1835 / 214 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

90 ³ 4. ESSETE“ 2 ₰—

Orden verlieren, wenn sie durch ihren Ungeborsam verdienen, mit Strenge bestrasft zu werden. 2) Der Kriegs ⸗Minister soll das Gesetz uͤber die Stadt⸗Miliz sofort in Ausfuͤhrung brin⸗ gen und die Einschreidungen in dies Corps eifrig betreiben und diesenigen Personen, welche nicht die noͤthige Sicherheit sür ein so wichtiges Institut bieten, abweisen. 3) Die General⸗ Csvitaine der Provinzen und die Gouverneure und Militair⸗Kom⸗ mandanten der Distrikte sollen aufgefordert werden, sobald sie hin⸗ reichende Gruͤnde zu der Besorgniß zu haben glauben, daß die Ruhe gestoͤrt werden koͤnne, unverzuͤglich eine Militair⸗Kommission nieder⸗ zusetzen. Die verhafteten Ruhestoͤrer werden durch diese Kommis⸗ sion verurtheilt, was sie auch zu ihrer Entschuldigung vorbringen moͤgen. 4) Jede Behörde, die gegen diesen Befehl handelt oder die Ruhe wiederherzustellen zoͤgert, ist fuͤr alle daraus entstehende Folgen verantwortlich. Die Beamten aller Klassen versammeln sich, sobald Laͤrm entsteht, in ihren Burcaus. Sie werden als Verraͤther behan⸗ delt, wenn man sie unter den Ruhestoͤrern verhaftet. 5) Jeder ngestellte, der in eine geheime Gesellschaft eintritt, verliert dadurch allein schon sein Amt und seine sonstigen Wuͤrden und Ehrenzeichen, und wird nach der Strenge der Gefetze bestraft. Der Minister⸗Rath glaubt,

Ddaß diese Maßregeln fuͤr den Augenblick hiurcichend seyn werden, um den

deabsichtigten Zweck zu erreichen, naͤmlich den Freunden des Thro⸗

nes Vertrauen zu der Energie des Ministeriums Ihrer Masestaͤt ein⸗ zufloͤßen und die Feinde der Rache des Gesetzes, welches sie umsluͤr⸗ zen wollen, zu uͤberliefern. Der Minister⸗Rath ist nicht weniger serzengt, daß das wirksamste Mittel zur Befestigung unserer In⸗

stitutionen ist, das Interesse des Volks dafuͤr zu erregen und ihm

alle die Wohlthaten, welche unsere Lage gestattet, zu Theil werden zu lassen, indem wir es durch wohluͤberdachte Reformen von den Lasten befreien, die eine sehlerhafte Verwaltung waͤhrend

mehrerer Jahrhunderte ibm auferlegt hat. Dieser Zweck wird gröͤßtentheils erreicht werden durch die Bildung neuer Munizipali⸗

kaͤten und darch die Ernennung von Provinzial⸗Deputationen, wel⸗

che die Mißbraͤuche zu untersuchen haben, und durch ihre Lokal⸗

Kenntniß in den Stand gesetzt seyn werden, die geeigneten Mitten zur Abstellung der Beschwerden vorzuschlagen. Der Miniscker⸗Rath

ist so durchdrungen von diesen Grundsaͤtzen, daß er nicht einen Au⸗

genblick verlieren wird, diese so wichtigen Maßregeln, so wie meh⸗

rere andere nach und nach vorzuschlagende, in Ausfuͤhrung zu brin⸗

gen, sobald dieselben die Allerhoͤchste Genehmigung Ihrer Majestaͤt erhalten habenR werden.

Graf von Toreno, Herzog von Ahumada, Manuecl Garcia Herreros, J. A. Gurreg.“

1 Griechenland. ichten aus Athen, welche bis zum 28. Juni reichen, estaͤtigen die juͤngst uͤber Frankreich gekommene Meldung, daß Koletti seines Postens als Praͤsident des Ministeriums und Mi⸗ nister des Innern enthoben sey. Er wurde zum Staatsrath und zum Gesandten in Paris ernannt. Zugleich bringen sie Nach⸗ richt von dem Tode und dem Begraͤbniß des Admirals Miaulis. Dieser edelste Seeheld der Griechischen Revolution war seit laͤn⸗ gerer Zeit am Podagra leidend, und die Krankheit war ihm zu⸗ letzt in den Kopf getreten. Die Betruͤbniß des Koͤnigs und des Landes ist groß uͤber den Verlust, welcher der Nation unstreitig idren groͤßten und tugendhaftesten Buͤrger und eine der ersten Zierden ihres heroischen Kampfes raubt. Waͤhrend seiner letzten Krankheit mpfing er zweimal den Besuch seines Koͤnigs, und dieser die letzten Ermahnungen und Wuͤnsche des Sterbenden fuͤr das Wohl des Koͤnigs, das Wohl des Landes und den Schutz seiner Hydrioti⸗ schen Kampfaenossen. Nach dem letzten Besuche des Monarchen, der in tiefer Ruͤhrung von ihm schied, ließ er alle gegenwaͤrtigen Glieder seiner Familie, und mehrere der Seeleute, welche unter ihm gedient hatten, und in Athen gegenwaͤrtig waren, vor sein Lager rufen, nahm mit Fassung und Standhaftigkeit von ihnen Abschied, und verschied am 24sten mit der Ruhe eines Helden und Christen. Die Leichen⸗Feierlichkeit hatte den 26. Juni un⸗ ter groben militairischen Ehren⸗Bezeugungen statt, in Gegenwart aller Staats⸗Minister und andern hoͤhern Beamten, saͤmmtlicher Offiztere, des diplomatischen Corps und unter dem Geleite der ganzen Bevölkerung von Athen und der Umgegend. Nachdem den Tag vorher der Leichnam aus der Wohnung des Verstorbenen in die Kirche der heiligen Irene gebracht, und dort waͤhrend der Nachz von Unteroffizieren der Lmie bewacht worden war, ward er am Tage der Veerdigung von dem großen und feierlichen Zuge nach dem Piraͤus geleitet, um auf einem Vorsprunge des selben gegen die See hin nahe am Denkmale des Themmistokles seine Ruhestaͤtte zu finden.

———.—

Literarische Nachrichten.

b reibung und Geschichte der Marien⸗ oder Heschte znlss- zu Frankfurt an der Oder. Ein Beitrag zur Kirchen⸗ und N ormations⸗ Geschichte der Mark Brandenburg, von Dr. Christ. Wilh. Spieker.

Mit fuͤnf lithographirten Blaͤttern. Frankfurt a. d. O.

XVI. und 490 S. gr. 8. r 8 Beschreibungen von angesehenen Kirchen in groͤßeren Staͤdten 1 als z9 rein tirchlches Interesse, weil in der Regel die

wichtigsten Ereignifse aus der staͤdtischen Geschichte in iynen einen

5 4 8 c ; 3 6 TStnd*. Ieürn agecen gus viele Beschluͤsse und Einrichtungen der Stadt⸗

Gemeinden nicht obne Einfluß geblieben ist.

Stadt Koͤln im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert bequem

ü lsser6e’'s bekanntem Werke noch Vieles uͤber nuͤpfen, und nach Bolsserçe's bek⸗ 1.SF Fülrüchfane en, Sitten und buͤrgerliche Verhaͤltnisse in jeuer altbe⸗

rũͦ Stadt hinzusetzen. Denn nur die Einseltigkeit vermoͤchte eeee; . zodne Beruͤckstchtigung der politischen Zastaͤnde das kirchliche Leben in einer Stadt, das zunaͤchst an das Fotte beu⸗ gewiesen ist, richtig und genan geschildert werden koͤnnte. Welche erspriepliche Resultate aus einer solchen Vereinigung hervorgehen, wird von neuem durch die vorliegende Schrift dargethan. Herr Suyerintendent Spieker, selt 26 Jahren Buͤrger ünd Sff. ner des göitlichen Wortes in Frankfurt, ein Mann von vie seiri⸗ gen Kenntnissen, namentlich in der Landes⸗Geschichte wohl erfahren, geliedt und geehrt von seiner Gemeinde, deren juüͤngere Mitglieder

V S

11““ 76 2 2 7

u“ 8 3 94 72 d d Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Pr Die Taxe und die neuesten Hvpotheken⸗Scheine werden. Der Bietungs⸗Ter

oͤnnen in unserer Registratur, so wie bei dem Aue⸗ richts⸗Lokal auf

G g. tionator eingesehen werden. 8n Die zur Kaufmann Ernst Ludwig Hohnfeldtschen Danzig, den 10. Februar 1835. 1

Bekanntmachungen.

Bekanuntmachun

659 Quart Mumme, 34 Quart Bernauisch Bier, 35 Quart Frank⸗

V von Pfuel, stand, in zehn Wochen fuͤr 168 Rthl., in 35 Mahlzeiten,

punkt fnden, und weil die amtliche Thaͤtigkeit ihrer Geißlichen

So ließe sich an die Geschichte und Beschreibung des Doms in Koͤln die Geschichte der

ESESTTSSS..; 1nu EHelnden Aenee6lE90ddℳn-h., „„u0, 1Keeaener. vüeeaisanen t ——

872 er in dem Befreiungs⸗Kriege als treuer Seelsorger gegen den Feind gefuͤhrt hat, hat in seiner Beschreibung der Oberkirche zu Frankfurt an der Oder ein sehr wuͤrdiges Seitenstuͤck zu der Beschreibung, deren sich mehrere Kirchen in Deutschland, namentlich in dem be⸗ nachbarten Berlin, erfreuen, geliefert. Die Stadt Frankfurt ver⸗ diente, in Betracht ihrer kirchlichen Wichtigkeit fuͤr die Mark Bran⸗ denburg, schon seit laͤngerer Zeit ein solches kirchenhistorisches Denk⸗ mal, da natuͤrlich ein Mann von des Verf. Geist und Talent sich damit nicht begnuͤgen konnte, bloß eine trockene Nomenklatur der an der Kirche angestellten Prediger und Kirchendiener, ein Verzeich⸗ nitz der Gebornen, Getrauten, Gestorbenen, eine Aufzaͤhlung der Kommunikanten und Nachweisungen uber das Kirchen⸗Vermoͤgen zu geben. Dagegen bietet die kirchliche Geschichte von Frankfurt sehr bedeutende Momente fuͤr die Mark Brandenburg dar, als: die Kaͤm⸗ pfe der Stadt mit den Bischoͤfen von Lebus, das vaͤbstliche Interditt, durch welches sie mit dem Markgrafen Ludwig lange Zeit aus der kirch⸗ lichen Gemeinschaft verbannt war, die Stellung der Universitat zur Reformation und ihr beharrlicher Widerstand gegen Luther und Melanchthon; dann die muthige Erhebung der Buüͤrger fuͤr die lutherische Lehre und wieder die harten und peinlichen Käͤmpfe zwi⸗ schen der lutherischen und reformirten Kirche, die in Frankfurts Mauern statt hatten und nicht ohne großen Einfluß auf die uͤbri⸗ gen Preußtschen Kirchen blieben, da Frankfurt fast ein Jahrhundert lang der Sitz der General⸗ Superintendenten fuͤr die Mark war, und von den Pfarrern der Ober⸗Kirche, einem Musculus, Wence⸗ lius, Praͤtorius, Cornerus und Pelargus, das kirchliche Leben der Provinz ausging. 8 AlF dieße 1 viele andere Begebenheiten hat Herr Spieker in sechtehn Kaviteln und in einer eben so lichtvollen, als fuͤr die Wich⸗ tigkeit der Sache erwaͤrmten Sorache abgehandelt. Zunaͤchst gebuͤhrt ihm dafuͤr der Dank seiner Gemeinde, der Buͤrger von Frankfurt; aber auch alle Freunde des kirchlichen Lebens und einer an großen Erinnerungen reichen Vorzeit werden sich dieser Gabe erfreuen. An Fleiß, an gruͤndlicher Forschung und allfeitiger Benutzung gedruck⸗ ter und ungedruckter Huͤlfsmittel hat es der Verfasser nicht fehlen lassen und dadurch zugleich einen schaͤtzenswerthen Beitrag zur Sit⸗ ten⸗ und Kultur⸗Geschichte der von ihm geschilderten Jahrhunderte geliefert. Wir geben nur zwei Einzelnheiten uͤber den Kosten⸗Be⸗ trag dei feierlichen Gelegenheiten im sechzehnten und siebzehn⸗ ten Jahrhundert. Es muß denn doch damals sehr wohl⸗ feil grwesen seyn, denn nach der Kirchen⸗Rechnung vom JFahre 1330 haben die Herren Visitatoren vom 28. August bis 2. September mit ihren Gaͤsten und Dienern fuͤr 20 Rthl. 8 Gr. verzehrt, und dafuüͤr gehabr: 37 Mahlzeiten, 17 Mahlzeiten fuͤr die Knechte und Jungen, 24 Quart Rheinwein, 139 Quart Ungerwein,

furter Bier, 43 Scheffel Hafer und fuͤr drei Pferde 4 Naͤchte Rauch⸗ futter“ (S. 472). Im J. 1600 verzehrte eine geiftliche Kommission,

an deren Spitze der Gebeime⸗Rath und Dom⸗Dechant, Valentin

deren jede zu 1 Rthl. 18 Gr. veranschlagt war; das andere Geld ging fuͤr Rheinwein, Feltliner, Landwein, Zeroster und Bernauer Bier, Pferde⸗Futter, Holz und Licht auf

Der erste Abschnitt enthaͤlt die auszuͤhrliche Beschreibung der Kirche, in ihrem seit dem J. 1830 hergestellten Zustande, zu dem sie auch ein namhaftes Gnaden⸗Geschenk Sr. Maj. des Koͤnigs erhal⸗ ten hat, so wie der Alterthuͤmer, Merkwuͤrdigkeiten und Gemaͤlde derselben. Eine sauber lithographirte Ansicht der Kirche, der Grund⸗ riß, die Abbildung des jetzt letder! vermauerten Frontispizes, sind will⸗ kommene fuͤr den, welcher nicht selbst Gelegenheit hatte, die Kirche zu sehen. 1

Zum Cchlat aber muͤssen wir der durch herzliche Eintracht und echten Buͤrgersinn sich auszeichnenden Zuschrift des Verf. an den Fustiz⸗Kommissions⸗Rath Bardeleben in Frankfurt auch bier geden⸗ en. Wohl der Stadt, die solche Buͤrger hat! Sie wird sie nicht vergessen, selbst wenn sie heimgegangen sind J.

Mereorologische Beobachtung.

1835. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 1. August. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Utbr. Beobachtung.

Lusidruck 336,85“ Var. 336,32 „Par. 336,65„Par.] Quellwärme 7,4 ° R. Luftwärme .. 9,9 °R. 1607 °R. 11,2 °. R. [Flußwärme 14,1 ° R. Thauvunkt. A., 6 ° R. 6,9 °R. 3,5 *9 R. Bodenwärme 13,0° R. Dunstsaͤttig.. 59. 788 8. ve Ausdünstung 0,091„Rh Wfti⸗ 1ge; 8. W. FFaisderschlag 0,001“Rt. Fagesmittel, 31. Juli: 335,45 Par. 141 °)A. 7.,2 °R... 60 pEt. 1. August: 336,44 „% 13,235 1 86

Fvaegne

Auswürtige Börsen. Amsterdam, 283 J"li.

Niedert. wirkt. Schuld 55 ½ 53 do. 101 ½. Ausg Sehuld —. Kunz-BiIl. 24 ½,. 44 ½% Amort. 94 29.9% 3 3 79 5 Kuss. 992 Oesteer. 99 9 Preuss. Prüm.-Scheine 105 do. 4 98 2nl. 101. Span. 5 8 40 ½. 253 Autwerpen, 27. Juli.

Linsl. 16 ¾. Cortes 35¾ Caup. 23 ½. Nene

SIpnn. 5 3 40 ½. Span. An! 542 . Hamburg, 31. Juli. 3

Rugl. Rusv. ICCàv. Hiope in Cert. 99 ⅛. Preuss. Veram. -Sehein⸗ 118⁄. Pola. 138. Neue Pelo. Anl. 172 ½. Dün. 74 ⁄. Poart. 5 ½⅞ 87 . London, 28. Juli. 1

Cons. 33 90 ¾. Eelg. —. Span. Cortes 50 ½. Obl. v. 1834 Aàs Zinsl. 14 Auag. 22 ½. 28 % Holl. 54 ½ 52 do. 101 ½ Port. 5 ½ 91 3 % 69 . Engl. Runs. Bras. 85 ½. Columb. v. 1824 36 N —. Chili 45.

184 Wien, 28. Jull. b

sein Verbrechen bereits eingestanden habe.

Zu dieser Vorstellung sind Parquet⸗ und Parquet⸗Lng .

Billets nicht mehr zu haben.

In Charlottenburg. Zur Feier des Allerhöͤchsten Gchn Festes Sr. Majestaͤt des Koͤnigs: Rede, verfaßt von A. Mäl gesprochen von Herrn Stawinsky. Hierauf: Zum erstenme Der Ball zu Ellerbrunn, Lustspiel in 3 Abth., von C. Blun

Koͤnigstaͤdtisches Theater. Montag, 3. August. Zur Feier des Allerhoͤchsten Gez

Festes Sr. Majestaͤt des Koͤnigs: Prolog, gedichtet von P mar, gesprochen von Mad. Laddey. Hierauf: Zum erstenne Titus, Oper in 2 Akten. Musik von W. A. Mozart. (A

Vial: Sextus, als Gastrolle.) Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

Neueste Nachrichten.

Pari s, 27. Juli. Der Koͤnig arbeitete gestern in Tuilerieen mit dem Grafen von Rigny und dem Conseils⸗h. denten.

Der Koͤnig wird sich, dem Vernehmen nach, in den Tagen des kuͤnftigen Monats nach dem Schlosse Eu in der mandie begeben.

Der Minister des lich wiederhergestellt. Er kam gestern von seinem Landsitz Courbevoie nach Paris, um bei der Feier der Juli⸗Feste zug u seyn.

Vicomte von Chateaubriand, der sich vor einige zum Gebrauche der Seebaͤder nach Dieppe begeben hatte, morgen oder uͤbermorgen von dort hier zuruͤckerwartet.

Heute, als am ersten der drei Juli⸗Tage, wurden die chen um 6 Uhr Morgens geoͤffner. Die Juli⸗Ritter begabe im Zuge nach den Graͤbern der Opfer der Revolution, m Regierung Katafalke in pyramidalischer Form hatte errichten las

Wegen der heutigen Juli⸗Feier werden morgen die me Pariser Zeitungen nicht erscheinen.

Den neuesten Nachrichten aus Toulon zufolge, hat die lera dort um Vieles nachgelassen. Vom 20sten auf den M erkrankten nur noch 17 Personen und es starben 12. Das nl letin aus Marseille vom 2lsten berichtet von 41 Erkrankunga

Die heute von der Spanischen Graͤnze eingetroffenen m enthalten nur sehr wenige Nachrichten vom Kriegs⸗ Schauigs und diese sind obenein hoͤchst unwichtig. Nach Berichtn an Tolosa erwartete man bei dieser Stadt ein Treffen zwiscen de Karlisten und dem Brigadier Jaureguy, der zu diesem aͤn noch der Ankunft der Englischen Huͤlfstruppen zu seiner Ne staͤrkung entgegen sah.

Ein Privat⸗Schreiben aus Madrid vom l9ten ent

iit die

n.

C1“

Paris, 27. Juli. 11““ empfing der Koͤnig den 8 1 Zlichkeit Seine⸗Praͤfekten, den General Bernard, den Vicomte Chabot Innern ist von seiner Unpaͤßlichkeit, n be Flahault. 5 Der Kriegs⸗ Minister hat sich unlaͤngst bewogen gefunden, igenden Tages⸗Befehl zu erlassen: „Der Marschall und Kriegs⸗ inister hat mit eben so vieler Verwunderung als Unzufr eden⸗ emerkung gemacht, daß Stabs⸗- und andere Offiztere neuerer Zeit den Weg der oͤffentlichen Blaͤtter gewaͤhlt haben, entweder Beschwerden anzubringen, oder um sich in Eroͤrte⸗ gen uͤber Dienst⸗Angelegenheiten einzulassen, oder endlich um gegruͤndete Behauptungen gewisser Zeitungen zu widerlegen. n solches Verfahren steht aber im Widerspruche mit aller Sub⸗ dination und Mannszucht. Jeder Milttair, der sich in seinen echten gekraͤnkt glaubt, muß bei seinem unmittelbaren Vorge⸗ zten Klage fuͤhren, unter Vorbehalt des Recurses an die höhere thoͤrde fuͤr den Fall einer Rechtsverweigerung. Eben so darf die Pu⸗ kcation einer Antworr auf irgend eine Zeitungs⸗Nachricht und uͤber⸗ upt auf jede den Dienst betreffende Schrift, von einem Militair, in welchem Range er auch seyn moͤge, nur stattfinden, wenn die Genehmigung dazu von seinem unmittelbaren Vorgesetz⸗ erhalten hat. nen untergeordneten Militairs jeden Ranges einzuschaͤrfen, daß Beobachtung dieser von der ganzen Existenz der Armee un⸗ rrennlichen Vorschriften eine Pflicht fuͤr sie ist, der sie sich ht entziehen koͤnnen, und daß der Kriegs⸗Minister sich genoͤ⸗ igt sehen wuͤrd sich eine Uebertretung derselben zu Schulden kommen lassen

Die Herren Corps⸗Chefs werden ersucht, de

c, diejenigen unter ihnen strenge zu bestrafen,

Folgendes: „Seit zwei Tagen sind die Truppen in ihren schten. (Gez.) Der Marschall, Marquis Maison.“

sernen konsignirt, und es sind sehr strenge Befehle gegeben n

In einem der neuesten politischen Artikel der G azette de

den. Die 1“ Seneffaggs sfonafags⸗ CEnh ance kommt folgende Stelle vor: „Als die Allianz mit Eng⸗ desegheaiiche Berstchs 8 eg. 1eh . . 8aeg d der Juli⸗Monarchie einen voruͤbergehenden Beistand ge⸗ zu muͤssen. er gestrige Tag, der, 8 aßre hrte, beeilten wir uns, die Folgen einer so unnatuͤrlichen Al⸗

ruhig voruͤbergegangen ist, hatte einige Besorgnisse gestoͤßt, weil er an ungluͤckliche Vorfaͤlle erinnerte; demn

Nüzwischen z ei Nationen, die so lange Nebenbuhler gewesen wen, zu zeigen, und wir nahmen keinen Anstand, zu erklaͤren,

. * 5 F 2 8” * 71. :2 8 2 . 8 2 war der Jahrestag sder Ermordung ves Me . (1eoß eine Allianz zwischen Rußland und Frankreich, unsers Er⸗ Allein isoß Anich b49 Ordnung keinen Augenblick gestoͤrt wossihtens, fuͤr die Interessen des Landes die einzig zweckmäaͤßige sey. so ist es nicht desto weniger Mahh⸗ daß sich eine dumpfe zu sener Zeit die Freundschaft Englands der Revolution gůn⸗

rung der Gemuͤther bemaͤchtigt at, und daß das Minisüan wenn es weniger Festigkeit entwickelte, sich bald verdraͤngt e

G si er. . 5 e Combination wie die obige, wuͤrde. Man versichert, daß, um der Wiederkehr der Unt Europa zu begruͤnden geeignet war, bloßen Partei⸗Ruͤcksichten

Jetzt aber, wo Frankreich auch im Orient die Englische

nungen in Saragossa vorzubeugen, die Regierung einen

Pwar, so verkannte die Presse unsere Warnungen und schrieb

welche die politische Ordnung

rier an die Reserve⸗Armee abgeschickt habe, der dieser dend litik theilen muß, reibt man sich an Rußland, und bemuͤht sehl uͤberbringt, einige Bataillone nach jener Stadt abgehen die Mittel zu entdecken, durch welche es diesem Reiche ge⸗

lassen.“

5proc. Neap. 97. 30. 5proc. Span. 4l. 39 ⅛. Ausg. Schuld 17. 3 proc. Port. 61. uö“

Frankfu rr a. M., 31. Juli. Die heutigen hiesigen

b roe 279 9en ist, nach und nach, ohne Geraͤusch und ohne Aufsehen Heute schloß öproc. Rente 109. 19. Zproc. 9, Macht zu gewinnen, die man ihm nicht mehr entreißen 18g 3pror. 27. En e ganz Curopa in Grund und Boden zu erschuͤttern. Man ert ein zum Mindesten seltsames Erstaunen uͤber eine Reihe Creignissen, die sich im Angesichte der ganzen Welt zugetra⸗ haben, als ob von der unerwarteten Enthuͤllung eines großen

tungen geben nunmehr die (bereits vorgestern von uns erwihe heimnisses die Rede waͤre.“

in Straßburg eingetroffene telegraphische Depesche uͤber den

Im Temps liest man: „Mit dem von den Ministern der

28sten in Paris stattge haheen Vorfall. Dieselbe lautet alse⸗awatweten Koͤnigin von Spanien entworfenen Plane sind De⸗ „Paris, 28. Juli, 2 Uhr Nachmittag hhen des Grafen von Rayneval aus Madrid eingetroffen. Fol⸗

Ein furchtbares Verbrechen ist heute Morgen waͤhrend großen Revue versucht worden. Der Koͤnig ist unberuͤhr blieben, obgleich sein Pferd verwundet wurde. Der Ma Mortier ist getoͤdtet, und mehrere Generale, Adjutanten und tional⸗Gardisten sind getoͤdtet oder verwundet worden. Da tentat wurde mittelst einer Hoͤllenmaschine begangen, die einem Fenster losging. Die ganze Einwohnerschaft hat sic Koͤnige in den Weg gestuͤrzt und ihn unter dem lebhaftesten

Munizipal⸗

des soll im Wesentlichen der Inhalt derselben seyn: Herr Rayneval tadelt nicht durchgängig jene Maßregeln, die an ein System der Strenge sowohl gegen die revolutionaire gegen die Karlistische Partei knuͤpfen; aber der Botschafter sich aus allen Kraͤften der Bildung von solchen Provinzial⸗ Junten widersetzt, wie sie in dem urspruͤnglichen ichte angedeutet waren. Herr von Rayneval soll darin, wie sagt, ein Mittel erblickt haben, Spanien durch Klubs und

bel bis zum Kanzlei⸗Gebaͤude begleitet. Paris ist ruhig, vgtische Bereine zu revolutoniren. Um alle Interessen zufrieden⸗

hoͤchst entruͤstet.“*)

ordentlichem Wege die Nachricht eingegangen, daß der Fhüni. gegen den Koͤnig veruͤbten Attentats entdeckt sey, und vit derst

Frankfurt a. M., 30. Juli. Oester. Sproc. Nagit unvollstaͤndig bekannt.

Koönigliche Schauspiele.

Montag, 3. August. Im Opernhause: Zur Feier des Aller⸗ hoͤchsten Geburts⸗Festes Sr. Majestaͤt des Koͤnigs: Festmarsch, Sr. Majestaͤt dem Koͤntge gugeetgner von Spontini. Hierauf: Rede, versaßt von A. Muͤller, gesprochen von Herrn Grua. Dann: Volks⸗Gesang, den Preußen gewidmet von Spontini. Und: Lodoiska, Oper in 3 Abrh. Musik von Cherubini. (Neu einstudirt. Hr. Schaͤfer, vom Stabt⸗Theater zu Hamburg: Flo⸗

8

resky, als Gastrolle.)

111n

102 ⁄. 102 ⅞, 4proc. 98 ⅛. 98 ¾. 2proc. 57 ⅜. Br. lproc. 9

B. Bantk⸗Actien 1621. 1619. Part.⸗Obl. 130 3. 140 n Gleise

u 590 G. 1167. 116. Loose zu 100 G. 2132¼.

gigkeit kaͤm

19, hat man einen Mittelweg eingeschlagen, der darin besteht, ain e„, vrj aucentlhe Munizipalitaͤten und Provin lal⸗Deputationen zu bilden, um die *) Dem Vernehmen nach ist heute hier in Berlin auf aue übräͤuches zu dethe geh 3 8 8 g

Junten bilden, hieß, nach der

seinung des Herrn von Rayneval, in den Geist der Verfassung Cortes von] tr von Rayneval ist mir der eigenthuͤmlichen Lage Eureopa's

812 eingehen. Wir haben es schon oͤfter gesagt,

Wenn eine Nation fuͤr ihre Unab⸗

pft, so darf sie, so kann sie nicht in dem gewoͤhn⸗ 1 einer festbegruͤndeten Regierung bleiben; außeror⸗ liche Lagen erheischen außerordentliche Mittel. Die Doctri⸗

en Sch. 60 ½. B. do. 4proc. Anl. 98 ½. Br. Poln. gmoͤchten, daß alle Verhaͤltnisse sich unter gewisse feststehende

69 ½. 69. 5proc. Span. Rente 39 ¼. 30 ¾. Zproc. do. 24½. leln

——ö— 8. 1 b gro

Redacteur Co rν. 1

beugten; das ist in der Theorie sehr gut, aber wenn es auf ankoͤmmt, sich einem Buͤrgerkriege entgegen zu stellen und Ben Gefahr ein Ende zu machen, so muß man fester kkaͤftiger auftreten, als in gewoͤhnlichen Zeiten.“

Im Constiturtionnel liest man: „In den hoͤheren diplo⸗

schen Zirkeln in Lissabon

erbschaftlichen Ligutdattons⸗Masse gehbrigen, auf dem Koͤnigl Preuß. Land⸗ und Stadtgericht in unserer Registratur einzusehen.

Langenmarkt hierselbit unter den Servis⸗Nummern 487 und ass gelegenen und No 7 und 20 in den ypotheken⸗Buͤchern verzeichneten, auf 6089 Thlr. erichtlich veranschlagten Grundstuͤcke, welche in zwei

tion verkauft werden. Hiezu ist ein Termin auf den lI. Sevtember 1835,

dem Artushofe angesetzt. 8

H einen r 1 inter⸗ 1 bemaligen Kontrolleur und Kaufmann G rhaͤusern, einem Hofraume und einem Hinter⸗ Das dem ebemaligen Kontrolle aufmat Bocderbaasenn, 0 faker⸗ Fi nothwendiger Subhasta⸗- Anton Kosson gehoͤrige, hierselbst in der Louisenstraße SGebs sub No. 115. belegene, mit Ausschluß der schon ab⸗ geloͤsten, wenn gleich im Hypothekenbuche noch nicht

Braugerechtigkeit, auf 6387 Thlr. vom 6. Februar c. der Concurs eroͤffnet worden, ist

eee g, und Nachweisung der Anspruͤche Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadt

üncti Herrn E r13 sgr. 8; pf. gerichtlich taxirte Wohhaus und Zu⸗ zur Anmeldung ung der A. 1A“ 8 deshe soll in nothwendigen Subhastation verkauft saͤmmtlicher Glaäͤubiger ein Termin im hiesigen Ge⸗

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a 8 . (Kdnigl Preuß. Land⸗ und

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1 28

eußis

den 10 Februar 6 V. nipebeh. 1 vor dem Heerrn Justizrath Soenderop angesetzt. aanberaumt, wozu alle dieijenigen, hecre vnne steht;

Die T nd der neueste Hypotheken⸗Schein sind an die Masse zu visen glauben, hiermit saa ne- en werden, daß die Nichtenate hi

Landsberg a d. W., den 17. Juli 1835. nenden mit ihren Forderungen an die Masse prasper Koͤ

bbebehaa Kt g rt n. Nachdem uͤber das Vermoͤgen des Bui⸗

chen Staaten.

(Nnder

-min ist in unserm Ge⸗ richts⸗Local vor dem Herrn Ober⸗Landesgerich einif

beschaͤftigte man sich gestern Abend lebhaft mit

stattgehabten Ministertal⸗Veraͤnderung. Diese ung ist an sich selbst nicht so bedeutungsvoll, daß sie matische Corps ernstlich beunruhigen koͤnnte; aber man esonders bei dem Umstande aufgehalten, daß der Sturz keriums einzig und allein dem Einflusse des Englischen

ferendarius, Justitiarius Hiegel 7 vhr hafters zu danken sey. Es war allerdinas bisher eine allge⸗

1836, am 7. November c., Vormittag

Warnung vorgela

Stadtgericht. dirt werden sollen und denselben deshalb gegen⸗ z

üͤbrigen Creditoren ein ewiges Stillschweigen am

legt werden wird. N. . 8 Den Abwesenden werden die Herren, Justiz .

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ereitet, Nut iner Sache

Thatsache, daß Portugal unter Englischem Ein⸗ aber nie hatte sich dieser Einfluß auf eine so offene e so vollstaͤndig offizielle Weise kundgegeben. Es

Lord Howard de Walden nicht zum Handkuß

nigin erschien, um den Sturz des Portugiesischen Ka⸗ herbeizufuͤhren. Durch den Vertrag der Quadru⸗ mit England verbunden, braucht sich Frank⸗

Augenblick nicht uͤber einen Einfluß zu

5 i2⸗ nissaf;ruhigen, der der go 8 W chhaͤndlers missions⸗Rath Heelschner und Justiz⸗Comn higen, der der gemeinsamen Sache von Nutzen ist; aber Heinrich Wilbelm Lachmann hierselbst per hh naran e hierselbst als Mandatarien in Vorschlag gebr 642 auch hierbei wieder bemerken, wie sorgfaͤltig England

Hirschberg, den 16. Juli 1835. gers en Lagen, welche die allgemeine Politik des Kabinertes en zu ziehen weiß. Wenn das Englische Kabi⸗ Huͤlfe und Beistand leistet, so interessirt es da⸗

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bei auch sofort die Kapitalien, den Gewerbsleiß und die Bevöl⸗ kerung des Landes, so daß das, was seiner allgemeinen Politik zusagt, auch zugleich seinem Handel und Gewerbfleiße zu Gute kommt. Man sehe nur, mit welchem Eifer in England die Re⸗ krutirung fuͤr die constitutionnelle Sache in Spanien betrieben wird. Es geschieht dies nicht allein aus Theilnahme fuͤr die Grundsaͤtze: England weiß zugleich, daß, wenn es 10 bis 12,000 Mann in einigen festen Plaͤtzen an der Spanischen Kuͤste ver⸗ theilt hat, seim Handel und sein politischer Einfluß durch diese Stellung nur gewinnen koͤnnen. Frankreich geht weit aͤngst⸗

licher, und doch fast immer leichtsmnnig zu Werke: es leiht Geld und Menschen in der Regel nur aus einer sen⸗ timentalen Politik, ohne daß sich das Kabinet auch nur im Ge⸗ ringsten um die kommerziellen Interessen kuͤmmerte. Wir haben sehr viel fuͤr Griechenland gethan, und doch keinen Handels⸗Trak⸗ tat erhalten; Belgien scheint im Begriff, sich dem Deutschen

Zoll⸗Vereine anzuschließen, und selbst Spanien kann uns jetzt

Englands zu beugen.“

Der General Rewbel hat sich am l9ten d. M. am Bord 1“ „le Vautour“ von Marseille nach Algier ein⸗ geschifft.

Der beruͤhmte Chemiker Berzelius ist in Beäleitung eines seiner fruͤheren Schuͤler, des Herrn Dahistroͤm, Professors der Chemie in Stockholm, in Paris eingetroffen. Beide Gelehrte beabsichtigen, sich bis zu Anfang des Monats September in

Paris aufzuhalten, und dann nach Bonn zu gehen, um dort er Versammlung der Naturforscher beizuwohnen.

9p; Großbritanten und Irland.

London, 28. Juli. Nach der Musterung uͤber die Koͤnig⸗ liche Artillerie und Marine zu Woolwich theilte der Koͤnig dem Commandeur der Marine⸗Truppen, Oberst MöCleverty, mit, daß er den Befehl ertheilt habe, dessen Sohn, den Lieutenant M'Cle⸗ verty, des seinen Abschied erhalten hatte, weil das Schiff „Castor“, waͤhrend er die Wache auf demselben versah, mit ei⸗ nem anderen Fahrzeuge zusammengestoßen war, wieder in seinen Rang einzusetzen. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin wuͤnschte dem Oberst Gluͤck zu diesem fuͤr ihn so freudigen Ereigniß.

Nicht Herr Ellis, sondern Herr Edward Ellice, der ehe⸗

Durham nach Konstantinopel begleiten. Die Times bemerkt, daß bei der Abstimmung uͤber das Peelsche Amendement, die Irlaͤndische Kirchen⸗Bill in zwei Theile

Robert Peel's Aeußerung sich bestaͤtige, daß, wenn Vernunft und Recht im Unterhause die Oberhand haͤtten, seine Mo⸗ tion durchgehen muͤßte. Das genannte Blatt erklaͤrt nun jene Abstimmung als das Todesurtheil fuͤr die Kirche in Irland.

fuͤr eine

wir meinen jenes schreckliche und ominoͤse Gestaͤndniß des Ver⸗ fassers der Bill, welches derselbe that, indem er zur Rechtferti⸗ gung eines Antichristen und eines Verfolgungs⸗Gesetzes nach 1800 Jahren die Worte wiederholte, mit denen Pontius Pilatus in einen schmachvollen Tod des fleischgewordenen Gottes des Lebens und der Herrlichkeit einwilligte. „„Was ist Wahrheit?““ sagte Pi⸗ latus zu ihm, und derselben Worte bediente sich Lord Morpeth. „„Was ist Wahrheit?““ sagte er, um es zu rechtfertigen, daß er die Kirche Christi der Verfolgung anheimgiebt, so wie der Heide Pilatus damit seinen Antheil an der Verfolgung des Stif⸗ ters dieser Kirche bemaͤnteln wollte. Vaͤhler von West⸗Yorkshire, das ist der Mann, den ihr ins Parlament gesendet habt, der die Verfolgung einer christlichen Kirche damit beschoͤnigen will, daß er nicht wisse, was christliche Wahrheit sey! Tertulltan belehrt uns, daß Pontius Pilatus verdammt sey, nicht als der Feind Christi, sondern als ein Neutraler zwischen Christus und seinen Feinden, ein zwischen Wahrheit und Falschheit Schwankender, weil er in seinem oͤffentlichen Amt nicht wußte oder sich nicht darum kuͤmmerte, was Wahrheit sey.“

Bei der Bill, welche der General⸗ Prokurator ins Unter⸗ haus eingebracht hat, um bei Gelegenheit der Wahl des Herrn Salomons, der sich zum mosaischen Glauben bekennt, zum Sheriff von London alle Zweifel hinsichtlich der Vereidigung der She⸗ riffs zu beseitigen, soll es sich nur um die Weglassung der Worte: „auf den christlichen Glauben“ aus der Eidesformel handeln.

Die oͤffentlichen Blaͤtter theilen Auszuͤge aus den Aussagen mit, welche vor einem Parlaments⸗Ausschusse in Betreff der Orangisten⸗Logen gemacht worden. Man ersieht daraus, daß der Orangisten⸗Verein im Jahre 1795 gestiftet worden, um die Constitution und das Koͤnigthum gegen rebellische und hochver⸗ raͤtherische Umtriebe zu schuͤtzen und das Land im Fall einer fremden Invasion, so wie eines Buͤrgerkrieges, zu vertheidigen. Er ist seiner Natur nach ausschließlich protestantisch, hat aber seirdem mehrere Modificationen erlitten. Seit 1829 sind den eintretenden Mitgliedern keine Eide mehr abgenommen worden; doch kennen diese einander durch geheime Zeichen und Symbole; auch sind sie alle mit Waffen versehen, und solche, die ein Jahr lang in dem Vereine gewesen, koͤnnen zu dem hoͤheren Grade der sogenannten Purpur⸗Maͤnner gelangen. Die erklaͤrte Ten⸗ denz des Vereins ist das Uebergewicht der protestantischen Re⸗ ligion; doch hat er durch seine Geldmittel auch auf die Wahlen zu wirken gesucht. An der Spitze desselben steht der Herzog

von Cumberland als Großmeister, mit der Autoritaͤt, saͤmmtliche

leicht entschluͤpfen, um sich unter die industrielle Botmaͤßigkeit

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Mitglieder innerhalb beliebiger Zeit zusammenzuberufen. Man zaͤhlt 220,000 Mitglieder in 1500 Logen, welche nicht allein aus der großen Masse der erwachsenen protestantischen Bevoͤlkerung Irlands besteht, sondern auch in der Armee Verzweigungen hat sogar im Auslande, z. B. in Malta und Korfu.

Die Regierung hat den Anfang mit der gerichtlichen Ver folgung der ungestempelten Zeitungen zu Portsmouth gemacht Zwei Verkaͤufer solcher Zeitungen wurden naͤmlich von Seiten des Stempel⸗Buͤreaus belangt und zu unbedeutenden Geld⸗Stra fen verurtheilt, die der eine nicht bezahlen wollte, weshalb er verhaftet wurde. 1

Gestern fand im Ostindischen Hause der von der Compagnie angekuͤndigte Verkauf von Thee⸗Vorraͤthen statt, die sie anfaͤng⸗ lich auf 487,000 Pfund angegeben hatte, wovon sie aber nuͤr 96,700 Pfund unter den Hammer bringen ließ, die, bis auf ungefaͤhr 28,000 Pfund, ziemlich rasch weggingen.

Zur Uebernahme der Westindischen Anleihe sollen sich drei Compagnieen unter der Leitung der Herren Rothschild, der Ge⸗ bruͤder Baring nebst Reid Irving und Comp., und der Herren Ricardo und Maubert gebildet haben.

Dem Vernehmen nach sind Commissionaire hier angekom⸗ men, um der von den Herren Willink auf die Amsterdamer Boͤrse gebrachten Anleihe der Buͤrger⸗Bank von New⸗Orleans zu 9 Millionen Dollars auch hier Absatz zu verschaffen.

malige Kriegs⸗Secretair, wird, dem Globe zufolge, den Grafen

Der Globe erklaͤrt sich zur Widerlegung einer in einem Hamburger Blatte vom 11. Juli enthaltenen Behauptung er⸗ maͤchtigt, nach welcher Herr Colquhoun, der General⸗Konsul der Hanse⸗Staͤdte in Großbritanien, erklaͤrt haben sollte, daß die Luͤ⸗ becker Regierung von keinem Gesuch wegen Eisenbahnen Kennt⸗ niß nehmen werde und denselben in der That entgegen sey, und daß der Widerstand gegen dieses Mittel, den Weg zwischen Li⸗ beck und Hamburg zu verbessern, nicht von der Daͤnischen Re⸗ gierung ausgehe. „Die jetzige Straße zwischen jenen beiden Staͤdten“, fuͤgt der Globe hinzu, „wenn es eine Straße genannt werden kann, ist mit völligen Cyklopen⸗Steinen bedeckt und fuͤr das Leben der Reisenden hoͤchst gefaͤhrlich. Die nordischen Maͤchte sowohl als Großbritanien haben schon Vorstellungen dagegen ge⸗ macht, denn sie gereicht dem civilrsirten Europa zu Schande und Schmach.“

Zweihundert „Gentlemen“, die auf dem Dampfschiff „o⸗ yal Adelaide“ eine Lustfahrt nach Duͤnkirchen machten, sollen die unerfreuliche Entdeckung gemacht haben, daß sich unter jener Be⸗ nennung auch eine Anzahl Taschendiebe in die Gesellschaft mit

zu sondern, von den Irlaͤndischen Mitgliedern 64 gegen und 35 fuͤr, von den Schottischen 32 gegen und 16 fuͤr dasselbe gestimmt haͤtten, so daß, da die Majoritaͤt, mit welcher das Amendement verworfen worden, nur 37 betragen habe, es offenbar durch die Gegner der herrschenden Kirche gestuͤrzt worden sey und Sir

Der Standard enthaͤlt einen gegen die Irlaͤndische Kirchen⸗ Bill gerichteten Artikel, worin er den Lord Morpeth mit Pon⸗ tius Pilatus vergleicht. „Bei den Debatten uͤber diese Bill,“

sagt das genannte Blatt, „bkam ein Umstand vor, den wir fast estimmung der Vorsehung ansehen muͤssen, ein Um⸗ stand, den gewiß Jedermann als eine wichtige Lehre betrachten wird; wir meinen das Gestaͤndniß des Lord Morpeth, daß er in dem Glauben, zu dem er sich bekannt, nicht ganz sicher sey;

eingeschlichen hatten.

Vorigen Sonnabend ist ein Detaschement von Oberst⸗Lieu⸗ tenant Kinloch's Britisch⸗Spanischen Lanziers, unter dem Kom⸗ mando des Lieutenants Small, in aller Eile die Themse hinab⸗ gesegelt, um den Ostindienfahrer „Lord Lynedoch“ noch einzuho⸗ len, der sich nach Santander begiebt und nun zusammen uüͤber 300 Lanciers, unter den Befehlen des Capitain Baker, und uͤber 450 Mann Infanterie vom 2ten Regiment, unter dem Oberst⸗Lieutenant de Lancey an Bord haben wird. Ferner sind noch 400 Mann vom 2ten Regiment von Portsmouth abgegan⸗ Pen, und der Rest, 500 Mann, geht morgen von dort ab. Zu Dublin hat sich das 7te oder Irlaͤndische leichte Infanterie⸗Re⸗ giment in zwei Dampfboͤten eingeschifft, zuvor aber mußten die Rekruten von Kopf bis zu Fuß gebadet werden, worauf General Evans und Oberst Dickson eine Anrede an sie hielten. Es sind auch wieder einige neue Rekruten⸗Depots fuͤr den Spanischen Dienst eroͤffnet worden, und zwar zwei zu Blackheath fuͤr Ma⸗ rine⸗Soldaten und fuͤr Artilleristen, und eines in Union⸗Street fuͤr eine Jaͤger⸗Brigade. Um Chirurgen⸗Stellen bei der Eng⸗ lisch⸗Spanischen Expedition sollen so zahlreiche Gesuche eingegan⸗ gen seyn, daß man allein aus diesen Bewerbern zwei Bataillone bilden koͤnnte. 6 8

Daß viele Soldaten der ritisch⸗Spanischen Legion sich in St. Sebastian im Trunk uͤbernommen und 2 dunrus ver⸗ üuͤbt haben, bestaͤtigt sich, doch fuͤgt man hinzu, es sey kein Wun⸗ der, da man diesen Leuten bei der Einschiffung 2 Pfund Hand⸗ geld gezahlt, waͤhrend sie zum Theil Wochen lang vorher uͤber keinen Shilling zu verfuͤgen und wohl nie in ihrem Leben so viel Geld gehabt hatten. Am unbaͤndigsten sollen sich in Ply⸗ mouth und auf der Ueberfahrt einige der alten Soldaten aufge⸗ fuͤhrt haben, die schon den Kriegszug in Portugal mitgemacht hatten, aber wegen schlechten Betragens nach Haußs geschickt worden waren. Ein Kerl uͤberfiel seinen Major in St. Sebastia auf eine Weise, daß dieser nicht umhin konnte, ihn niederzuste chen, und durch ein Kriegsgericht, welches General Chicheste uͤber ihn halten ließ, von aller Schuld freigesprochen ward.

Der Spanische Korrespondent der Mo rning Post macht es dem Lord John Hay zum Vor vurf, daß er, als er der „Castor“ vor St. Andero kommandirte, dem Christinischen Dampf boot „Reyna Gobernadora“, wie es den Befehl erhielt, jenen Hafen zu verlassen und Bilbao zu unterstuͤtzen, mit zweien von seinen eigenen Verdeck⸗Geschuͤtzen und mit einer ziemlich bedeu⸗ tenden metallenen Kanone ausgeholfen habe. Hierauf entgegnete der Globe: „Angenommen, die Sache verhielte sich so, ist es denn nicht allgemein bekannt, daß die Truppen der Koͤnigin schon seit einigen Monaten von England aus mit Waffen und Munition unterstuͤtzt worden sind, und zwar von Lord Melbourne's Ministerium, sondern auch Herzoge von Wellington, als derselbe Staats⸗ für die auswaͤrtigen Angelegenheiten war ? Se. Gnaden sagte noch dazu, er wolle auf die Bezahlung dieser Vorraͤthe nicht sogleich dringen. Wir haben Grund, zu glauben, daß Lord John Hay, wenn er irgend einen Beistand der Art leistete, so⸗ bald derselbe von ihm gefordert wurde, so handelte, wie er nach den ihm ertheilten Befehlen handeln mußte. Wir glauben aber auch, daß er nichts, 3 1 listen haͤtten in Kolli sondern in dieser Hinsicht die strengste Neutralit wird. Die Beschuldigung, daß er durch seine Rathschlaͤge und Bemuͤhungen habe Bilbao vertheidigen helfen, muß also jedenfalls auf einem Irrthum beruhen.“