1835 / 245 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Befehlshaber von West⸗Griechenland ernannt; er befand sich in Brachori, nachdem er die Raͤuber uͤber die Graͤnze getrieben, von denen der Pascha von Larissa 30 hatte erschteßen lassen. Die beiden Toͤchter des Grafen Armansperg hatten sich mit den Fuͤrsten Michael und Dimitri Kantakuzenos vermaͤhlt, was bei vem Volke guten Eindruck machte. Koletti war noch in Athen und hatte an einem Gallenfieber schwer darniedergelegen, war

aber in der Besserung. Seine Partei war fast gaͤnzlich ver⸗

stummt. Suͤd⸗Amerika.

Curagao, 26. Juni. Die Stadt Maracaibo, welcher die Regierung von Neu⸗Granada alle Absatzwege fuͤr den inlaͤndi⸗ schen Handel abgeschnitten hat, fordert ihre Trennung von Ve⸗ nezuela. Ein Theil der Einwohner verlangt, daß sie fuͤr eine freie Stadt, wie Hamburg, erklaͤrt, ein anderer, daß sie mit Neu⸗Granada vereinigt wuͤrde, und ein dritter wuͤnscht eine Foͤ⸗ deral⸗Verfassung Columbiens. Eine ansehnliche Macht aus dem Inlande, zu Pferde und zu Fuß, hat sich formirt und ist vor den Thoren der Stadt erschienen. Der Statthalter Ramirez hat durch Bekanntmachungen vom 8ten und 10ten d. die Ein⸗ wohner zu den Waffen gerufen, um die Stadt zu verthetdigen, welchem Aufruf sie inzwischen nicht Folge leisten. Unterdessen zieht von immer mehr Orten in Venezuela Kriegsvolk hier her.

““ 1111“ Inlan d 116“ “““ v—“ Berlin, 2. Sept. Man schreibt aus dem Reg. Bez. Merse⸗ burg: „Unter den vier Baͤdern unsers Regierungs⸗Bezirks, Lauch⸗ staͤdt, Biebra, Halle und Koͤsen, hat Koͤsen auch in diesem Jahre die meisten Besucher gehabt. Lauchstaͤdt war in fruͤherer Zeit durch eine ausgewaͤhlte und zahl eiche Bade⸗Gesellschaft, dann durch die Anwesenheit Schiller’'s und Goethe's und durch die dramatischen Vorstellungen der Weimarischen Schauspieler ein sehr beruͤhmter Kurort. Biebra, einst die Fieber⸗- und Wunder⸗ quelle Thuͤringens genannt, bildete noch in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts einen Vereinigungspunkt wohlhabender Oeko. nomen und eines Theils des Thuͤringischen Adeis. Halle war als Badeort eigentlich nur waͤhrend der Westphaͤlschen Zwischenherr⸗ schaft bedeutend, da man der durch die Losreißung von Preußen an bedeutenden Vortheilen arm gewordenen Stadt eine neue Nahrungsquelle eroͤffnen wollte. Spaͤter als die genannten Badeorte ist Koͤsen in Ruf gekommen und seit einigen Jahren wegen sei⸗ ner schoͤnen Gegend und gesunden Luft, dann auch wegen der Heilkraft seiner Soolbaͤder, von Vielen besucht worden. Seine Umgebungen sind allerdings sehr lieblich, die fortgesetzten Ver⸗ schoͤnerunzen und neuen Anlagen verleihen dem anmuthigen Saalthale frische Reize und mannigfaltige Spaziergaͤnge, waͤhrend die sehr belebte Landstraße, an welcher ein Theil von Koͤsen gele⸗ en ist, einen angenehmen Kontrast mit der Stille des ländlichen Aufenthaltes bildet. So zaͤhlte man in den Sommermonaten v. J. nahe an 100 Familien aus Berlin, Magdeburg, Merse⸗ rg, Weimar, Sondershausen, Leipzig, Naumburg und ande⸗ en entfernteren oder naͤheren Orten, durch welche Koͤsen mit⸗ inter so angefuͤllt war, daß es an Unterkommen gebrach. Die neisten dieser Badegaͤste waren aus Leipzig. Unter den eigent⸗ ichen Bade⸗Anstalten fand besonders das Wellenbad, welches on der Salinen⸗Inspectton in diesem Jahre noch mehr vervoll⸗ ommnet war als fruͤher, sehr viele Besuche, und bewaͤhrte an Vielen eine wohlthätige Kraft. Bei der immer steigenden Frequenz verden auch die oͤrtlichen Bequemlichkeiten und Genuͤsse kuͤnftig ewiß noch besser bedacht werden, als es bis jetzt geschehen onnte, da in dieser Hinsicht Koͤsen dem Bade in Lauchstaͤdt, welches neben den Erinnerungen an eine glaͤnzende Zeit unserer Literatur auch in jener Beziehung einen seit langen Jahren be⸗ ruͤndeten Ruhm hat, noch sehr nachsteht. Mancher neue An⸗ au duͤrste wohl im nächsten Jahre stattfinden, so wie die in den Kriegsjahren 1806, 1812 und 1813 so oft erwaͤhnte Koͤsener Bruͤcke nach Wegreißung des an derselben befindlichen Floßhauses ine zweckmaͤßige Erweiterung erhalten wird.“

LE“ vi n I ües Meteorologische Beobachtung. 8 eh 1835. 1 Morgens Rachmittags Abends Nach einmaliger 1. September. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Ubr. Beobachtung. edark-Améöü mammn üæaseIMTr U 8

Lufidrubk 330,65" Par. 338,20“ Par. 338,90“„Par.] Quellwaͤrme 8,2° R. Luftwärme .. 7,0°R. 13,5 ° R. 7,6°0 R. Flußwärme 13,1 °R. Thaupunkt.. d0⸗ R. 8 8 8 ¾ 0 R. Bodenwärme 127° R. x söttigrn 2 p f Dunstsaättigung 92 v„Ct. 9 vCt. 75 v„Ct. gusdunszung 0001“ Rh.

Wetter heiter. beiter. beiter. O. O. Niederschlag 0.

Wolkenzug.. 8n O. Rachtkälte 5,3 °K. Tagesmittel: 337,94“„% Par. 9,4 °0 R 3,9 °R. 69 pCt.

Auswürtige Börsen.

““ Amsterdam, 28. August. Niederl. wirkl. Schuld 5à. 5 % do. 101 %. Ausg. Schuld —. Kanz-Bill. 24. A ½ % Amort. 93 ½. 3 ½ % 77 ½. RKuss. 99 ½. Cesterr. 99 ⅛. Preuss. Präm.-Scheine 104 ½. do. 4 % Anl. —. Span. 5 % 33 ¼. do. 3 % 20 3⅛., Sesg 1 Antwerpen, 27. August. 8Ses

Span. 5 % 33. Zinsl. 14 ½. Cortes 29. Coup. —. Neue

Aul. 39.

London, 29. August.

Cons. 3 % 89 ⅞. Belg. 100 ,¾½. Span. Cortes 41 ¼. Obl. 1834 38 ⁄. Zinsl. 11 ¼. Ausg. 17 ½. 2 % Holl. 23 %¾. do. 101 ⁄. 5 % Port. 861 H¼. do. 3 % 55 ½. Bras. 86 ½. 1 —. Columb. 31. Mex. 35 ¾. l'eru 27 ½

St. Petersburg, 26. August.

Hamburg 9216.. Lond. 101761 ½2. Silber-Kub. 357 ½. 5 % In. script. Ser. I. 102. Ser. III. u. IV. 101. 1 Wien, 28. August. 50 % Met. 1012 ⁄2. 4 % 98 2. Bank-Actien 1309. Neue Anl. 566 %⅞.

Koͤnigliche Schauspiele. Donnerstag, 3. Sept. Im Schauspielhause: Koͤnig Lear, Trauerspiel in 5 Abth., von Shakespeare, uͤbersetzt von Kaufmann. Freitag, 4. Sept. Im Schauspielhause: Zum erstenmale wiederholt: Die Rosenmäaͤdchen, komische Oper in 3 Abth., nach dem Franzoͤsischen des Théaulon, von Kotzebue. Musik von Lind⸗

paintner. Koͤnigstaͤdtisches Theater.

Donnerstag, 3. Säpt. Der Journalist, Original⸗Lustspiel in 1 Akt, von E. M. Oettinger. Hierauf: Die Seelenwanderung, oder: Der Schauspieler wider Willen auf eine andere Manier, Posse in 1 Akt, von A. v. Kotzebwe. Zum Beschluß: Die Selbstmoͤrder, Lustspiel in 1 Akt, frei nach dem Franz., von G. Harrys.

Neueste Nachrichten.

Paris, 27. Auguß. Der Koͤnig ist nach Fontainebleau

abgereist, wo er drei Tage zu bleiben denkt.

In der gestrigen Sitzung der Pairs⸗Kammer legte zunaͤchst der Großsiegelbewahrer den von der Deputirten⸗ Kammer bereits angenommenen Gesetz⸗Entwurf uͤber die Eroͤff⸗

nung eines Kredits von 300,000 Fr. zur Bestreitung der durch

die beiden Kirchen⸗Feiern am 5. und 6. August verursachten Kosten vor. An der Tagesordnung waren darauf die Berathun⸗ gen uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen des kuͤnftigen Verfahrens vor den Assisenhoͤfen. Die Artikel 1—7 wurden ohne irgend eine erhebliche Debatte angenommen. In der heutigen Sitzung ward die Debatte foregesetzt.

Man sagt, der Fuͤrst von Talleyrand werde in der Pairs⸗ Kammer gegen das neue Preß⸗Gesetz sprechen.

Die Deputirten⸗Kammer beschaͤftigte sich sowohl in ih⸗ rer gestrigen als auch in ihrer heutigen Sitzung mit dem 1. Artikel des neuen Preßgesetzes. Gestern ließen sich nament⸗

lich die Herren Jollivet, Agier und Hervé fuͤr, und die Herren Garnier⸗Pageès, Pagés (vom Arriêge⸗Dept.) und Nicod wider den 1. Artikel vernehmen, worauf der Bericht⸗ jetzt den Namen „National⸗Miliz“”“ angenommen.

erstatter Herr Sauzet die Debatte zusammenfaßte, und bei den Antraͤgen der Kommission beharrte. In der heutigen Si⸗ tzung kamen die verschiedenen Amendements zu dem 1. Artikel an die Reihe. Herr Leyraud entwickelte ein Amendement, wonach eine ohne Folgen gebliebene Provocation nur mit einer Gefaͤng⸗ nißstrafe von zwei bis zehn Jahren, mit einer Geldbuße von 6 bis 30,000 Francs und der ganzen oder theilweisen In⸗ terdiction der in dem Art. 42 des Straf⸗Gesetz⸗Buches ange⸗ fuͤhrten Rechte waͤhrend der Dauer der Strafe, und dann einer weiteren, gleich großen Zeit, bestraft werden sollte; dem Pairs⸗ hof sollten nur die Provocationen, die nicht ohne Folgen gewe⸗ sen, zugewiesen werden. Das Amendement wurde verwor⸗ fen. Es wurde dann uͤber den Art. 1 der Kommission ab⸗ gestimmt und derselbe angenommen, eben so der Art. 2 nach einer Diskussion, an der die Herren Teste, Laurence, Moreau, Vivien, Thiers und C. Dupin theilnahmen. Dieser Artikel der Kommission erklaͤrt die gegen den Koͤnig ge⸗ richtete Beleidigung, wenn sie den Zweck hat, zum Hasse oder zur Verachtung seiner Person oder seiner verfassungsmäßigen Au⸗ toritaͤt aufzureizen, fuͤr ein Attentat gegen die Sicherheit des Staats. dee Artikel 3, 4 und 5 wurden ohne Weiteres geneh⸗ migt. Die Baͤnke auf der Linken wurden immer leerer. Nach und nach entfernten sich, da sie sahen, daß sie doch nichts auszu⸗ richten vermochten, die Herren Arago, Dupin, Odi— lon-Barrot, Laffitte, Salverte, Havin, Nicod, Mauguin u. s. w. Etwa nur 30 Deputirten auf der Linken hielten aus. Die Centra verwarfen alle Amendemenrs. Herr von Sade bemerkte, es sey zwar seine Absicht gewesen, uͤber den Artikel 6. zu reden; allein er moͤge nicht das rasche Verfahren der Centra verzoͤgern. Im Centrum: „Reden Sie nur!“ Herr von Sade: „Nein, nein!“ Er prolestirte gegen das Gesetz und setzte sich nieder. Herr Janvier hielt uͤber den Artikel 6 eine Rede, ohne jedoch Aufmerksamkeit bei der Kammer zu sfinden. Um 4 ½ Uhr wäͤhrte die hs⸗ noch fort.

General Sebastiani soll nach dem National seines Bot⸗ schafterpostens am Londoner Hofe definitiv entsetzt seyn. (Die Londoner Blaͤtter widersprechen jetzt diesem zuerst von ihnen ver⸗ breiteten Geruͤcht.)

Graf Henry von Sercey, Adjutant des Marschalls Gérard, ist gestern von St. Petersburg mit Depeschen fuͤr die Regierung hier eingetroffen.

Die Koͤnigliche Akademie der Arznei⸗Wissenschaften zu Pa⸗ ris hat den beruͤhmten Chemiker, Professor Dr. Doͤbereiner zu Jena, zu ihrem Ehren⸗Mitglied ernannt.

Der „Conservateur“, ein legitimistisches Wochenblatt, ist dem

Beisviele des „Figaro“ gefolgt. Er hoͤrt zu erscheinen auf, ohne

einmal die definitive Annahme des Preß⸗Gesetzes abzuwarten.

Die Instruction des Prozesses Fieschi's ist bei weitem noch nicht beendigt. Im Verlaufe der letzten Woche hat er fuͤnf Verhoͤre bestanden. Ein Schneider⸗Expert hat den Auftrag er⸗ halten, Fieschi's Kleider aufzutrennen und uͤberall, selbst in den Knoͤpfen, nachzusuchen, ob nicht irgendwo Papiere verborgen waͤ⸗ ren. Vorgestern sind die Herren Maupas und Louderc, Buͤreau⸗ diener der Deputirten⸗Kammer und insbesondere mit dem Dienst

auf der Journalisten⸗Tribuͤne beauftragt, mit Fieschi konfrontirt worden; sie haben ausgesagt, daß sie in ihm den Kommissionair

des Journals „la Revolution“ wieder erkennen.

In Auch sind 10090 Freiwillige fuͤr die Armee der Koͤni⸗ gin Christine durchgekommen.

Im Journal des Débats liest man: „Berichte aus Bayonne vom 22sten melden, daß die Portugiesischen Huͤlfs⸗ Truppen in der Gegend von Zamora in Spanien eingeruͤckt sind Sie sind 12 Bataillone Infanterie und 1000 Reiter stark. Sie fuͤhren drei Artillerie⸗Batterieen mit sich.“ Der Indicateur de Bordeaux vom sten bestaͤtigt diese Nachricht.

Die Englische Legion hat von St. Sebastian, Bilbao, San⸗ tona und Santander Besitz genommen. Von diesen 4 Punkten aus wird sie ihre Operationen beginnen.

Aus Toulon wird vom 22sten d. geschrieben, daß die Fremden⸗Legion, die Palma am lAten verlassen, am 16ten im Hafen von Tarragona angelangt ist. Sie wurde am Tage dar⸗ auf unter dem Rufe der Einwohner: „Es lebe die Freiheit!“ ans Land gesetzt.

Nach Berichten aus Barcelona vom 18ten d. hat dis

Junta aus ihrer Mitte eine Kommission ernannt, um einen A,

tikel des Manifestes der Insurrection, uͤber die Reinigung de Aemter und die Ernennung neuer Beamten in Ausfuͤhrung zu brin gen. Diese Maßregel, die allen Partethaß und Ehrgeiz weckt, hat vic Zwist und Laͤrm in Barcelona veranlaßt. Der Gemeinderatz von Mataro hat sich mit den Akten des Gemeinderaths in der Hauptstadt Cataloniens einverstanden erklart und zwei De⸗ putirto dorthin abgeschickt, die sich der berathenden Junta an⸗ schließen sollen. Ein Dampfschiff brachte am 7. d. 3000 Gewehr⸗ nach Barcelona. In jedem der 24 Stadtviertel Barcelona's n ir) eine Compagnie Sectionaire gebildet, deren Gesammtzahl sich auf 4090 belaufen wird. Sie sind zum Dienste in der Stadt bestimmt, um zugleich den Despotismus und die Anarchte 1 bekaͤmpfen. Die Offiziere, Sergeanten und Korporale werden von den Soldaten ernannt. Um die beduͤrftigen Milizen fi den Verlust ihrer Zeit zu entschaͤdigen, sind mehr oder wengn freiwillige Subscriptionen eroͤffnet worden; es sind sedech erst 15,000 Fr. zusammengekommen. Die Stadt, Miliz ham

Aus Madrid vom 19. August schreibt man: „Die Ruhe ist wieder hergestellt; und nach den energischen Vorsichtsmaßre⸗ gein, welche die Behoͤrde getroffen hat, ist eine neue Stoͤrung sehr zweifelhaft. Die Regierung hat eine imposante Haltung angenom⸗

men. Starke Patrouillen durchziehen alle Viertel der Hauptstadt,

Von allen Seiten treffen Verstaͤrkungen ein. Von Ildefonso sind 500 Maun angekommen. Truppen von Toledo wurden erwartet und wie man uns versichert, ist dem Ober⸗General der Reserve⸗Armer der Befehl zugeschickt worden, eine Division von 4000 Mann nach Madrid abzusenden. Zu bemerken ist, daß sich die Sirenge der Regierung zuerst gegen die Presse gerichtet hat. Das „Ew del Comercio“ ist unterdruͤckt; morgen, heißt es, wird auch de „Revista“ auf hoͤheren Befehl nicht mehr erscheinen. De Journale wurden nicht bloß in ihren materiellen Inter⸗ essen angegriffen, sondern auch die Redacteure mehrere periodischen Blaͤtter verhaftet. Unter Anderen nennt man den Deputirten Acala Galtano, Redacteur der Revist Mensagero“, und den Deputirten Firmin Caballero, Redacteu⸗ des „Eco del Comercio“. Der Erstere wurde in seiner Woh⸗ nung um 4 Uhr Morgens verhaftet und in das Gefaͤngniß e Corte gebracht. Doch sie sind nicht die einzigen Maͤnner vog Ansehen, die eingezogen wurden. Ein gleiches Schicksal traf die Deputirten Tacomincha Isturiz (wegen eines Schreibens in der „Revista“h, de Las Navas, den Herrn Sauz, Kommay danten des ersten Bataillons der Stadt⸗Miliz, den Genen Quiroga und noch mehrere Andere.“

Am Schlusse der heutigen Boͤrse trat eine kleine React ein; es hieß, der Artikel 1 des Preß Gesetzes waͤre mu mit einer sehr schwachen Majoriraͤt angenommen worden. D Briefe aus London, welche eine baldige Aenderung des Ministe riums voraussehen lassen, haben ebenfalls das Steigen der Fonde verhindert. Die Boͤrse war von den. Angelegenheiten der De putirten⸗Kammer ganz in Anspruch genommen, und nur weng sprach man von den Nachrichten aus Spanien. Es soll ei Courier aus Madrid mit guͤnstigen Nachrichten vom 20sten ein⸗ getroffen seyn.

Heute schloß 5proc. Rente 109. 35. 3proc. 79. ö5proc. Neap. 97. 5. 5proc. Span. 33 ½. 3proc. 22 ½. Cortal 32 ⅛. Ausg. Schuld 13 ½. 3proc. Port. 56 ½. 4th 8

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Redacteur Cotte! 28 Gedruckt bei A. W. Havn.

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8 9 2 —6, 1 —₰ 9 1“ 2 1 Die im Jahre 1764 im Breisgau geborne Catha⸗ ausgeschlossen zu werden, geladen, sich

Alllgemeiner Anzeiger fuͤr di

ffuͤr allemal angedrohten Nachtheile mit ihren ver⸗ smeintlichen Forderungen und Anspruͤchen fuͤr immer

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e Preußischen Staaten.

lvermeinen, bhiermit peremtorie und unter dem ein Landgüter jeglicher Gröfse quellen. Fortsetzung des ersten Abschnittes. III. L9 B E kanntmachungen. w bis zum Werthe von cg Million Thaler, die sich teratur. 1) Die Feldzuge von 1799 in Italien um

in bestem Cultur-Zastande befinden, bedentende der Schweiz. Hinterlassenes Werk des Gen. Kar Forsten, feine Schaafheerden etc, etc. etc. und sehrsvon Clausewitz. 2 Thle. Berlin, 1833. (Schluß

rina, angeblich verwittwete Laylie, welche seit Mi⸗ am Donnerstage, den 12. Novemberd. J., schöne Wohn- und Wirthschafts-Gebäude haben, zu 2) Militaic⸗Geographie von Europa. In Tabellen,

chaelis 1895 als Castellauin auf dem Schlosse zu Wedendorf conditionirt und seit einem Jahre als Vensionistin zu Bernstorff gewohnt, ist am 10ten v. M ohne Hinterlassung letztwilliger Disposition mit Tode abgegangen, und ist ihr Nachlaß sofort durch Verstegelung und Inventur sicher gestellt. So viel zu bescheinigen.

jenige eines andern von ihr in Bamberg am 7. Juli 1798 gebornen Sohnes, Namens Carl Sigisward

Bevollmaͤchtigte zu stizen Anspeuͤche an den fraglichen Nachlaß anzumel⸗ jede gewünschte Auskunft kostenfrei zu ertheilen. Der Preis dieses Jahrgangs ist wie bisher Ach

den, zugleich aber auch sofort rechtlicher Art nach, Breslau, den 18. August 1835.

Vormittags 10 Uhr, auf dem Hofe zu Wedendorfden heutigen Conjuncturen angemessenen Preisen von Franz Ritter v. Rudtorsser, K. K. Oberst-⸗Lien⸗ entwedee in Person oder durch genugsam legitimirte a. gegen mälsige Anzahlung zum Verkauf übertragen. tenant von Graf Baillet de Latour Infanterie. .

gestellen und ihre Erb⸗ oder son⸗ Iierauf Reflektirenden sind wir sehr gern bereit, Heft, Prag 1835 V. Neueste Militair⸗Veraͤnderung

Anton rahlie, welcher als Soldat in Koͤnigl. Grie

chischen Diensten am 17. Juli 1834 zu Nauplia ver⸗ Güter-Verkaufs-Anzeige,

Thlr. Saͤchs., um welchen auch die fruͤhern Jah gaͤnge von 1818 angefangen, noch zu beziehen slh⸗

dem Gerichte bekannt geworden, hat die desnncta“ Signatum Wedendorf, im Großherzogthum Meck. 11111“— Seee S ns a Wer die ganze Reihe von 1818 bis 1834 auf Einnul

einen am 30 Januar 1794 zu Wabern im Hessischen lenburg Schwerin, am 17. gebornen Sohn, Carl Joseph Lahylie, binterlassen, Graͤflich von Bernstorffsches Patrimonial⸗ mindestens dessen Tod nicht so constatirt wie der⸗ Gericht hieselbst. ner- vneæ axHmxnr xvwxaxd.Haeeeanrs J. G. H eu b ner,

I Ebert, Zune —giterarische Anzeigen.

aonimmt, erhalt dieselben um wohlfeiler.

9 5 2* 1 August 1835. (im alten Rathhause). Wien, den 30. Juni 1835.

Buchhaͤndler.

Bei L. Oehmigke in Berlin erschien so eben.

Oesterreichisch⸗militairische Zeitschrift 1835.]Der Schulfreund Nr. 8 u. 9. Inhalt: Pa

storven ist. In der Nähe von Breslau, so wie ins Hirschberg- Sechstes Heft. Berlinische Schulwesen. Bitte an den Schul⸗ Liegnitzschen, SchweidnitzZschen Dieses Heft ist so eben erschienen und an alle freund (aus Stettin), nebst Antwort. Be⸗

Gerichtswegen werden demnach alle diejenigen, schen, Jauerschen, welche aus Srorecht, Schuld oder sonst irgend einem und Reichenbachschen Kreise, in der Gralschaft Buchhandlungen versendet worden: Glatz, als auch in den andern fruchtbarsten Gegen] Inhalt: 1. Der Feldzug von Waterloo 1815. Berlins Gewerbeschulen. Gesetz uͤber

1b Italien, Inner⸗ Elementarschulswesen in Sachsen vom 6. Jun

ch und Tyrol. Nach oͤsterreich!

gedenkoaren Grunde Forderungen und Anspruͤche an

den Nachlaß der oberwaͤhnten in Bernstorff ver⸗ den Ober- und Nied „Schlezi 8 1,m. II. 797 in zwedenen pensionirten Eaßellanta Lablie zu haben senden Bioriozen aind nne. ”iens und den angfen. (,n109,) e Der SeLeus z⸗

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Berlin, Freitag den 4ten September

fakultative Geri nun als verfassu Man hat gesagt, den 28sten Artikel falsch auslege, Charte, sondern auch gegen die 1 Keiner dieser ein Vergehen in ein Verbrechen ve Praͤsident hat uns gesagt, hin erstrecke; aber man ha grausame Beschuldigung

Pfeil zugesendet, indem m die Vernunft dadurch zu suͤndigen, Worte und Schriften anwendeten,

Thatsachen anwenden lasse. von der Provocation. Verbrechen, wenn sie auch nicht vor bietet denselben Grad von absichtlicher berische Handlung darau it mehr oder weniger groͤßeren oder geringeren Gefahr der leitende Faden eines Komplott weil die Anreizung keinen Aufru deshalb die Thatsache als uns von einer Wirkung begleitete Anrei gemeines Verbrechen und nicht mehr ei Anreizung ohne erfolgte Wirkun keit erblicken, welche a Zuchtpolizei⸗Gerich daß derjenige, welcher anreizt, w

chtsbarkeit des Pairshofes gehoͤren. Dieser Artikel ist gswidrig und unpolitisch lebhaft angegriffen worden. Artikel der Charte verletze und und daß er nicht allein gegen die Vernunft und Menschlichkeit ver⸗ Koͤnnen Sie nicht Unser ehrxenwerther daß die gesetzgebende Gewalt sich bis da⸗ t uns dieses Zugestaͤndniß nicht ohne eine Man hat uns einen scharfen lagt, gegen die Menschheit und daß wir eine Definition auf welche sich nur auf materielle Es handelt sich in dem ersten Artikel die Herausforderung zu einem Wirkung begleitet ist, Treulosigkeit dar, als wenn Aber das Ge⸗ ie nachdem die Gesell⸗ ausgesetzt gewesen ist. es nicht entdeckt wor⸗ hr zur Folge gehabt chuldig betrachtet werden? zung ist, so sagt man, ein n Preß⸗Vergehen. kung solle man bloß eine Unvorsichtig⸗ Ulerdings strafbar sey, äber nur durch das t bestraft werden muͤsse. Die Wahrheit ist aber, enn das Attentat wirklich als Theilnehmer an demselben bestraft wird. Er Offenbar weil er herausgefordert herausgefordert hat, so ist die und das Verbrechen Man hat

Amtliche Nachrichten. 8 Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben die bei dem hiesig ericht fungirenden Kammergerichts⸗Assessoren Dr. Jacobi und aͤlligen zu Justiz⸗Raͤthen zu ernennen geruht.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Steuer⸗Empfaͤnger

Titze zu Gnadenfrey das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen

daß er den 6gsten

gegruͤndet.

Vorwuͤrfe ist rwandeln?

an uns ank

Der Notariats⸗Kandidat Karl Friedrich Griesenbeck ist zum Notar im Friedensgerichts Bezirke Geldern, Landgerichts⸗ Bezirks Kleve, mit Anweisung seines Wohnorts in Kevelaer, er⸗ nannt worden.

Dem Besitzer des Kupfer⸗- und Eisen⸗Vitriol⸗Werks zu Sterner⸗Huͤtte, Christian Rhodius, ist unterm 31. August 1835 ein Patent

auf die Darstellung der Schwefelsaͤure aus Zinkblende in dem durch Beschreibung und Zeichnung erlaͤuterten Roͤst-Ofen, ohne Jemand in der Anwendung bekann⸗ ter Verfahrungsweisen zu behindern, Jahre, von jenem Termin an, und fuͤr den Umfang Monarchie ertheilt worden.

Meine Herren,

eine verbrech setz straft m schaft einer Weil jedoch

s gefolgt waͤre.

stattgefunden hat, ist Mitschuldiger, hat. Wenn er nun mittelst der P Presse das Werkzeug der Provocation der Provocation ist in diesem Falle ein Preß⸗ uns gesagt, wenn die Auff! gen gewesen sey, so muͤsse bestrafen, weil nichts unsicherer, als der Zusammenhang, ausgefuͤhrten Verbrechen stehe; Unsicherheit, diese Schwierigkeit das Attentat wirklich in Ausfuͤhrung gekomme Eigenthuͤmlichkeiten der Preß⸗Verbrechen, gkeiten, zu denen sie aufgeru st es nun auch wohl wahr, daß es etwas zur Ermordung des Oberhauptes der inen Erfolg gehabt hat, als ein Ver⸗ m. H., denn das Straf⸗Gesetzbuch vom nnung die bloße Aufforderung zu dem vorhergesehenen Verbrechen. an die Stelle der Verbannung 1 das Straf⸗Gesetzbuch vom zirt; die vorerwaͤhnte Aufforderung wurde nur bezeichnet, und nur als ein solches bestraft. Presse wohl das, was sie jetzt ist? Nein, gewiß nicht. ter der Kaiserlichen Regierung mit rung die Strafe der Verbannung stan trieben finden, daß wir dieselbe jetzt, Presse, als Attentat bezeichnet haben. daß jene Aufforderung ein Verbrechen s ein Recht habe, si aber, sagt man, wir koͤnnten es nicht thun, ohne alle Classificationen des Straf⸗Gesetzbu Straf⸗Gesetzbuch, meine Herren, tentats gegen die Sicherheit des Staates, ob keln 92, 93 und 94 eine gewisse Anza auf die Sie unbedenklich jene Pairshofe uͤberweisen wuͤrden. daß die Preß⸗Vergehen in de Warum sagt sie das? nur von Verbrechen Kenntniß nimmt. den ihr als politische Vergehen zugewiese denn wenn die Presse sich Sch Uebertretung der Stempel⸗Ges⸗ laͤßt, so wird sie vor die gewoͤhnlichen alsdann das Vergehen nichts Politische Preß⸗Vergehen und Verbrechen der Ihnen noch der 28ste Artikel der C welchen alle Attentate gegen die S Kammer zugetheilt werden.

Angekommen: Der Herzoglich Braunschweigische Gene⸗ ral⸗Major von Schrader, von Braunschweig. Abgereist: Der Koͤniglich Großbritanische General, Pair von England, Herzog von Gordon, nach Liegnitz. Der Kaiserlich Russische Ober⸗Stallmeister, Fuͤrst Basil oruki, nach Kalisch.

und warum?

Vergehen. orderung durch die Presse von keinen Fol⸗ sie mit Sanftmuth, mit Nachsicht nichts schwieriger zu beweisen sey, Aufforderung mit dem nicht aber vergessen Sie nicht, daß diese uch stattfindet, wenn Es ist eine der daß ihre Verbindung mit den fen haben, so schwer zu be⸗

in welchem die des Beweises a

Gewaltthaͤti weisen ist.

ist, wenn die Aufforderung Regierung, sofern sie auch ke brechen bestraft wird? Nein, Jahre 1810 straft mit Verba durch die Artikel 86 und 87 1815 wurde die Deportation Im J. 1819 wurde

ganz neues

Odessa, 14. August. Der General⸗Adjutant Sr. M staͤt des Kaisers und Gehuͤlfe des Ministers des Innern, G Strogonoff, ist am 9ten d. hier angekommen und gestern auf

dem Dampfboot „Gromonosets“ nach Konstantinopel abgegangen. August. Aus Ka

Jahre 1810 modifi⸗ noch als Vergehen Aber war damals die Wenn un⸗ der Censur auf jene Aufforde⸗ d, so wird man es nicht uͤber⸗ bei der unerhoͤrten Frechheit der Man hat uns zugestanden, ey, daß die gesetzgebende zu bezeichnen; ohne alle Definitionen, zbuches zu verfaͤlschen. Das kennt keine Classification des At⸗ gleich es in den Arti⸗ hl von Verbrechen voraussieht, Benennung anwenden und sie dem Der 6gste Artikel der Charte sagt, r Folge der Jury zugewiesen werden Weil im gemeinen

Warschau, 30 isch vom 27. d. schreibt man: „Am 22. d. befanden sich Se. Majestaͤt der Kaiser bei dem in der Naͤhe des Dorfes Kokanin stattgefundenen Schieß⸗Exerci⸗ tium der ganzen regulairen und irregulairen Kavallerie und der reitenden Artillerie. Am 23. um 8 Uhr Morgens wohnten Se. Kaiserliche Majestaͤt dem Gottesdienste in der Feldkirche der 8ten Division bei, worauf Allerhoͤchstdieselben sich zur Parade begaben und von saͤmmtlichen Kavallerie⸗Regimentern die Ordonnanzen an⸗ zunehmen geruhten. Um 2 Uhr des Nachmittags hatten die hoͤhern Beamten der Kalischer Wojewodschaft das Gluͤck, Sr. Majestaͤt Um 3 Uhr des Nachmittags wurden alle Generale und kommandirende Staabs⸗Offiziere mit einer Einladung Am 24sten des Nachmittags war in

llerhoͤchster Gegenwart Sr. Maäjestaͤt Uebung der Isten Bri⸗ gade der 3ten leichten Kavallerie⸗Division. Um 5 Uhr des Nach⸗ mittags befanden sich Se. Kaiserl. Majestaͤt bei der Divisions⸗ Uebung der 8ten Infanterie⸗Division. Vorgestern von 9 Uhr Morgens an ließen Se. Kaiserl. Majestaͤt die in der Umgegend von Kalisch befindlichen Truppen manoͤvriren. fing bei dem Dorfe Kokanin an und endigte gegen 2 Uhr des Nachmittags in der Vorstadt von Kalisch. Heute um Mitter⸗ nacht langte Se. Kaiserl. Hoheit der Großfuͤrst witsch hier an.“

ein solches

vorgestellt zu werden.

ur Kaiserl. Tafel beehrt.

Rechte die Jury Preß⸗Vergehen wer⸗ 1 n, und nicht anders; maͤhungen gegen Privat⸗Personen, etze u. s. w. zu Schulden kommen Gerichtshoͤfe gezogen, weil Aber nachdem die Jury uͤbergeben worden, bleibt Charte zu beruͤcksichtigen, durch ie Sicherheit des Staates der Pairs⸗

Hier, meine Herren, koͤnnte ich schwei⸗ spricht, und die Charte ist fuͤr mich ich freue mich der Gelegenheit, es sagen alle denklichen oder moͤglichen Umstaͤnde (Bewegung auf der Minister⸗Bank.) Der Redner nachdem er gesagt hatte, daß er der der Pairs⸗Kammer eine große Lobrede, und em Vertrauen auf ihre Unparteilichkeit die Attentate gegen die Sicherheit des Staates zuweisen wuͤrde. Presse“, sagte er, „sind wahrhafte Attentate, 28. Art. der Charte gemaͤß, einer Gerichtsbarkeit zugewiesen werden. ammer, und zu ihr muß das Land in dem fahr seine Zuflucht nehmen, ihr muͤssen uns vor den Ausbruͤchen zuͤgelloser Par⸗ Denn, m. H., Sie wollen doch wohl nicht laͤn⸗ hrt sehen, den Sie aufgerichtet haben, nicht läͤn⸗ die Sie gegruͤndet

Das Manoͤver Michael Pawlo⸗

Frankreich. 8 Sitzung vom 26. August. Der erste Redner, der in dieser Sitzung zu Gunsten des sten Artikels des Preß⸗Gesetz⸗Entwurfes auftrat, war Herr Jollivet. Er beschraͤnkte sich im Wesentlichen darauf, Auszuͤge aus dem „Corsaire“, dem „Charivari“, dem „Roformateur“ und der „Quotidienne“ vorzulesen, um zu zeigen, wie unschicklich, ja em⸗ poͤrend der Ton dieser Blaͤtter sogar unmittelbar nach dem Atten⸗ tate gegen das Leben des Koͤnigs gewesen sey, und fand darin inreichenden Grund, die in dem Isten Artikel bezeichneten Preß⸗

ergehen der Pairs-Kammer zu uͤberweisen. Pagds erwiederte darauf, daß von den Verfassern der Artikel, die man so eben angefuͤhrt habe, der groͤßte Theil verhaftet, aber von der Instructions⸗Kommission des Pairshofes wieder auf freien Fuß gesetzt worden sey; man habe also doch wahrscheinlich nicht gefunden, daß sie schuldig waͤren. Nachdem sich hierauf noch die (bereits gestern erwaͤhnten) Redner theils fuͤr, theils gegen den 1sten Artikel hatten vernehmen lassen, bestieg Herr Sauzet in seiner Eigenschaft als Berichterstatter der Kommission die Rednerbuͤhne, und faßte die Debatte etwa in folgender Weise zusammen:

Deputirten⸗Kammer. etwas Heiliges, etwas zu koͤnnen etwas uͤber Erhabenes.“ hielt hierauf, meinen keinesweges mißtraue,

erklaͤrte, daß er ihr mit voll

Jury im Allge⸗

„Gewisse Vergrhen der und diese Attentate soll hohen, bestaͤndigen und starken Eine solche ist die Pairs⸗K Augenblicke wirklicher Ge⸗ ge uͤvertragen,

Herr Garnier—

wir die Sor teien zu schuͤtzen.

ger den Thron ente Gesellschaft,

des Unterganges Preis erwaͤhlter Koͤnig eben so sehr geachtet we Sie werden dem auf uns blickende daß das Juli⸗Volk eben so wohl seine verkannt fen, als seine eroberten Institutionen zu ver fall.) Der Redner, zu den Vorwuͤrfen soͤnlich gemacht worden, erklaͤrte,

der Gefahr

rden muͤsse, als ein n Europa beweisen, en Rechte zu bestra— theidigen weiß.“ (Bei⸗ bergehend, die ihm im daß er keine

es gesche⸗

tzen, wenn rief Herr Sauzet statter der Kommission er⸗ niedergesetzt ng abzuge⸗ Aufrichtigkeit entledigt: en Parteien zu Gefallen . darauf bin ich gefaßt; ich ich werde ihnen zu trotzen wissen. und werde stets in meinem Gewissen die Rechtfertigung meiner Handlungen finden. Vielleicht werden

Laufe der Debatte per Thatsache seines politischen fruͤher Maßregeln der Maͤ hen, weil er geglaubt, wesen waͤren. Er sich die Umstaͤnde nicht geaͤndert haͤtten. „Ja“, aus, „ich bin stolz 1S zum Berichter zu eyn, hatte, um freimuͤthig und gewissenhaft ihre Meinu ben. Ich habe mich meines Auftrages mit ich werde nie weder der Regierung noch d Ich setze mich dem Hasse aus, ziehe mir Ungerechtigkeiten zu, Ich habe meine Pflicht gethan,

„die Kommission hat seit Eroͤffnung dieser ernsten und Erbrterung ihr Stillschweigen noch nicht gebrochen: und such wird sich die Kammer erinnern, daß mehr als einmal harte Varte gegen sie gerichtet wurden.

jeht nicht antworten, sondern dazu e Wenn ein ausgezeichneter

Lebens zu vertheidigen habe. ßigung unterstuͤtzt habe, so sey daß sie damals nuͤtzlich und zurei

Auf viele derselben werde ich wuͤrde dieselben auch jetzt noch unterstuͤ

inen guͤnstigeren Moment ab⸗ Rechtsgelehrter uns auf dieser daß wir es auf Verletzung der Charte abgesehen, t den Muth, in einem solchen Augenblick mich auf und so hohe Interessen mit kleinlichen, e Vertheidigung, m. der unsere Achtung vor Der 1ste Artikel faßt den ganzen Gedanken

Er verwandelt gewisse P war in Verbrechen gegen die Sich und erklaͤrt dadurch allein schon,

üͤhne anklagt so habe ich nich undere Vorwuͤrf versoönlichen Interessen zu ve iegt in dem Gesetz⸗Entwurfe selbst,

e einzulassen,

er Charte bekundet. des Gesetzes zusammen. erbrechen, und z

reß⸗Vergehen in

mir in einer Stadt, die zweimal durch die verbrecherischen Aus⸗ schweifungen der Presse das Blut in ihren Straßen hat fließen se⸗ hen, einige Segnungen zu Theil werden. Ich werde dann freudig als Advokat wieder die mir anvertrauten Interessen vertheidigen, nachdem ich mit gaͤnzlicher Hingebung die gebeiligteren des ganzen Landes vertheidigt habe.“ (Lebhafter und anhaltender Beifall.)

Paris, 28. August. Der Koͤnig hat sich gestern Mittag, in Begleitung des Barons Athalin und des Grafen von Mon⸗ talivet, nach Fontainebleau begeben. 1

In der gestrigen Sitzung der Pairs⸗Kammer erfolgte noch die Annahme des Gesetz⸗Entwurfes uͤber das Verfahren vor den Assisenhoͤfen mit 81 gegen 20 Stimmen. Saͤmmtliche in Antrag gebrachte Amendements wurden verworfen. Die Ver⸗ sammlung beschaͤftigte sich sodann mit dem Gesetz⸗Entwurfe we⸗ gen eines Kredits von 500,000 Fr. fuͤr die von der Cholera heimgesuchten Departements; derselbe wurde einstimmig geneh⸗ migt. Endlich ging auch noch der Gesetz⸗Entwurf wegen eines Zuschusses von 122,300 Fr. zu dem diesjaͤhrigen Budget der Deputirten⸗Kammer ohne Weiteres mit 85 Stimmen gegen 1 durch. Die Versammlung vertagte sich sodann bis zum Sonn⸗ abend (29sten), wo der Kommissions⸗Bericht uͤber den Gesetz⸗Ent⸗ wurf wegen der Geschwornen abgestattet werden wird.

In der Deputirten⸗Kammer wurden gestern die Be⸗ rathungen uͤber das neue Preß⸗Gesetz bis zum 12. Artikel, mit welchem der erste Titel schließt, fortgesetzt. Saͤmmtliche Amen⸗ dements, mit Ausnahme der von der Kommission beantragten, wurden verworfen. Der zweite Titel handelt von den verant⸗ wortlichen Herausgebern der Zeitungen. Herr von Salvandy bemerkte, daß in Bezug auf die von den Zeitungen zu stellende Caution eine große Menge von Amendements eingebracht wor⸗ den waͤren, mit deren Pruͤfung die Kommission sich noch zu beschaͤftigen habe; er trug demnach darauf an, die Fortsetzung der Debatte bis zum folgenden Tage auszusetzen. Letzteres ge⸗ schah. In der heutigen Sitzung, zu der sich nur sehr wenige Oppositions⸗Mitglieder eingefunden hatten, berichtete Herr Sauzet uͤber die eben erwaͤhnten Amendements. Er be⸗ merkte, die Majoritaͤt der Kommission sey der Meinung gewesen, daß man dem neuen Preß⸗Gesetze doch nicht einen allzu praͤven⸗ tiven Charakter geben duͤrse, daß aber eine zu bedeutende Erhoͤ⸗ hung der zu leistenden Caution leicht die Departemental⸗Presse der Pariser Presse unterordnen und somit gewissermaßen eine Aristokratie im Zeitungswesen herbeifuͤhren koͤnnte; im Uebrigen muͤsse man sich auch huͤten, mit der anticonstitutionnellen Presse zugleich auch diejenige zu strafen, die den Kreis der Verfassung bisher nicht uͤberschritten habe; aus diesen Gruͤnden stimme die Kommission dafuͤr, daß man die Cautions⸗Summe fuͤr die Pa⸗ riser Tages⸗Blaͤtter nur auf 120,000 Fr. festsetze, daß man sie dagegen fuͤr die Provinzial⸗Blaͤtter noch ermaͤßige und den bisherigen Satz auf feststelle, dergestalt, daß in den Staͤdten von 50,000 Seelen und daruͤber (mit Ausnahme des Seine⸗, des Seine und Oise⸗ und des Seine⸗ und Marne⸗Departements) die Caution nur 30,000 Fr., und fuͤr Staͤdte von weniger als 50,000 Einwohnern nur 18,000 Fr., von allen Zeitungen der Provinz aber, die nicht taͤglich erschie⸗ nen, nur resp. 15,000 und 9000 Fr. betruͤge. Diese Antraͤge waren die Veranlassung, daß noch einmal uͤber das ganze Gesetz diskutirt wurde. Die Herren von Bricqueville und von Tracy beschuldigten die Minister, daß sie durch ihr Gesetz die Charte verletzten, waͤhrend die Herren Guizot und Thiers sich gegen diesen Vorwurf zu verwahren suchten. Bei dem Ab. gange der Post befand sich Herr Odilon⸗Barrot auf der Rednerbuͤhne, um dem Minister des Innern zu antworten.

Die Aufregung, welche die unveraͤnderte Annahme des er⸗ sten Titels des Preß⸗Gesetzes, wie derselbe von der Kommissien amendirt worden, unter der hiesigen Presse hervorgebracht hat, ergiebt sich am besten aus folgenden Auszuͤgen aus einigen der bedeutendsten Oppositions⸗Blaͤtter. Der Temps außert sich daruͤber folgendermaßen: „Gleichsam im Fluge, und mit gleichen Fuͤßen uͤber alle vorgeschlagene Amendements hinwegspringend, hat die Deputirten⸗Kammer gestern die zwoͤlf ersten Artikel des Gesetzes wider die Preß⸗Freiheit votirt. Einhundert und funfzig Mitglieder der Opposition, d. h. die eigentliche Linke, der ehemalige tiers-parti und einige einzelne Mitglieder des Centrums, haben bei der Abstimmung durch Aufstehen und Sitzenbleiben gegen den ersten Artikel des Gesetz⸗Entwurfs votirt, welcher die Jurisdiction uͤber die Presse den Geschworenen theilweise entzieht und sie der Pairie uͤbertraͤgt. Etwa zweihundert Deputirte haben fuͤr jenen Artikel gestimmt. Unter den Ersteren haben wir die nach⸗ stehenden Maͤnner bemerkt, deren Namen wir publiziren, damit die Nation dieselben in dankbarer Erinnerung aufbewahre: Royer⸗Collard, Lepelletter⸗d'Aulnav, Jars, Schonen, Passyp, Etienne, Bérenger, Lamartine, C. Dupin; sie haben dieses Mal der Regierung, der sie so lange als Stuͤtzen gedient, den Ruͤcken kehrend, mit Dupont, Laffitte, Odilon⸗Barrot, Sade, Sal⸗ verte, Arago, Bignon, Comte, Lafayette, Nicod u. s. w. gegen den freiheitmoͤrderischen Entwurf gestimmt. Der ehrenwerthe Praͤsident der Kammer, Herr Dupin, hat das Gewicht seiner Abstimmung der gewissenhaften Rede beigesellt, mit welcher er vorgestern den Antrag der Regierung bekaͤmpft hatte. Die Mi⸗ nister und die Centra haben, sobald der Erfolg der ersten Ab⸗ stimmung fuͤr sie entschieden hatte, eine Freude an den Tag ge⸗ legt, der es an leidenschaftlicher Unschicklichkeit nicht fehlte. Nachdem der erste Artikel durchgegangen war, entsernte sich der roͤßte Theil der Linken, ein gleiches Ergebniß in Betreff der uͤbrigen

rtikel voraussehend, aus der Kammer. Nur einige wenige Mit⸗ glieder dieser Abtheilung der Kammer, worunter die Herren Odilon⸗Barrot und Sade, versuchten auch ferner noch, in Ver⸗ bindung mit dem Theile der Linken, welcher an das Centrum graͤnzt (tiers-parti), den Ministern das Terrain Schritt fuͤr Schritt streitig und das schlechte Gesetz durch Amendements et⸗ was weniger schlecht zu machen. Ihre Anstrengungen sind ver⸗ geblich gewesen. Die Ungeduld der Ministeriellen war so groß, daß am Ende alle Gegner des Entwurfs zum Schweigen ge⸗