7 9 (ßio glauben, vor kurzem noch wegen einer anderen Sache dem gä. in einem falschen Lichte gezeigt. Der Koͤnig soll in “ g an den langen und ungluͤcklichen Krieg Englands mit seine a S6 lonieen, der zur gaͤnzlichen Trennung der “ Seaa 5 von England fuͤhrte, zu Sir Charles Grey gesagt hal en, er 1 e nicht dulden, daß Kanada auf aͤhnliche Weise verloren 8 he. Die freundliche Ermahnung Sr. Majestaͤt, welche Sir Char⸗ les Grey nur an die Irrthuͤmer der nach den Pereihig⸗ ten Staaten gesandten Kommissarien erinnern vnd dhn. vor der mit Beleidigungen und Gewaltthaͤtigkeiten öö Schwaͤche derselben warnen sollte, wurde “ eine Mißbilligung der Grundsaͤtze, wonach die bccehaegin sen wahrscheinlich verfahren duͤrften, gehalten. Die von den Tories verbreiteten Geruͤchte und Behauptungen haben keine andere Buͤrgschaft, als ihre eigenen Wuͤnsche. Was uns Veßhasft, 8 muͤssen wir offen bekennen, daß, wenn auch ihre Darste ung G den Ansichten des Koͤnigs und des Hofes richtig waͤre, wir 8 9 nicht glauben koöͤnnen, daß der Koͤnig um eines so adecaewerthen Zweckes willen, wie die unveraͤnderte Beibehaltung des jetzigen ungerechten und empoͤrenden Sinekuren⸗Zustandes der Seraccgr schen Kirche es marf⸗ sein Ministerium veraͤndern und die Ruhe des Landes in Gefahr bringen wuͤrde.) 1 eesebern die große religioͤse Versammlung in Exeter⸗Hall gehalten, deren schon fruͤher erwaͤhnt worden ist. Lord Kenyon führte den Vorsitz, und ihm zunaͤchst saßen der vorige Admiralitaͤrs⸗Secretair Herr Dawson, Schwager Sir R. Peel'’s, der Capitain Gordon, die Paulamenes⸗Mitglieder Sir Andrew Aqgnew, Sir George Clerk und Herr Finch, die Herren Jackson, Hart Davis, Sullivan, M'Ghee, Daly, . SImg, 8* Peter Laurie und Andere. Der Courier meint, die Verhan 8 lungen dieser Versammlung seyen eine Schmach fuͤr die Fehpt⸗ stabt und fuͤr das jetzige Jahrhundert. „Die Herren M Ghee und Daly“, sagt dieses Blatt, „sind bekanntlich die großen P re⸗ diger der unchristlichen Lehre, daß man nicht gegen alle MWonschen Liebe und Wohlwollen zu hegen brauche. Herr Dawson 75 Capitain Gordon schienen das Geschaͤft uͤbernommen zu ha 8 dafuͤr zu sorgen, daß kein Katholik den Musd oͤffne vende dee Versammlung zu enttaͤuschen suche. Sie hatten 89 Polizei 3 ihrem Befehl, um diejenigen Personen, die sie bezeichneten, hia genblicklich hinauszubringen. Und weshalb all dieser Lärm;? in lateinisches Buch, von einem gewissen Petrus Dens kommpilirt, enthaͤlt abscheuliche Grundsaͤtze (vergl. das Schreiben aus Lon⸗ don in Nr. 195 der St. Zig.); die Praͤlaten der Secsischen katholischen Kirche haben diese Grundsaͤtze ahgesezwmoran⸗ a 8 man behauptet, diese Praͤlaten haͤtten sich eines absichtlichen wissentlichen Meineids schuldig gemacht, weil sie im Jahre 1888 die Lehren jenes Dens gebilligt haͤtten, und. weil im Jahre 18 82 Dr. Murray das besagte Buch wieder habe abdrucken lassen; Beide Behauptungen aber werden von den katholischen Praͤlaten und von Dr. Murray fuͤr unwahr erklaͤrt; und statt nun en Fer⸗ thum einzusehen, kommen sie nach Exeter⸗Hall und schreien: Mein⸗ eid, Meineid! Ein Prediger, Herr MGhee, zeigt eine Karte vor, auf welcher saͤmmtliche Punkte, wo sich gegenwaͤrtig katholische Seminarien befinden, roth unterstrichen sig 8 aͤußert, es sey die Pflicht der Fzorestantischeg. ischofe, diesem um sich fressenden Krebse Einhalt zu thun. Anfangs wa⸗ ren die Debatten uͤberhaupt im hoͤchsten Grade tumultuarisch,
und erst gegen das Ende der Sitzung wurde es etwas ruhiger.
r Geistliche Herr O'Sullivan sprach uͤber zwei Stunder r . die in der Densschen Theologie aufgestellten 899 ren von den katholischen Bischoͤfen sanctionirt seyen, und 188 derte die Angrisse, die, wie er sagte, seitdem man den Fe bolse staatsbuͤrgerliche Rechte eingeraͤumt habe, auf die Feüclichehe 8 5 ter der protestantischen Kirche in Irland gema t mor e seyen. Seine Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen, und er schloß mit Beantragung einer Resolution, 1dc6 es hinreichend erwiesen sey, daß die Henssgs Ihen ogce in religioͤsen Angelegenheiten von den katholis en 8. sen Irlands als Haupt⸗Autoritaͤt janerkannt wer 68 „ Geistliche, Herr Daly, unterstuͤtzte diese Ris achtzon, nr, erging sich einige Zeit in Schmaͤhungen auf die angehliche P.s⸗ süt der Lehren und Gebraͤuche der katholischen Kirche. Dis “ tion wurde sodann mit ungeheurer Majoritaͤt L116“ ein paar Haͤnde erhoben sich dagegen. Der Glo e sagt, eer O Sullivan habe unter Anderem geaͤußert, die katholische 4 sche stelle ihren Mitgliedern die Ermordung der Pegtecantenn noch immer als eine gottgefaͤllige Handlung dar. Wenn⸗ „ fuͤgt 12 ses Blatt hinzu, „der Zweck dieser Versammlungen seyn ” die Katholiken zum Protestantismus zu bekehren, so vinn feg 2 gluͤcklicheres Mittel dazu gewaͤhlt werden. Dodun 9, daß Fion Irrthuͤmer in dem Glauben einer andern religioͤsen Eiim det af nachweist, werden die eingestandenen Mißbräͤuche der protef anti⸗ schen Kirche in Irland nicht geheiligt und gerechtfertigt. Seg
Das Resultat der Konferenz, welche kuͤrzlich eine Sdeg. tion der Irlaͤndischen Parlaments⸗Reprasentanten mit dem Kanz⸗ ler der Schatzkammer hatte, um ihm ihren Plan vorzulegen, . mittelst einer Lotterie eine Summe Geldes zur eschaseägung. der Irlaͤndischen Armen anzuschaffen, war das Verspre hen des Hnn. Spring Rice, daß er die Sache seinen Kollegen vortragen wole, und die Erklaͤrung, daß er nichts dagegen haben wuͤrde, Herr O'Connell im Unterhause auf die Ernennung vng . schusses zur Untersuchung der angeblichen Nachtheile der Lotterieen
ztröͤge 8 ““ den letzten Berichten aus Lissabon vom —. Ihhi waren von London aus Befehle dort eingegangen, mit dem An⸗ kause von Nationalguͤtern, wofuͤr schon Auftraͤge bis zum Pe⸗ laufe von 500,000 Pfund ertheilt wonden, einzuhalten, men glaubt, daß unter diesen Umstaͤnden die Natisnal⸗ Guͤter 18,. . preisen weggehen duͤrften. Der Daͤnische Sgchelsersge, Beaf v. Reventlow, war in Lissabon eingetroffen. In Pora zatte sich
ine Bank⸗Gesellschaft mit einem Nominal⸗Kapital von 509,096 Psund zu 19,000 Actien gebildet.
1 Beldien.
Bruͤssel, 15. Juli. In Btopwerben finden zu Fögec e Koͤnigs und der Koͤnigen zahlreiche Festlich eiten statt. De 28 cilien⸗Verein veranstaltete ein großes Konzert im Ss e, n auch ein Luftballon aufstieg und Abends ein großes Fußzstfe g. werk stattfand. Die Stadt war glaͤnzend evisuchte⸗ g. ein vo den Behoͤrden veranstalteter Ball war ungemein 88 92 8
In oͤffentlichen Blaͤttern liest man: on a en . 5 ten wird uͤber die Verbesserung des Helgischan IndustncFustande⸗ berichtet; uͤberall werden neue Etablissements gegruͤn e so⸗ aß man allgemein uͤber Mangel an Arbeitern eher, als uͤber dan⸗ gel an Arbeit klagt. Die Kapitalisten, die ihr Iresvesse Z 6 rechnen wissen, verbinden sich zur Unterstuͤtzung der Getvan 7 9 b u Handels⸗ und Gewerbegesellschaften, so daß 8 ch v Geldvorschuß, noch an Industriethaͤtigkeit mehr feh t, un Pen. ien, das sich waͤhrend 15 Jahren dem Aühgekepehenegegn hin⸗ gegeben, und nur nach den Hollaͤndischen Kolonien sein Augen⸗
818
merk gerichtet hatte, wird nun, seine Handels⸗Ausdehnung als eine der groͤßten und ersten Nothwendigkeit fuͤhlend, nach allen Weltgegenden seine Richtung nehmen und zu wetteifern suchen mit allen nahen und fernen Laͤndern. Die Moͤglichkeit dazu liefern die vielen Gesellschaften, die sich seit kurzer Zeit 2 Bruͤsfel, Antwerpen und Luͤttich gebildet, und die gar sehr be— deutende Kapitalien zusammengetragen haben.
8. EEELEEshlK..
Hannover, 17. Juli. Se. Koͤnigliche Majestaͤt haben dem Ober⸗Jaͤgermeister von Zastrow die erbetene Dienst⸗Entlassung ertheilt, und den bisherigen Hof⸗Jaͤgermeister Grafen von Har⸗ denderg zu Hoͤchstihrem Vice⸗Ober⸗Jaͤgermeister ernannt.
Cuxhaven, 15. Juli. Im hiesigen Neptunus lizst man:
Am Sonntag gegen 11 Uhr Morgens langte Herr Graf. von Hohenstein (des Prinzen Karl von Preußen Koͤnigl. Hoheit) in Begleitung eines Adjutanten auf dem Dampfschiffe verm — bei guͤnstigem Wetter von Hamburg hier an. Se. Koͤnigl. Ho⸗ heit ward durch den Commandeur Abendroth. ehrerbietig empfan⸗ gen. Abends machten die hohen Herrschaften eine en. im Schloßgarten und bei Einbruch der Nacht seelts die Musit vor ihren Fenstern. Am Dienstag speiste Herr Amtmann und Senator Meier bei Hoͤchstdenselben. — Die Frau Graͤfin von Hohenstein gebraucht fortdauernd unsere Seebaͤder und scheint mit denselben sehr zufrieden zu seyn.“
Hamburg, 17. Juli. Der Herr Graf von Hohenstein (Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Karl von Preußen), der Herr Graf von Mecklenburg (Se. Koͤnigl. Hoheit der ö zog von Mecklenburg⸗Schwerin) und Se. Durchl. der Herzog von Schleswig⸗Holstein⸗Sonderburg⸗Augustenburg sind hier an— gekommen. Außerdem sind noch viele andere angesehene Fremde in Anlaß des morgen auf den Wandsbecker Feldern statifinden⸗ den Pferde⸗Rennens hier angelangt. Unter den Angerommenen befinden sich auch die Professoren Berzelius und Dahlstroͤm aus Stockholm.
Hamburg, 18. Juli. Beguͤnstiget von dem herrlichsten Wetter und unker dem Zudrange vieler Tausende von Zuschauern von nah und sern, begann heute um 2 Uhr Rachihsttags auf den, zwei Stunden von hier entlegenen Feldern hh , g ee, beck, das erste Wandsbecker Pferde⸗Neunen. Den Preis des er⸗ sten Rennens (460 Species), zu welchem 5 Pferde angemeldet, gewann des Herrn Lichtwald braune Stute „Dorothea. Ihr zunaͤchst kam der braune Hengst „Robinson (Eigenthum Sr. Koͤnigl. Hoh. des Prinzen Wilhelm von Preußen). Beim zwei⸗ ten Rennen gewann den ersten Preis (690 Species) des Her⸗ zogs von Schleswig⸗Holstein⸗Sonderburg⸗Augustenburg brau⸗ ner Hengst „Zampa“ und den zweiten Preis (200 Species) die braune Stute „Miß Speed.“ Der Preis des dritten Ren⸗ nens (400 Species) wurde dem „Marmion „ Eigenthum des Baron Maltzahn, zu Theil. Zwei Rennen sollten nach Abgang dieses Berichtes noch stattfinden.
Dresden, 11. Juli. (Leipz. Ztg.) Der Zufluß von Fremden, besonders aus den Preußischen Staaten, und von Mi⸗ litairs nach Teplitz, wohin jetzt taͤglich eine Eilpost und andere Fahr⸗Gelegenheiten mit untergelegten Pferden von hier 76 eh. ist seit einer Woche ungemein stark. Jener Badeort fuͤllt sich jetzt außerordentlich. Auch die beim Dresdener Hofe akkreditir⸗ ten Gesandten verfehlen nicht, bei einer kurzen Anwesenheit dort sich Sr. Maäjestaͤt dem Koͤnige von Preußen zu praͤsentiren. neuen Anlagen im Frauen⸗Brunnen⸗Garten, nebst der dabei be⸗ findlichen Trink⸗Anstalt, wobei nicht bloß. die “ und Quelle, sondern auch alle Boͤhmische eEEEEö’““ werden, und die auf Kosten des Fuͤrsten Clary hö 29,cg lange gegen Norden geschirmte Wandelbahn mit ¹0 kanelirten Saͤulen bildet einen bisher schmerzlich 11“ punkt saͤmmtlicher Kurgaͤste, Schatten in der Hitze „ Regenwetter gewaͤhrend. Die von einem wackern, jungen rz 1 Dr. Schmelkes, im letzten Winter erst ernstlich angeregten Uhß durch eine eigene (bei Haase in Prag erschienene) Monograp hie eingefuͤhrten Mineral⸗Moor⸗Baͤder in Teplitz sind bereits in vei⸗ nem dem Schlosse gegenuͤber gelegenen Hause und in b1act Versuchen auch im Stadt⸗ und Schlangen⸗Bade in Ausuͦ zung, und beschaͤmen durch die guͤnstigsten Erfolge jeden anfangs dass gen erhobenen Zweifel. Die heilsamsten Wirkungen werden 89 das Aufgießen und Impraͤgniren des Thermal⸗Wassers auf die Moor⸗Bereitung hervorgebracht. Dieses Vortheils entbehren selbst die mit Recht gepriesenen Schlamm⸗Baͤder von Marienbad und Franzensbad. .
Muͤnchen, 12. Juli. (Schwaͤb. Merk.) Mit groͤßter Lebhaftigkeit wird fortwaͤhrend an den Bauten des Koͤnigs gear⸗ beitet. Mehrere Gebaͤude, mit denen erst im Maͤrz begonnen wurde, stehen jetzt schon unter Dach. Schon erheben sich auch die kolossalen Saͤulen an dem rasch vorruͤckenden Bau des neuen Posthauses am Max⸗Josephs⸗Platze, dessen Tieferlegung nun vollendet ist. Deswegen konnte man dieser Tage auch beginnen, an der Fronte des Koͤnigl. Hof⸗Theaters zu den bisherigen Stufen die noch nothwendigen vier Stufen hseugafüget, 8 ist an dem naͤmlichen Platze bereits der Raum erhoͤht, auf welchem b⸗ vom Professor Rauch in Berlin gefertigte Denkmal zu een fearng, welches die hiesige Buͤrgerschaft dem hoͤchstseligen Koͤnig May erric Ftet, und welches den Vater Mar sitzend, von der Justitia und 1S. umgeben und die Constitution ertheilend, barstellt. Dieses Denk⸗ mal wird naͤchstens aufgestellt und an einem der festlichen Tage des Oktobers enthuͤllt werden, in welcheln Monate zu sechs neuen Koͤnigl. Großbauten die Grundsteine gelegt “ börübe auch zur Theresienburg auf der Lihb⸗ vor der Stadt. pin ⸗ tig erhebt sich auf dem kuͤnstlichen Huͤgel in unserem FnSgsebe Park der Monopteros, welcher im Stil der reinsten Antike 6 baut und bestimmt ist, Monumente fuͤr den Gruͤnder und den 8* V ender des reizenden Parks, den Kurfuͤrsten Karl Theodor und 838 Koͤnig Mayx 1. zu enthalten. — Wie viel hier uͤberhaupt im Ge⸗ biete der Malerei allein geleistet werde, moͤge Häft g0c ge der Notiz entnehmen, daß hier nicht weniger als 500 Ma er leben, unter denen e ber bedeutende Zahl beruͤhmter und
ekannter Namen sich besinden. cfg J“ 1 Seh Heute traf das aus b; zuruͤckkehrende 2te Bataillon des 12ten ficisin⸗Ins8g. cgi⸗ nents (Koͤnig Otto) hier ein. Mehrere Generale und L abs⸗ Offiziere ritten den wackern Kriegern entgegen, uͤber deren de treffliche Halung und gesundes Aussehen sich JeHeg; erfre . Eine Menge hiesiger Einwohner geleitete das Beeaghen in die Stadt, wo dasselbe bei den Buͤrgern einquartiert wur e. e
Stuttgart, 15. Juli. (Deutscher Courier.) Wie 898 aus guter Quelle vernehmen, haben alle Wuͤrttembergische Zoll⸗ Beamte bereits Befehl erhalten, vom 19. Juli an alle ’ steuerlich freien Verkehr stehende Waaren ecgfret an. Hen. Großherzogthum Baden nach Wuͤrttemberg und in die W ereins⸗ lande einzulassen. Gleicherweise bestimmt bereits eine Großher⸗
“
im
zogl. Badische Verordnung den steuerfreien Eingang von den Vereinslanden in das Badische. Bis zur voͤlligen Vereinigun und eintretender Revenuen⸗Gemeinschaft (welche vertragsmaͤßig; Monate nach erfolgter Organisation, etwa im Oktober, in Baden ein⸗ tritt) bleiben von der Freiheit des Verkehrs ausgeschlossen und zahlen somit waͤhrend des angegebenen Zeitrauins noch ferner, sowohl beiih⸗ rer Einfuhr aus den Vereinsstaaten nach Baden, als umgekehrt, die vereinstarifmaͤßigen Zollsaͤte: Zucker, Syrup, Kaffee, Kakcao⸗ Ge wuͤrze, Reis, Thee, Weine (mit alleinigem Ausschlusse junger Weine von 183 4, und nach dem Herbste von 1835, der Weine von die sem Jahre), Tabacksblaͤtter und Stengel und Tabacks⸗Fabriknt ohne Unterschied, kurze Waaren (Auincallerieen), gang seidem und halbseidene Waaren. Nur gegen obrigkeitlich beglaubige Ursprungs⸗Zeugnisse von Fabrikanten oder Produzenten der bih⸗ derseitigen Gebiete duͤrfen steuerfrei eingehen: Wollene Waatth baumwollene Waaren und junge Weine. (Vgl. Karlsruhe)
Karlsruhe, 13. Juli. Das heutige Regierungs⸗Batt enthaͤlt folgende Verordnung: „Leopold ꝛc. Wir verordnen m Zustimmung Unserer getreuen Staͤnde, wie folgt: Art. 1. Ta mit den Koͤnigreichen Preußen, Bayern, Sachsen und Wuͤrttm⸗ berg, dem Kurfuͤrstenthum und dem Großherzogthum Hessen 1m den Staaten des Thuͤringenschen Vereins am 12. Mai d. 9 abgeschlossene, durch das Regierungs⸗Blatt bereits verkuͤnden Zoll⸗ und Handels⸗Vertrag und die damit in Verbindung stehen den besonderen Verabredungen, ebenfalls vom 12. Mai d. „. sind von dem Zeitpunkte an verbindlich, wo die stattgefundan Auswechselung der Ratifications⸗Urkunden durch das Regierunge Blatt bekannt gemacht wird. Art. 2 Mit demselben Zeitpumt treten das Zoll-Kartel, die Zoll⸗Ordnung und das Zoll⸗Straste setz, welche hier angefuͤgt sind, als Bestandtheile des gedachta Zoll, und Handels⸗Vertrages in Kraft. Art. 3. Die §H. 1” bis 155 der im Art. 2 erwaͤhnten Zoll⸗Ordnung, uͤber die Bin nen⸗Kontrolle, treten erst von da an und nur auf so lange s- Kraft, als solches in Gemaͤßheit der vertragsmaͤßigen Bedingun gen dieser Kontrolle besonders verordnet werden wird. Art.¹ Die Wirksamkeit der staͤndischen Zustimmung zu dem im Art. erwaͤhnten Vertrag und den damit in Verbindung stehenden 1 sonderen Verabredungen, so wie zu den im Art. 2 erwaͤhnnn Bestandtheilen desselben, erstreckt sich bis zum 1. Januar 1842. ’a Vertrag wird demnach 1839 aufgekuͤndigt, wenn sich nicht ile die laͤngere Dauer desselben die Regierung mit den Staͤnda vereinbart. Gegeben zu Karlsruhe in Unserem Staats⸗Minsse⸗ rium, den 11. Juli 1835.
ü Es folgt Füorauf eine Verordnung, den freien Verkehr swi⸗ schen dem Großherzogthum und den uͤbrigen Staaten des ge⸗ ßen Deutschen Zoll⸗Vereins betreffend, welche mit der (in N. 197 der St. Ztg. Artikel Darmstadt enthaltenen) Großherfug. Hessischen Bekanntmachung, „Zoll⸗ und Handels⸗Verhaͤltnis mit dem Großherzogthum Baden betreffend“, fast woͤrtlich uͤber einstimmt. — Ferner folgt nachstehende Verordnung, die im Vn kehr zwischen dem Großherzogthum und den uͤbrigen Staale des großen Deutschen Zoll⸗Vereins zu entrichtenden Ausglei chungs⸗Abgaben betreffend. Zum Artikel 11. des durch de Regterungs⸗Blatt vom 1. Juni d. J. verkuͤndeten Vertrags vy 12. Mai d. J., wodurch das Großherzogthum dem großen Dal schen Zoll⸗Verein sich anschließt, ist im Separat⸗Artikel 6 unter Ziffat Folgendes verabredetworden: Die Ausgleichungs⸗Abgaben betrag dermalen: 1. von Erzeugnissen des Großherzogthums Baden bei der Uebergang A. nach Preußen, Sachsen und dem Gebiete d Thuͤringischen Vereins: 1) vom Branntwein 5 Rthle. fuͤr Ohm von 120 Preußischen Quart bei 50° Alkoholstaͤrke ag Tralles, 2) vom Taback Glaͤtter und Fabrikate) *³ Rthlr. si den Centner, 3) vom Traubenmost ½⅔ Rthlr., und vom Win Rthlr. fuͤr den Centner. B. Nach Bayern (mit Ausschluß de Rheinkreises): 1) vom Bier 20 Kr. füͤr den Vayerischen Lina 2) von geschrotenem Malz 50 Kr. fuͤr den Bayerischen Maäza 3) vom Branntwein 1 Fl. 45 Kr. fuͤr den Bayerischen Eima C. Nach Wuͤrttemberg: 1) von geschrotenem Malz 20 Kr. 89. Wuͤrttembergischen Simri, 2) vom Branntwein 5 Fl. füͤr den Win tembergischen Eimer. D. Nach Kurhessen: 1) vom Branntne 3 Rthlr. fuͤr die Ohm von 120 Preuß. Auart bei 50° Alkoholstztt 2) vom Taback (Blaͤtter und Fabrikate) † Rthlr. fuͤr den Cenme 3) vom Traubenmost Rthlr., vom Wein * Rthlr. fuͤr
Centner. II. Von Erzeugnissen anderer Vereins⸗Staaten beit ren Uebergang nach Baden: A. Beim Uebergang aus dem Gn
herzogthum Hessen: vom VBier 40 Kr. fuͤr die Badische zu 10 Sruͤtzen oder 100 Maß; B. beim Uebergang aus 1
Bayerischen Rhein⸗Kreise: vom Bier 1 Fl. 18 Kr. fuͤr die
dische Ohm zu 10 Stuͤtzen oder 100 Maß. Nachdem nunme
in Gemaͤßheit der vorstehenden Verordnung vom heutigen 89
der freie Verkehr zwischen dem Großherzogthum und den N
einslanden, mit Ausschluß weniger Gegenstaͤnde, aus den Ui
dieses Monats eintritt, so wird dieser Separat⸗ Artikel him
zur allgemeinen Kenntniß und Nachachtung bekannt
macht, mit der Belehrung, daß die von jenem Tag 1
nach Vereins⸗Landen gebracht werdenden Gegenstaͤnder
bezeichneten Art den bemerkten Ausgleichungs⸗ Abgie
dann unterworfen sind, wenn sie die Bestimmung haben, in d
zur Erhebung berechtigten Staat in die Consumtion übe
hen, jedoch vorerst nur jene Gegenstaͤnde, welche zum sten
kehr zugelassen sind. Zugleich wird verordnet, daß die 2 chungs⸗Abgabe von demjenigen Bier, welches aus dem Kone
Bayerischen Rheinkreise in das Großherzogthum eingefuͤhrt 8.
bis auf weitere Anordnung bei den betreffenden Eingangsz
staͤtten zu entrichten ist. Die Großherzogl. Steuer⸗Diremn
— Zoll-Section — hat in letzterer Beziehung das Weiten
verfuͤgen. Karlsruhe, den 11. Juli 1835. — Ministerium!
Finanzen.
Karlsruhe, 15. Juli. In der Sitzung der zweiten Ke mer vom 13ten d. M. eroͤffnete der Praͤsident der Versamnsg die Rede, mit der Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog das setz uͤber den Handels⸗ und Zoll⸗Verein von der zur Uehg chung bestimmten Deputation entgegengenommen. Es 3 diese: „Ich danke Ihnen zuvoͤrderst fuͤr das, was Sie persoͤnlich freundliches gesagt haben. In der Sache selbst Ich Mich, daß beide Kammern der Stände⸗Versammlung Ihnen vorgelegten Handels⸗ und Zoll⸗Vertrag die Zustimae ertheilt haben. Einmal ist es eine große National⸗Angelegen⸗ sodann halte Ich Mich innig uͤberzeugt, daß diese Verast die Interessen des Großherzogthums maͤchtig foͤrdern, und
Erfahrung auch die belehren wird, die gegenwaͤrtig noch zus
fel hegen moͤgen. Mit Vergnuͤgen habe Ich zu vernehm habt, daß die Verhandlungen in beiden Kammern mit nn und Gruͤndlichkeit stattgesfunden haben. Ihre Wuͤnsche er b sollen, so weit deren Erfuͤllung von Mir allein abhaͤngt, sogh in Ueberlegung genommen werden, die uͤbrigen aber werde
so weit sie gegruͤndet ersunden werden, bei dem künftigen
sammentritt der Abgeordneten des Vereins zur Beruͤcksichtig besonders empfehlen lassen.“
Sn
se rankreich,
SOestervei Wien, 11. Juli. (Hann. Ztg.)
iet unter dem Kaiser Ferdinand und seinen erleuchteten dem Volke
zekannten Ministern auf der Bahn der
sie in allen monarchischen Staaten aufgefaßt werden sollte, fort. Alle Vorschlaͤge zu Verbesserungen in jedem Zweige der Staats⸗
Hekonomie, die die Zeit mit sich bringt,
sre von den Praͤsidien aufgenommen und von Sr. Maj. dem Kaiser, wenn sie fuͤr zeit⸗ und zweckmaͤßig erkannt sind, aufs Schnellste entscheden. Die auf Befehl Sr. Maje
sers
chon vor der Promulgirung des Koder nem neuen Civil⸗Gesetzbuche und einem
gegen. In allen diesen Gesetzen wird der milde Geist des Kai⸗
Q.
serhauses, das so gern dem
sein
sind, ebenfalls anerkennen wird.
setze
.Der Kaiserl. Hofrath Baron Loͤhr
um die Zubereitungs⸗Anstalten zum Empfang IJ. MM. anzu⸗ Beide MM. gehen den 2. Sept. direkt nach Prag,
ordnen. wo Sie nur 3 Tage verweilen, und zum Empfange der fremden Monarchen
des Allerhoͤchsten Hofes soll sehr zahlreich werden. F. vernich geht JJ. MM. voran, und der Staats⸗Minister Graf Waͤhrend der Abwesenheit Sr.
Followrat begleitet den Kaiser. Waͤhr Naj. besorgt der Erzherzog Ludwig die
Es heißt, daß der Landtag in Ungarn in diesem Sommer⸗ tag in Siebenbuͤrgen im September zusammenberufen werde. — Es ist mehr als je die Rede, daß die projektirte Eisenbahn von hier nach Triest durch Ungarn unter dem Schutze erhabener Personen naͤchstens durch
Monate geschlossen und ein neuer Land
Actien zu Stande kommen duͤrfte.
Der Koͤnigl. Griechische General⸗Konsul Baron Sina hat mit den Illeshasyschen Guͤtern 56 Doͤrfer 50,000 bis 70,000 Unterthanen kaͤuflich an sich gebracht.
Schweiz. Gestern
₰
Chur, 7. Juli.
den Gotthard und das Livinerthal, und St. Gallen, gegen dessen Wahl
deln und Pfaͤffers als EGCGFEm‚‚en.
1““ “
Madrid, 5. Juli. Die Revista von vorgestern enthaͤlt eine vom 5. Maͤrz d. J. datirte Depesche des Mexikanischen Ministers der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Herrn frada, an Herrn Martinez de la Rosa, die aber erst unter dem Ministerium des Grafen von Toreno eingegangen ist. Man nsseht daraus, daß die ersten Unterhandlungen wegen der Aner⸗ ennung der Unabhaͤngigkeit Mexikos zwischen Herrn Zavala und stattgefunden haben, und daß der Mexikanische Gesandte in London, Don Miguel de Santa Maria, Instructionen erhalten hat, sich mit dem Spanischen Ge⸗ zu setzen, um das große Werk uch soll Don Lucas Alaman, obald seine Geschaͤfte es erlauben, nach Europa gesandt werden, Herrn Santa Maria bei diesen Unterhandlungen zu unter⸗ uͤtzen. Die Depesche ist in den freundschaftlichsten Ausdruͤcken
dem Herzoge von Frias in Paris aandten in London in 1““ er Versoͤhnung zu beginnen.
m abgefaßt und aͤußert unter Anderem am
daß die Spanische Nation ihre Uebertreibung vernichten moͤge.
Durch eine Koͤnigl. Verordnung wird der nada (Marquis de las Amarillas), Praͤsident der Proceres⸗ Kammer, von der Entrichtung der unter dem Namen lanzad
nd demie annate erhobenen Steuern Steuern von den Cortes votirt sind, so über aͤußern, ob es in der Macht der Zahlung derselben Jemanden zu erlassen.
Am 27sten v. M. waͤre d
Einige Raͤuber suchten zu machen, um die Haͤuser Maßregeln des General⸗Capitains h bietet einen traurigen Anblick dar. Die euren Verlust den schoͤnsten in
hefinitiv abgeschlossenen Traktat handels sollen die in Freiheit gesetzten Machtheil aller Subordination nach den ondern die Englische Regierung soll sie inein anderen Bestimmungsort schaffen.
Irv Die Allg onstantinopel:
Vortheile der Pforte enden wird.
i Vorabende
seiner Vernichtung, und Bankerott
machen, widerhallen duͤrfte. anderwaͤrts, und 8 der Katastrophe el in ache ist ice zahlt er jetzt puͤnktlich den Tribut, Anstrengungen gekostet haben mag. 8—
Nutzen zu
estaͤt des verewigten Kai⸗ zusammengesetzte Kommission in Justiz⸗ und Gesetzsachen ist in voller Thaͤtigkeit, und man sieht bald einem neuen Kriminal⸗ soder (aus dem der schwerste Kerker dritten Grades, welcher er⸗ forderte, daß der Verbrecher um den Leib und an den Fuͤßen an die Wand geschmiedet wurde, durch ein Handbillet des Kaisers
Jahrhunderte der Auftlaͤrung Gehoͤr giebt, wenn es sich um wirkliche Verbesserungen handelt, sichtbar seyn. Das In⸗ und Ausland mag bei Promulgirung derselben Urtheil daruͤber faͤllen, und wir sind uͤberzeugt, daß es den erleuchteten Geist unserer Staatsmaͤnner, deren Werk diese Ge⸗
Der Erzherzog Ferdinand von Este duͤrfte seine Ruͤckreise nach Siebenbuͤrgen erst in einigen Monaten antreten. Die Ein⸗ berufung des dortigen Landtags, dessen Eroͤffnung Se. K. H. beiwohnen wird, ist definitiv festgesetzt, oͤffnung kann noch nicht bestimmt werden.
Nachmittag ist der Herzog Hrleans hier angekommen; er hatte seine sassen und war durch einen Theil der Franzoͤsischen Schweiz, uͤber nach Buͤnden gekommen. Am 7ten d. reiste er von Chur nach Pfaͤffers ab.
Sonntag den 5. Juli ist der neugewaͤhlte Bischof von Chur aber sowohl Buͤnden als St. Gallen protestirt, nichts destoweniger in Einsiedeln durch den Paͤbstlichen Nuntius in Anwesenheit der Aebte von solcher wirklich geweiht worden.
jetzigen Institutionen nicht durch
Regierung allein stehe, die
ie Stadt Grenada durch eine Ueber⸗ chwemmung des Daro fast ganz zu Grunde sich die allgemeine Bestuͤrzung zu Nutze zu pluͤndern, aber die energischen ielten sie im Zaum. his zwoͤff Personen sind ums Leben gekommen, uUnd die Stadt
erlitten, und die oͤffentlichen Promenaden, die mit Europa wetteiferten, sind ganz zerstoͤrt.
Nach dem zwischen Spanien und England in diesen Tagen zur Unterdruͤckung des Sklaven⸗
Antillen gesandt werden, auf eigene
em. Ztg. enthaͤlt Folgendes in einem Schreiben „Es muß in Aegypten naͤchstens zu iner großen Krisis kommen, die, durch die Pest befoͤrdert, zum
Mehmed Ali ipft, er hat keine Mittel mehr, mit seiner unger zu blenden, und der After⸗Civilisation, elistisch zu betreiben wußte, Fortgang zu verschaffen.
der in manchen Laͤndern, Man weiß dies hier besser ist auf den Augenblick gefaßt, um 3 ziehen. duͤstern Ahnungen befangen seyn; er zuvorkommend gegen den Sultan; nicht ohne Ur⸗
ö1“
ihe. Unsere Regier ung schrei⸗
wahren Bewegung, wie
werden mie willigem Ge⸗
abgeschafft ist), ferner ei⸗ neuen Wechselgesetze ent⸗
allein der Tag der Er⸗
ist nach Prag abgereist,
sich sodann nach Teplitz begeben. Das Gefolge Fuͤrst Met⸗
Staatsgeschaͤfte.
und drei Staͤdte mit
Equipage in Bern ge⸗
Einsie⸗
Gutierrez
Schlusse die Hoffnung, Herzog von Ahu⸗
befreit; da aber diese hoͤrt man Zweifel dar⸗
gerichtet worden.
Zehn
Kaufleute haben unge⸗
Neger nicht mehr zum
Kosten nach
hat Alles er⸗ erkuͤnstelten Groͤße die er so macchia⸗ Er steht wird einen Systems⸗ besonders in
Mehmed selbst nicht ohne Ur—
den zu erheben ihm
naͤmlich der diesjaͤhrige Tribut aus Alerandrien hier eingegangen. Er moͤchte sich gern einen Ruͤckzug sichern, und wo nicht fuͤr sich persoͤnlich, doch fuͤr seinen Sohn guͤnstige Bedingungen stipuliren, falls es zum Aeußersten kommt, denn er ist alt und kraͤnklich, und hat mit dieser Welt wenig mehr su verkehren. Die Pforte traut aber der Freundlichkeit eines Mannes nicht, der durch Heuchelei und falsche Vorspiegelungen sich nur zur Hoͤhe empor⸗ schwang, um seinen Herrn und Wohlthaͤter ungestraft zu ver⸗ rathen und zu bedrohen. Sie ist daher zuruͤckhaltend gegen Meh⸗ med Ali, versaͤumt aber auch nicht seine gute oder nothgedrun⸗ gene Stimmung zu benuͤtzen, um ihn wieder an sich zu ziehen und des Beistandes in Europa zu berauben, unter dessen Schutz er manche Unbilden veruͤbte. Daher die Untersagung, den Eu⸗ phrat fuͤr das Englische Interesse benutzen zu lassen, woruͤber Mehmed sich sogleich mit dem Sultan einverstanden erklaͤrt hat, daher auch wohl die Expedition nach Tripoli, um fuͤr die Folge einen sichern Ausgangspunkt zu haben, um irgend eine Bewe⸗ gung in Aegypten zu unterstuͤtzen. Man sieht, wie hinfaͤllig Mehmed Ali sich fuͤhlen muß, sonst wuͤrde er nicht stumm ge⸗ folgt und gegen Englands Interesse gehandelt haben, sonst wuͤrde er eine Expedition hintertrieben oder gewaltsam zuruͤckgewiesen haben, die ihm nicht zusagen kann. Wenn man aber weiß, wie es um Mehmed Ali in Aegypten, wie es um Ibrahim Pascha in Sy⸗ rien steht, so kann dies nicht befremden. Ibrahim rekrutirt nur muͤhsam, findet uͤberall Widerstand, und ist gleichsam in fortwaͤhren⸗ dem Belagerungs⸗Zustand. Die Zeit der Umtriebe, des Verraths und gelungener Aufregungen gegen die Pforte, worin er seine Hauptmacht fand, ist voruͤber; jetzt wird von ihm gefordert, sich mit eigenen Kraͤften zu erhalten, und dies moͤchte ihm weniger zusagen, als im Lager des Gegners zu intriguiren. Niemand in Syrien will sich mehr fuͤr eine Sache aufopfern, der Viele aus Unkenntniß, Manche aus Eigennutz beigetreten waren, uͤber die nun aber Allen die Augen geoͤffnet sind. — In Albanien giebt es noch einige Verblendete, die mehr fuͤr Mehmed hoffen, als er selbst; diese machen unmaͤchtige Versuche und uͤben sich in insurrectionnellen Unternehmungen. Die Pforte kennt aber ihre Verbindungen und wird sie mit dem Schwerdte durchschneiden.“
Von der Kuͤrkischen Graͤnze, 3. Juli. Die in Zara auf direktem Wege eingegangenen Nachrichten aus Scutari reichen bis zum I9ten v. M. und bestaͤtigen keinesweges, was kuͤrzlich aus Bitoglia (S. Nr. 197 der St. Ztg.) von einer Beilegung der Streitigkeiten zwischen dem Pascha und den In⸗ surgenten gemeldet wurde. Vielmehr thun dieselben eines gluͤck⸗ lichen Ausfalls Erwaͤhnung, welchen die Großherrlichen Truppen am löͤten v. M. unternommen. Dieselben fuͤhrten diesmal sechs Kanonen mit sich und stellten sich, als sie von den Insurgenten angegriffen wurden, in einem geschlossenen Carré auf. Der Ver⸗ lust der Insurgenten soll sich bei dieser Gelegenheit auf 150 Mann belaufen haben. Außerdem gelang es den Großherrlichen Truppen aber auch, sich einen Weg zu eroͤffnen, auf welchem sie mit Leichtigkeit die ihnen knapp gewordenen Lebensmittel nach der Festung schaffen konnten.
Aus Salonichi ist leider die Nachricht eingegangen, daß zu Cavalha und zu Monastir bei Bitoglia die Pest ausgebrochen sey.
II1
Nach den neuesten in Frankreich eingegangenen offiziellen Nachrichten aus Oran ist zwischen Abdel Kader und der Kolo⸗ nie der Krieg aufs neue ausgebrochen. Dieser ehrgeizige Chef hat sich, wie es scheint, durch das graͤnzenlose Zutrauen der Re⸗ gierung von Algier maͤchtige Mittel des Angriffs zu verschaffen gewußt. Der zwischen Abdel Kader und dem General Des⸗ michels geschlossene Vertrag hat dem Ersteren hoͤchst bedeutende Vortheile zugestanden. Abdel erhielt den Titel eines Emirs, das Monopol des ganzen Handels in der Provinz Oran und eine unbestrittene Autoritaͤt im ganzen Lande, waͤhrend die Franzoͤ⸗ sische auf die Stadt allein beschraͤnkt war; Abdel wurde, mit Einem Worte, durch den genannten Vertrag in eine Lage ver⸗ setzt, die fast jener des fruͤheren Dey's von Algier gleichkam. Er hatte das blinde Zutrauen der Regierung mit viel Geschick⸗ lichkeit und List zu benutzen gewußt. Durch den Konsul, den er gleich Europaͤischen Maͤchten in Algier unterhielt, wußte sich Ab⸗ del, unter Verpflichtung der Wiedererstattung, aus den Franzoͤ⸗ sischen Magazinen selbst, versichert man, allerhand Kriegs⸗Vorraͤthe zu verschaffen. Durch so viel Willfaͤhrigkeit kuͤhner gemacht, er⸗ laubte er sich gegen die benachbarten Staͤmme, uͤber welche ihm der Franzoͤsische Schutz eine gewisse Gewalt zugestanden hatte, al⸗ lerhand ungerechte Forderungen, denen sich diese nicht unterwer⸗ fen wollten. Sie hatten selbst erklaͤrt, daß sie lieber ohne alle Dazwischenkunft Abdel's in direkter freundschaftlicher Verbindung mit den Franzosen stehen wollten. Der Emir verlangt vom Ge⸗ neral Trezel Huͤlfs⸗Truppen, um die widerspenstigen Staͤmme zu zuͤchtigen. Man fuͤgt sich seinem Verlangen, da seine Sou⸗ verainetaͤt uͤber die Eingeborenen kraft des Vertrages anerkannt ist. Sechshundert Mann werden von der Behoͤrde zu Abdel's Verfuͤgung gegen Staͤmme gestellt, die nichts mehr verlangen, als Freunde der Franzosen zu seyn. Da aber Abdel sich anmaßt, diese Truppen zu Werkzeugen seiner Bedruͤckungen gegen die Eingeborenen zu machen, so erfolgt Verweigerung von Seiten der Chefs der Expedition, und es koͤmmt bald zu einem foͤrmli⸗ chen Bruch. Als der Courier abging, hatte sic die ganze Gar⸗ nison von Oran gegen Mascara in Marsch gesetzt, um Abdel⸗ Kader zu bekaͤmpfen. Zwei Arabische Staͤmme, ungefaͤhr 3000
frommer Feier Gebet und
Freyer.
2)
3) Igfr.
schen Kirchhofe, wo ein solcher Brunnen Wasser schon aus einer Tiefe von einigen 40 Fuß zu Tage kam und seitdem nachhaltig uͤberstroͤmt. — Bromberger Kreises, ist unlaͤngst eine Frau von V bunden worden, die jedoch bald nach der
Potsdam, 19. Juli auch heute der, in se
Gottlieb Kosche, Trompeter im Regiment Garde Corps — mit Igfr. Johanne Christiane Jaͤger. Johann Christian Schade,
gebohrt wurde, da
— Im Woytamte Gondecz ierlingen ent Geburt saͤmmtlich starben
Wie seit 24 Jahren, so wurde inem Schmerze und Verluste unvergeßlich gewordene 19. Juli von dem hiesigen Publikum in stiller und in der Hof⸗- und Garnison⸗Kirche durch Gesang, Betrachtung gefeiert und demnaͤchst die Trauung nachstehender Brautpaare durch den Prediger Grisson vollzogen 1) Karl Friedrich Kuhfeld, Unteroffizier im Grenadier⸗Re⸗ giment Kaiser Alexander — mit Igfr. Henriette Wilhelmine
dr
Koͤniglicher Reitknecht — mit
Johanne Juliane Lehmann. Karl Galler, Unteroffizier im 1sten Garde Ulanen⸗Regi⸗ ment — mit Igfr. Karoline Wilhelmine Ehrenreich. David Bannasch, Grenadier im Isten Garde⸗Regiment zu Fuß — mit Igfr. Marie Sophie Humbeutel. Karl Gottlieb Wildenhahn, Muünzarbeiter in Berlin mit Igfr. Auguste Dorothea Martin genannt Tilly. Ein jedes dieser Brautpaare erhielt, auf den Grund beige brachter vorzuͤglicher Zeugnisse, aus dem Fonds der Luisen⸗Stif tung ein Ausstattungs⸗Kapital von Einhundert Thalern, und so lebt das Andenken der verklaͤrten Koͤnigin Luise in stillen Segnun gen unter uns fuͤr immer fort. Der Familien⸗Rath füuͤr Luisens Denkmal.
Aunntl. Fonds-
Berliner
Börse.
Den 20. Juli 1835.
und G eld-Cours-Zet tel.
(Erevsts s. Cotir.)
Briajcoeli.
TZf. rie,crel
Stmxar. erne. St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Priim. Sch. d. Sech.] Kurm. Obi. m. I. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt- Obl. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. lefandbr.
22
61 101 ¼ 101 101 ½
41
Grosshz. Pos. do.
rEnn F
Niederl. wirkl.
99 ½. Preuss. Präm 33 26 ¾
Span. 59 407. Span. Anl. 49 ⅞.
10112 101„2 99 ½
98 ¾ 60 ⅔ 100 ¾ 100 ¾ 101¾
G 102 ½ 103
ürmee. 2 e] Ostpr. Pfandbr.
Pomm. do. 4 106 ¼ Kur- u. Neum. do. 4 102 ¾! Schlesische do. 1100⁄ Rkst. C. u. Z.-Sch. 1
Gold al margo Neue Duk. Frie drichsc'or . Disconto.
— deE 4—
Auswärtige Börse Amsterdam, 15. Juli. Schuld 56. Kanz-Bill. 25 nw. 4⁷1 9 Amort. 94 ½. Scheine 106
58 do. 101 ½¾. Ausg. Sehuid — 3 ½1 8 79 ½. Kuss. 99 ¾. Oesterr.
do. 43 Anl. —. Span. 5 9 41
Antwerpen, 14. Juli.
Zinsl.
173½. Guebhard 414.
Cortes 35 ½
Belg. 100 ¼.
Coup. 22. Nene
Darmst. 25.
Wien, 15. Juli.
58⁄ Met. 102 ¾. 42 98 r1⁄1. Neue Aul. 581 ¼. Bank-Actien 1
332.
Im
linger wird als Donna Diana
rollen.
Die Marmorbraut, ville, von C. Blum. Stadt⸗Theater zu B
Koͤni Dienstag, 21. Posse mit Gesang, in
Mittwoch, 22.
1 ₰ K. v. Holtei.
sches Original⸗Zauber Gulden.
des Stuͤcks sind von
Mann stark, haben sich mit den Franzosen gegen den Feind verbunden. Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
Boston, 12. Juni. Es ist hier eine Gesellschaft zur Un— terdruͤckung unsittlicher Bilder zusammengetreten. Mehrere der angesehensten Buͤrger sind diesem V
e 1 ger Vereine beigetreten, uͤben eine große Wachsamkeit uͤber die ausgehaͤngten Kupferstiche, Litho⸗ graphieen und dergleichen,
und zeigen der Obrigkeit an, was sich darunter den Sitten Nachtheiliges vorfindet. Man hat neuer⸗ dings vier Fabriken entdeckt, wo dergleichen obscoͤne Bilder ver— sertigt wurden, und in einem Laden fand man deren uͤber 1100 vorraͤthig. Der Inhaber desselben ist gefaͤnglich eingezogen worden. 8 1“] 8 8 Inlan
Berlin, 20. Juli. Die Krankheit, von welcher der Ge⸗ heime Staats⸗ und Minister des Innern und der Polizei, Herr von Rochow Excellenz, auf seiner Geschaͤftsreise durch Pommern in Wolgast befallen worden, erscheint, nach den letzten Nach⸗ richten von dort (vom 18ten), so weit gehoben, daß Lebensgefahr nicht mehr vorhanden ist. Mit Ruͤcksicht auf den Charakter aber,
unterhielt man sich im net.
und da man unter der lich noch zu einem
den das Uebel angenommen hat, haben die den Patienten be⸗ handelnden Aerzte die Fortsetzung der beabsichtigten Reise fuͤr unzulaͤssig erklaͤrt. — Die Stadt Bromberg ist gegenwaͤrtig im Besitz eines
or einigen Tagen ist
zweiten artesischen Brunnens, indem auf dem dortigen evangeli⸗
Juli.
relli: Roͤserle, als achte
Paris, 14. Juli.
uli.
Donnerstag, 23. Juli. des Geisterbanners, oder: spiel mit Gesang, in (Die neue Decoration: stellend, ist von Herrn Sacchetti, d Herrn Pohlmann Gastrolle.)
Der
Stich und Dlle. Clara Stich, 1 niglichen Buͤhne: Donna Laura Hr. Karl Lucas: Don Cesar, als Gastrolle.) Ein kleiner Irrthum, Lustspiel in Murphy, von L. Angely.
Mittwoch, 22. Juli.
Im
Koͤnigliche Schauspiele. Dienstag, 21. Juli. Lustspiel in 3 Abth., nach dem Span., von West.
Schauspielhause: Donna Diana, (Mad. Cre⸗ wieder auftreten. Dlle. Bertha meu engagirte Mitglieder der Koöͤ⸗ und Donna Fenisa, als Debuͤt⸗ Vorher 1 Akt, nach dem Hriginal des
Schauspielhause: Zampa, oder:
Oper in 3 Abth., mit Tanz, nach Meles⸗ Musik von Herold. reslau: Zampa, als Gastrolle.
(Hr. Eicke,
vom
gstaͤdtisches Theater.
Julerl, die Putzmacherin, parodirende 2 Akten, von Meisl. ler. (Dlle. Muzzarelli: Julerl, als Die Ehrendame, Lustspiel in 1 Akt, nach Dupin, von A. Cosmar.
Musik von A. Muͤtf⸗
siebente Gastrolle.) Vorher
Lenore, Melodrama in 3 Akten, von
2
um erstenmale: Die Goldgrotte
Noch einmal jung, romantisch⸗komi
Neueste Nachrichten.
ozeß Angeklagten fortzusetzen. Mittlerweile Gerichts⸗Saale von nichts der Entweichung der Ge hieruͤber 3 Uhr, und die Audie Es hieß, der Vicomte D haͤtten sich aus dem Gerichtshofe
befanden sich weder die Angeklagten, noch die Pairs
2 Akten, von J. E. „das Land der Jugend“ vor⸗ ie uͤbrigen neuen Decorationen gemalt. Dlle. Muzza⸗
b Koͤnig kam gestern Mittag in de Tuilerieen an, hielt einen Minister⸗Rath nhcs kehrte hen ha 6 Uhr nach Neuilly zuruͤck. Die heutige Sitzung des Pair eroͤffnet werden; indessen waren noch um 2 ½ Uhr die Angeklag ten nicht in den Saal gebracht. immer im Nebensaale zur Berat General⸗Prokurators, die Pr senheit der widerspenstigen
shofes sollte um Punkt 2hr
Die Pairs befanden sich noch hschlagung uͤber den Antrag des Verhandlungen auch in Abwe⸗
Anderem, als
fangenen in Ste. Pélagie. Es wurde nz ward immer noch nicht eroͤff ubouchage und der Graf Roͤderer
zuruͤckgezogen. Auch um 4 Uhr
im Saale,
Hand erfuhr, daß der Gerichtshof schwer⸗
olize
b zu einem Beschlusse kommen wuͤrde, so fing das Audi⸗ torium allmaͤhlig sich zu leeren an. gang der Post) war noch keine Entscheidung erfolgt.
Das Journal de Paris und nach i 1 enthalten folgenden amtlichen Bericht uͤber Pariser April⸗Gefangenen: „Vorgestern gegen 9 Uhr A I 2 Zestern gegen 9 Uhr sind 28 des April⸗Komplotts Angeschuldigte, in den ehemaligen Schuld⸗Gebaͤuden in H wurden, durch einen unterirdi nen gelungen war, zu graben. ches gestern fruͤh diese N Entweschung von der P
Um 4 Uhr (kurz vor Ab⸗
ihm der Moniteur die Entweichung der Abends die in Ste. Pöélagie erwahrsam gehalten
schen Gang entflohen, den es ih⸗ .Ein republikanisches Blatt, wel⸗ achricht 1
nittheilte, behauptet, daß diese
i, wenn auch nicht veranlaßt, doch
.