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celona ist nicht ganz einig, indem ein Theil sich mit der Consti⸗ tutien von 1812 begnuͤgen will, waͤhrend ein anderer Theil die
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Uüͤbrigen Spanien verlangt.
Auflagen gefordert hat, und daß die Staatsgefaͤlle Cataloniens fkuͤrerst lediglich zur Bestreitung der speziellen Beduͤrfnisse dieser Provinz und
sbollen.
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vom Anhaͤnger der Freiheit proskribirt worden sind. Saͤmmtliche Ade⸗ lige sliehen aus der Stadt; die Emigration wuͤrde noch groͤßer seyn, wenn man nicht fuͤrchtete, sich nach Frankreich zu wenden,
trioten werden aufgefordert, freiwillige Beitraͤge zum Kampfe gegen die Karlisten darzubringen, und die Namen der Substri⸗ benten sollen publizirt werden. Heute fruͤh hieß es, morgen solle
res, ob er sich selbst an die Spitze der Bewegung stellen wolle,
9 Mitgliedern zusammengesetzt wurde, die von 26, von den ver⸗ schiedenen Klassen der Bevoͤlkerung ernannten Waͤhlern, erwaͤhlt
andern Maßregeln, z. B. der sofortigen Schließung aller Kloͤster, der Absetzung verdaͤchtiger Beamten u. s. w., auch die sofortige Beendigung der Prozesse der, in den Gefangnissen von Sara⸗ gossa befindlichen Karlisten versprochen, was unter den vorliegen⸗ den Umstaͤnden einer alsbaldigen Henrichtung derselben ziemlich
Santander vom 17. Auaust.
Bord fuͤhrend, in vier Tagen von Falmouth an. den General Alava, den General⸗Lieutenant Evans und die säͤmintlichen
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den geloͤst, die Glocken gelaͤutet, Musik⸗Corps begruͤßten sie mit
kurzer Dauer seyn. S . leichte Infanterie den Befehl, sich bereit zu halten, um am naͤch⸗
werden, wohin sich auch General Lieutenant Evans begeben wird, um die Truppen unter dem General Chichester zu inspiziren, welche aus dem 1sten und 2ten Regimente des Britischen Huͤlfs⸗ Corps bestehen. Die hier versammelten Spanischen Buͤrgergar⸗ den und Freiwilligen wurden gestern von dem General Evans
Schließung saͤmmtlicher Kloͤster. Darauf sendete er zu dem Erz⸗ bischofe von Saragossaä, welcher in Lerida residirt, und ließ ihn auf⸗ sordern, sich schleunig zu entfernen, indem er ihn bei laͤngerem Ver⸗ weilen nicht werde schuͤtzen koͤnnen. Der Erzbischof folgte dieser Weisung ungesaͤumt. Die Ruhe Barcelona's haͤngt von der Antwort ab, welche die Regierung in Madrid auf die diesseitigen Adressen vom 6ten und 7ten erlassen wird. Das Volk von Bar⸗
Trennung Cataloniens und der angraͤnzenden Provinzen von dem Eine Proclamation der Junta besagt, daß sie von der Regierung die Aufhebung gewisser Steuern und
ur Vernichtung der Karlisten verwendet werden Die Worte „Freiheit, Gleichheit und Isabella II.“ spie⸗ Die Pa⸗
len in allen diesen Proclamationen eine große Rolle.
wer⸗ welche laue
Koͤnigl. Justiz⸗MPalast’ hieselbst niedergebrannt Es zirkulirt eine Liste von 20 Individuen, Volke als Karlisten oder eigentlich als allzu
weil dort die Cholera herrscht, und nach der Umgegend, weil dort auch uͤberall Unruhen ausgebrochen sind. In Saragossa ist die Volksbewegung mit einer gewissen Ordnung vor sich gegan⸗ gen. Das Volk fragte den General⸗Capitain, Don Felipe Mon⸗
widrigenfalls man ihn absetzen werde. Montes zog das Erstere vor und wurde darauf zum Praͤsidenten der Junta ernannt, welche aus
worden war. In den Proclamationen dieser Junta wird neben
gleich steht. Unter andern Zusagen verspricht die Junta von Sa⸗ ragossa auch eine vollstaͤndige Oeffentlichkeit aller ihrer Maßregeln.
— Englische Blaͤtter enthalten folgendes Schreiben aus „Am verwichenen Donnerstage langte hier das Dampfschiff „Isabella“, sechs 24 Pfpvnder an Es fuͤhrte uns
Generale und Stabs⸗Offiziere des Britischen Huͤlfs⸗ Sobald die Behoͤrden dies vernommen, ordneten sie
Lorps zu. Kanonen wur⸗
den feierlichsten Empfang der Ankommenden an.
eriegerischen Hymnen. Ihr hiesiger Aufenthalt wird nur von Schon heute fruͤh erhielt die Irlaͤndische
sten Mittwoch, dem 19ten, nach San Sebastian eingeschifft zu
gemustert und marschirten heute unter dem Kommando des Ge⸗
eral Banios nach Torre la Vega aus, um ein in der Naͤhe
enes Ortes postirtes Karlisten- Corps, welches etwa 4000 Mann stark seyn soll, zu uͤberfallen. Die hiesige Garnison ist vor kur⸗ z m durch das Regiment Schottischer Grenadiers unter Oberst⸗ Leutenant Tupper und durch das dritte Regiment des Huͤlfs⸗ Corys unter Capitaun Fitzgerald verstaͤrkt worden.“
Portugal. 8 8
Lissabon, 1. August. Das Diario do Governo enthaͤlt inen ausfuͤhrlichen Bericht des im Hauptquartiere der Spani⸗ chen Armee der Koͤnigin in Navarra mit einer Sendung deauf⸗
tragten Portugiesischen Ingenieur⸗Oberst⸗Lieutenants Barreiros uͤber das Treffen von Mendigorria. Der Berichterstatter bemerkt darin, daß, obgleich die Armer des Don Carlos eine Stellung
gehabt, die nicht allein sehr fest gewesen sey, sondern auch jede
Benutzung des Sieges von Seiten des Angreifers unmoͤglich ge. S. 1 b Benutzung 39 Angreif 1eeg ch ge⸗ heit ausgesprochen wurde, so daß Herr Duchesne, ein neuer
macht habe, General Cordova doch zum Angriffe geschritten sey. Der Gesammt⸗Verlust der Karlisten wird zu 1500 Mann, der⸗ jenige der Christinos auf 600 Mann angegeben. Don Carlos hatte 28 Bataillone und 500 Mann Kavallerie in Line. Auch
ersieht man aus diesem Berichte, daß sich in der Armee des Don
Carlos verschiedene ehemalige Offiziere Dem Miguels befinden.
Eiinner dieser Offiziere wurde bei Mendigorria gefangen; ein an⸗ derer war, wenige Tage vorher vor Puente
de la Reyna getoͤd⸗ tet worden. . 8
Berlin, 31. August. Des Koͤnigs Majester haben der evangelischen Gemeinde zu Pausnitz, im Kreise Tergau (Reg. Bez. Merseburg), zum Neubau ihres Schulhauses eine Bei⸗
huͤlse von 400 Rthlr. und der evangelischen Gemeinde zu Groß⸗
Helmsdorf, im Weissenfelser Kreise, zu demselben Zwecke eine
Beihuͤlfe von 50 Rthlr. als Gnaden⸗Geschenk zu bewilligen geruht.
— Am 2östen d. M. bald nach 10 Uhr traf Se. Koͤnigli⸗ che Hoheit der Kronprinz, von Stettin kommend, auf der Reise
ich Schlesien in Frankfurta. O. ein. Se. Koͤnigl. Hoh. nah⸗ men die Aufwartung der hoͤhern Militair⸗ und Civil⸗Behoͤrden, so wie der staͤdtischen Deputirten huldreich an und unterhielten sich sehr gnaͤdig mit ihnen. Nach etnem fast einstuͤndigen Aufent⸗
halte setzten Hoͤchstdieselben unter einem weitschallenden Lebehoch
ber zahlreich versammelten Einwohner die Reise nach Schle⸗ ien fert 1 — Nach der von den Vorstehern des Frauen⸗Vereins zu Nordhausen fuͤr das Jahr vom 26. August 1834 bis 19. August 1835 abgelegten Rechnung hat die Einnahme mit Ein⸗ schluß des Bestandes vom vorigen Jahre 630 Rthlr. betragen; dovon sind zur Bekleldung von 351 armen Kindern (164 Kna⸗ ben und 187 Maͤdchen) 511 Rthlr. ausgegeben worden, und es st demnach der Kasse fuͤr das bevorstehende Jahr ein Ueberschuß on 119 Nthlr. verblieben.
— —y— —
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 26. August. Niederl wirkl. Schuld 54 ¼. 5 % do. 101 ½. Ausg. Schuld Kanz-Bill. 24. 4 ½ % Amort. 93. 3 ½ % 77 ¼. Russ. 99 ½2. Preuss. Prüm.-Scheine 1GaA9. 888 42 % Anl. —. do, 3 % 21 ¼. 1 8
Oesterr. 985¼.
Privatstand den Trost mit uns nehmen,
992 Antwerpon, 25. Augnst. 11 Span. 5 % 22 ½. Ziusl. 12. Cortes 28 ½. Coup. 102,4. Neuve Anl. 37 ½¼.
Cons. 3 % 89 ½¼. 1832 38 ½. Tinsl. 10 ¾. do. 101 1. 5 % bort. 86 ¼. do, 3 % 754. 381 ½2. Columb. 21 ½. Mex. 35 ⁄¾½à. Uoru 27.
Wien, 26. August. 5 % Met. 102 ½. 4⁰% 9812 312, Bank-Actien 1316 ½¼,
London, 25. August. Belg. 100 ¾3. Span. Cortes 403⁄3. Obl. v. Ausg. 17 ¼½., 2 ½ % Holl. 53 ⅓.
59„ 72 70 527¾¼ Bras. 86 ¼.
70 Chili
Neue
1111““ Den 381. August 1835.
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Fondw- and s2 Pr. Cour,. hrlef. ] Seiu.
Se.-Sebuld-Scb. 4† 115612 1001112 Pr. Enzl. 0bl 30. 4 9 98 ⅞ PrümSch. d. Seeb., 8 5 39 ½ Kurm. ObI.m.1. C. 4
Mm. Iut. Sch. 60. 4 Berl. Stadt-Obl. 4 Königsb. do. Elbinger do. 844 Danz. de. lo Th. — Wertpr. raudbr. 4 Grofsh. Pes. do. 4
Aunl.
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aeld-Cours-Zettel. Pr. Cour. Priek. Geld. 102 ⅔ 105 ½ 102 97
Amtlirh s?
Ostpr. Plandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do.]* Sechlesische do. Rüeckst. C. und Z. Seh. d. K. u. N.
101³¾ 100 ½
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215 ½
13 % 4
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Gold al marco Neue Duenten Friedrichsd'or Diseouto
18 ⅓ 132² ½
8 Meteorologische Beobachtung. 1835. s Morgens AIladmittagt:
30. Angust. 6 Uhr. G. —22nüu. 2 e — IAnAMNancXL-Ahen 8 Lufrdruc 3352,88 Par. Luftwärme .. 7,1 9¶ . Tdaupunkt .. 5,1.2 R. Dunstsättigung 85 pCt.
Wetter heiter. NRO.
2 Ur
Rrends Nach einmaliger 10 Uhr. Beobachtung. esüraamevSamnen Mmnervareeneümm
333,8„ Psf. 1
Quellwoͤrme 8,3 ° R. Flußwärme 13,9 °R. Bodenwärme 13,1 °R. Ausdünstung 0,008“Rh. Niederschlag 0.
1 Nachtkälte 6,6 °R. 70 pCt.
8,6° R.
92 90 6,2 N.
14,72 R” V 5.49 K. 42 pEt. halbhelter.
N.
10,1 °R..
82 pCt. zelter. R.
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Wolkenzug ..
Tagesmittel: 3385,46“ Par .. 5,9 ° R..
Koͤnigliche Schauspiele.
Dienstag, 1. Sept. Im Schauspieithause: Zum erstenmale: Die Rosenmaͤdchen, kemische Oper in 3 Abth., nach dem Franz. des Théaulon, von Kotzebue. Musik von Lindpaintner.
Mittwoch, 2. Sept. Im Schauspielhause: Zum erstenmale: Drei Frauen und keine, Posse in 1 Akt, frei nach dem Franz. des Varin und Desverges, von G. Kette“. Hierauf: Der Ball zu Ellerbrunn, Lustspiel in 3 Abth., von Karl Blum.
Koͤnigstaͤbtisches Theater.
Dienstag, I. Sept. Der Gloͤckner von Notre⸗Dame, ro⸗ mantisches Drama in 6 Tableaux, nach dem Roman des Vactor Hugo frei bearbeitet von Charlotte Birch⸗Pfeiffer.
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Neueste Nachrichten.
Pa ris, 25. Aug. In der gestrigen Sitzung der Deputirten—
Kammer hielt noch der Conseils⸗Praͤsident einen sehr aus⸗
fuͤhrlichen Vortrag (auf den wir zuruͤckkommen werden) zur Ver⸗ therdigung des neuen Preßgesetzes. Am Schlusse desselben sagte er: „Nachdem wir mehrmals den Aufruhr in den Straßen besiegt haben, ohne die persoͤnliche Freiheit zu verletzen, wollen wir jetzt auch dem Rede⸗Mißbrauch steuern, ohne der rechtmaͤßigen und gesetz⸗ lichen Freiheit der Eroͤrterung zu nahe zu treten. Mit Ihrer Huͤlfe, m. H., wird uns dies gelingen. Mag nachher aus uns werden, was da wolle: wir werden unsere Pflicht erfuͤllt haben. Sey es nun, daß der Koͤnig in semer Weisheit andere Maͤnner an das Staatsruder berufe, oder daß Sie aus Gruͤnden, die wir stets ehren werden, uns Ihren bisherigen groß⸗ muͤthigen Beistand entziehen, oder daß wir mit oder ohne unsere
Schuld unterltegen, wir werden bei unserem Ruͤcktritt in den
daß wir uns als Eh—⸗
renmönner benommen, daß wir nichts fuͤr uns selbst gethan, und
daß wir uns um unser Land wohl verdient gemacht haben.“ Der lebhafteste Beifall begleitete den Minister auf seinen Zlatz zuruͤck. Hiernaͤchst hielt noch Herr Dugabé eine Rede gegen den Gesetz⸗Entwurf, worauf von mehreren Seiten der Schluß der Debatte verlangt und mit schwacher Stimmen⸗Mehr⸗
Devputirter, nicht mehr zu Worte kommen konnte. Als der Praͤ⸗
sident den Berichterstatter, Herrn Sauzet, aufforderte, sein Ré⸗
in den Reihen der Opposition
eine arrot rief im hoͤchsten Unwillen:
große 1“ erregte.
Herr Odilon⸗
„Besser istes, man bewilligt gleich das ganze Gesetz!“ „Ja wohl“, fuůͤgten andere Oppositions⸗Mitglieder hinzu, „laßt uns
gle⸗ch uͤber alle Artikel auf einmal abstimmen! Keine Amende⸗ ments! Laßt uns die Diktatur bewilligen!“ Es sollten nun die Berathungen uͤber den ersten Artikel des Gesetz⸗Enrwurfes begin⸗ nen, da indessen Hr. Royer⸗Collard, als zuerst eingeschriebener Redner, in der Sitzung nicht zugegen war, waͤhrscheinlich weil er nicht geahnet hatte, daß die allgemeine Debatte so rasch ge⸗ schlossen werden wuͤrde, so wurde aus Achtung vor ihm die Fortsetzung der Berathung auf den folgenden Tag verlegt. — In der heutigen Sitzzung, in welcher alle oͤffentliche Tribunen uͤberfuͤllt waren, bemerkte man eine ungewoͤhnliche Bewegung in der Versammlung. Nachdem der Praͤsident den ersten Artikel des Gesetz⸗Entwurfes verlesen, wonach gewisse Preß⸗Vergehen als ein Attentat gegen die Sicherheit des Staats betrachtet wer⸗ den sollen, bestieg Herr Royer⸗Collard seit der Juli⸗Revolu⸗ tion zum ersten Male wieder die Rednerbuͤhne, um sich nament⸗ lich gegen die beabsichtigte U⸗berweisung jener Preßvergehen vor den Paigrshofauszusprechen. Seine Rede (aus der wir uns einen Auszug vorbehalten) machte einen großen Eindruck auf die Versammlung. Hr. Thiers trat zur Widerlegung des Herrn Royer⸗Collard auf, und suchte die Nochwendigkeit zu beweisen, die Person des Koͤ⸗ nigs und das Prinzip der Regierung vor jedem Angriffe durch die Presse zu schuͤtzen. Herr Dupin trat sodann den Praͤsiden⸗ tenstuhl an einen der Vize⸗Praͤsidenten ab, um dem Minister des Innern zu antworten. Beim Abgange der Post befand er sich noch auf der Rednerbuͤhne. 8
Die Rede, die der Conseils⸗Praͤsident zur Vertheidigung des neuen Preßgesetzes gestern in der Deputirten⸗Kammer hielt, machte, wie es schien, einen tiefen Eindruck auf die Kammer. Selbst die Op⸗ positions-Blaͤtter gestehen ein, daß Herr von Broglie mit großem Ta⸗ lente und nicht geringerer Gewandtheit die Sache des Ministeriums vertheidigt habe. Der Constitutionnel sagt, der Minister habe Recht oder fast Recht in dem gehabt, was er gesagt, Unrecht
aber in dem, was er verschwiegen. Der Conseils⸗Praͤsident ver⸗ glich die beantragten Gesetze mit denen uͤber die Associatio n.
und an die Vernunft der so aufgeklaͤrten Bevoͤlkerung I
sumé zu machen, erklaͤrte derselbe, daß er darauf verzichte, was
Dazu bemerkt der Temps: „Darin sind wir seiner (des Min sters) Ansicht. Das Associatonsrecht ist in der That der Will kuͤr der Gewait uͤberliefert, die sich jetzt ruͤhmt, alle nuͤtzliche A seciationen geduldet zu haben. Das ist's. Wir werden ni mehr die Freiheit der Presse, sondern nur die Duldung derselby haben, und bald wird man sehen, was das fuͤr eine Presse i die man fuͤr wuͤrdig erachtet, geduldet zu werden. Man ve langt die Diktatur, mit dem Versprechen, sie nicht zu miß brauchen.“
Seit einigen Tagen sind die Tambours und die Adjuta
ten der National⸗Garde in den Hauptwachen konsignirt. Inj der Kaͤserne ist ein Piquet konsignirt, und die Nacht⸗Patrouille haben an Zahl und Staͤrke zugenommen. Man glaubt, daß de in der Deputirten⸗Kammer schwebende Diskussion des Prej Gesetzes diese Maßregeln veranlaßt hat.
Sit Lartenn
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11. gins 98 1i Stn s
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Man will hier wissen, daß in Mailand, Padua und V rona die Cholera zugleich ausgebrochen sey.
Oberst Schwarz, der die Werbungen fuͤr Spanien n beendigt hat, reist heute von hier nach Bayonne ab.
Im Touloner Eclaireur de la Mediterannée vo
8
Amtliche Rachrichten.
sten liest man, daß an diesem Tage 356 Mann, der Rest d K ronik des T 9G8 6. Fremden⸗Legion, auf der Gabarre „la Rhone“ eingeschifft wo Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Land, und Stadtgerichts⸗ den sind. Dieses Fahrzeug sollte am 21sten nach Spanien Direktor Knauff in Stolp zugleich zum Kreis⸗Justizrath fuͤr ter Segel gehen. den Stolpschen Kreis zu ernennen geruht.
Aus San Ildefonso vom 18. August schreibt mal Des Koͤnigs Majestaͤt haben dem Kaufmann Jaͤger zu „Heute um 3 Uhr hat sich das Minister⸗Conseil unter der Po Duͤsseldorf den Titel als Kommerzien⸗Rath zu ertheilen und das sidentschaft Ihrer Majestaͤt versammelt, die seit den letzten daruͤber ausgefertigte Patent Allerhoͤchstselbst zu vollziehen geruht. eignissen einen hohen Muth und die groͤßte Energie entfal Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Gold⸗ und Silber⸗ hat. Die Berathung waͤhrte sehr lange. Folgendes sind h Waaren⸗Fabrikanten Bonheim Saling das Praͤdikat eines wichtigsten Maßregeln, die bis jetzt beschlossen worden sig Hof⸗Lieferanten beizulegen geruht. 8 8 1) Die Entwaffnung der Stadt⸗Milz und deren schleunige und T 1 vollstaäͤndige Reorganisation; 2) die Niedersetzung eines N Der Justiz⸗Kommissarius Goldbeck in litair-Gerichtshofes, um die Strasbaren sofort zu richmga. d. D. ist zugleich zum Notar in dem Departement des Kam⸗ die Suspension des Journals „Echo“ und wahrschenl mergerichts bestellt worden. lich auch der „Revista“, oder doch eine Modification der Puf Der Notariats⸗Kandidat Anton Thelen ist zum Notarius Gesetze, deren neue Reglements nach engeren Grundlagen em im Friedensgerichts⸗Bezirk Solingen, Landgerichts⸗Bezirks Elber⸗ worfen werden wuͤrden. — Herr von Toreno geht diesen Abez feld, mit Anweisung seines Wohnortes in der Gemeinde Wald, nach der Hauptstadt, um persoͤnlich die Ausfuͤhrung der kraͤftigt ernannt worden. Maßregeln zu bewachen, welche die Lage der Dinge nothwend macht. Der Hof wird sich wahrscheinlich erst Ende dieses M nats nach der Hauptstadt begeben, wenn ihn nicht die Umstzn zu ener fruͤheren Ruͤckkehr bewegen sollten. — An die wohner Madrids, wo in diesem Augenblicke die groͤßte RNu herrscht, ist gestern folgende, von J. de la Torre Trasim unterzeichnete Proclamation gerichtet worden: „„Bewohner ] drids! Die Feinde unserer angebeteten Koͤnigin und der oͤffentlg Ordnung suchen Mißtrauen unter Euch auszustreuen, um E. zu theilen, der Unordnung den Triumph zu verschaffen und! uͤber Euere Personen und Cuer Vermoͤgen verfuͤgen zu nen. In solchen Umstaͤnden ist es die Pflicht der Behoͤrde die Ruhestoͤrer zu zuͤchtigen, die Unvorsichtigen zu wa
B1“
Wusterhausen
——
Angekommen: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Minister des Innern fuͤr Gewerbe⸗Angelegenheiten, Freiherr von 8 von Leipzig.
Der Wirkliche Geheime Ober⸗Justizrath und Geheime Ober⸗ Tribunal⸗Chef⸗Praͤsident, Sack, von Kissingen.
8
EE 6 6 “
Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 24. Auagust. (Nachtraa.) Herr Merlin verlas ennezgseg. zu Gunstei⸗ d. neuen Preß⸗Gesetzes, von der aber, wegen der lauten Unterhal⸗ tung der Deputirten, wenig oder gar nichts verstanden werden konnte. Das Erscheinen des Herrn Eusèbe Salverte auf der Rednerbuͤhne stellte die Ruhe einigermaßen wieder her. Derselbe begann mit folgenden Worten: „M. H., die Redner, die den Gesetz⸗Entwurf vertheidigen, haben es alle fuͤr nothwen⸗ dig gehalten, sich uͤber den Zustand der Gesellschaft auszulassen, und von diesem Zustande ein hoͤchst trauriges Gemaͤlde zu ent⸗ werfen. Ihr Taient hat hoͤchstens vermocht, alten Dingen einen Schein der Neuheit zu verleihen; dieselben Dinge sind oft gesagt worden, und haben allen Zwangs⸗Gesetzen, welche seit 45 Jah⸗ ren vorgeschlagen worden sind, zur Entschuldigung gedient. Wenn man das Gemaͤlde der Wahrheit etwas naͤher haͤtte ruͤcken wollen, so haͤtte man jener unseligen Sitte der Apostasie Erwaͤhnung thun sollen, welche verursacht, daß man mit einer unglaublichen Indifferenz die Lehrsaͤtze und die Handlungen seines ganzen Le⸗ bens verleugnet; man haͤtte von jenem Durst nach Geld, Aem⸗ tern und Ehren sprechen sollen, der einen Theil der Gesellschaft verzehrt, und welcher uns zu dem schmaäͤhlichen Grundsatze ge⸗ fuͤhrt hat, daß das Votum eines Beamten unbedingt dem Mi⸗ nisterium angehoͤren muß, das ihn ernannt hat. Wenn man die⸗ ser so charakterischen Zuͤge unserer Epoche nicht gedacht hat, so ist es wahrscheinlich deshalb geschehen, weil man sie der Presse nicht zur Last legen kann. Giebt es nun aber ein wirkfames Mittel gegen ein solches Uebel, so ist es allein in einer vollstaͤn⸗ digen Ausuͤbung der Preß⸗Freiheit zu finden.“ Der Redner ließ sich jetzt auf eine Pruͤfung der einzelnen Bestimmungen des Ge⸗ setz⸗Entwurses ein, und suchte darzuthun, daß derselbe lediglich darauf berechnet sey, alle zu toͤdten, welche nicht unbedingt im Sinne des Ministeriums schrie⸗ ben. „Die erste Wirkung Ihres Gesetzes“, sagte er, „wird die seyn, die Departemental⸗Presse zu vernichten, und bald wird man zu dem schoͤnen Ideal gelangen, welches man so aͤngstlich aufsucht, zu der allgemeinen Stille, in welcher man immer Recht hat, weil man allein redet. Wir kennen dieses tiefe Schweigen; wir haben es im Jahre 1793 und un⸗ ter der Kaiserlichen Regterung herrschen sehen. Die erste dieser beiden Epochen sah Robespierre auf eine gewaltsame. Weise un⸗ terliegen. Die Einschuͤchterung, welche man damals einen heil⸗ samen Schrecken nannte, hat geendet und mußte enden durch die Vernichtung derjenigen, die ein solches System zu Ehren gebracht hatten. Was Napoleon betrifft, so ist ihm dasselbe
ystem, wenn auch durch mildere Mittel, eben so wenig gelun⸗ gen. Sein ungeheuerer Ruhm, sein Genie haben einigermaßen fuͤr seine Fehler entschaͤdigt; aber doch konnten weder sein Ruhm noch sein Genie die Folgen derselben verhindern. Napoleon wollte alleln seyn, und er ist allein geblieben. Ihr saget, die gesellschaftlichen Beduͤrfnisse verlangten neue Maßregeln; aber es giebt ein Beduͤrfniß, auf das Ihr keine Ruͤcksicht nehmet, und zwar das Beduͤrfniß einer wirklichen, einer wahrhaften Oppost⸗ tion. Die Regierung bedarf einer lebhaften, einer leidenschaft⸗ lichen Opposition; weil es sich in der Literatur, bei Prozessen und in der Politik bewaͤhrt, daß die Gegner die besten Argu⸗ mente beibringen. M. H., Ihr Gesetz versetzt der Presse einen unbarmherzigen Schlag; es beleidigt die Gefuͤhle der Menschlich⸗ keit und der Theilnahme fuͤr den Ungluͤcklichen, die dem Menschen 9- natuͤrlich sind. Von achtungswerthen Interessen zuruͤckgestoßen, 1 des Beistandes der oͤffentlichen Meinung beraubt, selbst von der eldenschaft bald verlassen, wird Ihr Gesetz nur die Gewalt fuͤr haben, und noch dazu eine voruͤbergehende Gewalt; es wird untergehen, aber leider eine unversoͤhnliche Spaltung zuruͤcklas⸗ en. Ich stimme gegen den Entwurf, und gegen die Amende⸗ ments der Kommission.“ (Lebhafter Beifall zur Linken.) — Herr bemereier legte die immer zunehmende Unsittlichkeit in Frank⸗ eich lediglich der Presse zur Last, und erklaͤrte die vorgelegten
drids zu Gunsten der oͤffentlichen Ruhe zu appelliren. diesem Behufe sollen die folgenden Maßregeln beobachtet u den: 1) Alle Zusammenrottungen, die sich auf den oͤffe lichen Plaͤtzen und auf den Straßen bilden, sollen von bewaffneten Macht, in Ausfuͤhrung der Befehle, die sie erha hat, zerstreut werden. 2) Es ist Jedermann, der nicht bewaffneten Macht gehoͤrt, verboten, sich oͤffentlich mit Feun wehr oder blanken Waffen sehen zu lassen. 3) Ist ebenfalls! boten der Ruf: Viva! Muera! (Es lebe u. s. w.! Mäo mit u. s. w.!) und jeder andere Ruf, der zum Hasse reig oder den Parteigeist aufregen koͤnnte. 4) Wer diesen Maßrege zuwiderhandelt, soll sofort verhaftet und der kompetenten Behzgt uͤberaeben werden. — Bewohner Madrids, hoͤrt, wie immer, die Stimme Eurer Behoͤrden und verbindet mit denselben Bemuͤhungen fuͤr die Aufrechterhaltung der Ordnung, ohne keine Wohlfahrt im Staate möͤalich ist.““
Das Geruͤcht, daß das Ministerium sich fuͤr die Inten tion in Spanien entschieden haͤtte, ist bis jetzt ganz unverblh Wie man hoͤrt, hat erst ein Notenwechsel zwischen Herrn Broglie und den auswaͤrtigen Diplomaten begonnen. Es ho die Regierung habe Depeschen aus Madrid vom lgten erhal Die Ruhe waͤre zwar ungestoͤrt geblieben, doch herrsche immer! eine so große Gaͤh ung, daß man in jedem Augenblicke eine Ern rung der Bewegung fuͤrchtete. Hr. v. Toreno haͤtte dem! Mendizabal einen Eilboten zugeschickt, um ihn zu veranlz sich direkt nach Madrid zu begeben. Das Geruͤcht waͤn Madrid verbreitet gewesen, zwei von den Ministern bestäh darauf, daß die Regierung eine Politik der Bewegung anneh Die Deputirten Arguelles, Galiano und Calatrava sollen haftet worden seyn.
Aus Bayonne wird vom Losten geschrieben: „Die dem Karlistischen Hauptquartiere in Ochandiano vom 16ten ten Nachrichten erklaͤren den eigentlichen Zweck der verschiede Bewegungen der Karlisten, erst nach Castilien und dann Bilbao hin. Man wollte die Aufmerksamkeit Cordova's bece tigen, um dem Brigadier Guergué es moͤglich zu machen, Hinderniß seinen Marsch nach Aragonien fortzusetzen. Dieserz⸗ ist fast erreicht. Im Karlistischen Hauptquartiere ist die richt eingetroffen, daß Guergué mit seiner Division gluͤcklit Balbastro angekommen war und sich nach Catalonien wa Nach Aussagen von Reisenden waͤre Guergué, der ein ansee ches Convoi von Flinten mit sich fuͤhrt, schon in Catalonien gelangt.“
In Catalonien scheint sich die Bewegung zu konsolid Die Junta von Barcelona hat in den Corregimentos die nennung von Deputirten angeordnet, welche in Barcelona Junty bilden sollen, die mit der Verwaltung der Provin auftraat werden wuͤrde. Nach der Gazette de France ren einige von den aus Ste. Pélagie entflohenen April“h klagten in Barcelona angekommen.
Die Geschaͤfte waren heute an der Boͤrse unbedeutend. 3 Uhr verbreitete sich das Geruͤcht, daß am 260sten neue hen in Madrid ausgebrochen waͤren. Darauf gingen die nischen Papiere wieder zuruͤck.
— Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 109. 5. cour. 109. 10. 3proc. pr. compt. 78. 60. fin cour. 7 5proc. Neap. 96. 80. 5proc. Span. 33. Zproc. do. 21. tes 33. Ausg. Schuld 14. 3Zproc. Port. 55.
Frankfurt a. M., 28. August. Oesterr. 5proc. M. 102 ½. 102 ½, 4proc. 981. 98⁄. 29proc. 57, lproc. Br. Bant⸗Actien 1583. 1582. Part.⸗Obl. 146⁄. 140. 92 zu 500 Fl. 114 ⁄. 114 . Loose zu 100 Fl. 213. G. Pf. Praͤm.⸗Sch. 59. 58 ¾. do. 4proc. Anl. 98 ½. G. Poln. 68 ⁄. 68 ½. 5proc. Span. Rente 30 ¾¼ 30 ½. 3proc. do. 18 ½
“ Redacteur Cottel. 18 Gedruckt hei A. W. Hapyl⸗
spreche, entschlossen aufs Spiel setzen. Aber er hoffe, das Land werde einsehen, daß Geduld und Nachsicht schlechte Waffen fuͤr die Regierung seyn wuͤrden, wenn es auf die Bekaͤmpfung zuͤgelloser Parteien ankomme. Es beduͤrfe dazu wirksamerer, heroischer Mittel, und deshalb stimme er fuͤr den Gesetz⸗Entwurf. — Herr von La⸗ boulie sagte, das vorliegende Gesetz sey eine Beleidigung gegen die gesunde Vernunft, eine der Unabhaͤngigkeit des Gedankens zugefuͤgte Schmach, ein Luͤgenstrafen der einfachsten Begriffe des oͤffentlichen und natuͤrlichen Rechtes. Man wolle hauptsaͤchlich das bestrafen, was andere Nationen als Tugenden bezeichneten: die Wohlthaͤtigkeit und die Treue. Es solle nicht allein ein Vergehen, es solle ein Verbrechen seyn, wenn man seinen politischen Ansichten treu bleibe. daran gelegen seyn, die man fruͤher gelitten und gekaͤmpft habe, als der hoͤchste Grad des Heldenmuthes und der Selbstaufopferung betrachtet werde; aber so wuͤrde das Land nicht denken. Das Gesetz wuͤrde nur Maͤrtyrer, aber keine Verbrecher machen. Entwurf und gegen die erschwerenden Amendements der Kommission. — Jetzt bestieg der Herzog von Broglie, der schon im Laufe der Rede des Herrn von Laboulie das Wort Rednerbuͤhne und druͤckte sich unter der gespanntesten Aufmerk⸗ samkeit seiner Zuhoͤrer folgendermaßen aus:
„M. H.! finde 19 so gangenheit zuruͤckzukommen. (Fronisches Gelaͤchter in den Rei der Opposition. Eine Stimme: „Das 11“ Ihnen Ich meine, daß ich keinen Vortheil dabei sehe, alte h aufzuwaͤrmen und wieder in Frage zu stellen, was die Zeit mit ih⸗ ren Ereignissen bereits entschieden hat. Wenn ich zehn Tagen unablaͤssig der Verwaltung den Vorwurf machen boͤre, daß sie absichtlich den Schmerz aller gutgesinnten Buͤrger be⸗ nutzen wolle, um die Volks⸗Freiheiten zu beschraͤnken, daß sie in ihrem Interesse, vielleicht gar in dem Interesse einer Par⸗ tei, ein allgemeines Truͤbsal auszubeuten suche, so muß es mir wohl erlaubt seyn, daran zu erinnern, daß ein solcher Vorwurf nicht neu ist. Was man heute von uns sagt, das sagte man auch nach den Juni⸗Ereignissen von dem Ministerium des 13. Maͤrz: man bat es auch nach den Ereignissen des 11. Oktober von dem Mi⸗ nisterium gesagt; ja, man hat es von allen Regierungen gesagt, die seit 40 Jahren in Frankreich und seit 150 in ngland au einander gefolgt sind. Auch wundert mich dies nicht; unter einer Regierung wie die unsrige, wo die Redefreiheit besteht, giebt es gewisse Ge⸗ meinplaͤtze, — halten Sie mir diesen Ausdruck, der Niemanden be⸗ leidigen soll, zu Gute — die auf alle Phasen und Wechselfaͤlle des politischen Lebens passen. Das politische Leben hat seine Feiedens⸗ wie seine Kriegestage, seine Zeiten der Nuhe wie der Bewegung. Aber die Opposition ist fuͤr alle Fälle geruͤstet. Will die Regierung z B. in Friedenszeiten irgend ein Gesetz der Ordnung und Sicherheit einfuͤbren, so wird sofort ein gewaltiges Geschrei erboben: man mißtraut, beißt es alsdann, dem Lande, lohnt ihm mit Undank und was dergleichen mehr ist. Ziehen dagegen Stuͤrme heran, ist der Horizont mit Wol⸗ ken bedeckt, befuͤrchtet man irgend eine Katastrophe, und die Regie⸗ rung wendet sich an die Staats⸗Gewalten, um von ihrer Weisheit einige strenge Maßregeln zu verlangen, gleich heißt es, daß man die Verfassung mit Fuͤßen trete. Ist das Uebel wirklich da, wuͤthet der Buͤrgerkrieg mit allen seinen Graͤueln, sofort wird die Sprache geaͤndert; alsdann heißt es wieder, daß die Regierung selbst die Krise vorbereitet habe; sie hat die Insurrection in Lyon und Paris organisirt; sie hat durch die Polizei auf den Koͤnig schießen lassen; bald wird man auch sagen, daß sie die Hoöͤllen⸗Maschine angezuͤndet habe. Genug, die Regierung mag handeln wie sie wolle, immer hat sie Unrecht. Wenn sie bei Volks⸗Auflaͤufen die Menge aus⸗ einander treiben will, ohne gerade zur Gewalt der Waffen ihre Zu⸗ flucht zu nehmen, so soricht man von Todtschlaͤgern, die unter das Volk gemischt wuͤrden, um es zu zermalmen. Werfen die Auf⸗ ruͤhrer mit Steinen, oder es fallen gar Schuͤsse und man muß zu den Bajonnetten seine Zuflucht nehmen, so ist die Re⸗ gierung blutduͤrstig und sie gefaͤllt sich bloß im Gemetzel. Artet zu⸗ letzt der Aufruhr in einen foͤrmlichen Buͤrgerkrieg aus, so daß Ge⸗ BET1 werden muß, um die Empoͤrer zu Paaren zu trei⸗ ben, so heißt es, die Regierung lasse unschuldige Buͤrger niederschie⸗ ßen, und bahne sich ihren Weg uͤber Truͤmmern und Leichen. Dies ist aber noch lange nicht Alles. Ist die Empdrung besiegt und die Empoͤrer sollen vor Gericht gestellt werden, um hier ihren gerechten Lohn zu empfangen, so stempelt man die Minister als Staats⸗Ver⸗ brecher, wenn sie, nach dem Beispiele fruͤherer Zeiten, Kriegs⸗Ge⸗ richte ernennen wollen; oder man wirft ihnen vor, daß sie mit der versoͤnlichen Freiheit ihr Spiel trieben, wenn sie die geduldigere Gerichtsbarkeit des Pairshofes in Anspruch nehmen. Denkt die Re⸗ gierung dagegen an eine Amnestie, will solche jedoch nur den Reuigen und Unterwuͤrfigen, nicht aber zugleich auch denen bewilligen, die ihr im Gefaͤngnisse noch mit geballter Faust drohen, so athmet sie nichts als Haß und Rache, dem wilden Thiere gleich, das gierig seinen Raub verfolgt. Dies Alles wundert uns nicht: wir sind im politischen Leben ergraut, wir kennen die Unge⸗ rechtigkeiten der Menschen, die Sprache der Factionen; nichts desto⸗ weniger ist es aber gut, daran zu erinnern, damit Niemand sich durch diese Sprache taͤuschen lasse und sie fuͤr baare Muͤnze nehme. — Jetzt zur Sache: Wessen beschuldigt man uns! wir sollen schon laͤngst einen ganzen Vorrath tyrannischer (Gesetze in der Tasche ge⸗ habt und nur auf einen guͤnstigen Augenblick gewartet haben, um sie hervorzuziehen. Was soll dies nun aber heißen? Will man da⸗ mit sagen, daß die der Gesellschaft drohenden Gefahren uns schon lange eingeleuchtet, daß wir schon lange die Wunden des Landes untersucht und auf Mittel gedacht haͤtten, sie zu beilen! Wenn dem also ist, so haben wir nur die heiligste unserer Pflichten erfuͤllt: des⸗ halb ist man Minister, deshalb besteht eine Verwaltung; was heißt ein Land verwalten anders, als die Gegenwart beobachten und die Zukunft voraussehen? Oder will man damit sagen, daß wir mit den Vorschlaͤgen, die wir Ibnen neuerdings gemacht haben und die wir fuͤr gerecht, verfassungsmaͤßig und nothwendig halten, so lange gezögert haͤtten, bis unsere Ueberzeugung auch die Fhrige geworden, bis sich vor den Thatsachen Aller Augen geoͤffnet? Ist dem also, so trifft uns kein Tadel: deshalb sind wir Minister. Will man aber behaupten, daß uns bei jenen Vorschlaͤgen das Gemeinwohl nur zum Vorwande gedient habe, daß wir sie vielmehr in unserem eigenen und persoͤnlichen Interesse ersonnen haͤtten, um unsere Macht zu befestigen und uns die Verwaltung zu erleichtern, so erlauben Sie mir hierauf Folgendes zu bemerken. Man koͤnnte Recht haben, wenn die Ihnen bezeichneten Gefahren eingebildet oder auch nur uͤbertrie⸗ ben waͤren, wenn unsere Vorschlaͤge die Groͤße des Uebels uͤberstie⸗
esetze fuͤr eine Wohlthat. Sollte es ihm auch seine Popula⸗ ritaͤt kosten GGelaͤchter), er werde sie, wo sein Gewissen so laut 8 “ “ 8 31 1 1“ “ 8
1 Den Ministern muͤsse allerdings daß die Verleugnung der Grundsaͤtze, fuͤr
Er stimme gegen den verlangt hatte, die
Ich liebe eben nicht die Gegenbeschuldigungen; ich wenig Vergnuͤgen als Vortheal sce 8if dfe 8 den Konig nie gekannt hat, ihn aber Presse nothwendig als eine Geißel fuͤr das Land betrachten muß, und tuͤrlich h wenn man sich ihn vom Halse zu 1 Wie will man nun ein solches Verbrechen als ein isolirtes betrachten? Waͤre dem also, so wuͤrden die republika- tter nie wie die Monarchijie am 28. Juli dei einem Haare umgestuͤrzt worden waͤre, und wie Gesetzt nun, 1 rei ersten Artikel so frage ich Sie, welche
alte Streitigkeiten Zeit mit ih⸗ zu schaffen sucht. indessen seit
I1 der “ Buͤrger, wenn sie nicht vielmehr in unserer teresse bloß dazu dienen sollten, die bestehende Ordnung zu befesti⸗ gen." — Der Minister ging hierauf noch einmal die vier Haupt Bestimmungen des neuen Preß⸗Gesetzes durch, wonach 1) die Be leidigung der Person des Koͤnigs, die Bestreitung der Rechte des regierenden Hauses, und die Erorterung des Prinzivs der verfassungs mäßigen Monarchie zu Verbrechen erhoben, 2) auf diese Verbre chen so hobe Strafen gesetzt werden sollen, daß eine Recidive gewis⸗ sermaßen unmoͤglich wird; 3) der diese Verbrechen eventuell vor den Pairshof zu verweisen; endlich 0. das Ausstellen und der Verkauf von Kupferstichen, so wie di Theater⸗Stuͤcke von der Approbation der Behoͤrde abhaͤngen sollen „Dies in“, fuhr Herr von Broglie fort, „der politisch Charakter des Gesetzes; die Neben ⸗Bestimmungen uͤbergehe ich mit Stillschweigen. Es fragt sich jetzt: ist das lich so groß, als wir es behaupten? Ich sage ja steht es in der That mit der Unverletzlichkeit des Koͤnigs? Wird nicht seine Person seit 3 teste angegriffen? Koͤnig als einen Verraͤther bezeichnet, I und zum Feinde uͤbergegangen sey?
Hat man ihn nicht schon mehr
Regierung das Recht zustehen soll,
Aller In⸗
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Uebel wirk⸗ Wie
Jahren taͤglich auf das Unverschaͤm⸗ Hat man nicht schon mehr als hundertmal den der seine Fahne verlassen habe
als hundertmal als eins von jenen Revolutions⸗Ungeheuern geschil⸗
dert, die sich nur in der Mitte von fielen? Hat man ihn nicht schon mehr als hundertmal als einen jener Tyrannen des Mittelalters dargestellt, die sich ihre Feinde im Stillen vom Halse schafften? Ich frage nun, gehoͤrt ein solches Ver⸗
brechen wohl zu der Zahl derer, woruͤber die Gesellschaft die Augen zudruͤcken darf? Gewiß giebt es noch mehr als Einen in Frankreich, der nach den abscheulichen Luͤgen der
es sonach fuͤr ganz natuͤrlich haͤlt,
nischen Blaͤtter nicht ossen darauf hinweisen,
sonach die Republik nicht den Muth verlieren duͤrse. die Kammern naähmen unter diesen Umstaͤnden die drei des vorliegenden Gesetz⸗Entwurfes an, Nachtheile diese Artikel den Ehrenmaͤnnern aller Parteien zufuͤgen kͤnnen? in wie weit sie den rechtmaͤßigen Gebrauch der Preßfrei⸗ beit beschraͤnken? Giebt es Einen unter uns, der fuͤr sich oder An⸗ dere das Recht in Anspruch naͤhme, den Koͤnig oder die Charte un⸗ gestraft zu beschimpfen, so mag er aufstehen, und unsere Entruͤstung wird ihm antworten.. Ich gehe jetzt zu einem andern Punkte uͤber. Jn vfaafse giebt es eine monarchische Regierung, an deren Spitze din oͤnig stebt, den die konstituirten Staats⸗Gewalten selbst, unter dem Beifallrufe des Volkes, gewaͤhlt haben. Dieser Regierung gegen⸗ uͤber bestehen zwei Factionen, welche behaupten, daß 1 mals anerkannt, und somit das Recht haͤtten, offen an ihrem Um⸗ sturze zu arbeiten; sie rufen uns zu: „„Eure Regierung ist nicht die unsrige. Eure Charte schuͤtzt uns gegen Euch, nicht Euch ge⸗ en uns. Ihr duͤrft uns nicht ein Haar kruͤmmen; wir dagegen aben das Recht, taͤglich die Buͤrger gegen Euch aufzureizen, ja, die Waffen selbst zu ergreifen. Ein sortwaͤhrender Buͤrgerkrieg ist die Bedingung, die wir der Gesellschaft auflegen wollen. Heute die Drobung, morgen die Schlacht. Richtet Euch hiernach!““ Ich frage, ob dies nicht die Sprache ist, welche die Kar⸗ listischen und republikanischen Blaͤtter taͤglich fuͤhren; ich frage, ob ein solches Verfahren, das ohne Beispiel in der Geschichte der Voͤlker ist, nicht zuletzt seine Fruͤchte tragen muß? Oder glaubt man etwa, daß zwischen einer fortwaͤhrenden Aufrei⸗ zung zum Buͤrgerkriege und dem Buͤrgerkriege selbst nicht der ge⸗ ringste Zusammenhang bestehe? Haben wir nicht schon vier große Schlachten, und wer weiß, wie viel kleinere Gefechte in beiden Hauptsgaͤhten des Landes zu bestehen gehabt? Haben die Empoͤrer nach ihrer Bestegung nicht offen erklaͤrt, daß sie bei dem Aufrubre in ihrem Rechte gewesen, indem sie ihre volitischen Ansichten mit bewafneter Hand vertheidigt haͤtten? Sind sie nicht von diesem ibrem angeblichen Rechte so uͤberzeugt gewesen, daß sie die Zeitungsschreiber selbst aufgefordert haben, ihr Werk vor (GGe⸗ richt zu vertheidigen, und sind die Zeitungsschreiber nicht in der That aufgetreten, nicht bloß um die Verbrecher, denen sie die Waffen in die Hand gegeben, zu vertheidigen, sondern um sogar die Verbrechen selvst, die ste vorgeschrieben, zu rechtferti⸗ gen? Dies Alles, m. H., muß fuͤr die Folge aufhoͤren, und es wird aufhoͤren, wenn Sie das Ihnen vorgeschlagene Gesetz annehmen. Unbestimmte Ausdruͤcke wuͤrden indessen hier nur den Zweck verfeh⸗ len; man muß die Sache bei ihrem Namen nennen, damit eben die Strafe den Schuldigen treffe. Oder wollen Sie vielleicht, m. H., daß jener Skandal noch laͤnger dauere, wollen Sie, daß die Gesell⸗ schaft noch laͤnger auf eine so harte Probe gestellt werde Dies steht bei Ihnen; ein Anderer mag alsdann aber an unserer das Staats⸗ ruder in die Haͤnde nehmen, um dieses sturmbewegte Meer zu be⸗ schiffen. (Stimme zur Linken: „„Aha! das Ministerium stellt uns noch einmal den Stuhl vor die Thuͤr!““) komm jetzt auf die Kupferstiche und Theaterstuͤcke. Frankreich ist ein clvi⸗ lisirtes Land, das sonst wegen seiner artigen Sitten, seines feinen Geschmacks und seiner Urbanjtaͤt den ersten Rang in Europa be⸗ hauptete; es war bisher stolz hierauf; seit 3 Jabren aber ist dieser Stolz furchtbar gedemuͤthigt worden. Was soll der Auslaͤnder von uns denken, wenner jetzt nach der Hauptstadt koͤmmt, und aufoͤffentlichen Plaͤtzen urd Spaziergaͤngen nur mit niedergeschlagenen Augen einhergehen darf, wenn anders sein Blick nicht bei jedem Schritte auf die unflaͤthig⸗ sten und schamlosesten Gegenstaͤnde fallen soll. Das Theater war sonst Frankreichs Ruhm: was ist es fetzt? Eine Schule der Unstt⸗ lichkeit und des Verbrechens. Ich frage Sie, od dies noch länger geduldet werden darf und ob es ein anderes wirksames Mit tel als das vorgeschlagene giebt, um diesem Unfuge zu steuern? Unsere Gegner werden uns einwenden, daß die Regierung hin⸗ fuͤhro alle Meisterwerke der Kunst unterdruͤcken wuͤrde. Ich e innere Sie aber hiexbei an die Prophezeiungen, die man dem Ago⸗ ciations⸗Gesetze machte. Auch damals sagte man, es wuͤrde hinfuͤhro in Frankreich keinen milden Verein mehr geben, 2 Menschen wuͤr⸗ den sich nicht mehr die Hand auf der Straße reichen koͤnnen, ohne zu befuͤrchten, daß man sie gerichtlich belange. Ist wohl eine ein⸗ sige dieser Provhezeiungen eingetreten.. Gehen Sie nun di. verschiedenen Heeenmunsen des Gesetz-Entwurfes durch, be⸗ leuchten Sie sie von allen Seiten; was bezwecken sie anders, als daß die barhn des Koͤnigs und das Prinzip der 5 nicht mehr sollen angefochten werden duͤrfen, daß die Kupfer stiche kein oͤffentliches Aergerniß mehr geben und daß man dhne 2 vertt9e et6d 6 öG besuchen duͤrfe. 29 em Lande boingt der Gesetz⸗Entwurf unermegl Vortheil; auch den Ministern? Lassen Sie doch sehen. Alle 19en.Seh. bisber gegen den Koͤnig gerichtet worden sind, werden hinfüͤhro gi⸗
gen, wenn sie die legitimen Rechte der Franzosen verletzten, wenn wir, Minist 9. uns mehr Vortheile davon zu delfprachen antend als
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gen uns gerichtet werden, denn uns schuͤtzt der . f nicht; wir stehen frei da und dienen, wie es enens picht i: x18
sie dieselbe nie⸗
Regierung
Dies ist Aller.
Henkern und Gefaͤngnissen ge-