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bringen. Herr Hume bat um Erlaubniß, eine Bill einbringen zu duͤrsen, zur Aufhebung des Stempels kleiner periodischer Schriften, die weniger als 6 Pence kosten (die gewoͤhnlichen greoßen Tages⸗Blaͤtter kosten 7 Pence). Da indessen Herr Spring Rice, Kanzler der Schatzkammer, ihm bemerk⸗ lich machte, daß die ganze, den Zeitungs⸗Stempel be⸗ treffende Angelegenheit am naͤchsten Freitage zur Spra⸗ che kommen werde, so nahm Herr Hume seine Mo⸗ tion zuruͤck. Zu Freitag naͤmlich steht eine desfallsige Mo⸗ tion des Herrn E. L. Bulwer auf der Tagesordnung. Zu der⸗ selben will Herr Buckingham, wie er anzeigte, ein Amende⸗ ment vorschlagen, wonach alle Journale zum Preise von 1 Penny bis 1 Shilling jede Nummer zwar gestempelt werden, fuͤr den Stempel aber nur ein Viertel ihres Preises bezahlen, und gegen diese Abgabe die Porto⸗Freiheit auf allen Posten genießen sol⸗ len. Wichtig war die Antwort, welche Lord John Russell auf die Anfrage des Herrn Lynch ertheilte, ob naͤmlich die Re⸗ gierung hinsichtlich der Absonderung der richterlichen Functionen des Lord⸗Kanzlers von den politischen Aemtern desselben einen Entschluß gefaßt habe. Die Antwort des Ministers lautete: „Die Frage ist so schwierig und von so großer Wechtigkeit, daß die Re⸗ gierung nicht ohne sehr reifliche Ueberlegung einen Entschluß fas⸗ sen will; doch ist es allerdings die Absicht der Minister, in der naͤch⸗
sten Session eine Maßregel vorzuschlagen, wonach fuͤr den Kanzlei⸗
Gerichtshof ein anderer permanenter Richter zu ernennen seyn wuͤr⸗ e, wenn gleich man bei der Sonderung der verschiedenen Funec⸗ rionen des Lord⸗Kanzlers große Vorsicht anwenden muß.“ Eine
andere Frage richtete Hern Wallace an die Minister; wie es
naͤmlich mit der Dampf⸗Canmunication zwischen England und Ostindien stehe; man habe beabsichtigt, vom 1. April d. J. an etne Communtcation durch das Rothe Meer uͤber Suez ins Le⸗ ben treten zu lassen, es muͤsse aber irgendwo ein Versehen vor⸗ gegangen senn, denn die Ostindische Compagnie habe bekannt ge⸗ macht, baß die Posten vom Mai, Juni und Jult nicht so beföͤr⸗ dert worden sepen, wie man erwartet habe. Auch der andere Plan, eine Communication durch Dampfschiffe auf dem Euphrat zu bewerkstelligen, scheine niche zu Stande zu kommen. Sir J. v. Hobhouse, Praͤsident des Ostindischen Buͤreaus, antwortete, die Befuͤrchtungen des ehrenwerthen Herrn in Bezug auf die Communication uͤber Suez seyen leider allzu gegruͤndet. Es sollte am 1. Juli ein Dampfschiff von Bombay abgehen; der auch zweimal vorher schon gemachte Versuch sey aber ge⸗ scheitert, weil die angewendeten Mittel nicht ausgereicht haͤtten, indessen haben die Direktoren der Ostindischen Compagnie in der vorigen Woche beschlossen, daß zwei große Dampfschiffe auf der Station von Bombay erbaut werden sollten, womit man dann hoffentlich die Beschiffung des Rothen Meeres werde zu Staude bringen koͤnnen. Der Grund, warum man diesen Beschluß nicht eher gefaßt habe, liege in dem, was er (der Mi⸗ alster) nicht anders nennen koͤnne, als den zerruͤtteren Zustand der Finanzen der Ostindischen Compagnie. Was die Communi⸗ carion durch den Euphrat anlange, so sen es nach den letzten Nachria,ten der Expedition gelungen, die Bestandtheite des Dampf⸗ schiffes u. s. w. über die gebirgigen Theile von Syrien bis an das Ufer des Flunes zu transportiren; aber selbst wenn die Eu⸗ phrats⸗Communication zu Stande kommen sollte, so duͤrfe man die Communication uͤber Buez nicht ausgeben. Eine dritte In⸗ rerpellation bezog sich auf den Deutschen Zoll⸗Verein. Herr Ro⸗ binson, welcher die Aufmerksamkeit des Hauses und der Regie⸗ rung auf diesen Punkt lenkte, erkannte zuerst das Recht eines jeden souverainen Staates an, seine Zoͤlle nach Belieben einzu⸗ richten; wenn aber, aͤußerte er im Verlaufe seiner mit Unrichtig⸗ keiten reichlich ausgestatteten Rede, ein maͤchtiger Staat, wie Preußen, durch seinen überwiegenden Einfluß kleinere Staaten dazu breage, eine solche Vereinigung einzugehen, deren offenbarer Zweck sey, die Produkte Englischer Manufakturen vom Konti⸗ nente auszuschließen, so habe man allerdings ein Recht, dagegen Einwendungen zu machen. Preußen habe sich die Macht vorbe⸗ hairen, die Zolle in allen Staaten der Uinien se einzurichten, wie es ihm beliebe, und den desinitiven Zweck dabei, England zu zwingen, das Verbot auf Getreide und Zimmerhog, 99 beiden Hauptprodukte Ppreußens, auszuheden. Haͤrt! hoͤrt!) Die Her⸗ ren, welche so eben ihre Freude uͤber diese Aeußerung zu erkennen gegeben, sollten bebenken, dat, wenn man jene beiden, dem Ver⸗ bote gleichkommenden Zölle aufheben wolle, man wenigstens die Gelegenheit benußen muͤßte, um Preußen zu einer Ermaͤßigung seires Tarifs zu veranlassen, der dem Pritischen Handel nachtheilig sey. Herr Robinson beantragte nach diesen Vorbe⸗ merkungen die Vorlage gewisser, auf den genannten Zoll⸗Verein bezüglicher Papiere. Diesem widersetzte sich Löord Pa lmerston, weil er bazu nicht befugt sery. Die erwaͤhnte Vereinigung in Deutschland sey nichts Neues; sie sey die Verbindung mehrerer
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Länder zur Einfuͤhrung eines gleichmaͤßigen Zoll⸗Tarifs ohne
fecmdselige Absichten gegen andere Staaten, Zu leugnen sey es freileh nicht, daß Preußen bei Ausdehnung seiner Handels⸗Union hauptsa Hlich die Absicht haben moͤge, England zu einer Ermzͤßi⸗ gung senees Holz⸗ und Getraide⸗Tariss zu veranlassen, allem noch sen die Saze nicht so weit gediehen, daß man schon von den Wirkungen der Union auf den Brit schen Handel sprechen koͤnnte. Die Frecheit des Verkehrs im Aülgemeinen anlangend, so köͤnnte er (Palmerston) daguͤber nur sagen, daß die jedesmali⸗ gen Interessen des Landes das Verfahren der Resgierung in dieser Hiusicht leiten muͤßten, und daß eine allge⸗ meine, ein fuͤr allemal guͤltige Zegel uͤzer den Verkehr mit auswaͤrtigen Nationen sich nich: aufstellen lasse. Herr Noung bemerkte, wenn die Regierung fortsfahre, die Freiheit des Hau⸗ dels zu foͤrdern, in der Hoffnung, dadurch andere Staaten zu bewegen, baß se England die Werkstaͤtte der Welt werden oder bleiben ließen, so werde sit sich in dieser Hoffnung sehr getaͤuscht finden. Sir J. Reid bedauerte, daß die Legislatur sich so viel um Handels⸗ Angelegenheiten bekümmere ; fuͤr den Handelsstand aͤre es zuverlaͤssig ein Glüͤck, wenn fuͤr die naͤchsten 4 bis Jahre diesrs Haus verschlossen bleiben, wenn der Schluͤssel hesselben verloren gehen könnte. Herr. Thompson, Praͤsident der Handels⸗Kammer, aͤußerte, es wuͤrde sehr unweise seyn, weil fremde Staaten sich weigerten, eine liberale Handels⸗Politik an⸗ zunehmen, deswegen das Englische Volk zu zwingen, daß es fuͤr die Bezuͤrfnisse, die es von jenen erhalte, hohe Preise bezahle. Herr Robinson nahm schließlich seine Motion zuruüͤck. Die eben geaͤußerten Ansichten des Herrn P. Thompson haben bekanntlich vor einiger Zeit die Niedersetzung eines Comtté's zur Untersuchung der Zoölle von Europaͤischem Zimmerholz veranlaßt. Dieses Comitẽé hat jetzt seine Arbeiten beendigt und dem Hause eine Reihe von Resolutionen vorgelegt, in denen es außer einer besseren Regulirung der Erhebung jener Zöͤlle eine Redurtion derselben vorschläͤgt. Bisher betrug der Unterschied der Abgaben von dem aus den Ost⸗Europaͤischen Ha⸗ fen und von dem aus Kanada eingefuͤhrten Zimmerholz 45 Sh. von der Last; diese Abgabe soll nun, nach dem Vorschlage des Cemitéis, um 15 Shilling ermaͤßigt werden, so daß der Unter⸗
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schied nur 30 Shilling betragen wuͤrde, wodurch nebenbei au
der in der letzten Zeit zuweilen angewendeten Praktik vorgebeugt werden soll, daß man Preußisches Holz uͤber Kanada in England einfuͤhrte. Herr P. Thompson schlug auch einige Modifica⸗ tionen der Zoͤlle auf Ostindischen Kaffee und auf Pottasche vor.
London, 18. August. Am Sonnabend hielt der Koͤnig das große Kapitel des Hosenband⸗Ordens, in welchem der Prinz Georg von Cambridge in diesen Orden aufgenommen wurde.
Es ist noch micht bekannt, ob Ihre Majestaͤten der an Sie ergangenen Einladung folgen und dem Musikfest in York bei⸗ wohnen werden.
Die Antwort, welche der Koͤnig auf die Adresse des Unter⸗ hauses in Betreff der Orangisten⸗Logen ertheilt hat, lautet voll⸗ staͤndig folgendermaßen: „Ich habe die getreue Adresse erhalten, worin Sie Mir gewisse Beschluͤsse in Beziehung auf die Oran⸗ gisten⸗Logen in der Armee vorschlagen. Meine Aufmerksamkeit ist stets auf Alles, was den Reglements entgegen ist Disziplin Meiner Truppen benachtheiligt, gerichtet gewesen und wird es stets seyn. Ich halte es fuͤr die Wuͤrde Meiner Krone nicht minder, als fuͤr die Sicherheit des Landes und fuͤr das Wohlseyn Meiner tapfern und loyalen Armee, fuͤr wichtig, daß jeder Versuch vereitelt und verhindert werde, der zum Zwecke haͤtte, in den Reihen der Armee geheime Gesellschaften einzufoͤh⸗ ren, und Sie koͤnnen auf Meinen Entschluß zaͤhlen, die besten Mittel zur Sicherung dieser Resultate zu treffen.“ 8 Der heutige Courier sagt: „Wir hoͤren so eben, daß es jetzt außer Zweifel gesetzt ist, daß das Unterhaus die Bill, wie sie von den Lords amendirt worden, nicht genehmigen wird. Zu⸗ gleich geht aus den Bemerkungen des Lord Lyndhurst in der ge⸗ strigen Sitzung hervor, daß die eben im Oberhause verlesene (vom Unterhause bereits angenommene) Bill uͤber Aufhebung der Gefaͤngnißstrafe fuͤr saͤumige Schuldner von den Loros ver⸗ worfen werden soll. Jede andere von dem Unterhause heruͤber⸗ gebrachte Bill wird eben so behandelt werden. So wird also ge⸗ rade jetzt, wo das Land, entschiedener als je, schnelles Fortschrei⸗ ten der legislativen Arbeiten auf dem Wege der Reform fordert, die ganze diesjoͤhrige Session vergeblich, nur verlorene Zeit und verlorene Muͤhe seyn. In der That, das Benehmen der Pairs, in einer fuͤr jede Gewalt so verhaͤngnißvollen Zeit, ist in seinen Wirkungen einer foͤrmlichen Vernichtung gleich, einer Vernichtung nicht nur der staͤdtischen Corporationen, nicht nur der Kirche, sondern der ganzen Legislatur, in⸗ dem es Corporationen, Kirche, Legislatur, ja die Mo⸗ narchie selbst dem Geiste der Neuerung preisgiebt, der durch das Land schreitet. Neuerung kann nicht aufgehalten werden; sie ist das Gesetz der gesellschaftlichen Verbindung; die Aufgabe der Pairs war es, sie weise zu leiten; sie weigerten sich, dies zu thun, dadurch entfesselten sie den Geist der Neuerung von allen Ban⸗ den der Vernunft, und die drohenden Folgen davon stehen ihnen und uns bevor.“ Ueber das Benehmen des Premier⸗Ministers bei dieser Gelegenheit aͤußert sich die Morning Chroniele folgendermaßen: „Die Ruhe und Weisheit Lord Melbourne's unter so schwierigen Umstaͤnden verdienen unsere waͤrmste Aner⸗ kennung. Er warnte die feindliche Majoritaͤt und zeigte ihr, auf welche durchgreifende, aber auch, wie er fuͤrchte, fuͤr sie selbst verderbliche Weise sie die vorliegende Maßregel verunstalte und sie derjenigen Theile beraube, welche von der Nation als die wichtigsten und besten Bestimmungen derselben angesehen werden.“ — Auch der Spectator sagt: „Das Benehmen Lord Melbourne's verdient unsere Bewunderung. In sehr ent⸗ scheidenden Momenten zeigte er Festigkeit ohne Eigensinn, Ge⸗ fuͤhl ohne Heftigkeit, Geist ohne Uebertreibung. Als Redner zeigte er sich waͤhrend der letzten Sitzungen dem Lord Lyndhurst wenigstens gleichstehend; waͤhrend die klaren und verstaͤndigen Ansichten uͤber seine Politik, welche er entwickelte, mit Lord Lyndhursts Versuchen, die Bill zu entstellen, auffallend kon⸗ trastirten.“
Lerd Wynford kann wegen koͤrperlicher Leiden den Sitzun⸗ gen des Oberhauses nicht beiwohnen.
Der Standard will wissen, daß die Prorogation des Par⸗ laments am 15. oder 17. Septbr. stattfinden werde.
Der Russische Fuͤrst Gallizin ist am Sonnabend von St. Petersburg hier anzekommen.
Man glaubt, daß Lord Auckland, der neue Gencral⸗Gouver⸗ neur von Ostindien, dessen Ernennung die Ostindischen Direkto⸗ ren nun foͤrmlich genehmigt haben, sich den 15. September nach seiner Bestimmung einschiffen wird.
Capitain Fred. Grey, zum Befehlshaber des „Jupiter“ er⸗ nannt, der Lord Auckland an Bord nehmen wird, hat seine Stelle als Privat⸗Secretair des ersten Admiralitaͤts⸗Lords nieder⸗
gelegt, und Capitain George Grey uͤbernimmt den Befehl der
Fregalte „Cleopatra“, um die Graͤfin von Durham und ihre Familie nach St. Petersburg zu bringen.
In Falmouth hat man durch ein Schiff, welches 400 Mann Englische Huͤlfs⸗Truppen in Santander gelandet hatte und von dort zuruͤckgekommen war, Nachrichten aus jenem Hafen. Der Commodore Henry hatte dort kuͤrzlich einen Karlistischen Schoo⸗ ner, den er an der Kuͤste genommen, als Prise eingebracht. Der Christinische Besehlshaber in Santander hat am 1sten d. M. 5 Franzoͤsische und 2 Polnische Offiziere erschießen lassen; sie waren an der Käuͤste gelandet, hatten sich verirrt, hatten dann von einer Baͤuerin Erkundigungen uͤber das Hauptquartier des Don Car⸗ los eingezogen und waren von dieser der Christinischen Garnison verrathen worden. Von dem Englischen Kriegsschiffe „Ringdove“ erzaͤhlte man, es sey in der Naͤhe von Bilbao von den Karlisten beschossen und ein Mann auf demselben getoͤdtet worden.
Das Packetschiff „Sheldrake“ ist in Falmouth mit Nach⸗ richten aus St. Thomas vom 17ten v. M. angekommen. Es bringt die Nachricht mit, daß in Venezuela am 8. Junt eine Revolution ausgebrochen war. Der Poͤbel umringte das Haus des Praͤsidenten Vargas und verlangte, daß er resignire; dieser weigerte sich, wurde aber gezwungen, sein Haus zu verlassen, un⸗ ter Erkorte von 60 Mann nach Laguaira gebracht und war von oort in St. Thomas angekommen. Menschenleben hat die Sa⸗ che nicht gekostet. Paez war wieder zum Praͤsidenten ausgeru⸗ sen worden. Ein General Moreno stand an der Spitze des Aufruhrs gegen Vargas, dessen Haus niedergebrannt wurde. Von St. Thomas war eine Daͤnische Kriegs⸗Brigg zum Schutz der Europaͤschen Kaufleute nach Venezuela abgesegelt.
In Jamaika, von wo man Nachrichten bis zum 11. Juli hat, herrschte noch einige Furcht wegen der Wirkungen der Skla⸗ ven⸗Emancipation; die legislative Versammiung war ziemlich un⸗ erwartet auf den 4. August einberufen worden; doch war die Insel ruhig.
Aus New ⸗York hat man Nord⸗Amerikanische Zeitungen vom 25. v. M. erhalten, die sich jetzt hauptsaͤchlich mit der Frage über die Sklaven⸗Emancipation beschaͤftigen. Viele Blaͤtter äu⸗ hern sich gegen diese Maaßregel und behaupten, durch dieselbe wuͤrden die meisten derjenigen Stagten, in denen die Sklaverei
und die
noch bestehe, in die Haͤnde der Neger gegeben werde . 6„ Weißer wuͤrde mehr in denselben In d,nne ch in von Kaufleuten in Handels⸗Angelegenheiten an den Koͤnig Staͤdten veranlaßte die Frage bedeutende Aufregung und in . ch Bruͤckenau gegangen; ihr Resultat ist noch nicht genau Sechg vnhss tumultuarische e In den New⸗Yorke annt. ättern liest man einen Bericht uͤber ein dem Herrn Livinte Puͤrzburg, 11. August. Bereits vor laͤnger als drei Wo⸗ ston, dem vormaligen Gesandten in Paris, gegebenes öffent en She; wis hier 2aggs der ersten weichen Trauben auf ches Diner. Herr Livingston äußerte sich bei dieser Gelegenhen in Leistenberge; im Steinberge wurden sie etwas spaͤter klar; unumwunden uͤber die Verhandlungen mit Frankreich und sagte ilgem ist der Wein zwar vorgeschritten, jedoch nicht in demsel⸗ in Bezug auf die von der Deputirten⸗Kammer fuͤr die Bezah n Maße, denn es hat theils an Regen gefehlt, theils traten lung der 25 Millionen aufgestellte Bedingung: „Sollte wirksch ne Tage ein. Vom August und September haͤngt es ab, ob auch nur ein Wort von Nechtfertigung oder Erklaͤrung verlan a Jahrgang von 1835 dem vorigen gleichkommen wird; der werden, so waͤre das gute Vernehmen zwischen beiden Laͤnden hin hat nicht gleich gebluͤht, deshalb ist eine vorzuͤgliche Qua⸗ unterbrochen, vielleicht vernichtet. Die Ansicht Nord⸗Ameritag gsedieser beiden Monate nothwendig, um die aus jenem ersten uͤber diesen Punkt ist entschieden. 8 ihler entsprungenen Nachtheile auszugleichen. — Seit drei Nach den Nord⸗Amerikanischen Blaͤttern haͤtte in Zacat, ochen befindet sich das von hier aus in Griechenland gewesene gas bei Gelegenheit der Einnahme der Stadt ein schrecklihe Hätallon wieder hier. Die Leute desselben koͤnnen das Wohlbe⸗ Gemetzel stattgefunden, und namentlich waͤren alle Auslane. eaen in der Heimath nicht genug loben gegen den Zustand in hingeopfert worden. Die bei den Erzgruben wohnenden e Ibriecchentand. Sie haben das Vaterland schaͤtzen lernen. Bei aͤnder waͤren gepluͤndert, ihre Wohnungen zerstoͤrt uns hc Ankunft herrschte zwar hier der allgemeinste Jubel und alle mit Ausrottung bedroht worden. Der Britische Gesen in empfing die vaterlaͤndischen Krieger mit groͤßter Herzlichkeit; draͤnge peremtorisch auf Entschaͤdigung. Die Sache ist aber w ild aber ist doch bei mancher Familie an die Stelle der Freude leicht von den in den Angelegenheiten Mexiko's sehr parteiisch fe Trauer getreten, da von 880 Mann (in dieser Staͤrke mar⸗ Amerikanischen Zeitungen etwas uͤbertrieben dargestellt. N. irte es aus) nur 600 und etliche zuruͤckgekehrt sind. Also bei⸗ Campeche bringen die New⸗Yorker Blaͤtter die Beschluͤsse i 8* der dritte Mann blieb auf Griechischem Boden, so unguͤn⸗ dortigen Stadt⸗Junta wegen Errichtung einer Central⸗Regiern ig war dem Deutschen das Klima. Da die gemeinen Soldaten unter Santana als Oberhaupt, der ehrfurchtsvoll ersucht wit icht zu schreiben pflegen, so ist mancher laͤndlichen Familie außer⸗ diese Wuͤrde doch anzunehmen. b der Stadt und manchem sonstigen Verwandten und Freunde Niederlande. r Verlust eines der Seinigen erst hier bekannt geworden. — Aus d 18. A 8 dorgen ist Ißre Ige. Unsere Untversitaͤt, welche sonst immer zwischen 800 — 900 1 Aus dem Haag, 8. Aug. Heute Morgen ist Ihre Majesus. btudirende zaͤhlte, hat durch die Konjunkturen der Zeit nicht die Koͤnigin nach dem Loo und Se. Majestaͤt der Koͤnig nach imü zcbeutend abgenommen. Bekanntlich ist es der Abgang des Lager abgereist, wohin spaͤter auch der Prinz und die Pweaiprofessors Schoͤnlein (nach der Schweiz), der ihr grozen zessin Albrecht von Preußen gehen werden. Uebermorgen ue schaden gethan hat. So befanden sich im verwichenen Winter⸗ den der Koͤnig, der Prinz von Oranien, nebst seinen beidenis emester nur 408 Studirende hier, und in diesem Sommer hat sten Soͤhnen, so wie der Prinz und die Prinzessin Albrechtn ühe Zahl nur 385 erreicht Preußen sich von Nord⸗Brabant nach dem Loo begeben, um w selbst am 24. August den Geburtsteg des Koͤnigs zu feiern, me Augsburg, 17. Aug. Gestern endigte nach achttaͤgiger zu schon Vorberestungen getroffen sind. Es heißt hier noch w pauer unser landwirthschaftliches Volksfest mit dem Ringen⸗ mer, daß der Prinz Friedrich, den man zum Geburtstag daschen von berittenen Bauernburschen und den Preisvertheilun⸗ Koͤnigs aus St. Petersburg hier erxwartet, sich mit dem Prmv En an die Feuergewehr⸗ und Armbrust⸗Schuͤtzen, so wie an lang⸗ zen Albrecht von Preußen nach Kalisch begeben werde.. enende staͤdtische weibliche Dienstboten. Eingetretenes Regen⸗ 1 3 11 8 better hatte die Zahl der Besucher zwar etwas vermindert, doch Belgie g. K. fersche gestern, wie die ganze Woche hindurch, kleine Haͤndel Bruͤssel, 19. Aug. Der Minister der auswaͤrtigen Ange⸗ zusgenommen, Ordnung und Froͤhlichkeit. Zum Beschluß wurde legenheiten gab gestern, bei Gelegenheit der Ankunft des Preus snoch von einigen Mitgliedern der Gesellschaft des Frohsinns ein ßischen Gesandten, Baron von Arnim, ein großes diplomatisches Fleines Feuerwerk abgebrannt, was von der anwesenden Menge Diner. v1 mit Dank und Beifall aufgenommen wurde.
Deutschland. .“ 1,, Zweibruͤcken, 16. August. (Speyerer Ztg.) Oeffent⸗ Leipzig, 20. August. Heute Nachmittag um 32 Uhr paffen iche Blaͤtter hatten seiner Zeit angezeigt, daß der Buchdrucker Rost Seine Hoheit Prinz Gustav von Hessen⸗Homburg hier durchon hier, nachdem derselbe correctionell wegen Druckes einiger Hoͤchstderselbe kam von Berlin und ging sogleich uͤber LuͤtznSchriften verurtheilt worden, seiner Konzession als Buchdrucker wefter. erlustig erkaͤrt ward. Es ist billig, nunmehr auch anzuzeigen, Gegen 1 Uhr kam Ihre Hoheir die Frau Herzogin von Wplaß die Koͤnigl. Regterung vor einigen Monaten dem genannten halt⸗Dessau hier an, stieg im Hotel de Baviêre ab und setzte gohrn. Rost jene Konzession wieder ertheilt hat. Die Regierung gen 3 Uhr Ihre Reise uͤber Luͤtzen weiter fort. tigt hierdurch, daß sie jene vergangenen Dinge vergessen kann — Die anhaltend heiße Witterung hat den Wasserstand der nd vergessen will. Fluͤsse bei unserer Stadt dergestalt verringert, daß unsere Stadt⸗ Karlsruhe, 17. August. In der heutigen Sitzung der muͤhlen bisweilen nicht im Stande sind, die gewoͤhnlichen Quan. weiten Kammer erstattete der Praͤsident Mittermaier, welcher titaͤren Getraide zu mahlen. Biel wird daher nach Halk ge⸗ e Praͤsidenten⸗Stuhl dem Vice⸗Praͤsidenten Duttlinger einge⸗ schafft, was allerdings den Betheiligten bedeutende TransporvFe⸗ eiumt, den Kommissions⸗Bericht uͤber Welcker's Motion, die sten verursacht. In den Weißenfeiser Muͤhlen soll es, wie man reß⸗Freiheit betreffend. Der Vortrag schließt mit folgenden verninumt, vollauf zu thun geben, selbst fuͤr das Erzgebirge, wespglntraͤgen: ebenfalls bedeutender Wassermangel herrscht. „Wir schlagen vor, daß die Kammer auf dem verfassungsmaͤßi⸗ Rochlitz, 20. August. Heute Mittag 1 Uhr reiste Seinen. Rechte der Preß⸗Frciheit beharre, und da die 1833 ertheilten Koͤnigl. Hoheit der Prinz Karl von Preußen unter dem Namaprsicherungen der Regierung noch nicht erfuͤllt worden sind, die Er⸗ eines Grafen von Hohenstein, von Belvedere bei Weimar kon⸗ sn Z.ng an5der h, daß die Negierung den bestehenden mangelha⸗ Id. 8 1 n Zustand der Preß⸗Gesetzgebung nicht fortbestehen lassen, viel⸗ mend, uͤber Dresden nach Liegnitz, hier durch. n die Einleitn “ ECEW Göttingen, 18. August. Die Universttaͤt betrauert den sehr die , 89 heng 7egs. L Verlust eines ihrer ausgezeichnetsten Mitglieder, des Hofraths und etning den Gebrechen abgeholfen und der Grundsatz der Preß⸗Frei⸗ Verlust v ih n8g zeichnetsten Weilgkeder, des †. ofraths un eit, so weit die Regierung nach ihren wahren Bundespflichten dies Professors der Medizin, Friedrich Stromeyer, der ihr heute ha thun rechtlich im Srande ist, anerkannt werde. Wohlbegruͤndet durch den Tod entrissen wurde. st der fernere Antrag, daß auf jeden Fall jene Verfuͤgungen Muͤnchen, 19. Aug. Hiesige Blaͤtter melden: „Dem obeseitigt werden moͤchten, durch welche in neuerer Zeit die sicheren Vernehmen nach, werden Ihre Majestaͤt die Koͤnigin Ptesse beschraͤnkt worden ist. Wir koͤnnen nicht dem Antrage des Karoeline von Bayern, JJ. KK. HH. die Frau Kronprinzessi legkordneten Welcker beitreten, daß die Regierung gebeten werde, von Preußen, Prinz Friedrich und Prinzessin Marie von Sach⸗Aete Presse auf dem Wege eines provisorischen Gesetzes zu verbessern, sen bis Ende September in Tegernsee verbleiben und sodan
Umen bedenklich ist, wenn die Kammern um Erlassung pro⸗ e. 1 Iügn ssorscher Gesetze bitten, und da der Gegenstand uͤberdies zu wich⸗ Anfangs Oktober hierher kommen, um den Festlichkeiten beirtht, 1 6 her u⸗ geen 1 wohnen.“
g und nur durch eine umfassende Berathung der Kammern uͤber nen ihnen von der Regierung vorzulegenden Gesetz⸗Entwurf ge⸗ Das Regierungsblatt enthaͤlt folgende Bekanntmachu apügend erledigt werden kann: dagegen stimmen wir dem Antrage den Main⸗ und Donau⸗Kanal betreffend: „Staats⸗Ministerium des Innern und der Finanzen. Se. M
Abg. Welcker bei, daß die Erklaͤrung der Kammer nur zu Pro⸗ lokoll ausgesprochen werde, da bei dem nahe bevorstehenden Schlusse jettaͤt der Koͤnig haben die Bildung einer Privar⸗Actien⸗Geselisce is Landtags der Weg der Adr. sse nicht zum Ziele fuͤhren wuͤrde und zur Ausfuͤhrung des Verbindungs⸗Kanals zwischen dem Maine ualle genuͤgt, wenn die Regierung die Ansicht der Kammer kennt. Wir stel⸗ der Donau im Sinne des Gesetzes vom 1. Juli 1834 dem Hu ln daher den Antrag: „„Daß die Kammer im Protokoll ausspreche, daß M. A. von Rothschild und Söͤhne in Frankfurt a. M. zu uͤbern au⸗ bebarrend auf dem auf dem Landtage von 1833 gefaßten Beschlusse ger geruht. Dies wird andurch mit dem Anhange zur dffentlic, ier die Zurücknaume des Preß⸗Gesetes, die sichere Erwartung bege, daß Kenntniß gebracht, daß das genannte Haus die naͤhern Bestimmu e.Regierung zur Herstellung einer den wahren bundesmaͤßigen gen hinsichtlich der zu bildenden Actien⸗Gesehschaft unverzuͤglich üichten der Regierung und den Rechten des Landes entsprechenden einem eigenen Programme bekannt machen wird, und diejenza gssetzgebung uͤber Preßfreiheit den Kammern sicher auf dem naͤch⸗ welche sich bei diesem Geschaͤfte als Actlonaire zu betheiligen nin sin Landtage die nothwendige Vorlage machen, bis dahen aber die schen, sich an das Haus M. A. von Nothschild unrittelbar zu we ingekuͤhrten Beschraͤnkungen der Presse beseitigen werde.“ Die den haben. Muͤnchen, den 14. August 1885 Nggierung wird in diesem Saale uͤberall auf die Zustimmung fuͤr ihre Auf Sr. Koͤnigl. Majestaͤt Allerhoͤchsten Befebl. ceg hütwͤrfe rechnen kuͤrien, welche, auf dem Peinzive der Ge⸗ Fuͤrst von Oettingen⸗Wallersiein. von Wirschinger schtigkeit beruhend, die Freiheit ehrend, nur dem Mißorauche ent⸗ Se. Majestaͤt haben dem Koͤnigl. Kaͤmmerer, Staats⸗My ühegenwirken, in der moralisch religidsen Bildung, in dem echten NCEEEIE111“ ei 8E Illig ung henstitutionnellen Geiste der Anhaͤnglichkeit und im Vertrauen des ster außer Dienst, Grafen von Armansperg, die Bewilligung c. golkes zur Regierung die beste Schutzwehr boraarlt S 1 ;g 8 ꝙ 2 . 1 4 2 Ag 8 8 % 8 ◻ theilt, die ihm von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige beider St riennen und vse hea ba s as 1““ ee “ des h. Januarius annehmen m. ch des Stagles säct mit einer Ober⸗Vormundschaft verwech⸗ rag efen. b „rvnn elche in der Konsequenz die freie Entwick inde . 8 Nen Herrn Grafen Ludwig von Puͤckler⸗Limburg sol t hun Buͤrger zu lebendigen Pupyen 1n Pegn 1geügrsts allen Aussertigungen der Koͤniglichen Stellen und Behoͤrden vn Kach beendigtem Vortrage äͤußerte Staats⸗Minister Winter: Praͤdikat „Erlaucht“ ertheilt werden. 3 „Die wissen, meine Herren, daß der Landtag am 26. d. M. ge⸗ Se. Majestaͤt der Koͤnig von Wuͤrttemberg hat dem Ne⸗ schisssen wird. Ich muß Sie also dringend bitten, nur die stand der hiesigen Akademie der Wissenschaften, Geheimen Ne wichtigeren Gegenstände noch in Berathung zu nehmen und die und Professor von Schelling, das Ritterkreuz des Ordenae minder wichtigen auszusetzen. Dos, was in dem gehoͤrten Be⸗ Wuͤrttembergischen Krone verliehen. Herr von Schelling, vülr üichte gesagt ist, bedarf keiner weiteren Eröörterung. Die Regie⸗ aus Schorndorf in Wuͤrttemberg gebuͤrtig ist, ist auch schau m uung wird davon Gebrauch machen, so weit sie davon Gebrauch dem Civil⸗Verdienst⸗Orden der Bayerischen Krone dekorirt 8 sümach n in der Lage ist.“ Welcker: „Ich glaube nicht, daß Die Regierung hat den bei den Kathollken auf dem ac se Kammer die Sache der Preßfreiheit fuͤr eine minder wicht·ge Lande uͤblichen Leichenschmaus oder Leichentrunk, ein uraltes da, nsehen wird. Uebrigens ist es Sache des Praͤsidenten und der kommen, nach welchem die Angehoͤrigen des Verstorbenen d ummer, fuͤr die verfassungsmäͤßige Erledigung unserer Geschaͤfte saͤmmtlichen Begleiter des Leichenzugs zu bewirthen haben, als go sorgen.“ v. Rotteck: „Wenn die wichtigen Gegenstaͤnde einen in pecuniatrer und sanitaͤtspolizeilicher Hinsicht nachtheiltgen hhech erledigt werden sollen, so bin ich ganz gewiß, daß auch die Mißbrauch streng verboten, Säche der 1ve; ihre Erledigung erhaͤlt, da diese die aller⸗ Die neue Eisenbahn von Fuͤrth nach Nuͤrnbelg soll 88 cchligst. ist, Wollte man der Kammer das Urtheil daruͤber be⸗ September fertig werden; uͤberhaupt ist das Intceresse fuͤr 89 men, was wichtig sey, so wuͤrde unser Badischer Landtag zu del und Schifffahrt jetzt in Franken sehr im Steigen. 9 89 Postulaten⸗Landtage herabsinken. Sollte in dem unwider⸗ Schiffbarmachung des Mains liegt den Schiffleuten sehr⸗ sg 1 Schluß⸗Termin des Landtags die Berathung der Preß⸗ Herzen und erregt, wenigstens in der bisher geschehenen Wenh umgangen werdeg wollen, so wuͤrde ich mich nicht bewogen die aber nun, dem Vernehmen nach, einer bessern Platz ma een koͤnnen, uͤber das Budget zu berathen oder im Sinne der vielen Widerspruch. Von Bamberg aus ist auch eine att veaung abzustimmen“ Winker v. H.: „Wenn man dar⸗
1“X“ uͤber, daß ohne Preßfreiheit eine repraͤsentative Verfassung nicht bestehen koͤnne, noch ein Wort verlieren wollte, so waͤre es so viel, als wollte man beweisen, das Wasser mache naß. Gerade aber weil die Sache so klar ist, darum will man die Preßfrei / heit nicht.“ — Der Gegenstand wurde auf eine der naͤchsten Tagesordnungen zur Berathung ausgesetzt und sofort zur Dis⸗
kussion des 2 Kilitair⸗Budgets fuͤr 1835 und 1836 uͤbergegangen. Bei der Berathung der besonderen Posten genehmigte die Kammer die Antraͤge der Kommission auf Streichung etlicher Posten (unter ihnen eine Adjutanten⸗Gage) und erhob sodann, nachdem sie die uͤbrigen Posten des Aufwandes bewilligt hatte — folgende weitere Antraͤge der Kom mission zu ihren Beschluͤssen: 1) S. K. H. den Großherzog unterthaͤniast zu bitten, gnaͤdigst dahin wirken zu wollen, daß das Bundes⸗Kontingent des Großherzogthums und insbesondere die Kavallerie vermindert werde; 2) näaͤher un⸗ tersuchen zu lassen, auf welche Weise die Formation des Groß⸗ herzoglichen Armee⸗Corps weniger kostspielig eingerichtet werden koͤnne, sofort das Resultat dieser Untersuchung dem naͤchsten Mi⸗ litair-Etat zu Grunde legen, und die etwa noͤthigen gesetzlichen Bestimmungen der Kammer vorschlagen zu lassen; 3) die Frage in naͤhere Berathung ziehen zu lassen, ob es nicht zweckmaͤßig seyn moͤchte, die Invaliden⸗Anstalt eingehen und den Invaliden angemessene Pensionen anweisen zu lassen.
Karlsruhe, 19. August. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer schritt dieselbe zur Berathung uͤber die Berichte des Abgeordneten v. Itzstein: a) die v. Rottecksche Motion we⸗ gen Ergaͤnzung und Sicherstellung unserer Verfassung, b) das von dem Ministerium des Innern ergangene Druckverbot dieser Motion betreffend. Der Abg. Moͤrdes stellte den Antrag, vor⸗ stehende Tagesordnung umzukehren, d. h. uͤber das Druckverbot zuerst zu berathen und die Diskussion uͤber die v. Rottecksche Motion selbst bis zur Erledigung der Druckangelegenheit auszu⸗ setzen. Dies liege hauptsaͤchlich im eig v. Rotteck, uͤber dessen Arbeit weder die Kammer⸗Mitglieder, noch das Publikum ein gruͤndliches und sachgemaͤßes Urtheil ohne vorausgegangene Vervollstaͤndigung der Akten zu faͤllen im Stande seyen. Gegen diesen Antrag erhoben sich lebhaft die Abgeordne⸗ ten Welcker, der ihn geradezu fuͤr einen Todtschlag seiner Motion erklaͤrte und die seiner Person zugedachte Wohlthat der Bevormundung mit Indig⸗ nation zuruͤckwies. Der Antrag wurde indessen von vielen Seiten unterstuͤtzt und am Ende mit 34 gegen 23 Stimmen angenommen. Das Recht der Kammer, uͤber die Veroͤffentlichung ihrer Akten⸗ stuͤcke durch den Druck allein und ausschließlich zu entscheiden, wurde von allen Seiten behauptet und in Anspruch genommen. Auf die mehrfach gefallenen Aeußerungen, daß, wenn die Kam⸗ mer uͤber die Censur ganzer Reden oder einzelner Stellen der⸗ selben mit der Regierung nicht einig werden 88 und die Kam⸗ mer auf deren Druck bestehe, der Regierung nichts uͤbrig bliebe, als die Kammer aufzuloͤsen, entgegnete der Staats⸗Minister von Winter:
„Ich wuͤrde an Ihren Verhandlungen keinen Theil genommen haben, wenn mich nicht die so eben gehorte, ganz entschieden ausge⸗ sprochene Ansicht eines Reduers dazu aufforderte. Wir machen Ih⸗ nen von Seiten der Regierung das Recht der Censur der Reden öͤber Aeußerungen, die durch den Druck verbreitet werden sollen, nicht streitig, uünd haben es Ihnen nie streitig gemacht, im Gegentheil, wir haben uns nur zu beklagen, daß Sie dasselbe so wenig ausuͤben. Wir haben auch gegen Ihr Verlangen nichts, daß die Regierungs⸗ Commissaire Ihrem Präsidenten die Reden, oder einzelne Stellen derselben, oder Aeußerungen, deren Druck die Regierung im allge⸗ meinen Interesse nicht glaubt zugeben zu koͤnnen, anzeigen. Die Regierung hat endlich auch nicht die Absicht, den Druck Fh⸗ rer Protokolle ohne die gerechtesten Besorgnisse zu wie sie es auch seither nicht gethan hat. die Regierung den Druck nie zugeben; im Fall des Nothstandes. Die Regicrung hat das Recht und somit auch die sich selbst zu erhalten, und sodann Gefahr und Nachtheil vom Lande abzuwenden. die ihr in einer oder der anderen Hinsicht gefaͤhrlich scheint, haupt⸗ saͤchlich, was das Ausland betrifft. Sie wird immer die Mittel er⸗ greifen, die zum Zweck fuͤhren. Die Regierung wird nicht anders handeln, sie kann nicht, und, die Wahrheit zu sagen, sie darf nicht. Ob und wie sie einzuschreiten habe, muß sich aus dem einzelnen Fall ergeben. Alle Diskassionen daruͤber sind daher uͤberfluͤssig.”
Der Kommissions⸗Antrag, Moͤrdes ausgegangenen Modisication, wurde von der Kammer mit einer an Stimmen⸗Einhelligkeit gräͤnzenden Majoritaͤt ange⸗ nommen, so daß also in einer herzog zu richtenden Adresse Vorstellung erhoben werden soll, wonach die Censur oder uͤberhaupt die Befugniß der Veroͤffent⸗ lichung der einer Kammer angehoͤrigen Aktenstuͤcke lediglich dieser anheimstuͤnde und demgemaͤß um Aufhebung des fraglichen, ge⸗ gen jene Befugniß anstoßenden Erlasses des Großherzogl. Mini⸗ steriums des Innern unterthaͤnigst gebeten wuͤrde. Nach dem Schluß der Diskussion erbat sich der Staats⸗Minister Winter das Wort und aͤußerte sich dahin:
„Ihr Herr Berichterstatter uͤber diesen Gegenstand hat in sei⸗ nen Bericht folgende Stellen aufgenommen: „„Die Kammer ist eine der drei Gewalten, welche die Verfassung zue Theilnahme an der Gesetzgebung, zur Beaufsichtigung des Staͤatshaushaltes und
ur Bewilligung der noͤthigen Steuern berufen hat. Sie steht in
ieser Eigenschaft neben der Regierung: sie repraͤsentirt das Volk,
von dem sie gewaͤhlt ist, und erhebt Anklagen und Beschwerden ge⸗ gen die Minister des Landes bei vorkommenden Verfassungs⸗Ver⸗ letzungen.“ Die Regierung, indem sie sich auf den 5. 5 der Ver⸗ fassung bezieht, welcher sagt: „„Der Großherzog vereinigt in sich alle Rechte der Staats⸗Gewalt, und uͤbt sie unter den in dieser Verfassungs⸗Urkunde wird und kann die obgedachten Behauptungen in dieser Fassung, als der Verfassung entgegen, nicht anerkennen. Ich sehe mich daher veranlaßt, solche ernstlich zurüͤck zu weisen, und mich geaen alle Folgerungen, die daraus gezogen werden koͤnnten, zu verwahren. Ich erklaͤbe aber zugleich, was ich saon mehreremal dethan habe, daß ich mich auf keine Diskusston dieser Verfassungsfrage einlasse, sondern mit der Verwahcung mich degnuͤge.,“
Darmstadt, 15. August. Se. Hoheit unser Erb⸗Greßher⸗ zog wird, wie es heißt, nach Kalisch gehen, in Folge einer an ihn ergangenen Einladung, den daselbst stattfindenden großen Ma⸗ noͤvers beizuvwohnen. Se. Hoheit der Prinz Emil, Bruder des Großherzogs, von dem es fruͤher hieß, er werde sich ebenfalls nach Kalisch begeben, wird durch fortoauerndes Unwohljeyn daran verhindert. Zu Begleitern auf seiner Reise hat der Erb Großher⸗ zog den Major Feiherrn von Schaͤfer, Fuͤgel⸗Aodjutanten Sr. Koͤnigl. Hoheit des Großherzogs und als Geschaͤftstraͤger bei dem Koͤnigl. Preußischen Hofe beglaubigt, und den Ober⸗Lieutenant Freiherrn von Loͤw erwaͤhlt, der demnaͤchst als Capitain dem Ge⸗ neralstabe beigegeben werden duͤrfte.
Offenbach, 20. Aug. Se. Hoh. der Erb⸗Großherzog von Hessen kam diesen Morgen um halb 8 Uhr in Begleitung des Garde⸗Licutenants Baron Loͤw von und zu Steinfurt auf seiner Reise nach Berlin hier an, wo sich der Großherzogl Geschaͤfts⸗
enen Intresse des Herrn
Winter v. H. und insbesondere der Motionesteller,
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1¹“ ö114“ 11u.“ 8. C1I111“ hen Reisenden anschließen und denselben uͤber Teplitz nach Kalisch begleiten wird.
Frankfurt a. M., 20. August. Ihre Majestaͤt die ver⸗ wittwete Koͤnigin von Neapel ist heute in der Mittagsstunde von Dresden hier eingetroffen und setzte, nach eingenommenem De⸗ jeuner bei dem Koͤnigi. Neapolitanischen General⸗Konsul, Karl
Baron von Rothschild, die Reise nach Mainz fort.
8 Oesterreich. ö“ Wien, 19. August. Se. Majestaͤt haben mittelst Allerhoͤch⸗ sten Kabinets⸗Schreibens vom 12. August d. J. dem Doktor Luigi Sacco zu Mailand den Kaiserlichen Orden der eisernen Krone dritter Klasse, mittelst Allerhoͤchster Entschließung vom 13. Juli d. J. dem K. K. Konsul und Verweser des K. K. Gene⸗ ral⸗Konsulates in Corfu, Wilhelm Ritter von Mayersbach, den K. K. General⸗Konsulats⸗Posten zu Corfu definitiv verliehen, und mittelst Allerhoͤchster Entschließung vom 27. Juli d. J. den pro⸗ visorischen Oesterreichischen Konsulats⸗Verweser Orazio Sprague
Schweiz.
Bern, 16. Aug. Der Preußische Geschaͤftsträger bei der Eidgenossenschaft, Geheime Legationsrath von Olfers, hat dem Vororte seine Ruͤckberufung von diesem Posten angezeigt.
Basel, 17. August. Die Handels⸗Experten⸗Kommission ist, nachdem sie oie weiteren Schritte zu Unterhandlungen mit den Suͤddeutschen Staaten vorbereitet, wieder auseinandergegangen.
Nach dem Republikaner zeigt sich der Herr Oberst Hirzel wieder geneigt, seine Buͤrde als eidgenoͤssischer Oberst ferner zu tragen. 8 Um dem erschlaffenden Geist der Schutzvereine wieder Auf⸗ schwung zu geben, wurde der 9. August, als der Jahrestag des Zugs gegen Kuͤsnecht, durch eine festuche Seefahrt nach Meggen, wo auch die Ku nachter eingetroffen waren, gefeiert. Baumann Stutzer und Schnyder haranguirten die Menge.
Italien.
mit Ausnahme von Livorno, der Gesundheits⸗Zustand in dem ganzen uͤbrigen Großherzogthum, und namentlich in Florenz, hoͤchst zufriedenstellend sey. Die Sterblichkeit sey hier vom 1. Juli an bis jetzt nicht allein bedeutend geringer in den fruͤheren Jahren, sondern es waͤre auch vier Tage lang kein einziger Mensch gestorben; ein Fall, der bei einer Bevoͤlke⸗ rung von 97,009 Seelen gewiß hoͤchst merkwuͤrdig sey.
Seit dem Ausbruche der Astatischen Cholera in Coni und Nizza hat die Kaiserlich Oesterreichische Regierung das Koͤnig⸗ reich, der Lombardei von Piemont absperren lassen.
offiziellem Wege durch mehrere Couriere die Mordversuche gegen den Koͤnig der Franzosen. Hier wurden die Julitage von den Franzosen ganz still begangen, vielleicht im Vor⸗ gefuͤhle, daß in Paris etwas Ungewoͤhnliches geschehen koͤnne. — Die Regierung beabsichtigt, die bedeutenden Staatsguͤter Mesolz;z, am Aueflusse des Po, zu verkaufen, um durch den Erloͤs unseren Finanzen zu Huͤlfe zu kommen. Nach den Einkuͤnf⸗ ten zu rechnen, schaͤtzt man den Werth uͤber eine Million sich also nicht
verwendet werden duͤrften. Wenn
isse erschweren, Nur in einem Fall wird
Pflicht, einmal
mit einer von dem Abgeordneten
an Se. Koͤnigl. Hoheit den Groß⸗
festgesetzten Bestimmungen aus“!““
traͤger und Fluͤgel⸗Aejutant, Frhr. Schaͤfer v. Vernstein, dem ho⸗
Gesellschaft findet, die das Ganze uͤbernimmt, so
es theilweise verkauft werden.
in Gibraltar zum Wirklichen K. K. Konsul daselbst ernannt.
Florenz, 14. August. Die hiesige A8e8is meldet, daß, t
gewesen, als
Rom, 4. August. (Allg. Ztg.) Gestern erhielten wir auf Nachricht von dem
Piaster, welche wohl schwerlich von Einem Manne dazu eine muß Zur Zeit der Franzoͤsischen Herr⸗
schaft wurde diese Domaine an ceinige reiche Franzosen veraͤußert,
Leo XII. brachte sie mit manchen Aufopferungen wieder an den Staat, der sie nun wieder in Privathaͤnde geben will, um nur keine neue Anleihe zu machen, wofuͤr man ganz den Geschmack
hin entschieden worden, daß Letzterer, nach seinem bisher ange⸗ nommenen Namen Filippo Montani, der wirkliche Sohn des vor Feinigen Jahren verstorbenen Herzogs Cesarini sey und, in recht⸗
maͤßiger Ehe erzeugt, rechtmäßige Erb⸗Anspruͤche habe. Wenn
durch diesen Ausspruch der Prozeß auch als beendet zu betrach⸗ sten ist, so entsteht nun eine neue Streitfrage, da der verstorbene Bruder des bisherigen Praͤtendenten sein Vermoͤgen dem zweiten Sohne seiner Schwester, der Herzogin von Bracciano, vermacgt V hat und nun erst entschieden werden muß, wie weit sich dies
Vermoͤgen erstreckt, und wie weit es von den Gesetzen aterkannt Ob er den Titel eines Herzogs von Cesarini fuͤh⸗ ren wird, haͤngt vom Papste ab. Bis dahm begnuͤgt er sich mit seinem Taufnamen Don Lorenze.
Spanien.
Madrid, 9. August. Die Revista vom 31. Juli enthaͤlt Nachstehendes aus Cadix: „Die Nachricht von dem durch den General Cordova erfochtenen Siege wurde hier mit Ent usias⸗ mus aufgenommen, die Haͤuser wurden mit Kraͤnzen geschmuͤckt und die Glocken gelaͤutet. Da der Gouverneur verboten hatte, die Hymne Riego's im Theater zu singen, so fuͤrchtete man, er werde bei dieser Gelegenheit dies Verbot auch auf die Straßen ausdehnen; aber mehrere achtbare Buͤrger begaben sich nach sei⸗ ner Wohnung, sangen dort die Hymne, ohne den geringsten Widerstand zu erfahren, und entfernten sich dann. Ande e Per⸗ sonen durchzogen die Straßen unter dem Ruf: „„Es lebe die Koͤnigin! Es lebe die Freiheit!““ Leider haben einige aus der Hefe des Volks, als der Gouverneur das von ihnen verlangte Biloniß der Koͤnigin Jjabelle Il. nicht herausgeben wollte, sich Beleidigungen gegen die Behoͤrde erlaubt. Der Poͤbel begab sich dann nach einem Privathause, bemaͤchtigte sich dort eines Portralts Ihrer Maj. und trug es bis gegen 3 Uhr Morgens durch die Straßen, doch wurden keine weiteren Excesse begangen.“
Die Revista enthaͤlt auch einen Artikel von Herrn Ga⸗ liano, einem der Fuͤhrer der Opposition, in der Proͤkuradoren⸗ Kammer, werin er die Nothwendigkeit darthut, unter den ge⸗ genwaͤrtigen Umstaͤnden die Cortes sogleich zu versammeln. Der einzige Einwurf, der sich dagegen machen ließe, sey, daß ein lan⸗ ger Aufenthaͤtt in der Hauptstadt kostspielig fuͤr die Deputirten seyn wuͤrde, indem sie keine Diaͤten erhalten, doch, fuͤgt er hinzu, muͤßten bei allen groͤßen politischen Krisen die Gesetzgeber lernen, für das algemeine Peste Opfer zu brängen. 8 — Der Messager enthaͤlt folgendes Schreiben aus Beho⸗ bia vom 11. August: „Fuͤrchten Sie nicht, daß ich die Nach⸗ richt von den Schritten zuruͤcknehme, welche die Span schen Mi⸗ nister gethan haben, um Don Carles faͤr sich zu gewinnen, oder vielmehr, um ihn zu bewegen, sich mit ihnen zur Bekaͤmpfung der Patrioten zu verbinden. Erst gestern ist der letzte Abgesandte von seiner Sendung zuruͤckgekehrt, deren Resultat so ausgefallen ist, tvie man es er arten durfte. Don Carlos weigerr sich ent⸗ schieden, rgend etvwas zu bewelligen oder anzuhoͤren, bever er nicht in Maorid ist. Dort werde er auf das ihm durch jenen Abgesandten . ee Anerbieten, daß man das Gesetz uͤber seine
werden wird.
verloren hat. — Der Prozeß des Herzogs Bracciano mit dem rhyatten 5 1s Praͤtendenten an den Titel Cesarini ist gestern von der? da⸗ Sie wird also den Deuck jeder Aeußerung verhindern, seige st 96 r Rota da⸗