— —
—
8*
— —
ehbtae. er
——
—— E1“ —— — —— 8 et 8 1
. —
zurüuͤckgeschlagen.
’
nicht gelungen ist.
Die Becetzung, welche England auf der Insel Ascension hat, soll um einen Capitain, einen Subaltern⸗Offizier und 65 Mann der Koͤniglichen Marine⸗Truppen vermindert werden und inskuͤnstige, mit Einschluß des jetzigen Kommandanten, aus 132
un bestehen. . Es ” der Vice⸗Praͤsident, nicht der Praͤsident, der sich (wie gestern gemeldet) auf Brasilianischen Kriegsschiffen im Ha⸗ fen von Para befand und bis zum 16. Mai von den Rebel⸗
len, deren Batterieen auf die Schiffe feuerten, nicht ans Land
gelassen worden war. Bei dem Landungs⸗Versuch wurde der⸗ jelbe mit einem Verlust von 100 Getöͤdteten und Verwundeten 3 Der Praͤsident selbst, der kuͤrzlich von der Kai⸗
serlichen Regierung suͤr Para ernannt worden ist, wollte erst am 11. Juni von Maranhao absegeln.
Beigien.
Bruͤssel, 28. Juli. Der Franzoͤsische Gesandte Graf von Latour⸗Maubourg ist diesen Morgen abgereist; seine Abwesenheit wird einige Wochen dauern. ebn
Auf das Gesuch des April⸗Angeklagten Herrn Guinard, der Geschaͤfte in Westslandern hat, in welcher Provinz die Guͤter seiner Aeltern liegen, hat Herr de Theux demselben die Erlaub⸗ niß ertheilt, 8 Tage zu Bruͤgge zuzubringen und versprochen, ihm eine fernere Frist von 8 Tagen zu gewaͤhren, wenn es noͤthig sev, wonaͤchst er jedoch die Maßregel der V. — lb unwiderruflich erklaͤrt hat.
Deutschland.
Hamburg, 1. August. Man schreibt aus Cuxhaven vom
zuüsten v. M., daß das Hollaͤndische Dampfschiff „Beurs von
Amsterdam“ Mittags 1Uhr von Hamburg dort angelangt war und Se. Koͤnigl. Hoheit den Prinzen Karl von Preußen nebst Ge⸗ folge aufgenommen habe, um dieselben nach Helgoland uͤberzu⸗ fuͤhren, worauf es sofort in See gegangen, nachdem es sich in Cuxhafen nur ungefaͤhr eine Viertelstunde aufgehalten hatte. Goͤttingen, 29. Juli. Die Koͤnigliche Societäaͤt der Wis⸗ senschaften hat am 27. Juni durch den Herrn Hofrath Haus⸗ mann eine, vom Herrn Doktor R. Bunsen mitgetheilte Notiz uͤber das Vorkommen von Kunst⸗Produkten und Thiersaͤhrten in den Kalktuff⸗Ablagerungen der Umgegend von Goͤttingen erhalten. Bei der Abteufung einer Steingrube, unmittelbar oberhalb der kleinen Ortschaft Lenglern, links vom Wege nach Emmenhausen sind noͤmlich im Laufe dieses Sommers von den Arbeitern Bruch⸗ stuͤcke Altdeutscher Aschenkruͤge in einer Kalksandschicht des Traver⸗
sie
rins unter Verhaͤltnissen aufgefunden worden, welche beweisen, daß
diese Gegenstaͤnde noch waͤhrend der Bildung dieser Ab⸗
lagerung an ihre Stelle gekommen seyn muͤssen. Die Ueber⸗ bleibsel der Aschenkruͤge, welche sich hier gefunden haben, gehoͤ⸗ ren offenbar mehreren Exemplaren an. Sie bilden eckige, nicht abgerundete Bruchstuͤcke, die theils lose ohne Ordnung umher⸗ theils aber auch von festem Gestein voͤllig umschlossen Daß diese Bruchstuͤcke Altdeutschen Aschenkruͤgen angehoͤ⸗ en, beweist sowohl ihre Gestalt, als auch die Beschaffenheit ih⸗ rer Masse. Sie bestehen wie gewoͤhnlich aus einer roh verar⸗ beiteten ungebrannten Thonmasse, die nur an der Außenseite durch schwache Feuer⸗Einwirkung erhaͤrtet ist. Bei der weite⸗ ren Ausgrabung wurden außerdem noch zwei kleine Feuer⸗ steine hervorgearbeitet, welche offenbar durch Kunst ihre Gestalt erhalten haben. Sie sind naͤmlich lu ziemlich re⸗ gelmaͤßigen, aͤußerst scharfkantigen Bruchstuͤcken geschlagen, und haben vielleicht als Werkzeuge zum Zerschneiden ge⸗ dient. Sehr merkwuͤrdig ist das gemeinschaftliche Vorkommen dieser Kunst⸗Erzeugnisse mit einer großen Menge Thierknochen, welche schichtweise die lockere Tusfmasse durchsetzen. Diese Kno⸗ chen gehoͤren Hirschen und kleineren Nagethieren an. Es haben sich indessen auch Backenzaͤhne von Fleischfressern darin gefunden — ein Umstand, der um so auffallender erscheint, als man 68, her nur Ueberreste von Pftanzenfressern in den Travertin⸗Abla⸗ gerungen beobachtet hat. Eben so bemerkenswerth ist das Vor⸗ kommen von Flußmuscheln, welche man nicht an anderen Punk⸗ ten der Ablagerung, aber sehr haͤufig in dem Flußsande antrifft, von dem sie gewoͤhnlich unterteuft werden. Kassel, 28. Juli. Man schreibt aus dem Bade Hof⸗ geismar 25. Jult: „Das hiesige Bad, das in den letzten Jahren wie veroͤdet, und hoͤchstens an G* Intagen von Einwoh⸗ nern aus der Umgegend, Kassel und As hen⸗ und Studenten aus Goͤttingen besucht war, ist in diesem Sommer lebhafter als je in seiner glaͤnzendsten Periode. Se. Hoheit der Kurprinz Regent hat, nachdem er von Kissingen zuruͤckgeko nmen, sein Heflager hierher verlegt. Die Minister treffen woͤchentlich mehr⸗ a's von Kassel (von wo Hofgeismar nur fuͤnf Stunden ent⸗ fernt ist) hier ein, um Konferenzen mit dem Prinzen zu halten. Vorigen Sonntag wurden alle hier befindlichen Füses e vom Kurprinzen zur Tasel geladen und Abends war bei dfcgsebe Ball. Der Prinz traͤgt hier Civilkleider, und man kann nicht genug die Herablassung ruͤhmen, mit der er sich gegen die Bade⸗ gaͤste benimmt.“ Muͤnchen, 28. Juli. Vorgestern Abend kam Ihre Maj. die Koͤnigin von Neapel, unter dem Namen einer Graͤsin v. Amalsi, mit Gefolge hier an. Gegen 6 Uhr machte J. Koͤnigl. Hoh. die Herzogin Mar von Bayern Ihr einen Besuch. Wie man ver⸗ nimmt, wird Ihre Maj. die Koöͤnigin von Neapel einige Tage hier verweilen und sich sodann nach Dresden begeben. s In hiesigen Blaͤttern liest man: „Vorgestern Nacht
sind.
11 Uhr versammelten sich viele Studenten auf dem Karlsplatze,
veruͤbten mancherlei Unfug und schlugen auf dem Geschirrmarkte vieles Toöpfergeschirr entzwei. Einer von den Excessenten wurde von den Nachtwaͤchtern arretirt, und auf die Karlsthorwache ge⸗ bracht, an welcher sich bald 40 bis 50 Personen versammelten, um den Arrestanten gewaltsam zu befreien, welches den Frevlern jedoch . An dem Wachthause wurden jedoch die Fen⸗ ster eingeschlagen. Es wurden unter diesen naͤchtlichen Ruhestoͤ⸗ rern ein Töpfergeselle und 2 Studenten in den Polizei⸗Arrest gebracht.“ . t
Karlsruhe, 27. Juli. In der heutigen Sitzung der zwei⸗ ten Kammer erstattete der Abg. Merk den Kommissions⸗Bericht uͤber den Gesetz⸗Entwurf, die Aufhebung der Geschlechts⸗Bei⸗ standschaft betreffend. Wegen des kleinen Umfangs des Gesetzes, und weil die Kommission auf dessen unveraͤnderte Annahme an⸗ trug, wurde dasselbe sofort in abgekuͤrzter Form sogleich in Be⸗ rathung gezogen. Der Erfolg derselben war, daß die Kammer dem Gesetze, gegen den Widerstand von nur 4 Stimmen, die Zustimmung gab. Nach einer Erweiterung, welche die Kammer dem Entwurse gab, ist die Beistandschaft der Frauen voͤllig auf⸗ gehoben, naͤmlich auch in der Beziehung, daß, im Falle die In⸗ teressen des Kindes mit denen der Mutter in Widerspruch gera⸗ then, diese der vollkommenen Rechte eines Mannes theilhaftig seyn soll. — Hierauf fuͤhrte die Tagesordnung zur Begruͤndung des Antrags des Abg. Welker, die Freiheit der Presse betreffend.
üͤr
war,
8742
Die Motisn wurde durch Duttlinger, v. Rotteck, Fecht, v. Itz⸗ stein unterstuͤtzt, und deren Berathung beschlossen. Noch ist schließlich zu bemerken, daß gleich im Beginn der heutigen Siz⸗ zung, nachdem die neuen Eingaben verlesen waren, der Finanz⸗ Minister v. Boͤckh der Kammer eroͤffnete, daß ihr die Regie⸗ rungs⸗Kommission eine Eroͤffnung zu machen habe, fuͤr die fuͤr einige Augenblicke die Oeffentlichkeit der Sitzung unterbrochen werden muͤsse. Die Sitzung verwandelte sich hierauf bis 10 Uhr in eine geheimge. Man glaubt, daß diese Eroͤffnung auf den Druck des Welkerschen Antrags, uͤber den in der Kammer noch nichts zur Sprache gekommen, Bezug habe.
Frankfurt a. M., 30. Juli. In der Sitzung der gesetz⸗ gebenden Versammlung vom 25sten d. waren solgende Berathungs⸗ Gegenstaͤnde an der Tages⸗Ordnung: I. Vortrag des Senats vom 2lsten d. M., die durch die Ereignisse des 3. April 1833 und 2. Mai 1834 nothwendig gewordenen außerordentlichen Aus⸗ gaben betreffend; und II. weiterer Vortrag des Senats vom 2lsten d. M., die Konversion der staͤdtischen Anleihe betreffend. Der unter I. erwaͤhnte Senats⸗Vortrag lautet, wie folgt: „Nach beifolgendem polizei⸗amtlichem Berichte vom 14. Juli d. J. be⸗ anstandet loͤbl. staͤndige Buͤrger⸗Repraͤsentation ihre Zustimmung zu ferneren Ausgaben auf die betreffende Rubrik zu geben. Der Senat hat nun zwar dem Polizei⸗Amt eine anderweite Konferenz hieruͤber aufgetragen, da dieser außerordentliche Dienst keine Unterbrechung, ohne den hoͤchsten Nachtheil zu besahren, erleiden darf. Die er⸗ forderlichen Antraͤge dieserhalb liegen uͤbrigens bei der gesetz⸗ gebenden Versammlung bereits vor; indem daher der Senat zur Komplettirung der Akten und zur vollstaͤndigen Sach⸗ kenntniß die Anlage an die gesetzgebende Versammlung ge⸗ langen laͤßt, darf derselbe sonder Zweifel der baldigen Erle⸗ digung dieses hoͤchst wichtigen Gegenstandes entgegen sehen.“ Ohne Umfrage beschloß die Versammlung: diesen Vortrag sammt Anlage an die bereits unterm 9. Mai dieses Jahres ernannte Kommission mit dem Ersuchen abzugeben, ihre Ar⸗ beiten so viel als moͤglich zu beschleunigen. Der oben be⸗ ruͤhrte Bericht des Polizei-Amts an den Senat lautet sol⸗ gendermaßen: „Der buͤrgerliche Herr Deputirte bei dem Po⸗ sizei⸗Amt hat demselben eroͤffnet, wie loͤbliche staͤndige Buͤr⸗ ger⸗Repraͤsentation beanstande, den des rubrizirten Gegenstan⸗ des halber stattfindenden außerordentlichen Ausgaben deren Zu⸗ stimmung zu geben, da man die laͤngste Dauer derselben bis zum abgewichenen Monat Mai d. J. unterstellt habe. darauf angetragen: hohem Senat dieses Anstandes wegen gee neten Vortrag zu machen. Man beehrt sich nun, andurch ⸗ sem Vertrag zu entsprechen und sich gehorsamst die Ermaͤchtihm zu erbitten, mit loͤblicher staͤndiger Buͤrger⸗Repraͤsentation dahm zu konferiren, daß die erforderlichen Mehrausgaben bis zu erfol⸗ gender endlichen Organisation der Polizei sortzubestehen haben. Verehrungsvoll bestehend Eines hohen Senats gehorsamste De⸗ putirte zum Polizei⸗Amt und in deren Namen, Franzfurt a. M. den 14. Juli 1835. (gez.) von Guüͤnderode.“ — In dem unter II. beruͤhrten weiteren Vortrage des Senats wird, da die gesetzgebende Versammlung vom 4. Maͤrz d. J. beschlessen habe, daß sie dem an sie gelangten Antrage der Reduction der Staatsschuld von 4Ct. auf 3 Ct. nicht beitreten koͤnne, sondern anderweitigen Vorschlaͤgen und Antraͤgen we⸗ gen Ersparnissen durch Herabsetzung des Zinsfußes der Staats⸗ schuld entgegen sehe, der Autrag gestellt: daß man sich vorerst auf eine Konversion des bestehenden Anlehens, einschließlich der laufenden Schuld zu 33 pCt. mit Belassung der bisherigen Til⸗ gungsweise beschraͤnken solle. Zugleich fuͤgte der Senat die Be⸗ merkung bei, es werde von der gesetzgebenden Versammlung nicht
bezweifelt werden, daß die Veroͤffentlichung der auf diesen Ge⸗
stand bezuͤglichen Aktenstuͤcke durch den Druck, so wie der daruͤber entstehenden Diskussionen, nicht passend sey. Zur Begutachtung dieses Gegenstandes wurde sodann per gerut eine Kommis⸗ sion gewaͤhlt.
Unsere Truppen haben jetzt das
Wiesbaden, 24. Juli. jetzt werden seit einigen
Preußische Exercitium angenommen und Tagen darin eingeuͤbt.
Die Frequenz unserer Baͤder hat sich in der letzteren Zeit etwas, aber nicht bedeutend gehoben. Die desfallsigen Hoffnun⸗ gen fuͤr dieses Jahr sind vorbei. Aber aus unserem Rheingau
lauten die Nachrichten uͤber den Stand des Weines ganz vor⸗
zuüͤglich, doch lagern immer noch viel 183 ir Weine, die deren Besitzer nach dem Auschluß bald loszuschlagen gedenken. Die Weine muͤssen bei solchen Aussichten nothwendig im Preise fallen, denn es fehlt an Faͤssern und Kellern, sie aufzubewahren.
Bad Ems, 23. Juli. Allmälig hat sich unser Badeort wieder mit Badegaͤßen angefuͤllt, wiewohl nicht uͤberfuͤllt, wie im vorigen Jahre. Von den besten Auartieren steht wenigstens keines leer. Die meisten derselben werden von Englaͤndern, Hol⸗ lͤndern und Russen eingenommen. Von Deutschen regierenden Fuͤrsten befindet sich der Herzog von Sachsen⸗Meiningen nebst seiner Gemahlin und dem Erbprinzen hier. Die Herzogin, fuͤr die das Bad schon im vorigen Sommer von großem Nutzen kann wieder taͤglich Morgens und Abends Spaziergaͤnge
Ocseerelch. Juli. Die Auflosung des Ungarischen Land⸗
82 8
tages scheint noch nicht so nahe zu seyn, als man fruͤher glaubte. Der von einigen Zeitungen neulich erwaͤhnte Vorfall im Be⸗ regher Comitate, wo ein Edelmann, damens Semire, in den Comitat⸗Versammlungen die Freiheit der Rede auf eine ganz constitutionswidrige Weise mißbrauchte, hatte zur Folge, daß der Ober⸗Gespan einen Befehl zu seiner Verhaftung erließ, welche uch vollzogen wurde.
G Sen wenigen Tagen werden uns saäͤmmtliche Mitglieder des Durchl. Hauses Oesterreich⸗Este verlassen haben. Der Erz⸗ herzog Maximilian geht den 27. d. M. mit seiner Nichte nach dem Bade Ischl ab, und der Erzherzog, Herzog von Modena begiebt sich auf seine Guͤter in Ungarn, von wo Se. K. H. die Ruͤckreise nach Modena antreten werden, ohne hieher zuruͤckzu⸗ kehren.
Wien, 29. Juli. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Grafen von Fiquelmont, Allerhoͤchstihrem Botschafter am Kai⸗ serlich Russischen Hofe, das Großkreuz des Stephans⸗Ordens verliehen.
5 Maj. der Kaiser empfingen vor einigen Tagen eine Buͤrger⸗Deputation, welche Allerhoͤchstdenselben ihren Dank zu Fuͤßen legten, fuͤr die Bestaoͤꝛgung des von den Buͤrgern er⸗ wahlten Buͤrgermeisters von Leeb. Der Kaiser, der die Ver⸗ dienste des Buͤrgermeisters waͤhrend der Franzoͤsischen Invasion, insbesondere um die Stadt Wien, in Hinsicht der Erhaltung der Ordnung als Chef der Buͤrger⸗Garden, schon als Kronprinz
Derselbe hat
geistige Kraft staͤrker.
oͤfters zu wuͤrdigen verstand, empfing und entließ diese
8
Zuͤrich, 24. Juli. (Schwaͤb. Merk.) und 12te Sitzung der Tagsatzung vom 20. bis 22. Juli wieder mit Berathung des eidgenoͤssischen Militairwesens man hofft, daß der Gegenstand noch in dieser Woche zu
kommen, und wenigstens von der Mehrzahl der Kantone dg Nicht unwichtig ist der Beschluß, der ig leten Sitzung gefaßt wurde, daß kuͤnftig die Schweitzeif Truppen, wo sie als eidgenoͤssische auftreten, einerlei Fahnen! Kokarden haben sollen, desgleichen alle Truppen von dersig
gebilligt werden.
Waffengattung dieselbe Uniform; somit sallen die rothen
baͤnder mit weißem Kreuz, sonst das eidgenoͤssische Kernii
jetzt weg. Man erinnert sich hiebei des Kokardenstreits m
rigen Jahre, wo Neuenburgische Militairs im eidgenoͤssischat
ger wegen der Preußischen Kokarde angefochten wurden. Es geht die Sage, St. Gallen suche durch Vermittelung Oesterreichischen Gesandten seinen Streit mit Baden autz chen. Bekanntlich hat dieser Kanton, sich fuͤr beleidigt durch die Zuruͤckweisung eines seiner Angehoͤrigen, eines 9 werksburschen, allen Badischen Unterthanen den Eintritt! sagt und dieses Verbot bis jetzt streng gehandhabt. Bischof Salzmann von Basel hat in einem Schreiben 14. Juli an den kleinen Rath des Aargaus gegen die Abse der widerspenstigen Geistlichen protestirt. Er habe, sagt ert seinen Augen nicht getraut, als er gelesen, wie man mit ine schen Priestern verfahre, so etwas sey in der protestantische session denkbar, wo der Souverain auch die kirchliche Gemt. sitze, nicht in der katholischen Kirche, die durch Christt Anor Bischoͤfe zur Ausuͤbung des Kirchen⸗Regiments habe. Er seine Pflichten verletzen, wenn er nicht gegen die Absetzun
à
schuldiger Geistlicher durch die weltliche Macht protestirte,
er sie nicht fortwaͤhrend als Inhaber ihrer Wuͤrden betraß
und wenn er die neu eingesetzten anerkennte.
üͤrich, 25. Juli. (Allg. Ztg.) Der Geist der ist, wie voraus zu sehen war, vorherrschend gmg mehr noch als der der vorjaͤhrigen Tagsatzung, welcher die nerungen von 1832 noch lebendig vorschwebten. Bern so⸗ her nicht im mindesten zu besorgen, daß seine voroͤrtliche’ imn in der Zwischenzeit irgend bedeutend angegriffen werk. I. Kampf des Staates mit der Kirche in der katholischen Che bietet auf allen Seiten unerfreuliche Erscheinungen da.“ Buͤndten erscheinen die Anmaßungen der Roͤmischen Cunt so auffallender, als gerade hier die Kirche keinerlei Beeinte gungen oder Angriffe des Staates zu erfahren hatte. St. Gallen stehen sich die beiden Parteien entschlossen uͤber, die altkatholische durch die Masse, die reformirende; — Das Haupt der erstern Partei, Alt⸗Regierungsrath Gmuür, ein sehr gewandter Mann, i storben, ein Verlust, der fuͤr dieselbe um so groͤßer ist, o eben keinen Ueberfluß an hervorragenden Koͤpfen hat. ¹ lend war ein Cirkular, welches der Regierungsrath a. Geistlichen erließ, um ihnen jede Bekanntmachung in irgen cher Form eines paͤpstlichen mit dem Placet der Regierung versehenen Erlasses zu untersagen. Wir haben zwar in reich auch Aehnliches gesehen. Aber es bleibr doch 2„ Frage des Placet, sofern es sich nicht auf amtliche Promulge bezieht, fuͤr die neuere Zeit und Staaten, wesche dem Gr⸗ satze absoluter Preßfreiheit huldigen, eine sonderbare Abnomn Sie ist offenbar noch ein Ueberbleibsel aus fruͤheren Zeiten, die Staatsgewalt die oͤffentliche Mittheilung uͤberhaupt ihre Obhut nahm. Denn wenn jeder hergelaufene Mensch, viel von welcher Gesinnung und Denkweise, bei uns doch frei durch die Zeitungen Alles dem gesammten Volke vom kann, was ihm nur einfaͤllt, Gutes und Schlechtes, Nahrmn Gift, so ist es unbegreiflich, wenn man den Papst ganz altn hindern will, zu denen zu reden, die ihn doch als ihr kirt Oberhaupt anerkennen. Man wird eine solche Beschte nur aus denselben Gruͤnden vertheidigen koͤnnen, aus man die Censur uͤberhaupt vertheidigt. Diese Gruͤnde haln bei uns verfassungsmaͤßig kein Gewicht. Und wie wenig hilte ches Verbot. Der Papst kann drucken lassen, was er will, in nen Kantonen und in den reformirten, die sich um seine so wenig als um andere Artikel und das ganze Placet . werden. — Im Kanton Aargau verfahren die Bezire mit wahrer Leidenschaft gegen die Geistlichen, und es t lerdings ein widriges Gefuͤhl, wenn man ihre Urtheile un fen gegen Papistische Verbindungen vergleicht mit der ten Straf⸗ und Zuͤgellosigkeit politischer Vereine, die im vorzuͤglich gewuchert haben. Gerichte sollten sich unter Verhaͤltnissen und unter keinen Umstaͤnden dazu hergeben,] zwecke zu verfolgen und den herrschenden Staatslenkern, ßen nun absolut oder constitutionnell oder demokratisch, zu auch nur um eine Linie von der ruhig abmessenden Gerech zu weichen. Nur wo die Gerichte ganz unbeugsame Ven und Wahrer des Rechtes (nicht der Neigung oder Abnes sind, nur da ist wahre Freiheit, und ohne sie unter jede fassungsform nur Despotismus. 9 8 18 Ititen. 1
Mailand, 25. Juli. Voller Erstaunen berichten U liͤnischen Blaͤtter, daß ein Deutscher, der bekannte Dr. 9 schwarz, die f. gehabt habe, als Improvisator in, aufzutreten. Ein Theil des um ihn hier im Theater de nobbiana versammelt gewesenen Publikums hat ihn zec sich leicht denken laͤßt, nicht verstanden; um so freigebigte doch der Deutsche Theil desselben mit dem Beifall gewel es seinem Landsmanne gespendet hat.
Rom, 18. Juli. (Allg. Ztg.) Ein Edikt des 4 Staats⸗Secretairs des Innern vom 9ten d. ertheilt allen den oͤffentlichen und frommen Stiftungen, perschaften bis auf die Staatspaͤchter hinab, das Ret⸗ ruͤckstaͤndigen Forderungen durch exekutive Gewalt (mama nach dreitaͤgiger Ankuͤndigung einzutreiben, ohne vorhan Prozedur. Die Klage um Abhuͤlfe steht nachher Jeg Auch sind die Schuldner des Staats und der oben gs Verwaltungen dieser Maßregel unterworfen. Dics hat lediglich die Absicht, den in letzter Zeit so haͤufh kommenden weitlaͤustigen Prozessen, in welche d verwickelt ward, vorzubeugen. Indessen glaubt 8- daß dies Gesetz in seiner ganzen Ausdehnung in ”' gebracht werden wird, außer da, wo die Gesetze nicht h 8 um notorisch schlechte Schuldner zu ihren Leistungen zu ¹ Daß sich Viele laut dagegen aussprechen, ist begreiflich lautesten die Advokaten, welche sich dadurch um man
“ ““ 1 . 6 Dewerozeß gebracht sehen. Bedenkt man, tion mit den liebevollsten Aeußerungen gegen seine Vaterstant
Die 10te,
eeinung
Don C
9 88 8 “ daͤß in keinem Lande die rute so prozeßsuͤchtig sind als hier, zumal bei zu leistenden Zah⸗ igen, und daß unsere Finanzen sich nicht in dem Stande be⸗ ünden, große Summen, auf die man gerechnet hat, ausstehen zu sen, so laͤßt sich diese Verordnung wohl einigermaßen rechtfer⸗ lgen. Die Behauptung Vieler, das Gesetz werde bei seiner möghenge nicht von Dauer seyn, muͤssen wir der Zeit uͤberlassen. r Der fruͤher in Lissabon als Paͤpstlicher Nuntius gewesene zadmal Giustiniani ist dermalen so geisteskrank, daß er zu allen echaͤften unfähig geworden ist, und sich ganz aus dem oͤffent⸗ chem Leben zuruͤckgezogen hat. 1 . Der Papst hat den Ritter Sebregondi vor seiner Abreise t dem Großkreuz des heiligen Gregor⸗Ordens geschmuͤckt und im außerdem eine mit seinem Bildniß in Diamanten gezierte Ta⸗
packsdose als Zeichen seines Wohlwollens zustellen lassen.
Neapel, 15. Juli. Das Nord⸗Amerikanische Geschwader, has sich uͤber einen Monat auf der hiesigen Rhede befand, ist nolich wieder abgesegelt, nachdem ihm von unserer Regierung ,000 Dukati, als Zahlung auf die von den Vereinigten Staa⸗ en geltend gemachte Forderung, uͤbergeben
8 “ Jc81 “ Madrid, 16. Juli. In der heutigen Revista liest man: Wir wissen nicht, in wie weit es uns gestattet seyn wird, un⸗ rre Meinung uͤber die durch den Minister⸗Rath Ihrer Maje⸗ dat vorgelegte Darstellung (naͤmlich den im gestrigen Blatte der Staats⸗Zeitung mitgetheilten Bericht der Minister) und uͤber die darin empfohlenen Maßregeln auszusprechen. Diese Maßregeln no uͤbrigens nur diejenigen, welche die „Abeja“ verlangte, und ie wir schon in unserer Polemik mit diesem Blatte bekäͤmpften. die staͤdtische Miliz von den Individuen reinigen zu wollen, belche keine hinreichende Buͤrgschaften darbieten, ist ein Fehler unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden. Es handelt sich nicht um eine bloße hache der Ordnung, wie wenn wir in Friedenszeiten lebten. Wir sind im vollen Buͤrgerkrieg und die Mtliz hat nicht zu viel lLeute unter den Waffen, um fuͤr den außerordentlichen Dienst bie noͤthigen Streitkrafte gegen die Aufruͤhrer zu liefern. Diese Ausschließungs⸗Maßregel wird die entschlossensten Buͤrger treffen, die uͤbrigen muthlos machen und daher viele Abdankungen nach sch ziehen. Alle vorgeschlagene Maßregeln sind ohne Zweifel micht gleich tadelnswerth; aber es athmet darin ein Geist der Un⸗ terdruͤckung, der wohl geeignet ist, Mißvergnuͤgen zu erregen. Man sagt oft, die Regierungen richteten sich durch Schwaͤche zu Grunde, aber man darf nicht vergessen, daß der unzeitige Ge⸗
brauch der Kraft ebenfalls eine Ursache zum Verderben wird.“
— Briefe aus Madrid vom 21. Juli in Franzoͤsischen Blaͤt⸗ tern melden, daß die Einwohner dieser Hauptstadt die Ruͤckkehr der Koͤnigin und die Zusammenberufung der Cortes verlangen. Beim Abgang der Couriere hatte die Gaͤhrung den hoͤchsten Grad erreicht. 8 .
— Der Korrespondent des Mornit - Here ld, glaͤn
der, äußert sich in einem Schreiben aus St. Esteban vom 1. Juli solgendermaßen uͤber die Anwendbarkeit der Stipulationen des unter Lord Elliot's Vermittelung zwischen Zumalacarreguy und Valdez abgeschlossenen Vertrages auf die gegenwaͤrtig aus verschiedenen Laͤndern nach Spanien gesendeten Huͤlfs⸗Truppen: „Ich glaube, einige von einflußreichen Mitgliedern des Unterhauses in der⸗Sitzung vom 24. Juni, waͤhrend der Diskussion uͤber die Motion des Lords Mahon, in Betreff des letzten Kabinets⸗Befehls, vorgebrachten Beweisgruͤnde widerlegen zu muͤssen. — Die Frage, um die es sich handelt, wurde von den Karlisten⸗Chefs, von den politischen Rathen des Don Carlos, und von der Mehrzahl der⸗ enigen, welche Spaniens Gluͤck wuͤnschen, in reife Ueberlegung gezogen. Wir wouen daher mit dem durch Lord Elliot vermit⸗ elten Traktat beginnen, um zu sehen, ob die in England und anderwaͤrts angeworbenen Truppen berechtigt sind, auf die Wohl⸗ that des achten Artikels Anspruch zu machen. Bevor sich Lord Elliot in das Hauptquartier des Ober⸗Befehlshabers der Chri⸗ stinos begab, hielt er fuͤr angemessen, vorlaͤufig von Seiten des Don Carlos die Zustimmung zu dem vorgeschlagenen Traktate zu erhalten. Dieser Fuͤrst gab augenblicklich seine Einwilligung zu dieser Maßregel durch seinen Minister der auswaͤrtigen Angele⸗ genheiten, Don Carlos Cruz Mayor, und sendete einen Courier an den seitdem verstorbenen General Zumalacarreguy behufs der Unterzeichuung des Traktates. Der achte Artikel der Akte — und dieser Punkt ist von groͤßter Wichtigkeit — ist in folgenden Worten abgefaßt: „Wenn sich der Krieg auf andere Provinzen ausdehnt, so hat die gegenwaͤrtige Convention auch in diesen zu helten. (Se la guerra se extiende ä otras provincias. regira een ellas el presente convenio).“ — Der solchergestalt abgefaßte Traktat wurde von Zumalarcarreguy am 25. April unterzeichnet. Lord Elliot begab sich hierauf in das Hauptquartier des Generals Valdez, der mit dem General Cordova den Inhalt eines jeden Paragraphen des Traktats in genaue Erwägung zog. Ich will hier alle die fri⸗ volen Einwuͤrfe, welche diese Generale machten, mit Stillschwei⸗ gen uͤbergehen — (Lord Elliot und Oberst Gurwood koͤnnten in dieser Beztehung interessante Details mittheilen) — und ohne weiteren Umschweif nur von dem in Frage stehenden achten Ar⸗ tikel sprechen. — Valdez weigerte sich peremtorisch, die Bestim⸗ mungen des Traktates uͤber die noͤrdlichen Provinzen hinaus zu erstrecken, und verfaßte einen andern Artikel, der dann auch von beiden Parteien unterzeichnet wurde. Dieser Artikel lau⸗ tet: „Wenn sich der Krieg auf andere Provinzen ausdehnt, so at die gegenwaͤrtige Convention auch in diesen zu gelten; vor⸗ ausgesetzt, daß die naͤmlichen gegenwaͤrtig in den drei Baski⸗ schen Provinzen und im Koͤnigreiche Navarra kriegfuͤhrenden Armeen es sind, welche, durch die Wechselfaͤlle des Krieges ver⸗ anlaßt, selben in andern Provinzen der Monarchie fuͤhren.“ Jumalacarreguy unterzeichnete den auf diese Weise abgeaͤnderten Traktat, ohne Don Carlos um seine Meinung zu fragen, und ich bin ermaͤchtigt, zu erklaͤren, daß sein Souverain dieses Be⸗ nehmen nicht gebilligt hatte. Valdez hatte dabei einen doppelten Zweck vor Augen: er wollte naͤmlich die Insurrection in den an⸗ deren Provinzen verhuͤten, und zugleich die Rekruten und die nhaͤnger des Don Carlos in den suͤdlichen Provinzen verhin⸗ dern, sich in jene des Nordens zu begeben. Ich will es dahin⸗ gestellt seyn lassen, ob Valdez hierin politisch gehandelt hat oder nicht; aber kann man wohl behaupten, daß die vom Oberst Evans befehligten Englischen Bataillons unter den gegenwaͤrtig in den Zaskischen Provinzen und im Koͤnigreiche Navarra kriegfuͤhren⸗ ben Armeen mit einbegriffen gewesen seyn konnten? Nach meiner 8 g wird dieses Niemanden einfallen. Nun aber sollen von Uhr alle oͤffentlichen und Privat⸗Vertraͤge, nach der urspruͤnglichen wecht der vertragschließenden Parteien, gewissenhaft erfuͤllt wer⸗ n Gesetzt, Lord Elliot (denn nach Allem garantirt Se. Herrl. die lllige Imterpretation des Traktats) haͤtte folgendermaßen zu arlos gesprochen: „Der Traktat wird Ihre Anhaͤnger
noch nicht.
in keinen anderen Provinzen, als in denen des Nordeus schuͤtzen, waͤhrend derselbe zu gleicher Zeit jeder Fremden⸗Legion, welche die Koͤnigin anwerben und Ihnen entgegenstellen duͤrfte, seinen Schutz angedeihen lassen wird“, — wuͤrde wohl Don Carlos einen solchen Traktat unterschrieben haben? Gewiß nicht. Sonach bin ich ermaͤchtigt, zu sagen und Lord Elliot kann keiner anderen Meinung seyn: Die Wohlthat der Convention erstreckt sich nicht auf die in England angeworbenen Truppen. — solchergestalt bewiesen habe, daß die Englaͤnder, kraft des achten Artikels, in der Convention nicht begriffen sind, gehe ich noch weiter. Der erste Artikel lautet: „Die Ober⸗Befehlshaber der in den Provinzen von Biscaya, Guipuzcoa und Alava und in dem Koͤnigreiche Navarra gegenwaͤrtig kriegfuͤhrenden Armeen kommen dahin uͤberein, allen durch Einen von ihnen gemachten Gefangenen das Leben zu schenken und dieselben unter den nachfol⸗ genden Bedingungen auszuwechseln.“ Ich weiß nicht, welchen Rang der Oberst Evans im Dienste Spaniens einnehmen wird; aber er schifft sich entweder als Ober⸗Befehlshaber der Großbri⸗ tanischen Truppen ein, oder er willigt ein, sich unter die Befehle eines Spanischen Ober⸗Befehlshabers zu stellen. Im ersten Fall ist es klar, daß er im Traktate nicht mitbegriffen ist; im letztern Falle moͤge Gott ihm und seinen getaͤuschten Gefaͤhrten beiste⸗ hen!“ — Hierauf bringt der Korrespondent in Erinnerung, wie die Franzoͤsische Armee waͤhrend des Unabhaͤngigkeits⸗Krieges be⸗ handelt wurde, und behauptet, daß die Englischen Truppen, wel⸗ che sich gegenwaͤrtig nach der Spanischen Halbinsel begeben, in den Nord⸗Provinzen eine aͤhnliche Aufnahme zu erwarten haben duͤrften; denn Don Carlos, sagt er, wird die Gebirge nicht ver⸗ lassen, bevor er nicht gewiß ist, als Sieger in Madrid einziehen zu koͤnnen. — Am Schlusse seines Schreibens bekaͤmpft er mit aller Kraft die Meinung Lord Palmerston's, daß die Mehrzahl des Spanischen Volks fuͤr die Sache der Koͤnigin guͤnstig ge⸗ stimmt sey. Er zaͤhlt dann alle Hindernisse, gegen welche die Karlisten zu kaͤmpfen haben, und alle Vortheile, welche den Chri⸗ stinos zu statten kommen, auf, und erklaͤrt ohne Bedenken, daß Don Carlos, wenn man eine strenge Neutralitaͤt beobachtete, binnen drei Monaten von allen Provinzen anerkannt, auf dem Spanischen Throne sitzen wuͤrde.“
— Ein anderer Spanischer Korrespondent des Morning Herald giebt folgende Charakteristik vom General Cordova: „Cordova ist jetzt der Matador der Spanischen Armee. Ein bedeutender Mann, der wohl im Stande ist, ihn zu beurtheilen, hat ihn, wie ich hoͤre, den Buonaparte Spaniens genannt. Ohne einzuraͤumen, daß er solche Faͤhigkeiten zu entwickeln verspreche, wie Napoleon, muß man ihm doch die Ehre widerfahren lassen, daß er es gewagt hat, vorwaͤrts zu gehen, und daß es ihm ge⸗ lungen ist, uͤber eine staͤrkere Armee zwei Siege zu erringen. Es waͤre indeß gewagt, zu behaupten, daß er nicht auch zuletzt werde abtreten muͤssen, wie vor ihm Sola, Sarsfield, Quesada, Wall, Rodil, Mina und Valdez. Cordova kennt den Mllitair⸗Dienst Im Jahre 1822 war er noch Kadett in Madrid und wurde nach mehreren Pruͤfungen noch nicht zur Stelle eines Unter⸗Lieutenants faähig befunden. Spottweise nannte man ihn den Senior der Kadetten. Da alle seine Bemuͤhungen, eine Anstellung zu erhalten, fehlschlugen, trat er, gereizt durch die Verachtung der Examinatoren, die Constitutionnelle waren, auf die Seite der Royalisten, diente aber nicht wirklich in der Glau⸗ bens⸗Armee. Er begab sich nach Frankreich und kehrte mit dem Herzog von Angouleme nach Spanien zuruͤck. Spaͤter wußte er sich bei Ferdinand VII. in Gunst zu setzen und wurde auf einmal zum Obersten und bald darauf zum General⸗Major ernannt. Ungeachtet dieses hohen militairischen Grades wurde er nicht zum Militair⸗Dienst, sondern zu mehreren diplomatischen Missionen verwendet und zu⸗ letzt, kurz vor dem Tode Ferdinand's, als Spanischer Gesandter nach Lissabon gesandt. In dieser Eigenschaft benahm er sich sehr verdaͤchtig. Er soll viel mit Dom Miguel umgegangen seyn, in dessen Lager man ihn sogar einmal sah, auch soll er mit Don Carlos, der damals in Lissabon war, intriguirt haben. Nach dem Tode Ferdinand'’s wurde er zuruͤckberufen und uͤber sein Beneh⸗ men eine strenge Untersuchung verhaͤngt. Das Resultat war guͤnstig fuͤr ihn und da er die Koͤnigin⸗Regentin fußfaͤllig bat, ihn als Befehlshaber einer Brigade zur Nord⸗Armee zu senden, so wurde ihm dies bewilligt. Obgleich er indeß bei mehreren Gelegenheiten ungluͤcklich war, so ist er dennoch von der Koͤnigin zum Divisions⸗General ernannt worden. Er ist rasch, tapfer, aber ohne Erfahrung.“ 6
“
Athen, 16. Juni. Seit der neulich angezeigten Veraͤnde⸗ rung ist hier nichts von Wichtigkeit vorgefallen. Das bisherige Ministerium ist bis jetzt weder entlassen, noch bestaͤtigt; doch er⸗ halten sich die Geruͤchte von einem durchgreifenden Minister⸗ wechsel. Man ist um so gespannter darauf, als sich in der Wie— derbesetzung der Ministerien endlich das System der Regierung aussprechen muß. Eine der umlaufenden Minister⸗Listen besagt im Wesentlichen: Hr. M. Suzzo (der aus Petersburg erwar⸗ tet wird) fuͤr das Auswaͤrtige, Hr. G. Kantakuzeno fuͤr den Krieg und Hr. A. Kantakuzeno (der im Piraͤus angekommen, aber noch in Auarantaine ist) fuͤr die Finanzen.
Von allen Fragen der hoͤheren G abgesehen, sind die Aspekten des Augenblicks durchaus guͤnstig. Alles laͤßt ein aus⸗ gezeichnet gutes Finanzjahr hoffen. Die Aerndte faͤllt, Dank sey dem kalten und unfreundlichen Fruͤhling, ungemein reich aus, und die Zehnten werden jetzt mit einem unglaublichen Zuwachs gegen voriges Jahr verkauft. Allein in der kieinen Provinz Boͤotien (die nicht viel mehr, als die Haͤlfte des alten Boͤotiens begreift) ist die Verkaufs⸗Summe von 300,000 auf 510,000 Drachmen gestiegen, in Attika gar von 72,000 auf 155,000, in andern Provinzen schwankt die Zunahme zwischen 25 und 50 pCt., in Argos soll sie sogar 100 pEt. betragen. Dazu ist die Erhe⸗ bungsweise dies Jahr so gut kombinirt, daß alle jene endlosen Zwistigkeiten zwischen den Ackerbauern und den Zehntenpaͤchtern wegfallen werden. Auch andere Finanz⸗Quellen versprechen einen reicheren Ertrag, und das Budget der Einnahmen, das im vori⸗ gen Jahre 10 Millionen war, und jetzt auf 11 Millionen ver⸗ anschlagt ist, duͤrfte leicht auf 12 bis 13 Millionen steigen.
Kolokotroni und Plaputas sind von Palamidi hier ange⸗ kommen.
Das Geruͤcht, daß Hr. Dawkins uns verlassen und durch den Capitain Sir Edwards Lyons ersetzt werden solle, erhaͤlt sich. Auch haben die Griechen ihre Hoffnung auf den Erwerb von Kreta noch nicht aufgegeben, und bauen vorzuͤglich auf den Philhellenismus Lord Palmerstons und Sir Pulteney Malcolms.
Nachdem ich
“ .
Ien la. 6 b.
Berlin, 3. August. Das heutige Geburtsfest Sr. Maje⸗ staͤt des Koͤnigs wurde in der hiesigen Residenz von den Bewoh⸗ nern jeden Standes in altgewohnter Weise mit denjenigen Ge⸗ sinnungen der treuesten Liebe und Anhaͤnglichkeit begangen, welche die Herzen des Volks nur immer an die Person eines allgemein verehrten Monarchen knuͤpfen koͤnnen.
Die Universitaͤt feierte den festlichen Tag im großen Hoͤr⸗ saale vor einer ansehnlichen Versammlung durch eine lateinische Rede, in welcher der Professor der Beredtsamkeit, Dr. Boͤckh, uͤber den Fortschritt der Bildung in der Entwickelung des mensch⸗ lichen Geschlechts, mit besonderer Anwendung auf die Verdienste Preußens um dieselbe, 12996- uͤberhaupt, als unter der Regie⸗ rung Seiner Majestaͤt des Koͤnigs sprach. Hierauf trug der zei⸗ tige Rektor der Universitaͤt, Professor Dr. Steffens, die Urtheile der verschiedenen Fakultaͤten uͤber die Schriften vor, welche in Beantwortung der im vorigen Jahre bekannt gemachten Aufga⸗ ben konkurrirt hatten. Es war füͤnf Studirenden der Preis, der in einer goldenen Medaille, 25 Dukaten an Werth, besteht, und drei Studirenden die Ehre der oͤffentlichen Erwaͤhnung zuer⸗ kannt worden, und zwar:
1) von der theologischen Fakultaͤt der Preis dem Studiosus August Kuͤper aus Westphalen, 2) von der juristischen Fakultaͤt der Preis dem Studiosus Heinrich Friedrich Wilhelm Jahncke aus Berlin, ie Ehre der 811 Erwaͤhnung dem Studiosus Rudolph C neist aus Berlin, ) von der medizinischen Fakultaͤt der Preis dem Studiosus Heinrich Kronenberg aus Warschau, ie Ehre der oͤffentlichen Erwaͤhnung dem Studiosus Robert Remak aus Posen, ) von der philosophischen Fakultaͤt der Preis, 2) für Beantwortung der aus der Naturwissenschaft gestelt⸗ ten Frage, dem Studiosus Franz Ferdinand Schulze aus Naumburg, b) fuüͤr Beantwortung der historischen Frage der Preis dem Studiosus Georg Waitz aus Flensburg, 8 die Ehre der oͤffentlichen Anerkennung dem Studiosus Siegmund Hirsch aus Berlin.
ZFuͤr das naͤchste Jahr wurden wieder sechs Preis⸗Aufgaber bekannt gemacht.
Das Joachimsthalsche Gymnasium beging die Feier durch Gesang und einen Rede⸗Aktus. Die Alumnen fuͤhrten unter Leitung des Singlehrers Dr. Hahn den Choral „In deiner Staͤrke freue sich“, das Tedeum von Mozart und einen Chor von Haͤndel aus; die Festrede, von Professor Reinganum ge⸗ halten, betrachtete die altklassischen Studien als Bildungsmittel in Beziehung zum Staate. In aͤhnlicher Weise wurde der Fest⸗ tag auch von den uͤbrigen hiesigen Koͤniglichen Gymnasien be⸗ gangen.
Der Herr Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten hatte das diplomatische Corps zu einem Diner von 36 Couverts bei sich versammelt.
Die Offizier⸗Corps der verschledenen Truppentheile der Gar⸗ nison hatten Festmahle unter sich veranstaltet, und die Unteroffi⸗ ziere und Gemeinen wurden in ihren Kasernen bewirthet.
Das Schuͤtzen⸗Corps hielt ein solennes Koͤnigsschießen, wei⸗ chem ein Mittagsmahl folgte.
Das Buͤrger⸗Rettungs⸗Institut vertheilte zur Feier des Tages eine Summe von 1460 Rthlr. an zehn esge, unver⸗ schuldet zuruͤckgekommene Baͤrger⸗Familten und erfreute dretzehn Buͤrger⸗Jubelgreise durch ein außerordentliches Geschenk aus dem von Kircheisenschen Stiftungs⸗Fonds.
Die Hospitaliten wurden in den von der Armen⸗Direr⸗ tion abhaͤngenden groͤßeren und kleineren Anstalten, so wie die G in dem großen Friedrichs⸗Waisenhause festlich be⸗ wirthet.
Die drei sammlungen.
Den Zoͤglingen des Louisenstifts wurde durch die Mild⸗
thaͤtigkeit einer vieljaͤhrigen Goͤnnerin dieses Instituts, der Frau Wittwe des Banquiers Beer, auch in diesem Jahre wieder ein Festmahl zu Theil. — Auch die Wadzecks⸗Anstalt beging das Allerhoͤchste Geburts⸗ fest und zugleich ihr sechzehnjaͤhriges Hestehen unter angemessenen Feierlichkeiten. Nach Absingung des Chorals: Auf, Fhriten bringet Preis und Ehr' u. s. w. hielt der Prediger Schweder die Festrede. Die einhundert Zoͤglinge der Anstalt sangen darauf dem allverehrten Monarchen ihren Gluͤckwunsch. Hiernaͤchst las das Vereins⸗Mitglied, Schulvorsteher W. Kruͤger, den hoͤchst erfreulichen Bericht uͤber die Wirksamkeit der Anstalt und die ihr bewiesene Theilnahme im zuruͤckgelegten Jahre. Bei der Actien⸗Ziehung wurden 12 Actien im Werthe von 500 Rthlr. zur Zahlung gebracht. Auch bei der darauf erfolgten Speisung der armen Kinder ertoͤnten aus dem Munde der Unmuͤndig en dem Tage angemessene Lieder. 8
8
großen Freimaurer⸗Logen hielten festliche Ver⸗
,——n—
Berliner Börse. 1 Den 3. August 1835.
Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel, (Preuss. Couwr.)
”=
— emn
sauimeln.
Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rkst. C. u. Z.-Sch. d. K.- u. N. Gold al mareceo .. Neue Duk Friedrichsd'or. .. Dleonto . . ..
St.-Schuld-Sch. 4 101¼ Pr. Engl. Obl. 30. 4 90¼ Priim. Sch. d. Sceb. 60 ½ Kurm. Obl. m. I. C. 10¹½ Neum. Int. Sch. do. 101 Berl. Stadt-Obl. 101 ¾ Königsb. do. — Elhing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfandbr. Grosshz. Pos. do.
100 ⅔ 98 ½⅔ 59 ½
101 ⅔
— —
40½ 102 ½1 102 103 —
— . — — 2 —-—— “
Auswärtige Börgsen.
1 Amsterdam, 29. Juli.
Niederl. wirkl. Schuld 55 1½. 5 % do. 101½. Kanz-Bill. 24. 4 ½ 8 Amort. 94 ½ 3 ½ 8 79 ÿ½. Rus. 99 ¼ ½ 99 ½. Preusz. Präm.-Scheine 105. do. à 8 Anl. —.
39 26.
Antwerpen, 28. Juli. Span. 5 40 ½. Zinsl. 16 ½. Cortes 36 ⅛. Coup. 23. Neoe Span. Anl. 5S1. Guebhnrd a0½. Belg. 100 . Darmst. 233. Wien, 29. Juli.
—,—
æ*göe
Oesterr. Span. 5 ½ 40¼.
5x% Met. 102 ½, 48 98 ⁄¾. Neue Anl. 575 ½4. Bank-Actieg 1322.
Ausg. Sehald 1 8 „