1835 / 254 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Den 11. September 1835.

1 amflicher Foads- und Gweld-Cours-Zettel.

1036

Frankfurt a. M., 8. Septeomber. Metall. 102 ⅛. Bank-Actien 1589. 1587.

8b” Oesterr. 5 %

Pr. Uour. Brief. Geld.

8

Pr. Tour.

68 ¾. 68 ⁄. Brief. Geld.

Paris, 5.

Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rückst. C. und Z. Sch. d. K. u. N.

St.-Sehuld-Seh. 4 Pr. Engl. Obl. 20. PrümSeh. d. Seech. Kurm. Obl, m. l. C. Nm. Int. Sch. do. Berl. Stadt-Obl. Königsb. do. Elbinger do. 4 ¾ Danz. do. in Th Wentpr. Pfandbr. Grossh. Pos. do.

101 ½ 101 9951 99 ½ 101 ¼ n 101 101 ½

E52*

4 4 4 4 4

101 ½

Gold al marco Neue Ducaten Friedrichsd'or Disconto

2 41 102 ¼½

102 ¾ 102 1l

103

4 4

102 ¼ 102 G 105 ½ 102 %

compt. 80. 15. ün cour. 98. 25.

101 Schuld 13 ¾¼. 3 % Port. 57 ¼.

106 ½

Br. Loose zu 500 Fl. 114 ⅞. 114 ⅛⅞. Preuss. Präm.-Sch. 59. 58 ¾. do. 40 % Aunl. 98 1. G. Poln. Loose 5 % Span. Rente 30 ⅛. 29 ⅛. 6

5 % Rente pr. compt. 110. 25. fin cour. 110. 35. fin cour. 80. 40. 5 % Span. Rente 33 ½.

102. 98 ¼2. 98 ¼. 8. „½ 0 Partial.Oblig. 140.

Loose zu 100 Fl. 213. G.

0 4 %

September. 3 % pr. 5 % Neap. pr. compt. 97. 95. 3 % do. 21 ⁄à¾. Ausg.

85

216 ½ 215 ½ 1871 s 13³% 344 8 in 1 Akt, von E. Raupach.

Sonnabend, 12. Sept. Lustspiel in 1 Aufzug, von

Auswärtig

8 Amsterdam, 6. September. NMiederl. wirkl. Schuld 54 ¾. Antwerpen, 5. September.

Span. 5 % 31 ¼. LZinsl. 14. Cortes 29 ¾.

. 8

e Börsen. Span. 5 % 31 ½. Cortes 29 16 Coup. 18.

Sonnabend, 12. Sept.

Vial: Norma, als Gastrolle.) Preise der Plaͤtze:

Neue

Koͤnigliche Schauspiele.

Im Schauspielhause: Raphael, Castelli. Lustspiel in 1 Aufzug, von Holbein.

8 Königstaͤdtisches Theater. 8 Norma, Oper in 2 At

dem Italiaͤnischen, von Seyfried.

Hierauf: Der Verraͤther,

Und: Der Bettler, Drama Richter gegen

Akten, nach

Musik von Bellini. (Dlle.

Ein Platz in den Logen und im Bal⸗ kon des ersten Ranges 1 Rthlr.

ꝛc.

Zu Lande: große Gerste 27 Linsen 2 Rthlr. 10 Sgr.

Branntwein 17 Rthlr. Rthlr. 15 Sgr.

Sgr. 6 Pf.;

Markt⸗Preise vom Getraide.

Böcee vöe 1835. oggen 1 r 5 Sgr., auch 1 Rthlr. Hafer 22 Sgr. 6 8 . 68 r. Eingegangen sind 298 Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 26 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 10 6 Pf., auch 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 gangen sind 281 Wispel 19 Scheffel.

8 LW1

Pf., auch Wispel 8 Sche He. 8 Sgr. 3 Pf., Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 76

vj. Hafer 22 Sgr. 6 Pf. Ein

Mittwoch, den 9. September 1835.

Das Schock Stroh 5 Rthlr., Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch

20 Sgr.

Branntwein⸗Preise vom 4. bis 10. September 1835.

Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder Zahlung und sofortige .; Kartoffel⸗Branntwein

baare

Ablieferung: 16 Rthlre9 ach

Kartoffel⸗Preise

vom 3. bis 9

September 1835.

Der Scheffel 16 Sgr. 3 Pf., auch 11 Sgr. 3 Pf.

Redacteur Cottel.

üuuee

Gedruckt bei A. W. Hayn.

——üü4

Allgemeiner Anz

Bekanntmachungen.

..“ Bekannmachung. Folgende, dem verstorbenen Kaufmann Johann Gott⸗ bilf Boschke

e abgeschaͤtzten Frundüce.

8 “) Niederstadt auf dem Steindamm, Nr. 3 des Hy⸗

potheken⸗Buchs und Nr. 379 und 380 der Ser⸗ vis⸗Anlage, mit 2 mit einander verbundenen

Vorderhaͤusern, Speicher und Malzhaus, nebst

ferdestall, Brandhaus, Maststall, Brandweins⸗

ammer, Kuhstall und Roßmuͤhle, geschaͤtzt auf

772 Thlr.;

b) das Holzfeld Niederstadt vorlaͤngst der nw 1616 dypo⸗ gr.;

auf dem ersten Steindamm, Nr. 7 des theken⸗Buchs, zeschaͤtt auf 2329 Thlr. 1 e) Riederstadt in der Schilfgasse, Nr. 28 des Hy⸗ potheken-Buchs, bestehend aus einem mit einem bebauten Platze, abgeschaͤtzt auf 8 r, follen in nothwendiger Subhastation verkauft wer⸗ pen. Hiezu ist ein Termin auf den 13. Oktober c. a., „or dem Auctionator Herrn Engelhardt, in oder vor vem Artushofe angesetzt. Die Taxe, die neuesten Hypotheken⸗Scheine und ie besonderen Kauf⸗Bedingungen koͤnnen in unserer Registratur, so wie bei dem Auectionator eingesehen e'erden, und es wird noch bemerkt, daß dem Meist⸗ vietenden ein Drittheil der Kaufgelder zu 5 pCt. Zin⸗ zen auf den Grundstuͤcken belassen werden soll. Daznzig, den 9. Maͤrz 1835. Koöͤnigl. Preuß Land⸗ und Stadtgericht.

Bekanntmachung.

. Sen dem Kaufmann Johann Samuel Zernecke zu⸗ Zehdrige, auf der Speicher Insel an der Mottlau lo. 34 des Hypotheken⸗Buchs gelegene, auf 5456

Tblr. 24 sgr. 3 pf. Preuß. Courant gerichtlich veran⸗ chlagte Speicher, unter dem Zeichen der weiße Baer, „elcher massiv erbaut, und fuͤuf Etagen hoch ist, soll n nothwendiger Subhastation gegen baare Zahlung

eg. Ses veerenl 3

erzu ist ein Termin au

den Frehe een Ocetober dieses Jahres,

or dem -. Herrn Engelhardt in oder vor em Artushofe angesetzt.

Die Tare, der neueste Hypotheken⸗Schein und die

esonderen Kauf⸗Bedingungen koͤnnen in unserer Registratur, so wie bei dem Auctionator eingesehen voerden.

„Danzig, den 24. Maͤrz 1835.

Frn Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

DUBekanntmachun Da die Intestaterben des hierselbst ohnlaͤngst ve eordenen Portraitmalers Unruh dessen geringfuͤgige Ferlassenschaft nur um beneficio Acgis et inventarii angetreten haben, so werden hiermittelst alle und jede, elche aus irgend einem Grunde Anspruͤche und For⸗ 4 erungen an solchen Nachlaß machen zu koͤnnen ver⸗

nlängft ver⸗

neinen, aufgefordert, solche in dem hierzu ein fuͤr

llemal auf den 29. Septbr. d. J, Morgens 00 Uhr, angesetzten Termin gehdrig anzumelden und achzuweisen, bei dem Nachtheil, daß sie sonst damit Zurch die in eben diesem Termin zu erlassende Praͤ⸗ lusiva fuͤr immer werden abgewiesen und ausge⸗ hlossen werden. Abwesende Creditoren haben dane⸗ zen auch, da es ersichtlich ist, daß diese Angelegen⸗ zeit in ein concursivisches Verfabren uͤbergehen wird, „fort Procuratoren ad acta zu bestellen, widrigen⸗ ulls sie in allen Vorkommenheiten als den Beschluß zer anwesenden Glaͤubiger genehmigend angesehen we den sollen.

Datum Greifswald, den 26. August 1835. Ditrector und Assessores des Stadtgerichts. (L. S.) Dr. Hoefer.

Guts⸗Verkauf.

Das zur Verlassenschaft des Wohlseeligen Herrn „Biloelm von Behr gehöͤrende, in Neu⸗Vorpommern, zu Grimmer Kreise und im Kirch⸗Baggendorfer kirchspiele belegene freie Allodial⸗Gut Broͤn- „ow soll bffentlich meistbietend verkauft werden, und end nachstehende Termine zum Aufbot angesetzt, als:

der 28ste (acht und zwanzigste) d. M, der 16. (sechszehnte) Septbr. d. F.⸗ und der 3. (britte) October d. J.

Die Voczuͤglichkeit des Gutes, sowohl rüͤcksichtlich ees Greund und Bodens und des Ertrages, als der zebaͤude ist den Herren Kaufliebhabern der hiesigen hrovinz binlenglich beannt; jedoch wird fuͤr Aus⸗ zdetige demerkt, daß das Gut Broͤnkow zu den choͤnten und ertragreichsten Guͤtern Pommerns zu echnen ist, daß jetzt auf selbvigem uͤber 200 Haͤupter Rindvieh und 1500 Schaafe gehalten werden, daß

ie Gebaͤude fast alle neu sind, und daß das herr⸗ schaftliche Wohnhaus besonders geschmackvoll einge⸗

SS Ui. mlich gestellten Verkaufs⸗Bedingungen

2

hoͤrigen, zusammen auf 11,953 Thlr.

eiger fuͤr

find bei Unterzeichnetem, oder bei dem Herrn Polizei⸗Direktor Dr. Schwartz, und gleichfalls auf dem Hofe zu Broͤnkow bei dem In⸗ spektor Marien einzusehen, bei welchem auch die Gutscharte und Areal Beschreibung sich befindet. Die Herren Kaufliebhaber werden ergebenst ein⸗ geladen, auf den vorgedachten Aufvots Terminen in dem Gasthofe des Herrn Engel hierselbst, Morgens 10 Uhr, Sich gefaͤlligst einzufinden. Greifswald, den 1. August 1835. 2* Dr. Billrotb, als Executor testamenti des Wohl⸗ seel. Herrn Wilhelm von Behr, und Namens der Herren Erben desselben.

Ediectal⸗Ladung.

Nachdem das Anbringen, daß der zu Großdeuben im Jahre 1769 geborne, im Jahre 1797 als Rekrut ausgehobene, beim Regiment von Bevilaqua als Musquetier gestandene Christian Gottlob Baß⸗ ler im Lazareth zu Fordon bei Bromberg gegen Ende des Jahre; 1807 gestorben, nicht genuͤgend nachgewiesen werden kann, seit der Zeit von Baßlers Leben und Aufenthalt keine Nachricht eingegangen, deshalb ein Abwesenheits⸗Vormund bestellt, und von diesem, so wie einem praͤsumtiven Erben öͤffentliche Vorladung beantragt worden ist; so werden der ge⸗ nannte Verschollene und alle diejenigen, welche an denselben als Erben, Glaͤuhiger oder aus irgend ei⸗ nem andern Rechtsgrunde Anspruͤche zu haben ver meinen, bei Vermeidung der Ausschließung und Verlust der Anspruͤche, auch der Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hierdurch geladen, daß sie .

„den 16. November 1835, Vormittags 11 Uhr, an hiestger Gerichtsstelle ent⸗ weder in Person und resp. gehoͤrig bevormundet, oder durch hinlaͤnglich legitimirte und instruirte Bevoll⸗ maͤchtigte, welche von Auswaͤrtigen bei 5 Thlr. Strafe, bier oder in Leipzig zu bestellen und mit gerichtlicher Vollmacht zu versehen sind, erscheinen, der gedachte Abwesende sein ihm dann zugefallenes Vermoͤgen Lgin die seinem Curator und Uns zu leistende uittung in Empfang nehme, im Fall seines Außen⸗ bleibens sich gewaͤrtige, er werde fuͤr todt erklaͤrt und sein Vermoͤgen den sich meldenden und gehoͤrig legitimirenden Erben auch uͤbrigen Praͤtendenten verabfolgt werden, die Erben und Glaͤubiger dage⸗ gen ihre Anspruͤche unter Beibringung der erforder⸗ lichen Bescheinigung, insbesondere unter Ueberrei⸗ chung der bezuͤglichen Urkunden, auch nach Befinden unter v; der Prioritaͤt binnen 6 Tagen, vom Tage des Termins an gerechnet, anzeigen, mit dem verordneten Abwesenheits. Bormunde, welcher binnen den naͤchstfolgenden 6 Tagen auf das Vorbringen unter der Verwarnung des Eingestaͤndnisses und der Ueberfuͤhrung sich einzulassen, die producirten Urkun⸗ den bei Vermeidung des Anerkenntnisses anzuerkennen hat, sowohl da noͤthig der Prioritaͤt halber unter sich von 6 zu 6 Tagen bis zur Quadruplik verfahren, dann beschließen, 8 den 28. December 1835 der Inrotulation der Acten zu Abfassung eines Er⸗ kenntnisses, und den 12. Februar 1836 der Bekanntmachung desselben, womit bei ihrem Außenbleiven gedachten Tags, Mittags 12 Uhr, in contumaciam wider sie vecfahren wird, sich gewaͤrtigen G oßstaͤdteln bei Leipzig, den 20. Juni 1835. Graͤflich Hohenthalsche Gerschte daselbst. (L. S.) Julius Albert Prasse, G⸗D.

Ritterguts⸗Verpachtung. Die Oeconomie der im Amts⸗Bezirke Oschatz gele⸗ genen freiherrl. Pfisterschen Ritterguͤter Boͤrln und Radegast, welche seit 1823 administrirt worden sind, sgs gh 9 Jahre von Johannis 1836 an verpachtet werden. 88 Der Nutzungs Anschlag und die Pachtbedingungen werden bei dem Schloß Droyßig, bei Herrn Oekonom Zimmermann in Luppe, bei Boͤrln und bei dem unterzeichneten Curator der Frau Baronin von Pfister vom 16ten dieses Monats an zur Einsicht bereit liegen. Dresden, den 3. September 1835. 8 8 D. Pohland.

9

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur öoͤffentlichen Kenntniß, daß die durch unsere Bekanntmachung vom 16. Juni d. J. angeordnete Einzahlung von Acht Thaler pro Actie bis zum 31. August als dem festgesetzten Ter⸗ mine, auf so von 29 Stuͤck geleistet worden ist. Diese tragen fol⸗ gende Nummern:

152. 648. 649. 650. 1066. 1140. 1141. 1142. 1143. 1175. 1399. 2450. 2451. 2452. 2453. 245 4. 2455. 2456 2457. 2458. 2459. 4940. 11142. 11144. 11152.

11154. 11344. 12499. 12500,

in dessen Abwesenheit und werden dieselben biermit,

Herrn Kammerrath Doͤring auf

saͤmmtliche Interimsscheine, mit Ausnahme

die Preußischen

in Gemaͤßhett des §. 5. der Statuten, fuͤr null und nichtig erklaͤrt. Die Inhaber dieser Interimsscheine sind demnach ihrer Rechte als Actionairs, so wie der bereits ge⸗ zahlten Einschuͤsse, verlustia, und werden an die Stelle der annullirten Scheine neue ausgefertigt, mit den Nummern: 15 001

werden. Leipzig, den 3. September 1835. Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn⸗ Compagnie. Gustav Harkort, Vorsitzender. Carl Tenner, Bevollmaͤchtigter.

fX.

Rere

Literarische Anzeigen.

In Ferdinand Duͤmmler's Buchhandlung, Linden Nr 19, erschien so eben: Encke, J. F. Berliner Astronomisches Jahrbuch fuͤr 1837. Mit Genehmhaltung der Konigl. Akademie der Wissenschaften. gr 8vo. 2 Thlr. 20 sgar.

Bei E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn No. 3). ist so eben erschienen: Esquisse d'une théorie de droit naturel par Dimistry de Glinkba. 8 (Svo. broch. Preis 15 sgr.)

In J. Scheible's Buchhandlung in Stuttgart ist erschienen und in allen soliden Buchhandlungen, zu Ne in der Stuhrschen, Schloßplatz Nr. 2, zu haben:

Napoleon's Feldzug nach Rußland, ein historisches Bilderwerk. Geschichte Napoleon's und der großen Armee im Jahre 1812. Von dem General Grafen von Sügur, Pair von Frankreich und Mitglied der Academie. Nach der zehnten Auflage aus dem Franzoͤsischen

uͤbertragen b von Professor Carl Courtin. Erste und zweite Lieferung. gr. 810. brosch. * 112 sar.

Segur's classisches Werk lassen wir in eleganter Gestalt erscheinen, von einem Sachkundigen nach der neuesten Franzoͤsischen Auflage uͤbersetzt und geziert mit zwoͤlf werthvollen Abbildungen: Titelblatt, Schlacht an der Moskwa, Ruͤckzug von Mos⸗ kau, Uebergang uͤber die Beresina, die Por⸗ traite (in ganzer Figur) von Napoleon, Ségur, Rostopschin, Poniatowsky, Beauharnais, Davoust, Ney, Murat.

Durch die Wahl eines großen Formates und com⸗ pressen aber dennoch deutlichen Druckes haben wir es bewerkstelligt, daß das ganze Werk nur vier Lie⸗ ferungen à 8 Bogen fuͤllt und machen wir uns ver⸗ bindlich, alle Bogen uͤber die Zahl 32 gratis zu liefern, wie wir dieses bei der kuͤrzlich beendigten Biographie Friedrichs des Großen, von Th. Chauber, gethan haben. b

Fede Lieferung kostet im Subseriptions Preise 11 ½ sgr. Preuß., so daß demnach das Ganze auf 1 Thlr 16 sgr. zu stehen ommtt.

Subscriptions- Einladung. In Kurzem erscheint bei Unterzeichnelem: Die Klassischen Stellen der

Schw eii 2 un d derern, Hauptorte- iin Original-Ansichten dargestellt, gezeichnet von Gustav Adolph Müller, auf Stahl gestochen von Henry Winkles und anlern ausge- zeichneten Englischen Künstlern. Mit Ersäuterungen von Heinrich Zschokke.

In 24 monatlichen Lieferungen, Royal- Octav, jede mit 3 Stahlstichen u. 1 Bogen Text auf Velinpapier. Preis für die Lieferung: 10 sgr.

Ausgabe in Royal-Quart mit Abdrücken auf chin. Papier à Lieferung: 20 sgr.

Man sabscribirt für das ganze Werk, zahlt aber nur bei Empfang einer jeden Lieferung den Sub- scriptions-Preis derselben. Subscribenten-Samm- ler erhalten bei 12 bezahlten Exemplaren e ins frei.

Ankündigung mit Probe des Drucks, so wie Sub- scriptions-Listen mit Probe der Stahlstiche, liegen zur Ansicht und Unterzeichnung in allen gufen Buchhandlangen des In- und Auslandes bereit!

Carlsrahe und Leipzig, im August 1835.

Kunstverlag, W. Creuzbauer.

Bestellungen nimmt an: die Enslinsche Buch.

handlung (F. Müller) in Berlin, Breitestr. No. 23.

Bei Hinrichs in Leipzig ist auch fertig geworden und in allen Buchhandlungen zu finden (in Berlin

in der Plahnschen Buchhandlung, L. Nitze, Jaͤ⸗ gerstraße Nr. 37)

1 bis m.t 15,029 bezeichnet, und solche zum Vortheile der Compagnie verkauft

Hoffmann, tein. Leseb und Privatu

besond. B

(10½⁄ B.)

Berlins Eingan dies demnäaͤchst e

skannt brauchbar

Bei E. H. S Nr. 37, ist ersch zu haben:

Die der geistigen Ge fahrungen Klasse. 14 Bog

In Nr 10

sehr guͤn brauchbaren preisende

Anerkennung

Bei Joh. Am

Löthrohre,

dungen vor Anwendung

ber, Gold, Zeit zu unt 8vo.

stellten Hüttenm

Hüttenmann, wi den, eine höch muss, und den

Erschienen un

eben zu Ber XXXV. Stüe 9 Thlr. 10 sgr. Inhall: I. 1 Zunahme nach d schof. II. A suchungen über

ven der einaxigen

Wärme durch ver

von M. Mellon Einfluss des Mo gestellten Beob erde und ihre E timonglanz, eine des Kupfer-Ant Ueber die Zarüc auf drei rechtav scherlich. zweier Regenzeit Dove. XIV. XV. Ueber die

bei chromhaltige

in Berlin (Ste

Von A. L

des Leipziger Land⸗ und Hauswirthschaft 1835 befindet sich a9. stige Recension dieses wirkl

Annalen der Physik und Chemie

G. Torchhammer.

Bestellungen hierauf nimmt an:

Staaten.

Karl Job., grammatikalisches 1 uch für Gymnasien. Selbstsud'on nterricht. Zweiter Cursus, mit socg

lauf. Beziehung auf die Schulgrammatiken 8

Otto Schulz, Zumpt und R

amshornm emerk. versehen. gr. 8vo. M

12 ½ sgr.

Der 1ste Curs. 10 sgr) erschien vor 6 Mong und hat bereits in mehreren Gmynas. u Schu

andern Orten da das Buch am

8

chroeder in Berlin, Koͤnigssern ienen und in allen Buchhandlunge

Destillirkunst

traͤnke, nach praktisch bewaͤbttn Er Moewes, Apotheker erse geheftet. Universal⸗Blattes

g gefunden; an rwartet werden, und billig ist.

en in 8vo.

Buches, das auch ohne 1lo

Ankuͤndigungen die verdien

gefunden hat.

br. Barth in Leipzig ist ersch

nen und in allen Buchhandlungen zu haben (Be bei Duncker u. Humblot, Franz. Str. No. 2 Plattner, C. Fr., die Probirkunst mit dal

oder Anleitung, Mineralien, E

Hüttenproducte und verschiedene Metabllrerlin

dem Löthrohre, mit theilweise des nassen Weges, qualitativ se

auf alle Bestandtheile, und quantitativ auf

Blei uml Zinn in kurz

Kupfer, Mit 3 Kupfertafeln.

ersuchen.

2 Thlr.

Die zuerst von Berzelius dung des Löthrohres in der Chemie unmd Minen gie, welche nachher von dem

angeregte Anwe

jetzt in Mejiko anz

eister Harkort auf die Silberpre

angewendet wurde, hat der Verfasser durch une müdet fortgeselzte Versuche zu sicheren Melbed für die Probirkunst last aller M neérale, Erze, H. ten- und Kunstproducte erhoben, deren Verölles chung jedem Chemiker, Mineralogen, Berg-

e allen verwandten Gewerbfreibe st, Wwillkommene Erscheinung w Verleger wohl berechtiget, ds

uangemein werthvolle Schrift auf das angeleg- lichste zu empfehlen.

Heraus lin von I. C. Poggendorf. B. kK 2 oder 1835 No. 6. gr. 8vo.

d versandt ist:

Preis des Jahrgangs von 3 Bänden oder 12 Hel

Feber das Geselz der Temperal em Inneren der Erde; von G.] hte Reihe von Experimental-Um

Electricität; von M. Farad

Schluls.) III. Ucher, die isochromatischen 0

Krystalle; von I. Müller. (Schlo-

IV. Ueber den freien Durchgang der strahlend schiedene starre und flüssige Köm

i. (Schluss.) v. Neue Eigensq

der Knallpulver von Heurtelou p. VI. Ueber

ndes auf den Barometerstand ¹

die Regenmenge, nach 27jüährigen zu Stralshburg

achtungen; von 0. Eisenlo0¹

(Schluss.) —,VII. Anwendung des polarisirten Lie zu mikroskopischen Beobachtungen; von Talh- VIII. Ueber die Zusammenselzung der Poreel

ntstehung aus dem Feldspath; X. Ueber den Kupfer,

neue Mineralgattung; von C. Zin

ken. X. Ueber die chemische Zusammenselum imonglases; von H. Rose.

kführung der heragonalen Gest- . . 21 J 5 inkelige Axen, von C. Na um*¹

XII. Chlorbenzin und Chlorbenzid; von E. T“np- P

XIII. Ueber das Vorhandemse en im südlichen Eurapa; von lI, Beobachtung eines Nordlichis

Braunsberg am 7. Februar 1835; von L. Feldt

Discontinuität des Lenchtens

Blitze; von H. W. Dove. XVI. Ueber die 0h- schen Eigenschaften der hemi- und tetarto-prisd-

tischen Krystalle. XVII.

8 Farben-Erscheinung n Salzen. 1b

Leipzig, den 28. August 1835.

Joh. Ambr. Barth E. S. Mittl

hbahn No. 3). 11.X“

auch 4 Rthlr. 20 Sgr.;

Preis 2 sel

Berlin, Sonntag den 13ten

40 90-

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Seine Majestaͤt der Koͤnig haben den Geheimen Hofrath Borck im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten zum Pirklichen Legations⸗ und vortragenden Rarh Allergnaͤdigst zu ernennen und die daruͤber ausgefertigte Bestallung Allerhoͤchst⸗ sellst zu vollziehen geruht. 8

Bei der am 19ten und IIten d. M. geschehenen Ziehung der Zten Klasse 72ster Koͤnigl. Klassen⸗Lotterie fiel der Haupt⸗ Gewinn von 8000 Rthlr. auf Nr. 52,085; die naͤchstfolgenden „Gewinne zu 2500 Rthlr. sielen auf Nr. 30,340 und 55,362; Gewinne zu 1290 Rthlr. auf Nr. 24,504. 69,791 und 85,460; Gewinne zu 800 Rählr. auf Nr. 64,412. 80,476. 99,305 und 102,525; 5 Gewinne zu 500 Rehlr. auf Nr. 15,104. 28,829. 9,832. 83,376 und 95,092; 10 Gewinne zu 260 Rthlr. auf Nr. 6940. 18,677 20,537. 22,464. 30,928. 44,762. 57,845. 66,039. 11,967 und 98,184; 25 Gewinne zu 100 Rchlr. auf Nr. 682. 10,142. 23,668. 24,964. 25,288. 29,3263. 35,446. 41,728. 48,036. 52,250. 54,650. 61,935. 63,771. 70,779. 74,627. 80,753. 82,646. 87,691. 88,018. 91,439. 102,398. 102,672. 102,842. 103,517 und 104,955. 1

Der Anfang der Ziehung äter Klasse dieser Lotterie ist auf den 6. Oktober d. J. festgesetzt.

Berlin, den 12. September 1835. Koͤnigl. Preußische General⸗Lotterie⸗Direction. VBekanntmachung.

Die Kandidaten der Baukunst, welche an der zweiten dies⸗ sihrigen architektonischen Vorpruͤfung Theil nehmen wollen, wer⸗ den aufgefordert, sich bis zum 30sten d. M. schriftlich bei uns u melden, worauf ihnen das Weitere eroͤffnet werden wird.

Berlin, den 12. September 1835.

Koͤnigl. Ober⸗Bau⸗Deputation. 1

Angekommen: Der Wirkliche Geheime Ober⸗Finanz⸗Rath nd General⸗Direktor der Steuern, Kuhlmeyer, von Stettin.

Abgereist: Der General⸗Major und Direktor des Mili⸗ air⸗Oekonomie⸗Departements im Kriegs⸗Ministerium, von Sack, nach Annaburg.

Der Staats⸗Secretair und Chef der Haupt⸗Bank, Praͤ⸗ sident Friese, nach Stettin.

868 Rußland. 1 8 8

St. Petersburg, 5. Sept. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Wirklichen Staatsrath und Kammerherrn von Haart⸗ man den St. Annen⸗Orden lster Klasse verliehen.

Das Journal de St. Petersbourg enthaͤlt einen Aus⸗ zug aus dem in 9 Kapiteln und 169 Artikeln bestehenden Re⸗ glement fuͤr die Universitaͤten zu St. Petersburg, Moskau, Char⸗ fof und Kasan. Die Universitaͤten sollen aus zwei oder drei Fa⸗ kultaͤten bestehen, naͤmlich einer philosophischen, einer juristischen und einer medizinischen, der letzteren jedoch nur in Moskau, Charkoff und Kasan. Die Theologie soll keine besondere Fakul⸗ tit bilden, sondern es sollen die theologischen, kirchenhisto⸗ rischen und kanonischen Vorlesungen fuͤr alle Studirende, die sich zur Griechisch⸗Russischen Kirche bekennen, ge⸗ meinschaftlich bestimmt seyn. Die philosophische Fakultaͤt soll zwei Dekane und zwei Abtheilungen haben, naͤm⸗ lich eine philosophisch⸗ antiquarischhistorisch⸗statistisch⸗litera⸗ rische und eine mathematisch⸗technologisch⸗naturwissenschaftliche. Jede Universitaͤt soll ein Conseil und eine Verwaltungs⸗Direec⸗ tion haben. Die Lehrer werden in Professoren, Adjunkte und Lektoren getheilt. Saͤmmtliche Fakultaͤten stehen unter der Au⸗ toritaͤt eines Rektors. Das Universitaͤts⸗Conseil (Senat) besteht aus den ordentlichen und außerordentlichen Professoren unter dem Vorsitz des Rektors. Die Verwaltungs⸗Direction besteht aus dem Rektor, als Praͤsisenten, den Dekanen und dem Syndikus. Alle Universitaͤten des Reichs, da sie unter dem besonderen Schutz Sr. Majestaͤt stehen, sollen „Kaiserliche Universitaͤten“ heißen. Jede Universitaͤt wird unter der besonderen Leitung eines Kurators ehen. An jeder Universitat sollen Lektoren der Deutschen, Fran⸗ zsischen, Englischen und Italtaͤnischen Sprache angestellt werden.

Polen.

Warschau, 7. Sept. Der Administrations⸗Rath des Koͤ⸗ nigreichs hat dem Grafen Stanislaus Kossakowski ein Patent auf eine von ihm erfundene Dresch⸗Maschine ertheilt, die das troh nicht zerbricht, und zu deren Bewegung nur die Kraft eines einzigen Menschen erforderlich ist. Das Patent ist auf 15 Jahre und fuͤr den ganzen Umfang des Koͤnigreichs guͤltig, und der Er⸗ finder muß binnen einem Jahre eine solche Maschine, wie er sie durch Zeichnungen beschrieben hat, herstellen und durch eigene roben die Guͤte seiner Erfindung bewaͤhren. Die Ertheilung des Patents verbuͤrgt fuͤr jetzt noch nicht die lit und Zweckmaͤßigkeit der Erfindunt.

Frankreich.

Paris, 6. Sept. Gestern ertheilte der

de Lalande, Franzoͤsischen Vice⸗Konsul in Stralsund, eine Pri⸗ vat⸗Audienz.

Aus dem Berichte, den der Baron von Barante in der

gesttigen Sitzung der Pairs⸗Kammer uͤber das neue Preß⸗

esetz abstattete, ist noch Folgendes mitzutheilen. Nachdem der

Berichterstatter es im Allgemeinen geruͤgt, daß dieses Gesetz der

Fanmer erst kurz vor dem Schlusse der Session, also zu einer eit vorgelegt werde, wo es ihr, da die meisten Deputirten be⸗

Gewalten entwuͤrdigen.

Neuheit, Origina⸗

Koͤnig dem Herrn

S

eptember

reits die Stadt verlassen, unmoͤglich sey, noch Aenderungen in demselben vorzunehmen, wenn anders nicht das Gesetz bis zur naͤchsten Session liegen bleiben solle, fuhr er also fort: „Gluͤck⸗ licherweise muͤssen wir aber anerkennen, daß dieses Gesetz bereits sehr gruͤndlich eroͤrtert worden ist, und daß sich in keinerlei Weise be⸗ haupten laͤßt, dasselbe sep uͤbereilt angenommen worden. Das furchtbare Attentat, das der oͤffentlichen Meinung einen letzten Wink uͤber die dem Lande drohenden Gefahren gegeben hat, ist nicht das einzige Faktum, das den uns vorliegenden Gesetz⸗Ent⸗ wurf hervorgerufen hat; unsere ganze politische Lage, eine Reihe⸗ folge von Ereignissen der betruͤbendsten Art, muß als die Ver⸗ anlassung zu demselben betrachtet werden. In letzterer Bezie⸗ hung darf die Pairs⸗Kammer behaupten, daß auch sie, wenn gleich unter einer anderen Form, eine gruͤndlichere Pruͤfung un⸗ serer Lage, als irgend Jemand angestellt hat; denn der letzte Prozeß vor dem Pairshofe hat uns eine nur allzu traurige Ue⸗ berzeugung von dem krankhaften Zustande eines Theils der Ge⸗ sellschaft verschafft.

mer in ihren Vorschlaͤgen zur Steuerung des Unfugs zu weit gegan⸗ gen waͤren, ohne allen Zweifel fuͤr eine Verwerfung derselben stinmen und auf andere Mittel bedacht seyn, um den dem Lande dro⸗ henden Gefahren zu begegnen. Dem ist aber nicht also. Wir

haben in dem uns vorgelegten Gesetz⸗Entwurfe keine Verletzung derselbe scheint uns vielmehr unserer Ver⸗ fassung vollkommen angemessen zu seyn, und wir schlagen Ihnen Wenn sich auch uͤber diese oder

der Charte erkannt;

sonach dessen Annahme vor. jene Bestimmung einige Zweifel in uns erhoben haben, so sind wir doch uͤberzeugt, daß der Hauptzweck durch den Gesetz⸗Entwurf vollkommen erreicht wird. Etwanige Unvollkommenheiten, die sich bei der Ausfuͤhrung ergeben moͤchten, werden zu verbessern seyn, gegenseitige Vertrauen gewalten gewiß die

zwischen den drei großen Staats⸗ moralische Wirkung des Gesetzes be⸗

deutend erhoͤhen wird.“ Herr von Barante ging hierauf die

einzelnen Artikel des Gesetz⸗Entwurfes durch, und schloß sodann mit folgenden Worten: „Wir hoffen, daß diese gesetzlichen Be⸗ stimmungen wesentlich dazu beitragen werden, dem Lande die Sicherheit wiederzugeben, deren es so dringend bedarf. Das laufende Jahr ist fuͤr die Staats⸗Gewalten ein uͤberaus muͤh⸗ seliges gewesen. Nachdem die Factionen durch die Gewalt der Waffen besiegt worden, haben sie sich noch uͤber die Gesetze er⸗ heben wollen und uns dadurch mindestens die Lehre gegeben, daß jede Gesellschaft nothwendig zu Grunde gehen muß, wenn sie es vernachlaͤssigt, sich zu vertheidigen. Die Vorsehung hat den Koͤnig und Frankreich gerettet; doch mußte die Regierung nach dem letzten fluchwuͤrdigen Attentate der oͤffentlichen Stimme Gehoͤr geben, und sich mit derjenigen Gewalt wappnen, die ihr bisher noch abging. Diese oͤffentliche Stimme aber verleiht auch dem uns vorliegenden Gesetze diejenige Bestaͤtigung, deren es am meisten bedarf. Schon jetzt werden die Handlungen, die dieses

Gesetz bestraft, allgemein gebrandmarkt; es ist also nicht zu be⸗

fuͤrchten, daß die Anwendung der Strafe jemals gemißbilligt werden koͤnnte. Das Ministerium hat aber eine große Ver⸗ antwortlichkeit auf sich geladen: es hat eine Vermehrung sei⸗ ner Gewalt verlangt, und sie ist ihm ganz in der Weise zu Theil geworden, wie es sie begehrt hatte. Jetzt ist es aber auch seine Sache, die oͤffentliche Ruhe und Ordnung zu erhalten, und jede Gleichguͤltigkeit, Sorglosigkeit oder Schlaffheit in den verschiede⸗ nen Zweigen der Verwaltung strenge zu ahnden. Der Augen⸗ blick ist guͤnstig. Sollten noch ferner Preßvergehen stattfinden, so werden sie aufgeklaͤrte und muthige Richter finden. Man hat behauptet, daß die dem Pairshofe zugewiesene Kompetenz von Mißtrauen gegen die Jury zeuge. Gegen diese Auslegung pro⸗ testire ich aber auf das Bestimmteste. Wir werden nicht gegen die Presse zu Felde ziehen; ein solcher Kampf wuͤrde eben so nachtheilig fuͤr unsere eigene Wuͤrde, als verderb⸗ lich fuͤr das Land ‚seyn, und gewiß wuͤürden wir nicht, um dem Augenblicke zu dienen, eine der großen Stäͤats⸗ Sollte die Presse aber, durch aͤrger⸗ liche Freisprechungen ermuthigt, jenen Character der Verschwoö⸗ rung wieder annehmen, den sie schon mehr als einmal gehabt hat; sollten ihre Anfeindungen gegen den Koͤnig und die beste— hende Regierung systematisch werden, so wuͤrde es an uns seyn, die bis in ihre Grundfeste bedrohte gesellschaftliche Ordnung zu retten.“ Bevor die Versammlung sich trennte, wurde noch be⸗ schlossen, die Debatte uͤber diesen Gegenstand am naͤchsten Dienstag (8.) zu eroͤffnen.

Durch eine Koͤnigliche Verordnung vom 31. August ist eine besondere Kommission zur Ausfuͤhrung der Reglements in Be⸗ treff der Koͤniglichen Theater ernannt worden. Mitglieder dieser Kommission sind der Herzog von Choiseul, Herr von Keratry, der Baron von Lascours, die Herren Ed. Blanc, P. Lacaze, Armand⸗Bertin und von Henneville.

Die Einwohner der kleinen Gemeinde von Domgermain bei Toul, 4 Stunden von Nancy, weigerten sich unlaͤngst, einen ih⸗ nen von der gelstlichen Behoͤrde zugesandten Pfarrer anzuneh⸗ men. Der Unter⸗Praͤfekt hielt es fuͤr angemessen, die Weige⸗ rungen und Einwuͤrfe der Gemeinde durch militairische Maßre⸗ geln zu beseitigen, und als sich die Einwohner gegen die auf sie vorruͤckenden Truppen verbarrikadirten und auf die dreimaligen Aufforderungen durch Steinwuͤrfe antworteten, so gaben die Soldaten Feuer, wodurch 7 Personen getoͤdtet und 13 mehr oder weniger schwer verwundet wurden.

Eine telegraphische Depesche aus Bayonne vom 2ten d. mel⸗ det, daß die Milizen aus Saragossa ausgeruͤckt sind, um gegen QAuilez zu marschiren, der in Daroca angekommen ist. Die Junta von Saragossa hat sich mit der von Barcelona verbruͤdert. Man sendet noch bestaͤndig Mannschaften nach Portugalette, um Bil⸗ bao gegen einen neuen Angriff sicher zu stellen.

Das Journal de Paris stellt nach einem Schreiben aus Bayonne vom 1. Sept. die Ereignisse bei San Sebastian folgendermaßen dar: „Vorgestern verließ der General Evans San Sebastian an der Spitze von 2000 Englaͤndern und 1600

Nichts destoweniger wuͤrden wir, wenn wir der Meinung waͤren, daß die Minister und die Deputirten⸗Kam⸗

m leicht waͤhrend das Einverstaͤndniß und das

Spaniern, um eine Rekognoszirung gegen Hernani vorzuneh⸗ men. Nachdem er das Wirthshaus von Oriomendi, welches von den Karlisten befestigt worden war und gut vertheidigt wurde, genommen hatte, ruͤckte er auf Santa⸗Barbara los. Zwei Compagnieen Chapelgorris gelangten bis auf den bei diesem Flecken liegenden Huͤgel; und da auf diese Weise der Zweck der Rekognoszirung erreicht worden war, so zog sich der General auf Oriomendi zuruͤck. Mittlerweile hatten die Karlisten eine Ver⸗ staͤrkung von 2 Bataillonen erhalten, und so entstand bei Orio⸗ mendi ein unbedeutendes Gefecht, das gar keine Resultate hatte. Am Abend kehrte der General Evans nach San Sebastian zu⸗ ruͤck. Er hat im Ganzen an Todten 21 Mann verloren, und

einige 60 Verwundete brachte er mit zuruͤck.“

Im Indicateur liest man: „Das Geruͤcht von einem Marsche von 10,000 Mann Spanischer Truppen, die auf Be⸗ fehl der Koͤnigin gegen Catalonten und Aragonien anruͤckten, hat sich als ungegruͤndet erwiesen. Weit davon entfernt, Madrid zu entbloͤßen, haben vielmehr 3 Bataillone von dem Corps Cordova’s den Befehl erhalten, nach Madrid zuruͤckzukehren.“

Der Temps sagt: „Schon vor acht Tagen sahen wir die schwierige Stellung voraus, in der sich die von Algier nach der Catalonischen Kuͤste transportirte Fremden⸗Legion besfinden wuͤrde. Diese, der Regierung der Koͤnigin abgetretene Legion steht nun den Provinzial⸗Junten gegenuͤber, und da ihre Befehle dahin lauten, daß sie nur den Willen der Madrider Central⸗Regierung zu befolgen haben, so hat der Oberst ohne Zweifel Recht ge⸗ than, die Instructionen des Spanischen Ministeriums abzuwarten. In der militairischen und politischen Hierarchie darf ein kom⸗ mandirender Offizier nur die Befehle der Regierung anerkennen, der sein Detaschement als Huͤlfs⸗Corps abgetreten ist; aber deshalb bleibt doch die Lage jenes detaschirten Corps sehr schwierig und erheischt die ganze Aufmerksamkeit des Kriegs⸗Ministeriums. Die Fremden⸗ Legion, obgleich der Spanischen Regierung abgetreten, traͤgt nichtsdestoweniger die Franzoͤsischen Farben; sie kann sogar in Folge eines leicht vorauszusehenden Ereignisses wieder in die Reihen der Franzoͤsischen Armee zuruͤcktreten. Jetzt ist sie in Lerida eingeschlossen, einer Festung, die ganz von Provinzen um⸗

eben ist, welche sich zu Gunsten des Foͤderativ⸗Systerus erke aͤrt

Sie wird hoffentlich nicht angegriffen werden; indeß is der Fall doch moͤglich, und in dieser Hinsicht, versichert man, sey das Franzoͤsische Ministerium noch einmal auf die Interven⸗ tions⸗Frage zuruͤckgekommen und habe die Urlaubs⸗Ertheilungen in den verschiedenen Armee⸗Corps einstellen lassen.“

Die hiesigen Blaͤtter enthalten ein Schreiben aus Ca⸗ dix vom 18. v. M. folgenden Inhalts: „Heute Morgen sind hier⸗ selbst alle Kloͤster geschlossen worden; man hat den Moͤnchen nur 5 Stunden Zeit zum Ausziehen gegeben. Diese Maßregel wurde ohne die mindeste Stoͤrung der oͤffentlichen Ordnung ausgefuͤhrt. Die ganze Miliz war unter den Waffen; man hatte vor jedem Kloster eine Compagnie aufgestellt, um Brandstiftungen zu ver⸗ hindern. 8 Uhr Abends. In diesem Augenblick ist kein Moͤnch mehr in der Stadt; die meisten sind in den Schoß ih⸗ rer Famili n zuruͤckgekehrt.“ (Vergl. den Artikel Spanien.)

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Siz⸗ zung vom 2. September. (Nachtrag.) In der Debatte

uͤber die (wie schon erwaͤhnt) vom Oberhause verworfene Bill

8

wegen Verbesserung der Waͤhler⸗Registrirung in Irland behaup⸗ tete Graf Wicklow, daß dem Parlamente nie eine Maßregel vorgelegt worden sey, die dem Lande gefaͤhrlicher zu werden drohe, und die uͤberdies auf den ersten Blick erkennen lasse, daß sie von Individuen diktirt sey, deren Zweck dahin gehe, die Zuͤgel der Regierung von Irland an sich zu reißen; wenn, meinte er, Lord Melbourne im Gefuͤhle der Dankbarkeit gegen Herrn O'Connell zu demselben gesagt haͤtte: „Sie sind die Hauptstuͤtze meiner Regierung gewesen, Ihnen verdanken meine Kollegen und ich unsere Aemter, Ihrem Einfluß und Ihrer Macht haben wir es zuzuschreiben, daß wir auch nur einen Augenblick im Stande gewesen sind, dem geraden Sinn des Englischen Volks entgegenzu⸗ treten, und um Ihnen unsere Dankbarkeit zu beweisen, wollen

wir Sie in den Stand setzen, eine Maßregel zu entwerfen, die

Ihren Zwecken entspricht und die ganze Regierung von Irland zu Ihrer Verfuͤgung stellt“, wenn ein solcher Antrag gemacht und angenommen worden waͤre, so haͤtte keine Bill entworfen werden koͤnnen, die jenem Zweck besser entsprochen haͤtte, als die vorliegende. Lord Melbourne erwiederte hierauf, seine ge⸗ woͤhnliche Maͤßigung beiseitsetzend, in ziemlich heftigem Ton un⸗

gefaͤhr Folgendes:

„Mpvlords, wenn aͤhnliche Anspielungen von anderen Seiten her gemacht worden sind, so habe ich davon nicht die mindeste No⸗ tiz genommen; ich habe es nicht fuͤr noͤthig gehalten, darauf zu ach⸗ ten (Beifall); aber bei dieser Gelegenheit moͤge es mir erlaubt seyn, die von dem edlen Grafen aufgestelten Behauptungen mit einigen Bemerkungen zu beantworten. Der edle Graf hat mit bedeutenden Aufwand von Sarkasmen, worin er immer so außerordentlich gluͤck⸗ lich ist, behauptet, daß wir Minister Herrn O (Connell diesen Tribu⸗ der Dankbarkeit schuldig seyen fuͤr die Unterstuͤtzung, die er uns g waͤhrt habe, und daß wir auf seinen Schutz gegen den Unwillen des Englischen Volks vertrauten. (Großer Beifall und hoͤrt, hoͤrt! von Seiten der Opposition.) Wie! Soll durch diesen Beifallsruf jene Behauptung bestaͤtigt werden? Soll er bedeuten, daß wir in der That nur in der Unterstuͤtzung des Herrn O'Connell unsere Sicher⸗ heit finden? (Wiederholter Beifall Lord Melbourne hielt einige Augen⸗ blicke inne und fuhr dann mit großer Lebhaftigkeit fort:) Sind denn die Englischen Repraͤsentanten nichts? Ist die Partei im Unterhause, welche uns mit ibrem Beistand beehrt hat, nichts? Ist die allgemein Stimme und Meinung des Volkes nichts? Ist die allgemein ver⸗ breitete Ansicht von keiner Bedeutung, daß die große Mehrheit die⸗ ses Hauses (des Oberhauses) absichtlich alle direkte Maßnahmen, um uns zu stuͤrzen, von der Hand gewiesen hat? Ich wiederhole es, ist dies Alles nichts? Und hat der edle Graf in der That Ursache zu der Behauptung, daß wir einzig und allein auf die Unterstuͤtzung der Irlaͤndischen Mitglieder angewiesen sind, auf welche er anspielt ? Er behauptet, daß⸗ die vorliegende Maßregel auf den Befehl des

errn O'Connell in Serschlg gebracht sey, und er hat mir die Ab⸗ 7ce Schuld gegeben, die Regierung von Irland dessen Leitung