1835 / 206 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Cezt Sir Robert) im Jahre 1809 abschloß,

schiffe von den Dardanellen ausgeschlossen werden oder nur durch⸗

gelassen werden sollen, wenn sie ihre Kanonen bei den Dardanel⸗

len landen. Allein in demselben Traktate verpflichtete sich auch die Pforte, England alle die Rechte und Vorzuͤge ge⸗ nießen zu lassen, die den beguͤnstigtsten der mit der Pforte in Freundschaft stehenden Nationen eingeraͤumt wuͤrden. Nun ist es aber klar, daß die Pforte durch den Traktat von Chunkiar⸗Skelessi den der Russischen Regierung gehoͤrenden Schiffen freie Ein⸗ und Ausfahrt nach und aus dem Schwarzen Meere zugestanden hat; es folgt demnach, daß England genau dasselbe fordern kann, ohne erst uͤber eine besondere Uebereinkunft deshalb unterhandeln zu duͤrfen. Der Fall mit Frankreich beruht genau auf denselben Gruͤnden. Aus gewoͤhnlicher Artigkeit jedoch und in Folge fruͤherer Gewohnheit hatten die Gesandten Eng⸗ lands und Frankreich bei der Pforte um foͤrmliche Erlaubniß, das heißt um einen Ferman fuͤr die beiden erwaͤhnten Regie⸗

rungs⸗Schiffe angehalten.“ Der Courier bleibt jedoch bei sei⸗ ner Meinung und aͤußert sich in seinem vorgestrigen Blatte, nach⸗ dem er den (in Nr. 202 der St. Ztg. erwaͤhnten) auf diese An⸗ gelegenheit bezuͤglichen Artikel des Morning Herald mitgetheilt, wonach der Admiral Ronssin auf das Gesuch des Reis⸗Efendi die Bestimmung der „Mésange“ sogleich geaͤndert haben sollte, um die Pforte fuͤr den Fall, daß Lord Ponsonby fuͤr die „Vo⸗ lage“ dasselbe fordern sollte, nicht in Verlegenheit zu setzen, fol⸗ gendermaßen: „Die Geschichte, daß Lord Ponsonby die Absicht gehabt haͤtte, um einen Ferman fuͤr die „Volage“ nachzusuchen, ist jedenfalls eine reine Erfindung. Auf solchen losen Gruͤnden haben alle jene finstern Geruͤchte beruht, die von den Franzoͤsi⸗ schen und Englischen Zeitungen und selbst von unserem Pariser Korrespondenten verbreitet worden sind, um einen Krieg zwischen Rußland und England zu entzuͤnden. Darauf laufen auch ihre Beweise von der entschiedenen Absicht der Ottomanischen und der Russischen Regierung, allen Kriegsschiffen das Schwarze Meer zu verschlteßen, hinaus. Die Befugniß dazu hatte die Pforte stets und uͤbte sie auch immer aus. Bis dahin Fiast der Traktat von Chunkiar⸗Skelessi der Tuͤrkei nicht ein Staͤubchen mehr Macht oder Recht, als sir auch vordem v8. hat; und sollte jemals jene Zeit kommen, so wuͤrde der besagte Traktat, wie jedes Aktenstuͤck, das der Sicherheit einer Nation im Wege steht, zu einem leeren Pergament werden. Nur wenn der Sul⸗ tan unserer Huͤlfe beduͤrfte, koͤnnte uns etwas daran liegen, Kriegs⸗ schiffe in das Schwarze Meer zu senden; so lange er aber un⸗ sern Beistand nicht braucht, wuͤrde es eine Donquiyoterie seyn, ihm denselben aufzuzwingen. Uebrigens ist nicht der geringste Grund vorhanden, zu glauben, daß Herr Ellis, der, wie wir hoͤren, in der naͤchsten Woche London verlaͤßt, um seine Mission anzutreten, oder Lord Durham, wenn sie durch das Schwarze Meer reisen wollen, das mindeste Hinderniß finden duͤrften.“

Der Morning Herald meldet, daß Capitain Ford vom Indischen Dampfschiff „Forbes“ auf seiner Fahrt nach Suez Gelegenheit gehabt habe, dem Pascha von Aegypten einen we⸗ sentlichen Dienst zu leisten. Er fand naͤmlich in Dschidda, wo er anlegte, einen Efendi von dem in Yemen operirenden Heere des Pascha's vor, der an seinen Herrn mit der Botschaft abge⸗ schickt war, daß dessen Truppen geschlagen worden und umzingelt seyen. Es war zwar ein Waffenstillstand abgeschlossen worden, jedoch nur auf so kurze Zeit, daß nach der schlauen Berechnung der Beduinen vor Ablauf desselben nicht einmal ein Bote an Mehmed Ali gelangen, geschweige eine Huͤlfe von diesem ankom⸗ men konnte. thet, waͤre aber ohne die Ankunft jenes Dampfschiffes, das ihn aufnahm, viel zu spaͤt an den Ort seiner Bestimmung gelangt. Aus Mexiko sind neuere Nachrichten angelangt. Densel⸗

ben zufolge soll das Gefecht bei Zacatecas zwischen einem Insur⸗ genten⸗Corps von 5900 Mann und 3000 Mann Regierungs⸗ Truppen unter dem Befehl von Santana sehr ernstlich gewesen

seyn. Das Treffen fiel (wie bereits fruͤher gemeldet) zu Gun⸗ sten der Letzteren aus, indem dieselben die Insurgenten aufs Haupt schlugen, ihnen, wie es heißt, 2700 Mann an Gefange⸗ nen abnahmen, außerdem aber noch die Haͤlfte des Rests dersel⸗ ben toͤdteten und dann in Zacatecas einzogen.

Aus Para wird vom 27. April gemeldet, daß in Folge des

dortigen Aufruhr⸗Zustandes die Auswanderungen noch immer fortdauern und die Handels⸗Geschaͤfte stocken; ein Franzoͤsisches Kauffabrteischiff, das keine andere Ladung finden konnte, nahm nichts als Passagiere nach Lissabon an Bord. 1 8

Niederlande.

Aus dem Haag, 21. Juli. Vor dem Assisenhofe in Am⸗ sterdam standen am 13. d. M. vier Individuen, welche bei den am 23. April d. J. daselbst vorgefallenen Unruhen betheiligt Zwei davon wurden losgesprochen und zwei zu einjaͤh⸗ riger Gefaͤngnißstrafe verurtheilt. Das Publikum schien sich fuͤr die Verhandlungen sehr zu interessiren, und es waren zur Vor⸗ sicht viele Wacht⸗Posten der Buͤrger⸗Garde aufgestellt, doch ist Alles in der vollkommensten Ordnung abgelaufen. Heute sind in Amsterdam die beiden dahin beorderten Schwadronen des 3ten

Kuͤrassier⸗Regimentes eingeruͤckt.

Amsterdam, 18. Juli. Der durch seine Reisen in Aegyp⸗ ten, Nubien und umliegenden Gegenden beruͤhmte Ritter Ri⸗ faud befindet sich gegenwaͤrtig hier. Durch die Guͤte dieses Ge⸗ lehrten ist uns in diesen Tagen Gelegenheit geworden, eine der schoͤnsten und umfassendsten wissenschaftlichen Sammlungen zu sehen, mit welcher unser Jahrhundert im Fache der Naturge⸗ schichte bereichert worden ist. Herr Rifaud verließ, von einer unwiderstehlichen Liebe zu den Wissenschaften getrieben, im Jahr

1805 sein Vaterland, Frankreich, und reiste 22 Jahre lang durch

den ganzen Suͤden Europas, durch Klein⸗Assen, Nubien und die umliegenden Lander, und widmete sich wäͤhrend dieser ganzen lan⸗ gen Zeit mit dem lobenswerthesten Eifer und der angestreng⸗ testen Beharrlichkeit der Kenntniß und Forschung der Wun⸗ der der Natur, wovon diese Gegenden einen so reichen Schatz liefern. Mir gleicher Aufmerksamkeit bemerkte er die Sit⸗ ten und Gebraͤuche der Voͤlker, unter denen er lebte; er hat die Gewerbsamkeit der Einwohner, die verschiedenen Erzeugnisse ih⸗ res Bodens und die Art der Kultur derselben beobachtet und auss deutlichste beschrieben. Die Sammlung der von ihm eigen⸗ haͤndig und an Ort und Stelle gemachten Zeichnungen betraͤgt mehr als 6000, und umfaßt Alles, was diese 22jaͤhrige Reise an Monumenten von verschiedenen Ordnungen, an Standbildern, fremdartigen Gesichtern, Kostuͤmen, Gebaͤuden von neuerem Ge⸗ schmack und Gegenstaͤnden aus allen Zweigen der Naturgeschichte dargeboten hat. Die vornehmsten Franzoͤsischen Naturforscher un⸗ 1 Zeit haben denn auch nicht gesaͤumt, seine unermuͤdeten Nachforschungen anzuerkennen: viele von ihnen haben ihre Zu⸗ flucht zu seinen Portefeuilles genommen, und der beruͤhmte Cu⸗ pier selbst hat erklaͤrt, daß er in der Sammlung des Herrn Ri⸗

alle Englische Kriegs⸗

Der Efendi hatte ein Fahrzeug nach Suez gemie⸗

faud zwanzig neue Arten von Nilfischen gefunden, die bisher gaͤnz⸗ lich unbekannt waren. Von dem jetzt in der Herausgabe befind⸗ lichen Werke des Herrn Rifaud sind bereits 27 Lieferungen er⸗ schienen. Der Text wird 5 Baͤnde ausmachen, wovon die drei ersten die eigentliche Erzaͤhlung seiner Reise enthalten und mit groͤßter Genauigkeit alles mittheilen werden, was sich auf den jetzigen Zustand der Laͤnder, die der Verfasser durchreist ist, auf ihre Sitten, Gewohnheiten, Statistik und natuͤrliche Geschichte bezieht. Herr Rifaud sagt unter Anderm in seiner Ankuͤndigung: „Die Denkmale von Aegypten und Nubien meine Auf⸗ merksamkeit besonders gereizt; mit der groͤßten Sorgfalt angestellte Ausgrabungen haben mich in Stand gesetzt, Denkmale zu ent⸗ decken, die Jahrhunderte lang im Schoße der Erde begraben lagen und ich habe das Gluͤck gehabt, 66 Statuen aufzufinden, deren kleinste von natuͤrlicher Groͤße war; auch habe ich viele In⸗ schriften und Tafeln mit Hieroglyphen kopirt. Ich habe das Ta⸗ gebuch meiner Reisen und eine Sammlung von meteorologischen Beobachtungen aufgesetzt und dabei eine Menge Arabischer Anek⸗ doten eingeschaltet, die ich bei den verschiedenen Volks⸗Staͤmmen gesammelt habe; ich habe ihre philosophischen Systeme, ihre Mei⸗ nungen und Vorurtheile, ihre Sitten und Gewohnheiten beobach⸗ tet; ich habe uͤber die Sekten, in welche sie gespalten und uͤber ihre Gebraͤuche gesprochen.“ 8

Bruͤssel, 19. Juli. In der St. Gudula⸗Kirche ist heute ein Tedeum zur Feier des Jahrestages der Koͤniglichen Thron⸗ besteigung gesungen worden.

Bei einer kuͤrzlich in Ypern stattgefundenen Vertheilung von Patronen fand sich, daß ein Paquet, statt mit Pulver, mit Sand gefuͤllt war, was mehrere unserer Zeitungen als eine boͤse Vor⸗ bedeutung fuͤr den Fall, daß es einmal zu einem Kriege kommen sollte, ansehen wollen. Der Moniteur meint, daß wahrschein⸗ lich ein entlassener Soldat, der seine Patronen, fuͤr deren Rich⸗ tigkeit das Belgische Militair verantwortlich gemacht worden, nicht mehr vollzaͤhlig gehabt, sich bei Ablieferung derselben auf diese Weise zu helfen gesucht habe.

Gestern brachte der Remorqueur „Le Rapide“ auf der Ei⸗ senbahn das 2te Bataillen des Eten Regiments von Mecheln nach Bruͤssel. Es war ein wahrhaft schoͤnes Schauspiel, diese 500 Mann in Uniform unter dem Schall einer gut geleiteten Militair⸗Musik auf den Wagons fahren zu sehen. Der Trans⸗ port brauchte zu dieser Fahrt nur 32 Minuten.

CEECschlIan.

Braunschweig, 24. Juli. Die zweite kleinere Ausstel⸗ lung unseres Kunst-Vereins im Laufe dieses Sommers ist nun geschlossen, und auch sie gewaͤhrte uns einen hohen Kunstgenuß. 60 Gemaͤlde, theils Braunschweigischer, theils sremder Kuͤnstler, gehoͤrten fast ohne Ausnahme zu den besseren Werken der neue⸗ ren Kunst.

Hamburg, 24. Juli. Ein interessanter Aufsatz des Hrn. Dr. Simon jun,. im heuligen Hamb. Correspondenten beantwortet die Frage: „Hat das civilisirte Europa das Ein⸗ dringen und die Verbreitung der jetzt im Orient grassirenden Pest zu befuͤrchten?“ insofern verneinend, als nach der Ansicht des Verf. die Orientalische Pestseuche, bei ihrer durchaus conta⸗ gioͤsen Natur sie theilt sich nur in groͤßter Naͤhe inficirter Personen (und Stoffe?) mit durch gute Quarantaine⸗An⸗ stalten sehr sicher abgehalten, und selbst wenn sie in einer, mit dem Orient verkehrenden Hafenstadt ausbrechen sollte, leichtlich im Keime erstickt werden kann. Wirklich ist es auch den Euro⸗ päern, seitdem sie die Quarantaine⸗Anstalten eingefuͤhrt und ver⸗ vollkommnet haben, gelungen, die Pestseuche, die fruͤher oft nach Europa heruͤber kam, auf ihre erste urspruͤngliche Heimath, den Orient (die Tuͤrkei mitgerechnet), einzuschraͤnken und die letzte all⸗ gemeinere Verbreitung der Pest faͤllt in die Jahre 1708 1713. Damals gelangte sie uͤber Schweden und Daͤnemark nach Hamburg, wo an 10,000 Menschen ein Opfer derselben wurden. Seitdem ist sie nie wieder zu allgemeiner Verbreitung in Europa ab⸗ gesehen von der Tuͤrkei gelangt; nur einzelne Staͤdte, Mar⸗ seille 1720 und Moskau 1771, wurden durch Einschleppung des Pestgiftes von der Seuche hart betroffen. Im Jahre 1815 drang die Pest bis Fiume (Istrien) vor und im November brach sie sogar in Noja, einem 4 Meilen vom Adriatischen Meere liegenden Staͤdtchen, aus; verbreitete sich aber, obgleich erst am 29. Dezember ein Kordon um die Stadt gezogen wurde, nicht tiefer ins Land. Im letzten Tuͤrkischen Feldzuge, der die Russen bekanntlich bis nach Adrianopel fuͤhrte, haben Letztere bedeutend an der Pest gelitten; indeß ist es durch Kordons und Quaran⸗ tainen gelungen, sie von den Provinzen, die nicht unmittelbar der Tummelplatz der Armeen und des Krieges waren, abzuhal⸗ ten. So gefaͤhrlich also stehen die Sachen nicht, daß wir das Eindringen und die Verbreitung der Pest bis ins Herz von Deutschland so leicht zu befuͤrchten haͤtten, obgleich sogar der Ver⸗ kehr mit dem Orient, nicht sowohl in merkantilischer als in po⸗ litischer Beziehung, lebhafter ist, als in den letzten Decennien.

Muͤnchen, 21. Juli. Dem Vernehmen nach werden JIJ. KK. HH. der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preußen erst bei Ihrer Ruͤckkehr aus Italien, gegen Mitte August, einen Besuch in Tegernsee abstatten.

Das Regierungs⸗Blatt enthaͤlt folgende Koͤnigl. Ver⸗ ordnung, das Tragen der Stockflinten betreffend: „Ludwig ꝛc. Wir sinden Uns, in Ruͤcksicht auf das Ueberhandnehmen der Stockflinten und auf die mehrfachen, bereits mittelst dieser Waffe veruͤbten gemeinen Verbrechen und Vergehen, bewogen, zu ver⸗ ordnen, was folgt: 1) die Verfertigung und das Tragen der Stockflinten ist allgemein untersagt; 2) die dagegen Handeln⸗ den sollen nach den bestehenden Gesetzen und Verordnun⸗ gen uͤber die Verfertigung und Fuͤhrung verbotener Waffen bestraft werden, vorbehaltlich der weitern gesetzlichen Einschrei⸗ tung fuͤr den Fall einer mittelst der Stockflinten veruͤbten straf⸗ baren Handlung. Unser Staats⸗Ministerium des Innern hat hiernach das weitere Geeignete ungesaͤumt zu verfuͤgen und fuͤr den puͤnktlichen Vollzug zu sorgen.“

Nachdem durch den Herrn Bischof von Riegg und Herrn Praͤlaten Huber auf ihrer Reise durch Oesterreich 22 auserlesene Ordens⸗Geistliche fuͤr das in Augsburg zu errichtende Benedikti⸗ ner⸗Kloster gewonnen worden sind, und auch der Bau fuͤr die Abtei mit einem Konvent von wenigstens 30 Konventualen, fuͤr die durch ein Lyzeum erweiterte Studien⸗Anstalt und Lateinische Schule seiner Vollendung nahe gebracht wurde, so traf am 16. Juli eine Koͤnigl. Hof⸗Kommission, aus Sr. Durchlaucht dem Staats⸗Minister Fuͤrsten von Oettingen⸗Wallerstein, und den

H. Ober⸗Kirchenrath Deutinger und Ober⸗Studienrath von Mehrlein bestehend, in Augsburg ein, um von dem Bau Ein⸗ sicht zu nehmen und sich von der Zweckmaͤßigkeit der Verlegung

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Lokalitaͤten wurden sehr zweckmaͤzig und dem Raum entsprechend Herr Bischof von Riegg und Präͤlat Huber werden noch eine Reise nach der Schweiz machen, um dem Orden neue

befunden.

Mitglieder zu gewinnen. Karlsruhe, 17. Juli.

heutigen Sitzung der Praͤsident verlas, fuͤr ihre Zustimmung zum Zoll⸗Verein. Die zweite Kammer nahm heute mit Stimmn⸗ Einheit den Gesetz⸗Entwurf uͤber die Aufhebung der aͤrarisga Bannrechte an. Hesterireich.

Wien, 209. Juli. Im Oesterreichischen Beobachter liest man: „Schon vor laͤngerer Zeit hat Herr Nentwich, Ap⸗ theker in Karlsbad, Anzeigen von der Gegenwart des Jodn der Mutterlauge des dortigen Mineralwassers erhalten. H⸗. Professor Pleischl in Prag, dem vor kurzem durch Herrn Nenn wich einige Kruͤge dieser Mutterlauge zugeschickt worden sinm hat nun den Jodgehalt des Karlsbader Wassers unr idersyret, lich dargethan. Die Gegenwart dieses auf den thierischen Orga nismus so maͤchtig wirkenden Stoffes in den beruͤhmten Hag

bene Wirkung dieses Wassers unserer Einsicht naͤher bringa und dem Arzte uͤber den Gebrauch desselben neue Fingerzen geben. Diejenigen aber, welche, auf die bisherigen Analysen d Karlsbader Wassers gestuͤtzt, dasselbe kuͤnstlich zusammensetzen koͤnnen glaubten, moͤgen hieraus neuerdings entnehmen, daß i Fabrikat kein vollkommenes Karlsbader Wasser war.“

Die Hannoversche Zeitung schreibt aus Ungar vom 12. Juli: „Am Aten d. M. wurde in der reichstägige Sitzung der zweiten Landtafel die Redaction von drei neun Motionen, worunter die Forderung, daß Se. Maj. der Köng den Titel Ferdinand der Fuͤnfte fuͤhren moͤge, angenommen, und sogleich durch den Preßburger Abgeordneten an die Magnatn⸗ Tafel uͤberschickt. Die Magnaten erklaͤrten noch in der niͤnt⸗ lichen Sitzung in Bezug auf diese Motion, wie ihre flere Erklaͤrung, daß die Koͤnige bei Besteigung des Kaisetthrons stets ihre Titel als Kaiser vorsetzten, noch jetzt ihre feste Mai⸗ nung, und auf das Herkommmen gegruͤndet sey; allein aus Liebe zur Verrraͤglichkeit baͤten sie noch einmal die zweite Aefe⸗ neue Vorschlaͤge zu machen. Die reichstaͤgige Sitzung de zweiten Landtafel am 6ten d. M. war eine der stuͤrmisc sten. Es handelte sich um die Redefreiheit in öͤffentlichen Sitzun gen, welche bei einer andern Gelegenheit durch einen Edelmam Namens Semere aus dem Ugvarer Comitate, auf eine Art mi braucht worden ist, daß sich in ganz Ungarn nur eine Stimm der Mißbilligung hoͤren ließ. Es wurde mit großer Stimm mehrheit eine Motion angenommen, und durch den Pharense Titular⸗Bischof und Deputirten von Fuͤnfkirchen sogleich and Magnaten⸗Tafel abgeschickt. Die Magnaten, unter denen Grm Stephan Sezcezeny sich fruͤher in aͤhnlichem Sinne der zweit Landtafel ausgesprochen hatte, und von Sr. Koͤnigl. Hoheit dm Erzherzoge Palatinus so siegreich widerlegt wurde, verhopyes gerade diesen hochwichtigen Gegenstand in Folge des fruͤhereꝛ Nuntiums der zweiten Landtafel, als jener Deputirte eintre Beinahe einstimmig wurde die Entscheidung angenommen,d eine solche Redefreiheit in den Ungarischen Gesetzen nicht begrie det, gegen die Heiligkeit der Gesetze und der Koͤnige, und un den gegenwaͤrtigen Umständen unpassend und zweckwidrig scy.

Triest, 13. Juli. (Schles. Ztg.) Die neuesten Nachtit ten aus Scutart reichen bis zum 25. Juni, an welchem d. noch Alles in derselben Lage war. Indessen stieg der Mang an Lebensmitteln besonders in der Citadelle auf eine furchthe Weise, so daß man mit jedem Moment irgend einem enmste denden Ereignisse entgegensah. Auch in der Stadt fing 9. gersnoth an einzutreten, wenigstens war die Theurung so s im Steigen, daß man das Brod und Fleisch beinahe mit El aufwog, um es nur zu bekommen. Die Nachricht aus le don, daß Herr Dawkins, der bisherige Englische Gesandte der Griechischen Regierung, durch Sir E. Lyons ersetzt we hat unter den zahlreichen Griechen und den vielen 6; chen⸗Freunden unserer Stadt einen unbeschreiblichen druck hervorgebracht. Man noͤchte glauben, es seh uns irgend ein laͤnast gehegter, die Wohlfahrt der ggn Stadt bedingender Wunsch in Erfuͤllung gegangen, so allhae spricht sich die Freude uͤber diese Veraͤnderung aus. Wahlzg lich ist dies aber nur ein schwaches Praͤludium des Jube diese Nachricht in Griechenland hervorbringen wird. Daß he bei in jeder Beziehung Extreme mitwirken, in sofern als m dem Herrn Dawkins die Schuld der meisten Unfaͤlle, die G chenland seit Jahren betroffen, uͤberspannterweise allein auftt det, und andererseits von dem neuen Gesandten gerade das gentheil, naͤmlich eben so uͤbertrieben gutes Wirken fuͤr chenland sich verspricht, laͤßt sich nicht in Abrede stellen. sen bleibt diese Aenderung immer ein gutes Zeichen, und dar Ruͤcksicht ihrer moralischen Wirkung im gegenwaͤrtigen lung blicke wohl als ein wichtiges Ereigniß betrachtet werden, in das Vertrauen der Griechen in die Regierung ihres Koͤnige durch nur gesteigert werden kann. 8 8 8

Unsere Tagsatzung beschaͤftigt sich!

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Bern, 16. Juli. mit dem Entwurfe einer neuen Militair⸗Organisation. 2. uͤber die neue Organisation der Landwehr wurde mit en wesentlichen Veraͤnderungen nach einer abermaligen sehr 9 Verhandlung angenommen. Die Landwehr wird danach 6- sofern eine Kantonal⸗Sache seyn, als dem Vorort und de satzung die Ober⸗Aufsicht uͤber dieselbe nicht gegeben ist.

Ein Prozeß, welcher gegen ein hiesiges Blatt wegen s persiflirenden Artikels uͤber die letzte Frohnleichnams⸗Prole in Freiburg auf Verwendung der dortigen Regierung einze ist, macht einiges Aufsehen bei uns.

Die Jesuiten scheinen viel Einfluß in Freiburg zu s- nen. Ihr Pensionat nimmt immer mehr zu. Die ah Zoͤglinge in demselben betraͤgt jetzt ungefaͤhr 360, meistens, zosen, wenige Deutsche. Sie gehen mit dem Plan der j tung einer katholischen Universitaͤt um, und wenn er 880 jetzt noch in der letzten Freiburger Großraths⸗Sitzung durchgefuͤhrt werden konnte, so werden sie ihn doch waht. lich mit der Zeit noch durchsetzen.

der Abtei in die Gebaͤude von St. Stephan zu uͤberzeugen. Die

Des Jubels die Fuͤlle wird eg naͤchsten Sonntag aus Anlaß des Zoll⸗Beitritts in der hiesigen Stadt und der Umgegend geben. An diesem Tage laͤßt der hie⸗ sige Magistrat Wein unter die Armen austheilen, in Mannheim und in einigen Bezirken an der Wuͤrttembergischen Graͤnze haͤlt man große Feierlichkeiten, und die Pforzheimer ehren die Mit⸗ glieder der zweiten Kammer durch ein großes Fest. Die Ge, meinde⸗Vorstaͤnde des Bezirks⸗Amtes Gerlachsheim dankten un⸗ serer zweiten Kammer in einer besonderen Eingabe, welche in de

quellen wird wahrscheinlich manche bis jetzt unbegreiflich gebieg

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Die Thurgauer Zeitung enthaͤlt mehrere Berichte uͤber einen in Sitterdorf bei Bischofezell, im Kanton Thurgau, sein esen treibenden katholischen Pfarrer, Namens Arberg, der leich dem beruͤchtigten Eigler in Konstanz, als Teufels⸗Banner und Wunder⸗Doktor viel in Anspruch genommen wird.

qp Gpanien.

Madrid, 10. Juli. Die Munizipalttaͤt, welche die Stadt⸗ Miliz zu vermehren wuͤnscht, hat alle diejenigen, welche nach dem Gesetz vom 23. Mai dienstfaͤhig sind, naͤmlich die Soͤhne von Familten, alle Beamte, wesche thren bestimmten Wohnsitz hier haben, und die Lehrer, aufgefordert, sich bei der zu diesem zwecke ernannten Kommission einschreiben zu lassen.

Im Journal des Dobats liest man noch folgende Pri⸗ vat⸗Nachrichten aus Madrid: „Man sagt, Don Carlos habe seinen Anhaͤngern erklaͤrt, daß sein Schicksal von der Eroberung von Bilbao abhaͤnge, und er har Recht. Der erste Theil der in

olland kontrahirten Anleihe sollte nach der Einnahme von Bil⸗ bao und der zweite nach der Einnahme von Burgos gezahlt wer⸗ den. Es ist klar, daß man, wenn die Bedingungen dieser Hol⸗ ländischen Anleihe nicht veraͤndert werden, niemals Geld aus diesem Lande in Spanien sehen wird. Der General La Hera hat sein Kommando niedergelegt. Es ergiebt sich aus seinen Operationen, daß er den Ruhm ohne Kampf gesucht hat. Statt die Engpaͤsse von Castrejana zu forciren und den Feind da⸗ durch 9 zu vertreiben, daß er ihm seine Artille⸗ rie nahm, hat er mit den Truppen große Umwege ge⸗ macht und die beste Gelegenheit, 85n Feinbe eine Schlacht u liefern, verloren. Nachden er in Bübao eingezogen war, dacht⸗ er nicht daran, die fliehenden Feinde zu verfolgen, so das die Bewohner, wenn es so fort geht, eine zweite Belagerung be⸗ fuͤrchten. Er hat das Kommando der Operations⸗Armee ehne Zoͤgerung an den General Cordova abgetreten; doch glaubt man, daß er das Kommando der Reserve⸗Armee zu behalten denkt, ob⸗ gleich er schon fruͤher seine Entlassung eingereicht hat, die auch angenommen wurde. Die Regterung hat, wie es heißt, sein Be⸗ nehmen getadelt. Es ist daher wahrscheinlich, daß er sich nach Mahon begeben wird, um einen Prozeß zu beendigen, den die Bewohner von San Jago de Cuka, wo er Gouverneur war, gegen ihn angefangen haben. Der Lieutenant Pover, welcher, an der Spitze einiger Soldaten, die Unruhen in Saragossa zu unterstuͤtzen suchte, soll erschossen worden seyn.“

Die Muͤnchener polltische Zeitung enthaͤlt fol Artikel von der Spanischen Graͤnze: „Die öö Regierung zu Madrid tritt immer mehr hervor; haͤtte nicht schon die Eile, mit welcher man Englische und Franzoͤsische Huͤlfe anrief um einer Sache, welche man national nannte, aufzuhelfen, und die ängstliche Besorgniß, mit der man der Ankunft Englischer und Franzoͤsischer Mieths⸗Truppen entgegensieht, klar dargethan wie wenig Anklang die Sache Christinens bei dem groͤßten Theile

der Spanischen Nation selbst gefunden, die Ereignisse der letzten Tage muͤßten Jedem daruͤber die Augen oͤffnen. Daß seit der Franzoͤsischen Revolution in manchen Laͤndern der Keim zu Um⸗ waͤlzungen seinen Boden fand, und im Stillen, von unsichtbarer Hand genaͤhrt, seine Fruͤchte tragen mußte, hat sich leider nur zu sehr bethaͤtiget, und so gab und giebt es denn auch in Spanien eine Partei, deren Fuͤhrer, wenn sie auch nech nicht an den Tag zu tteten wagten, manchen Klubbisten der Franzoͤsischen Revolu⸗ lions⸗-Periode nicht nachstehen wuͤrden. Dem großen Theile des Polkes jedoch, unthaͤtig bis es von dem Augenblicke oder dem erwachten Nationalstolze zum Handeln gedraͤngt wird, ist dieses jakobinische Treiben fremd; es haͤngt mit derselben Liebe und Ergebenheit an dem Vaterlande, an dessen althergebrachten In⸗ stiutionen und seinen angestammten Fuͤrsten, wie der Spanier dieses jederzeit bewiesen hat und wovon die Bewohner Na⸗ varra's und Biscaya's ein so glaͤnzendes Beispiel geben. Man darf annehmen, daß das Volk in den Staͤdren und auf dem Lande fuͤr Don Carlos gestimmt sey und schon lassen einzelne Vorfaͤlle schließen, welchen Stand die Regierung Christinens zu dem eigenen Volke haben werde, sollte es wirklich den vereinigten Streitkraͤften der Koͤnigin, unterstuͤtzt von den Eng⸗ lischen und Franzoͤsischen Huͤlfstrappen, gelingen, Don Carlos aus seinem Rechte zu verdraͤngen. Die Armee ist eben so wenig im Stande, den Anhaͤngern der Koͤnigin großes Vertrauen ein⸗ ufloͤßen; wenn man die Geschichte dieser Armee seit den letzten 9 Jahren ins Auge faßt, so duͤrfte man es begreiflich finden warum bei einem großen Theile derselben so wenig nationales Gefuͤhl, allein desto mehr Unentschlossenheit und Indolenz herr⸗ sch Die gegen Don Carlos erluttenen Niederlagen haben gleichfalls das 5 beigetragen, den Verfall der Disziplin und die Unzufriedenheit in dieser Armee zu vergroͤßern; in Madrid wußte man die Truppen durch Versprechungen und Vorspiege⸗ lungen jeglicher Art noch in den Schranken zu halten, allein die Vorfaͤlle in Saragossa haben gezeigt, von welchen Gesinnungen diese Soldaten beseelt werden. Ein großer Theil derselben pro⸗ klamirte die Constirution, da derselbe ohnedies nur in der Hoff⸗ fung auf Franzoͤsischen und Englischen Schutz der Sache er Koͤnigin anhing, ein Umstand, der jedem echten Spa— nier eben diese Sache verhaßt macht, weshalb man aber auch selbst in Madrid sich viel von dieser fremden Huͤlfe zu sprechen scheut. Die Krisis der Usurpation hat ihren Endpunkt er⸗ 88 Die Armee der Koͤnigin hat sich in zwei Lager getheilt; in dem einen erhebt sich die Fahne der Insurrection, in dem andern duͤ 8 nder 1 8 ͤrfte man sich nicht wundern, bald das Banner des don Carlos flattern zu sehen. Die Lage der Regierung Chri⸗ 88 ist jedenfalls hoͤchst bedenklich; auf der einen Seite der usstand der eigenen Truppen, auf der andern Seite ein tapfe⸗ 1 Feind, dem die moraltsche Kraft und das Recht zur Seite tchen, und so tuͤrfte gar bald ihr Schifflein an dem Felsen des erwachten Spanischen Nationalgefuͤhles zerschellen.“ ö vbb““ üͤhles zerschellen.“)

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Das Journal d' achstehende Mittheilun⸗ 8 aus Konstantinopel vom 3. Sn, Henge, Nüche lun⸗ 8 an Neuigkeiten. Das Englische Geschwader naͤhert sich sei⸗ ggewoͤhnlichen Station zu Vurla, das Franzoͤsische besteht nur . einem Linienschiffe und einer Fregatte. Die Pest herrscht vͤn⸗ immer in Smyrna, in den Dardanellen und in Magnesia hne sich weiter zu verbreiten. Wir sind davon befreit, aber

Jäaͤger nach St. Stefano. Am Abend vor dem St. Peters⸗ Tage wurde in dem eben genannten Dorfe, dessen Haͤuser fast alle mit Fremden besetzt sind, und wo sich auch ein schoͤnes Kaf⸗ feehaus mit einem Billard befindet, ein prachtvolles Feuerwerk abgebrannt. „Auch der Amerikanische Geschaͤftstraͤger wohnt da⸗ secbst Man spricht jetzt gan; bestimmt davon, daß der Eng⸗ Ache. General⸗Konsul Cartwright sein Amt niederlegen werde. Alle Fahrzeuge, die in Alexandrien Ladung eingenommen haben, sind von der Pest angesteckt worden. Die nach Konstantinopel bestimmten Schiffe halten im Hafen von Rhodus Quarantaine. Man schreibt aus allen Theilen Klein⸗Asien's, Rumelien's Und des Arch ipels daß die Aerndte daselbst zu den besseren gehoͤren wird. Es ist daher nicht auf die jetzigen niedrigen Preise zu spekuliren, und wenn Rußland seine Preise nicht etwa um einige Rubel herab⸗ setzt, um fremde Spekulanten zu veranlassen, einen Theil ihrer Kapitalien auf Getraide zu verwenden, so werden die Haͤfen des Schwarzen Meeres in diesem Jahre wenig Geschaͤfte machen Vielleicht wird Alexandrien spaͤter einiger Zufuhr namentlich von Gerste, beduͤrfen, denn die Aerndie wird wegen der Pest und des Chamsin, der von Ostern bis Pfingsten zu wehen pflegt schlecht ausfallen. Doch wird Aegypten mit Leich tigkeit frͤher⸗ von den benachbarten Laͤndern versorgt, als Europa ihm etwas zuzufuͤhren vermag. Mehrere Handlungshaͤuser, wesche von England und Frankreich große Auftraͤge in Aegyptischer Baum⸗ 1 erhalten haben, koͤnnen dieselbe jetzt nicht herbeischaffen, l wegen der Pest kei iffs⸗Capi in Sch: z, der Pest kein Schiffs⸗Capitam sein Schiff damit be⸗

In bd.

Berlin, 26. Juli. Aus Magdeburg schreibt man, daß der in mehrfacher Beziehung verdiente Herr Gottlob Nathusius Belnaeseh hendeha ehch⸗ Mitglied der Akademie gemeinnuͤtziger 2 nschaften zu Erfurt, am 23ste M. Abend 2 T“ 2* furt, am 23sten 8 M. Abends mit Tode

Der akademische Kuͤnstler, Bildhauer Lilh. Achterman aus Muͤnster, welcher die Klassen in der Akademie fleißig be— suchte, und sich die Technik seines Faches in der Werkstatt des Professors Rauch erwarb, hat jetzt das lebensgroße Modell eines Christus am Kreuze vollendet, und davon eine Form so geschickt nehmen lassen, daß daraus eine Anzahl der trefflichsten Exem⸗ plare hat gegossen werden koͤnnen. Das Ganze mit dem Kreuze faͤllt eine Faͤche von 11 Fuß Hoͤhe und 5 Fus Breite, und kann uͤber dem Altartische, gegen die Flaͤche aufgerichtet, den Raum eines Altar⸗Gemaͤldes einnehmen und fuͤllen. Von roher und seschmackloser Arbeit befinden sich noch in manchen Kerchen von den Zeiten vor der Reformation uͤberbliebene Kruzifixe, die man wohl gern durch bessere Kunstwerke ersetzt saͤhe. Bei der erweckten Em— pfaͤnglichkeit suͤr, Froͤmmigkeit er egende Gegenstaͤnde, die dem Geschmack der Zeit angemessen sind, waͤre zu erwarten, daß die gegenwaͤrtige Anzeige, von Christen sowohl katholischer als evan⸗ gelischer Konfession, beachtet wuͤrde. Die Ausgabe fuͤr das neue Kunstwerk wuͤrde 70 Rechlr. betragen, und da es stark gegossen wird, so kann es aller Orten hin versendet werden. Derselbe Kuͤnstler hat auch eine 18 Zoll hohe Gruppe (deponirt in der Akademie am 12. Juli d. J.) modellirt. die Mutter Gottes mit dem Christkende, die Welrkugel haltend und segnend; die Mutter des Heilandes setzt den Fuß auf den Kopf der Schlange. Das Ganze ist von angenehmer Wirkung.

Dr. G. Schadow, Direktor.

eit einigen Wochen sind mehrere Personen am Schlaafluß ge⸗ de8n. 1* Bestimmung der neuen Flotte, deren Argeastuhs gestri h seie, ist unbekannt. (S. die Nachschrift in dem die hen 2b Staats⸗Zeitung.) Es herrscht fortwaͤhrend aͤnderlich; haͤtigkeit im Arsenal. Das Wetter ist sehr ver⸗ an Einem 8 haben Hitze und Kaͤlte, Sonnenschein und Regen ich daselbst den Jedermann begiebt sich jetzt auf das Land, um ie ganz Europaͤischen Belustegungen zu uͤberlassen.

atur nach d n gehen nach Bujukdere, die Freunde der freien

u’ nach den Prinzen⸗Inseln, die Kaufleute, welche sich nicht

1.“

8 Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 21. Juli. 8 Niederl. wirkl. Schuld 55 ½ 58 ⁴o. 101 ½. Ausg. Sechald 1.28 Canz-Bifi. 242 1 0 E“ 8 Meltt 1 5 8 dIlees. 94 ½ 32 3 792 KRuss. 909 ½ Oustorr. 992. . 3 .1 1 9) 40 8 22 29 àm.-SCheine 105 ½ do. 43 Anl. —. Span. 5 40 ¾. Antwerpen, 2). Juli. Ziusl. 17 ½. Cortes 35 ¾

Span. 59 40 ½. Meueg

Span. Anl. 49 ½. Coup. 22. Hamburg, 24. Juli. Hlope in Cert. 99 ¾. Prenss. Prüm.-Scheine

Neue Poln. Aul 174 ½. Dän. 74v⁄. FPort. 5 8 87¼.

Engl. Russ. 105 ½. 119. Poln. 1384. 50. .“ London, 18. Juli.

zu weit von Galata entfernen wollen, nach Kadikeui und die 8

nach Lecumbery in Verwahrsam gebrach naͤheren Details, Nach

Neueste Nachrichten.

Paris, 20. Juli. Der Herzog von Frias wurde vorge⸗ stern Abend in Neuilly von dem Koͤnige empfangen. Gestern ar⸗ beiteten Se. Majestaͤt daselbst mit dem Handels⸗Minister. Meh⸗ rere Zoͤglinge des Gymnasiums Heinrichs IV. wurden zur Feier des Namensfestes des Herzogs von Aumale zur Koͤnigl. Tafel gezogen. Mit eintretender Dunkelheit ward ein Feuerwerk an dem 6 8 Seine 1S

er Herzog von Orleans wird heu 1

Schweiz in Neuilly zuruͤckerwartet. heehee ben wsonse 828 Der Impartial sagt, der Plan einer Vermaͤhlung zwi⸗ schen dem Prinzen Leopold von Sicilien und einer Tochter des Koͤnigs der Franzosen sey wieder aufgegeben worden, weil sich ihm eine auswaͤrtige Macht aus dem Grunde widersetzt habe, daß, im Falle des Hinscheidens des gegenwaͤrtigen Koͤnigs beider Sicilien ohne Nachkommenschaft, Prinz Leopold mit dessen Descendenten zur Nachfolge in der Regierung berufen werden, und daß dadurch Frankreich einen allzu großen Einfluß auf die Politik Unter⸗Italiens erhalten wuͤrde.

Der C onstitutionnel will wissen, daß zwischen dem Her⸗ zog von Frias einerseits und dem Herzog von Broglie und Hrn. Thiers andererseits, wegen einiger Differenzen, die in Betreff der Absendung der Fremden⸗Legion nach Spanien entstanden seyen, eine gewisse Kaͤlte herrsche.

In der heutigen Sitzung des Pairshofes hielten 2 der anwesenden Angeklagten Vertheidigungs⸗Reden, worauf 3 Advokaten fuͤr ihre Klienten plaidirten. Man glaubt, daß bis zum Schlusse der Woche die Plaidoyers beendigt seyn werden. . Der A [manach V Royal von diesem Jahre fuͤhrt den Marschall Maison zugleich als Kriegs⸗Minister und als Bot⸗ schaftae in Rußland auf.

Herr Berryer hat Paris ver ; de erneh E1“ er P erlassen; dem Vernehmen nach

Der General Romarino ist in Paris angekommen.

Nach Briefen aus Toulon vom 4ten d. wuͤthet die Cho⸗ lera dort noch immer mit großer Heftigkeit fort; doch hatte sich die Zahl der Todesfaͤlle und Erkrankungen in den letzten 3 Ta⸗ gen vermindert. Die Total⸗ Summe der Todesfaͤlle wurde auf 1200 berechnet; die offiziellen Berichte geben freilich eine gerin⸗ gere Zahl an. Auch auf den umliegenden, mit Fluͤchtlingen an⸗ gefuͤllten Ortschaften hat sich die Krankheit verbreitet.

Der Kriegs⸗Minister Marquis Maison hat den Dr. Larrey beauftragt, sich nach Toulon zu verfuͤgen, um den Gang der Cho⸗ lerg zu beobachten, und die Mittel, ihr zu begegnen, anzugeben.

Der National theilt heute folgende Details uͤber die Niee⸗ derlage mit, die mehrere Bataillone unserer Armee bei Oran er⸗ litten haben sollen: „General Trezel, an der Spitze von 2700 Mann, naͤmlich 3 Bataillonen Infanterie, 600 Pferden und ei— ner Batterie Artillerie, setzte sich in Bewegung, um Abdel Ka⸗ der zu versolgen. In einer gewissen Entfernung von der Stadt wurde er von diesem Arabischen Haͤuptlinge angegriffen, und nach einem moͤrderischen Kampfe zog sich die Franzoͤsische Ko lonne, die nicht nach Oran zuruͤckkehren konnte, uͤber Arzow zuruͤck; sie ließ sechs bis siebenhundert Mann, sowohl an Tod⸗ ten, wie an G⸗fangenen, und eine Kanone zuruͤck Abde Kader hatte 3090 Mann Infanterie, die mit Franzoͤnischen Flin ten bewaffnet waren, und 5000 Reiter. Waͤhrend des Treffens wich ein Baraillon der Fremden⸗Legion zuruͤck. Marschall Clar sel, dem man zwei Monate bewilligt hatte, um sich nach W zu begeben, hat den Befehl erhalten, auf der Stelle abzureisen. Er soll sich schon gestern nach Port Vendre, wo er sich einschif fen Cn8, 2 der 88 begeben haben.“ .

„s heizt, der General Drouet d'Erlon werde nach sein Ruͤckkehr hierher zum Gouverneur de H e. z Unter⸗Gouverneur des Invalidenhauses

Heute Mittaͤg ist die nachstehende telegraphis— an der Boͤrse angeschlagen 11“ Der General Hartspe an den Minister des Innern Das Zu⸗ sammentreffen, von dem ich gestern sprach, hat am 16 statt e⸗ funden. Die Karlisten sind auf Estella zuruͤckgeworfen und bis in die Nacht lebhaft verfolgt worden; sie haben ihr Geschüͤtz Es fehlt noch an den

gewiß zu seyn. Man sagt, daß di Chri ge Kan sagt, daß die, aus gefangenen Chr stinos gebildeten drei Castilianischen Bataillone 1 vr der veg- zuruͤckgetreten seyen.“ Diese Depesche hat an der heutigen 8 6 m 1 heutigen Boͤrse eine steige Bewegung hervorgebracht; die Geschaͤfte waren aber 8” 88

1 9 02* 64* 7 2 4 ₰. 19n⸗ . 90 ½. Belg. —. Spau. Cortes 402 ½. O0bl v. 1824 ö“ Hgg. F1n 22½. 9 9 54 ½ à 37. 53 do. 101¼ à ·53 27 à2 91. 9 60 à ras z. Ce e Chii 45 à 47. ns. 86. Colurnb. v. 1824 37. Wien, 21. Juli.

5 8 Met. 102 ¼ 2* 4 % 98,72. Neue Aul. 5799„.

Koͤnigliche Schauspiele. Montag, 27. Juli. Im Schauspielhause: Zu 8 li. ause: Zum erste : Erloschene Liebe, Lustspiel in 1 Akt, nach hahs WI Eö. Lustspiel in 1 Akt, von Kotze⸗ . Und: Die Familie Hellbrandt, Posse i Franz., von 9 Angely. 2 1““ Dienstag, 28. Juli. Im Opernhause: Das eherne Pferd,

bedeutend, daß das Steige 1 Fortschri Zteigen keine großen Fortschritte ma—

1“ 18 die telegraphiiche Depeüon eine offiz! kachricht gebe, auf die man Operation ir koͤnne. Doch uͤbte sie immer einigen Einfiuß auf die Snstren schah. .. aus, die gefragt waren.

Der Moniteur enthaͤlt Folgendes: „Die 1 vSe. L8” unsere Angaben über 89 Chefeahage a Reyna. Die Karlisten sind niedergeschlage

* 12 9 . de Csessen b der den Bber⸗Besegcgin, vurch der illerie hatte. us Catalonien schreibt man, daß die Karlistem sich sähen ließen, geschlagen badpen Bier Ger⸗

er dem Anfuͤhrer Samso haben vergebens gesu sich der Stellung bei Puebla zu bemaͤchtigen; sie wurden . b; 8 der Garnison dieses Päaͤtzes zuruͤckgeschlagen. Auch zu Gos⸗ As waren sie nicht gluͤcklicher, indem ihnen die Urbanos die

sauses Fe chf Sh, mut Tanz, nach dem Franz.: l. e cheval bronze de ꝛcribe, von dem Freiherr ichtenstei Raste’van Aetzen Freiherrn von Lichtenstein. 4 Mittwoch, 29. Juli. Im Schauspielhause: Der Mann im Feuer, oder: Der Braͤutigam auf der Probe, Lustspiel in 3 8 „von Schmidt. (Neu einstudirt. Dlle. Bertha Stich: lgnes, als Deb ütrolle.) Hierauf: Der reisende Student musi⸗ kallsches Quodlibet in 2 Abth.

c, 8g ZE Theater. Montag, 27. Juli. Zum erstenmale wiederholt: Die Gold⸗ grotte des Geisterbanners, oder: Noch einmal jung,

Ss boten.“ . lie legitimistischen Journale bleiben dabei a6. & ar s27 als er kaum zum Ober⸗Befehlshaber der Arceneral FI ernannt gewesen, zu Don Carlos uͤbergegangen sey Nichts bestaͤtigt indessen bisher eine so wichtige Nachricht, ob⸗ gleich sie schon seit fuͤnf oder sechs Tagen verbreitet 8 ob⸗ Man hat Nachrichten aus Madrid vom 13 LI. dez ist nicht gestorben, wie man solches verbreitet hade 6sb- am 11. Juli mit La Hera zu Madrid angekominen.“ Valden geht nach Valencia und La Hera nach Mahon. Sie 8 aldez exilirt. Zu Valladolid wurden sie bei der Durchreise insn 1” Valdez waͤre fast ums Leben gebracht worden. isultirt; Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 108. 95. sin

komisches Original⸗Zauberspiel mit Gesang in 2: 8 E. Gulden. Musik von Franz Edlen donraeneNe Hbn,. Decoration: „das Land der Jugend“ vorstellend, ist von Herrn Sacchetti, die uͤbrigen neuen Decorationen des Stuͤcks sind von Herrn Pohlmann gerzalt.)

Dienstag, 28. Juli. Der Gloͤckner von Notre⸗Dame, ro⸗ mantisches Drama in 6 Tableaux, nach dem Roman des Victor Hugo frei bearbeitet von Charlotte Birch⸗Pfeiffer.

conr. 109. 5. 3proc. pr. compt. 79. 1 1—

8 . 01. 9. —. 11 .

5proc. Neap. pr. compt. 97. 20. sin cour. 297 8 10.

Span. 41 ½. 3proc. do. 26 . Cortes 40. Ausg Sch 1.

2 proc. Holl. 56. 50. . Schuld 16 . JAEEEE Juli. Oester

1021¼ 102 * proc. 981,98, &*. 24proc. 578 Pr. ko.

G. Bank⸗Aetien 1629 1627 Part⸗Ob. 1 372

zu 500 G. I16r. 116 ½. Loose zu 109 G. 213 ½. G

Hraͤm.⸗Sch. 60 ¼¾ 59 ½. do iproc Anl. 08 ½, 981 Poln Loof

69 ½ 69 ½ 5proc. Span. Rente 40 ¾ 40 ½. Forde do 8ns 8**

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Redacteur Go 1127.

Gedructt bei A. W. Hayn.

proc. 25,1X⁄. 140 ½. 1401

Preuß.

doch scheint die Nachricht von dem Gefechte

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