privat⸗Audienzen.

Die Zuruͤckziehung des Grafen Molé aus dem Pairshofe hat hier großes Aufsehen gemacht, und man glaubt, daß schon eute mehrere Pairs diesem Beispiele folgen werden. Der Pairshof hat seit den 33 Audienzen, die er bisher gehalten, chon 33 seiner Mitglieder verloren. Verloͤre er deren noch 50, koͤnnte er kein Urtheil faͤllen, und dies mag der Hauptgrund eyn, weshalb die Trennung des Prozesses beschlossen worden ist. Graf e reist in diesen Tagen nach den Baͤdern von Plom⸗ bieres ab.

In der letzten geheimen Sitzung des Pairshofes soll es bei den Berathungen uͤber den Antrag des General⸗Prokurators, die Verhandlungen auch in Abwesenheit der Angeklagten fortzusetzen,

Eine telegraphische Depesche aus Bayonne vom 12ten n. Eee cgacenain cha ℳ8 gangen, seos. Mean, Chenhe soge⸗ det noch Zeitungen aus W f herdghe 11 wiezssturators auftrat und sehr laͤrmend unterbrochen wurde, ausgeru⸗ hergestellt sey und daß die Urheber der Unruhen vom 5ten ffen habe: „Da man die Richter wie die Angeklagten behandelt, Gericht gestellt worden waͤren. so nehme ich keinen Antheil mehr an den Debatten.“

43 Todesfaͤlle ereignet. Unter diesen letzteren ist auch der! Schiffs⸗Capitains Dubreutl, dem kuͤrzlich erst das Kommm der Fregatte „Galathea“ uͤbertragen worden war. Die Gesam zahl der Erkrankungen betrug bis zum öten Vormittags um Uhr 354, die der Todesfaͤlle 191. Vom 6ten auf den Iten i

Eclaireur de la- Méditerranée hat am Sten nur ein halben Bogen herausgeben koͤnnen, da es ihm an Setzern fehle

Der Moniteur berichtet nach einer telegraphischen Dg dete Englische Detaschement daselbst von der Garnison und Einwohnerschaft mit der lebhaftesten Freude empfangen weane sey. „Man versichert“, heißt es in dieser Depesche, „daß General Moreno definitiv zum Nachfolger Zumalacarreguy's, m

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Redacteur Cosgtel. ———ensseeaesn—öö 8 8 Gedruckt bei A. W H e

8 Allgem

Bekanntmachungen.

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Es liegen folgende Gelder, naͤmlich: 8 en 1) in der Regierungsrath Goeringschen erbschaft⸗ dieser Gelder bi lichen Liquldationssache fuͤr den Albrecht von Deryka Goodzyüski, welcher fruͤher in Rozma lowice bei Petrikau, im Koͤnigreich Polen, ge⸗ wohnt hat, 21 Thlr. 11 sgr. 7 pf; 8 2) in der Subhastationssache von Rossowiczno (fruͤher Nr 77) fuͤr die Catharina v Liberacka Poplowska, jetzt deren Erven, namentlich den Anzrcas und Ludo wicus, Gebruͤdern von Kow⸗ nacki, und die Catharina und Agnesia, Geschwi⸗ ster von Kowalska, 24 Thlr, nebst zweijaͤhrigen

Zinsen à 5 pCt.; 3) in der Subhastatjonssache der adeligen Guͤter Rynkowken und Lesnia Jania fuͤr den fruͤher dort angestellt gewesenen Wirthschafter Szal bowski, 7 Thlr. 6 sgr. 7 pf.: b 4) in der Subhastationssache des adeligen Guts Miradau fuͤr den Wirthschafter Heinrich Stern, der sich zuletzt zu Dziembowo bei Chodziesen, im Großberzogthum Posen, aufgehalten, 81 Thlr.

8

Charlotte; Johann:;

7 sgr. 6 pf.;

7 2 5 2 einer Anzeiger zur Auszahlung an die hier genannten Empfaͤnger in unserm Devpositorio bereit. th zur Zeit gar nicht zu ermitteln ist, so werden diesel⸗ ben hiermit aufgefordert, sich zur Empfangnahme unen 4 widrigenfalls solche an in zianten Wittwen⸗Kasse werden abgeliefert werden. Marienwerder, den 4. Juli 1835.

Tivil⸗Senat des Koͤniglichen Ober⸗

Landesgerichts.

Edictal⸗Citation.

Die Wittwe des hiesigen Baͤckermeisters Christian Friedrich Buͤlow, Catharine Abigail, geb. Mahlen⸗ dorff, eine Tochter des verstorbenen lendorff zu Hohen⸗Schoenau bei Ma Septbr. 1831 hierselbst verstorben. Ihre bekannten Geschwister, als:

) Wilhelm, der in Latzig sich aufgehalten:; 88

Literarische Anzeigen.

In allen Buchhandlungen ist zu haben, in Ber⸗

Louisec, die ebenfalls in Latzig sich aufgehalten, und min der Stuhrschen, Schloßplatz Nr. 2:

5) Henriette, welche an einen Prediger Guse in lin

2 —* füx Da deren Aufenthalt

Wochen bei uns zu melden,

in dem auf

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Thle. werth. Gollnow, den 16. Juni 1

Facbigers Mah⸗ Krebnig l. Sta

ow, ist am 25.

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Cartzig, demnaͤchst an einen Gastwirth Schuͤler

in Reetz, verheirathet gewesen, sollen ebenfalls verstorben sein; und eine Brudertoch⸗ ter, unverehelichte Mahlendorff, fruͤher in Filehne, ist ihrem jetzigen Aufenthalte nach unbekannt. Es die allgemeine Justiz⸗Offi⸗werden daher die etwanigen unbekannten Erben der Wittwe Buͤlow aufgefordert, sich binnen 9 Monaten, spaͤtestens aber, bei Vermeidung der Praeclusion,

den 30 April 1836, Vormittags 10 Uhr, vor dem Stadtrichter Calow im hiesigen Gerichts⸗ Lokale angesetzten Termine persoͤnlich oder schriftlich zu melden und daselbst weitere Anweisung zu erwar⸗ Der Nachlaß der Wittwe Buͤlow besteht haupt⸗ säͤchlich aus einigen Ackerstuͤcken, etwas uͤber 100

h1. CEn l9 w, v. .

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(Gr Svo.

im Jahre 1832 276 Fr.

im Jahre 1833 378 Fr. oe ew. im Jahre 1834 480 Fr. Mas Maximum der Einschuͤsse fuͤr jede Porson ist 2000 Fr. ection glaubt, daß sich jetzt der Einfluß der Sparkasse Wohlstand und die Sittlichkeit der aͤrmeren Volksklassen on bemerklich mache. So beltef sich z. B. die Zahl der in

Bayonner Zeitungen vom gten sprechen von einer hocht Iw Temps liest man: „Wird Herr Thiers Paris verlas⸗ benden Proclamanon, die der General Cordova vor semam Mm? Die Freunde seiner Gesundheit sagen: Ja! Die Freunde marsch aus Bilbao, wo er 1600 Mann zur Verschanzung 1eiene⸗ Portefeuille's: Nein! und man weiß noch nicht, was aus Stadt zuruͤckgelassen hat, erlassen habe. Die Karlisten sollen pher projektirten Vergnuͤgungs⸗Reise nach Toskana werden wird. dem Major Reyna einen ihrer besten Artillerie⸗Hffiziere verieherr Guizot beruhigt ihn sehr; er sagt ihm, daß die Freund⸗ haben. Man versichert, der General C nach Mad scaft der Doctrinairs ihm bis unter den schoͤnen Himmel von berusen worden, um uͤber sein Betragen Rechenschaft a6 nhh örenz folgen werde. Aber Herr Thiers ist zu schlau, um sich General Valdez sey nach einem FEsten Schlosse und 6 Genk hurch schoͤne Worte einschlaͤfern zu lassen; da er die Zeiten der La Hera nach den Balearischen Inseln verwiesen worden. sevolution genau kennt, so erinnert er sich, daß man sich immer

An der heutigen Boͤrse war das Geruͤcht verbreitet, im meisten durch Abwesenheit geschadet hat. Herr Thiers wird morgende „Moniteur“ werde eine Koͤnigliche Verordnung chwerlich denselben Fehler begehen; der Minister, der seine Woh⸗ gen, mirtelst welcher die Fremden⸗Legion aufgeloͤst wurde; es aung dicht bei Neuilly aufgeschlagen hat, um immer in der Naͤhe dies eine Strafe dafuͤr, daß ein großer Theil verer. Tegion ges Koͤnigs zu seyn, wird nicht einige hundert Meilen weit rei⸗ geweigert habe, in Spanische Dienste zu treten. Zwei ansfen, um unbekuͤmmert in einer Italiäͤnischen Villa zu leben.“ Geruͤchte waren noch, daß die Karlisten in Vittoria enge , Der Praͤsident der Deputirten⸗Kammer ist auf seiner Reise waͤren, und daß in Valencia die Verfassung von 1812 vusnach den Baͤdern von Vichy am 6ten d. M. durch Nevers ge⸗ mirt worden sey. Iche ommen, wo er, ungeachtet der Regen sich in Stroͤmen ergoß,

Heute schloß öproc. Rente pr. compt. 109. —. pon den Einwohnern mit großen Ehrenbezeugungen empfangen cour. 109. 15. 3proc. pr. compf. 79. 109., nb Cour. 7). wurde. 8 5proc. Neap. pr. compt. 97. 110. sin cour. 97. 25. n Einer Koͤnigl. Verordnung vom IIten zufolge, sollen die Span. Zproc. do. 267. Ausg. Schuld 16 ½. Cortes! Bügats Consels sich sin. ganzen Lande 1 Boseen d. M. fuͤr den I Hel 0. 15. 1 8 1 rsten Theil ihrer diesjaͤhrigen Se sion, die hoͤchstens 10 Tage

6 Frantfurr a. M., 16. Juli. Hesgerr 5proc. laf auern vechenneln. 8 L. Gb. 1 102 ⅛. 102 ⅛, 4proc. 98 ⅛. 988 . 2; proc. 57 3⅛. Br. Ipro. Vor einigen Tagen hat Hr. Benjamin Delessert, als Praͤ⸗ G. Bant⸗Actien 1626. WTT ““ 140. 140¼. ggwent der Pariser Spar⸗Kasse, in der General⸗Versammlung zu 500 G. 117 ½. 116r. Loose zu 7Äg G. 8 G. c inen Bericht uͤber die Operationen dieses Instituts im Jahre Praͤm.⸗Sch. 60 ¼. Br. do. Aproc. Anl. 984. 98. Poln, 1834 abgestattet, dem folgende Angaben entnommen sind: Die 69 ½. 69 ½¼. 5proc. Span. Rente 40 ⅞. 40 ¾. gproc. do. 24½ 1 Summe der Einlagen belief sich in dem genannten Jahre auf

17,239,000 Fr., waͤhrend sie im Jahre 1832 nur 3,643,000 Fr. nd im Jahre 1833 nur 8,733,000 Fr. betrug. Die Ruͤck⸗ ahlungen waren so ziemlich im gleichen Verhaͤltnisse, naͤmlich: iim Jahre 1832 2,̃200,000 Fr. im Jahre 1833 3,066,000 Fr. im Jahre 1834 6,497,000 Fr. Die den Deponenten schuldige Total⸗Summe belief sich . am 31. Dezember 1832 auf 6,548,103 Fr.; 22* am 31. Dezember 1833 auf 12,581,367 Fr.; I am 31. Dezember 1834 auf 24,039,258 Fr.

S im Im Deit der Gruͤndung des Institutes (15. November 1818) bis verschiedener, von mirgemachter, prakti 8- 31. Dezember 1834 hat die Kasse in 1,283,325 einzelnen ausgefuͤhrter und auf rein logisch⸗ph. Posten 1gnn““] 80,420,125 Fr. kalischen Grundsaͤhen beruhender ErDie Iteressen, welche den Deponenten in

dungen. dieser Zeit gutgeschrieben worden sind, be⸗ 5 Herausgegeben Hast saufen sich auf. 16 6,109,808 Fr. 8 E Brandenburg, der. W Am 31. Dezember 1834 hatte die Kasse an laufenden Contos Verkuͤnder einer besseren Temveratur in dem Die Verwaltungs⸗Kosten haben sich belaufen: „Victoria! Eine neue Welt!“ ꝛc. 1 im Jahre 1832 uf 59,958 Fr.; 8 Leipzig, in Commission bei Vett r eeeeg dc ber he L Rostosky, Thlr.) im Jahre 1833 auf 61,194 Fr.; G im Jahre 1834 auf 82,956 Fr. 1 v“ .Ea die Mittel der Kasse nicht mehr ausreichen, um diese ver⸗ Im Verlage von T. Traut wein in Berlin, he ehrten Kosten zu decken, so ist fest esetzt worden, daß fortan Strasse No. 8 8 ist so eben erschienen: ede Summe erst 14 Tage nach ersolgkem Einschusse verzinst und in 1 8 4 Tage vor der Ruͤckzahlung nicht mehr verzinst werden soll. am Feste der Einweihung des Sr. Nlaj. dem kõDie Summe der Einschuͤsse betrug im Durchschnitte fuͤr jede Friedrich Wilhelm III. Person am 3. August 1834 29 Wollshagen errichtete Denksteins, 1 in Musik gesetzt von G. Bemmaun. Partitur Klavier-Auszug nehbst einer lithographirten schaft in gr. Oueckolio mit der Ansicht des ments. Preis, bröch. 2 Thlr. 15 sgr.

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den Leichenhaͤusern ausgestellten Personen, welche sich selbst ums Leben gebracht hatten, in den Jahren 1829 bis 1831 auf 936, waͤhrend sie in den Jahren von 1832 bis 1834 nur 843 betrug. Hauptsaͤchlich ist aber bei der Lotterie der Einfluß der Spar⸗ kasse bemerklich gewesen. Im Jahre 1832 betrugen die Einsaͤtze in die Lotterie, allein in Paris, 17,696,000 Fr. und die Ein⸗ schuͤsse in die Sparkasse 3,643,090,. Im Jahre 1833 beliefen sich die ersteren nur noch auf 12,652,000 Fr., waͤhrend die letzte⸗ ren schon auf 8,733,000 Fr. gestiegen waren; im Jahre 1834 erhielt die Lotterie nur noch 11,704,000 Fr. und die Sparkasse 17,239,000 Fr.

In einem Schreiben aus Toulon vom 6. Juni liest man: „Alle Klassen der hiesigen Einwohnerschaft sind von einem pani⸗ schen Schrecken ergriffen, und mehr als zwei Drittel der Maga⸗ zine und Läden sind geschlossen. Die Handwerker und Arbeiter haben sich in Massen aus der Stadt entfernt, und man fuͤrch— tete einen Augenblick, daß es bei dem Auswandern der meisten Baͤcker⸗Gesellen an Brod fehlen moͤchte. Zur Verfertigung von Saͤrgen hat man zu den Soldaten seine Fuflucht nehmen muͤs⸗ sen, und es fehlt Fuweilen an Leuten, um die Todten fortzubrin⸗ gen. Die ganze Municipalitaͤt besteht nur noch aus dem Maire und 5 oder 6 Raͤthen, welche Tag und Nacht auf dem Stadt⸗ hause thaͤtig sind. Die Strafgefangenen reichen kaum hin, um große Gruben in dem trockenen und harten Boden des Kirchho⸗ fes zu graben. Die Behoͤrde laͤßt taͤglich Kanonen abseuern, um den Wuͤnschen desjenigen Theils der Einwohner zu genügen, welcher diese Erschuͤtterung als zweckdienlich betrachtet. Alles dieses traͤgt nicht wenig dazu bei, die Physiognomie der Stadt zu verfinstern; noch schrecklicher aber ist es vielleicht, daß, wie man versichert, eine Bande Missethaͤter, welche man etwa 200 Mann stark glaubt, sich organisirt hat, um in Abwesenheit der Einwohner zu pluͤndern. Die schaͤrfsten Maßregeln sind ergriffen worden, und es soll Befehl gegeben worden seyn, mit ruͤcksichts⸗ loser Strenge gegen diejenigen zu verfahren, welche auf der That betroffen wuͤrden.“

Die Gazette de France will aus Saragossa Briefe er⸗ halten haben, wonach die insurrectionnelle Bewegung in dieser Stadt bei weitem noch nicht nterdruͤckt waͤre, wie die telegra⸗ phische Depesche vom ôten es versicherte. (Vergleiche dagegen die gestern mitgetheilte telegraphische Depesche vom 12. d.) Ei⸗ nige Unteroffiziere des Regiments, welches bei dem Vorfalle figu⸗ rirte (des 2ten leichten), scheinen den Anfang gemacht zu haben. Ihrem Beispiele folgte ein Theil der Urbanos und die ganze Garnison, mit Ausnahme eines Regiments der Koͤnisgl. Garde, welches neutral blieb. Ein Kloster wurde unter dem Ruf⸗ „Es lebe die Constitution von 1812“ gepluͤndert und in Brand ge⸗ steckt, eben so mehrere Privat⸗Haͤuser. Man hoͤrte auch den Ruf: Es leben die Franzosen! Die Gazette schließt daraus und aus einigen vorlauten Reden, welche die Insurgenten haͤtten fal⸗ len lassen, daß, im Falle einer Intervention, die Spanischen Pa⸗ trioten unsere Soldaten auf ihre Seite zu ziehen suchen wuͤrden.

Der Pariser Korrespondent der Times meldet Folgen⸗ des uͤber die angebliche Verschwoͤrung gegen das Leben des Koͤ⸗ nigs Ludwig Philipp: „Es sind 20 Personen aus diesem Grunde verhaftet worden. Als Raͤdelsfuͤhrer des Komplotts wird der be⸗ ruͤchtigte Bergeron bezeichnet, der in der Geschichte mit dem Pistolenschuß eine Rolle spielte. Er soll seit seiner Freisprechung so frech gewesen seyn, sich jener Frevelthat oͤffentlich zu ruͤhmen. Uebrigens zweifelt man, ob man ihn und seine Spießgesellen wird uͤberfuͤhren koͤnnen. Bis jetzt soll nur so viel mit Gewiß⸗ heit ermittelt seyn, daß sie ein Haus auf der Straße nach Neuilly gemiethet und zu einer Art von Waffen⸗Magazin umgeschaffen hatten. Ihr Hauptplan bestand, dem Vernehmen nach, in einer zweiten Auflage der Hoͤllen-Maschine, welche bei der Ruͤckkehr des Koͤnigs von Neuilly gegen dessen Wagen gerichtet werden sollte. Die Instruction des Prozesses ist in vollem Gange, und sobald sie geschlossen seyn wird, duͤrfte wohl eine offizielle Mit⸗ theilung erfolgen.“

Großbritanien und Irlan

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Siz⸗ zung vom 13. Juli. (Nachtrag.) Herr Roebuck lenkte die Aufmerksamkeit der Regierung und des Hauses auf den Ge⸗ brauch, daß den Soldaten erlaubt werde, ihre Seitengewehre zu tragen, wenn sie auch nicht im Dienst seyen, was schon so viele unangenehme Vorfaͤlle veranlaßt habe, daß gewiß Jedermann zugeben muͤsse, es sey endlich Zeit, zum Schutz des Volkes die⸗ sem Gebrauche ein Ziel zu setzen. Er erklaͤrte daher, er wuͤrde, falls nicht iceg cz1sch etwas zur Abstellung dieses Uebelstandes geschehe, eine Resolution zu diesem Behufe vorschlagen. Lord John Russell verwies jedoch auf den bereits ernannten Aus⸗ schuß, der sich mit der Pruͤfung der gesammten Militair⸗Dis⸗ ziplin beschaͤftige. In dem Subsidien⸗Ausschuß, in den sich das Haus hierauf verwandelte, wurde unter Anderem die Bewil⸗ ligung von 20,000 Pfund zur Bestreitung der Ausgaben des Indianischen Departements von Ober⸗ und Unter Kanada beantragt. Herr Roebuck widersetzte sich diesem Antrage, in⸗ dem er behauptete, die Summe werde rein fuͤr nichts fortgewor⸗ fen, denn die Indianer, denen sie zu Gute kaͤme, seyen ein traͤ⸗ ges, trunksuͤchtiges und liederliches Volk, die nicht die geringsten Dienste leisteten, und von denen man auch nie Dienste zu er⸗ warten habe; auf die Bemerkung, daß das Geld fuͤr ehemalige Kriegsdienste gegeben werde, erwiederte er, daß er keinen Grund dafuͤr sehe, die Nachkommen von Leuten, die einmal einen wirk⸗ lichen Dienst geleistet haͤtten, immerfort noch zu belohnen; er trug also darauf an, die 15,300 Pfund, welche den Indianern als Geschenk gegeben wuͤrden, zu streichen. Herr Hume dagegen wollte zwar einraͤumen, daß man den Indianern ein ihnen gegebenes Ver⸗ sprechen halten muͤsse, konnte aber nicht einsehen, wie ein De⸗ partement, das 4700 Pfd. koste, dazu erforderlich sey, um die Vertheilung jener Geldsumme zu beaufsichtigen. Das Haus ge⸗ nehmigte jedoch die beantragte Summe unverkuͤrzt. eiterhin wurde eine Summe von 903 Pfd. fuͤr die Cv, Berwaltung von Helgoland bewilligt, trotz der Bemerkung des Herrn Hume,

daß Helgoland fruͤher von einem Capitain und einem Lieutenant verwaltet worden, waͤhrend man jetzt einen Statthalter mit 500 Pfd. jaͤhrlichem Gehalt, einen Secretair mit 136 Pfd., zwei Geistliche mit 50 Pfd. fuͤr jeden, einen Stadtschreiber mit 60 Pfd., einen Signalisten mit 60 Pfd., einen Tonnen⸗Aufseher mit 33 Pfd., einen Brieftraͤger mit 36 Pfd. und einen Block⸗ haus⸗Waͤchter mit 3 Pfd. dort besolde. Bei Gelegenheit einer Bewilligung fuͤr die Civil⸗ Verwaltung von Neu⸗ Foundland fragte Herr Ewart, ob nicht der Capitain Prescott seine Ernennung zum Gouverneur dieser Kolonie dem Einfluß verdanke, den derselbe unter der Aristokratie habe; Herr Spring Rice aber erwiederte, daß dies keinesweges der Fall waͤre, sondern daß der Capitain nur wegen seiner allgemein bekannten Verdienste zu jenem Posten ernannt worden sey Eine laͤngere Debatte entspann sich uͤber den (gestern bereits erwaͤhn⸗ ten) Antrag auf Bewilligung einer Summe von 35,000 Pfund zur Befoͤrderung des Volksunterrichts in Irland. Hr. Plumptre widersetzte sich dieser Forderung und fuͤhrte daruͤber Beschwerde, daß in Irland protestantische Kinder in katholische Schulen ge⸗ bracht wuͤrden, und daß man sie fuͤr den puͤnktlichen Besuch der Messe mit neuen Kleidern belohne. Herr Spring Rice erhob sich zur Vertheidigung des in Irland eingefuͤhrten Unterrichts⸗ Systems, weil es zwischen den verschiedenen religioͤsen Sekten keinen Unterschied mache, und Herr O'Connell erklaärte, es habe allgemeine Zufriedenheit in Irland erzeugt, ausgenommen unter den Orangisten und Proselytenmachern. Herr R. Plunkett fuͤhrte an, daß zu Drogheda in Irland der Unterricht von zwei Fran⸗ iskaner⸗Moöͤnchen geleitet wuͤrde, und daß zu Ennis ebenfalls Moͤnche an der Spitze des Unterrichts staͤnden. Wolle die Re⸗ gierung wirklich liberale Grundsäͤtze befoͤrdern, so duͤrfe sie pro⸗ testantische Kinder nicht von Franziskanern unterrichten lassen Herr O'Connell nahm sich der Franziskaner aufs nachdruͤck⸗ lichste an, deren Irland jetzt 3 bis 400 zäͤhle, welche unentgelt⸗ lich den Kindern aus den aͤrmeren Klassen Unterricht ertheil⸗ ten. Die Debatte wurde sehr lebhaft, indem Herr Plumptre von Papisten sprach, und Herr O'Connell fragte, was man denn sagen wuͤrde, wenn er sich des Ausdrucks „Ketzer”“ b

diente? Lord Morpeth suchte die Sache auszugleichen, und am Ende wurde (wie gestern gemeldet) die Summe mit 143 ge⸗ gen 41 Stimmen bewilligt. In derselben Sitzung kuͤndigte

noch Herr Tharlton auf morgen einen Antrag an, der die

Vorladung des Druckers der Morning Chronicle wegen groͤb⸗

lichen Angriffs auf seine Person betreffen sollte. 8

London, 14. Juli. Dem Grafen von Durham ist seinem Botschafter⸗Posten in St. Kinnaird, Neffe des Herzogs von Leinster, als Attaché beigege⸗ ben. Der Morning Herald behauptet zwar, die Fregatte „Barham“, auf welcher der Botschafter mit seiner Familie sich einschiffen wird, wuͤrde direkt nach St. Petersburg gehen und auf ihrer Ruͤckfahrt den dortigen Geschaͤftstraͤger, Herrn Bligh, mit nach England bringen; andere Blaͤtter wollen jedoch aus zu⸗ verlaͤssiger Quelle wissen, daß der Graf zuvor Lissabon, Cadix Konstantinopel und Odessa besuchen werde.

Mit Bezug auf die gestern von Lord John Russell im Un⸗

saͤmmtlichen In⸗

1 auf Petersburg Herr Arthur

terhause gemachte Anzeige, daß der Koͤnig seine teressen an den Pfruͤnden der Irlaͤndischen Kirche fuͤr die in der Irlaͤndischen Kirchen⸗Bill bestimmten Zwecke zur Verfuͤgung des Parlaments gestellt habe, heißt es im heutigen Courier: In dieser Anzeige finden wir eine vollstaͤndige und befriedigende Widerlegung der verschiedenen, von den Tories in Umlauf ge⸗ brachten und von einigen liberalen Blaͤttern zu leicht geglaubten Geruͤchte uͤber den Mangel an Vertrauen voͤn Seiten des Koͤ⸗ nigs zu seinen jetzigen Ministern und uͤber seinen Widerstand Na ihre, in Uebereinstimmung mit dem Beschluß des Unter⸗ hauses, eingebrachte Maßregel zur Reformirung der Irlaͤndischen Kirche. Wenn der Koͤnig nicht uͤberzeugt waͤre, daß eine Maß⸗ regel dieser Art unerlaͤßlich ist, so wuͤrde er gewiß unter keiner Bedingung seine Zustimmung dazu geben, daß seine Minister den ersten Schritt thaͤten, um sie zur Ausfuͤhrung zu bringen. Es muß ihm, sowie seinen geheimen Rathgebern, wenn er der⸗ gleichen hat, bekannt seyn, daß eine solche Zustimmung oder gar die Erlaubniß, daß die Minister in seinem Namen eine Maßre⸗ gel der Art dem Hause vorschlagen, derselben die volle Sanction seiner Autoritaͤt verleiht. Die Bill wurde in Folge eines Be⸗ schlusses des Unterhauses eingebracht, welcher die Ernennungen fuͤr die Pfruͤnden, wo keine Protestanten sind, suspendirte. Sie liegt dem Lande vor. Um dies Prinzip der Suspendi⸗ rung in Ausfuͤhrung zu bringen, stellte der Koͤnig alle Interessen, welche er an diesen Pfruͤnden hat, zur Verfuͤ— Lun des Parlaments und billigt daher dies Prinzip. Die Bill wurde gestern Abend zum zweiten Male verlesen und hat nun die Genehmigung zweier Staats⸗Gewalten erlangt. Diese Genehmigung kann nicht zuruͤckgenommen werden. Wenn man nicht annehmen will, daß der Koͤnig mit den Folgen seiner Handlungen gaͤnzlich unbekannt waͤre, so bringt diese Zustimmung die tausend Geruͤchte uͤber seine Abneigung gegen die Reform der Irlaͤndischen Kirche zum Schweigen, die von den Mitgliedern des Unterhauses beschlossen und fuͤr Irland, so wie fuͤr die Wohlfahrt des ganzen Reiches, gleich unerlaͤßlich ist. Diejenigen, wel⸗ che dem Koͤnige ihre eigenen factioͤsen und eigennuͤtzigen Gesin⸗ nungen beilegen, verleumden ihn auf das Groͤblichste. Er hat keinen anderen Zweck er kann keinen anderen Zweck haben als die oͤffentliche Ruhe zu erhalten und den National⸗Wohlstand zu erhoͤhen, und es ist unmoͤglich und unvereinbar mit einem sol⸗ chen Koͤniglichen Zweck, daß er feindselig gegen Minister seyn koͤnnte, welche das Vertrauen der Nation besitzen, und die durch ihr Be⸗ nehmen gezeigt haben, daß sie eifrige Vertheidiger derjenigen Politik sind, die allein die Fortdauer der oͤffentlichen Ruhe sichert. Si Robert Peel und seine Partei haben bewiesen, daß sie voͤllig un bekaunt sind mit dem, was ihnen vorzugsweise zu wissen geziemte und diejenigen, welche Wilhelm, dem Reformer, eine Anhaͤng⸗ lichkeit an ihre veralteten und verderblichen Grundsaͤtze zuschret ben, verleumden Se. Majfestoͤt. Man hat den Koͤnig, wie wir

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