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Akt, von E. M. Oettinger.
nat zubringen wird.
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Wien, 22. Augueee.ß 4 % 981 ⅞ 2. Bank-Actien. 1321. Neue
B 9 5 Me as . et. G Anl. 573 %. 8
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Koͤnigliche Schauspiele..* . Freitag, 28. August. Im Schauspielhause: Die Lichtenstei⸗ ner, dramatisches Gemaͤlde in 5 Aufzuͤgen, nebst einem Vorspiel: Der Weihnachtsabend, nach v. d. Velde's Erzaͤhlung, von Bahrdt.
Sonnabend, 29. August. Im Schauspielhause: Die Ge⸗ schwister, Schauspiel in 1 Akt, von Goͤthe. Hierauf: Zum er⸗ stenmale: Der Onkel schlaͤft, Lokalposse in 1 Akt, von L. Angely. Und: Zum erstenmale: Lisette, oder: Borgen macht gluͤcklich, Lust⸗ spiel in 1 Akt, von Karl Blum.
Sonntag, 30. August. Im Schauspielhause: Arie des Faust aus der Oper „Faust“, von Spohr, im Kostuͤm vorgetra⸗ gen von Hrn. Hahn. Hierauf: Der reisende Student, musika⸗ lisches Quodlibet in 2 Abth. Dann: Recitativ und Arie des Ubaldo, aus der Oper „Camilla“, von Paer, im Kostuͤm vor⸗ getragen von Hrn. Hahn. Und der arme Fischer, Divertissement von P. Taglioni. 1 b
In Charlottenburg: Der Oberst. Hierauf: Die Schach⸗ masch ine, Lustspiel in 4 Abth., von Beck. “
Koͤnigstaͤdtisches Theater. Frreitag, 28. August. Die Goldgrotte des Geisterbanners, oder: Noch einmal jung! romantisch⸗komisches Original⸗Zauber⸗ spiel mit Gesang in 2 Akten, von J. E. Gulden. Musik von Franz Edlen von Marinelli.
Sonnabend, 29. August. Endlich hat er es doch gut ge⸗ macht, Lustspiel in 3 Akten, nach einer Englischen Idee fuͤr die Deutsche Buͤhne bearbeitet von Albini. (Hr. Beckmann: Meng⸗ ler, als vorletzte Rolle vor seiner Urlaubsreise.) Vorher: Zum erstenmale wiederholt: Der Journalist, Original⸗Lustspiel in 1
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MNeueste Nachrichten.
Paris, 21. August. Der Spanische Botschafter wurde vorgestern von dem Koͤnige empfangen. Se. Majestaͤt arbeiteten demnaͤchst mit mehreren Ministern. Gestern Abend begab sich der Spanische Botschafter zu dem Russischen Geschaͤftstraͤger und hatte dann eine Konferenz mit dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten.
Es heißt, der Koͤnig werde am 15ten des naͤchsten Monats auf dem Marsfelde eine große Revue halten.
Der Herzog von Nemours ist gestern Abend von hier nach London abgereist, wo derselbe, dem Vernehmen nach, einen Mo⸗ Seine Reise soll keinen politischen Zweck haben, sondern nur aus dem Wunsche des Koͤnigs herruͤhren, daß alle seine Soͤhne England kennen lernen moͤchten. Man will uͤbri⸗ gens wissen, daß die meisten Personen, die der junge Prinz in England zu besuchen beabsichtige, der Tory⸗Partei angehoͤrten.
Die Deputirten⸗Kammer hat heute 500,000 Fr. wegen
der Cholera im Suͤden, so wie die saͤmmtlichen Pensionen bewilligt, die durch das Attentat vom 28. Juli noͤthig werden, worunter 20,000 Fr. fuͤr die Wittwe des Marschalls Mortier, auf ihre Kinder uͤbergehend.
Der Cassationshof beschaͤftigte sich in seiner gestrigen Si⸗ tzung mit dem Cassations⸗Gesuche des zu 10jähriger Zuchthaus⸗ strafe condemnirten Lieutenants von La Roncière. Der Advokat des Verurtheilten, Herr Chaix⸗d'Estange, machte 3 Rechts⸗Mittel geltend; einmal, daß der Doktor Bailly vor seiner Vernehmung den Zeugeneid geleistet habe, waͤhrend der Praͤsident des Gerichts⸗ hofes ihn bloß kraft der ihm zustehenden Gewalt vorgeladen hatte; zweitens, daß der Schriftverstaͤndige Herr Ambert nicht als solcher den Eid geleistet habe, und drittens, daß am zweiten Tage des Prozesses drei von dem oͤffentlichen Ministerium vor⸗ geladene Zeugen, auf deren Vernehmung der General⸗Advokat verzichtet, spaͤterhin doch auf Befehl des Praͤsibenten verhoͤrt worden waren, ohne zuvor den Zeugeneid geleistet zu haben. Ein viertes Rechts⸗ Mittel deutete der Advokat Schicklichkeits halber nur oberflaͤchlich an; es bestand darin, daß Einer der Richter (Herr von Berny) blind sey. Der General⸗ Prokurator, Herr Dupin, wollte keins von allen 4 Mitteln gel⸗
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ten lassen. Das erste hielt er in sofern fuͤr unzulaͤssig, als aus der Vereidigung des Dr. Bailly niemals ein Nachtheil fuͤr den
Angeklagten haͤtte entstehen koͤnnen, und daß die Vereidigung so⸗ 5 . , b zulthieren un zen Korrespondenz uͤber den Ebro zuruͤck. Die Christinos setzten eben
In Be⸗ In T
nach hoͤchstens als ein Superfluum zu betrachten sey. zug auf das zweite Mittel bemerkte er, daß Herr Ambert nicht als Schriftverstaͤndiger, sondern als Zeuge vernommen worden sey. Hinsichtlich des dritten Mittels war er der Meinung, daß, da auf die Vernehmung der 3 als Zeugen vorgeladenen Personen Seitens des oͤffentlichen Ministeriums soͤrmlich verzichtet worden, diese ganz fuͤglich von dem Praͤsidenten kraft der ihm zustehenden Gewalt haͤtten vorgeladen und verhoͤrt werden koͤnnen, ohne zu⸗ vor den Eid geleistet zu haben. Ueber das vierte nur angedeu⸗ tete Mittel aͤußerte Herr Dupin sich also: „Ich kenne kein Ge⸗ setz in Frankreich, das einen Richter deshacb fuͤr unfaͤhig erkläͤrte, weil er des Augenlichts beraubt ist. Ein Anderes waͤre es, whenn die Richter uͤber den Thatbestand zu entscheiden haͤtten; alsdann koͤnnte man sagen, daß der blinde Richter ein wichtiges Mittel, sich sein Urtheil zu bilden, entbehre, indem er den Angeklagten nicht sehen koͤnne; bei den Richtern aber, die bloß uͤber die Stras⸗ Anwendung zu entscheiden haben, ist dies ohne Bedeutung; man kann vielmehr wohl hinsichtlich ihrer behaupten, daß es sehr hellsehende Blinde giebt, die durch Ueberlegung zehnfach ersetzen, was so viele Andere durch ihre Zerstreuungen waͤhrend der Au⸗ dienz verlieren. Liegt nicht eine moralische Lehre darin, daß man die Justitia mit einer Binde um die Augen darstellt? Was den Herrn von Berny betrifft, so muß man ihm nicht bloß das Zeug⸗ niß geben, daß er ein sehr emsiger, aufmerksamer, einsichtsvoller und scharfsinniger Justizmann ist, man darf auch nicht vergessen, daß er, ungeachtet seiner Blindheit, uͤber die zahlreichen, ver⸗ wickelten und mitunter widersprechenden Preßgesetze ein so treff⸗ liches Werk im Drucke herausgiebt, daß man dem Verfasser, ungeachtet er des Augenlichts beraubt ist, nothwendig eine große Macht des Gedaͤchtnisses und der Logik zugestehen muß.“ Aus allen diesen Gruͤnden hielt der General⸗Prokurator dafuͤr, daß das Cassations⸗Gesuch zu verwerfen sey. — Um 2 ½ Uhr zog
der Gerichtshof sich in die Rathskammer zuruͤck. Um 6 Uhr
wurde die Sitzung wieder eroͤffnet; der Praͤsident kuͤndigte aber an, daß der Urtheilsspruch erst am folgenden Tage Nachmittags um 3 Uhr erfolgen wuͤrde.
Ein gewisser Höbert, der sich fuͤr Ludwig XVII. ausgegeben
hatte, in Ste. Pélagie gefangen saß und kuͤrzlich zu 12jaͤhreger
Zuchthausstrafe verurtheilt worden war, hat sich Nachschluͤssel zu
verschaffen gewußt, mit deren Huͤlfe es ihm gelungen ist, vor⸗
gestern Abend mit noch zwei andern Gefangenen, einem Karlisten Da der Gefaͤngniß⸗
und einem Republikaner, zu entweichen. 1 waͤrter in dem Verdachte steht, daß er die Flucht beguͤnstigt habe, so ist er verhaftet worden.
Der Fuͤrst Polignac soll sehr bedenklich krank seyn; sein
Arzt, Herr Bertin, ist gestern eiligst von hier abgereist, um ihm betzustehen.
nS Adolphe Barrot, der Franzoͤsische Konsul in Carta⸗ gena, ist am 17ten d. am Bord des Packetbootes „Sully“ in Havre angekommen.
Der Figaro hat schon heute zu erscheinen aufgehoͤrt.
Im großen Opernhause wird seit kurzem ein neues Ballet: „die Piraten⸗Insel“ mit großem Beifalle gegeben. Mlle. Fanny Elsler hat die Hauptrolle darin.
Die Gazette de France meldet in einem Privat⸗Schrei⸗ ben aus Puente Larra vom 10. August Folgendes: „Gestern traf Don Carlos mit 6 Bataillonen und 3 Erkadronen Lanciers hier ein. Heute bei Anbruch des Tages stießen 3 andere Ba⸗ taillone und die Kavallerie von Villalobos zu ihm, worauf er an der Spitze dieser 9 Bataillone uͤber den Ebro ging, um in Castilien einzudringen und die Division der Christinos, welche diesseits der jetzt befestigten Stadt Pancorbo steht, anzugreifen. Ungeachtet der festen Stellung unserer Feinde waren un⸗ sere Tirailleurs hinreichend, sie nach Pancorbo zuruͤckzu⸗ werfen, wo wir sie morgen angreifen werden. Cordova geht heute mit seiner ganzen Armee nach Haro. Ituralde folgt allen seinen Bewegungen und verliert ihn nicht aus den Augen. Der Feind kann der großen Hitze wegen keine starken Maͤrsche machen und verliert viel Soldaten durch dieselbe. Eine unserer Guerillas hat zwischen Estella und Logrono einen von Pampelona kommenden Courier aufgefangen. Seine Be⸗ deckung nahm die Flucht. Ein Capitain, der in demselben Wa⸗ gen mit ihm saß, wurde getoͤdtet, der Conducteur und Postillon
zu betreiben.
wurden gesangen genommen. Als unsere kleine Guerilla ein
Eskadron feindlicher Lanciers auf sich zukommen sah, zog sie so
mit den beiden Gefangenen, den vier Maulthieren und der gan falls uͤber den Ebro und verfolgten die Unsrigen, die sich in einem klein Gehoͤlze festsetzten und von hier aus ein wohlgenaͤhrtes Feus gegen die Christinos eroͤffneten, welche sogleich umkehrten 5 unsere Guerilla ruhig im Besitz ihrer Beute ließen. 1 Durchlesen ihrer Korrespondenzen gewaͤhrt uns viel Belustigune sie zeugen zugleich von der taͤglich zunehmenden Entmuthtgun unserer Feinde. Eine Division, aus vier Navarresischen Bauai lonen, dem 3ten Castilischen Bataillon, einer Eskadron Nanorae, sischer Lanciers und zwei Guerillas bestehend und kommnzir
von dem Brigadier Guergué, steht im Begriff, uͤber Las Lna
villas in Aragonien einzudringen.“
Im Messager liest man: „Wir erfahren, daß Don U⸗ los ohne einen Schwerdtstreich in Pancorbo eingeruͤckt ist, an die vom Brigadier Bedoya befehligten Linien⸗Truppen, dug/ standen, haben sich nach Burgos zuruͤckgezogen. Don C schemt zu Pancorbo auf Merino und Cuevillas mit ihren Sta ren warten zu muͤssen, ehe er seinen Marsch auf Burgos, w
ches acht Meilen von Pancorbo entfernt ist, sortsetzen kamt
Nach anderen Blaͤttern haͤtten sich die Karlisten am Abend Ulten wieder von Pancorbo zuruͤckgezogen.
An der Boͤrse waren heute keine neue Geruͤchte uͤber revolutionairen Bewegungen in Spanien verbreitet. Es bloß, Don Carlos habe, als er von den Unruhen in Saram und Barcelona Kenntniß erhalten, beschlossen, die militatrise Operationen gegen die constitutionnellen Truppen mit aller Fu
Die France behauptet, es wuͤrden im Schlesse der AA rieen schon Appartements fuͤr Marie Christine von Spani q Bereitschaft gesetzt.
Die Madrider Hof⸗Zeitung vom l2ten erklaͤrt, sen foͤrmlich ermaͤchtigt, die Nachricht fuͤr salsch und erdichtet guc klaͤren, daß in einem durch Elliot's Vermittelung abgeschhostn geheimen Vertrage die Regierung Ihrer Maj. in die Verna
lung der Koͤnigin Isabella 11. mit dem aͤltesten Sehn des Am
Carlos eingewilligt habe.
Es heißt, die Prinzessin von Beira und die drei Sehne m. Don Carlos wuͤrden in Arona (nahe bei dem Kanton Tessin erwartet. In dieser Stadt ist eine Truppen⸗Abtheilung einge troffen, die ihnen zur Ehren Wache dienen soll. Man glaubt noch immer, daß die Prinzessin von Beira nur eine guͤnsiige Gesegenheit abwarte, um durch Frankreich nach Spanien zu gehen. 5 Nachrichten aus Toulon vom lö5ten d. M. zufolge, die Cholera daselbst in neuerer Zeit wieder an Intensitaͤt gewe nen, was man dem Umstande zuschreibt, daß viele Ausgewe derte dorthin zuruͤckgekehrt sind, bevor noch das Uebel gaͤnz gewichen war.
Es sind hier Nachrichten aus New-York bis zum Juli eingegangen. In einem Gastmahle, das dem Herrn! vingston am 17ten gegeben wurde, hatte dieser sich (wie berqh fruͤher unter London gemeldet) ohne Ruͤckhalt uͤber das Verfi
bats macht hierzu folgende Bemerkung: „Herr Livinaston ho sich ohne Zweifel zum Organe der Leidenschaften des Generag Jackson gemacht, das Vertrauen der Amerikaner ist indessen e durch nicht erschuͤttert worden, und wir ersehen aus einem Schne ben unseres Korrespondenten in den Vereinigten Staaten, d
Buren zum Praͤsidenten, und hiermit zugleich ein guͤtliches kommen mit Frankreich erwarten.“
— Heute schloß 5proc. Rente 168. 95. 3proc. 78. öproc. Neap. 96. 80. 5proc. Span. 33 ¾. 3proc. 21.
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v. .,veee ⸗ . 2
ire, er e.ur ene,..B707 v2. F,971.,79
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Bekanntmachungen.
Bekanntmachung. Der mittelst Verfuͤgung vom 13. April d. J. uͤber das Vermoͤgen des Kaufmanns Traugott Sylvius Theodor Schwartzer eroͤffnete Concurs ist mit Ein⸗ wil qung saͤmmtlicher beiannten Glaͤubiger und in so weit diese nicht nachgewiesen worden, gegen De⸗ postion ihrer Forderungen wieder aufgehoben wor⸗ den, und es fallen daher die zur Connotation auf den 1. Septbr. und 30. Ocetoberd J. anberaumten Termine weg. “
Breslau, den 13. Augüst 188355. 1ö Konigl. Stadtgericht hiesiger Residenz.
5
.
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Edietal⸗Citation
2 *&,
nen, aus Curland gebuͤrtigen Particuliers Christoph theil i
Friedrich Retter, werden alle Diejenigen, welche
zu baben vermeinen, hierdurch citirt, in den anbe⸗ raumten Term. nen, 681
den 6. . den 224. Novbr.] 1235, 1den 26. Januar 1836, Vormittags 10 Uhr, und in dem letzten peremtori⸗ schen, welcher bis à Uhr Ne chmittags ansteht, vor der unterze chneten Landes⸗Regierung zu erscheinen, sich wegen ihrer Erb⸗ oder sonstigen Anspruͤche ge⸗ hoeig Svv und zu legitimiren, ihre Ansp ruͤche demnaͤchst zu verfolgen, oder zu gewaͤrtigen, daß sie damit durch einen auf den 2. Febhruar 1836 u publicirenden Bescheid, zu dessen Anhoͤrung sie
werden.
werden
Coͤtven, den 11. August 1835. Herzogl. Anhalt zue Landes⸗” verordnete Praͤsident und
9
. . e . Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Freiwillige Subhastation eines Landhau⸗ ses bei Dresden.
Die Herren Rechtsconsulenten Dr. Pohland zu Dresden zugehoͤrige, zu Wachwitz gelegene, aus einem Landhause mit Garten und Weinberge bestehende, nachstehend unter O naͤher beschriebene Besitzung soll auf Antrag des Herrn Besitzers
Dienstag, den 8. September 1835, sammt der vollen bevorstehenden Weinernte in „dem Grundstuͤcke selbst feeiwillig oͤffentlich unter foi⸗ genden Bedingungen versteigert werden.
Der 19te Theil dee Erstehungssumme ist sofort im Termine, der Ate Theil mit Einschluß des Zehn⸗ theiles bet dessen Verlust in den naͤchsten à Wochen gegen Uebergabe und Adjudication des Grundstuͤcks baar in Conventionsmuͤnze zu erlegen, und wegen
Auf Autrag des Curators der Verlassenschaft des halbjährigen Terminen zu entrichten sind, ie zu am A Feoruar 1834 hierselbst ab imestato verstorbe⸗ servirende Hypothek einzuraͤumen Das zweite Vier⸗
iin Conventionsmuͤn Erv⸗ oder sonstige Anspruͤche an dessen Verlassenschaft Haͤlfte der Erstehungssumme iger beiden Theilen freistehender halbjaͤhriger Kuͤndi⸗ gung in Conventionsmuͤnze abzutragen, doch steht dem Ersteher die Anticipation der Zahlungen frei, Cession findet aber nur bei Abzahlung der ganzen Kaufsumme, nicht bei einzelnen Abzahlungen statt. Nach beendigter Versteigerung des Grundstuͤckes und nach Befinden am folgenden Tage sollen daselbst! mehre Weinvorraͤthe und Weingefaͤße gegen sofor⸗ tige baare Bezahlung in Preuß. Courant versteigert
Indem solches hierdurch zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht wird, werden alle Kauflustigen hiermit ein⸗ geladen, gedachten Tages des Vormittags im zu ver⸗ 2 steigernden Grundstuͤcke sich einzufinden, ihre Gebote zugleich biermit citirt werden, werden abgewiesen zu thun und zu gewaͤrtigen, daß solches Mittags 12 Uhr demjenigen, welcher bis dahin das bdoͤchste Gebot gethan haben wird, nach Auctionsgebrauch zugeschlagen werden wird.
Wachwitz mit Niederpoyritz, am 1. August 1835.
Herzoglich Saͤchsische Gerichte allda Moritz August Fritzsche, G.⸗
P
Küͤhlung darbietet.
von circa 9 Dresdener Scheffeln.
reußis
Beschreibung des Grundstuͤcks Die vorgedachte Besitzung des Herrn Oe. Pohland liegt bei Wachwitz, eine Stunde von Dresden ent⸗ fernt und ganz in der Naͤhe der Villa Er. Koͤnig! Hoheit des Prinzen Mit egenten, auf einer, den Weinberg bildenden Anhoͤbe, und in einer Lage, die diese Besitzung zu einer der reigendsten in der Um gebung von Dresden macht, indem man aus und vor dem Hause den Elbstrom und das weite schoͤne Elbthal von den Gevirgen der Saͤchsischen Schweiz bis zu den Meißnee Weingebirgen uͤberblickt. Sie besteht 1) aus einem in herrschaftlichen Styl und massiv gebauten, von innen und außen neu de⸗ corirten, hohe geraͤumige Zimmer und Säͤle enthal⸗ stenden und nach der Elbe heraus mit einem Saͤu der uͤbrigen drei Viertheile sammt Zinsen, welche len⸗Balcon verzierten großen Wobngebaͤude mit Stal⸗ mit Vier vom Hundert von Michael d. J. an in lung und Wagenschuppen, 2) einem zweiten Wohn⸗ die zu re⸗ hause, 3) einem in bester Lage und Zustande befind [lichen Weinberge, welcher auch in diesem Jahre eine st hald zu Ostern und halb zu Michael 1836 ergiebige Weinlese verspricht, und 4) einem geschmack⸗ ze abzufuͤhren, der Rest oder die voll angelegten Garten, welcher den uͤbrigen Theil ist erst nach vorgaͤngi⸗ des Plateaus einnimmt, auf welchem das Wohn⸗ gebaͤude erbaut ist, und vor dem Portale des letztern ein Rundtheil alter Linden, und ein Lustwaͤldchen enthaͤlt, welches zu jeder Tageszeit Schatten und Dieser Garten gewaͤhrt den bei Weinvergsbesitzungen seltenen Vortheil, weiter und abwechselnder Spaziergaͤnge auf ebenem Boden 7 — — Der Weinberg und Garten umfaßt einen Raum So eben erschien in meinem Verlage: 8;
Naͤhere Auskunft uͤber das vorgedachte Grundstuͤck und Anweisung wegen der Besichtigung desselben zu ertheilen bin ich mit Vergnuͤgen stets bereit in mei⸗ nem Hause, Johannisgasse Nr. 28 b., 1 Treppe.
Dresden, den 8. August 1835.
Adv. Dr. Pohland.
Staaten.
Werk, worauf seit einiger Zeit Aller Aufmis keit gerichtet., angekommen: 8
Luflschifflahrt und Maschinenwes Nach weis ung
eines neuen Bewegungsmittels
in Anwendung auf den Betrieh und d.e Becfs
von Maschiunen, Fohrzaugen, Geschossen el-
von Dr. Wilrh. Weinholz. bprosehirt. 8v0. Preis: 20 Sgr. Brauuschweig, bei Oehme & Mäller,
chen
Fuͤr Elementarschulen. Die dritte verbesserte Auflage von: G. Teuscher, das auf Erfahrungen begri⸗ Elementar⸗Buch zur Erleichterung des b lernens; ist so exen erschienen und fuͤr 4 sgr. roh und h bunden fuͤr d sgr durch alle Buckthandlungen kommen. Die dazu gehoͤrigen 25 schoͤnen Vc feln kosten von jetzt an statt 1 Thlr. 5 gr. nicht d.s gg 1 resden und Leipzig. Arnoldische Buchhandle (Berlin bei Duncker und Humblot, 1” Str. Nr. 20 a.).
Reifsiger, F. A. Fünf Gesänge für eine ön-¹ oder Tenorstimme mit. Begleitung des Piana Op. 8. Pe 20 sgr. No. 1. Abendrhei’n mn Müller. Guten Abend lieber Mondenschein. Die Bettlerin von C. von Hloltei. Von llü- Thür. No. 3. Frühling und Licebe von Hl. 58 lersleben. lm Rosenbusch die Liebe schlief.!
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Literarische Anzeigen. In der Stuhr'schen Duchhandlang in Berlin.
Schlofsplatz No. 2, so wie in allen übrigen Buch- handlungen ist so eben folgendes höchst interessante
Dein Angesicht. No. 5. Nachklang von I.
Fallers! Nun sehsveigt die llöh'-
Berlin bei Moritz Westph Breitestralse No. 20.
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.Goͤritz, Malchow und Nieden;
ren der Franzoͤsischen Deputirten⸗Kammer in Bezug auf die Nord Amerikanische Schuldforderung ausgelassen und sich dabei auf das entschiedenste gegen die von Frankreich verlangte genug, thuende Erklaͤrung ausgesprochen. — Das Journal des De⸗ heich Schaͤfer, uͤbertragen worden;
alle dortige große Handelsstaͤdte die Ernennung des Herrn
Stimmen angenommen.
Vatout, gab zu verstehen,
dund der Marschallin Mortier 20,000 Fr., die nach ihrem Tode
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Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den bisherigen Staats⸗ rokurator Birck zum Regierungs⸗Rath bei dem Regierungs⸗ Kollegium in Koͤln Allergnaͤdigst zu ernennen geruht.
Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August ist nach Prillwitz
in Pommern abgereist.
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Anton Bulla ist zum Justiz⸗Kommissarius bei dem Land⸗ und Stadt⸗ gerichte zu Kosten ernannt worden.
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Ferdi⸗ nand Kuntze ist zum Justiz⸗Kommissarius bei dem Land⸗ und Stadtgerichte zu Inowraclaw, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Inowraclaw, ernannt worden.
Der bisherige Ober⸗Landesgerichts⸗Referendarius Johann Stiebler ist zum Justiz⸗Kommissarius bei dem Land, und Stadtgerichte zu Fraustadt und der zu demselben gehoͤrigen Ge⸗ richts⸗Kommission zu Lissa, mit Anweisung seines Wohnortes in Lissa, ernannt worden. .
Der bisherige Referendarius Eduard Keller ist, auf den Grund der bestandenen dritten Pruͤfung, zum Advokat⸗Anwalt bei dem Koͤnigl. Landgerichte zu Koͤln bestellt worden.
b Im Bezirke des Koͤnial. Konsistoriums der Provinz
Brandenburg ist der Diakonus in Dahme, Karl Theo⸗ dvor Schoch, als Prediger in Raben; der Ober⸗Prediger in Bruͤck, Johann Friedrich Pfitzner, als Prediger zu Bo⸗ chow; der Kandidat Georg Friedrich Goͤssel als Pfarr⸗ Adjunkt zu Boberow; der Prediger in Werder, Dr. Friedrich Ferdinand Goͤhler, als Prediger zu Christindorf; der Kan⸗ didat Karl Johann Ludwig Gombert als Prediger zu
1 der Kandidat Ludwig Wie⸗ precht Bath als Pfarr⸗Adjunkt zu Langen, und der Kandidat Wilhelm Friedrich August Rhein als Diakonus und Rektor in Lychen angestellt worden. 9
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Erfurt ist die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Kutz⸗ ben dem bisherigen Pastor in Kirchheilingen, Christian Frie⸗
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u Kovlenz ist der Predigtamts⸗Kandidat Cunz zum evan⸗ gelischen Pfarrer in Dickenschied, so wie der Predigkalnts Kan⸗
didat Pfender aus Simmern zum evangelischen Pfarrer
Kellenbach ernannt worden. ö1ö“ 1 E — “ 1 I
Abgereist: Se. Durchlaucht der Prin Friedrich zu Schleswig⸗Holstein⸗Gluͤcksburg, nach Schlesien.
Der General⸗Major in der Suite Sr. Mafestaͤt des Kaisers
ußland, von Rennenkam ö“ E pf, nach Warschau.
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Zeitungs⸗Nachrichten. FZuskband.. Frankreich. I“
— Paris, 22. August. Gestern gegen Mittag hatten Lord Granville, der Herzog von Frias und einige andere Diplomaten ine lange Konferenz mit den Herren von Broglie und Guizot in Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten.
Der Koͤnigl. Daͤnische Gesandte, Herr von Juel, hatte vor⸗ gestern die Ehre, dem Koͤnige in einer Privat⸗Audienz ein Gluͤck⸗ wunsch⸗Schreiben seines Souverains zu dem Mißlingen des
ttentats vom 28. Juli zu uͤberreichen. . Der Gesetz⸗Entwurf uͤber die zur Unterstuͤtzung der Cholera⸗ Kranken verlangten 500,000 Fr. ging in der gestrigen Sitzung der Deputirten⸗Kammer nach einer wenig erheblichen De⸗ hatte, in welcher namentlich diejenigen Munizipal Beamten in den nficirten Departements streng getadelt wurden, die ihre Posten verlassen haben, um der Seuche zu entgehen, mit 228 gegen 5 i Ein anderer Gesetz⸗Entwurf wegen ei⸗
Zuschusses von 122,300 Fr. zu dem Budget der Kam⸗ — mit 219 gegen 14 Stimmen durch. Jetzt begannen Ae 8 atten uͤber ‚die beantragte Pensionirung der Opfer des cen vom 28. Juli. Herr Auguis bekaͤmpfte den betref⸗ Üeech esetz⸗Entwurf, und zwar aus 3 Gruͤnden; einmal, weil 8 ve gegen die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen wegen 8 ” igung von National⸗Belohnungen verstoße; zweitens, ait ie zu bewilligenden Penstonen auf die Kinder uͤbergehen 2 und drittens, weil die Pensionen zu ungleich vertheilt 8 en, indem z. B. die Schwester des Obersten Raffé 2000 9 erhalten solle, n aͤhrend man fuͤr die Schwester des Haupt⸗
uns Léger nur 300 Fr. eg nl7 Der Berichterstatter, Herr Vato daß es unzart sey, in dem vorliegen⸗ an. Falle gewissermaßzen zu “ Herr Seh neegaen⸗ 88 diese Gelegenheit, um gugleich zu verlangen, daß man 8½ olne andere heilige chuld abtrage, indem man hah Ehren⸗Legions⸗ Rittern ihren ruͤckstaͤndigen Sold aus— ahle. Es wurde hierauf uͤber jede Pension einzeln abgestimmt,
auf ihre 4 Kinder uͤbergehen sollen, der Generali
ihre „ der Generalin Marquise von Vérigny 6000 Fr., die nach ihrem 8 ab 0⸗ dirtweet übergehen sollen, der Wittwe Labrouste 2000 Fr., der Witwe hef National⸗Garoisten Prud'homme 1000 Fr., der — 8 National⸗Gardisten Ricard und der Wittwe Hebert 88 de Aeichlals 1000 Fr., der Mademoiselle Cazalot, er des Ie berst⸗Lieutenants Rieussec 2000 Fr., der Schwe⸗ . ersten Raffé gleichfalls 2000 Fr., und außerdem noch
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sp. 1000 und 600 Frs. fuͤr die
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Kinder und Verwandten der Gebliebenen und Verwundeten be⸗ willigt. Der verwundete General Blin erhaͤlt 4000 Fr. Der ganze Gesetz⸗Entwurf passirte mit 241 gegen 23 Stimmen. — An der Tagesordnung waren jetzt die Berathungen uͤber den verlangten Kredit von 300,000 Fr. zur Deckung der durch die e am 5ten und das Te Deum am 6ten d. M. verursachten
osten. Auguis vernehmen, indem er ser Gelegenheit auf eine unverantwortliche Weise verschleudert worden sey. So waͤren z. B. bloß fuͤr die Trauerbehaͤnge in der Invaliden⸗Kirche 8 als 100,000 Fr. liquidirt worden. (S. unten.) Der Redner glaubte schließlich, daß die Gesammt⸗ Ausgaben mit 200,000 Fr. (statt 369,000) fuͤglich haͤtten be⸗ stritten werden koͤnnen, und er wollte daher nur jene Summe bewilligen. Der Minister des Innern, der nach Hrn. Auguis die Rednerbuͤhne bestieg, hob mit den Worten an, „es schmerze ihn tief, daß er sich genoͤthigt sehe, uͤber 1 naͤhere Eroͤrterungen einzugehen, und daß eine große National⸗ Feier durch solche Details besteckt werde.“ Der Minister erklaͤrte darauf, daß spaͤterhin alle Ausgaben genau gepruͤft nungen eventuell herabgesetzt werden sollten. Herr Garnier⸗ Pages tadelte es, daß man am öten in der Metropolitan⸗ Kirche ein Tedeum gesungen habe, und zwar hauptsaͤchlich des⸗ halb, weil die Kammern aufgefordert worden waͤren, in corpore demselben beizuwohnen, waͤhrend es doch nach der neuen Charte keine Staats⸗Religion mehr gebe. Man machte ihm bemerklich, daß die Mitglieder der beiden Kammern sich keinesweges als Staats⸗Koͤrper, sondern bloß einzeln, und je nachdem es einem Jeden beliebt, nach der Kirche begeben haͤtten, und Herr Thiers fuͤgte hinzu, nicht bloß in der Metropolitan⸗Kirche, son⸗ dern auch in allen uͤbrigen Kirchen sey ein Dank⸗Ge⸗ bet fuͤr die Erhaltung des Koͤnigs angestimmt worden; indessen haͤtten der Monarch und die beiden großen Staats⸗Koͤr⸗ per nicht in allen Kirchen zugleich seyn koͤnnen, und sie haͤtten sich daher in einer katholischen Kirche, cher sich die Majoritaͤt der Franzosen bekenne, versammelt. Herr Garnie r⸗ Pagds erklaͤrte sich hierdurch zufriedengestellt. Der erwaͤhnte Gesetz⸗Entwurf wurde darauf mit 236 gegen 16 Stim⸗ men angenommen. — Am Schlusse der Sitzung eroͤffnete Herr von Lamartine noch, obgleich es bereits 5 Uhr war, die Debatte uͤber das Preßgesetz. Er raͤumte ein, daß der Zustand der Presse einige Maßregeln zur Erhaltung der oͤffentlichen Ruhe und Ordnung beduͤrfe; er selbst wahede zu einer anderen Zeit der⸗ gleichen Maßregeln vorgeschlagen haben; jetzt aber verlange er die Vertagung einer solchen Lebensfrage bis zu einer ruhigeren Zeit, die eine durchaus kalte und leidenschaftlose Berathung gestatte; bis dahin aber verwerfe er das ganze Gesetz, mit Ausnahme der Verfuͤgungen zum Schutze der Person des Koͤnigs, des guten Rufs der Buͤrger und der oͤffentlichen Moral. „Wir haben“, so schloß er seinen Vortrag, „40 Jahre lang fuͤr die Freiheit des Wortes gekaͤmpft. Wie koͤnnten wir uns durch ein einziges Votum wieder um 40 Jahre zuruͤckbringen? Ich bin, wie Sie wissen, kein Juli⸗Mann, aber ich bin ein Mann meines Landes und meiner Zeit. Schimpf und Schande wuͤrde es uns Allen bringen, wenn dieses Gesetz angenommen wuͤrde, wir wuͤr⸗ den uns bald wieder unter demselben Joche befinden, aus welchem die Juli⸗Revolution uns befreien sollte, und diese wuͤrde bald nur noch als ein voͤllig bedeutungsloses Ereigniß erscheinen. Glauben Sie mir, meine Herren, das Gesetz, das man Ihnen vorgelegt hat, verfehlt ganz und gar seinen Zweck. Waͤren wir wirklich Ihre Feinde, wie Sie sol⸗ ches behaupten, so wuͤrden wir uns beeilen, es anzunehmen. Das Ereigniß des 28. Juli ist staͤrker, als alle Gesetze. 6 es etwas Wirksameres und Beredteres, als jenen Koͤnig und seine Soͤhne unter einem Marschall, der sie mit seinem Blute im Trauerzuge durch die Hauptstraßen der Stadt gefuͤhrt wer⸗ den? Dies sind Schauspiele, die von den Verbrechen durch den Abscheu, den sie erregen, abmahnen, wie der Preßunfug von der Anarchie durch den Ekel abmahnt, den er erregt. Gesetze, wie Gott sie uns gegeben hat; man lasse sie frei walten, ihr Eindruck ist wirksamer, als unsere eitlen Diskussionen, dauer⸗ hafter, als unsere Eintags⸗Gesetze.“ Nach diesem Vortrage wurde die Fortsetzung der Debatte auf den folgenden Tag ver⸗ legt. — In der heutigen Sitzung wurden zunächst einige un⸗ erhebliche Bittschriften⸗Berichte abgestattet. Herr Madier⸗de⸗ Montjau setzte sodann die Berathungen uͤber das Preßgesetz fort. Er trat zu Gunsten desselben auf, indem er zugleich die von Herrn von Lamartine vorgebrachten Argumente zu bekaͤmpfen suchte, und entwarf schließlich ein sehr lebhaftes Gemaͤlde von den taͤglich uͤberhand nehmenden Ausschweifungen der Presse. Herr Blin⸗de⸗Bourdon ließ sich wider den Gesetz⸗Entwurf vernehmen, den er als eine foͤrmliche Verletzung der Charte betrachtete. Herr Duvergier⸗de⸗Hauranne beschuldigte die Opposition, daß sie den Republikanern und Legitimisten oft eine indirekte Unterstuͤtzung leihe, — eine Aeußerung, die zu lebhaften Unterbrechungen in den Reihen der linken Seite Anlaß gab. Dem Redner schien das vorgelegte Gesetz noch sehr milde, woruͤber die Oppositions⸗Partei in lautes Gelaͤchter ausbrach; am Schlusse seiner Rede ermahnte er die Regierung noch, uͤberhaupt fuͤr die strengste Vollziehung der Gesetze Sorge zu tragen. Der Baron Bignon sagte den Ministern geradezu, daß sie noch mehr wag⸗ ten, als die Minister unter der vorigen Regierung jemals gewagt haͤtten. Um 41 Uhr waͤhrte die Sitzung (auf die wir zuruͤckkom⸗ men werden) noch fort.
Galignani's Messenger will in Erfahrung gebracht haben, daß gestern Abend eine Zusammenkunft von Deputirten bei Herrn Fulchiron stattgefunden, und daß man sich in derselben dahin geeinigt habe, daß die Caution fuͤr die Journale der
auptstadt nur auf 100,000, statt auf 200,000 Fr., und das karimum der Geldstrafen statt auf 50,000 auf 25,000 Fr. fest⸗ gesetzt werden solle. Der groͤßte Theil der hiesigen Theater hat eine gemeinschaft⸗
den vorliegenden Gegenstand in
und die Rech⸗
als derjenigen, zu wel⸗
Dies sind
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August
0N2
Auch uͤber diese Ausgabe ließ sich mißbilligend Herr behauptete, daß das Geld bei die⸗
Giebt
Kugelregen, als jenen beruͤhmten bespritzt, als jene 32 Leich⸗ name, die das Straßenpflaster bedecken, als jene 14 Saͤrge, die
Seee
liche Bittschrift an die Deputirten⸗Kammer unterzeichnet, in wel⸗ cher gegen die beabsichtigte Einfuͤhrung der Theater⸗Censur preo⸗ testirt wird.
Der Impartial erzaͤhlt Folgendes: „Einer von den Leu⸗ ten, die mit nichts zufrieden sind, und an Allem etwas zu ta⸗ deln wissen, sagte nach Beendigung der vorgestrigen Sitzung zu Herrn Dupin: „„Wie, Sie haben gesagt, daß Sie lieber die Majoritaͤt von 7 gegen 5 Stimmen, als die Hinzuziehung der Richter sehen wuͤrden?““ „„Ja, mein Herr““, erwie⸗ derte Herr Dupin mit Lebhaftigkeit, „„ich wuͤrde lieber an der 8 Pest sterben, als durch den Strang; aber habe ich damit gesagt, daß ich die Pest liebe?““
Ein ungenannter Deputirter hat in den Temps ein Schrei ben einruͤcken lassen, worin er eine Uebersicht der Kosten giebt, die aus der Leichen⸗Feier vom öten, dem Tedeum vom é6ten d. Mts. erwachsen sind. Die ganze Summe belaͤuft sich auf 369,980 Fr. Darunter befinden sich fuͤr das Einbalsamiren uvnd an die Aerzte 15,000 Fr., fuͤr 14 eichene und bleierne Saͤrge, wovon einer auf Kosten der Civil⸗Liste angefertigt wurde, 6090 Fr., fuͤr Ausschmuͤckung und Erleuchtung der St. Pauls⸗Kirche 15,000 Fr., fuͤr den Leichenzug 24,000 Fr., fuͤr die Ausschmuͤk⸗ der Invaliden⸗Kirche, im Innern und Aeußeren, 65,000 Fr., die Anschaffung und Anfertigung der hierzu erforderlichen Ge⸗ genstaͤnde 40,000 Fr., fuͤr Tischler⸗Arbeit 35,000 Fr., fuͤr die Arbeit der Zimmerleute 11,000 Fr., fuͤr die Maurer 3000 Fr., fuͤr Musik 8000 Fr., fuͤr den Transport des Kron⸗Mobiliars 10,000 Fr. Fuͤr die St. Pauls⸗Kirche betrugen die Kosten im Ganzen 52,000 Fr., fuͤr die Invaliden⸗Kirche 240,000 Fr. und fuͤr die Metropolꝛtan⸗Kirche 41,900 Fr. Die Theater erhielten eine Entschaͤdigung von 12,000 Fr.
Das Gesuch La Roncierè's um Kassirung des von dem As⸗ sisenhofe gefaͤllten Urtheils ist gestern von dem Cassationshofe nach dem Antrage des General⸗Prokurators verworfen worden, und 888 fücss diese vielbesprochene Angelegenheit nunmehr definitiv erledigt.
Herr Chaix⸗d'Estange soll es auf das Entschiedenste abge⸗ lehnt haben, die Vertheidigung Fieschi's zu uͤbernehmen.
Herr Mendizabal hat sich am 17ten in Bordeaux eingeschifft.
err Mayer Dalembert, vormaliges Mitglied des Franzoͤ⸗ sischen Israelitischen Central⸗Konsistoriums, hat bei seiner Ruͤck⸗ kehr von einer Reise nach Berlin einen neuen Beweis der Ach. tung seiner Glaubensgenossen erhalten, indem ihn dieselben in der Versammlung vom 6ten d. M. zum Mitgliede des hiest⸗ gen Konsistoriums ernannt haben.
Im Moniteur liest man: „Vier Bataillone Karlisten sind am 14. August durch Verdun, eine kleine Stadt in Aragonien, gekommen und standen am löten bei Jacca, sich nach Cuesca won⸗ dend, mit der Absicht, in Catalonien einzuruͤcken. Am 14ten in der General⸗Capitain von Aragonien mit aller disponibeln Mann⸗ schaft aufgebrochen, um dieser Bewegung Einhalt zu thun. Der Brigadier Ocana kommandirt einstweilen zu Saragossa. Die Fremden⸗Legion ist am 15. August von Palma (auf Majorka) nach Tarragona abgesegelt. Der Posten bei Behobia wurde am 18. August verstaͤrkt.“
In einem Privat⸗Schreiben aus Bayonne vom ls8ten d. heißt es: „Berichte aus Arancadiaga vom 14ten d. melden, daß Don Carlos am Morgen Orduna verlassen und in Aranca⸗ diaga, einem kleinen Dorfe bei Miravelles, ungefaͤhr 3 Lreucs von Bilbao, uͤbernachtet hat. — Reisende, die aus Navarra kommen, versichern, daß der Brigadier Guerge mit seinen 7 Ba⸗ taillonen, den Guerillas und der Kavallerie, die, wie es heißt, fuͤr Aragonien bestimmt sind, in Sanguessa ohne Hinderniß von Seiten der Christinos angekommen war. — Die Karlisten, die uͤber den Ebro gegangen waren, sind wieder zuruͤckgekehrt, als sie von der Annaͤherung Cordova’s Kenntniß erhielten.“
Die legitimistischen Blaͤtter enthalten folgendes Buͤlletin uͤber das Zuruͤckkehren der Karlisten uͤber den Ebro: „Koͤnigl. Haupr⸗ quartier zu Ordusia, am 12ten Abends. In der Nacht vom loten zum IIten verließ Bedoya mit seiner Division Pancorbo, die Stadt den Urbanos zur Bewachung uͤberlassend. Am Iltem bei Tages⸗Anbruch nahmen unsere Truppen ohne Schwerdtstreich Besitz von derselben. Die Urbanos lieferten ihre Waffen aus. Man fand Militair⸗Effekten, die mitgenommen wurden, und am Abend kehrten unsere Truppen uͤber den Ebro zuruͤck. Am 11. schlief der Koͤnig in Espejo, am 12ten Morgens verließ das Koͤ⸗ nigliche Hauptquartier diesen Platz, und kam hierher. Wenn der Koͤnig nicht weiter in Castilten eingedrungen ist, so ge⸗ schah dies deshalb nicht, weil eine solche Bewegung uͤber⸗ haupt noch nicht in seinen Plaͤnen liegt. Am 11ten stand Cordova mit seiner Armee auf dem rechten Ueer des Ebro 3 Stunden von Espejo; heute wurde er in Mirand erwartetr. Ituralde folgt allen seinen Bewegungen. Der Ge neral Moreno ist gestern mit dem Pferde gestuͤrzt, und mußte sogleich zur Ader gelassen werden; er scheint aber sonst keine Schaden gelitten zu haben.“ — Die Sentinelle des Py. renses erklaͤrt ihrerseits den Ruͤckzug der Karlisten auf folgend Weise: „Man schreibt uns, daß Don Carlos mit 12 Batatllonen und 3 Schwadronen Kavallerie uͤber Espejo vorgeruͤckt, und be Pancorbo uͤber den Ebro gegangen war. Cordova, obgleich ziem lich entfernt, ruͤckte seinerseits in forcirten Maͤrschen mit 10,000 Mann an; und wenn nicht die Entfernung so groß geweser waͤre, so wuͤrde er die Karlistische Armee abgeschnitten haben; er langte drei Stunden zu spaͤt an. Die Karlisten, als sie die Be wegung Cordova's erfuhren, kehrten wieder uͤber den Ebro zu⸗ ruͤck, und schlugen den Weg nach Orduna ein.“ 1
Nach dem Courrier frangais haͤtte die erste Kolonne der Portugiesischen Truppen den Duero uͤberschritten und ruͤckte nach Toro, bei Zamora, vor. Dieses Huͤlfs⸗Corps bestehe aus einem Bataillon Freiwilliger, ungefaͤhr 400 Mann Kvaller e einer Batterie Artillerie und etwa 4500 Mann regulatrer Trup⸗ pen. Zugleich heißt es, daß ein Theil der Stadt⸗Miliz in den Provinzen Valladolid und Leon vollstaͤndig bewaffner und aus⸗ geruͤstet worden sey, um sich ebensalls nach dem Kriegs⸗Schau⸗ platze zu begeben. c4*“
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