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Fendalwesens durch die zweckmaͤßige Veranstaltung billiger Ausga⸗ den von Werken, die wegen ihres hohen Preises die wuͤnschenswer⸗ the Verbreitung nicht erhalten konnten. 1 Der erste Blick auf die nach ihrem inneren Gehalt und ihrer dußeren Ausstattung wahrhaft beispiellos billige Karte des Herrn Lieutenant Renner gab Referenten fast wider Willen die Veranlassung zu diesen apboristischen Andeutungen. Des hochver⸗ dienten Berghaus vortreffliche Karte, die im Jahre 1824 bearbei⸗ tet wurde, kostete anfangs 5 Rthlr. 20 Sgr. Spaͤter ward zwar ehr Preis auf 3 Rthlr. 20 Sgr. ernjedrigt; aber trotz der seltenen Vorzuͤge dieser Muster⸗Arbeit hat sie doch, selbst nach dieser Preis⸗ Erniedrigung, wegen der großen Entdeckungen und Verbesserungen, mit denen die Geographie Afrika's in dem letzten Jahrzehend be⸗ reichert wurde, in unseren Tagen mehr einen Werth fuͤr die Ge⸗ Le. e 8 Wissenschaft, als fuͤr die Anwendung zum ewoͤhnlichen Bedarf. - Die Rennersche Karte, nur um ein Weniges kleiner, als das Musterblatt von Berghaus, giebt, naͤchst der Berichttgung einzelner Stromlaͤufe, des Kuͤstensaumes, der Ortslagen u. dergl., ein an⸗ schauliches Bild von dem plastisch physiognomischen Typus des Erd⸗ theiles in seiner vertikalen Dimenston. Wenn wir indeß die Dar⸗ stellung der Mond⸗ und Kong⸗Gebirge nicht so hart, und die Schrift an der Kuͤste von Nord⸗Guinea minder zahlreich und deutlicher wuͤnschen, — Muͤnsche, die zum Theil bei den neuen Abdruͤcken noocch beruͤcksichtigt werden koͤnnen — so muͤssen wir doch die Arbeit, auch wie sie uns jetzt vorliegt, als sehr empfehlenswerth anerkennen.
— 11. —
Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmittags V Abends Nach einmaliger
1835. 2 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
25. August. Quellwärme 8,2 °R. Flußwärme 16,8 °R. Bodenwärme 13,0 °R. Ausdünstung 0,093 „ Rh. Niederschlag 0. Nachtkälte 8,4 °R.
8,70° R. 70 vCt.
333,28“ „Par. 333,41“ Par. 333,68“ Par. 10,1 ° R. 17,9 °R. 12,8 °R. 9,0 ° R. 9,4°R. 7,9 ° R. 89 pCt. 52 pCt. 69 pCt. halbheiter. halbheiter. halbheiter. O. O. O.
Tagesmittel: 333,46“ Par. 13,6 °R..
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 21. August. Niederl. wirkl. Schuld 5a z. 5 % do. 101 %. Ausg. Schuld —. Kanz-Bill. 243⁄16. 4 ½ % Amort. 93 ⅛. 3 ½ % 78 ½. KRuss. 99 ¾. Oesterr. 99 ¼. Preuss. Präm.-Scheine —. do. 4 % Anl.
—. Span. 5 % 35 ½. do. 3 % 22 ½.
Antwerpen, 20. August. Span. 5 % 35. Zinsl. 15 ½. Cortes 32 ¼. Anl. 44 ½.
Cons. 3 % 89 ¼. 40. Zinsl. 11 ¼.
Coup. 20. Neue
London, 21. August. Belg. 101. Span. Cortes 41 ¼2. Obl. v. 1834
Ausg. 17 ½. 2 ½ % Holl. 54. 5 % do. 101 ⅛. Port. 5 % 87 ¼. do. 3 % 55 ¾¼. Bras. 86 ¾¼. Columb. v. 1824 31 ½¼. Mex. 35 ½. Peru 27 ½. “ Wien, 21. August. 1
5 % Met. 102 ½. 4 % 98 ⁄13. Bank-Actien. 1320. Anl. 573 ½. 8 St. Petersburg, 18. August. Hamburg 91 ⅛ 2. Lond. 103 ⁄4. 16. Silber-Rub. 357 ½¼.
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Konigliche Schauspiele.
Donnerstag, 27. August. Im Schauspielhause: Warum? Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Der Ball zu Ellerbrunn, Lustspiel in 3 Abth., von C. Blum.
Freitag, 28. August. Im Schauspielhause: Die Lichtenstei⸗ ner, dramatisches Gemaͤlde in 5 Aufzuͤgen, nebst einem Vorspiel: Der Weihnachtsabend, von Bahrdt. “
Sonnabend, 29. August. Im Schauspielhause: Die Ge⸗ schwister, Schauspiel in 1 Akt, von Goͤthe. Hierauf: Zum er⸗ stenmale: Lisette, oder: Borgen macht gluͤcklich, Lustspiel in 1 Akt, von Karl Blum. Und: Zum erstenmale: Der Onkel schlaͤft, Lokalposse in 1 Akt, von L. Angely.
Koͤnigstaͤdtisches The 3 8 Donnerstag, 27. August. Zum erstenmale: Der Journalist, Original⸗Lustspiel in 1 Akt, von E. M. Oettinger. Hierauf: Das goldene Kreuz, Lustspiel in 2 Akten, frei nach dem Franz., von G. Harrys. .
Freitag, 28. August. Die Goldgrotte des Geisterbanners, oder: Noch einmal jung! romantisch⸗komisches Original⸗Zauber⸗ spiel mit Gesang in 2 Akten, von J. E. Gulden. Musik von Franz Edlen von Marinelli. —
ter.
Neueste Nachrichten.
Paris, 20. August. Der Koͤnig empfing vorgestern in einer Privat⸗Audienz, die er dem Herzog von Frias ertheilte, das Gluͤckwuͤnschungs⸗Schreiben der verwittweten Koͤnigin von Spanien zu dem Mißlingen des am 28. Juli gegen ihn und seine aͤltesten Soͤhne gemachten Mordversuchs. Unmittelbar dar⸗ auf ertheilten Se. Majestaͤt auch dem Grafen von Grote eine Privat⸗Audienz, in welcher dieser sein Abberufungs⸗Schreiben als Koͤnigl. Hannoverscher Gesandter in Paris uͤberreichte.
Der Koͤnig hat den Bischof von La Rochelle, Herrn Bernet, um Erzbischof von Aix an die Stelle des verstorbenen Herrn
aillon ernannt. 1 1 G — .
In der Deputirten⸗Kammer wurde gestern im wei⸗ teren Verlaufe der Berathungen uͤber das Geschwornen⸗Gesetz derjenige §. des ersten Artikels mit starker Stimmen⸗Mehrheit; angenommen, wonach kuͤnftig die Abstimmung der Jury geheim seyn soll. Dagegen wurden die hierzu beantragten Amendements uͤber die Form dieser geheimen Abstimmung nach einigen De⸗ batten noch einmal an die Kommission verwiesen. Kurz vor dem Schlusse der Sitzung wurde noch die Berathung uͤber den auf die Deportation bezuͤglichen Artikel eroͤffnet. Es ließen sich daruͤber Herr Odilon⸗Barrot und der Handels⸗Mi⸗ nister vernehmen, worauf die Versammlung sich trennte. — In der heutigen Sitzung wurde die Debatte wie⸗ der aufgenommen. Der Baron Roger entwarf eine sehr leb⸗ hafte Schilderung von den Aualen, welche die Verurtheilten unter dem Himmel Cayennes oder Surinams zu erdulden haben wuͤrden. 5 Laboulie erklaͤrte sich gleichfalls gegen die Deportation. Der Minister des oͤffentlichen Unterrichts erhob sich mit Gewalt gegen die Rede des Hrn. Roger. Er wies die gegen die Regierung gerichteten Beschuldigungen zuruͤck, daß sie naͤmlich die Absicht habe, die Verurtheilten nach einem ungesunden Himmelsstriche zu schik⸗ ken. Die einzige Absicht der Regierung sey, daß das Gesetz so beschaffen, daß es den achtbaren Leuten Beruhigung gebe, und den Wirren ein Ende mache. Herr von Bricqueville glaubte in der Sprache des Herrn Guizot den Mann des Jahres 1815 und der Prevotalhoͤfe wieder zu erkennen. (Exclamationen im Centrum.) Herr Guizot: „Ich kenne nichts Unparlamentarische⸗ res, als eine solche Sprache.“ Herr v. Bricqueville: „Ich kenne
1S
gewesen. Proclamationen. ruft die 1 auszurotten und die Volks⸗Bewegung zu beguͤnstigen.
rungen ab. Man versichert, Don Carlos wolle jetzt alle seine Anstrengungen gegen Castilien richten.“
Dem Journal des Doöbats wird aus Marseille vom 16ten d. geschrieben: „Der Capitain und der Lieutenant einez Schiffes, das von Ponant gekommen ist, und 24 Stunden im Grao des Guadalaviar, im Hafen zon Valencia verweilt ha, melden, daß die von Madrid nach dieser Stadt geschickten Offiziere ins Gefaͤngniß geworfen worden sind, eben so de meisten von den Beamten, den Angestellten der Haciende, so wie die Moͤnche einiger Kloͤster, die man nur mit großer Muͤhe gerettet hat. Die Valencianer haben Abgesandte nach Barcelona geschickt, damit sich die beiden Junten mit der von Saragossa wegen der provisorischen Regierung, die fuͤr das alre ehemalige Koͤnigreich Aragonien gebildet werden soll, verstaͤndign koͤnnten. Unser Capitain fuͤgt hinzu, daß er eine große Pinke Grao ankommen sah, welche eine Deputation der Buͤrger⸗Gap von Alicante an Bord hatte und die Nachricht uͤberbrachte, i diese Garde sich der Orts⸗Behoͤrden bemaͤchtigt habe.“ 28
Die Journale aus Saragossa vom 12ten enthalten diee Barcelona und in Saragossa erschienenen Proclamationen,] wie die an die verwittwete Koͤnigin gerichteten Vorstellungga, worin die Junta 1) die nothwendigen Reformen, 2) die Absetzug mehrerer Beamten, deren geringe Anhaͤnglichkeit an die neau Ordnung der Dinge bekannt sey, 3) die Organisation der Pw vinzial Junten und endlich 4) die gaͤnzliche Aufhebung aller g ster verlangt. Wie in Barcelona, eben so ist diese Vorstellun
des Volks ausgegangen. Auch in der Hauptstadt Aragonnz beschaͤftigte man sich mit der groͤßten Thaͤtigkeit damit, die gi⸗
hen der National⸗Milizen zu vervollstaͤndigen und Frei⸗Corwsn
bilden, welche gegen die Karlisten ausziehen sollen. In vhü
hoͤrte man am 10ten d. M. zwar einige republikanische ma
singen; doch als das Kloster verbrannt wurde, vernahm manm den Ruf: es lebe die Koͤnigin! Es lebe das Vaterland! Eben war es in Berga, einer kleinen Stadt in Catalonien, wo de Gouverneur genoͤthigt wurde, sich mit den Truppen in ein bn festigtes Kloster zu fluͤchten. Ueberall sind Provinzial⸗Junten e⸗ ildet worden.
Es sind hier auf außerordentlichem Wege Briefe aus Ma⸗ drid bis zum 12ten eingegangen. Die Hauptstadt war sehr ruhig, ohne daß die Kunde von den bedauernswerthen Auftrinm in Catalonien sie auch nur einen Augenblick gestoͤrt haͤtte. Noch hatte die Regierung, ungeachtet der kritischen Lage, in der sie sich befand, keinen bestimmten Entschluß gesaßt. nung begehrte vor Allem die Zusammenberufung der Cortes; man glaubte, sie wuͤrden auf den 24. September einberufa
werden. - — An der Boͤrse hatte man heute keine anderen Nachrichte
nichts Unmenschlicheres, als Ihr Verfahren.“ Nach einer verwirrten und sehr lebhaften Diskussion genehmigte die Kammer den auf die Deportation bezuͤglichen Paragraphen, mit dem Zusatze jedoch, daß das Gesaͤngnis auf einer Franzoͤsischen Kolonie erbaut wer⸗ den muͤsse. Sie beschaͤftigte sich dann mit der Form, in der die geheime Abstimmung des Geschwornen⸗Gerichts vor sich gehen soll. Um 4 ½ Uhr waͤhrte die Sitzung noch fort. 29
Der „Figaro“ zeigt an, daß er aufhoͤren werde, zu erschei⸗ nen. Man Leangetzs, daß noch andere Blaͤtter diesem Bei⸗ spiele folgen werden, da sie die in dem neuen Preß⸗Gesetze ver⸗ langte Caution von 200,000 Fr. nicht stellen koͤnnen.
Im heutigen Moniteur liest man: „Die Berichte aus Spanien lauten taͤglich betruͤbender. In Mataro und auf ver⸗ schiedenen anderen Punkten haben neue Volksbewegungen statt⸗ gefunden, unter dem Rufe: „Tod den Moͤnchen! Tod den Ade⸗ ligen! Tod den Reichen! Es lebe die Freiheit!“ In Tarra⸗ gona sind der Kommandant und der Platz⸗Major ermordet wor⸗
us Spanien, als die (obigen) von dem Moniteur bekan gekzächten diese sind aber von der Art, daß sie die Besorgnist der Spekulanten nur vermehren mußten. Es hieß, der Kritge Minister habe dem General Harispe den Befehl zugeschich Truppen an die aͤußerste Graͤnze zu schicken. Die Nachrichtn aus London beschaͤftigten ebenfalls die Spekulanten. Die alhe⸗ meine Meinung war, daß sich Lord Melbourne, ungeachtet der uͤberwiegenden Opposition des Oberhauses, nicht zuruͤchziehen
wuͤrde.
eute schloß öproe. Rente pr. gompt. 108. 88. dn cour. 108. 90. ehe pr. compt. 78. 55. sin cour. 78. 6 5proc. Neap. ser. compt. 96. 80. fimg cour. 96. 90. 5 m. Span. 34. 3proc. do. 20 ¼. Cortes 34. Ausg. Schuld l.
Neue Anl. 40 ⁄. 8 Redacteur Cottel.
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den. Auch Valencia ist der Schauplatz beklagenswerther Excesse
““ Gedruckt bei A. W. Hayn. — — —yy—y —
Enman Gex
E— ¹ Allgemeiner Anzeiger fuͤr die
J.19) Milchmaͤdchen von Schmidt, auf Nr. 14 an sden Kunst⸗Verein zu Muͤnster.
20) Engel, Kopf eines Greises, auf Nr. 1796 an Herrn Dr. Stedmann in Beslich bei Vallendar. 21) Grieben, Fischerhuͤtte an einem Fluß, auf Nr. 410 an Herrn Handelsgerichts⸗Praͤsidenten Ho⸗ ninghaus in Crefeld.
22) Kretschmer, das Kindermaͤhrchen, ein Aqua⸗ 1) Das Melken auf der Weide, Viehstuͤck von rell⸗Gemaͤlde, auf Nr. 97 an Se. Durchlaucht den Fuͤrsten Albrecht zu Wittgenstein⸗Berleburg.
23) Rustige, Abend in Tyrol, auf Nr. 87 an Herrn
2) Kleine Abendlandschaft von Achenbach, auf J. Schuchard in Barmen.
24) Stobbe, Maͤdchenkopf, auf Nr. 1967 an Herrn Pfarrer Laufs zu Keldenich in der Eifel. 25) Ittenbach, Christus und Juͤnger, auf Nr. 1874 an Herrn Alexander Vattemare zu P 26) Blumenstuͤck von Schartmann, auf Nr. 1136 an Herrn Landdechant Winzen zu Dahlen. 27) Die Muͤhle, Lo Nr. 1821 an Herrn Kaufmann Huͤbner zu Magde⸗
11“ Bekanntmachungen. Kunst⸗Verein
füͤr die Rheinlande und Westphalen. General⸗Versammlung am 6. August 1835
Bei der hbeutigen Verloosung wurden folgende Ge⸗ winne gezogen:
827 I“ 8 “
Simmler, auf Nr. 1353 der Actien⸗Rolle an Herrn Oberforstmeister von Stolzenberg zu Romersdorf.
Nr. 798 an Se. Durchlaucht den Fuͤrsten zu Salm
ck.
D8 h Koch, Maasgegend, auf Nr. 1951 an Herrn Becker zu Darmstadt.
) Pluͤddemann, Rolands Tod, auf Nr. 6 an Herrn Consistorialrath Budde hieselbst.
5) Landschaft von Heunert, auf Nr. 906 an Herrn Lorlberg zu Berlin.
S. auf Nr. 558 an
6) Koerner, Kinder am burg.
errn Hansen in Duͤsseldorf. 27 Landschaft von Roosen, auf Nr. 586 an Herrn Heidendahl jun. in Duͤsseldorf.
8) Landschaft von Breslauer, auf Nr. 898 an Herrn Volckert in Berlin. 1
9) Sohn, Urtheil des Paris, auf Nr. 1676 an
Nr. 1582 an Muͤnster.
Herrn Stadtrath Schindelmeiser in Koͤnigsberg Koͤntgliche Hoheit Prinz Wilhelm (Bruder Seiner 1t Maj. des Koͤnigs.)
in Pr. 1 885 Goͤtting, der heil. Franzisus, auf Nr. 41 an 1 Herrn Vicar Rausch zu Broich bei Juͤlich. 11) Scheins, Abendlandschaft (Nr. 129 des Aus⸗ stellungs⸗Katalogs), auf Nr. 1263 an Herrn Pin⸗ ner zu Muͤnster 12) Grabau, das Innere eines Stalles, auf Nr. 923 an Herrn Kaufmann Kohl jan. in Elberfeld.
13) Ihle, die heilige Elisabeth, auf Nr. 1729 an Herrn Oberlehrer Kribben in Elberfeld. 14à) Grabau, weidendes Vieh (241 des Katalogs),
van
88
Haus Beck bei Dorsten.
15) Hengsbach, Landschaft, auf Nr. 1431 an Herrn Gutsbesitzer Krause auf Tenzerow bei Demmin. 16) Landschaft aus dem Schweizerthale bei St. Goarshausen von Kiesling, auf Nr. 1755 an Herrn Kaufmann Weidinger in Berlin. 17) Kleine Landschaft von Dielmann, auf Nr. 939 Nr. 1646 an
an Herrn vom Rath in Lauersfort bei Crefeld. Crefeld.
18) Rheinlandschaft von John, auf Nr. 1156 an
Heern Landrath Melsbach in Crefeld.
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etsee S.; Er E“
28) Kuͤchenstuͤck von Lehnen, auf Nr. 1735, an Herrn Koͤniglichen Procurator 29) Der Huͤhnerkraͤmer von 1 Herrn Consistorial⸗Rath Wagner in
30) Landschaft von Jacobi, auf Nr. 257 an Se. Beckmann zu Barmen. b 1 b 2) xö die zuruͤckkebrenden Lootsen, auf Nr. u“] 1 1346 an Herrn Buͤrgermeister Buͤschgens zu Reydt. S.
31) Landschaft von Funk, auf Nr. 1023 an Herrn —
Literarische Anzeigen.
Bel Georg Wigand in Leipzig erschien und zu Berlin in der Stuhrschen Buchhandlung, Schloß⸗
Tromp zu Rotterdam. 32) Holthausen, der Wechsler, auf Nr. Fraͤulein von Winterfeld, Hofdame Ihrer Ked⸗ nigl. Hoheit der 33) Trautscholt, Waldscene, auf Nr. 264 an Herrn J. N. Muͤller zu Elberfeld. 34) Tells Tod von Lasinsky, auf Nr. 433 an Frau von Ghemen in Coln. „35) Happel, der Kalkofen, Landschaft, auf Nr. 181 auf Nr. 95 an Herrn Freiherrn von Wenge auf an Herrn Dr. Heim in Berlin. 36) Blanc, die Kirchengeherin, auf Nr. 1406 an Herrn Buchdrucker Nasse in Soest. 37) Stielke, Kaiser Max auf der Martinswand, auf Nr. 358 an mann in Coͤln. 1 38) Rethel, die Predigt des heil. Bonifazius, auf Herrn Gerichtsschreiber Jansen in S
39) John, Landschaft (Nr. 70 des Katalogs), auf Nr. 1165 an Herrn Penserot in Kreuznach. h
Nr. 927 an Herrn Lieutenant von 42) Scheins, Gebirgslandschaft
gen in Juͤlich.
Stommel jan. in Duͤsseldorf.
1m Kaufmann Menn zu Coblenz. aris.
Assessor Steltzer in Duͤsseldorf.
Landschaft von Ehemant, auf 48) Achenbach, das Kloster am
an Fraͤulein Moll zu Elberfeld. ermes in Cleve.
Preußischen 40) Sonderland, der Fischmarkt, auf Nr. 888
an Herrn Der. Berg zu Schwerin a. d. Warthe. 41) Graf Stenbock, ein betendes Maͤdchen, auf
talogs), auf Nr. 583 an Herrn Kauf 43) Lessing, Landschaft, auf Nr. 545 an Herrn
44) Goͤtting, Grablegung Christi, auf Nr. 112 an Herrn Referendar Bendemann in Berlin.
145) Happel, Ansicht von Arnsberg, auf Nr 1845 an Fraͤulein Mathilde von Walden burg in Berlin. 46) Viehstuͤck von Grabau, auf Nr. 230 an Herrn
47) Steinbruͤck, Genovefa (Skizze des groͤßern Bildes), auf Nr. 1139 an Herrn Oberlandesgerichts⸗
an Herrn Bau⸗Insoector de Lassaulr in Coblenz 49) v. Oer, der Tod der h. Elisabeth, auf Nr. 335
50) Koͤhler, die Findung Moses, auf Nr. 1949 an onderland, auf Herrn Ministerialrath Eckhard in Darmstadt. 1n 51) Scheins, die Kapelle auf der Hoͤhe (Nr. 125 d. K.) auf Nr. 59 an Herrn Kaufmann Friedrich
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commercial Economy of the factory System Great Britain by Dr. Ure. mit vielen Abhe
dungen. 8vo. Preis: 3 Thlr. 12 sgr.
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Lorch d g ce Nr. 123 des Ka⸗ . 8 nüaa Vorbruͤg⸗ Anzeige fuͤr Theologen.
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Wegweiser fuͤr junge Landprediger; Is 2 chen: Von der Predigt und Liturgie, IIs N chen: Die allgemeitne und besondere Amtzt samkeit des Landpredigers und sein baͤutte Leben. Preis 1 Thlr. 15 sgr. gr. 80. Ml gen auf guten Druckpapier. Die neueste Zeit hat auch fuͤr die Pastoral Am⸗ sung eine neue Gestalt hervorgerufen. Jin Geistlichen wird dieses Handbuch sehr aute nuͤtzliche Dienste leisten, denn sie findag Alles, was bei dem öͤffentlichen Leben und ng
See, auf Nr. 233 des Landpredigers in unserer Zeit zu wi forderlich sein moͤchte. Fuͤr den praktisschengh darf und die augendlickliche Aushuͤlfe werden 809 lich diese beiden e von niedergeschri Erfahrungen hinreichen. Leipzig, im August 1835. 8 “ 8
C. H. Reclan.
usat. n:
Uit⸗
222 an
rinzessin Friedrich. platz Nr. 2, zu haben:
an das Franzoͤsisch
acsimile versehen. 8 8vo. 1835. in Umschlag b
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Frau Regierungsraͤthin Scheuer⸗ 119 HE 84 “
Eichler in Berlin zu haben:
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Adresse Louis Philipp's
Nach der Original⸗Handschrift Sr. Majestaͤt aus dem Franzoͤsischen uͤbersetzt und mit dessen beigedrucktem
eben ist in London erschienen und bei G.
The Philosophy of Manufactures or an Exposition of the Scientikie, Mo 1 88
E A. Roßmaͤßler, Prof., Gallerie der welt, ein Atlas zur Uebersicht des Tbiam auf zwoͤlf großen Folio⸗Tafeln mit 326
getreuen Abbildungen, sekuch ist vollstaͤndig bei uns erschienen und durch ”h hlot,
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Franzoͤs. Str. Nr 202), fuͤr 2 Thlr. 15 shag.
chael zu bekommen. Der Ladenpreis ist „un. Von demselben Verfasser ist auch erschjenen
lIconographie der Land- und Sü shüeue Molluasken, mit vorzüglicher Berücksie 1 sder europäüischen noch nicht jabgehildenan ai
1⁰ sgr. FPErrstes Heft mit 5 lithographirten Taleln
Abbildungen. gr. Ato. eingeb. 2 Thhr. l 10
Dasselbe mit naturtreu color. Tafeln 3 Th t 1
Arnoldische Buchbande in Dresden u. Leipiig
e Volk.
rosch. T 11“ Fseh, venn “
₰ 1 Man Einwohner zu den Waffen auf, um die Karlisten Saragossa
wartet unter der Verwaltung der neu eingesetzten Junta ziem⸗ lich ruhig die Antwort auf die der Regierung gestellten Forde⸗
auch in Saragossa von den Behoͤrden und den Delegim
Die oͤffentliche Meis
Aat fuͤr das Urtheil
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IEEan.
— — —
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Kammerherrn und Le⸗ ations⸗Secretair von Bockelberg zu Wien den St. Johan⸗ iter⸗Orden zu verleihen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Gerichts⸗Vollzieher lrenz zu Treis, Regierungs⸗Bezirk Koblenz, das Allgemeine threnzeichen zu verleihen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Unteroffizier Man⸗ czack vom Landwehr⸗Bataillon (Samterschen) 34sten Infanterie⸗ Regiments, so wie dem Schornsteinfeger Conrad Brett⸗
schnelder zu Achen, die Rettungs⸗Medaille mit dem Bande zu verleihen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den zweiten Stadtgerichts⸗ Direktor Georg Ludwig Schmidt hiersebst zum Geheimen Justizrath zu ernennen und das desfallsige Patent Allerhoͤchstselbst zu vollziehen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben geruht, den Ober⸗Landesgerichts⸗
ssessor Noldechen zum Justizrath zu ernenmnen.
— —
—1 “
Se. Hoheit der General der Infanterie und kommandirende General des Garde⸗Cerps, H erzog Karl von Mecklenburg⸗ Strelitz, ist nach Schlesien abgereist.
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Afsessor Eduard Rin⸗ relen ist zum Justiz⸗Kommissarius bei dem Land⸗ und Stadt⸗ gerichte zu Muͤnster bestellt worden.
Koͤnigliche Bibliothek. 1“ 9nv zmim XEESHF⸗ g 4 J11 8 ““
Der Bestimmung des Koͤniglichen Hohen Ministeriums der geistlcchen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten zufolge st die Koͤnigliche Bibliothek vom 31. Aug. bis 19. Sept. 1. J. fuͤr das Publikum geschlossen, indem waͤhrend die⸗ ser Zeit in derselben die Reinigung des Lokals und der Buͤcher vorgenommen wird.
Angekommen: Se. Durchlaucht der Prin Friedri zu Schleswig⸗Holstein⸗Glucksburg, von EETI’ 8
Abgereist: Se. Durchlaucht der Prinz Karl zu Solms⸗ braunfels, nach Braunfels.
Frankreich.
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 18. August Nachtrag.) Bei Gelegenheit der Debatten uͤber das ede ment der Herren Hobert und Agier wegen Hinzuziehung der Richter, sobald die Entscheidung der Jury mit nur 7 gegen 5 Stimmen erfolgt, bestieg (wie bereits erwaͤhnt) der Praͤsident, Herr Dupin, die Rednerbuͤhne, um das Amendement zu be⸗ kaͤmpfen. 1 -
„Es ist von der groͤßten Wichtigkelt“, sagte er, „die J st⸗ türdig zu erhalten; dies ist aber vfah acb der Fau⸗ d Richter hinzuzieht. Die Kommission selbst hat in ihrem Be⸗ ichte diese Meinung ausgesprochen, und wenn die Mitglieder der⸗ elben jetzt das Amendement unterstuͤtzen, so gerathen sie in Wider⸗ heuch mit sich selbst. Ich bin der Meinung, daß das in Rede ste⸗ sende Amendement zwei Institutionen zu gleicher Zelt versaͤlscht: de Jury und die Magistratur. Das Schone in unserer Gerichts⸗ Heganisation ist eben die Trennung des Thatbestandes von der Straf⸗ eeghunp.; die Jury fpricht uber den Thatbestand, der Gerichtshof er die Strafe; und gerade das will man umstoßen. Die Hinzuzie⸗ lung der Richter, m. H., wuͤrde ein trauriges Geschenk seyn, das Pije ihnen machten, besonders bei Preß⸗ oder politischen Vergehen. ns die Geschwornen vetr fft, so wuͤrde das geschehen, was fruͤ⸗ geschehen ist; sie wuͤrden bei polrtischen Angelegenheiten haͤu⸗ Fhunter einander uͤbereinkommen, nur mittelst einfacher Ma⸗ rrät zu deisege gen, ter dem bgh die Verantwortlich⸗ 1 b u überlassen. (Bewegung im Centrum. 1 Fanes Lefebvre bestreiter die Thatsache.) 8 29) weng ü das sich dies in einer Jury ereianen wuͤrde, zu der Herr Jac— bac fobore gehort⸗; ich bin vom Gegenthe! uͤberzeugt: ich kenne Mfar, ie Festigkeit seiner Gesinnungen und seiner Grundsaͤtze. lkich en TFshnc deshalb annehmen, daß alle Geschwornen ihm 881 „un mit demselben Muthe ihre Stimmen abgeben? Ich
sche von der Jury im Allgemeinen, von Frankreichs saͤmmtlichen Nicht uͤverall bestehen dieselden, wie in
schwornen⸗ Gerichten.
„aus gebildeten und aufgeklaͤrten Leuten: uwei 8 mnen 818 unter den Geschwornen Bauern, WE . sen nnch schreiben koͤnnen, und denen als Mittel, ihre Unab⸗ Kenig 3 zu behaupten, Anleitung gegeben wird, ihren Namenszug 9— 89 Ich behaupte, daß dieselben Schwachheiten sich wie⸗ Pshgen konnten; Sie würden die 7 Geschwornen, welche auf 8 Fen Gewissen verurtheilt haben, der Gefahr aussetzen, daß fl 6 ütsbof ihren Aussprug Luͤgen strafen koͤnnte. Ohne Zwei⸗ h We wir uns in einer Zeit, wo Jeder sich mit großer Ener⸗ hhn Feeimuͤthigkeit aussprechen muß: Jeder muß mehr als je efe c thun, und welch' besseres Vorbild koͤnnten wir wohl in 18 Veziehung haben, als den Koͤni! Er, der Erste von uns shde⸗ 18 sich bei den letzten Ereignissen als Koͤnig benommen, das nit Fenböchste Lob! Der Koͤnig hat nicht allein den Muth gezeigt, gendsg man Gefahren entgegentritt, sondern auch de schoͤnsten 19* en; buͤrgerlichen Muthes gegeben, mit dem man inmitten Fecn üen Gefahren ruhig bleibt. Aber nicht uͤverall, nicht bei sgsege 6 89 der Fall. Man findet muthige Maͤnner, die sich im .n6,d in. Feuer aussetzen, und tausend Gekfahren Trotz bieten, de⸗ bnn, ben 7 d. wenn sie ihre Uniform und ihre Waffen abgelegt ha⸗ kasschiasslnzsuͤbung buͤrgerlicher Pflichten die noͤthige Energie und daupt bo seie emongelt Wenn eine Regierung ein solches Ober⸗ ng, deh ;. Oberhaupt, dessen Beistand ihm nie fehlt; einen Koͤ⸗ use und meX unern nichts Anderes will, als die Charte, das Gesetz, thlen? „Zetreue Rathschlaͤge, sollte es da an muthvollen Beamten
Hoffnungen bruͤsten, wie sie die
——— — — 4.—
Berlin, Freitag den 28sten A
finden? Sie werden, sagt man, bestaͤndig mit Schmaͤhun⸗ gen uͤberhaͤuft. Das d allerdings 6 ven, Sch 98 ben sich nicht auch Einige der Zaghaftigkeit schuldig gemacht? Die Wuth, mit welcher unsere Dynastie und unsere Institutionen anzegriffen worden sind, haben auf die Handlungsweise einiger Per⸗ sonen, welche aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen und deshalb Umwaͤlzungen noch immer fuͤr moͤglich halten, so einge⸗ wirkt, daß sie da, wo sie mit Festigkeit haͤtten amftreten sollen, oft große Schwaͤche gezeigt haben. Dies sind schlechte Beamten, schlechte ren anvertrauen. Ich nenne dieienigen Buͤrger feige, und der Frei⸗ heit unwuͤrdig, die die Pflichten ihrer Lage nicht zu erfuͤllen wissen. Man verlange nicht von dem Lande im Allgemeinen Ordnung und Frieden; aber man diene dem Lande mit Teeue; man mache gemein⸗ schaftliche Sache mit der Regierung zur Vertheidigung der Grsetze, des Rechtes und der Freiheir. Niemals ist die Gelegenheit guͤnstiger
jetzt; aber dazu bedarf es eines Geistes der Versohnung. Ich rathe gewiz nicht, den Feinden der jetzigen Ordnung der Dinge entgegen⸗ zukommen, sich vor ihnen zu demuͤthigen, ihnen Zugestaͤndnisse zu machen, die sie nicht selten mit Veracr tung zurückweisen; aber man muß seine Freunde selbst unter denen zu d nat wissen, welche mit uns uͤber einzelne Punkte verschiedener Meinung sind. Man muß sich nicht zu Leidenschaften gegen sie binreißen lassen und nicht auf Angrisse sinnen, die nur dazu dienen, Haß oder Eifersucht zu befrie⸗ digen, und welche die Regierung leicht schwaͤchen koͤnnen. Auf das Amendement zuruͤckkommend, so behaupte ich, daß das⸗ Hinzuziehen der Richter die Institution der Jury verfaͤlschen hieße, weil ihr Urtheil nicht mehr selbststaͤndig seyn wuͤrde, und deshalb weise ich dasselbe mit allen meinen Kraͤften zuruͤck.“
Sitzung vom 19ten. (Nachtrag.) Es ist bereits gestern erwaͤhnt worden, daß die Deputirten⸗Kammer sich in dieser Siz⸗ zung mit starker Stimmen⸗Mehrheit fuͤr die geheime Abstim⸗ mung der Jury erklaͤrt hat. Der 345ste Artikel der Krimi⸗ nal⸗Gerichtsordnung soll hiernach kuͤnftig also lauten: „Das Oberhaupt der Geschwornen liest nach einander eine jede der ih⸗ nen gestellten Fragen vor, und die Abstimmung erfolgt sodann insgeheim, sowohl uͤber das Haupt⸗Faktum und die erschweren⸗ den Umstaͤnde, als uͤber die Existenz mildernder Umstaͤnde.“ Die Frage dagegen, ob die geheime Abstimmung durch schwarze und weiße Kugeln oder durch gedruckte oder durch geschriebene Zettel erfolgen solle, wurde der Kommission zur Pruͤfung und Berichterstattung uͤberwiesen. — Im Laufe der darauf eroͤff⸗ neten Debatte uͤber die Strafe der Deportation kam es zu einem sehr stuͤrmischen Auftritte, zu welchem eine unuͤberlegte Aeußerung des Handels⸗Ministers Anlaß gab. Der⸗ selbe erklaͤrte naͤmlich, die Regierung habe es kein Hehl, daß sie die Strafe der Deportation, wie sie jetzt besteht (lebenslaͤngliche Zuchthaue strafe im Innern des Landes) zu schaͤrfen beabsichtige. Daß sie aber diesen Zweck durch den von ihr gemachten Vor⸗ schlag (den Verurtheilten seine Strafe außerhalb Landes beste⸗ hen zu lassen) erreichen werde, dafuͤr buͤrge ihr schon der Um⸗ stand, daß die Opposition sich demselben widersetze. Bei diesen Worten brach ein furchtharer Sturm aus den Reihen der linken Seite hervor. Einige 20 Deputirte, worunter die Herren Odilon⸗ Barrot, Salverte und Garnier⸗Pages, erhoben sich von ih⸗ ren Plaͤtzen und verlangten, daß der Minister zur Ordnung verwie⸗ sen werde. Dieser suchte sich zwar zu rechtfertigen. Er habe nicht die Absicht gehabt, aͤußerte er, irgend Jemanden zu nahe zu treten, und haͤtte man ihn nicht mitten in seiner Rede unterbrochen, so wuͤrde man sich bald uͤberzeugt haben, daß man seinen Worten eine falsche Deutung gegeben; er habe nur behaupten wollen, daß der Vorschlag der Regierung deshalb so lebhaft bekaͤmpft werde, weil er die Schaͤrfung einer Strafe bezwecke. Herr Garnier⸗Pagds wollte dagegen den Minister also verstanden haben, daß ihm die Nothwendigkeit einer Schaͤrfung der Depor⸗ tation aus dem Widerstande, den der desfallsige Vorschlag bei der Oppositions⸗Partei finde, erst recht einleuchtend werde. Es kam hieruͤber zu heftigen Explicationen. Der Praͤsident ergriff Partei fuͤr den Minister, da dieser ausdruͤcklich erklaͤrte, daß es nicht seine Absicht gewesen sey, irgend ein Mitglied der Kam⸗ mer zu beleidigen. Hiermit war aber die Oppositions⸗Partei nicht zufrieden. Herr Garnier⸗ Pagos behauptete, die Opposition sey in Masse angegriffen worden, und der Minister muͤsse daher zur Ordnung verwiesen werden. Herr Odilon⸗Barrot selbst rief ihm zwar zu, er moͤchte nach der von dem Minister abgege— benen Erklaͤrung die Sache auf sich beruhen lassen. Hr. Gar⸗ nier⸗Pageès wollte sich indessen nicht zufrieden geben, vielmehr bestieg er die Rednerbuͤhne, um, wie er sagte, zu beweisen, daß die ersten Aeußerungen des Ministers eine Beleidigung fuͤr die ganze Opposition waͤren. Herr Havin und einige andere mini⸗ sterielle Deputirte verlangten jetzt, daß man die Geschwindschrei⸗ ber des Moniteur auffordere, der Kammer muitzutheilen, wie sie jene Worte aufgefaßt haͤtten. Andere Deputirte von derselben Partei suchten dies jedoch zu hintertrei⸗ ben, und verlangten die Tagesordnung; endlich ergriff Herr Odilon⸗Barrot das Wort, um die Gemuͤther zu beschwichti⸗ gen, und sagte: „Es leidet keinen Zweifel, daß dem Handels⸗ Minister eine doppelsinnige Phrase entschluͤpft ist, woruͤber die Opposition in Harnisch gerathen ist. Der Mmister hat aber eine Erklaͤrung abgegeben, die von der Reinheit seiner Absichten zeugt. Unter diesen Umstaͤnden scheint es mir in dem Interesse aller Parteien der Kammer zu liegen, die Sache auf sich beru— hen zu lassen; ich meinerseits erklaͤre wenigstens, daß ich durch die Explicationen des Hrn. Ministers vollkommen zufriedengestellt bin.“ Die Ruhe kehrte darauf zuruͤck und der Minister setzte seine Rede fort, indem er die Phrase, die zu dem ganzen Streite Anlaß gegeben, wiederholte, jedoch in einer Weise, daß sie fuͤr die Opposition nicht mehr verletzend klang. Er sagte naͤmlich: „Durch unseren Vorschlag wird die Strafe der Deportation allerdings geschaͤrft, und eben des hals mag sie in dieser Versammlung so großen Widerstand finden. Aber nur durch strenge Strafen koͤnnen die Feinde des Vaterlaudes entmuthigt werden. Werfen Sie einen Blick, m. H, auf den Zustand unserer Gesellschaft, sehen Sie, wie die Factionen sich offen mit ihren Plaͤnen und Gerichtshoͤfe verachten, wie sie
en? Därfen sie fuͤrchten, nicht die gehoͤrige Unterstuͤtzung zu
uͤber die Gesetze hinwegsetzen, und Sie werden unsere Ueber⸗
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Buͤrger, man muß, wenn sie absetzbar sind, ihre Stellen Wuͤrdige⸗
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zeugung theilen, daß wir nur solche Strafen von Ihnen verlan⸗ gen, die den begangenen Verbrechen angemessen sind, und von dem allgemeinen Besten dringend erfordert werden.“
In der Sitzung vom 20sten (aus der wir bereits gestern einen kurzen Auszug gegeben haben) erfolgte noch die Annahme des ganzen Gesetz⸗Entwurfes mit einer Majoritaͤt von 75 Stim⸗ men. Zunaͤchst wurde uͤber den zweiten Arnrkel desselben beralh⸗ schlagt, der eine Modification des Straf⸗Gesetzbuches in Betreff der Deportation bezweckt. Nur zwei Redner Ueßen sich daruͤber vernehmen, naͤmlich die Herren von Laborde und Laurence. Der Letztere trat mit einem jedoch bloß die Form betreffenden Amendement hervor, das auch angenommen wurde. Der betref⸗ fende Artikel des Straf⸗ Gesetzbuches (der 17te) lautet demnach jetzt also: „Die Strafe der Deportation besteht darim, daß der
gewesen, niemals hat eine bessere Gesinnung vorgewaltet, als gerude
Verurtheilte nach einer durch das Gesetz naͤher zu bestimmenden Franzoͤsischen Kolonie gebracht wird und dort fuͤr seine Lebenszeit bleibt.
Kehrt der Deportirte nach Frankreich zuruͤck, so soll er, sobald seine
Identitaͤt erwiesen worden, zu lebenslaͤnglicher Zwangs⸗Arbeit kondemnirt werden. Wird der Deportirte bloß in einem von den Franzoͤsischen Armeen besetzten Lande vorgefunden, so wird er nach dem Orte seiner Deportation zuruͤckgebracht. So lange noch kein Deportations⸗Ort bestimmt worden, hat der Verur⸗ theilte lebenslaͤngliche Zuchthausstrafe, entweder in einem Gesaͤng⸗ nisse innerhalb des Landes, oder in einem anderen auf einer Franzoͤsischen Kolonie, je nachdem die Richter es bestimmen, zu bestehen. Ist die Verbindung zwischen dem Mutterlande und der betreffenden Kolonie momentan unterbrochen, so soll die Voll⸗ ziehung der Strafe provisorisch in Frankreich erfolgen.“ — Nach Erle⸗ digung dieses Gegenstandes kam die Reihe an den Kommissions Be⸗ richt uͤber die Art und Weise, wie die geheime Abstimmung der Jury erfolgen soll. Die Kommission schlug schwarze und weiße Ku⸗ geln mit dem Worte „Nein“ oder „Ja“ vor. Herr Vatout erklaͤrte sich dagegen fuͤr Stimmzettel von verschiedenen Farben mit dem Worte „Ja“ oder „Nein.“ Ueber diese beiden An⸗ traͤge erhob sich eine weitlaͤufige Debatte, an welcher auch der Großsiegelbewahrer Theil nahm. Herr Jolivet machte derselben zuletzt auf einmal ein Ende, indem er mit dem Voc⸗ schlage hervortrat, den Abstimmungs⸗Modus durch ein Verwal⸗ tungs⸗Reglement festsetzen zu lassen, das in der Session von 1837 in ein Gesetz verwandelt wuͤrde. Mehrere Deputirte ließen sich theils fuͤr, theils wider diesen Antrag vernehmen, der zuletzt mit der Modification durchging, daß die Verwandlung des erwaͤhn⸗ ten Reglements in ein Gesetz schon in der naͤchsten Session geschehen solle. Die Annahme des ganzen Gesetz⸗Entwurfes er⸗ folgte sodann mit 224 gegen 149. Stimmen. 8
Großbritanien und Irlan. Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 20. August. (Nachtrag.) Lord Feein gg9a legte Seg ner Rede, womit er die zweite Lesung der Irlaͤndischen Kirchen⸗ Bill beantragte, besonderes Gewicht auf die Abschaffung der uͤber⸗ fluͤssigen Kirchensprengel in Irland, denn solche protestantische Geistliche, meinte er, die keine Gemeinde haͤtten, koͤnne man un⸗ moͤglich Pastoren nennen, und eben so wenig Missionaire denn man duͤrfe die katholische Bevoͤlkerung Irlands nicht so behan⸗ deln, als wenn sie Anbeter des Goͤtzen Dschuggernaut waͤren Der Minister holte sehr weit aus und fuͤhrte unter Anderem eine Stelle aus dem Herodot an, welcher den Perser⸗Koͤnig Kambyses deshalb fuͤr wahnsinnig erklaͤrt, weil er, ungeachtet sei⸗ nes Wunsches, sich in Aegypten zu behaupten, die heiligen Ge⸗ braͤuche der Aegypter verhoͤhnt habe. Auch machte er gegen das Zehnten⸗System die Einwendung, daß diese Abgabe aus der Zei . herruͤhre, als die Juden noch Nomaden gewesen; nun aber sey es ein Leichtes, die zehnte Kuh oder das zehnte Kalb herzugeben waͤhrend bei dem jetzigen Stande der Gesellschaft die Bestimmung des Zehnten hoͤchst schwierig sey. Er verzweifelte nicht daran, daß die Opposition seine Maßregeln genehmigen wuͤrde, da sie sein r Administration, obwohl sie zum Theil auf dem Prin zip der bekannten Resolution des Lord John Russell 6 wegen eventueller Saͤcularisation des Kirchen ⸗ Eigen⸗ thums) begruͤndet sey, nicht feindselig entgegen getreten und nur einzelne Bestandtheile ihrer Maßregeln bekaͤmpft habe. Jeden⸗ falls ersuchte er das Haus, das tiefliegende Uebel, fuͤr Weiches er eine Abhuͤlfe vorschlage, dann die Art und Weise der Abhulf⸗ selbst und endlich die wahrscheinlichen Folgen einer Weigerung ze⸗ der Abhuͤlfe ernstlich in Erwaͤgung zu ziehen. Lord Fitzgerald b meinte, Koͤnig Kambyses und die Juden gehoͤrten nicht zur Sache denn kein Mensch denke daran, den Katholizismus zu unterdruͤk⸗ ken, und die Zehnten⸗Erhebung in naturg habe laͤngst aufgehoͤrt. Uebrigens hatte Niemand gegen die zweite Verlesung etwas eirn⸗ zuwenden, nur erklaͤrten die Grafen v. Ripon und Win chilseg die Bill wuͤrde in ihrer jetzigen Gestalt das pretestantische In⸗ teresse auf beiden Inseln gefaͤhrden. Der eigentliche Kampf ward erst im Ausschusse beginnen, indem der Bischof v Exeter erk aͤrt hat, er werde auf Streichung der 61sten (Saͤcularisations⸗) Kau⸗ sel und aller darauf folgenden bis zur gisten incl. antragen. 1 Unterhaus. Sitzung vom 20. August. (Nachtrag.) Herr Walter machte in dieser Sitzung seinen Antrag auf Er⸗ nennung eines Ausschusses zur Untersuchung der Tunnel⸗Angeke⸗ genheiten, nahm denselben aber nach genäuͤgenden Zusicherungen von Seiten des Herrn Spring Rire, daß fuͤr die Sicherheir der Vorschuͤsse Sorge getragen werden solle, wieder zuruͤck Des Bill in Betreff der heimlichen Trauungen in Irland ward e den Antrag der dritten Lesung mit 51 gegen 7 Stimmen verworfen 1
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London, 21. August.
Gestern fruͤh war ei G n 1 ne große Pairs⸗ Versammlung beim Herzoge große Pairs
von Wellington. üter den Anm., senden bemerkte man die Herzoge von Forrchunteceens n n Newcastle, die Marquis von Salisbury, Downshire und . ford, die Grafen von Aberdeen, Talbot,⸗ Falmouth und Jerssn⸗ und die Lords Ellenborough und Lyndhurst, wescher g. jetzt als Wortfuͤhrer der konservativen Partei im Oberhause Kaaf⸗
tritt, obgleich er von buͤrgerlicher Herkunf ist, da sein Vot †
in Boston Maler war und er selbst früͤher Hert Copley haü.